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Wohin Walter schlägt, da wächst kein Gras mehr

KurzgeschichteHumor / P12 / Gen
Astrid Farnsworth Dr. Walter Bishop Henrietta "Etta" Bishop Nina Sharp Olivia Dunham Peter Bishop
07.06.2015
07.06.2015
5
4.758
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Dieses Kapitel
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07.06.2015 1.247
 
Stichwort 3: Schwimmen

Rating: P12

Genre: Schmerz/Trost, Humor

Spoiler: Conrad (Folge 13, Staffel 1)

Wörter: 1174

Geschrieben: 03. Juni 2015

Inhalt: Um Olivia ein bisschen aufzumuntern, hat Walter die Idee, dass man gemeinsam schwimmen gehen sollte. Denn nichts vertreibt so gut Kummer und Sorgen, wie das kühle Nass in einem Hallenbad. Meint Walter jedenfalls. Ob Olivia und Peter da der gleichen Meinung sind, das bleibt noch abzuwarten.



+++++++++++++++++++ FRINGE +++++++++++++++++++



John Scott. Sie hatte sich mit einem letzten Kuss von ihm verabschiedet. Und Olivia spürte, wie die letzten Erinnerungsfetzen von John aus ihren Gedanken verschwanden. Und mit diesem Gefühl der Leere, öffnete Olivia ihre Augen. Blickte auf die Innenwände des Wassertanks, in dem sie lag, ohne sie richtig zu sehen. Dafür waren ihre Augen zu nass von ihren Tränen. Tränen, welche sie für John vergoss. Und für sich. Weil sie niemals mehr die Lippen ihres Freundes auf den ihren spüren würde.

John war weg. Unwiderruflich. Und Olivia würde damit leben müssen.

Da, ein Geräusch. „Agent Dunham“, sprach Walter aufgeregt, während er den Wassertank öffnete und auf die junge Frau herab sah. „Es war ein voller Erfolg, nicht wahr?“

„Walter!“, erklang eine weitere Stimme. Peter. Woher kam dieser so plötzlich? Bevor sie in den Wassertank stieg, waren noch sie und Walter im Kellerlabor der Harvard Universität. Sonst niemand. Da sprach Peter weiter und unterbrach somit die wirren Gedanken von Olivia. „Du siehst, dass es Olivia nicht gut geht. Sie weint! Was daran liegt, dass du sie in diesen verflixten Wassertank hast gehen lassen. Das tut ihr nicht gut.“

„Es ist in Ordnung, Peter“, liess sich Olivia da vernehmen. Und gleichzeitig richtete sie sich langsam auf. Die Tränen wegwischend, welche sie jetzt ebenfalls bemerkte. „Ich konnte mich von John verabschieden. Dafür bin ich deinem Vater dankbar.“

Argwöhnisch betrachtete Peter sie, während er ihr ein Handtuch reichte. „Bist du sicher, dass es dir gut geht?“

„Ja, ich bin mir sicher“, bestätigte Olivia. Und während sie das Handtuch dankbar entgegen nahm und aus dem Wassertank stieg, wollte sie von Peter noch folgendes wissen: „Weshalb bist du hier, Peter? Du warst doch bereits weg?“

„Was die Erklärung ist, weshalb ich dich hier im Wassertank vorfinde“, kam es brummelig von Peter. „Ich hatte ein eigenartiges Gefühl“, meinte er noch erklärend. „Und deshalb bin ich zurückgekommen ins Labor. Und fand Walter nervös und aufgeregt vor, während er die Anzeigen deiner Lebensfunktionen beobachtete.“

„Sei ihm nicht böse, Peter“, versuchte Olivia den jüngeren der Bishop Männer zu beschwichtigen. „Dein Vater hat es gut gemeint. Wie gesagt, ich konnte mich von John verabschieden. Es ist alles gut.“

Zweifelnd betrachtete Peter die junge FBI-Agentin. Und sah trotz den Tränenspuren in ihrem Gesicht etwas, was ihn erleichtert aufatmen liess. Dieser stille Schmerz, der in der letzten Zeit darauf zu finden war, war weg. Und in Olivias Augen war ein Ausdruck getreten, den er als hoffnungsvoll bezeichnen würde. Hoffnungsvoll darauf, dass die Zukunft ein bisschen Glück für sie bereithalten könnte. „Dann ist gut“, liess sich Peter vernehmen. Und schalt sich im Stillen einen Narren, weil jetzt in ihm die Hoffnung aufkam, dass er den Platz von John Scott in Olivias Herzen einnehmen könnte. Irgendwann.

Bevor Peter all zu trüben Gedanken nachhängen oder Olivia in weitere Grübelei versinken konnte, klatschte Walter erfreut in die Hände und rief laut. „Lasst uns ins Hallenbad gehen!“

„Hallenbad?“, kam es fragend aus zwei Kehlen gleichzeitig. Diese Art von Themenwechsel kam für Olivia und Peter ein bisschen überraschend.

„Wie kommst du jetzt gerade auf Hallenbad, Walter?“, fragte Peter seinen Vater, nachdem er einen überraschten Blick mit Olivia gewechselt hatte.

„Na weil Agent Dunham eine kleine Aufmunterung gebrauchen könnte. Und dafür ist das Hallenbad perfekt geeignet. Ich habe früher das Hallenbad geliebt! Davon abgesehen, Agent Dunham ist bereits dafür angezogen.“

Olivia warf sich bei diesen Worten schnell das Handtuch über die Schulter und hielt es vorne, über ihre Brust, mit der Hand zu. „Das ist meine Unterwäsche, Walter“, sagte sie möglichst würdevoll. „Für das Hallenbad bräuchte ich meinen Bikini. Und der liegt bei mir zu Hause. Am anderen Ende der Stadt. Und somit weit weg vom Hallenbad.“

„Na dann mieten wir ihnen einen Bikini. Das ist bestimmt möglich. Und wenn nicht, kaufen wir ihnen ein Bikini. Peter hat Geld. Wir laden sie ein!“ Bei diesen Worten sah Walter seinen Sohn auffordernd an, der in diesem Augenblick mit offenem Mund vor seinem Vater und Olivia stand und nicht wusste, was er von dieser Situation halten sollte. „Sag doch etwas, Peter.“

„Hallenbad? Bikini? Ich weiss nicht…“

„Du bist immer so unentschlossen in solchen Dingen, Peter“, kam es tadelnd von Walter. „Da bist du wie deine Mutter.“

Peter rollte mit den Augen, bei diesen Worten. Und meinte: „Na wenigstens lade ich keine Leute ins Hallenbad ein, wenn ich kein Geld habe.“

„Papperlapapp! Du hast Geld. Du kannst Agent Dunham ungeniert einladen.“

„Du hast sie gerade eingeladen, Walter.“ Diese Worte klangen leicht eingeschnappt, als Peter sie sprach.

„Habe ich?“ Walter konnte sich nicht erinnern. „Seltsam… ich hätte geschworen, dass du es warst, der Agent Dunham unbedingt in einem knappen Bikini sehen wollte.“

„Walter!“, schrie Peter da. Entsetzt darüber, dass sein Vater alles so aussprechen musste, wie er es dachte. Dabei unfähig sich zu sagen, dass solch eine Art von Ehrlichkeit bei vielen Menschen peinliche Momente herauf beschwor.

Bevor es zu einem Streit zwischen Vater und Sohn kommen konnte, wurden sie von einem befreiten Lachen abgelenkt. Olivia konnte nicht mehr an sich halten und lachte schallend los, als sie dem Dialog zwischen Peter und Walter folgte. Zu amüsant fand sie es, wie die beiden Männer miteinander redeten. Und zu lustig war Peters Verzweiflung, weil sein Vater gesagt hatte, was er dachte. Dabei sollte Peter wissen, dass sie seinen Vater kannte. Sie nahm Walter seine seltsame Ehrlichkeit nicht mehr krumm.

„Olivia?“, fragte Peter vorsichtig. Er hatte Angst, dass es ihr langsam zu viel wurde. Zuerst der Fall, dann der Wassertank und John Scott… und jetzt sein Vater, mit seinen verrückten Ideen. Peter hätte es nicht gewundert, wenn Olivia hysterisch geworden wäre und ein Beruhigungsmittel brauchen würde.

Walter fasste Olivias Lachen anders auf. „Siehst du, Peter, Agent Dunham freut sich auf den Ausflug ins Hallenbad. Wusste ich es doch! Ich muss nur noch schnell unsere Badehosen suchen gehen. Die müssen hier im Labor sein. Ich wusste doch, dass es nützlich sein würde, die nicht wegzuwerfen.“ Mit diesen Worten machte sich Walter eifrig auf die Suche nach seinen und Peters Badehosen.

Olivia beruhigte sich langsam und meinte zu Peter: „Ich werde mich unterdessen anziehen. Dann können wir los, sobald dein Vater eure Badesachen gefunden hat.“

Irritiert sah Peter hinter seinem Vater her, bevor er seinen Aufmerksamkeit Olivia schenkte. „Du willst ins Hallenbad?“

„Ja.“

„Mit meinem verrückten Vater?“

„Ja. Und mit seinem Sohn, der momentan nichts mehr begreift.“ Mit diesen Worten schenkte Olivia Peter ein bezauberndes Lächeln und ging sich umziehen.

Peter blieb alleine zurück. „Stimmt, ich begreife nichts mehr“, sprach Peter zu sich selbst. Grübelte noch einen Augenblick, bis er Achsel zuckend meinte: „Ist doch egal. So lange Olivia und Walter ihren Spass haben, soll es mir recht sein.“

Und mit dieser Einsicht im Hinterkopf, ging Peter gucken, ob sein Vater erfolgreich war bei der Suche nach den Badehosen. Wobei er hoffte, dass dem nicht so war. Ihm wäre es lieber, wenn er für sich und Walter neue Badehosen kaufen konnte. In seiner Erinnerung waren die letzten Badehosen von ihm und Walter farbenfrohe Teile, die nur zu viel Aufmerksamkeit auf sich lenken würden. So wollte er sich bestimmt nicht vor Olivia präsentieren.


ENDE
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