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Wohin Walter schlägt, da wächst kein Gras mehr

KurzgeschichteHumor / P12 / Gen
Astrid Farnsworth Dr. Walter Bishop Henrietta "Etta" Bishop Nina Sharp Olivia Dunham Peter Bishop
07.06.2015
07.06.2015
5
4.758
4
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
07.06.2015 1.211
 
Stichwort 2: Wurst

Rating: P12

Genre: Humor

Spoiler: Staffel 3

Wörter: 1155

Geschrieben: 03. Juni 2015

Inhalt: Besorgt um die Libido von Peter, will Walter für ein bisschen mehr Manneskraft bei seinem Sohn sorgen, indem er für ihn aus Stierhoden und Stierpenis so appetitliche Dinge wie Suppe und Würste zaubert.



+++++++++++++++++++ FRINGE +++++++++++++++++++



Mittwochmorgen. Acht Uhr. Das erste was Astrid sah als sie in das Kellerlabor auf dem Gelände der Harvard-Universität kam, war Walter, wie er sich über eine grosse Kühlbox beugte und sich neugierig den Inhalt darin ansah. Was sie in diesem Augenblick nicht weiter beunruhigte. Kühlboxen hatten sie öfters hier im Labor herum stehen. Und wäre diese spezielle Kühlbox für einen neuen Fall relevant, wäre sie von Olivia vorgewarnt worden, dass die Fringe Division einen neuen Fall hat. Das hatten die beiden Frauen vom FBI miteinander abgemacht, nachdem klar geworden war, mit welcher Begeisterung Walter Leichen sezierte. Und andere Dinge. Weshalb man sich bei einem neuen Fall am besten wappnete, bevor man ins Labor ging.

„Guten Morgen, Walter“, begrüsste Astrid den Grenzwissenschaftler fröhlich, als sie auf diesen zuging. „Was haben sie in der Kühlbox?“, wollte sie noch gleich wissen. Ein bisschen neugierig war sie.

Auf die Begrüssung reagierte Walter nicht weiter. Dafür gab er sofort Antwort auf Astrids Frage. „Ich habe mir Stierhoden und Stierpenise kommen lassen. Und ich muss sagen, dafür dass ich sie übers Internet bestellt habe, sind sie in einem tadellosen Zustand. Da kann ich die Metzgerei loben.“

Diese seltsamen Sätze begleitete Walter mit einem derart strahlenden Gesichtsausdruck, das Astrid zuerst dachte, dass sie sich dieses eine Mal verhört hat. Sie hoffte es. „Hoden und Penise von Stieren, Walter?“, fragte sie zaghaft nach.

„Das habe ich gerade gesagt, Asterix.“ Walters Stimme war eine leichte Ungeduld anzuhören. „Dass sie immer zweimal fragen müssen. Daran sollten sie arbeiten, Astro.“

„Werde ich machen“, beeilte sich Astrid zu sagen, während sie allen Mut zusammen nahm und einen schnellen Blick in die Kühlbox warf. In der ein unappetitlicher Fleischklumpen lag, den man mit viel Fantasie für Stierhoden und Stierpenise halten konnte. „Aber könnten sie mir zuerst bitte sagen, was sie mit den Dingern vor haben?“

„Daraus werde ich Wurst und Suppe machen. Das wird ihnen schmecken, Alstro.“

Auf die seltsamen Namen, die Walter ihr gab, reagierte Astrid nicht weiter. Aber bei dem Gedanken, dass sie bald Wurst und Suppe essen müsste, in denen solche Dinge wie Stierpenise und Stierhoden verarbeitet waren, wurde sie jedoch ein bisschen blass um die Nase. „Wie sind sie auf diese Essensidee gekommen, Walter?“, stellte sie aus diesem Grund eine unverfängliche Frage. Ihrer Erfahrung nach war es gut, wenn man Walter erst reden und erzählen liess, wenn er eine neue und verrückte Idee hatte. Währenddessen konnte man sich überlegen, wie man ihm diese Idee ausreden konnte, um sich selbst zu retten.

„Na als ich gestern nackt in der Küche stand und für Peter kochte“, erklang es erfreut von Walter. Der jetzt mit wahrer Begeisterung anfing zu erzählen, wie er auf das mit den Hoden und Penis vom Stier gekommen war. „Da hatte ich ein altes Kochbuch meiner Grossmutter vor mir, in dem das Rezept für eine deftige Stierpenissuppe stand. Und da erinnerte ich mich daran, dass mein Grossvater sagte, dass eine Stierpenissuppe gut für die Libido sei. Und da habe ich gleich an Peter und Olivia gedacht.“

„…wer hätte das nicht“, kam es sarkastisch von Astrid. Die das Schlimmstmögliche ahnte.

Walter sprach unbeeindruckt weiter. Sarkasmus perlte an ihm ab, wie Wasser von einer Fensterscheibe. „Eben! Da die beiden jetzt endlich zusammen sind und dementsprechend Sex haben, muss ich darauf achten, dass ihre Libido richtig in Schwung kommt. Und Drogen wollen beide keine nehmen. Auch wenn ich nicht verstehe, weshalb nicht. Ich habe früher ständig Drogen genommen, um meine Libido zu verstärken. Und mir hat das nicht geschadet. Aber Peter hat mir gedroht, dass er mich im nächsten Fluss versenken würde, sollte ich ihm oder Olivia Drogen unterjubeln. Eine Frechheit, nicht wahr?“

„Natürlich…“, stimmte Astrid Walter zu. Pro forma. Insgeheim war sie Peters Meinung. Manchmal musste man Walter aufhalten. Koste es was es wolle. „Umso netter von ihnen, dass sie dennoch die Hoden und Penise besorgt haben.“

„Na das muss ich. Peter ist mein Sohn. Und als Vater bin ich verpflichtet zu sorgen, dass mein Sohn seine ganze Manneskraft einsetzen kann. Um eine Frau wie Olivia halten zu können, muss ein Mann ein ausgezeichneter Liebhaber sein und Ausdauer haben. Und dafür sorgt die Stierpenissuppe. Sie werden sehen, Alstra.“

Das alles kam mit einer derartigen Überzeugung von Walter, das Astrid nur noch grinsend ein ‚Gewiss‘ von sich geben konnte. Arme Olivia, armer Peter. Die beiden taten ihr gerade total leid, waren ihre Gedankengänge. Langsam ahnte sie, wie das Ganze ausgehen würde. Nicht gut. Eins wollte sie aber noch wissen: „Okay, jetzt weiss ich was es mit den Stierpenisen auf sich hat. Aber wofür sind die Hoden?“

„Na für die Wurst!“

„Sie wollen Würste machen? Mit Stierhoden?“

„Natürlich! Weshalb sonst hätte ich sie mir hierher kommen lassen sollen? Der Expresskurier war alles andere als billig. Übrigens, die Rechnung des Expresskuriers liegt da drüben.“ Mit diesen Worten zeigte Walter mit dem Finger unbestimmt in eine Richtung des Labors, wo auf einem Tisch unzählige Papierstapel lagen.

„Walter!“, kam es tadelnd von Astrid. „Sie können nicht den Expresskurier kommen lassen. Sie wissen, dass ich das alles unterschreiben muss. Und ich glaube nicht, dass das FBI es gerne sehen wird, wenn auf ihrer Spesenrechnung Dinge wie Stierhoden oder Penise steht.“

„Soll das FBI diese doch von meinem Lohn abziehen“, kam es würdevoll von Walter. Der leicht eingeschnappt war.

„Und der Expresskurier?“

„Der von mir aus auch!“

„In Ordnung“, lenkte Astrid ein. „Die Wurst können sie trotzdem nicht hier im Labor machen. Dafür müssen sie sich einen anderen Ort suchen. Am besten dort, wo sie die Suppe Olivia und Peter servieren wollen.“

„Das wäre zu Hause, bei mir und Peter“, kam es sinnierend über Walters Lippen. „Was ich mit der Suppe ohnehin vor hatte. Deren Zubereitung dauert zwölf Stunden. Aber warum sollte ich die Wurst nicht hier zubereiten können? Hygienisch gesehen ist das unbedenklich, mein Labor ist sauber! Und zu Hause in der Küche würde ich das weniger gern machen. Das macht viel Dreck und Unordnung, Würste zuzubereiten.“

Astrid seufzte innerlich. Da würde sie zu den harten Bandagen greifen müssen, wenn sie die Kühlbox schnell aus ihrem Blickfeld verbannen wollte. Und das wollte sie. Definitiv. Deshalb sprach sie mit leiser Stimme und verschwörerischen Ton zu Walter: „Denken sie an die Gefühle von Gene, Walter.“

Mehr war nicht nötig, um Walter auf einen neuen Gedankengang zu bringen. Diese wenigen Worten sorgten dafür, dass er besorgt zu der schwarz-weissen Kuh unweit von ihnen blickte, die sie mit grossen dunklen Augen anschaute. „Sie haben Recht, Anastasia. Das wäre unangebracht, vor Gene die männlichen Körperteile ihrer Artgenossen zu verarbeiten. Gut, dass sie mir das gesagt haben.“

„Bitte, gern geschehen“, sprach Astrid erleichtert. „Und was machen wir mit der Kühlbox?“, wollte sie noch wissen.

„Ich lasse den Expresskurier hierher kommen. Der kann mir die Kühlbox nach Hause bringen.“

„Walter!“

„Was? Ich nehme mir heute den Tag frei. Das können sie Peter sagen, wenn er später hierher kommt und mich suchen sollte. Ich gehe kochen!“

Und jegliche Einwände von Astrid ignorierend, tat Walter das, was er angekündigt hatte.


ENDE
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