Being in Love with a Vampire

von Veve19
GeschichteMystery, Romanze / P16
John Mitchell OC (Own Character)
02.06.2015
10.04.2017
13
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Mitchell stellte ein großes Glas vor Jenny auf den Tisch.
„Bitte sehr. Ein Latte Macchiato für die Dame.“ Dabei zwinkerte er und lächelte wieder charmant.
Jenny lächelte ebenfalls. „Danke.“

Er hatte sie ziemlich genau 25 Minuten nachdem sie miteinander gesprochen hatten vor dem OP-Saal abgeholt und sie waren gemeinsam aus den Krankenhaus St. Jude’s und in ein nähergelegenes Café gegangen. Dort hatte sie sich nach draußen in die Sonne gesetzt, während er einen Latte für sie und einen einfachen schwarzen Kaffee für sich holen ging.
Jetzt saß er ihr gegenüber und hatte seine Sonnenbrille aufgesetzt, die seine, für Jenny bezaubernden Augen, bedeckte. Er hatte selbstverständlich die Krankenhauskleidung ausgezogen und trug dafür nun eine schwarze Lederjacke mit aufgestelltem Kragen über einem einfachen Hemd, dazu eine dunkle Röhrenjeans mit schweren Stiefeln darunter und seltsamerweise khakifarbene Wollhandschuhe, deren Fingerkuppen abgetrennt worden waren. Für Jennys Geschmack war er zu warm gekleidet. Immerhin war es Mitte Mai und schon ziemlich warm. Und dennoch passte dieser Kleidungsstil zu Mitchell, fand sie.

Jenny schlürfte einmal an ihrem Latte.
„Also?“, fragte Mitchell erwartungsvoll.
„Hm?“ Sie blickte zu ihm auf.
„Du wolltest mir die Geschichte mit deinem Ex-Freund erzählen. Deshalb sind wir doch hier.“
Stimmt, deshalb waren sie in das Café gegangen. Jenny nahm noch einen Schluck, verbrannte sich dabei fast ihre Zunge, stellte das Glas zurück auf den Tisch und begann zu erzählen.
„Okay, du wolltest es ja so. Aber wunder dich nicht, wenn ich dich langweile, soooo spannend ist es nämlich nicht, nur kompliziert.“
Mitchell sagte nichts, sondern saß weiterhin erwartungsvoll dreinblickend da.
Jenny seufzte auf.
„Also...Michael und ich haben uns vor vier Jahren kennengelernt. Ich war damals gerade erst nach Bristol gezogen, weil ich hier studieren wollte und da bin ich an eine Studentenwohnung gelangt. Es wohnten bereits sieben Mitstudenten darin, unter ihnen war auch Michael. Wir haben uns alle gut miteinander verstanden, aber Michael blieb nicht lange bei uns. Er war nämlich schon im letzten Semester an der Uni und ist dann in eine eigene Wohnung umgezogen. Seitdem habe ich ihn nicht mehr oft gesehen und der Kontakt brach ab.
Eineinhalb Jahre hat keiner mehr was von ihm gehört, bis ich ihn dann in einer Bar wiedertraf. Wir haben uns nett unterhalten und dann haben wir angefangen, uns zu treffen. Ja, und irgendwie sind wir dann ein Paar geworden. Am Anfang war auch noch alles gut, doch sein Job, den er angenommen hatte, wurde ihm irgendwann wichtiger als andere. Und wenn er einmal nicht damit beschäftigt war, dann musste man ihm alles andere recht machen. Für ihn zählten nämlich nur seine eigenen Bedürfnisse. Glaubst du, er hat mich auch nur ein einziges Mal in zweieinhalb Jahren gefragt, wie es mir ginge? Nein, natürlich nicht! Hauptsache, er bekam, was er wollte.“
Während des Gespräches hatten sich ihre Hände zu Fäusten geballt.
„Es war wie im Gefängnis, aber dennoch bin ich nicht gegangen. Ich hatte irgendwo noch die Hoffnung, dass er sich ändern würde. War aber nicht so. Und dann waren wir einmal in einer Bar, sein Kumpel von der Arbeit hatte Geburtstag gefeiert. Für mich war es stinklangweilig, aber Michael schien sich prima zu amüsieren. Er war natürlich betrunken, wie seine anderen Freunde und machte sich an irgendein Mädchen ran. Ich dachte mir meinen Teil ohne wirklich etwas dagegen zu tun, dennoch war ich froh, als wir endlich diesen Laden verlassen konnten. Das war vor 6 Monaten.
Gestern wartete ich dann über eine Stunde auf ihn in einem Restaurant. Wir wollten seit Langem mal wieder etwas einigermaßen Schönes unternehmen, aber daraus wurde nichts. Eigentlich sollte er direkt aus seinem Büro herkommen, also beschloss ich, ihn dort abzuholen. Doch als ich dort ankam, war er nicht da. Ich fragte seinen Kollegen und der erzählte mir dann, dass Michael mit Brittany, dem Mädchen aus der Bar vor einem halben Jahr, unterwegs war. Der Typ fand es sehr merkwürdig, dass Michael mir nichts erzählt hatte, da die beiden seit der Geburtstagsparty wohl ein Paar waren. Ständig sei er wegen ihr früher von der Arbeit weggegangen. Seit diesem Moment war mir klar, dass ich bei Michael versagt hatte und mit ihm Schluss machen würde und ich würde es gleich am nächsten Tag tun, also heute.
Heute Mittag bin ich direkt zu ihm und hab mit ihm Klartext geredet, doch er hat nur den verständnislosen betroffenen Freund gespielt, der natürlich totaaaal sauer war und in seiner Rage hat er dieses Auto nicht bemerkt, welches ihn dann angefahren hat. Tja und dann sind wir ins Krankenhaus gekommen.“

Jenny beendete ihre Rede und sah Mitchell in die Augen. Er saß ihr immer noch unverändert gegenüber.
„Das nennst du kompliziert?“, fragte er. „Das ist eine normale Beziehung meiner Meinung nach. Fast alle Beziehung der Menschen laufen doch so ab.“
„Da hast du wohl recht“, erwiderte sie und trank von ihrem Latte. Er hatte unterdessen seinen Kaffee schon fast ausgetrunken.
Jetzt wurde Jenny neugierig. „Ist dir das auch schon mal passiert?“
Er lachte kurz auf. „Nein, aber ich habe viele Menschen kennengelernt, denen es ähnlich ging.“

Er sah sie eindringlich an, fast schon wie ein Tier seine Beute begutachtet. Jenny sah ihn währenddessen verunsichert an und es entstand ein Moment des Schweigens. Dieser wurde ihr jedoch zu unangenehm und sie stellte ihm die erstbeste Frage, die ihr in den Sinn kam.
„Wo kommst du eigentlich her? Mir ist dein Dialekt aufgefallen, deshalb nehme ich an, dass du nicht aus England bist.“ Was für eine blöde Frage.
Mitchell schien wieder zu sich zu kommen. „Stimmt, ich bin nicht aus England. Ich wurde in Irland geboren.“
„Und was hat dich hergebracht?“
Er zuckte mit den Schultern. „Hat sich so ergeben.“
Sie nickte, als ob sie sich mit dieser Antwort zufrieden geben würde.

Er nahm seine Tasse in die Hand und trank noch einen Schluck. Er behielt sie in der Hand. Wieder blickte er sie so eindringlich an und dabei begann seine Hand mit der Zeit zu zittern.
„Mitchell? Ist alles in Ordnung?“ Mittlerweile fand sie ihn recht merkwürdig.
Er hatte sie kaum gehört und starrte sie weiterhin nur an.
Jenny wurde langsam mulmig zumute. „Mitchell...!?!“ Sie berührte leicht seinen Arm. Er schreckte hoch. Schnell zog sie ihre Hand zurück.
„Was?!“, fuhr er sie an.
„Sorry, du warst nur kurz weggetreten. Ist alles in Ordnung mit deiner Hand?“, fragte sie kleinlaut. „Sie hat gezittert.“
„Jaja, alles in Ordnung. Ich...ich versuch nur, mir das Rauchen abzugewöhnen. Leichte Entzugserscheinung. Kommt öfters vor.“

Irgendetwas hatte sich verändert. Doch bevor Jenny erneut eine Frage stellen konnte, wurden sie von einem Polizist unterbrochen.
„Mr. Mitchell? Halten Sie nun etwa Zeugen davon ab, ihre Aussage zu machen?“
Der Polizist klopfte Mitchell einmal auf die Schulter. Dieser sah ihn entgeistert an, der Neuankömmling schien ihm nicht willkommen zu sein, denn er hatte sich automatisch in eine aufrechte Position gebracht und seinen Körper angespannt.
Nun wandte sich der Polizist an Jenny und hielt ihr die Hand hin.
„Ich bin William Herrick und bearbeite den Unfall, in den ihr Freund verwickelt war. Sie sind Jennifer Carter?“
Sie ergriff zögerlich seine Hand. „Ja, das bin ich.“
„Großartig! Ich hatte eigentlich gedacht, Sie im Krankenhaus zu finden, doch man sagte mir, dass Sie schon wieder fort seien. Zum Glück habe ich Sie direkt hier gefunden. Sie müssen Ihre Aussage bezüglich des Unfalls machen. Ich bitte Sie daher, mich mit auf das Revier zu begleiten. Natürlich nur, wenn Mr. Mitchell nichts dagegen hat.“ Er grinste hämisch und sah zu Mitchell herüber. Jenny sah jeweils vom Einen zum Anderen. Doch ehe Mitchell etwas antworten konnte, kam noch jemand zu der Truppe gelaufen.
„Mitchell!!!“

Ein durchschnittlicher Typ mit braunen kurzen Haaren, Brille und leichten Segelohren, mit einer großen Sporttasche in der Hand, blieb außer Atem stehen.
„George?!“, fragte Mitchell irritiert. „Was machst du hier? Ich dachte, du wärst schon weg?“
Völlig verstört antwortete George: „Mitchell ich brauche deine Hilfe! Es gibt ein Problem und...äh...es eilt!“ Nervös tippte er auf seine Armbanduhr.
Mitchells Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig und nun schien auch er leicht in Panik zu verfallen. „Okay“, sagte er, sprang auf und lief mit George davon ohne ein weiteres Wort zu sagen.

Jenny sah den beiden hinterher. Sie hatte nicht den geringsten Schimmer, was das zu bedeuten hatte. Bei der nächsten Gelegenheit würde sie Mitchell darauf ansprechen.
Der Polizist Herrick wandte sich ihr nun wieder zu. „Nun...ich denke, dann können wir uns ja ohne Probleme auf den Weg machen.“ Er sah Jenny mit einem schleimigen Lächeln an. „Wenn Sie mir bitte folgen wollen, Ms. Carter?“ Er deutete auf einen Streifenwagen.
Da Jenny nichts anderes übrig blieb, stand sie auf, legte noch einen 5-Pfund-Schein auf den Tisch und ging zusammen mit Herrick zum Auto.
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