Being in Love with a Vampire

von Veve19
GeschichteMystery, Romanze / P16
John Mitchell OC (Own Character)
02.06.2015
10.04.2017
13
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Wie aus der Kurzbeschreibung hervorgeht, eine FanFiktion zur britischen Serie "being human". Man muss die Serie nicht kennen, ich denke, es ist sogar spannender, wenn man nicht weiß, worum es geht.
Die Geschichte beginnt zeitgleich mit der ersten Episode der ersten Staffel, also lest ruhig weiter, die Geschehnisse entwickeln sich erst.
Die Grundstory verrate ich nicht, sondern werde sie im Laufe der Geschichte erklären.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen :)

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Wütend schmiss sie die Tür mit einem lauten „Halt die Klappe!“ hinter sich zu und trat auf die Straße. Sie holte mit geschlossenen Augen kurz tief Luft und erfreute sich an der wärmenden Sonne, die seit Wochen endlich wieder zum Vorschein gekommen war. Den schlimmsten Teil des Tages hatte Jenny nun hinter sich gebracht und marschierte zufrieden die Straße hinab. Wortwörtlich wohl gemerkt, denn die Straßen in Bristol, genauer gesagt im Vorort Totterdown, waren zum Teil ziemlich steil.

Sie war gerade vielleicht 20 Schritte gegangen, als sie plötzlich eine Stimme aufgeregt rufen hörte. Genervt stöhnte sie auf und drehte sich um.
„Was willst du Michael?“
Ihr Freund, um genauer zu sein ihr Ex-Freund, mit dem sie exakt vor einer viertel Stunde Schluss gemacht hatte, kam ihr hinterher gelaufen und blieb schließlich einige Meter vor ihr stehen.
„Ich will eine Erklärung!“, forderte er. Seine stechenden grünen Augen bohrten sich in ihre blau-grünen, doch das ließ Jenny ziemlich kalt. Unbeeindruckt hob sie ihre Augenbrauen.
„Dieser Blick hat noch nie funktioniert. Aber mal ehrlich: Was willst du genau?“, sagte sie gelangweilt. Sie hatte es so satt, ihm ständig erklären zu müssen, warum sie nun kein Paar mehr waren. Das hatte sie vorhin geschlagene 15 Minuten getan und er verstand es immer noch nicht.

Michael blieb hartnäckig und fragte sie erneut. „Warum hast du mit mir Schluss gemacht?“
Jetzt war der Knoten geplatzt. Eigentlich war Jenny ziemlich geduldig, doch bei Michael verlor sie ihre Geduld ständig. Sie trat drei Schritte auf ihn zu, sodass sie genau vor ihm stand. Glücklicherweise waren sie gleich groß, sonst hätte er sie vermutlich nicht Ernst genommen.

„Ich sage es dir nur noch ein einziges Mal, kapiert? Seit wir zusammen sind, war unsere Beziehung zum Scheitern verurteilt. Du erkennst das vielleicht nicht, da du ja immer genau das bekommen hast, was du wolltest, weil ich so nachgiebig war. Es grenzt beinahe schon an ein Wunder, dass wir in den ganzen zweieinhalb Jahren insgesamt nur sechsmal gestritten haben. Aber weißt du was? Ich hab einfach keinen Bock mehr darauf! Immer tanzt alles nach deiner Pfeife, nur damit du glücklich bist, aber selbst das ist dir bestimmt nicht genug, oder? Ich will meinen eigenen Willen auch einmal durchsetzen! Bei dir fühle ich mich wie in einem Gefängnis! Und als würde das noch nicht genügen musstest du zu allem Überfluss danach noch mit dieser Schlampe aus Bar rummachen! Wie viel bin ich dir eigentlich wert?“

Michael wollte gerade zu einer Antwort ausholen, doch Jenny hob drohend ihre Hand mit ausgestecktem Zeigefinger und hielt sie ihm unter die Nase.
„Halt bloß deine Klappe und lass mich in Ruhe! Ich bin so was von fertig mit dir. Solltest du mich in irgendeiner Art belästigen, werde ich dich so lange verprügeln, bis du dich nicht mehr rühren kannst, klar?“
Er nickte nur, allerdings sah er nicht wirklich verängstigt aus.

Jenny drehte sich auf dem Absatz um und lief die Straße wieder hinab. Sie war gerade an der Straßenkreuzung angekommen, als sie schon wieder Michael rufen hörte. Doch ihr war es in dem Moment egal, was genau er sagte, sie verspürte nur ein Kribbeln in ihren Händen, eines, das immer stärker und unerträglicher wurde je länger er sprach. Sie wandte den Kopf, war bereit, sofort loszulaufen und auf ihn einzuschlagen, doch in diesem Moment verschwand ihre Wut und ihr Gesichtsausdruck verwandelte sich in pures Entsetzen.
Hinter Michael näherte sich ein schwarzes Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Der Fahrer schien ihn nicht zu bemerken, da er keine Anstalten machte abzubremsen. Auch wenn Jenny Michael gerade nicht sonderlich zugetan war, so konnte sie nicht nur da stehen und gar nichts unternehmen. Wild fuchtelte sie mit den Armen, rief Michael zu, er solle sich umdrehen, weglaufen, was auch immer. Doch Michael hörte nicht auf sie. Er rief weiterhin irgendwelche Beschimpfungen gegen sie aus und kam nun wieder zu ihr gelaufen. Weit kam er allerdings nicht, denn da hatte ihn das Auto schon erreicht. Es erfasste ihn, knickte seine Beine nach vorne, man hörte ihn laut aufschreien. Er flog geradewegs auf die Windschutzscheibe, welche danach mit tausenden Rissen verziert war. Der Fahrer war wohl mittlerweile bei Bewusstsein und bremste scharf ab, sodass Michael vornüber herunterfiel und noch einige Meter die Straße hinunterrollte.
Alles war so schnell gegangen und Jenny war regungslos in ihrer Position erstarrt. Erst jetzt taute sie auf und lief anschließend zu Michael herüber. Dem Autofahrer würde sie die größte Standpauke halten, die dieser je gehört hatte.

Michael lag unterdessen mitten auf der Straße. Er rührte sich nicht und seine Atmung war sehr flach. Seine Arme waren mit Schürfwunden und kleineren Schnitten geziert und aus seinem Kopf quoll das Blut aus einer großen Platzwunde hervor. Ein Glück, dass Jenny Blut sehen konnte, sonst wäre sie vermutlich neben ihm kollabiert. Sie begutachtete ihn weiter: Sein linkes Bein schien gebrochen zu sein, doch sie war keine Ärztin, um das genau feststellen zu können. Sicherheitshalber ließ sie Michael einfach so liegen, wie er war, damit sich sein Zustand nicht noch mehr verschlechterte.

Jenny bemerkte, wie sich ihr schwere Schritte näherten und sie stand auf. Vor ihr stand ein kräftiger Mann im schwarzen Anzug mit einem großen Handy in der Hand.
„Krankenwagen ist schon unterwegs“, sagte er schlicht.
Sie starrte ihn an. „Das ist alles, was Sie dazu beitragen können? Mit ihrem fetten iPhone einen Arzt rufen? Sie haben gerade verdammt noch mal jemanden angefahren! Wie konnte das passieren? Hatte Ihre Sonnenbrille vielleicht zu dunkle Gläser? Aber ich kann es mir schon denken. So einer wie Sie hat bestimmt mit dem Handy telefoniert!“
Darauf antwortete der Mann nichts, sondern begab sich zurück zu seinem Wagen, natürlich mit seinem Handy am Ohr.

Wenige Minuten später kam der Krankenwagen mit dem Notarzt und brachte Michael ins Krankenhaus. Jenny fuhr im Krankenwagen mit. Die Polizei nahm währenddessen den Mann mit auf ihr Revier.


***


Jenny saß auf einem Plastikstuhl und wartete. Ihr stieg der Geruch von Desinfektionsmittel in die Nase. So lange sie auch im Krankenhaus sein mochte, daran konnte sie sich einfach nicht gewöhnen. Als sie hergekommen war, hatte man Michael sofort in den OP gebracht. Sie hatte sich in den Warteraum vor dem OP-Saal gesetzt und sich nicht von dort entfernt. Sie wusste überhaupt nicht, warum sie eigentlich hergekommen war, wenn man bedenkt, dass sie sich kurz vor dem Unfall mit Michael gestritten hatte, aber hier hatte wahrscheinlich ihr Instinkt so gehandelt, wie jeder Mensch es tun würde.

Jenny wartete mittlerweile sein eineinhalb Stunden und fragte sich, warum die OP so lange dauerte. Da setzte sich plötzlich jemand neben sie. Sie drehte den Kopf nach links und betrachtete den Neuankömmling. Es war ein hochgewachsener schlanker Typ und konnte nicht älter als sie selbst sein. Er hatte einen Wischmob in der einen Hand und trug die typische Krankenhauskleidung in babyblau: Stoffhemd mit V-Ausschnitt und dazu eine passende Hose ohne jegliche Form. Seine Augen waren braun und bildeten das auffälligste Merkmal neben der schlichten Nase und den relativ schmalen Lippen in seinem Gesicht. Seine dunklen Haare fielen in leichten krausen Locken über seinen Kopf und endeten etwas über der Höhe des Kinns. Sie konnte nicht genau identifizieren, ob sie schwarz oder doch braun waren. Außerdem hatte er einen Stoppelbart in der gleichen Farbe, welche auch immer es nun sein mochte.

„Jemand besonderes darin?“, fragte er und deutete mit einem Kopfnicken in die Richtung des OP-Saales.
„Sowas in der Richtung. Mein Ex-Freund. Wir haben vor dem Unfall Schluss gemacht.“
Verwundert hob er eine Augenbraue.
„Frag nicht. Es ist kompliziert. Außerdem musst du arbeiten.“
„Erzählst du es mir bei einem Kaffee?“, erkundigte er sich mit einem charmanten Lächeln.
Unwillkürlich musste Jenny ebenfalls lächeln. „Wenn du es unbedingt wissen willst gerne. Ich bin übrigens Jenny Carter, also eigentlich Jennifer. Aber so hat mich noch nie jemand genannt.“
Sie streckte ihm ihre Hand hin und er ergriff sie. Sie fand, dass seine Hand sich kühl anfühlte und ihr lief ein kurzer Schauer über den Rücken.
„John Mitchell, aber bitte einfach nur Mitchell.“ Während er das sagte, zwinkerte er ihr zu. „Meine Schicht endet in einer halben Stunde, wenn du noch so lange warten willst?“
Jenny zuckte mit den Schultern. „Klar, ich hab hier eh nicht viel zu tun.“
„Gut, dann komm ich dich nachher hier abholen.“ Damit stand er auf und ging wieder seiner Arbeit nach.
Jenny blieb lächelnd in ihrem Stuhl sitzen. Dieser Mitchell war ihr sehr sympathisch und aus unerfindlichen Gründen freute sie sich schon auf den gemeinsamen Kaffee, auch wenn sie ihn mit ihrer Lebensgeschichte langweilen würde.

Ehe sie weiter darüber nachdenken konnte, trat ein Arzt aus dem OP-Saal. Jenny stand erwartungsvoll auf und ging auf ihn zu.
„Wie geht es ihm?“
„Den Umständen entsprechend. Wir haben den Knochen einigermaßen gerade gebogen und nun muss er nur ordentlich zusammenwachsen, dann dürfte er bald schon wieder laufen können. Die Rippenfrakturen und die übrigen Verletzungen sind allesamt nicht sehr schlimm. Mr. Tapping hat großes Glück gehabt.“
„Danke. Wann kann ich zu ihm?“
„Er ist im Moment im Aufwachbereich und wird danach erstmal schlafen wollen. Schon eine Ironie für sich, oder? Morgen früh können sie vorbei kommen.“
„Gut, dann bis morgen.“
Sie nickte noch einmal, dann verschwand der Arzt auch schon wieder. Sie seufzte auf. Michael ging es gut, aber sie immer noch sauer wegen des Unfalls. Hätte dieser bekloppte Autofahrer besser aufgepasst, wäre sie jetzt nicht in dieser Situation. Allerdings musste sie zugeben, dass sie Mitchell sonst nie kennengelernt hätte und das hätte sie wiederum bereut.
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