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Ein Wald voller Geheimnisse

von artemis-
GeschichteDrama, Horror / P18 / Gen
01.06.2015
06.06.2015
2
1.103
 
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01.06.2015 421
 
Ich wage es nicht, meine Augen zu öffnen. Um mich herum ist es ruhig, doch etwas stimmt nicht. Vorsichtig taste ich den metallischen Boden ab. Jede noch so kleine Bewegung schmerzt, trotzdem schaffe ich es irgendwie, mich aufzurappeln. Erst jetzt öffne ich meine Augen und sehe mich in dem Flugzeug um. Oder besser gesagt dem, was davon übriggeblieben ist. Und mit einem Schlag ist alles zurück.
Der Urlaub, der Flug, der Absturz und – dieses Monster, das meinen Sohn mitgenommen hat. Ich will schreien und weinen, doch meine Kehle ist zu ausgetrocknet, ich bringe keinen Laut hervor. Also mache ich mich, am ganzen Körper zitternd, auf die Suche nach etwas zu Trinken.
Atemmasken, Gepäckstücke, kleine Snacks … Alles liegt verstreut im Mittelgang des zerstörten Fliegers. Inzwischen habe ich die Tür zum Cockpit erreicht und trotz meines brennenden Halses entfährt mir ein schriller Schrei. Ein einzelner Fuss ist in der Tür eingeklemmt, durch den schmalen Spalt eröffnet sich mir der Blick auf die blutverschmierten Armaturen.
Schnell wende ich mich davon ab, doch es ist schon zu spät. Anstatt gegen die überwältigende Übelkeit anzukämpfen, übergebe ich mich durch ein Loch in der Verkleidung. Nachdem sich mein Magen vollständig entleert hat, sehe ich mir zum ersten Mal die Umgebung an, aber da ist nichts ausser endlos vielen Bäumen.
Da mein Durst noch immer nicht gestillt ist, drehe ich mich wieder dem Innern des Flugzeugs zu. Tatsächlich finde ich ein paar Sodadosen. Die erste davon schütte ich in einem Zug hinunter, die anderen packe ich kurzerhand in einen Rucksack, den ich mir über die Schulter schwinge. Auch die ganzen verstreut herumliegenden Müsliriegel stecke ich hinein.
Gerade als ich hinausspringen will, springt mir der knallrote Gegenstand in die Augen. Zögernd hebe ich die rote Notfallaxt auf. Zwar weiss ich nicht, wozu ich sie brauchen könnte, doch der Gedanke, eine Waffe zu haben, beruhigt mich ein klein wenig.
Voll ausgerüstet mache ich mich auf den Weg. Vielleicht wäre es sicherer, beim Flugzeug zu bleiben. Immerhin sollte bald schon jemand danach suchen, doch ich kann einfach nicht mehr länger bei dem Wrack bleiben. Draussen finde ich noch mehr Taschen und Koffern und wieder packe ich das Wichtigste in meinen Rucksack.
Zwar habe ich keine Ahnung wo ich bin, doch eins weiss ich mit Sicherheit. Ich muss Hilfe finden, für mich und vor allem für meinen Sohn.

Und so marschiert Aina los in die schier endlosen Wälder, ohne sich der darin lauernden Gefahren bewusst zu sein. Sie bemerkt nicht einmal, dass sie schon jetzt von mehreren, aufmerksamen Augenpaaren beobachtet wird.
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