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Getrennte Wege - Delsin Rowe FF

von Alinahrm
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P12 / Gen
Abigail "Fetch" Walker Delsin Rowe
31.05.2015
31.05.2015
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Mein Name ist Delas. Und ich bin ein Conduit. Einer von vielen, die in Curdun Cay festgehalten wurden. Doch diese Irrenanstalt ist weniger sicher als man denkt; dieser Truck, in dem Eugene, Hank und Abigail saßen, hatte uns die Möglichkeit verschafft, zu fliehen. Indem alle Aufmerksamkeit auf den Vorfall gelenkt wurde, hatten wir genügend Zeit, uns einen Plan auszudenken und diesen durchzuführen. Wichtig war zunächst eine starke Crew.
Es gab nützliche Kräfte und weniger nützliche, zu den nützlicheren zählte unter anderem meine, ich hatte die Kraft, von mir aus Elektroschläge auszusenden, mich in Blitzesschnelle (hier nannte man mich auch den Blitz, denn so war meine Kraft) von einem Ort zu einem anderen (an dem sich eine elektrische Quelle befand, und davon gab es in Seattle ja genug) zu begeben, sogenannte Teleportie, und mich unbemerkt in besagten Quellen zu verstecken. Nehmen wir also an, ich wäre im Time Square in NewYork, dann wäre ich dazu fähig mich in solche Flatscreens zu begeben und beliebig zu verändern, was darauf angezeigt wird.

Und wenn man in Curdun Cay saß, hatte man zwischen dem, was hier 'Training' genannt wurde, genug Zeit über alles und jeden nachzudenken, doch hier gab es nur ein Thema: Delsin Rowe.

Für viele war er ein Held, vor allem für die weiblichen Conduits unter uns, doch für mich (und eine Gruppe von anderen, mit denen ich mich zusammengeschlossen und einen Plan geplant hatte, aber dazu später mehr) war er nicht viel mehr als ein Angeber und Arschloch, den es nicht kümmerte, was mit den Conduits passierte, die in Curdun Cay festsaßen, alles was er angeblich gesagt hatte, er wolle uns befreien, war für mich nur schlechte Show.

Er war ein Lügner und nichts von dem, was fast alle Conduits glaubten.

...


Ich schlug die Zeitung zu und zerknüllte sie sofort. Keiner von ihnen kannte mich wirklich, wieso also wurde so ein Text über mich veröffentlicht?

Es wunderte mich, dass etwas wie dieser Text überhaupt in einer Zeitung für ganz normale Menschen gedruckt wurde.

Ich war allein in Fetchs Versteck, sie konnte wer weiß wo sein. Die Zeitung hatte ich auf dem Boden gefunden neben dutzenden von weiteren Berichten über mich. 'Was ist Delsin Rowe für ein Mensch?', 'Delsin Rowe: Nur eine Erfindung des D.U.P.s?', etliche weitere Überschriften derart reiten sich dort auf.

Allmählich hatte ich die Schnauze voll, ich wollte ihnen helfen, indem ich sie befreite und alles, was sie taten, war entweder mich zu beleidigen oder es stumpf zu ignorieren.

Sie wollten es so aussehen lassen als hätte ich alles nur noch schlimmer gemacht. Wenn man nur die Situation betrachtete, die wir jetzt hatten, konnte man vermuten, dass es tatsächlich so war, aber war es nicht besser in Freiheit auf der Flucht zu sein, als in Gefangenschaft täglich gefoltert und ausgenutzt zu werden, indem man uns zu einer Killermaschine machte?

Seattle war allmählich zu meinem sogenannten zu Hause geworden. Betty war tot und mit diesem Gewissen konnte ich nicht zurückkehren, außerdem hielt mich die Tatsache auf, dass Fetch und Eugene in Seattle waren. Der Gedanke an Reggie tat weh und ich wollte nicht daran denken, doch ließ es mich einfach nicht mehr los. Doch sein Tod war nicht umsonst gewesen, denn Brooke Augustine geriet langsam in Vergessenheit... das sollte sie zumindest.

Seit dem ich sie gestürzt hatte, gab es Aufstände, von den Bürgern Seattles. Das passierte natürlich nicht öffentlich. Sie hatten viel zu viel Angst und das zurecht. Fetch, Eugene und ich gehörten zu den meist gefürchteten Conduits in ganz Seattle und irgendwie gefiel es mir.

Schon oft hatte ich mir die Frage gestellt, wie es jetzt weiter gehen sollte. Das D.U.P. war besiegt, Curdun Cay gab es nicht mehr und alle Conduits waren befreit. Was konnte man nun noch besser machen? Doch da gab es tatsächlich etwas, das ich noch erledigen musste, also hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht, die weiteren Conduits aufzusuchen und ihnen - ob sie wollten oder nicht - etwas von ihrer Kraft abzuzapfen.

Die zusammengeknüllte Zeitschrift lag noch immer auf den Boden und wartete darauf von mir verbrannt zu werden. Im selben Moment, in dem ich kurz davor war einen Neonball darauf abzufeuern, hob ich die Zeitung auf, entfaltete sie und suchte das Blatt ab. New York, 3. August stand darunter. Einige der Conduits waren offensichtlich nach NewYork geflohen. Ob sie sich vor mir fürchteten oder nur ihre Kräfte vor mir zu bewahren versuchten, war mir gleich. Denn diese Kraft von diesem Delas schien mir interessant.

Ich hatte keine Zeit mehr weiter nachzudenken, denn im nächsten Moment, sah ich es im Flur pink aufglühen. Fetch.

,,Hey Fetch", begrüßte ich sie. Ihre Augen und Wangen glühten und in ihrer Hand hielt sie eine Tüte, auf der irgendein chinesisches Restaurant abgebildet war.

,,Wo warst du?"

,,Sieht man das nicht?", grinste sie und hielt die Tüte hoch. Ich spürte wie sich mir das Wasser im Mund zusammenlief.

Während Fetch Nudeln, Fleisch und Besteck auspackte, beschäftigte ich mich damit, den übrigen Krempel, der den  Boden bedeckte, beiseite zu räumen, damit wir Platz hatten.

,,Wir sollten echt mal was davon rausschmeißen", meinte ich und deutete auf die Comic-Hefte.

,,Was? Bist du bescheuert, das schmeiß ich doch nicht raus", lachte sie und setzte sich mir gegenüber. ,,die gehörten Brent und das würde er mir nie verzeihen"

Es wunderte mich, dass sie so offen über ihren Bruder redete. Zwar war es etwas anderes, wenn sie mit mir darüber redete, aber sie sprach normalerweise nie darüber. Meistens lenkte sie dann vom Thema ab und das war das, was ich im Moment für das beste, was ich tun konnte, hielt.

,,Sei ehrlich, du warst doch nicht nur Essen holen..?"

,,Doch, war ich"

Ich schaute sie ungläubig an und ich kannte diesen Blick von dem ich wusste, dass sie log.

,,Okay! Ich hab nach anderen Conduits gesucht."

Okay, das wunderte mich noch mehr. Vor kurzem hatte sie noch davon geredet, sie wollte keine weiteren Freundschaften mit anderen Conduits und jetzt suchte sie selbst danach?

,,Du meintest doch immer, du wolltest noch mehr Kräfte und da hab ich mir gedacht.. wieso such ich nicht einfach mal? Ich meine, was kann mir schon passieren?"

,,Hast du nicht gesagt-"

,,Schhhh!", machte sie auf einmal und auch ich hatte das Geräusch von Waffen gehört. Ich spürte wie ich eine Gänsehaut bekam.

,,Mach das Licht aus", flüsterte ich ihr zu.

Und dann warteten wir. Aus dem Flur drang schwaches Licht und ich glaubte für einen Moment Fetchs Herz schnell schlagen zu hören. Wir hätten zuschlagen können, aber dieses Versteck war im Moment das beste, was wir hatten und so konnten wir es nicht riskieren, entdeckt zu werden.
 
 
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