Helden Freudinnen

KurzgeschichteFreundschaft / P12
30.05.2015
30.05.2015
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„Komm schon, komm schon.“ murmelte der maskierte Mann, der sein Brecheisen an den Rollanden eines Schmuckgeschäftes platziert hatte.

„Was ist denn los?“ fragte einer seiner fünf Kumpels.

„Es klemmt irgendwie.“ erwiderte der Angesprochene.

„Seid ihr sicher, dass wir das tun sollten?“ meinte ein anderer,der eine rote Strumpfmaske trug.

„Was ist, hast du jetzt Schiss?!“ sagte eine blaue Strumpfmaske.

„Nein aber... wir sind in Gotham und es ist Nacht.“ meinte Rote Strumpfmaske.

„Machst du etwa Sorgen wegen Batman?“ fragte Blaue Strumpfmaske „Der hat wichtigeres zu tun!“

Die Männer ahnten nichts von der schwarzen Schattengestalt, die sie von einem Dach aus beobachtete.

Dann schwang sie sich in die Luft, breitete ihren schwarzen Umhang aus und landete direkt auf dem Dach eines Autos hinter den Männern, die fürchterlich erschraken, als der Schatten auf sie fiel.

„Oh mein Gott, er ist es!“ rief einer von ihnen.

Mit einem Salto sprang der die Gestalt vom Wagen und griff einen der Männer an, der seine Waffe ziehen wollte, jedoch mühelos ausgeknockt wurde..

Erst jetzt bemerkten die Männer, dass diese Gestalt anders war, als die wenigen Bilder, die man von Batman kannte. Sie trug zwar ein schwarzes, enganliegendes Kostüm, war aber kleiner und schlanker und trug zusätzlich zu der Batmaske einen Mundschutz, der ihr das Aussehen eines Ninjas verlieh.

Die Männer begriffen erst jetzt, dass es kein Mann war, der sie angriff.

Ihr Gegner - Gegnerin?! -  machte einen weiten Salto und schickte den nächsten der Bande mit einem Tritt zu Boden.

„Äh Batman?“ fragte eine von ihnen.

„Fast“ antwortet Batgirl, nur um ihren Gegner zu Boden zu schicken.



Zwei der Männer, die sahen dass ihre Kumpanen einer nach dem anderen niedergestreckt wurden, ergriffen die Flucht. Sie waren jedoch nur ein paar Meter weit gekommen, sich ihnen eine zweite Gestalt in den Weg stellte. Ihre Kostüm war, wie das von Batgirl, enganliegend und von einem dunklen Violett, mit schwarzen, ärmellangen Handschuhen, dazu trug sie kniehohe Stiefel. Ihr Gesicht war durch die Kapuze ihre Umhanges verborgen, nur die weißen Nachtsicht-Linsen ihrer Augen waren zu sehen.

Die Männer zogen ihre Waffen, doch Spoiler griff unter ihrem Umhang, schleuderte ihnen zwei Baterrangs entgegen und entwaffnet die beiden Männer.

„Oh, böse Jungs, jetzt hat euch Tante Spoiler eure Spielzeuge weggenommen!“ kommentierte sie, stürzte sich auf die Männer, streckte den einen mit einem Tritt nieder und schickte den zweiten mit einem Handkantenschlag zu Boden. Danach machte sich Spoiler daran, ihre Freundin Batgirl zu unterstützen, beide wirbelten durch die Gegend, verteilten Tritte und Schläge, gaben sich dabei gegenseitig Rückendeckung und warnten einander, wenn sich ein Gegner von hinten anschlich.
Am Ende lagen die Männer bewusstlos auf dem Asphalt vor dem Geschäft.

„War ein schöner Anfang für den Abend, nicht wahr?.“ sagte Spoiler.

Cassandra nickte.

„Hey, wollen wir was essen gehen?“ fragte Spoiler

„Warum nicht!“ meinte Batgirl.

Beide holte ihre Mauerhaken heraus und schwangen sich zum nächsten Dach.



Ein paar Blocks weiter standen ihre zwei Batcycles, beide schwangen sich darauf, setzten ihre Helme auf und fuhren los.

Die Fahrt war herrlich und beide genossen es, sie fuhren zu eine der vielen Schnellrestaurants in Gotham.

Dort rollten sie die Einfahrt für Fahrzeuge hinauf.  Spoiler drückte den Knopf der Sprechanlage

„Hi!“ rief sie. „Einmal das klassische Menü und das Asiatische." Spoiler schaute kurz zu Cassandra, die zustimmend nickte. Spoiler bestellten noch zwei Cola, dann fuhren sie zur Ausgabe.

Der junge Mann schaute nicht schlecht, als Gothams junge Rächerinnen mit ihren Maschinen vorfuhren.

„Hi!“ sagte Spoiler und grinste unter ihrer Maske.

„Äh... hi...“ meinte der junge Mann nur.

„Unser Essen?“ fragte Spoiler.

Der junge Mann, der sie die ganze Zeit dumm angeschaut hatte, kam wieder zu Sinnen und gab den beiden die Tüte mit ihrem Essen.

„Danke, Süßer“ Spoiler zwinkerte ihm zu, dann starteten die beiden wieder ihre Maschinen.



Sie hielten ihre Bikes und per Spracherkennung schalteten ihre Maschinen ab und blieben stehen.

Auf einem hohen Gebäude, das von Wasserspeiern gesäumt war, setzen sich die beiden an den Rand des Daches, nahmen ihre Masken ab und begannen zu essen. Ohne die Batgirlmaske war Batgirl ein junges asiatisches Mädchen von 17 Jahren, und unter der Spoilerkapuze verbarg sich ein hübsches Mädchen mit blondem Haar.

Ohne ihre Masken waren sie nicht Batgirl und Spoiler, sondern Cassandra Cain-Wayne, der neuste Zuwachs der Wayne-Familie, und Stephanie Brown, eine Schülerin aus der Gotham High.

Während die beiden gemeinsam aßen, genossen sie die Aussicht auf die Skyline von Gotham.

Cassandra hing ihren Gedanken nach. Noch vor eine paar Jahren war ein armes einsames, stummes Mädchen gewesen, ausgebildet vom ihrem Ziehvater, dem Killer David Cain, um die perfekte Assassine zu werden, um als Leibwächtern für Ras al Ghul zu dienen. Als sie mit gerade einmal sieben Jahren ihren ersten Mord begangen hatte, weil sie es für ein Spiel gehalten hatte, war sie vor ihrem Vater geflohen.

Von da an hatte für das stumme Mädchen eine lange Reise begonnen - immer auf der Flucht vor ihrem Ausbilder und Vater. Dann war Cassandra nach Gotham gelangt und hatte dort ihr Schicksal gefunden.

Hier hatte Cassandra ihre Sprache und eine Familie gefunden, einen Vaterersatz, für den sie kämpfen konnte: Batman. Er hatte sie bei sich aufgenommen und ihr geholfen, zu lernen, die Bewegungen ihrer Gegner vorauszusehen, ihre Körpersprache zu lesen und dies zu nutzen, um für die Menschen von Gotham zu kämpfen.



Auch Stephanie dachte über ihr Leben nach. Wie es sich verändert hatte. Eigentlich war sie ein normales Mädchen aus einem Vorort von Gotham. Ihre Mutter war tablettenabhängig gewesen - gut sie hatte letztendlich die Kurve gekriegt und arbeitete jetzt als Assistenzärztin  im Gotham Mercy-Hospital - aber damals war es schlimm gewesen. Und dann ihr Vater: Arthur Brown war ein Möchtegern-Superverbrecher, der sich Clubmaster nannte. Im Grunde war er der Grund gewesen, warum Stephanie zu Spoiler wurde, sie war die leeren Versprechungen von ihm Leid gewesen! Deswegen hatte sie begonnen, die Verbrechen ihres Vater zu sabotieren und hatte Batman und Robin und auch der Polizei Hinweise gegeben, die zu ihrem Vater führten.

Und obwohl ihr Vater jetzt wieder hinter Gitter saß, machte sie als Spoiler weiter.  Warum?

Wegen dem Kick, der Gefahr - oder lag es an einen gewissen süßen Jungen im Robin-Kostüm? Sie wusste es nicht.

Die beiden Partnerinnen wurden aus ihren Gedanken gerissen, als das Headset in ihren Ohren sich meldete.



„Batgirl, Spoiler, könnt ihr mich hören?“ fragte eine weibliche Stimme.

Stephanie antworte: „Oracle, was gibt es?“

„Robin hat sich gemeldet, er hat einen Waffendealer zwischen Falcon und Pinguins Männern entdeckt und braucht Verstärkung. Ihr zwei seid am nächsten dran.“

„Sind unterwegs.“ sagte Cassandra, dann unterbrachen sie die Verbindung.

Sie zogen sich wieder ihre Masken über, griffen nach ihren Mauerhaken und schwangen sich vom Dach.
 
 
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