Eine besondere Herausforderung

von - Leela -
GeschichteAllgemein / P12
Eddie GB Jake Prime Evil Tracy
30.05.2015
15.08.2015
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Die Idee zu dieser Geschichte entstand auf der FedCon 2015 in Düsseldorf, wo meine Freundin Lemmy und ich mit unserem Jake & Eddy-Cosplay unterwegs waren. Hier sind die Erlebnisse der Jungs - nicht ganz authentisch allerdings, sondern wirklich frei erfunden, aber durchaus mit ein paar Inspirationen und Einflüssen direkt von der Con.

Viel Spaß dabei! ^^


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Eine besondere Herausforderung

GB hielt mit quietschenden Reifen vor dem Eingang des Maritim-Hotels. Jake, Eddy und Tracy sprangen fast zeitgleich heraus und liefen den Weg hoch.
      „Warum muß Prime Evil ausgerechnet bei so einer belebten Veranstaltung spuken!“ beschwerte sich Eddy.
      „Weil er genau weiß, wie schwierig es die Sache für uns macht!“ gab Jake gepreßt zurück, gerade als sich die große Schiebetür vor ihnen automatisch öffnete. Das Team lief ein paar Schritte durch den Eingangsbereich auf die Stufen der kleinen Treppe zu, die in die Halle führte, und stockte im Schritt. „Oh mein Gott!“ entfuhr es Jake, ohne es aufhalten zu können, als er die Massen der Besucher sah.
      Eddy betrachtete das Getümmel im Foyer beklommen. „Da hat sich Prime Evil den belebtesten Platz auf dem ganzen Planeten ausgesucht, um zu spuken.“
      Tracys Blick wanderte über die Menge. „Nicht nur dieses Planeten…“ kommentierte er, gerade in dem Moment, als eine Gruppe Andorianer vor ihnen von einer auf die andere Seite ging.
      Jake atmete tief durch. „Wie sollen wir hier je an Prime Evil rankommen?“
      „Wie sollen wir ihn hier je finden?“ warf Eddy ein.
      „Das dürfte nicht so schwierig werden!“ hielt Jake dagegen. „Einen zwei Meter großen Dämonenfürsten mit flammend rotem Gewand, der auf Krawall aus ist, kann man nicht so leicht übersehen.“
      „Auch wieder wahr.“ murmelte der Mollige.
      Tracy schob sich zwischen den beiden Jungs durch. „Auf geht’s!“
      Jake und Eddy wechselten einen Blick, und folgten schließlich dem Gorilla.

Jake war froh, daß Tracy vorging. Der Gorilla verschaffte ihnen den Platz, den sie benötigten, um durch die Menge zu kommen. „Wir müssen jetzt sehr aufmerksam sein!“ erinnerte der Teamführer. „Prime Evil könnte überall sein! Hast du den Ghostgummer bereit, Eddy?“ Er bekam keine Antwort. „Eddy?“ Irritiert drehte Jake sich um und entdeckte seinen Partner ein Stück hinter sich, wo er mit einem Vulkanier zusammenstand und sich fotografieren ließ. Der Teamführer spürte einen elektrisierenden Schauer der Fassungslosigkeit durch seinen Körper laufen. „Eddy!“
      „Moment!“ rief der Ghostbuster im Fliegermantel zurück, während er lächelnd mit dem Ghostgummer posierte und sein Fotopartner den Vulkaniergruß für die Kamera machte. Nach dem Foto gab der Starfleet-Offizier, der sich für das fotografieren angeboten hatte, die Kamera an Eddy zurück, der nun wieder zu dem Blonden aufschloß, welcher ihm entgeistert entgegensah. „So eine Gelegenheit bekomme ich nie wieder!“ erklärte der Mollige und steckte die Kamera ein.
      In dem Moment war es vorbei mit Jakes Ruhe. „Wir haben einen Job zu erledigen! Prime Evil ist hier irgendwo unterwegs, wir haben keine Zeit für so etwas, verdammt noch mal!“
      Eddy lächelte verlegen. „Sorry, Jake…“
      Der Teamführer rollte die Augen und gab seinem Partner einen Wink.
      Tracy hatte mittlerweile auch bemerkt, daß die Jungs nicht mehr hinter ihm waren und sich Ausschau haltend umgedreht. Schnell holten die beiden wieder zu ihm auf. Als der Gorilla beruhigt feststellte, daß es weitergehen konnte, wandte er sich wieder um und – stand direkt Darth Vader gegenüber. Der Gorilla schrie erschrocken auf, während sich sein Fell für den Bruchteil einer Sekunde aufstellte. Die Jungs prallten aufgrund des abrupten Stops fast gegen ihn. Tracy sah skeptisch an der riesigen Gestalt mit dem Umhang und dem schwarzen Helm hoch und schob sich respektvoll um den Lord herum.
      Jake fokussierte sich neu und ließ den Blick angestrengt über die Menge schweifen, während Eddy sich fasziniert umsah. Der Brünette mußte sich zusammenreißen und versuchte, den Blick von einem Conehead zu lösen, der ihnen in der Menge entgegenkam. Es fiel ihm schwer, in seiner Faszination nicht den Anschluß an seinen Partner zu verlieren, der sich bereits einige Meter vor ihm aufmerksam umsah.
      Sie kamen nur ein paar Schritte weiter, als plötzlich jemand in der Nähe rief: „Ich glaub’s ja nicht! Die Filmations Ghostbusters! Schaut mal, da sind Jake, Eddy und Tracy!“
      „Die sehen ja aus, wie direkt aus dem Cartoon gesprungen!“ hörten sie eine zweite Stimme fasziniert sagen.
      Jake hatte sich, als er seinen Namen hörte, automatisch umgedreht, da wurde er auch schon von einem enthusiastischen Fan in einem Starlord-Kostüm angesprochen. „Mein Gott seht ihr klasse aus! Kann ich ein Foto mit euch machen?“
      Jake sah seinen Gegenüber sprachlos an. „Nein!“ brachte er schließlich heraus. „Wir sind hier im Einsatz!“
      Der Starlord lachte. „Na klar! Eure Waffen sehen aber auch genial aus! Fast so, als könnte man sie tatsächlich abfeuern!“
      „»Fast so«…?“ formulierte Jake tonlos.
      „Na dann, auf zur fröhlichen Geisterjagd! Prime Evil haben wir auch schon gesehen!“ erklärte der Starlord begeistert.
      Spätestens jetzt stockte den Jungs das Blut in den Adern. „Wo?“ fragten alle drei unisono.
      „Dort hinten!“ Der Mann zeigte den Gang hinauf, den das Team gerade heruntergekommen war.
      Die Ghostbuster fackelten nicht lange und machten sich direkt auf den Weg. Wenigstens Eddy brachte noch ein schnelles „Danke“ heraus, während Tracy sich bereits durch die Menge schob und Jake versuchte, den Anschluß an den Gorilla nicht zu verlieren, der für sie eine Schneise durch die Fans arbeitete.
      „Schönes Cosplay!“ hörte Jake noch hinter sich. „Und richtig charaktertreu! Hätten sich aber ruhig ein bißchen Zeit für ein Foto nehmen können!“

„»Fast so«!“ grummelte Jake, als sie sich ihren Weg durch ein paar Doctor Who-Fans bahnten. „Wir hätten ihm gleich eins mit dem Ghostgummer vorklatschen sollen! Dann merkt er, wie »fast so« unsere Waffen funktionieren!“
      Eddy, der Jake zwei Schritte voraus war, drehte sich zu seinem Kumpel um. „Hast du auch das Gefühl, wir werden nicht ernst genommen?“
      „Allerdings!“ Jake konnte nicht verbergen, wie in ihm die Wut hochkochte.
      Tracy schloß die zwei Schritte, die sie trennten, zu den beiden auf und legte ihnen die Hände beruhigend auf die Schultern. „Ist Oki Doki!“ erklärte er beruhigend. „Perfekte Tarnung!“
      Jake verzog den Mund mißmutig, während Eddy etwas demoralisiert zu Boden sah. „Tracy hat schon Recht. Wenn wir uns etwas anpassen, können wir agieren, ohne großen Aufruhr auszulösen.“ lenkte der Brünette ein.
      Jake stimmte die Aussicht nicht fröhlicher, doch er mußte zugeben, daß seine Partner Recht hatten. Noch in den Gedankengang hinein tippte ihm jemand auf die Schulter und ließ ihn zusammenschrecken.
      Eine Frau in einer Stargate-Uniform sah ihn neugierig an. „Darf ich mal fragen, was ihr darstellt?“
      Jake stockte aus dem Konzept gebracht und wußte gar nicht, was er sagen sollte, da erwiderte Eddy geistesgegenwärtig: „Filmations Ghostbusters!“
      Es kam so spontan, daß es Jake ein zweites Mal verblüffte, jetzt fing er sich jedoch schnell, und er bestätigte: „Ja, genau!“
      Gerade wollte die Frau zu einer weiteren Frage ansetzen, als Eddy alles auf eine Karte setzte und erklärte: „Wir haben unseren Kumpel verloren! Er stellt Prime Evil dar. Haben Sie ihn zufällig gesehen? Circa zwei Meter groß mit grünem Kopf und flammend rotem Gewand?“
      „Ach, der gehört auch zu euch? Habe mich schon gewundert, was der darstellen soll!“ entfuhr es der Frau fasziniert. „Ja, ich habe ihn vorhin bei den Fahrstühlen gesehen!“ Sie zeigte in die entsprechende Richtung.
      Eddy schenkte ihr ein strahlendes Lächeln. „Danke! Wir müssen leider weiter. Sonst irrt unser Kumpel die ganze Zeit allein hier umher. Also, bis später!“
      „Ja, viel Spaß noch!“ erwiderte die Stargate-Darstellerin. So verabschiedeten sie sich voneinander und gingen ihrer Wege.
      Jake beeilte sich, um auf Eddys Höhe zu kommen und legte seinem Partner die Hand auf die Schulter. „Eddy, du bist genial!“ Dieser Satz kam so von Herzen, daß er nicht verbergen konnte, wie beeindruckt, dankbar und erleichtert er war.
      Eddy quittierte es mit einem süffisanten Grinsen. „Dafür darf ich noch mindestens ein Foto machen lassen!“
      Jake verdrehte die Augen. „Wenn wir Prime Evil haben, kannst du so viele Fotos machen lassen, wie du willst!“
      Wie geschickt der kleine saloppe Ausspruch gewesen war, war dem Teamführer gar nicht so bewußt, aber in dem Augenblick blitzte es in Eddys Augen elanvoll. „Auf geht’s!“

Die Jungs waren den Hinweisen der anderen Besucher gefolgt und sahen sich aufmerksam um. Eddy machte eine hilflose Geste. „Wie sollen wir hier jemanden wie Prime Evil finden?“ Gerade gingen zwei riesige Wookies an ihnen vorbei, die von den großen Augen des molligen Ghostbusters begleitet wurden.
      Jake ließ den Blick erneut über die Menge schweifen. „Er kann schon über alle Berge sein.“
      „Glaube ich nicht!“ warf Tracy ein. „Hat ein spezielles Interesse hier.“
      „Ja, und eine perfekte Tarnung!“ grummelte Jake.
      „Aber jemand wie Prime Evil muß mit seinem roten Gewand doch auffallen!“ hielt Eddy dagegen.
      Jake machte lediglich eine bedeutungsvolle Geste, mit der er die bunte Menge einschloß, in der sich mehr und mehr kuriose Gestalten tummelten und selbst den Ghostbusterchef resignieren ließen.
      Eddy zog ein Schmollen. „Na gut, so einfach ist es wohl doch nicht.“
      Plötzlich faßte Tracy Jake beim Arm und zeigte in eine Richtung. „Da…!“
      Die Jungs schalteten sofort. Auf der anderen Seite der Halle, nahe des Eingangs zum Merchandise, entdeckten sie die unverkennbare Gestalt Prime Evils, direkt zwischen einem Iron Man und einem Stormtrooper. Jake handelte sofort und setzte sich in Bewegung. Tracy und Eddy beeilten sich, um ihm zu folgen. Der Teamführer machte sich die Tarnung nun seinerseits zunutze, um sich dem Dämonenfürsten unbemerkt nähern zu können. Er schlich hinter einer Werbetafel entlang, bis er nahe an sein Zielobjekt herangekommen war und nahm den Herrn des Bösen in’s Visier. „Das ging ja doch einfacher als ich dachte…“ Gerade in dem Moment jedoch, als er schießen wollte, zog Eddy ihm die Hand vom Dematerialisator weg. „Hey, was soll das?“ entrüstete sich der Teamführer.
      Eddy sah elektrisiert zu ihrem Objekt der Begierde herüber. „Das ist nicht Prime Evil, Jake!“ Der Brünette fixierte die Gestalt in dem roten Mantel genau. „Das ist nur jemand, der sich wie Prime Evil zurechtgemacht hat!“
      Jake sah genauer hin, und nun erkannte er es auch: Die Maske war aus Pappmaché. Ansonsten war das Kostüm so authentisch, daß der Teamführer ihm den ersten Preis im Kostümwettbewerb verliehen hätte. „Es war also doch kein Trugschluß, als ich dachte, daß Prime Evil normalerweise größer ist.“ kommentierte er für sich.
      Tracy sah den verkleideten Fan noch mit offenstehendem Mund an. „Macht die Sache nicht leichter…“
      „Sicher nicht! Wir müssen viel vorsichtiger vorgehen. Gute Reaktion, Eddy; nicht auszudenken, wenn ich ihm eins mit dem Dematerialisator vorgebraten hätte. Wie kann man sich aber auch als Prime Evil verkleiden?“
      „Naja, richtige Fans kennen eben keine Grenzen…“ bemerkte Eddy verlegen.
      „Es ist jetzt nur die Frage, ob die anderen vorhin den Fan meinten, oder den richtigen Prime Evil!“ überlegte Jake. „Können sie sie überhaupt auseinanderhalten?“
      „Ist der richtige Prime Evil überhaupt hier?“ sponn Eddy den Faden weiter.
      „Wäre er nicht hier, wären wir nicht gerufen worden!“ war Jake sich sicher. „Es wundert mich, daß bei den ganzen Kostümen hier überhaupt jemand die Sache ernst genommen hat. Es muß also akut sein, mehr als sonst!“ Der Blonde lenkte den Blick von einer zur anderen Seite. „Wenn die anderen Besucher vorhin den Möchtegern-Prime Evil hier meinten, kann der richtige Prime Evil überall sein. Das heißt, wir fangen wieder ganz von vorne an. Wir müssen jetzt sehr wachsam sein!“
      „Ach nee. Sag‘ nicht so etwas!“ Eddy konnte den Sarkasmus aus seiner Stimme nicht verbannen. Ihm brauchte man sicher nicht zu sagen, daß er wachsam sein mußte; insbesondere nicht an einem Ort wie diesem…

Es wurde tatsächlich nicht einfacher! Zuerst war das Team die Treppe zur oberen Etage hochgegangen, von der aus man direkt zum Flughafen gelangen konnte. Eddy zählte Vertreter von mindestens zwölf verschiedenen Fandoms, einschließlich eines Minions, und einigen weiteren Kostümen, die er nicht zuordnen konnte – Prime Evil jedoch war nicht zu sehen. Sie checkten schnell das Gelände bis hin zum Flughafen und zurück.
      „Hoffentlich ist er nicht im Flughafen!“ bemerkte Jake.
      „Praktischer wär’s!“ kommentierte Eddy. „Da hätten wir ihn auf dem Präsentierteller!“
      „Das würde aber bedeuten, daß wir da auch alles absuchen müssen!“ gab Jake zu Bedenken.
      „Wird er kein Interesse dran haben!“ warf Tracy ein.
      Jake nickte. „Ja, ich denke auch, wir sollten uns lieber auf die Convention konzentrieren.“
      Schon als sie von der Flughafenseite auf das Hotel zukamen, stockten sie synchron im Schritt. Von weitem schon sahen sie den leuchtend roten Mantel.
      „Ist das jetzt der Fan oder Prime Evil selbst?“ fragte Eddy verhalten.
      „Das finden wir nur heraus, wenn wir näher rangehen!“ Jake hatte vorsichtshalber den Dematerialisator im Anschlag und ging vorsichtig vor.
      Eddy schluckte und folgte seinem Partner nur wenig später bedächtiger. Tracy schlich sich von der anderen Seite heran. Zwischen den anderen Fans hindurch sondierten sie die Lage.
      „Das ist nicht der Fan von vorhin!“ erkannte Eddy.
      „Ja, aber Prime Evil auch nicht!“ stellte Jake fest. „Schau mal, die Farben von der Robe sind etwas anders, und der Gesichtsausdruck ist statisch. Du meine Güte, der ist fast noch perfekter als der andere, den wir gesehen haben!“
      Die beiden Jungs ließen zeitgleich ihre Waffen sinken. Jake gab Tracy mit einem Handzeichen Entwarnung.
      „Und was jetzt?“ fragte Eddy.
      „Wir müssen uns systematisch durch das Gebäude arbeiten!“ erklärte Jake.
      Sein Partner machte eine resignierende Geste. „Es gibt gefühlte tausend Möglichkeiten! Ohne uns aufzuteilen gelingt uns das nie, und ich möchte nicht alleine durch die Menge stromern, wenn Prime Evil hier ist!“
      „Naja, dann konzentrieren wir uns zuerst auf die Bereiche, in denen wir noch nicht waren!“ lenkte Jake ein. „Kommt!“
      Sie schoben sich durch den Pulk verschiedener Fans wieder in’s Innere des Hotels und liefen bis zum Ende der Empore. Von der Treppe aus hatten sie eine wunderbare Sicht in die Halle hinein und verschafften sich erst einmal einen genauen Überblick. Während sie dort standen, legten sich mit einem Mal Hände auf die Schultern von Jake und Eddy. Die beiden drehten sich automatisch um und schraken bald tödlich zusammen, als sie direkt in Prime Evils finstere Miene blickten.
      „Kann ich ein Foto mit euch zusammen machen?“ fragte eine zwar dunkle, aber durchaus recht normale, menschliche Stimme.
      „Ja, klar.“ brachte Jake heraus, während eine Welle der Erleichterung seinen Körper erfaßte, und Eddy neben ihm noch um Atem rang. Noch immer wie ferngesteuert nahmen sie Aufstellung, und der Teamführer bemühte sich, in die Kamera zu lächeln, während Eddy versuchte, eine Ohnmacht noch einen Augenblick hinauszuschieben. Derjenige, der sich am schnellsten gefangen zu haben schien, war Tracy. Als alles vorbei war und der Fan sich dankend verabschiedet hatte, atmete Jake tief durch. „Für diesen Auftrag verlange ich eine Sonderzulage!“

Dank Tracy war es dem Team gelungen, ohne Con-Ausweis in die Händlerräume zu gelangen, nachdem Jake bald eine Viertelstunde mit dem Stormtrooper an dem Durchgang darum diskutiert hatte, wie wichtig es war, daß sie sich frei auf dem Gelände bewegen konnten, um das Böse von der Veranstaltung abzuhalten. Mittlerweile waren sie über die obere Etage durch die Ausstellungsräume zurück in’s Foyer einmal bis zur Freitreppe auf der anderen Seite der Halle patrouilliert und wieder zurück. Jake und Eddy hatten die Fahrstühle sondiert, und Tracy den Übergang im Auge behalten, der von den Fahrstühlen aus einmal die Halle überspannte.
      „Wie finden wir es heraus, wenn Prime Evil wirklich hier ist?“ fragte Eddy, dem langsam der Elan schwand.
      „Augen offenhalten!“ knurrte Jake, dessen Geduld mittlerweile auch erschöpft war.
      Tracy schob sie derweil zu dem Eingang, der in den Saal führte, in dem auch die Panels stattfanden, und ließ dabei noch einmal seinen Gorillacharme spielen, um die Kontrolleure von der Dringlichkeit ihres Auftrages zu überzeugen. Als sie in den Saal kamen, hatte gerade vor einigen Momenten der Kostümwettbewerb begonnen. Die drei hielten sich im Hintergrund und beobachteten das Geschehen in dem abgedunkelten Saal.
      Es dauerte nicht lange, bis der Moderator - ein Cosplayer in einer wunderbaren Marvelversion von Loki - ankündigte: „Und als nächstes begrüße ich auf der Bühne Prime Evil!“
      In den tosenden Applaus hinein kam die große Gestalt nun durch das Stargate auf die Bühne. Sie schien tatsächlich zu schweben.
      Die Jungs schnappten nach Luft und Eddy faßte Jake beim Arm. „Ist das der erste oder der zweite Prime Evil? Oder gibt es noch einen in Prime Evil-Kostüm?“ sinnierte der Mollige.
      In dem Moment schaltete Jake. „Das ist kein Kostüm, Eddy! Das ist der richtige Prime Evil!“ Er deutete nach vorne zur Bühne. „Sieh mal! So präzise kann man seine Mimik nicht nachstellen!“
      „Wie lange hast du gebraucht, um das Kostüm fertigzustellen?“ wurde Prime Evil gerade auf der Bühne gefragt.
      „Oh, das ist einfach! Das hat mich nicht mehr als ein Fingerschnippen gekostet!“ erklärte die dumpfe Stimme, die von den Jungs sofort als die des echten Prime Evils erkannt wurde.
      Jetzt kam Bewegung in’s Team! Während ihr Widersacher auf der Bühne mit weiteren banalen Sachen ausgefragt wurde, huschten sie so schnell es ging hinter den Stuhlblöcken entlang.
      „Wie hast du es gemacht, die Stimme zu verfremden?“ fragte der Moderator gerade.
      „Verfremden?“ Irritation spiegelte sich in der Miene des Dämonenfürsten. „Was meinst du mit »verfremden«?“
      „Naja,…“ Zu mehr kam Loki nicht, denn in diesem Augenblick stürmten Jake, Eddy und Tracy die Bühne und umstellten Dämonenfürsten.
      „Keine Bewegung, Prime!“ rief Jake und zog so die Aufmerksamkeit seines Erzfeindes auf sich.
      Eddy zog sich diplomatisch in Richtung der anderen Wettbewerbsteilnehmer zurück.
      Prime Evils Augen verengten sich zu Schlitzen. „Was willst du denn hier, Kong?“
      „Die Convention beschützen und dich dahin zurückschicken, wo du hingehörst!“ gab der Teamführer fest zurück.
      Der Herr des Bösen lachte herzlich.
      „Eddy!“ rief Jake seinem Partner zu.
      Der Ghostbuster im Fliegermantel reagierte sofort, zielte und schoß dem Rotbemantelten eine Ladung Ghostgum in den Rücken. Die Überraschung saß. Mit rot anlaufendem Kopf wandte sich der Großbösemeister zu dem molligen Ghostbuster um, der vorsichtshalber hinter einem Avatar-Darsteller Schutz suchte.
      Jake setzte sofort mit dem Dematerialisator nach und zielte mit Dauerfeuer auf Prime Evil. „Tracy, Eddy, jetzt!“
      Von der leuchtenden Silhouette Prime Evils stieg Rauch und Dampf auf. „Ihr Narren! Als wenn ihr mich mit eurem Spielzeug besiegen könntet!“
      Eddy hatte in der Zwischenzeit bereits einige Geistergranaten bereitgelegt und begann nun verbissen, diese nahe des Dämonenfürsten in den Dematerialisatorstrahl zu werfen. Tracy setzte zeitgleich das Geisterentfernerspray ein und sprühte es ebenfalls in den Energiestrahl.
      Die kombinierte Power gab den Ausschlag. Mit einem gequälten „Neeiiin…“ verschwand Prime Evil von der Bühne. Die Jungs atmeten tief durch.
      Einen Augenblick war es mucksmäuschenstill im Saal. Dann brach tosender Applaus los.

Als das Trio aus dem Saal kam, wurde es bereits von vielen Fans empfangen und beglückwünscht. Die Jungs wechselten resignierte Blicke. Ihnen wäre es lieber gewesen, zu dem Sieg über Prime Evil beglückwünscht zu werden, anstatt zu dem ersten Preis für die beste Gruppenperformance in dem Kostümwettbewerb.
      Auch der Starlord, dem sie gleich zu Anfang begegnet waren, kam freudig auf sie zu und schüttelte ihnen die Hände. „Herzlichen Glückwunsch! Der Sieg ist wirklich verdient. Was für eine Performance! Ich wußte gar nicht, daß die Waffen so täuschend echt funktionieren!“
      „Tja, kannste mal sehen!“ kommentierte Jake mit einem kleinen Lächeln und versuchte, sich das Augenrollen nicht anmerken zu lassen.
      „Wie habt ihr das gemacht, daß euer Kumpel einfach so von der Bühne verschwunden ist?“ fragte ein anderer Gast in einem Tardiskostüm.
      „Ja, wo ist er eigentlich? Ich wollte ihn auch noch beglückwünschen!“ pflichtete der Starlord bei.
      Jake überlegte kurz, ob er den Dematerialisator doch noch einmal demonstrieren sollte, da schaltete Tracy sich ein und sagte kurz und knapp: „Mußte noch weg.“
      ‚Stimmt sogar!‘ kommentierte der Teamführer für sich und sah sich um. Plötzlich stutzte er, als er feststellte, daß sie nur noch zu zweit waren. „Eddy…?“
      Erst ein ganzes Stück weiter entdeckte er den Brünetten in inniger Umarmung mit einer Steampunk-Andorianerin, die beide für ein Foto in die Kamera lächelten…

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Hinweis: Meine Freundin Lemmy hat zu meiner Geschichte eine Fortsetzung geschrieben und bat mich, diese als zweites Kapitel hier zu veröffentlichen. Das tue ich doch gerne! ^^ Das nächste Kapitel ist also nicht von mir, sondern stammt aus der Feder der wunderbaren Jake-Darstellerin Lemmy!
Hierzu noch ein Hinweis in eigener Sache: Natürlich hinterläßt jeder Autor seine eigene »Handschrift«, und so ist das natürlich auch bei uns. Die Dynamik in Lemmys Geschichte ist daher eine etwas andere als bei mir: Während ich mein Kapitel in »Echtzeit« geschrieben habe, bezieht sie sich auf das Team aus 1986. Dies möchte ich nur anmerken, damit es nicht zu Irritationen kommt! ^^
Und jetzt viel Spaß mit dem zweiten Kapitel unserer Con-Erlebnis-Geschichte!
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