Eine Freundschaft, die alles verändert

GeschichteAllgemein / P16
Alec Aro Caius Demetri Felix Marcus
27.05.2015
26.03.2020
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Hallöchen meine Lieben,
Dieses Jahr hat sehr turbulent gestartet und es scheint auch kein Ende in Sicht zu sein.
Ich hoffe ihr bleibt alle gesund, passt auf euch und eure Liebsten gut auf und bleibt zuhause.
Aufgrund der aktuellen Lage hoffe ich, dass ich jetzt regelmäßiger Updaten kann, auch um euch ein bisschen ablenken zu können.
Jetzt gerade befinden wir uns in einer eigenartigen Zeit, die es vorher noch nie so gegeben hat.
Aber ich glaube fest daran, dass wir das alle überstehen werden!
Passt auf euch auf!
Alles Gute
Eure Paula
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Mias Sicht:
„Ich geh nur schnell duschen.“ Ich lächle Demetri an, der sich blitzschnell vom Sofa erhebt.
„Soll ich mitbekommen?“ fragt er besorgt. Anscheinend wollen sie mich nicht mal mehr eine Sekunde aus den Augen lassen.
Ich schüttle den Kopf. „Das schaff ich, denke ich. Aber wenn nicht, schreie ich schon.“ Ich zwinkere Demetri zu, dann drehe ich mich um und erklimme die Treppe in den ersten Stock. Es ist still im Haus.
Fast alle sind unterwegs. Carlisle ist bei der Arbeit, Edward ist mit Bella und Renesmee bei den Wölfen. Esme ist mit Rosalie und Alice ein bisschen Shoppen und Essen für mich kaufen. Die Jungs geistern irgendwo im Haus rum und Sarah hat sich etwas zurückgezogen um ein Buch zu lesen. Sie meinte, sie bräuchte ein bisschen Ruhe.
Nachdenklich krame ich in meinem Zimmer aus der Kommode eine neue Joggingshose und ein einfaches Shirt raus. Niemand hier erwartet, dass ich mich großartig in Schale schmeiße und ich habe auch nicht wirklich das Bedürfnis danach. Hauptsache praktisch.
Müde wische ich mir durch die verschwitzten Haare. Das war eine harte Woche. Sie hat mit diesem schrecklich hohen Fieber angefangen und eigenartigen Krämpfen in meinen Gliedern, aber irgendwie hat sich das in den letzten drei Tagen wieder etwas entspannt.
Es ist unheimlich, dass ich anscheinend keine Kontrolle mehr über meinen Körper habe.
Ich verschwinde im Bad neben meinem Zimmer und schließe die Tür, aber vorsichtshalber drehe ich den Schlüssel nicht um.
Ich streife mir die Klamotten ab und schalte das warme Wasser an. Dann gleitet mein Blick zum  Spiegel neben der Dusche und ich halte kurz inne. Erschrocken blinzle ich mehrmals.
Es zeigt sich eine deutliche Wölbung an meinem Bauch. Eine ziemlich deutliche. Die war doch vor einer Woche noch nicht da.
Vorsichtig streiche ich über meinen Bauch. Es fühlt sich weich und warm an. Nicht unheimlich oder fremd, so wie ich es erst erwartet habe.
Es ist alles gut. Aus irgendeinem Grund bin ich ganz ruhig. Ich habe keine Angst, keine Sorgen. Irgendwie habe ich sogar eine eigenartige beruhigende Zuversicht, dass nichts passieren wird. Aber woran liegt das?
Alle anderen um mich herum stehen die Sorgen förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie beobachten mich, es gibt kaum einen Moment in dem ich Ruhe habe. Sie warten. Aber auf was? Dass das Baby plötzlich kommt? Dass ich plötzlich wie Bella nach Blut verlange? Dass ich plötzlich im Sterben liege?
Um mich herum nur besorgte Gesichter. Und dann ist da Demetri, der es versucht zu verstecken, aber so tief traurig ist, dass ich es kaum aushalte. Er macht sich Vorwürfe, gibt sich die Schuld. Und das macht mich unglaublich wütend.
Ich wende mich vom Spiegel ab und steige vorsichtig in die Dusche. Ich muss auf mich aufpassen. Immerhin wächst etwas in mir heran. Ein kleines Wunder. Wieso bin ich die einzige, die so ruhig ist?
Ich lasse das Wasser über meinen Körper fließen. Es wärmt mich. Ich genieße es.
Es fühlt sich gut an. Warm und sicher.
Wieder streifen meine Fingerspitzen meinen Bauch. Etwas bewegt sich. Überrascht lege ich nun beide Hände auf meinen Bauch und konzentriere mich.
Kann das sein? Ist das Baby schon so groß, dass es sich bewegen kann? Immerhin ist mein Bauch schon schnell gewachsen? Ab wann kann man sowas wohl spüren? Oder hab ich mir das eingebildet?
Vielleicht ist es auch etwas, was nur ich von Innen spüren kann und nicht von Außen.
Langsam lasse ich meine Hände sinken, dann beschließe ich, dass ich sauber genug bin und schalte das Wasser ab.
Vorsichtig steige ich wieder aus der Dusche und greife nach meinem Handtuch.
Ein stechender Schmerz fährt durch meinen Körper. So einen Schmerz habe ich noch nie gespürt. Es fühlt sich an, wie ein Krampf, nur viel schlimmer und in meinem ganzen Körper.
Meine Hand rutscht vom Handtuch ab und ich falle hilflos und krampfend auf den kalten Badezimmerboden.
Es tut so weh, ich kann nicht mal schreien. Ich verliere komplett die Kontrolle. Schmerz explodiert in meinem ganzen Körper, am schlimmsten in meinem Kopf.
Zitternd presse ich meine Hände gegen meine Schläfen und presse die Augen zusammen.
Jemand muss mir helfen! Ich brauche Hilfe!  
Ich keuche auf. Es fühlt sich an, als würde der Schmerz sich polarisieren und von meinem Kopf in meine Lungen wandern. Mir wird die Luft abgeschnitten.
Ich presse meine Hände gegen meinen Bauch. Was macht dieses Kind mit mir? Versucht es mich umzubringen, bevor es überhaupt gelebt hat?
„Hör…auf…“ keuche ich leise.
Meine Sicht verschwimmt und der Schmerz lässt langsam nach.
Genau in diesem Moment öffnet sich die Tür und irgendwer hockt plötzlich neben mir. Ich spüre nur den kalten Lufthauch, mehr nicht.
Jemand legt ein Handtuch über mich.
Eigenartig. Mein ganzer Körper fühlt sich taub an, aber man entlässt mich nicht in die rettende Bewusstlosigkeit.
Es ist ein schreckliches Gefühl. Ich kann mich nicht bewegen und was noch viel schlimmer ist, mein Mund bewegt sich nicht. Ich kann nur versuche meine Augen offen zu halten. Keine Geräusche dringen an meine Ohren, es ist, als wäre ich wie ein Geist in meinem eigenen Körper gefangen und jemand anderes hat das Kommando übernommen.
Innerlich versuche ich mich frei zu kämpfen, meine Finger zu berühren, aber ich schaff es nicht.
Jemand dreht mich auf den Rücken und wickelt mich dabei netterweise weiter in das Handtuch ein.
Es ist Jasper, der als Erster anscheinend was mitbekommen hat. Er sieht mich an, redet mit mir. Ich sehe nur, wie sich seine Lippen bewegen, aber ich verstehe nicht, was er sagt.
Ich fühle mich, als würde ich Unterwasser sein, mich in dieser Schwerelosigkeit befinden und nicht atmen können.
Immer noch ist mein ganzer Körper in sich verkrampft. Plötzlich steht Demetri neben Jasper und blickt voller Angst auf mich herab. Er sagt irgendetwas, es sieht aus als würde er schreien. Dann beugt er sich runter, doch da hält Jasper ihn fest. Er sieht ihn eindringlich an und scheint irgendetwas zu erklären.
Plötzlich verschwimmt meine Sicht. Werde ich jetzt ohnmächtig?
Angst macht sich in mir breit. Immer noch hat sich etwas um meine Lungen geschnürt und es surrt sich plötzlich fester zu. Die Angst wird zur Panik als sich mein Brustkorb plötzlich mehr bewegt.
Ich kann nicht atmen!
Es fühlt sich an, als würde ich versuchen zur Wasseroberfläche zu gelangen, aber immer weiter ins Dunkle sinke.
Ich spüre, wie die Luft immer knapper wird.
Warum hilft mir keiner? Demetri und Jasper starren mich hilflos an, Demetri scheint zu brüllen und beginnt panisch zu gestikulieren. Sie haben auch bemerkt, dass ich nicht mehr atme.
Nein! Das darf nicht sein.  Ich bin in meinem eigenen Körper gefangen. Ich will nicht sterben.
Etwas in mir regt sich. Es ist ein vertrautes Gefühl und dann beginnt etwas dumpf und regelmäßig in meinem Kopf zu klopfen. Ganz leise.
Es klingt… Es klingt fast, wie ein Herzschlag. Ganz leise, aber regelmäßig und stark.
Beim dritten Schlag  löst sich plötzlich alles und es ist, als würde mich eine unbekannte Macht zurück in meinen Körper drücken.
Gierig sauge ich die Luft ein und beginne zu husten.
Die beiden Männer starren besorgt auf mich runter.
„Gott sei Dank!“ entfährt es Jasper erleichtert und verdreht beruhigt die Augen.
„Du kannst doch nicht einfach so aufhören zu atmen.“ Murrt er kopfschüttelnd, dann hilft er mich aufzurichten. Immer noch muss ich röcheln und bin einfach nur froh, dass ich mich wieder bewegen kann. Als hätte mich erst eine starke Macht irgendwo in meinem Körper eingesperrt und dann aber wieder zurück gezogen.
Mein ganzer Körper fühlt sich an wie Pudding und ich blicke zwischen den beiden hin und her.
„Ich konnte mich plötzlich nicht mehr bewegen.“ Flüstere ich dann leise und senke den Blick.
Jasper nickt verstehend, nur Demetri steht reglos hinter ihm und starrt mich einfach nur traurig an.
Ich erwidere seinen Blick und seufze.
„Ich rufe Carlisle an und sag den anderen Bescheid. Das ist mir nicht geheuer.“ Jasper blickt kurz zu Demetri, dann verschwindet er aus dem Raum.
Ich lehne meinen Kopf an die Wand.
„Hör auf, mich so traurig anzuschauen.“ Flüstere ich leise und versuche es nicht wie einen Vorwurf klingen zu lassen.
„Was soll ich deiner Meinung nach sonst tun? Wegen mir bist du in dieser Situation. Du hast gerade sehr lange nicht geatmet. Ich dachte, ich würde dich genau jetzt verlieren. Ich habe mich noch nie so hilflos gefühlt.“ Er lässt sich an der Wand mir gegenüber herabsinken und setzt sich ebenfalls auf den Boden.
„Ich hab noch nie so einen Schmerz gespürt.“ Flüstere ich leise. „Es hat sich angefühlt, als würde ich brennen.“
Er senkt den Blick. Das war wohl nicht hilfreich.
„Demetri.“ Flüstere ich leise. Er hebt nicht einmal den Blick.
„Ich hab den Herzschlag des Babys gehört. Es hat mich zurück geholt.“
Erschrocken blickt Demetri auf. „Du hast es gehört? Wieso sagst du das, als wäre es was Gutes? Schließlich hat es dich gerade fast umgebracht!“
„Bleib ruhig.“ Flüstere ich leise. „Und schau mich an!“
Demetri hört nicht auf mich.
Zitternd beuge ich mich nach vorne. Mein Körper fühlt sich an, als würde er gleich einfach nach vorne fallen.
„Demetri! Seh mich an!“ fordere ich ihn nun schroffer auf.
Wiederwillig hebt er den Blick.
„Vielleicht wird sowas jetzt öfter passieren, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht werde ich jetzt öfter ohnmächtig oder schlafe länger oder sonst irgendetwas. Egal, was passiert, ich will, dass du dir keine Vorwürfe mehr machst, sondern es akzeptierst.“
„Genau, ich soll akzeptieren, dass ich quasi dein Todesurteil unterschrieben habe!“ knurrt er wütend.
Ich seufze. Ich könnte jetzt zickig werden und ihm sagen, dass er ja nicht mit mir hätte schlafen müssen, aber das wäre unfair und in meiner jetzigen Verfassung sowieso zu anstrengend. Außerdem wäre ein Streit das Letzte, was wir jetzt brauchen könnten.
Deswegen entschiede ich mich für einen anderen Weg. Langsam hebe ich meine Hand. Ich glaube so schwer hat sich mein Arm noch nie angefühlt.
„Demetri. Ich verspreche dir hier und jetzt, komme was wolle, ich werde dich nie verlassen. Ich schwöre dir, dass ich nicht ohne dich von dieser Welt gehe.“
Er blickt mich. „Wie kannst du mir sowas versprechen? Wir wissen beide, dass du es nicht halten kannst.“
Ich lächle. Sanft und zuversichtlich.
„Vertrau mir dieses eine Mal. Ich liebe dich. Und in der Liebe darf man egoistisch sein. Also entscheide ich, dass ich bei dir bleibe, egal was die anderen sagen.“
Ich strecke meinen kleinen Finger aus. Er hebt eine Augenbraue hoch.
„Was wird das?“
Ich verdrehe die Augen. „Kleiner-Finger-Schwur. Kennst du sowas nicht? Das ist der ultimative Schwur. Nicht einmal die Götter können ihn brechen.“
Er schweigt, beugt sich aber vor und umschließt meinen Finger mit seinem.
„Gut.“ Murmle ich erleichtert und spüre plötzlich, wie mein Körper immer schwerer wird.
„Ich leg mich dann mal…schlafen.“ Schaffe ich gerade noch zu sagen, dann fallen mir plötzlich die Augen zu und ich schwebe sanft in einen traumlosen und sehr sehr tiefen Schlaf. Das war wohl zu viel für meinen Körper.
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