Plötzlich verliebt oder Wie smaragdgrüne Augen mich verzauberten

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Robin "Puck" Goodfellow
27.05.2015
10.06.2015
3
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10.06.2015 1.667
 
Hey, ich melde mich nach einer Woche zurück. Hier ist euer neues Kapitel, langsam wird es interessant. Wer es noch nicht bemerkt hat, das Ende des letzten Kapitels habe ich noch einmal umgeschrieben. Nun viel Spaß, liebe Grüße xD

...

Mutter hat uns erneut darauf hingewiesen, dass wir nicht in ihrem heiß und innig geliebten Garten spielen sollten. Schließlich wären wir mittlerweile alt genug, um zu verstehen, was ein Verbot bedeutet und wir uns an Regeln halten sollten. Aber wir hatten uns nie wirklich an Regeln gehalten, bei jeder Gelegenheit seit dem wir kleine Kinder waren, hat sich Keirran aus dem Schloss geschlichen und sich in halsbrecherische Abenteuer gestürzt und Vater war ihm jedes Mal gefolgt, um ihn aus einer Gefahrensituation zu retten. Als sie dann zurückkehrten, wollte Vater ihn bestrafen, doch Mutter hatte ihn mit ihrer Liebe immer wieder besänftigt und gesagt, dass Keirran noch ein Kind sei und das bald vergehen würde. .
Ich habe mich niemals getraut das Schloss in der Nacht zu verlassen. Ich fürchtete mich vor der Dunkelheit und schlief daher selten ohne ein gedimmtes Licht in meinem Zimmer. Aber mein Bruder erzählte mir immer von seinen nächtlichen Ausflügen, was er nicht alles entdecken würde, wie weit und verwinkelt unser Reich war. Doch er war noch nie weiter bis ein paar Meilen vor den Grenzen zu den anderen Reichen vorgedrungen.
Unsere Eltern hatten es uns soweit ich mich erinnern konnte verboten die anderen Reiche auch nur zu betreten. Auch der Wilde Wald, der sich um alle drei großen Reichen schloss, war ein gefährlicher Ort, der mysteriöse Kreaturen beheimatete wie Wechselbälger, Nixen, Kelpies und Chimären, von denen man sich ganz besonders fernhalten sollte.
Es war uns nicht nur verboten, auch waren wir dort nicht erwünscht. Mein Bruder und ich schon gar nicht und unsere Eltern nicht sonderlich, denn meine Mutter war zur Hälfte ein Mensch und die Tochter des Königs des Sommerreiches. Sie war also nur eine halbe Fee und unser Vater war auch mehr Mensch als Fee, obwohl er als Fee geboren wurde, nachdem er für unsere Mutter bis ans Ende der Welt gereist war, um eine Seele zu erhalten.
Ich war mir daher nicht sicher, als was ich mich fühlen sollte. War ich Fee oder Mensch? Ich vereinte beide Rassen in mir, aber durch meine Wurzeln trug ich den Sommer- und Winterschein in mir, aber auch die Magie des Eisens. Diese Magie wirkte ich nie, denn ich war kein besonderer Fan dieser ganzen technologischen Errungenschaften und diese Magie nützte mir auch nichts. Mutter wollte mir immer beibringen, wie ich damit umgehen solle, doch ich habe mich geweigert und nach einiger Zeit gab sie auf.
Umso mehr liebte ich den Schein des Sommer und half meiner Mutter gern im Frühling alle Blumen im Garten zum Leben zu erwecken und sie die wenigen warmen Monate hier zu pflegen. Die Wintermagie war auch nicht mein Liebling, dafür aber umso mehr Keirrans Handwerk.

Ich blickte zu meinem Bruder, während wir schweigend den Flug hinunter zu unseren Zimmern gingen, nachdem uns Vater etwas hastig entlassen hat, da er etwas wichtiges mit Mutter besprechen wollte. Natürlich war sie wenig von unserem Verhalten begeistert gewesen, da durch meine Aktion das Loch in der Hecke größer geworden ist, weil Keirran sich absichtlich verheddert und dadurch die kleinen Äste abgerissen hat.
Nun lag es an uns am nächsten Tag unseren Schaden zu beheben und sie würde nun Lithium auf uns ansetzen, das er darauf achtet, dass wir keinen Unsinn mehr machten und uns endlich so benahmen wie sie uns erzogen haben und unserem Alter entsprechend.
Auch Keirran sah zurück und auf seinen Lippen zeichnete sich wieder dieses verschwörerische Lächeln ab. Ich erwiderte es. Keirran griff nach meiner Hand und dann rannten wir los. Uns war bewusst, das Lithium nur wenige Meter hinter uns ging, aber das war der Überraschungseffekt. Er hat nicht damit gerechnet, dass wir versuchen werden ihm zu entkommen, denn wenige Sekunden später hörten wir seine schnellen Schritte als er uns folgte. Aber nicht nur die eisernen Feen kannten dieses Schloss, auch wir waren bestens mit allen Gängen und Abzweigungen bewandert. So war es uns möglich nach plötzlichem Abbiegen in Richtung des Nordflügels und das Schlüpfen in einen der Räume, die von unserer Familie nicht genutzt wurden, ihn abzuhängen.
Ich lauschte mit einem Ohr an der Tür, die Keirran leider mit ohrenbetäubenden Donnern zu geworfen hat, was wohlmöglich jeder im Schloss gehört haben muss. Aber das war jetzt nicht weiter wichtig, denn ich hörte keine Schritte mehr von draußen, deshalb wiegte ich uns für den Moment in Sicherheit. „Wir werden nicht lange hier bleiben können, aber lass uns noch fünf Minuten warten, bis die Luft auch wirklich rein ist“, sagte ich zu Keirran und löste mich von der Tür. Nun blickte ich mich endlich in dem Raum um, in den wir geflüchtet waren. Ich war noch nie in diesem Teil des Schlosses gewesen, da sich hier selten jemand aufhält, nur wenn die Ritter ihre Kontrollgänge machten.
Die Tür bestand aus weißem Holz, sie wirkte unscheinbar und passte perfekt in das Bild der vielen Flure in unserem Schloss. Aber nun betrachtete ich sie von der anderen Seite. Sie war noch immer weiß, aber sie besaß Scharniere aus purem Silber. Von denen aus verliefen aus selbigem Material kunstvoll geschmiedete Ranken über das komplette Holz, die ein wirres Muster ergaben. Selbst der Knauf schimmerte aus dem Edelmetall.
Mit Ehrfurcht bewunderte ich die hellen Wände, diese funkelten als wären in sie tausende kleine Diamanten eingelassen. Der Schleier aus glitzernden Splittern zog sich über das Gemäuer bis zum hohen Deckengewölbe, das eine kreisrunde Form des Raumes beschrieb. Das Lichtspiel entstand durch das Hineinscheinen der Sonne. Was mir aber verwunderlich erschien war, obwohl mich die Sonnenstrahlen durch das große Flügelfenster, welches nach oben spitz zulief, erreichten, spürte ich nicht ihre Wärme auf meiner Haut.

„Woher kommt nur dieser Ort?“, hörte ich Keirran nachdenklich sagen, während er umher ging und den Raum in jedem Winkel betrachtete. Langsam wagte auch ich mich weiter zur Mitte und legte den Kopf nach hinten, um noch einmal das imposante Gewölbe anzusehen, welches von sechs Säulen gestützt wurde, die im Hexagon errichtet waren.
„Er wird schon seit langer Zeit existieren. Wusstest du nicht, dass diesmal die Stadt der Riesen war.“
Mag Tuiredh stand viele tausend Jahre verlassen in der kargen Landschaft, bis die eisernen Feen entstanden und sich hier niedergelassen hatten. Alle Räume waren hier so groß, bis auf den Neubau, welchen Mutter noch vor unserer Geburt anfertigen ließ.
Ich wandte mich wieder an meinen Bruder, der nun an der rechten Seite des Raumes stand. Er streckte die Hand aus und berührte leicht die Wand vor sich. Sofort zog er sie zurück und sah mich mit erstauntem Gesicht an.
„Was ist passiert?“, fragte ich verwirrt.
„Die Wand ist bitterkalt.“
Ich zog eine Augenbraue hoch und schüttelte nur mit dem Kopf. Doch Keirran wollte es mir unbedingt beweisen und fasst meinen Arm, um ihn anzuheben. Er forderte mich auf, das zu fühlen, was er gespürt hat. Ich tat ihm den Gefallen, obwohl ich glaubte, dass er mich mal wieder nur ärgern wollte. Deshalb legte ich meine ganze Handfläche auf die glitzernde Fläche, ein siegreiches Lächeln auf den Lippen, das er mich doch nicht reinlegen konnte, aber ich zuckte augenblicklich zurück. Meine Hand hat ein leichtes Brennen durchfahren, damit hat Keirran Recht behalten.
„Die Wand besteht aus purem Eis“, stellte ich erschrocken fest über die Tatsache wie dies möglich sein konnte. „Nun spüre ich auch die ungeheure Kälte, die von ihr ausgeht.“
Die Kälte war mir vorher nicht bewusst gewesen, da wir zum Teil Winterfeen waren, nahmen wir sie kaum war und froren daher nicht sehr schnell.
„Wer erschafft einen Raum ganz aus Eis?“, stellte Keirran mir die elementare Frage, doch ich konnte nur ratlos mit den Schultern zucken. Es war mir genauso unerklärlich.
Erneut sah ich mich in dem verzauberten Raum um, ich konnte nichts Auffälliges feststellen, bis ich im Augenwinkel kleine Lichtpunkte sah. Sofort fuhr ich herum und konzentrierte ich mich auf die Mitte des Raumes. Dort bildete sich ein leichtes Goldendes Flimmern, fast wie Staub, der von einer Lichtquelle angeleuchtet wurde. Aber es wurde immer größer, je länger ich es anstarrte. Ich fand die Magie und die damit verbundenden Gaben der Feen faszinierend, doch trotzdem machten mir die Gedanken, was man ihr verursachen konnte, schon seit Kindertagen schreckliche Angst.
Keirran spürte meine Angespanntheit und umschloss sanft meine Hand, um sie drücken und mir zu vermitteln, dass er an meiner Seite war und nicht zulassen würde, das mir etwas geschieht.

„Hier geschehen merkwürdige Dinge“, flüsterte er mir zu. „Wir hätten niemals hier rein gehen sollen.“
Ich stimmte ihm nickend zu. „Doch nun ist es zu spät.“
Aus den kleinen tanzenden Lichtpunkten war nun großer goldender, leuchtender Ball geworden, der ungefähr Keirrans Größe besaß. Wir traten unwillkürlich einige Schritte zurücktraten und das Leuchten wurde immer greller. Ich musste mir die Hand vor die Augen halten, denn das Licht schmerzte. Ich hielt die Augen lange Zeit geschlossen, bis Keirran mich an der Hand zog.
Mit gesunder Vorsicht riskierte ich einen Blick und ich zog zischend die Luft ein, hielt sie kurz an, um sie dann wieder schnell auszupusten. Ich war zu erstaunt als das ich etwas sagen konnte.
Vor uns in der Luft schwebte eine weitere Tür. Diesmal war sie kupferfarben und sonst schmucklos. Ihr Rahmen erstrahle in marineblau und um sie herum flimmerte das goldene Licht.
„Hier geschehen sehr merkwürdige Dinge“, wiederholte Keirran seine Worte nun lauter.
„Wir sind im Nimmernie. Geschehen hier nicht immer merkwürdige Dinge, oder besser gesagt merkwürdige Wunder.“
„Du nennst es Wunder?“, lachte Keirran auf. „Ich nenne es unerwartete Gelgenheiten.“
Als ob es geschah nur um seine Worte zu unterstreichen, leuchtete die Tür erneut auf und wir blickten wieder gebannt in ihre Richtung. Es schien als würde sie eine Inschrift enthalten, denn es formte sich Buchstabe für Buchstabe auf ihrer Oberfläche.

Nur wer nicht suchet,
der wird es finden.
Einen Weg aus dem Zwang,
um für immer zu entschwinden.

...

Was hat es wohl mit der Tür auf sich?
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