Plötzlich verliebt oder Wie smaragdgrüne Augen mich verzauberten

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Robin "Puck" Goodfellow
27.05.2015
10.06.2015
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Prolog

„Ich werde dich noch fangen, kleine Prinzessin“, hörte ich Keirrans Stimme hinter mir und merkte, dass er trotzdem wir schon fast eine Stunde dieses Spiel spielten nicht aus der Puste kam. Dennoch erhöhte er sein Tempo nicht, um mich endlich zu erwischen. Es wäre für ihn einfach mich einzuholen, aber er tat es nie. Er ließ mich immer wieder gewinnen und das machte mich auf eine Art wütend. Das war doch der Sinn des Spiels, dass er mich irgendwann fangen müsste.
Mir kam eine Idee, vielleicht würde es ihn herausfordern, wenn ich schneller lief. Ich raffte die Röcke meines Kleides und trieb mich dazu an mein Tempo zu erhöhen. In dem Moment als wir an der Hecke entlang liefen, die den Palast umsäumte, entdeckte ich die kleine Öffnung, die sich schon seit unseren Kindertagen dort befand. Ich nutzte die Chance und schlüpfte hindurch, Keirran würde dafür etwas länger brauchen, da er um einen ganzen Kopf größer war als ich. Bis dahin würde ich schon eine große Distanz zu ihm erreicht haben, das würde ihn hoffentlich anstacheln.
Das Rascheln der Blätter hinter mir bestätigte meine Annahme und als ich mich umdrehte, sah ich, dass er stecken geblieben war. Er riss an den kleinen Ästen, deren Dornen sich in seinem Hemd verfangen hatten. Oh nein, wenn er die Äste heraus reißen würde, dann bekämen wir von Mutter mächtig Ärger, da sie uns schon gefühlte tausendmal sagte, dass wir nicht in der Nähe der Hecke spielen sollten. Generell sollten wir überhaupt nicht mehr spielen, da wir schon fast unseren siebzehnten Sommer erlebten, aber wir waren gelangweilt von dem Hofzeremoniell und den politischen Diskussionen. Das war die Aufgabe unserer Eltern, na ja, mehr die unserer Mutter, aber Vater trug auch seinen Beitrag zum Geschehen.
Seufzend wandte ich mich zu Keirran, um ihm zu helfen. Ich rannte zurück und beobachtete lachend wie er fluchte und verzweifelt versuchte die Dornen von seiner Kleidung zu lösen. „Bruderherz, wenn du nicht endlich damit aufhörst, wirst du noch die ganze Hecke niederreißen“, wies ihn sanft daraufhin, da er sonst nicht hören würde, wenn ich ihn mit scharfen Worten ermahnen würde. Er hörte meine Stimme und sofort schoss sein Kopf in meine Richtung. Seine eisblauen Augen funkelten verheißungsvoll. Sofort hielt ich die Luft an. Das war ein Trick, ein dummer Trick gewesen. Ich wollte sofort wieder weglaufen, doch es war zu spät. Keirran sprang aus der Hocke auf mich zu und erwischte mich mit seinem vollen Gewicht, dabei schrie ich kurz auf. Ich bereitete mich darauf vor, dass ich nun hart auf dem Rücken landen würde, aber nichts dergleichen geschah. Zwar spürte ich eine Erschütterung, die durch meinen Körper fuhr, aber ich lag auf dem Bauch. Wie war das denn plötzlich möglich? Vorsichtig öffnete ich meine Augen und blickte direkt in Keirrans siegessicheres Grinsen.
„Hab dich, kleine Prinzessin.“
Keirran hatte sich in seinem Sprung abgerollt und lag nun selbst auf dem Rücken.
„Ich dachte, du würdest mich zu Boden werfen“, sagte ich anklagend und schlug ihm mit der Faust auf die Brust, was ihm aber wohl kaum wehgetan hat.
„Ich würde dich niemals absichtlich verletzten“, sprach er in ernstem Ton, weg war der Schalk und Hohn in seiner Stimme über den kleinen Sieg.
Zur Bekräftigung seiner Worte zog er mich noch enger in seine Umarmung und drückte mir schließlich einen Kuss auf die Stirn.
„Das weiß ich doch“, lächelte ich.
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