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Im Zeichen des Rukh

von Erenya
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Aladdin Alibaba Saluja Judar Morgiana OC (Own Character) Sinbad
27.05.2015
01.01.2017
26
219.342
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10.06.2015 5.288
 
Kouhas Wachen hatten schwer mit sich zu kämpfen, dem Prinzen keine Standpauke zu halten, den so gar nicht zu interessieren schien, dass sie sich wirklich um ihn gesorgt hatten. Er spielte gelangweilt mit einer Haarsträhne und schwieg. Niedlich.
„Erenya, soll ich einen meiner Wachen bitten dich nach Hause zu bringen? Es ist schon spät und wird immer nebeliger.“
Seine Wachen ignorierend, wandte sich Kouha an mich und lächelte mich breit an. Indirekt fragte er doch nur danach, ob er mich nach Hause bringen sollte. Besser war es aber, wenn er hier bei seinen Leuten blieb.
„Das geht schon, mach dir und deinen Leuten nur keine Umstände, Kouha.“ Ich hob abwehrend meine Hände und winkte ab. Nebel war in Balbadd, aufgrund der Tatsache, dass wir hier in einer Hafenstadt waren nichts seltenes und an sich auch nicht bedrohlich. Bedrohlicher waren da nur die Gestalten die hier hausten. Aber mit Borg hatte ich einen kleinen Schutz und mit dem Dolch noch ein Mittel zur Verteidigung.
„Der Nebel hier ist wirklich seltsam... Hast du schon einmal roten Nebel gesehen?“ Die Wachen Kouhas hatten scheinbar entschieden, ihrem Prinzen doch noch Zeit zu geben, sich ordentlich zu verabschieden, doch ich wurde hellhörig, als ich hörte, was für eine Farbe der Nebel hatte. In der Regel war er weiß.
„Verdammt...“
Der Nebel stand uns schon Knöcheltief und mit dem Tempo in dem er stieg, konnte es nicht mehr lange dauern, bis wir die Hand vor Augen nicht mehr sahen, oder von Sinnen waren. Roter Nebel... kein gutes Zeichen.
„Komm mit...“ Ich zögerte nicht lange und griff nach Kouhas Hand und zog ihn die Treppen hinauf. Er schien verwundert zu sein, dem Nebel keine Bedeutung beizumessen. Besser er hielt mich jetzt für verrückt, als das er Kassim und seinen Leuten unter die Fittiche kam.
Wir hatten erst wenige Stufen zurückgelegt, als Kouha mir Widerstand leistete und inmitten auf dem Weg stehen blieb.
„Was ist los?“
Kouhas Blick war genauso verwundert, wie es der Blick seiner Wachen war, die allerdings bereits von dem roten Nebel eingehüllt waren, dessen Wirkung sich tückisch entfaltete.
„Ihr werdet angegriffen... Du musst schnell ins Hotel und deine Männer holen.“
Verständnislos sah Kouha mich an. Hatte er noch nicht von der Nebelbande gehört? Sprach man hier in dem Hotel überhaupt davon? Wobei, mit Sicherheit verschwieg man dieses gefährliche Detail, immerhin wollte man ausländische Gäste nicht verschrecken.
„Das ist ein Angriff der Nebelbande. Du musst dich von diesem Nebel fernhalten!“
Mein Herz klopfte wie wild, als ich Kouha ernst ansah. Er war ohne eine Waffe, ohne Wachen, denn die zwei die noch immer unterhalb der Treppe herumwankten, konnte man locker als ausgeknockt sehen. Ihm durfte nichts passieren, auch wenn ich nicht wusste, wie man das ganze Hotel beschützen sollte. Ehrlich, ich ging nicht davon aus, dass ich nun plötzlich auch noch Superman Kräfte bekam und zur Heldin des Tages mutierte, aber ich wollte nicht, dass auch nur einer aus dem Kaiserreich Kou hier sein Leben lassen musste.
„Geh ins Hotel, Kouha“, forderte ich noch nachdrücklicher, doch Kouha rührte sich keinen Millimeter, stattdessen zeigte sich dieses Grinsen auf seinen Lippen. Das Grinsen, das ich zum ersten Mal gesehen hatte, als er auf seiner Reise mit Aladdin die Räuber umgebracht hatte.
„Sie wollen mir also wirklich diesen Abend ruinieren?“
Mir gefror das Blut in den Adern, als ich diese Worte hörte. Was wollte Kouha ohne seine Waffe ausrichten?
„Kouha, ich glaube das ist jetzt nicht der richtige Augenblick..:“ Ich stockte, als mich Kouha mit diesem Blick ansah und zuckte zurück. Es war eindeutig, dass man ihn nicht aufhalten konnte und doch... dieser Nebel.
Ich sah die Treppe hinab und erkannte die Silhouetten von Menschen in ihnen. Sie waren hier, die Nebelbande. Kurz sah ich zu Kouha. Er war im Gegensatz zu ihnen nicht bewaffnet. Ich griff zu meinem Rücken, wo, gut unter Sachen verborgen mein Dolch ruhte und zog ihn hervor.
„Hier, wenn es unbedingt sein muss, Kouha.“
Auch wenn es nicht sein Schwert war, mit Sicherheit wusste Kouha mit dem Dolch besser umzugehen, als ich es konnte. Er hatte schließlich eine Kampfausbildung genossen.
„Und du?“
Obwohl da dieser wahnsinnige Ausdruck in seinen Augen lag, hörte ich deutlich die Sorge heraus, weswegen ich ihn anlächelte.
„Keine Sorge. Ich werde hier ohne einen Kratzer rausgehen.“ Zumindest war das das Ziel. Ohne einen Kratzer herauszugehen. Wenn ich Glück hatte, war Borg stark genug und konnte jeglichen Angriff aushalten.
Wobei ich konnte natürlich auch im Inneren Schutz suchen und die anderen holen, so dass Kouha nicht alleine kämpfen musste.
„Da stehen noch zwei!“, hörte ich es von unten rufen. Zu spät. Viel zu spät es gab keine Möglichkeit mehr zu fliehen.

Kouha hatte sich in die Schlacht gestürzt, wohingegen ich auf der Treppe wie versteinert stehen blieb. Es war schon seltsam, dass dem Prinzen dieser rote Nebel nichts auszumachen schien, wohingegen seine Wachen beide vollkommen von Sinnen waren und nicht einmal bemerkten, dass dieser Nebel ihre Sinne trügte. Sie mussten weg von dort, raus aus dem Nebel.
Da der Nebel noch nicht bis zu mir hochgewirbelt war, holte ich tief Luft und lief hinab zu den Wachen. Sie sahen irgendetwas, was nicht dort war und kämpften gegen unsichtbare Mächte. Ich musste vorsichtig sein, wenn ich nicht in deren unsinnigen Gemetzel landen wollte. Dennoch bestand meine Priorität darin, sie irgendwie aus dem Nebel zu bekommen. Da mir die Luft aber auch schneller knapp wurde, als mir lieb war, entschied ich, es doch in einer eher offensive Art zu tun.
Von hinten schlich ich mich an einen der Wachen an und legte meine Hände in dessen Rücken, um ihn in Richtung der Treppen zu schieben. Doch der Wächter bewies seine Reflexe, denn obwohl er Dinge sah, die nicht da waren, wohin sein Blick gerichtet war, schien er Berührungen noch wahr zu nehmen. Erschrocken wich ich zurück, zwar nicht rechtzeitig genug, aber dennoch weit genug, dass die Klinge des Schwertes vom Wächter an meinem Borg kratzte. Doch das war nicht das Schlimmste, das mir hätte passieren können.
Vor Schreck hatte ich ausgeatmet, tief geholt und den Nebel inhaliert. Seine Wirkung brauchte nicht lange und ich verlor mich in einer Szenerie, geschrieben von meinem Herzen und meiner Schwäche.

Kurz nur war meine Sicht verschwommen bevor sie wieder klarer wurde. Ich stand noch vor dem Hotel, allerdings war ich alleine. Keine Kampfgeräusche waren zu hören, keine Menschen zu sehen, weder Kouha noch die Männer der Nebelbande. Es war unheimlich und schnürte mir die Luft zum atmen förmlich ab. Genau das hatte ich gefürchtet, allein zu sein in einer fremden Welt, die nicht die meinige war.
„Ist hier jemand?“, rief ich und wandte mich um. Überall nur Leere, keine Menschenseele. Mein Herz schlug schneller und durch den Nebel versuchte ich irgendetwas zu erkennen. Schemen, Schatten, irgendetwas, dass menschlich war, oder mir helfen könnte.
„Wähle die Tür...“
Eine Stimme erklang plötzlich hinter mir und ließ mich herumfahren. Dort standen zwei Türen, einfach so. Und sie schienen einfach nur auf die andere Seite zu führen, nicht in irgendein Haus. Immerhin standen sie inmitten des Weges.
„Du willst nach Hause, dann wähle deine Bestimmung.“
Es gruselte mich schon ein wenig, da diese Stimme eindeutig von den Türen zu kommen schien, aber formlos war. Sie erinnerte mich an diese eine spezielle Stimme aus der Creepypasta Ben Drowned, welche ich immer wieder gerne als Hörspiel genoss. Doch sie mischte sich mit etwas... Mit der Stimme von Kassim und einer dritten. Diese Mischung wirkte unheilvoll und fast schon bedrohlicher als die Hörbuchstimme von Ben selbst.
„Meine Bestimmung wählen?“, wisperte ich leise und sah mich um. Was lag hinter diesen Türen? Was würde mich erwarten? Ich zögerte.
„Du kannst nicht weglaufen!“1
Zitat aus dem Hörspiel Ben Drowned
Wie ein Grollen, hallte die Stimme in meinem Kopf wider. Dieses Zitat war so prägnant für das was ich gerne getan hätte. Weglaufen, einfach weg, mich verkriechen und hoffen dass ich am nächsten Morgen wieder in meiner Welt erwachte. In meinem Bett, in meiner Kleidung, ohne Sonnenbrand, ohne Borg...
'So einfach taucht eben die Tür zu dir nach Hause nicht auf der Straße auf', mahnte ich mich in Gedanken und sah auf die Türen. Wohin würden sie führen?
'Komm schon, die waren vorher nicht da... reiß dich zusammen...'
„Wähle!“
Je deutlicher die Stimme meiner eigenen Gedanken war, desto lauter wurde die geisterhafte Stimme, die mich zum wählen zwingen wollte. Verdammter Nebel. Irgendwo in meinem Kopf ruhte die Gewissheit, dass dieser magische Nebel mit meinen Hoffnungen und Ängsten spielte. Doch es gelang mir einfach nicht, die Gewissheit zu fassen und so vielleicht aus dem Zauber zu brechen.
'Dagegen kann Borg dich eben nicht beschützen.' Es war schon ein ironischer Gedanke der wirklich wahr war. Da waren Magier und Magi schon körperlich schwach und durch Borg auf natürliche Weise geschützt, aber wenn es um geistige Schwäche ging, oder um ihre eigenen Ängste und Wünsche, waren sie nicht sicher.
'Wenn ich zurückkomme, sollte ich diese Geschichte niederschreiben. Keiner könnte Mary Sue schreien.'
Meine Gedanken wurden immer lächerlicher, zynischer, ließen mich aber diese fordernde Stimme überhören. Meine Dozenten hatten Recht, Zynismus half einen über jede beschissene Situation hinweg.
Fast hätte ich sogar über meine Gedanken gelacht, doch diese Chance hatte ich nicht, denn ein Ruck durchzog meinen Körper, als ich zurück gezogen wurde. Ich stolperte rückwärts, spürte die Treppenstufen unter meinen Füßen, die ich nicht gerade vorsichtig Stück für Stück nahm. Es grenzte an ein Wunder, oder viel mehr lag es an der Tatsache, dass die Treppenstufen flacher als bei mir Zuhause waren, dass ich nicht stolperte und mich auf den Allerwertesten setzte.
Der Nebel schwand und genauso schnell die Illusion, die mich dank meiner Gedanken wohl sowieso nicht mehr so fest im Griff hatte. Dennoch war ich verwundert darüber, wer mich aus der Nebelsuppe befreit hatte. Kouha war mit Sicherheit zu sehr beschäftigt gewesen die Mitglieder der Nebelband aufzumischen. Noch dazu waren wir alleine gewesen.
Ich sah zurück und erkannte einen weiteren Wächter in Uniform eines Kou-Kriegers. Wo war der auf einmal hergekommen? Mein Blick richtete sich wieder die Treppe hinab. Am Boden lagen Teile von Rüstungen der Kou-Krieger. Nicht viele nur ein paar.
„Verdammt, was sind das für Typen?“, fluchte der Krieger hinter mir und sah auf das Schlachtfeld, über das auf einmal eine riesige Klinge schnitt. Kouhas Klinge. Schreie tönten über den Platz. So viele Tode. So viele sinnlose Tode. Das war sie jetzt, meine Welt, wenn auch vielleicht temporär. Tod und Kampf gingen hier Hand in Hand miteinander. Musste das sein? Musste das wirklich so sein?
Fassungslos sah ich auf das Kampffeld. Kouha war wirklich in seinem Element. Es war furchterregend, wie erbarmungslos er die Mitglieder der Nebelbande mit seinem Nyoi Rentou niedermetzelte. Die Nebelbande hatte keine Chance, wenn dieser Kampf so weiterging.
„Gebt nicht nach!“
Mein Blick wurde auf eine Person, etwas weiter von Kouha entfernt, gerichtet. Eine Person mit einem der unheilvollen Schwerter. Kassim.
„Passt auf die drei mit den Dreadlocks auf. Der Typ dort...“ Ich wies dem Soldaten in Kassims Richtung der sich scheinbar nur darum scherte, was um ihn herum geschah. „Der Nebel seines Schwertes darf nicht zu Kouha vordringen. Und der Typ mit der Augenbinde, kommt seinem Schwert nicht zu nahe, aber das wisst ihr sicher schon.“
Ein bitteres Grinsen lag auf meinem Lippen. Natürlich wussten sie das schon. Die Rüstungsteile am Boden bewiesen es, ebenso die Krieger, deren Rüstung bereits zu Teilen kaputt war. Gott, wie lange war ich dieser verdammten Illusion nur erlegen gewesen?
„Hier, Prinz Kouha Ren sagte, dass Ihr euch damit schützen müsst.“
Ich sah zu dem Krieger, der mir meinen Dolch reichte. Scheinbar war ich wirklich lange genug weggetreten gewesen, so dass genug zwischen meinem geistigen Bewusstsein und meiner Abwesenheit geschehen war. Verdammt.
Der Krieger drückte mir meinen Dolch in die Hand und stürmte, ohne zu zögern auf das Schlachtfeld. Das waren sie also, die Anhänger Kouhas. Und ich stand hier, auf der Treppe, ohne zu wissen, was ich tun konnte.
„Der kleine Zwerg nervt.“
Von meiner Position aus, hatte ich eine perfekte Sicht auf das Schlachtfeld. Die Nebelbande, getrieben von ihrer Verzweiflung, blickte durch Kouha ihrem Ende entgegen. Kassim bemerkte das der Prinz es war, der wohl die größte Bedrohung für seine Leute bedeutete. Er reagierte sofort und hob sein schwarzes Schwert, aus dem dunkler... nein schwarzer Nebel stieg, der mit unnatürlicher Schnelligkeit auf Kouha zu wabte.
„Mein Herr!“
Wie versteinert sah ich, dass eine Magierin, die ich nur zu gut kannte, aus dem Nebel schritt und sich zwischen den schwarzen Nebel und Kouha warf. Ich fragte mich kurz, wie sie das hatte sehen können, denn ihre Augen waren von dicken Verbänden und Talismanen verdeckt und doch, war sie zielgerichtet dazwischen gegangen.
„Junjun!“
Durch ihren Ruf aufmerksam geworden, hatte sich Kouha umgewandt, nachdem er erneut drei Leute der Nebelbande in die Abgründe der Hölle geschickt hatte. Er sah nur noch, wie Junjun statt seiner von dem schwarzen Nebel gefesselt wurde und zu Boden sank.
Das musste aufhören. Dieser Wahnsinn hier musste auf der Stelle aufhören. Kassim durfte nichts passieren, Kouha und seinen Leuten durfte nichts passieren.
Fester umschloss ich meinen Dolch und stieg Schritt für Schritt die Treppenstufen hinab. Ich dachte nicht darüber nach, dass ich wieder dem roten Nebel verfallen könnte oder dass ich absolut keine Ahnung hatte, wie man kämpfte. Das hier musste einfach aufhören.
Es war der einzige Gedanke, der mich in diesem Moment beseelte, der mich alle Ängste und Zweifel vergessen ließ, als hätten sie nie existiert. Es war auch kein Mut der mir antrieb, sondern nur dieser eine Gedanke, sowohl Kouha als auch Kassim beschützen zu wollen und zu müssen.
Was tat ich hier eigentlich? Ich lief Schritt für Schritt an den Kämpfenden vorbei, Kassim und Kouha im Fokus haltend. Letzterer erhob sein Schwert und war bereit Junjun zu rächen, auch wenn ihr kein größerer Schaden widerfahren war. Aber der schwarze Nebel schlang sich immer noch wie eine eiserne Fessel um ihren Körper.
Das hier war das unverschönte Spiegelbild von dem was Balbadd ausmachte. Hass und Leid. Wut und Trauer. Das musste aufhören.
Kouha ließ sein Schwert niedersausen, welches von einer Sekunde zur anderen gigantisch groß wurde. Auf seinem Gesicht lag dieses zufriedene Grinsen welches ich fürchte und sich so sehr von dem lächelnden Jungen unterschied, den ich auf dem Weg hier her hatte kennenlernen dürfen. Ich würde eine große Dummheit begehen und damit wohl mein Leben beenden, soviel war mir klar, als meine Schritte schneller wurde und ich mich zwischen Kassim und Kouha platzierte.
Ich hatte eine Dummheit begangen, die nicht einmal Borg aufhalten konnte. Doch das hier musste aufhören.

Das mein Arm noch an mir hing, verdankte ich wohl nur Kouhas schnellen Reflexen und der Tatsache, dass er sein Schwert genauso schnell schrumpfen lassen konnte, wie es wuchs. Auch wenn meine Schulter mehr als nur angekratzt war und der Stoff meines bauchfreien Oberteils bereit mit Blut tränkte. Ich spürte den tiefen Schmerz, der mir Tränen entlockte und ja ich war kurz davor loszuweinen wie ein kleines Kind. Ich hasste Schmerzen, ich fürchtete sie.
„Erenya!“
„Du!“
Von einer der beiden Seiten hörte ich einen entsetzten Ruf wohingegen die andere eher ausdruckslos war. Ich ließ meinen Dolch fallen und brach wie ein Häufchen Elend in mich zusammen, während ich mit der rechten Hand versuchte zu ertasten, wie tief der Schnitt in der Schulter wohl war. Doch außer Feuchte spürte ich nichts.
„Was soll das! Ich hätte dich umbringen können!“, rief Kouha mir erbost zu. Ich hatte ihn an seinem Spaß gehindert, was mir irgendwie leid tat. Aber Kassim durfte hier und jetzt nicht sterben.
„Tut mir leid, Kouha...“, rief ich ihm zu, wobei man mir deutlich anhörte, dass ich weinte. Wahrscheinlich wäre der Tod in zwei Hälften geteilt zu werden wesentlich schmerzloser oder schneller von statten gegangen als das hier.
„Ich hab meinen Borg wohl etwas überschätzt.“ Hatte ich nicht. Ich wusste ja, dass Dshinngefäße gerne mal einen Borg ohne Probleme zerschlagen konnten. Dass ich das wusste, musste Kouha aber nicht wissen. Verdammt tat meine Schulter weh. Mal davon abgesehen, wurde mein ganzer Arm langsam etwas taub und der Schmerz zog sich fast schon durch jede Ader von diesem.
„Wir kümmern uns nachher um diese Verletzung. Erst einmal bringen wir das hier noch zu Ende. Geh also zur Seite und hilf den anderen.“
Kassim schien es nicht wirklich zu interessieren, dass ich jetzt wegen ihm verletzt war. Klar, das Fußvolk opferte sich für seinen König. Tze. Noch dazu hatte er mein Handeln falsch verstanden. Gut, mein Handeln hatte auch eine etwas missverständliche Botschaft rübergebracht.
„Du gehörst zu ihnen?“, fragte Kouha, immer noch diesen wahnsinnigen Ausdruck in den Augen. Wenn er nun sein Schwert erhob und es niedersausen ließ, würde er mich nicht mehr verschonen, so viel stand fest.
„Es wurde heute schon zu viel Blut vergossen. Ihr solltet mich beide aber nicht falsch verstehen. Ich stehe hier mit Sicherheit nicht, weil ich entschieden hätte Kanonenfutter für die Nebelbande zu werden.“
Mit tränenverschmierten Gesicht sah ich zu Kassim, der scheinbar schon verstand, was meine Worte bedeuteten. Dass ich mich entschieden hatte und diese Entscheidung nicht zu seinem Gunsten gefallen war.
„Damit sind wir quitt. Du hast mich beim Hafenbecken aus dem Wasser gezogen, als ich beinahe ertrunken wäre und ich habe nun verhindert, das Kouha dich zwei teilt. Denk also nicht, dass dies eine Geste dafür war, dass ich ein Mitglied der Nebelbande werde. Es war nur, um diese Schuld zurückzuzahlen.“
Sadiq wäre stolz auf mich gewesen. Natürlich hatte ich nie im Hintergedanken gehabt, dass Kassim mir mal das Leben gerettet hatte, es war eine Lüge, aber so gut wie ich sie gerade verkauft hatte, hätte sogar ich mir geglaubt. Vielleicht war Sadiqs Einfluss auf mich doch größer als gedacht, oder er hielt gerade geistig eher als Sündenbock dafür her, dass ich schon wieder log. Immerhin, sollte Kassim sich doch noch daran erinnern, dass er mir das Leben gerettet hatte, konnte er keinen Gefallen mehr einfordern. Es war also eine Win-Win Situation für mich.
„Du solltest deine Bande zurück pfeifen und von hier verschwinden, bevor Kouha kurzen Prozess mit euch macht.“
Auch wenn meine linke Hand wirklich fast taub war, griff ich nach dem Dolch, der vor mir lag und erhob mich wieder. Ich musste weg aus dem Schussfeld. Oder viel eher, genug Abstand zwischen Kassim und mich bringen. Ich wankte mehr, als das ich lief auf Kouhas Seite und fragte mich, ob ich vielleicht schon zu viel Blut verloren hatte. Spüren konnte ich es nicht, da mein Oberteil noch feucht war. Allerdings, da ich noch bei Bewusstsein war, konnte ich davon ausgehen, dass der Blutverlust vielleicht doch nicht so hoch war und ich mir den Rest in einem Anflug aus Panik nur einbildete.
„Wir gehen hier nicht ohne die Reichtümer, die die Bonzen hier verstecken!“
Das war deutlich, was Kassim hier verkündete. Er hatte noch nicht genug, die Schlacht würde weitergehen und seine Leute ließen einen Kriegsschrei ertönen, der bewies, dass sie ihm bis in den Tod folgen würde.

Ein gutes hatte der Schmerz in meiner Schulter. Der rote Nebel konnte mich nicht mehr einlullen. Dennoch gefiel mir nicht, dass Kassim weiterhin erbarmungslos vorgehen wollte. Er hatte doch gesehen, wozu Kouha fähig war.
„Mein Herr, ihr habt soviel Magoi verbraucht...“
Aus dem Nebel traten die anderen beiden Magierinnen von Kouhas Gefolge. War klar, sie hatten ihren Herren und Prinzen immer gut im Blick und bemerkten selbst das, was mir erst jetzt bewusst wurde. Kouha schien körperlich doch etwas angeschlagen. War dieses ständige aktivieren der Riesenklinge etwa noch Kräfte zerrender als sie gleich in dieser Form zu lassen? Mal davon abgesehen, dass Kouha die Riesenklinge nicht anders führen konnte, weil sie wohl auch einiges an Gewicht mit sich brachte. Dieser Kampf musste definitiv schnell enden. Die Frage war nur wie? Was konnte ich noch tun? War es meine Pflicht überhaupt etwas zu tun? Wahrscheinlich nicht. Doch jetzt gab es kein zurück mehr.
„Bringt Erenya weg, ich erledige den Rest.“
Kouha schulterte sich lässig sein Schwert auf, bereit den Angriff auf eine Meute zu wenden, die auf uns fünf zugelaufen kam.
„Aber Herr, was ist mit Junjun?“ Stimmt da war ja immer noch die dritte Magierin, die von Kassims Nebel gefangen war.
„Keine Sorge, ich werde sie beschützen.“
Ich konnte schwören, dass ich hörte, wie die Herzen der drei Magierinnen höher schlugen. Bei wem wäre das nicht der Fall gewesen. Dabei war es doch logisch, das Kouha sie beschützen würde. Sie und seine restlichen Männer, weswegen er so unbarmherzig war. Mal davon abgesehen, hatte Kassim und seine Bande ihm den Abend verdorben.
Ich konnte nicht verhindern dass mir dank eines Seufzers erneut etwas Glück entwich. Das war doch zum Haare raufen. Wer sollte Kouha aufhalten? Oder Kassim?
'Denk nach, denk nach... verdammt dir muss doch etwas einfallen!'
Es gab für mich gerade nur einen Gedanken. Keiner von beiden durfte hier sterben, damit die Geschichte des Magi-Fandoms nicht verändert wurde. Wobei, hätte Kassim den Angriff von zuvor vielleicht doch überstanden? Gab es diesen Angriff auf das Hotel im Fandom überhaupt? Er musste auf jeden Fall weit vor Alibabas Erscheinen spielen.
Ich sah mich erneut auf dem Schlachtfeld um. Gemessen der Menge an Menschen hier... es waren genug um einen Kampf auszutragen, aber noch nicht genug um als Armee gegen den König angehen zu können. Zumindest jetzt nicht mehr. Doch plötzlich, hielt ich inne. Ich musste die Augen etwas zusammenkneifen, denn im Nebel erkannte ich eine vertraute Statur. Es war nicht Alibaba, oder eines der anderen bekannten Mitglieder der Nebelbande. Da stand er einfach... Dieser Mistkerl. Dieser Mistkerl von einem Chef. Auch wenn der Nebel doch etwas dichter war, konnte ich ihn anhand der Statur, der Haltung und sogar sein Gesicht etwas erkennen. Sein Blick lag auf mir, doch kaum dass er merkte, dass ich ihn anstarrte, zog er sich weiter zurück. Dieser Mistkerl. Dieser... Dieser... Argh... ich hatte einfach keine Worte dafür und spürte nur diese Wut in meinem Inneren rumoren. Er hatte einfach da gestanden und beobachtet, wie ich inmitten dieser Hölle stand. Von wegen Gutherzig. Das würde Assad sich anhören müssen, vorausgesetzt, ich kam lebend hier heraus.

Jinjin und Reirei hatten mich, wie von Kouha befohlen, etwas aus der „Schusslinie“ gezogen. Ihre besorgten Blicke galten aber weiterhin ihrem Herren.
„Wenn der Prinz so weitermacht, verbraucht er noch sein Magoi. Wir müssen ihm helfen, Reirei.“
Die beiden Magierinnen waren sich einig, dass es besser war ihren Herren zur Seite zu stehen. Ich erinnerte mich aber daran, dass ich sie im Kampf nie hatte Magie einsetzen sehen. Im Gegenteil, sie hatten ihre Kräfte nur genutzt, um Kouhas Dshinngefäß mit Magoi zu versorgen. Selbst damit waren sie für diesen Kampf noch hilfreicher als ich. Ich war eben keine ausgebildete Magierin, Borg war alles was ich konnte. Ich war auch keine Kriegerin, wenn ich mit dem Dolch einen Treffer landete, war das Zufall. Alles was ich war, was ich konnte, hatte ich bereits innerhalb meines Jobs im Freudenhaus offen gelegt. Alles... Alles?
„Bringen wir das zu Ende!“
Erneut holte Kouha mit seinem Schwert aus und visierte Kassim an, der allerdings ganz ruhig blieb und Kouha mit diesem hasserfüllten, kalten Blick ansah. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper, als das Schwert in seiner Größe erneut niedersauste.
„Verdammt!“ Ein fluchen Kouhas lenkte meine Aufmerksamkeit aber wieder auf den Schwertführer, dessen Arme eingehüllt in schwarzen Nebel gen Boden gezogen wurden.
„Ohne deine Arme und Hände ist es nicht mehr so einfach, dieses Schwert zu führen...“
Nur ganz knapp, weil der Nebel Kouhas Schlagrichtung verzogen hatte, war Kassim dem Angriff entkommen. Den umherfliegenden Brocken wich er fast schon tänzelnd aus. Kassim war nicht einfach nur ein Mann der heiße Luft verbreitete. Er wusste wie man kämpfte und sich verteidigte. Ebenso hatte er schnell analysiert, was Kouhas Schwäche war und sie ausgenutzt. Sicherlich in einem Moment, in dem der Prinz und alle anderen unaufmerksam waren. Selbst ich hatte nicht bemerkt, wie er den Nebel beschworen und auf Kouha zu kriechen lassen hatte.
Damit hatte er die größte Gefahr für seine Leute aus dem Weg geräumt.
„Männer, holt alles was wertvoll ist aus dem Hotel. Ich beende das hier.“
Die Überlebenden der Nebelbande feierten ihren Anführer wie einen Helden. Vergessen schienen die Opfer. Wie herzlos. Sie stürmten der Treppe entgegen, angeführt von Zaynab und Hassan. Jeder der ihnen noch im Weg stand, wurde aufgehalten. Der rote Nebel selbst hatte noch einiges an Kämpfern in seinen Bann und jene die noch ein Schwert besaßen um zu kämpfen, wurden von dem Nebel Hassans entwaffnet.
Ich spürte den Windzug der an mir vorbeilaufenden Banditen, spürte wie sie mich berühren, selbst an der Schulter, die sich immer wieder mit einer neuen Woge des Schmerzes bemerkbar machte.
Ich nahm mit meiner rechten Hand den Dolch aus meiner linken und ging die Treppe hinab, alle Gedanken abschaltend, alle Emotionen ignorierend, erneut bereit zu sterben. Die Magierinnen und einige Wachen versuchten Kassim daran zu hindern sich Stück für Stück Kouha zu nähern, doch er hinderte sie mit seinem Nebel daran. Wenige Meter vor dem Prinzen blieb er stehen. Kouha kämpfte mit aller verbliebenen Macht gegen den Nebel an, doch seine Magie schien zu mächtig.
„Nicht einmal das Kaiserreich Kou scheint mächtig genug gegen mich zu sein.“
„Und das siehst du als Macht?“
Meine Stimme bebte, als ich nahe bei Kassim und Kouha stehen blieb. Ich traute mich nicht weiter, denn spätestens jetzt, hätte Kassim seinen Nebel beschworen und mich wie alle anderen zu Boden geschickt.
„Du glaubst ein blutiger Krieg ist ein Zeichen von Macht? Hast du dich eigentlich schon einmal umgesehen? Sieh es dir an. Gut die Hälfte deiner Leute haben für dich ihr Leben gelassen. Wozu das alles? Was willst du damit beweisen?“
Kassim sah zu mir, die immer noch wegen der Schmerzen weinte, weil sie unerträglich waren. Aber nicht nur wegen der körperlichen Schmerzen, sondern auch wegen der Seelischen.
„Das hier ist nicht einfach ein Kriegsspiel, dass du spielen kannst, wenn dir etwas nicht in den Kram passt. Hier stehen Menschenleben auf dem Spiel.“
„Das weiß ich!“
Der Ausdruck in Kassims Augen verfinsterte sich, als er sich mir zuwandte. Er sah sich nicht um, sondern verschloss auch weiterhin seine Augen vor dem Berg aus Leichen, der wahrscheinlich später nur einmal mehr zu einer Ausrede werden würde, um den Hass auf Kou oder den Adel zu schüren.
„Deswegen kämpfen wir! Weil Balbadd sonst untergeht. Aber jemand aus einem fremden Land kann natürlich nicht wissen, was wir hier durchgemacht haben! Wir wurden immer wie wertloser Dreck behandelt und nun ist es an der Zeit, dass wir uns erheben und jene vernichten, die uns im Weg stehen, bevor sie uns vernichten. Es wird Zeit, dass dieses Reich von jemanden regiert wird, der nicht die Augen vor der Realität verschließt. Der weiß, wie es um das Volk steht und bereit ist, alle Feinde seines Landes zu eliminieren.“
Schubladendenken. Das war doch alles was Kassim besaß. Alles was er konnte. Sein Hass machte ihn unfähig über seinen Tellerrand hinaus zuschauen. Zu erkennen, was das Volk Balbadd vielleicht noch für Wege und Möglichkeiten hatte.
„Du meinst, nur deinem Land geht es schlecht? Du glaubst, nur weil ich aus einem anderen Land stamme, kann ich nicht wissen, wie die Bevölkerung Balbadds leidet? Du bist wie ein naives Kind. Die Welt ist soviel größer und strahlender als du erkennen kannst, aber du wendest dich ängstlich und geblendet ab. Sag mir... Wie hießen die Bewohner dieser Stadt, die heute für dich gefallen sind? Wie waren ihre Namen?“
Kassim schwieg. Natürlich, er kannte keinen einzigen Namen. Kouha hätte die seiner Männer wahrscheinlich noch singen können. Aber nicht Kassim.
„Deine blutige Revolution... Sie wird nur neuen Hass säen. Und wer auch immer dann über Balbadd herrscht, wird von diesem neugesäeten Hass niedergeschmettert. Die Spirale des Hasses wird kein Ende nehmen, bis Balbadd nur noch in Geschichten oder Erinnerungen lebt. Ist es das was du willst? Willst du, dass dieses Königreich eine schwindende Erinnerung wird? Auch wenn ich aus einem anderen Land... Nein, einer anderen Welt komme, kann ich dir das voraussagen. Es mag sein, dass eine Revolution das Land verändern kann, aber niemals zum Guten. Schon gar nicht wenn der Anführer der Revolution... ein Kind ist.“
„Was hast du gesagt?“
Ich wich nicht zurück, als Kassim auf mich zulief und sein Schwert auf mich niedersausen ließ. Ich verdankte es Borg, dass ich überlebte. Schlag um Schlag.
„Und wieder wendest du dich von der Wahrheit ab. So kannst du nicht gewinnen. So wirst du niemals das ursprüngliche Ziel erreichen. Wobei, dieses Ziel, hast du wahrscheinlich schon lange aus den Augen verloren. Du hast nicht das Charisma, damit die Nebelbande erfolgreich wird. Das wirst du niemals haben. Nicht wie du jetzt bist.“
Wütender schlug Kassim mit dem Schwert auf meinen Borg ein. Er war vollkommen auf mich fokussiert und schien Kouha vergessen zu haben. Wut blendete eben doch.
Dennoch, so konnte das nicht weitergehen. Er musste verschwinden. Er und seine Anhänger, die ich bereits hinter mir hören konnte, als sie die Schätze aus dem Hotel trugen. Wahrscheinlich hatten sie Gäste um ihre Reichtümer erleichtert.
„Hör auf... Flieht sofort, bevor...“
Mein Herz schlug mir wild gegen die Brust.
„Bevor was? Was willst du schon tun, mit deinem Schutz? Er wird auch noch brechen!“
Ich holte unbemerkt für Kassim Luft. Jetzt musste ich einfach überzeugen. Nicht nur als Geschichtenerzählerin.
„Oh, du meinst der Schutz ist alles was ich kann? Das zeigt doch nur erneut, wie verblendet du bist. Hier ist er ein Zeichen dafür, dass ich eine Magierin bin. Habt ihr ernsthaft geglaubt, dass ich nur diesen Schutz habe? Nein, ich beherrsche einen Zauber, der mächtig genug ist, dich und deine gesamte Bande zu vernichten.“
Was wusste schon Kassim über mich? Richtig. Nichts. Genauso wie ich nichts über Magie wusste, aber wen interessierte das schon? Ich war auch keine Magierin, aber das wusste Kassim auch nicht.
„Du lügst.“
„Ach, willst du es wirklich darauf ankommen lassen? Wie du siehst, habe ich keinen Zauberstab, was bedeutet, ich kann den Fluss des Zaubers nicht so gezielt einsetzen. Er kann also gut deine gesamte Bande ausrotten und dich verschonen. Doch was dann? Was tust du dann, ohne dein Gefolge? Wer soll dann noch mit dir Krieg spielen?“
Der Ausdruck des Hasses den Kassim schon die ganze Zeit aufgebaut hatte, wurde noch stärker, so dass sein sonst so hübsches Gesicht nur noch eine verzerrte Fratze war.
„Und dieser Typ da, den du beschützen wolltest?“
„Wird leben. Seine drei Magierinnen besitzen denselben Schutz wie ich, also wird es ihn nicht erwischen. Du solltest dir also besser Sorgen um dich machen, statt um Kouha.“
Auch wenn mir die Knie schlackerten, bemühte ich mich nichts von meinen Zweifeln nach außen dringen zu lassen. Wollte Kassim das riskieren? Wenn ja, dann flog ich auf. Wenn nicht... Nun dann hatten wir Glück, oder viel mehr ich. Wir brauchten dieses Glück, weswegen ich seinem Blick standhielt.
„Du hast Glück, dass wir haben was wir wollten.“
Kassim wandte sich von mir ab und sah zu seinen Leuten, die wahrscheinlich angriffsbereit hinter mir standen.
„Wir ziehen uns zurück!“, rief er ihnen entgegen und trat den Rückzug an. Seine Bande folgte ihm, bereichert an Schätzen, aber dennoch mit dem Hauch von Unzufriedenheit, dass sie diesen Kampf nicht vollständig durchgezogen hatten. Dennoch, es war wohl besser für sie... für mich.
So wie sie gekommen waren, im Schutz des Nebels, verschwanden sie wieder und mit ihnen der magische Nebel, von dem Kouha und die anderen befreit wurden. Erst als ich das merkte, sank ich in mich zusammen und ließ einen Bach an Tränen freien Lauf. Überlebt... wir hatten wirklich überlebt.



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So und es ist noch alles dran, selbst der Arm. Dabei wächst in der Regel kein Gras mehr wo Kouha hinschlägt.

Ich weiß, ich sollte mich nicht mehr in Gefahr bringen, aber... *seufz* ich habe böse schädliche Neigungen andere über mich zu stellen. Traurig aber wahr.
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