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Trouble

von nata
Kurzbeschreibung
SongficKrimi, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ellen Bannenberg Nikolas Heldt
26.05.2015
26.05.2015
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2.140
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3 Reviews
Dieses Kapitel
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26.05.2015 2.140
 
Hey :)
Nachdem ich das Ende der dritten Staffel so nicht auf mir sitzen lassen konnte, hab ich mich direkt ans Schreiben gemacht.
Dabei ist diese songfic herausgekommen. Den Song "Trouble" von Coldplay habe ich ausgewählt, da er am Ende der Folge "Carlos letzte Liebe" vorkommt und ich fand dass er sehr gut passt.
Hier findet ihr das Musikvideo: http://www.youtube.com/watch?v=kHg-PhseKOQ
Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und hoffe dass es euch gefällt :)
Über Reviews und Feedback würd ich mich natürlich sehr freuen.
Glg nata




Oh no, I see
A spider web it’s tangled up with me
And I lost my head
The thought of all the stupid things I said


“Zum Start stellen Sie bitte die Rückenlehne senkrecht und klappen Sie bitte die Tische zurück. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wir wünschen Ihnen nun einen angenehmen Flug. Danke, dass Sie heute mit uns fliegen.“
Nikolas Heldt rutschte ein wenig tiefer in seinen Flugzeugsitz und schloss die Augen während er darauf wartete, dass das Flugzeug startete. Etwas mehr als zwei Wochen nachdem er Bochum Hals über Kopf verlassen hatte um denjenigen zu finden der die Ermordung seiner Eltern beauftragt hatte, befand er sich auf dem Rückflug von Mallorca. Obwohl er sich an einem beliebten Touristenziel aufgehalten hatte, war seine Zeit auf der Insel keineswegs angenehm oder erholsam. Mehrmals schien es, als hätte er eine heiße Spur gefunden, doch jedes Mal hatten sich die Hinweise wieder als falsch erwiesen. Die Mailadressen die er von Frau Dr. Holle erhalten hatte waren einfach nicht mehr zurückzuverfolgen. Letztendlich musste der Kommissar einsehen dass es keinen Sinn hatte weiter zu suchen. Auch wenn es ihm sehr schwer fiel aufzugeben. Wie sollte er jemals Ruhe finden, wenn er wusste dass der Mörder seiner Eltern noch frei herumlief? Während sich das Flugzeug langsam in Bewegung setzte dachte Heldt besorgt daran, was ihn zu Hause erwarten würde. Seit jenem Abend, an dem ihn seine Vergangenheit wieder eingeholt hatte, hatte er sich bei keinem mehr gemeldet. Er hatte einfach keine Lust auf Vorwürfe gehabt und konnte nur noch an sein Ziel denken. Carlo würde ihn verstehen, auch wenn er absolut nicht begeistert von seiner Idee, den Fall selbst in die Hand zu nehmen gewesen war. Ebenso Achmed. Beide kannten ihn und wussten wie sehr Nikolas die Ermordung seiner Eltern selbst nach all den Jahren noch belastete. Was ihm mehr Sorgen bereitete war der Gedanke an seine Kollegen. Würde Grün ihm Ärger machen? Nun, eine Standpauke würde er mit ziemlicher Sicherheit über sich ergehen lassen müssen, doch könnte sein „Ausflug“ dienstliche Konsequenzen haben?
Wie sollte er Ellen gegenübertreten? Ein Problem das Nikolas während seiner Abwesenheit oft nachdenklich gemacht hatte. Müde, da er in den letzten Wochen vor Unruhe kaum Schlaf gefunden hatte, fuhr er sich übers Gesicht und sah aus dem Fenster der Maschine. Mittlerweile befand sich das Flugzeug schon hoch über den Wolken. Ihm blieb also um sich eine gute Entschuldigung zurecht zu legen. Dieses Mal würde es nicht mit einem lockeren Spruch und ein paar Pralinen getan sein. Was wenn er es sich jetzt endgültig bei der Staatsanwältin verdorben hatte? Aufgeben kam für Nikolas nicht mehr in Frage, dafür war sie ihm viel zu wichtig. Er war lange genug vor seinen Gefühlen weggelaufen, das war ihm in den letzten Wochen klar geworden. Er wollte nun die Geschehnisse seiner Kindheit endlich hinter sich lassen und sich auf seine Zukunft konzentrieren, wie es ihm seine Freunde geraten hatten. Vielleicht sogar mit Ellen zusammen. Doch soweit traute er sich im Moment noch nicht zu denken. Erst einmal musste er versuchen, die Enttäuschung und den Schmerz den er verursacht hatte wiedergutzumachen. Er könnte es durchaus verstehen, wenn die Staatsanwältin ihm keine Chance mehr geben würde. Er hatte in den letzten Wochen viel über seine Beziehung zu Ellen Bannenberg nachgedacht. So oft schon hatte er sie enttäuscht und verärgert, und immer hatte er sich darauf ausgeruht, dass sie ihm schon wieder verzeihen würde. Erst nach ihrem großen Streit vor einigen Monaten hatte Heldt sich vorgenommen sie nicht wieder zu enttäuschen. Und trotzdem hatte er es schon wieder getan. Je mehr er darüber nachdachte, umso wütender wurde er auf sich selbst. Zu lange hatte er gebraucht um zu sehen, dass die blonde Staatsanwältin das Beste war, was ihm passieren konnte und selbst dann war er jedes Mal davongelaufen wenn es drohte ernst zu werden. Und dann machte sie gleich mehrere Schritte auf ihn zu und was tat er? Er ließ sie sitzen um einem Phantom nachzujagen. Das war für ihn mit das schlimmste an der Sache. Sein überstürzter Aufbruch, den Schrecken den er seinen Freunden eingejagt hatte, all das war umsonst gewesen. Weder war er dem wahren Mörder seiner Eltern näher gekommen noch hatte er mit dieser Aktion für sich selbst die ersehnte Ruhe vor dem Geschehenen gefunden.

Oh no what’s this
A spider web and I’m caught in the middle
So I turned to run
The thought of all the stupid things I’ve done


Währenddessen saß Ellen Bannenberg in Bochum in ihrem Büro und erledigte angefallene Aktenarbeit. Nach außen schien sie konzentriert zu arbeiten, doch in  ihrem Innern herrschte Chaos. Egal wie sehr sie es versuchte, ganz abschalten konnte sie ihre Gedanken an Nikolas Heldt nicht. Auf der einen Seite machte sie sich Sorgen um ihn, da sie seit seinem Verschwinden nichts mehr von ihm gehört hatte, auf der anderen Seite war sie jedoch wütend und enttäuscht. Wieder einmal hatte er sie sitzen lassen obwohl sie verabredet gewesen waren. Obwohl er sie nach allen Ereignissen ausdrücklich gebeten hatte, die Verabredung aufrecht zu erhalten. Es machte sie auch traurig, dass Nikolas weiter einem Gespenst aus seiner Vergangenheit nachjagte obwohl sie ihn angefleht hatte sein Leben nicht von diesen Menschen zerstören zu lassen. Das ganze Team hatte in den letzten Wochen mit Hochdruck an dem Fall gearbeitet. Auch wenn es noch so unwahrscheinlich schien Erfolg zu haben. Die Staatsanwältin hatte nicht aufgegeben, bis sie den Oberstaatsanwalt und das LKA davon überzeugt hatte, dass Anne Lerch nicht bloß eine Zeugin war, sondern auch maßgeblich an diversen Straftaten wie der Ermordung von Erik und Sarah Heldt beteiligt gewesen war. Zum dritten Mal in 10 Minuten sah Ellen auf ihr Hady, sie hoffte immer noch ständig auf eine Nachricht von Heldt. Es machte sie unruhig und nervös nicht zu wissen wo er war und ob es ihm gut ging. Ein Gefühl an das sie sich erst hatte gewöhnen müssen. Wenn er doch wenigstens sein Handy nicht ausgeschaltet hätte. Dann hätte sie ihm schon vor Tagen mitteilen können, dass die Akte Heldt nun endgültig würde geschlossen werden können. Zusammen mit dem LKA konnten die Personen hinter den E-Mail-Adressen gefunden werden und alle Straftaten konnten ihnen lückenlos nachgewiesen werden. Doch Heldt war immer noch nicht zurückgekehrt und suchte umsonst.
Zunächst hatte Ellen sich gewundert, dass sie nicht einfach nur wütend auf ihn sein konnte. Es war wohl einfach schon zu viel zwischen ihnen passiert, als das sie einfach wieder eine Distanz zu ihm hätte aufbauen können. Außerdem wollte sie sich auch gar nicht mehr von ihm fernhalten. Es würde mit Sicherheit nicht problemlos werden, dazu waren sie zu verschieden. Doch warum es nicht versuchen? Schließlich mochte sie ihn ja wirklich,  sie fühlte sich sehr zu ihm hingezogen, das konnte sie jetzt definitiv nicht mehr leugnen. Doch was würde passieren wenn er wieder zurückkam? Würde sie ihm einfach verzeihen können wie sie sich das vorstellte, konnte sie immer noch so viel Verständnis für ihn aufbringen oder würde sie sich an das Gefühl erinnern das sie überkam als Carlo ihr diesen Zettel brachte und sie erkannte dass er wieder davongelaufen war? Dann würde diese Enttäuschung zwischen ihnen stehen. Ellen klappte ihren Ordner zu und stütze ihren Kopf auf ihre Hände als es plötzlich an der Tür klopfte. „Herein“ seufzte sie und blickte zur Tür die sich langsam öffnete. Als sie sah wer da im Türrahmen stand ließ sie vor  Überraschung langsam ihre Hände sinken.

And oh I never meant to cause you trouble
And oh no I never meant to do you wrong
And oh well if I ever caused you trouble
Oh no I never meant to do you harm


“Nikolas” Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Oder wie „Hallo.“ Angesprochener betrat das Büro, schloss die Tür hinter sich und sah zu Boden während er nervös seine Hände knetete Ellen räusperte sich. Kurz überlegte sie ob sie ihn weiter duzen oder wieder zum Sie übergehen sollte. „Wo…wo kommst du her?“ Überrascht sah Nikolas zu ihr auf. „Mallorca.“ „aha.“ Im Raum machte sich betretenes Schweigen breit. „Es tut mir leid.“ Nikolas durchquerte das Büro bis zu Ellens Schreibtisch und suchte ihren Blick. „Ich hoffe es.“ Die Staatsanwältin stand auf, sodass die beiden direkt voreinander standen. Ihre Blicke trafen sich und Ellen konnte Traurigkeit in den Augen Kommissars erkennen. Und noch etwas anderes was sie nicht genau deuten konnte. Sofort wurde sie von einer Welle Mitgefühl erfasst und das verräterische Kribbeln in ihrem Bauch kehrte zurück. Vergessen war die Enttäuschung und Wut die sie gespürt hatte als er einfach verschwunden war. Sie wollte einfach nur für Nikolas da sein. Aus einem Reflex heraus überbrückte sie den Abstand zwischen ihnen und zog ihn in eine Umarmung. Zunächst war er überrascht, hatte er doch mit Abweisung gerechnet, doch dann entspannte er sich und legte seine Arme um die Blondine um sie noch näher zu sich heranzuziehen. Beide genossen die Nähe und spürten erst jetzt die Nähe und spürten erst jetzt mit voller Wucht wie sehr sie den andern wirklich vermisst hatten. „Es ist vorbei. Die Menschen hinter dieser dubiosen Immobilien GmbH wurden letzte Woche verhaftet.“ Ellen hatte die Umarmung gelöst und sah Nikolas an. Ungläubigkeit zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. „Was?“ hauchte er. „Nachdem du weg warst haben Herr Grün und Herr Korthals weiter ermittelt. Zusammen konnten wir mit Hilfe der entsprechenden Beweise das LKA und den Oberstaatsanwalt davon überzeugen dass Anne Lerch keineswegs unschuldig ist. Wir konnten herausfinden dass sie zusammen mit einem gewissen Markus Bauer eine der Haupttäter hinter der BTL Immo GmbH zu der auch die E-Mail Adressen führten war.“  Heldt fuhr sich, überwältigt von diesen Nachrichten, mit der Hand übers Gesicht. „Das heißt ich habe umsonst gesucht. Die Täter waren die ganze Zeit hier Bochum?“ Nikolas Stimme wurde lauter, Ellen nickte bestätigend. „Hättest du dich mal gemeldet, hättest du es mitbekommen.“ Nikolas konnte den Vorwurf in ihrer Stimme hören und spürte sein schlechtes Gewissen in sich aufsteigen. Er blickte sie entschuldigend an, wusste er doch dass sie allen Grund hatte, sauer zu sein. „Ich musste es einfach versuchen. Es hätte mir sonst keine Ruhe gelassen.“ „Ich weiß. Es ist nur…wir haben uns alle Sorgen gemacht.“ Ellen machte eine kurze Pause und schluckte. „Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“ Überrascht von diesem Geständnis machte Heldt einen Schritt auf sie zu, sodass sie sich fast berührten. Liebevoll sah er sie an. „Ich hab dich vermisst.“ Flüsterte er mit belegter Stimme bevor er zögerlich seine Hand hob und ihr zärtlich eine Strähne aus ihrem Gesicht strich. Die sonst so kühle Staatsanwältin spürte wie ihre Knie weich wurden und erschauderte unter der kurzen Berührung. „Es tut mir wirklich so Leid dass ich euch mit dem Fall alleine gelassen hab. Ich hab wieder viel zu überstürzt gehandelt.“ „Ich hab dir doch versprochen, dass ich alles tun werde um die Verantwortlichen zu finden.“ Unterbrach sie ihn und lächelte sanft. Nikolas spürte wie ihn all seine Gefühle für „seine“ Staatsanwältin ergriffen. Wie sehr er sie liebte! Ja, das es Liebe war, dessen war er sich nun sicher. Doch ging es ihr genauso? In ihrem Blick konnte er so viel Gefühl erkennen, dass ihm fast schwindlig wurde. Doch da war auch noch etwas anderes: Unsicherheit.
„Was ist das zwischen uns?“ fragte sie ihn leise. „Lass es uns doch endlich herausfinden“ bat der Kommissar bevor er ihr Gesicht liebevoll in seine Hände nahm und sie sanft und vorsichtig küsste. Sofort erwiderte sie den Kuss und schlang ihre Arme um seinen Nacken. Zu lange schon hatten beide ihre Gefühle unterdrückt. Als sie den Kuss beendeten konnte Heldt ein Strahlen in ihren Augen sehen, welches ihm warm ums Herz werden ließ und er beschloss, dass die Staatsanwältin es wert war, dass er sich für sie änderte. „Es wird vielleicht nicht einfach werden und wir sollten uns Zeit lassen, aber ich will dass wir es versuchen… Aber bitte lass mich wieder so sitzen ohne dich zu melden.“  Bat sie ihn ernst, woraufhin er nickte. „Ich verspreche es wirklich. Es ist mir wirklich ernst mit uns. Ich werde nicht mehr davon laufen.“ Beide wussten, dass sie Zeit brauchen würden um sich an die neue Situation zu gewöhnen und an sich zu arbeiten, doch sie waren auf einem guten Weg. Und der Anfang war endlich gemacht.
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