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Ich wollte ihn nur einmal sehen...

von 080692
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Der Tod
25.05.2015
20.02.2019
77
85.786
18
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
25.05.2015 563
 
Hallo Leute,
dies ist meine erste FF zu diesem Thema. Ich hoffe, sie findet ein paar Leser. Ich finde ja, es gibt viel zu wenig Fanfiktions in denen es um den Tod und eine OC geht. :) Hinterlasst mir doch eure Meinung. ^^

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Diana saß auf der Fensterbank in ihrem Zimmer und starrte auf die ausgestorbene Fußgängerzone, während sie sich über Kopfhörer mit lauter Musik beschallen ließ. Wie seit einiger Zeit ständig hörte sie Lieder aus dem Musical „Elisabeth“, vorzugsweise „Der letzte Tanz“, „Die Schatten werden länger“, den Prolog und „Wenn ich tanzen  will“.

Das Mädchen mit den gefärbten Haaren seufzte. Ihr Haar glänzte violett im Schein von den Laternen und dem Mond. Ihr war klar, dass sie sich nur in ihre Träumereien verrannte, doch wer wollte nicht glauben – oder besser hoffen, dass es den Tod, wie er im Musical dargestellt wurde, wirklich gab. Doch wenn es ihn gab, dann war es für Diana dennoch viel zu unrealistisch, dass er jemals sie so wahrnehmen könnte, wie Elisabeth.

Sie war nicht „schön“.

Sie war nichts Besonderes.

Was sie konnte, das konnten viele – und dann wohl auch noch besser.

Sie hatte nur ihre Träume, ihre Fantasie, doch nicht mal in ihren Vorstellungen würde sie ihn in ihren Armen halten dürfen. Sie durfte nicht, erlaubte es sich selbst nicht.

Weil sie sich selbst nicht liebte.


Wie gerne wäre die 23-jährige Studentin frei. Eine Träne lief über ihre Wange, als sie sich vom Fenster abwandte. „Es bringt doch nichts. Ich werde niemals frei sein.“, murmelte sie leise vor sich hin. Ihr kummervolles Herz schlug heftig in ihrer Brust, als sie sich auf ihr Himmelbett legte und die Decke  anstarrte. „Aber ich würde dich nur zu gerne einmal sehen. Wissen, ob es dich gibt oder ob ich mich nur wieder in etwas hineinsteigere, was unmöglich ist.“ Ihr leises Flüstern verklang scheinbar ungehört im Zimmer. Traurig schloss sie die Augen und legte ihre Brille neben das Bett. Während in Dauerschleife die Musik erklang schlief sie langsam ein.



Der Tod spürte bereits seit einiger Zeit ein starkes Sehnen einer Seele. Sie wollte unbedingt zu ihm. Vermutlich wieder ein Selbstmörder, der ihn in seiner Todessehnsucht rief und er – er musste folgen. Vielleicht ein suizidgefährdeter Teenager oder eine überfoderte Mutter, die mit der Erziehung ihrer Kinder nicht klar kam. Aber Arbeit ist nun mal Arbeit. Er hatte Seelen zu holen, besonders, wenn sie so sehr nach ihm riefen. Und wie überrascht war er, als das Mädchen oder eher die junge Frau, zwar nicht glücklich wirkte, aber keinesfalls depressiv war. Sie schien auch nicht vorzuhaben sich umzubringen.

Ein Schmunzeln schlich sich auf seine Züge als er hörte, was sie vor sich hin flüsterte. Ein leises Lachen entkam ihm, welches von Diana jedoch nicht gehört wurde. Seit es das Musical gab, erlebte er es öfter, dass ihn jemand kennenlernen wollte, doch bei keinem hatte dieser Wunsch eine solche Stärke, dass er es mit Todessehnsucht verwechselte. Das Mädchen verwirrte ihn.

Sollte er ihr die Möglichkeit geben, ihn zu sehen? Sollte er ihr einfach einen Todeskuss geben, wenn sie sich schon so nach ihm verzehrte? Er betrachtete sie eine Weile schweigend. Aber nicht heute. Er wandte sich ab und verließ das Zimmer. Doch irgendwie hatte sie etwas an sich. Vielleicht würde es interessant werden, sich ein wenig mit ihr zu beschäftigen.
Das Einsammeln von Seelen und die Ewigkeit konnten schließlich ziemlich langweilig sein.
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