Sturmgewitter

von Elfafram
GeschichteDrama, Romanze / P18
25.05.2015
27.09.2015
20
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Sturmgewitter

Hier kommt mein neustes Projekt, die Geschichte wie sich Elaine und Danjiele kennen und lieben gelernt haben. Sie ist dieses Mal etwas düsterer und anders geschrieben wie Schatten der Nacht, aber ich hoffe das stört euch nicht (für die, die meine andere FF gelesen haben). Kleine Vorwarnung, die beiden werden eine Weile brauchen. Diese Geschichte wird definitv länger.

Disclaimer: Die Welt des Stammes gehört nicht mir, sondern Lara Adrian. Nur meine eigenen Charas gehören mir.

Vorab: Ich werde versuchen regelmäßig hochzuladen, Tag ist der Montag. Das Konzept steht schon, die Kapitel müssen nur ausgearbeitet werden. Geplant sind 22 Kapitel + Epilog (Änderungen vorbehalten)



Kapitel 1: Ewige Nacht



Ende des 19. Jahrhunderts ...

Ängstlich rannte Elaine durch die Nacht, durch die dunklen Gassen der Stadt. Das Ungeheuer kam immer näher. Sie konnte seine schweren Schritte immer näher kommen hören. Immer lauter polterten sie auf den Steinböden. Ihr Keuchen hallte von den Wänden wieder. Elaine rannte immer weiter, ihre Angst wurde immer größer. Wurde zu nackter Panik. Sie bekam das Gefühl nicht los, dass dieses Ungeheuer mit ihr spielte, sie absichtlich durch die Stadt jagte. Sich an ihrer Angst ergötzte.
Der Himmel war verhangen von tiefen Wolken, die das komplette Licht des Vollmondes und der Sterne verschluckte. Sie stolperte durch die Straßen, ohne wirklich etwas zu sehen. Ihr Verfolger schien keine Probleme mit der absoluten Dunkelheit dieser klirrenden Dezembernacht zu haben. Seine Schritte erklangen sicher und dröhnend hinter ihr. Es war Unheil verkündend.
Keine Straßenlaterne brannte in dieser schäbigen Gegend. Die Laternenanzünder trauten sich schon lange nicht mehr hier her. Zu groß war die Angst vor Übergriffen. Der Abschaum hier wurde immer schlimmer und aggressiver. Aber er kannte auch keine andere Möglichkeit zu überleben. Die Bewohner dieser Gegend waren einfach zu arm. Und seit einigen Jahren gehörte auch Elaine zu diesem Abschaum. Sie schaffte es gerade so zu überleben. Daher wusste sie, dass das Ungeheuer hinter ihr viel schlimmer als der Abschaum war. Es war das schlimmste, das sie je gesehen hatte.
Schon länger wusste sie nicht mehr wohin sie lief. Sie hatte keine Orientierung mehr, versuchte einfach nur einen möglichst großen Abstand zu ihrem Verfolger aufzubauen, obwohl ihr längst bewusst war, dass dieses Vorhaben absolut unmöglich war. Elaine würde diesem Ungeheuer nicht entkommen können. Dies würde ihre letzte Nacht in diesem Leben sein.
Sie wusste nicht ob sie die Tatsache an sich wirklich so schlecht war, ihr Leben war schrecklich und sie sah keine Verbesserung für die Zukunft. Sie war am untersten Ende der Gesellschaft angekommen und sie sah keine Chance wieder auf steigen zu können.
Ihr Vater war einst ein erfolgreicher Händler und Geschäftsmann gewesen, doch er geriet an die falschen Partner. Innerhalb eines Jahres verlor die Familie alles, was sie hatte. Elaines Vater konnte die Last seine Familie zu Grunde gerichtet zu haben nicht ertragen. Nur wenige Wochen nach dem sozialen Absturz begann er Selbstmord. Seine Leiche fand man nie, aber einen Abschiedsbrief, in dem er seine Frau und Tochter um Vergebung bat.
Elaine warf noch einen letzten panischen Blick nach hinten.
Fehler!
Sie rannte gegen etwas hartes, unnachgiebiges und prallte zurück. Stürzte und erkannte: Sie saß fest. Das Ungeheuer hatte sie direkt in eine Sackgasse getrieben.
Es war vorbei, endlich vorbei. Ein Schalter legte sich in ihrem Inneren um. Die Panik war auf einmal verflogen. Die Ruhe selbst drehte sie sich um und sah gelassen ihrem Ende entgegen. Dort stand bereits das Monster, das sie gejagt hatte. Durch die dunkle Nacht. Es stand da, wie das furchterregendste Raubtier dieser Erde. Hoch aufgerichtet, die Muskeln angespannt. Die Hände zu Klauen geformt. Das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzogen. Die Augen leuchteten unheilvoll wie hellstes Bernstein. Die Pupillen als schmale Schlitze zu erahnen.
Die aufgesprungenen Lippen war mit einem dunklen Knurren nach hinten gezogen und entblößten riesige Fänge. Geifer tropfte auf seine dreckige Kleidung, die mehr als Lumpen zu erahnen waren.
Sie hatte es gewusst. Es war nicht das erste Mal, dass sie einem solchen Monster begegnet war. Das erste Mal hatte sie nur knapp überlebt.

***Flashback***


Es war eine ruhige Nacht. Elaine saß in ihrem Bett und beobachtete den Sternenhimmel. Sie war zarte fünfzehn Jahre alt. Doch sie war nicht so unbeschwert, wie es ein Mädchen in ihrem Alter sein sollte. Es war drei Jahre her, dass ihr Vater Selbstmord begangen hatte. Drei Jahre in denen ihre Mutter und sie in einer Kleinstadt nahe London versuchten zu überleben. Ihre Mutter nahm jede Arbeit an, den sie bekommen konnte und Elaine versuchte sie so gut es ging zu unterstützen. Nichts erinnerte mehr an die stolze, schöne Frau, die ihre Mutter an der Seite eines großen Händlers gewesen war. Sie war eine Lady gewesen und jetzt kroch sie durch den Dreck anderer um ein wenig Geld zu verdienen. Geld das gerade genügte um zu überleben.
Doch eines war Elaine bewusst. Sie musste sich darauf vorbereiten in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Bald würde sie sich einen Mann suchen müssen. Falls es einen gab, der sie wollte. Wenn sie ihrer Mutter nicht belasten wollte.
Es gab Tage oder sogar Wochen, in denen sie bei weitem nicht genug zu Essen hatten. Ihr Mutter verzichtet gerne darauf. Ihr war es lieber, dass ihre Tochter halbwegs satt wurde. Elaine hasste es, wenn sie dies tat. Wusste sie doch, wie hungrig ihre Mutter sein musste.
Sie waren wieder in solchen Wochen gefangen. Ihr Mutter hatte einen ihrer Arbeiten verloren, da sie nicht gewillt war für den Herren, für den sie putzte alles zu tun. Er war zu aufdringlich geworden, sie hatte sich erst gewehrt und war dann gegangen. Elaine bewunderte sie dafür, dass es eine Grenze zog, die sie niemals überschreiten würde.
So saß Elaine hier in ihrem Zimmer, sah in den Sternenhimmel und hörte ihrer Mutter beim weinen zu. Sie wusste, ihr Mutter wollte nicht, dass sie sah wie verzweifelt sie war, wie sehr sie litt. Daher würde Elaine sie nie darauf ansprechen, aber sie wusste, jede Nacht weinte sich ihre Mutter in den Schlaf, sobald sie glaubte ihre Tochter würde schon längst schlafen und nichts mitbekommen.
Es zerriss Elaine das Herz ihr Mutter so leiden zu wissen, ohne die Möglichkeit zu haben ihr zu helfen.
Plötzlich ertönten dröhnende Schritte auf der Treppe. Die Stufen knarzten. Sie wusste sofort, dass dies nicht ihre Mutter sein konnte. Diese Schritte gehörten zu einer viel schwereren Person, zu einem Mann. Es war ein Fremder, ein Einbrecher in ihrem Haus. Sie wohnten nicht in der besten Gegend, aber in ihrem Haus war noch nie jemand eingedrungen.
Ängstlich lauschte Elaine den Schritten, versuchte zu erahnen wohin der Mann ging. Die Schritte hielten kurz vor ihrer Zimmertür inne. Erschrocken hielt sie den Atem an. Kein Laut kam über ihre Lippen. Der Mann verharrte für einen Moment und ging dann weiter. Ihr Mutter hatte auf gehört zu weinen. Entweder sie schlief oder hatte ebenfalls bemerkt, dass sie nicht mehr alleine waren.
Eine Tür wurde quietschend geöffnet und mit Schrecken erkannte Elaine: Es war die Tür ihrer Mutter. Im nächsten Moment wünschte sie sich, dass er nicht weiter gegangen war, sondern zu ihr ins Zimmer gekommen wäre. Sie konnte damit umgehen, wenn man ihr Schaden zufügte, aber nicht ihrer Mutter, die wollte, musste sie beschützen. Sie hatte schon genug gelitten in ihrem Leben. Denn ein mörderischer Schrei erzitterte das ganze Haus.
Voller Panik sprang Elaine aus dem Bett und stürzte in das Schlafzimmer ihrer Mutter. Ein wahres Monster kniete über ihr und saugte an ihrem Hals. Elaines Mutter schrie, versuchte diesen Mann von sich zu schieben. Blut quoll unter seinem Mund hervor, tränkte das Bettlaken und ihr wurde bewusst, dass der Mann das Blut ihrer Mutter trank. Ohne wirklich zu wissen was sie tat, sprang Elaine vor und stieß das ihn von ihrer Mutter herunter. Zumindest hatte sie das vor. Doch er blieb wo er war und fuhr knurrend herum. Er war nicht sehr erfreut darüber bei seiner abartigen Mahlzeit gestört zu werden.
Erschrocken zuckte Elaine zurück, vor ihr saß eine Bestie mit glühenden Augen und lange, scharfen Fangzähnen. Blut tropfte von ihnen herab, das Blut ihrer Mutter, blanke Wut durchzuckte ihren Körper. Sie blinzelte, im nächsten Moment stand er vor ihr. Griff mit seinen Händen nach ihr und fuhr erschrocken, wütend schreiend zurück. Die Bestie sah Elaine an, als würde sie nicht verstehen, was passiert war.
Dies war ihre Chance, sie streckte eine Hand aus und legte ihre ganze Wut in sie hinein. Ein Blitz schoss ab und traf die Bestie, diese sackte zuckend zusammen, schrie jämmerlich, während sie starb. Elaine ignorierte sie und rannte zu ihrer Mutter. Eine klaffende Wunde prangte an ihrem Hals. Das Blut rann in strömen. Fast das ganze Bett war schon rot.
„Mutter“, keuchte sie atemlos. Griff nach der Decke und drückte diese gegen sie Wunde. Hoffte, dass ihre Mutter überleben würde. Sie hatte schon viel Blut verloren. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn sie es überwinden würde.
„Bitte! Bleib bei mir!“, flehte Elaine.
Ihre Mutter sah sie mit glasigen, leeren Blick aus ihren einst so strahlend, blauen Augen an.
„Es tut mir leid, mein Schatz“, flüsterte sie mit leiser, gebrochener Stimme.
Blut quillte dabei aus ihrem Mund und erschwerte ihr das Reden. Ihre Brust hob sie stockend, bevor der letzte Atemzug ihren Körper verließ. Ihre Augen blickten leer an die Decke.
Sie war fort.
Tot!
„NEIN! MUTTER!“, schrie Elaine verzweifelt.
Jetzt hatte sie ihren letzten Halt verloren. Sie ließ all ihre Wut und Trauer freien Lauf. Blitze schossen durch den ganzen Raum, sprengten die Wände, zersplitterten Möbelstücke. Setzten alles in Brand. Splitter, teilweise brennend flogen durch die Luft, zerschnitten Elaines Körper, die im Zentrum der Zerstörung kniete. Sie wusste ihr Überlebensinstinkt sollte angestellt werden. Sie sollte fliehen, aber sie konnte nicht. Blieb neben dem Bett ihrer Mutter hocken und weinte.
Alles um sie herum ging in Flammen auf.

***Flashback Ende***


Elaine fiel wieder die schlimmste Nacht ihres Lebens vor fünf Jahren und wie sie dort raus gekommen war ein. Sie war am nächsten Morgen schwerverletzt im Pfarrerhaus aufgewacht, jemand hatte sie vor einer Kirche abgelegen.
Wieder sammelte sie diese Wut der Vergangenheit in ihrem Inneren und schleuderte mehrere Blitze auf das Ungeheuer vor ihr. Dieses brach tot zusammen. Sie warf nur noch einen kurzen Blick darauf, bevor sie in die Dunkelheit stolperte. Die Blitze hatten für einen Moment die dunkle Gasse erhellt, doch jetzt war es wieder stockdunkel in dieser ewigen Nacht.
Nach einigen hundert Metern brach sie zusammen. Ihr ganzer Körper zuckte, als würden immer noch hunderte Blitze hindurch jagen. Sie wusste, diese Fähigkeit würde sie eines Tages noch vernichten.
Aber das war ihr egal.

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Seit Jahren beobachtete er die Roguepopulation in London und Umgebung. Sie wurde immer größer und er hatte einiges zu tun um sie gering zu halten. Er wusste in Amerika gab es noch den Orden, der seit Jahrhunderten die Rogue auf radikale Weise jagte, doch der war zu weit weg und wusste vermutlich nicht wie es in der übrigen Welt aussah. So musste sich der Stamm selbst helfen. Doch nur wenige wollten sich die Hände schmutzig machen, so wie Danjiele Blake es fast jede Nacht tat. Er war schon seit einiger Zeit aus dem dunklen Hafen seiner Familie ausgezogen. Sie hatte seitdem mit ihm gebrochen. Sein Vater hatte in enterbt. Danjiele kümmerte das reichlich wenig. Er kam alleine besser zurecht, wie mit seiner Familie.
Auf seiner Jagd war er fünf Jahren auf ein brennendes Haus gestoßen, besser gesagt hatte seine Gabe ihn dorthin geführt. Sie hatte ihm gezeigt, dass sich noch jemand darin befand. Es war ein Mädchen gewesen, das neben der Leiche einer Frau, die Mutter, so vermutete er gekniet hatte. Neben den beiden befand sie eine weitere Leiche im Zimmer. Die Leiche eines Rogue. Dieser hatte ein wahres Blutbad angerichtet, denn die beiden Frauen waren blutüberströmt. Es war für ihn unerklärlich wie das Mädchen den Angriff überleben konnte.
Kaum hatte Danjiele das Haus mit dem Mädchen verlassen, stürzte das obere Stockwerk ein. Das Haus war bereits davor in einem schlechten Zustand gewesen, aber das Feuer zerstörte es jetzt endgültig.
Er wusste nicht genau, was er mit dem Mädchen tun sollte, er selbst konnte sich nicht um sie kümmern, so legte er sie vor einer Kirche ab, in der Hoffnung ihr so helfen zu können. Ein feiner Hauch von Wald und Wildrosen durchbrach den metallischen Geruch des Blutes und umgab sie und er wusste, diesen Geruch würde er niemals vergessen.
Und er vergaß ihn auch nicht.
So erkannte er den leichten Hauch wieder, der in den dunklen Gassen Londons zog. Ohne es wirklich zu koordinieren, folgte Danjiele der Duftspur. Sie wurde immer stärker und hinzu kam der beißende Gestank von Angst. Sofort beschleunigte er seine Schritte und blieb am Eingang zu einer kleinen Sackgasse stehen.
Das Bild, das sich ihm bot war kaum zu glauben.
Da stand das junge Mädchen, das Danjiele vor fünf Jahren aus dem brennenden Haus gerettet hatte. Sie war entspannt, vielleicht sogar entschlossen. Als Mädchen konnte sie nicht mehr angesehen werden. Sie war zu einer jungen, hübschen Frau gereift. Von der Angst, die sie zuvor verspürt haben  müsste, war nichts zu sehen, nicht mehr.
Ihr gegenüber stand ein Rogue, kurz davor sie anzufallen. Danjele wollte schon eingreifen, als sie entschlossen eine Hand hob, ihr blauen Augen glitzerten, die blonden Haare umfingen ihre Gestalt wie ein Heiligenschein.
Sie sah aus wie ein weiblicher Erzengel.
Die Luft fing anzuknistern.
Plötzlich wurde die Sackgasse taghell und Danjiele musste sich geblendet abwenden. Mehrere Blitze fuhren  über die ausgestreckte Hand der Frau uns schossen auf den Rogue zu. Dieser brach tot zusammen und Danjiele verstand wie sie es geschaffte hatte den ersten Angriff zu überleben und weshalb das ganze Haus bis auf die Grundmauern abgebrannt war.
Die junge Frau torkelte an ihm vorbei, ohne ihn zu bemerken, besorgt folgte Danjiele ihr und sah zu wie sie zuckend zusammenbrach. Nach einigen Augenblicken sackte sie bewusstlos zusammen. Er wusste, er musste ihr helfen. So hob er sie auf seine Arme. Doch dieses Mal würde er sie nicht vor einer Kirche ablegen, weshalb er sie zu sich nach Hause brachte. Dieses Mal würde er sich persönlich um sie kümmern.
Der Duft nach Wald und Wildrosen umhüllte ihn, von dem er jetzt wusste, dass er ihr Blutduft sein musste. Obwohl er ihr Stammesgefährtinnenmal nicht gesehen hatte, war er sich dessen sicher. Nur eine Stammesgefährtin konnte in der Lage sein Blitze zu erzeugen.
Ihr Zusammenbruch war der Tribut, den die junge Frau für diese Gabe zahlen musste. Es musste sie eine Menge Kraft gekostet haben, so viel Energie zu bündeln.
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So das war das erste Kapitel, ich hoffe es hat euch gefallen.
LG eure Elfafram
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