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Love of my life

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
25.05.2015
27.05.2015
8
12.284
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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25.05.2015 1.180
 
Los geht's! Die ersten Kapitel sind abwechselnd aus Janas bzw. Oles Sicht geschrieben. Hier beginnt Jana, die Geschichte zu erzählen. Wie immer gilt das Zirpische Gesetz: Ole Plogstedt gehört sich selbst, ich leihe ihn mir nur zum Spielen aus, und gebe ihn unversehrt zurück. Ich verdiene kein Geld mit der Geschichte, und zeichne bewusst keine Biographien nach-meine Werke sind rein fiktiv ;)
Dank geht an meine liebe Juli Malfoy, die meine Geschichten immer tapfer durchliest, und mich immer wieder anspornt und inspiriert :)
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Oh Mann. Ich seufzte. Ich war mitten im Wohnungsputz, da mein Sohn Marco gerade einmal für eine halbe Stunde schlief, und just in dem Moment klingelte mein Handy. Ich kramte in meiner Handtasche, und sah, dass Martin, mein bester Freund der Übeltäter war. „Ja, Martin?“ meldete ich mich direkt. „Jana, was für ein Glück, dass ich dich erreiche!“  „Marco schläft gerade mal, und ich wollte meinen Saustall in etwas Ordentliches verwandeln. Was  gibt es denn so dringendes?“ Martin verdrehte die Augen. Ja, das konnte ich am Telefon wahrnehmen. „Mach dich locker, Püppi. Ich wollte dich zum Essen gehen einladen.“ „Wann?“ „Heute. Findest du so schnell einen Babysitter?“ Ich schaute auf meine Babysitter-Liste. „Deine Freundin könnte einspringen, oder wolltest du sie mitnehmen?“ Martin lachte. „Sabrina? Die ist auf einem Junggesellinnenabschied.“ Na  das war ja prima. „Und wenn ich Marco einfach mitnehme?“
„Frag doch deine Mutter?“ ich stöhnte. Meine Mutter war für mich zwar die tollste Mama der Welt, aber ihren Enkelsohn verwöhnte sie gnadenlos. Wenn ich ihn von ihr abholte, wog er immer gefühlte 3 Kilo mehr und war quäkig, da er bei mir wieder erzogen wurde. Aber da es Martin so wichtig zu sein schien, rief ich sie unmittelbar nach unserem Telefonat an. Sie sagte auch direkt begeistert zu, da sie ihren Enkelsohn über alles liebte, obwohl ich mich über seinen Vater beharrlich ausschwieg.
Natürlich wusste ich, wer Marcos Vater war. Es war vor anderthalb Jahren gewesen, dass ich ihn getroffen hatte. Ich war geschäftlich in Berlin, wo er selbst seine Familie besucht hatte. Wir hatten uns in einer Szenebar zufällig getroffen, und kamen ganz unverbindlich ins Gespräch. Er klagte mir sein Leid, dass es in seiner Ehe immer mehr kriselte, und er eigentlich nur bei seiner Frau blieb, weil er seine drei Kinder nicht in diese Situation werfen wollte, Scheidungskinder zu sein.
Ich gab jedoch zu bedenken, dass Kinder dann am glücklichsten waren, wenn ihre Eltern glücklich sind. Und da er und seine Frau (seinen Erzählungen zufolge) nicht glücklich waren, würde sich das zwangsläufig auf die drei übertragen. Aus dem Gespräch wurde ein Kuss, und trotz unseres Altersunterschiedes von knapp 20 Jahren auch eine Liebesnacht.
Marco hatte die schwarzen Haare seines Vaters geerbt, ebenso wie die strahlend blaugrauen Augen. Wobei, schwarze Haare hatte ich selbst. Nur wenn ich Marco ansah, erkannte ich seinen Erzeuger.
Aber da dieser zum Zeugungszeitpunkt ja v erheiratet gewesen war, hatte ich mir nie die Mühe gemacht, ihn darüber zu informieren, dass er Vater geworden war, und zwar zum vierten Mal.
Ich zog mir so in Gedanken mein kleines schwarzes an, und schminkte mich leicht. Meine schwarzen Haare steckte ich leicht hoch. Selbst vor dem Gebrauch von Make Up schreckte ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten nicht zurück. In den letzten neun Monaten war ich dank Marco kaum vor die Tür gekommen, nur einmal in der Woche gönnte ich mir den Luxus, eine Stunde mit meiner Freundin Nele ins Schwimmbad zu gehen. Wurde also mal wieder Zeit.
„Ma-a“, krähte es da aus dem Zimmer meines Sohnemannes. Er brabbelte eher, als dass er sprach, aber „Ma-a“ war immer deutlich herauszuhören, genauso wie „O-a“ und „Ma-i“, was für Oma und Martin stand. Ich begab mich zu ihm, hob ihn aus seinem Bettchen und roch, dass es wohl ein Unglück in seiner Windel gegeben haben musste. „Na, mein Stinkerchen?“ neckte ich ihn, während ich die Windel wechselte. Als ich damit fertig war, zog ich ihm einen neuen Strampelanzug an, und ging mit ihm in die Küche, da er nach seinem Fläschchen verlangte.
Ich nahm das Fläschchen und führte es an seinen Mund. Sofort saugte er sich daran fest, als ob es die nächsten 3 Tage keine Milch mehr geben würde. Ich betrachtete ihn dabei liebevoll. Seine blaugrauen (oh, diese Ironie) Augen blitzten glücklich, seine zarten Fingerchen krallten sich um die Flasche, und er schmatzte wie eine Rotte Wildschweine, die gerade Eicheln im Wald gefunden hatte.
Gerade als er fertig war, und dies durch ein lautstarkes Bäuerchen kundtat, klingelte meine Mama an der Tür. Und sie hatte bereits Martin mit im Schlepptau. „O-a!“ jodelte Marco und streckte seine Ärmchen nach ihr aus. Sie nahm ihn bereitwillig auf den Arm. „Windel ist frisch und der Bauch ist auch voll. Du hast also nur wenig Arbeit mit ihm“, instruierte ich sie. Sie küsste ihn auf den schwarzen Haarflaum. „Mein Engelchen macht mir doch keine Arbeit. So jetzt aber raus hier, ich wünsche euch beiden ganz viel Spaß!“ Mit diesen Worten komplimentierte sie mich aus meiner eigenen Wohnung.
Keine zwanzig Minuten später standen wir vor einem, kleinen, gemütlich wirkenden Restaurant, vor dem eine Tafel stand. „Heute 4-Gänge Menü mit den RTL2 Kochprofis!“ Ich schaute Martin verwundert an. „4-Gänge Menü? Willst du mir einen Antrag machen?“ Martin lachte schallend. „Hallo? Das wäre ja, als würde ich Nico heiraten wollen.“ Nico war Martins bester Freund, sozusagen ich in männlich. Nun musste ich auch lachen.
Wir traten in das Innere des Restaurants, wo uns direkt eine sympathische Mittfünfzigerin entgegen kam. „Willkommen im Restaurant Eisvogel! Sie hatten reserviert?“ Martin nickte. „Schober, 2 Personen.“ Die Dame strahlte. „Für zwei Turteltäubchen wie sie, habe ich einen besonderen Tisch.“ Wir ließen ihr die Freude, indem wir ihr nicht widersprachen, und sie führte uns an einen gemütlichen 2-Personen-Tisch in einer kleinen Nische.
Kurz darauf nahm sie unsere Getränkebestellung auf, und danach ging es auch direkt mit dem Menü los. Diese Kochprofis verstanden sich tatsächlich auf ihr Handwerk, dachte ich so bei mir, und seufzte begeistert auf, als ich mir ein Stück des Krustenbratens in den Mund schob. Martin betrachtete mich amüsiert von der Seite.  „War ja mal Zeit, dass du wieder rauskommst!“ „Naja, geht halt auch nicht immer. Soll ich Marco währenddessen in die Tiefkühltruhe legen oder was?“ Martin gab mir einen Klaps auf den Arm. „Du bist unmöglich. Wer ist eigentlich sein Vater?“ Ah, daher wehte der Wind. „Ein One Night Stand, den ich in Berlin hatte, wie oft denn noch?“ Ich wusste von dem Mann ja selbst auch nicht mehr als seinen Vornamen, Ole, und sein Alter, 47. Ich wusste nicht, ob er auch nur zu Besuch in Berlin gewesen war, oder ob er dort  lebte, was er beruflich machte….Und da er ja verheiratet war, wollte ich das alles auch gar nicht wissen.
Nach dem Nachtisch ging die Küchentür auf, und das ganze Team inklusive der Kochprofis trat heraus. Beim Blick auf die drei Männer ließ ich mein Weinglas fallen. Ach du Scheisse! Vor mir, naja ein paar Meter von mir entfernt, stand Marcos Vater! Ich wurde kreidebleich.
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