Zu sexy für ein Kettenhemd

von Nairalin
GeschichteHumor, Parodie / P12
Azog Fili Kili
24.05.2015
24.05.2015
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Huhu,

Mein neustes Werk und wahrscheinlich ein ebenso großer, wenn nicht größerer Unsinn als We want you to write us.

Entstanden ist dieser OS wegen Sionon Klingensangs Kommentar „aber mit "Ich bin zu sexy für ein Kettenhemd" - Azog würde ich es auch mit einem schwächeren Bogen aufnehmen.“ und st4rlings Bitte, dass doch bitte jemand das niederschreibt. Dem ist hiermit, hoffe ich, genüge getan.

Ich gehe nach dem letzten Hobbitfilm, wo auch das Wetter … naja etwas unkonsequent war. Orks können ja nicht im Sonnenlicht gehen, hier war aber einmal bewölkt, dann wieder schön. Auch ist die Szene frei erfunden ;)

Damit viel Spaß beim Lesen!

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Es war einfach zu verlockend und die weiße Haut strahlte im hellen Licht, welches durch die dichte Wolkendecke fiel. Kíli konnte seine Augen nicht von der bulkigen Gestalt des Orks nehmen, der so arrogant war und auf dem Felsen gut sichtbar für alle stand. Die Narben hoben sich fast schon bezaubernd vom Rest der Haut ab und es war dem jungen Zwerg unmöglich, nicht den Überlebenswillen zu bewundern. Auch wenn er eigentlich nicht wissen wollte, wie er die Metallstreifen überlebt hatte, die ihm über die Taille gewachsen zu sein schienen.

Doch die Wolken wurden dunkler und der Zauber schien gebrochen zu sein. Kíli atmete durch und griff nach seinem Bogen, ehe er sich umsah und mit den Augen Thorin und Fíli suchte. Bald schon entdeckte er sie in einen Kampf verwickelt, gewaltige Gundabad-Orks attackierten sie und ihm blieb fast das Herz stehen. Doch dann wurde dem Ork aus heiterem Himmel das Bein durchgeschlagen und er erkannte Dwalin, der schon zum nächsten Schlag ausholte.

Aber Kíli hatte eine Aufgabe und er musste sich konzentrieren. Er wandte sich wieder Azog zu, dem Erzfeind seines Onkels und seines Volkes. Er nahm einen Pfeil und legte ihn an. Er wollte die Sehne bereits straff zurückziehen, als der gewaltige weiße Gundabad-Ork sich zum ihm drehte und ihm direkt in die Augen sah. Ein breites, irres Grinsen überzog das vernarbte Gesicht.

„I'm too sexy for my love, too sexy for my love. Love's going to leave me. I'm too sexy for my chainmail, too sexy for my chainmail!”, vernahm Kíli und blieb erstarrt stehen. Seine Augen wurden immer größer, je mehr er verstand und ihm klappte der Mund voller Unglaube auf. Dabei fuhr sich Azog mit einer kreisenden Bewegung über die Brust, als ob er eine Zielscheibe darauf malen wollte. Seine Hüfte begann, im Takt mitzuschwingen. Neben ihm kamen Orks hervor und begannen mit den Füßen aufzustampfen.

Kíli war unfähig wegzuschauen, unfähig noch irgendetwas anderes zu tun, als zu glauben, dass er gerade einen Albtraum hatte, der die skurrilste Form angenommen hatte.

„So sexy it hurts!”, hauchte er und die Orks begannen, Tanzbewegungen zu machen. Wenn das die neue Kriegstaktik war, um sie zu verwirren, dann war es erfolgreich. Für einen Moment konnte er zu Thorin sehen, der ebenso aussah, als würde er vom Glauben abfallen. Die Orks bei ihm waren längst gefällt und konnten keinen Schaden mehr anrichten. Doch dann kamen auch bei ihnen tanzende Orks dazu.

Totenstille, bis auf die singenden Orks, herrschte auf dem Rabenhügel und Kíli begann, an seinem Verstand zu zweifeln.



„And I'm too sexy for Dol Guldur, too sexy for Dol Guldur, Gundabad and Erebor. And I'm too sexy for your party, too sexy for your party. No way I'm blood dancing”, sang Azog weiter und provokante Bewegungen folgten, die mehr als nur ein wenig anrüchig waren. Der Morgenstern schwang im Takt mit und ging gefährlich nah an so manchem Gesicht der Tänzer neben Azog vorbei. Es hatte beinahe etwas Elegantes an sich, wie der riesige Ork sich bewegte. Kíli begann zu verstehen, warum mancher Zwerg spottete, dass die Orks einst Elben gewesen waren. Er war einfach nur mehr sprachlos. Das musste ein Albtraum sein!

Irrwitzige Bewegungsabläufe wurden von den Orktänzern gemacht, während „I'm a model, you know what I mean. And I do my little turn on the catwalk. Yeah, on the catwalk, on the catwalk, yeah! I do my little turn on the catwalk.” geträllert wurde und Azog betont hüftschwingend die Felsnase nach vorne ging, nur um genauso auch wieder zurückzugehen. Pfiffe von einigen Orks erklangen und ein fieses Grinsen überzog Azogs Gesicht, der nun wieder zu Kíli sah. Panisch drehte sich der junge Zwerg um, doch kein Feind war zu sehen.

Der Morgenstern wurde pfeifend von dem weißen Ork geschwungen, als wäre es ein Spiel, das er perfektioniert hatte. Und Kíli glaubte das mittlerweile auch.

„Kíli!“, rief jemand und keuchte laut. Verwirrt drehte er sich um und entdeckte Fíli, der sich an seinen Oberschenkeln für einen Moment abstützte, ehe er zu ihm kam. „Du bist unverletzt?“ Kíli nickte kurz und deutete verstört zu Azog und seinen tanzenden Orks.

„Ich träume das, oder? Weil das kann nicht wahr sein!“

Fíli verzog das Gesicht. „Ich sehe es auch …“

Das blonde Haar fiel ihm ins Gesicht und er wirkte ebenso frustriert und verzweifelt.

„I'm too sexy for my warg, too sexy for my warg. Too sexy by far!“, sang Azog weiter und Kíli fühlte richtig den Zwang hinzusehen, auch wenn er eigentlich schießen sollte. Er konnte nur nicht … dieses Szenario war auf eine grauenhafte Weise packend. Ein Grollen erklang von unter der Felsnase und ein riesiger, weißer Warg trat aus dem Schatten, den Kopf nach oben gerichtet. Ein tiefes Knurren war zu vernehmen und Azog sah hinunter und schien etwas Besänftigendes zu sagen.

„And I'm too sexy for my mace. Too sexy for my mace, what d'you think about mace?“

Betont hob er seinen Arm mit dem Morgenstern, um zu zeigen, was er da hatte. Kílis Griff um den Bogen wurde stärker, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Die Bewegungen der Orks waren flüssig und Azog schien diese Show zu genießen.

„Wir müssen ihn erschießen, er präsentiert sich ja geradezu!“, brachte Fíli neben ihm hervor und Kíli stimmte ihm zu. Das Verhalten war nicht normal. Erst jetzt bemerkte er, dass sich die Helligkeit verändert hatte. Verwundert schaute er hoch und bemerkte mehr als nur ein blaues Loch, statt der durchgehenden Wolkendecke. Auch wenn die Orks von der Sonnenstrahlung getroffen wurden, die durchdrang, sie starben sie nicht, was ein fürchterliches Gefühl in ihm hochkommen ließ.

„I'm a model, you know what I mean. And I do my little turn on the catwalk. Yeah, on the catwalk, on the catwalk, yeah! I shake my little touche on the catwalk“, trällerte Azog und die weiße Haut wurde vom Sonnenlicht erwischt. Für einen Moment schien der große, weiße Ork zusammenzuzucken, doch er ging weiter und tanzte über die Felsnase, als wäre nichts geschehen. Immer wieder strich er über seine Brust und Kíli legte endlich wieder den Pfeil an.

„I'm too sexy for my, too sexy for my, too sexy for my…”

Die Orks um Azog legten wieder eine Tanzeinlage ein und trampelten mit Enthusiasmus den Rhythmus des Liedes und drehten sich um die eigene Achse, während der Gundabad-Ork breit grinsend klatschte.

„'Cause I'm a model, you know what I mean. And I do my little turn on the catwalk. Yeah, on the catwalk, yeah, on the catwalk, yeah! I shake my little touche on the catwalk“, sang Azog wieder und bewegte sich bemüht verführerisch. Doch er hatte seinen Bann verloren und Kíli zog die Sehne bis hinters Ohr zurück und visierte die blanke Brust an. Er brauchte keinen starken Bogen, um so ein einfaches Ziel zu treffen. Es würde reichen, wenn er seinen fünfunddreißig Pfund Bogen spannte. Auf der Felsnase stand er und sang hinab zu dem weißen Warg.

„I'm too sexy for my warg, too sexy for my warg. Poor lovely, poor lovely warg!“

Von der Ferne hörte er Thorin, der etwas rief, ebenso auch Dwalin, aber er blendete das aus. Er brauchte seine volle Konzentration, um richtig zu treffen.

„I'm too sexy for my love, too sexy for my love. Love's going to leave me!“, sang Azog und schien nicht mehr auf ihn, Kíli, zu achten. Azog drehte sich und ging wieder zurück, nur um sich wieder so hinzustellen, dass Kíli perfekte Sicht hatte. Der Pfeil würde treffen. Sonnenlicht fiel wieder durch die Wolken und Azog glich für einen Moment einer Lichtgestalt, wie ein Elb, der seine Macht nutzte. Kíli ließ den Pfeil los und verfolgte das Schwirren, das Streifen der Federn an seiner Wange und das Surren, wie dieser Todbringer seinen Weg durch die Luft bestritt.

„And I'm too sexy for this song!”, sang Azog laut vernehmlich und schloss mit einem Hüftschwung ab. Das Gesicht war verzerrt und Kíli konnte eindeutig Schmerz erkennen. Mit Horror bemerkte er, wie die weiße Gestalt langsam schwankte. Der Pfeil musste treffen!

Azog schrie auf und die Sonne wurde greller, das Blau des Himmels kam immer mehr hervor und Kíli betete zu Mahal, dass er treffen würde. Auch die anderen Orks schrien Pein erfüllt auf und rannten in die Gänge in den Felsen. Doch Azogs Knie gaben nach und Kíli wusste, dass der Pfeil sein Ziel nicht treffen würde

Frustriert fluchte er, nur um von Fílis Freudenschrei unterbrochen zu werden.

„Sieh doch!“

Sein Finger zeigte zu Azog und Kíli schaute überrascht hin. Seine Augen weiteten sich und er schüttelte nur ungläubig den Kopf. Sein Ziel hatte er verfällt, eindeutig, aber seine Mission war trotzdem erfüllt. Azog war tot.

Der weiße Ork lag auf der Felsnase und ein Pfeil ragte aus seinem Auge heraus, während weitere Orks neben ihm sich unter Todesqualen am Boden wälzten. Der weiße Ork war tot …

Ein Jubelschrei entkam ihm und er sprang in die Luft, während Fíli erleichtert lachte.

Die Selbstgefälligkeit des Gundabad-Orks hatte ihn sein Leben gekostet. Wer war auch so doof und trug nichts, was ihn schützen konnte.

Kíli hatte es geschafft.

Doch das war nur ein kleiner Schritt in diesem Krieg.
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