The life of Michal

KurzgeschichteDrama, Freundschaft / P12
Merten Michal
23.05.2015
23.05.2015
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Hallo, ich heiße Michal und bin ein stattlicher junger Bursche.
Ich bin 23 Jahre alt und lebe in der Mühle im Koselbruch.
Die Mühle, in der ich als Geselle arbeite, ist aber nicht eine beliebige normale Mühle,
nein, hier werde ich mit den anderen Mühlknappen vom Meister in der Schwarzen Magie
unterwiesen.
Doch den Meister umgibt ein düsteres Geheimnis. Jedes Jahr zu Silvester tötet er einen von uns,  um sein eigenes Leben zu verlängern.
Ob ich Angst vor ihm habe ?
Natürlich , aber trotzdem setze ich mich für meine Brüder ein.
Ich helfe ihnen bei der Arbeit und verteidige sie gegenüber dem Meister.

Ich habe zwei Freunde, denen ich wirklich vertraue, meinen Vetter Merten und meinen mutigen Freund Krabat.
Merten kenne ich schon seit ich ein kleines Kind war. Wir wohnten im selben Dorf.
Merten ist zwar ein paar Jahre jünger als ich, aber trotzdem verstehen
wir uns sehr gut.
Unser Leben war sehr idyllisch … bis zum großen Brand.
Das ganze Dorf stand in Flammen.
Ich erinnere mich noch genau, wie meine Lunge sich abschnürte
wegen des ganzen Rauches und dass ich immer panischer probierte
einzuatmen. Ich sah überall nur noch  Rauch und irrte herum.
Doch irgendwie bin ich entkommen.
Meine Eltern sah ich nie wieder.
Zwei Jahre lang streifte ich alleine als Betteljunge herum.
Dann, zu Beginn des Sommers, traf ich ihn auf einem Marktplatz wieder.
Merten!
Er hatte versucht an einem Stand etwas zu essen zu stehlen. Doch der Verkäufer erwischte ihn dabei. Ich verhalf Merten zur Flucht und seitdem waren wir beide unzertrennlich.

Die Jahre vergingen.
Auf unserer Wanderschaft durchs Land hatte ich merkwürdige, manchmal erschreckende
Träume, denen ich nicht entfliehen konnte.
Sie lockten mich in die Mühle, in die Mühle beim Koselbruch.
Als ich Merten einmal davon erzählte, sagte er, dass er auch solche mysteriösen
Träume gehabt hätte. Ich war so fasziniert von  ihnen, also den Träumen,
dass ich Merten bat, mit mir diese Mühle zu suchen.
Er aber lehnte dies ab, da ihm das alles, wie er sagte, nicht ganz geheuer war.
Ich aber wollte dies so sehr, dass ich sogar bereit war ohne ihn zu gehen.
Merten, der auf keinen Fall alleine sein wollte, kam dann doch mit, auch wenn er
deutlich machte, dass er dies nur sehr ungern tat.
So landeten wir beide in der Mühle.
Ich erfuhr später, dass unsere Vorgänger Marcus und Demetri bei einem Unfall
mit einem Fuhrwerk gestorben waren. Ob der Meister seine Hände da wohl im Spiel gehabt hatte ?

Krabat beobachte ich, seit er in der Mühle angekommen ist.
Dieser Junge hat großes Potenzial in der Schwarzen Magie.
Mir gefallen auch sein Mut und seine Herzlichkeit.
Aber seit Tondas Tod scheint Krabat traurig zu sein.
Deswegen war ich schon fast überschwänglich, als Krabat anfing mich nach Rat zu fragen.
Er ist ein guter Freund und ich will hoffen, dass ich ihm auch weiterhin
helfen kann. Bei beiden, bei Merten und bei Krabat, kann ich sagen, dass ich
alle ihre Eigenschaften kenne und mag.
Aber jetzt will ich erst einmal aufhören mit Sentimentalitäten.

In der Mühle gelte ich als gutmütig und stark.
Richtige Feinde habe ich nicht.
Jemanden, den ich nicht gerade mag, ist Lyschko, weil dieser unserem Meister alle Geheimnisse verrät.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich ungern in seiner Nähe bin.
Am liebsten bin ich zusammen mit meinem Vetter in der Küche.
(Am besten mit Juros Schmalzküchlein.)

Etwas, worauf ich in meinem Leben wirklich stolz bin, ist, dass ich meinen
Freunden Rat geben kann.

Was ich mir nicht verzeihen kann, ist, dass ich Merten mit meinem früheren
Egoismus und Naivität zum Sterben in der Mühle verdammt habe .    
   
Ich sorge mich ein wenig um den neuen Lehrling Witko.
Der Meister gibt dem Burschen zu schwere Aufgaben auf
und mutet ihm zu viel zu.

Ich mache meine Arbeit gerne und das Zaubern fasziniert mich, aber
wenn ich etwas wirklich möchte, dann ist es dieses:
Ich würde sehr gerne den Meister mit meiner Kraft schlagen und
damit alle befreien.