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GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
22.05.2015
03.07.2015
3
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- Kapitel 2 -
Träge Tage


Warum musste ich auch unbedingt vergessen, mein Blitz auszuschalten? Oh Gott. So etwas Peinliches war mir ja wirklich noch nie passiert. Und dann passiert mir sowas auch noch, wenn ich mal nicht die Sonne oder ein paar Blumen fotografiere. Heute wollte einfach nicht mein Tag werden. Erst der tolle Sonnenbrand und jetzt…
Die nun aufgebrachte fremde Person stand nun sogar auf, und kam auf mich zu. Und ich hatte nichts Besseres zu tun, als immer noch dort im hohen Gras rum zu hocken. „Was soll das?“, fragte mich dann die Person mit aufgebrachter Stimme. Ich zuckte etwas zusammen. „Ähm…“, ich wusste wirklich nicht, was ich machen sollte.
Daher kam mir Anjas Stimme, so dümmlich ihre Frage auch war, jetzt umso begrüßender vor: „Felix?“, rief sie nach mir, „Was sollen wir machen? Schwimmen? Oder erst mal die Brote mit Wurst essen? Ich hab Hunger!“ Die Reaktion der Person vor mir war daher umso besser für mich. Diese schaute nämlich verwirrt zu Anja, die gerade auf uns zukam. „Hö? Du bist ja gar nicht Felix.. E-Entschuldigung…“ Manchmal war Anja echt zum Totlachen… wie jetzt. Ich musste mir das Lachen verkneifen. Lachen wäre jetzt wohl sehr unpassend.
„Wer bist du eigentlich?“, fragte dann Anja, die anscheinend noch nicht einmal bemerkt hat, dass ich mich hier ins Grass gehockt hatte. Dieses Versteck hier war scheinbar besser, als ich dachte. Musste ich mir mal merken. Falls ich jemals wieder mit irgendjemanden Verstecken spielen sollte. Die Person vor mir runzelte die Stirn. „Ich bin Anton. Und dein lieber Freund, Felix, hat scheinbar gerade versucht ein verfluchtes Foto von mir zu machen.“ Nachdem Anton – wie er offenbart hat – diese Rede zu Ende geführt hat, war es kurz still. Bis ich plötzlich Anja lachen hörte. Was?! Warum lacht die jetzt?! Das hat sich scheinbar auch Anton gefragt, denn er schaute sie genauso entgeistert wie ich an.
Als sich Anja wieder etwas einkriegte, lag sie schon halb auf dem Boden. Sie wischte sich die Lachtränen weg und sah nun wieder zu Anton, der zu kochen schien. „Hach‘ ja, Felix und seine Kamera. Muss alles Schöne im Visier nehmen.“, sagte Anja dann… Konnte sie nicht einmal ein Blatt vor dem Mund halten? Mit hochrotem Kopf schoss ich aus meinem Versteck hoch. „Anja, wir gehen. Ich lösch das Bild wieder, keine Sorge. Tschüss“, faselte ich vor mir hin und achtete noch nicht einmal darauf, ob mich irgendjemand, der hier anwesenden mich verstehen konnte.
Ich legte Anja mein Arm um die Schulter und drängte sie förmlich in Richtung unserer Decke. Anja schien noch etwas benommen von ihrer Lachattacke zu sein – da sie tatsächlich die Dreistigkeit besaß, jetzt zu fragen: „Können wir denn jetzt schwimmen gehen?“ Und mir fiel keine bessere Antwort ein als: „Nein. Das Wasser ist zu kalt.“ Und so simpel die Frage auch war, Anja akzeptierte sie mit einem Grummeln. Umso besser. Das hieß, eine unnötige Diskussion weniger.
Als wir bei unserer Decke war, fing ich entschlossen an, die Decke zu falten. „Was tust du da?“, fragte Anja – mit leichtem Entsetzen in ihrer Stimme. „Siehst du das nicht? Ich packe zusammen.“
„Du willst doch wohl nicht ernsthaft, wegen diesen Typen gehen, oder?“ „Doch“, sagte ich – mit einer endgültigen Stimme.
Ich wollte nicht mehr hier sein. Zu peinlich war mir diese Aktion gerade eben. Wie schnell sich doch etwas ändern konnte… vorhin noch glücklich geschlafen – jetzt mit hochrotem Kopf die Sachen zusammenpackend.
As ich auch endlich die Decke in unserem Picknickkorb bekommen hatte, schien Anja wiedermal etwas ganz lustig zu finden – zumindest schmunzelte sie schon. „Anja, warum bist du heute eigentlich so schrecklich albern? Wie sind hier doch auf keinem albernen Fest oder so…“
„Na, guck‘ mal hinter dich.“
Ich sah es schon kommen: Hinter mir war eine Biene – und Anja malte sich jetzt schon aus, wie sehr ich zusammenzucken würde, würde ich die Biene sehen. Ist ja nicht so, als wäre das schon  einmal vorgekommen – und mit ‚das‘ meine ich beides: Sowohl, dass sie wegen ihrem Kopfkino anfing zu lachen, als auch, dass ich wegen einer Biene schon mal zusammengezuckt bin.
Da ich aber jetzt schon wusste, dass hinter mir eine Biene sein Unwesen treiben wird, konnte ich mich ohne schlechten Gewissen umdrehen – und zuckte trotzdem zusammen. Hinter mir war nämlich keine Biene, sondern Anton. Und dieser schien nicht unbedingt in Partystimmung zu sein. Zumindest sah sein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter aus.
Was wollte er denn jetzt von mir? Mich verprügeln? Ich sah an ihn etwas herunter – und bekam noch mehr Panik, als die, die ich nach seiner Entdeckung bekommen hatte. Der hatte vielleicht Muskeln… zwar nicht mit einem Bodybuilder zu vergleichen, aber er könnte mich Leichtgewicht mit einen Wurf nach Honolulu schicken – und das auch noch ohne Mühe!
„W-was gibt’s?“ Ich versuchte gelassen zu wirken, aber natürlich musste mich mein Gestotter verraten. Eiskalter Verräter.
„Ich will sehen, dass dieses scheiß Bild gelöscht wird.“
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Die vorgekommenen Wörter:
Fest
Wurst
schwimmen
kalt

gelb
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