on a picture

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
22.05.2015
03.07.2015
3
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Guten Abend meine lieben Damen und Herren.
Hiermit mache ich mal auch mal bei einen Projekt mit. :D
Bei 'on a picture' wird es um einen fortlaufenden Plot handeln. :)
Wie man sich vorstellen kann, wird es immer bei neuen Wörtern ein neues Kapitel zwischen 1000-2000 Wörtern kommen.
Viel Spaß.

Weitere Informationen zum Projekt: http://forum.fanfiktion.de/t/14212/1

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- Kapitel 1 -
Schöne Tage


„Aufwachen!“ Jemand rüttelte an mir. Was war denn nun schon wieder? Ich konnte es ja überhaupt nicht leiden, wenn man mich so aus meinen Träumen weckte. Als diese Person mich trotz meiner Ignoranz einfach weiter rüttelte, gab ich ein wütendes Grummeln von mir und öffnete vorsichtig meine Augen. Fataler Fehler! Die Sonne blendete mich so dermaßen, dass ich erst ein paarmal blinzeln musste. Wo war ich hier? Langsam wich der Schlaf aus meinen Körper und mir wurde wieder bewusst, was zuvor alles passierte. Ich war mit Anja, meiner besten Freundin zum See gegangen. Wir hatten uns eine Decke mitgenommen, auf der ich nun scheinbar eigeschlafen war.
Ich guckte zu Anja. Sie lächelte mich breit an. „Was ist so lustig?“, fragte ich sie, noch leicht schlaftrunken. Anja schien noch mehr zu grinsen, falls das überhaupt möglich war. Langsam wurde ich misstrauisch. Hatte ich was im Gesicht? Sie hat mich doch jetzt nicht etwa mit Edding bemalt, oder? Ich betatschte mein Gesicht, als könnte ich den Edding fühlen. Natürlich konnte ich das nicht. An Anjas Grinsen schien das nichts zu ändern. ‚Ich schlag dir gleich in deine schöne grinsende Visage, wenn du mir jetzt nicht sofort sagst, was los ist!‘, beschimpfte ich meine Freundin – natürlich nur innerlich. Nach dem Aufstehen war ich schon immer ein Bist gewesen. Und wenn Anja jetzt nichts sagen würde, dann würde dieses Bist... „Du hast ein Sonnenbrand, Felix“, kam es dann endlich von Anja. Etwas verdattert schaute ich zu ihr. Wo sollte ich denn bitte ein – „AU!“ Anja drückte mit einem Finger ganz leicht auf meine Wange. Es fühlte sich an der Stelle so an, als hätte ich mich verbrannt. Juhu. Ich hatte tatsächlich einen Sonnenbrand. Und eine nun schmerzende Wange. Und eine Anja, die sich kaum mehr vor Lachen einkriegen konnte. Na warte! Ich würde Anja gleich einfach an den Beinen packen, diese an einen Baum festmachen und sie einfach für den Rest des Tages hin und her baumeln lassen. Naja, okay. Vielleicht würde ich sie dann doch nur durch kitzeln. Würde auf dieselbe Genugtuung kommen. Ich schmiss mich auf das vor Lachen kringelnde Mädchen und kitzelte sie, was sie nur noch mehr zum Lachen brachte.
Wir beide lagen, nachdem wir uns bis zum Kapitulieren totgekitzelt hatten, auf den Rücken und sahen in den wolkenfreien Himmel. Es war schön, hier einfach nur zu liegen und den blauen Himmel anzuschauen. So stellte ich mir einen schönen Tag vor. Wenn ich es nicht besser wusste, dann würde ich meinen, dass ich mich noch ewig an diesen wunderschönen Tag zurückerinnern werde. Aber so war es nie. Menschen waren vergesslich. Der Stress, der Lauf des Lebens – sie ließen uns auch die allzu schönen Momente unseres Lebens vergessen. Ich stand auf und ging zu unseren Picknickkorb. Es war einer dieser klischeeartigen Picknickkörbe – ja genau, diese hellbraunen. Nur das wir leider keine rot karierte Decke mehr hatten. Daher war der Untergrund einfach nur mit einen blau gestreiften Handtuch geschützt. Als Anja bemerkte, dass ich mich über den Korb beugte, seufzte sie lautstark. „Du willst doch nicht ernsthaft wieder Fotos machen, oder?“ Sie stellte es als Frage dar. Dabei wusste sie ganz genau die Antwort. Ich ergriff im Korb mein Heiligtum: meine Kamera. Sie hatte mich ein Vermögen gekostet, aber es hatte sich gelohnt!
Ich ließ Anjas Frage unbeantwortet und suchte mir ein schönes Motiv für mein Foto aus. Wenn es eine Sache gab, die mich an fotografieren begeisterte, dann war es die, dass man durch Fotos solch schöne Momente einfach speichern konnte. Und so würde ich sie für ewig bei mir behalten können. Etwas Besseres gab es meiner Meinung nach nicht. Du konntest auch noch nach zehn Jahren die Kamera in die Hand nehmen und während du die Fotos durchsiehst… befindest du dich in einer gar anderen Welt. In einer Welt voller Erinnerungen. Und vor allem: In einer Welt voller schönen Erinnerungen. Wer machte schon Fotos von traurigen Motiven?
Diese Frage stellte ich mir gar nicht. Eher war für mich gerade die Frage, wovon ich jetzt ein Foto machen sollte, wichtig. Anja und ich waren schon so oft an diesen See. Und fast an jeden dieser Tage hatte ich mindestens ein Foto von hier geschossen – da ging langsam die Vielfältigkeit der Fotos, die ich hier schoss, langsam dahin. Ich lief verträumt durch die Gegend, während Anja sich wieder seufzend auf die Decke gelegt hatte. Blumen? Langweilig. Sonne? Hatte ich schon. See? Zwanzig Bilder reichten wohl. Der Junge, der da am See ein Buch las? Nei… Moment. Ein Junge? Dieser Ort hier… er war eigentlich nicht so besiedelt von Touristen. Anja und ich hatten ihn mal vor einiger Zeit diesen Ort gefunden und nie jemanden von ihm erzählt… und doch war dort eindeutig gerade ein Junge, der seelenruhig ein Buch las.
Wer war das? Kannte ich ihn? Der war doch nicht auf meiner Schule, oder? Das dort tatsächlich einfach eine Person war brachte mich gerade vollständig aus den Konzept. Am liebsten hätte ich meine Augen gerieben, nur um zu kontrollieren, ob ich doch nicht noch einmal auf unserer Picknickdecke eingeschlafen bin. Doch das wäre lächerlich… dort war hundertprozentig eine Person! Ich duckte mich leicht und pirschte mich an die Person heran. Fast so, als wäre ich ein Tiger, der seine Beute gerade fokussierte… nur, dass ich einzig und alleine herausfinden wollte, wer diese Person ist. Zum Glück befand ich mich gerade im hohen Gras – welcher mich noch zusätzlich davor schütze, entdeckt zu werden.
Oh man. Das war eigentlich ebenfalls ziemlich lächerlich, was ich hier abzog. Doch es interessierte mich halt, wer sonst noch außer Anja und mir über diesen Ort etwas wussten. Ich bin um einiges an  die Person näher gekommen, doch das Resultat war enttäuschend. Ich kannte diesen Typen ja noch nicht einmal. Doch trotzdem war das, was ich sah… interessant anzusehen… Man würde im Normalfall davon ausgehen, dass so eine Person, die sich einfach ans Ende der Welt an einem See setzt und dazu auch noch nichts weiter machte als lesen, vielleicht vom Aussehen einem klischeeartigen Streber gleichen würde… Doch dieser Typ hier, sah eher aus… ja, wie sah er eigentlich aus? Wie ein Hipster? Seine verschlissene schwarze Hose würde dafür sprechen. Aber im Kontrast dazu hatte er ein weißes Hemd an… fast so, als wäre er vorhin noch bei einer Hochzeit gewesen.
Ich zuckte hoch. Eine Hochzeit?! Könnte es nicht sein, dass hier eine Hochzeit gefeiert wird und er daher zu diesem Ort gekommen ist?! Ich konzentrierte mich ein paar Sekunden auf die Geräusche der Umgebung. Vogelgezwitscher. Leises Wasser, welches plätschert. Doch kein Mensch. Und noch weniger Musik. Und sowieso… hier in der Nähe würde man weit und breit keine Kirche finden. Ich schüttelte den Kopf. Hochzeit, so ein Blödsinn. Darauf konnte auch nur ich kommen. Wieder betrachtete ich die Person vor mir. Er müsste so in meinem Alter sein und hat relativ kurzes – für die meisten Jungs vielleicht schon mittellang – blondes Haar, welches etwas verstrubbelt war. Was er dort gerade gelesen hat, konnte ich leider nicht erkennen. Einzig und alleine konnte ich sehen, dass das Cover vom Buch etwas Grünes darstellen sollte. Vielleicht ein Kaktus? Man, was dachte ich mir da wieder für ein Schrott…
Da ich sowieso nicht vor hatte, die Person irgendwie zu betreiben, überlegte ich wieder… was wollte ich überhaupt noch einmal machen? Ich überlegte kurz und spielte etwas an meiner Kamera rum. Dann hielt ich inne und merkte, dass ich doch genau mit dieser Kamera noch ein Foto machen wollte. Und kein passendes Motiv gefunden hatte. Mein Blick fiel wieder auf den lesenden Jungen und ich bekam einen spontanen Einfall. Schulterzuckend folgte ich meiner spontanen Idee. Ich würde einfach diesen Jungen, der eine Mischung aus jeglichen Styles symbolisierte und dann noch als kompletter Kontrast zu dieser Umgebung darstellte. Ich liebte spontane Ideen. Das waren eigentlich immer die Ideen, die am besten waren. Warum verkrampft nach einen Motiv suchen, wenn es doch so einfach sein könnte?
Ich hockte mich hin, machte meine Kamera an und passte alles genau so an, dass man sowohl den Jungen, als auch ein Stück vom See, wie auch ein Stück vom Wald erkennen konnte. Gar nicht mal so leicht… aber schlussendlich hatte ich eine Position gefunden, die mir gefiel. Und drückte ab. Ein Geräusch ertönte und… alles vor mir wurde plötzlich – trotz der Sonne – noch etwas erhellt. Das Foto war gemacht. Aber die lesende Person drehte sich nun zu der Seite, aus dem das Geräusch kam, bis er dann mich entdeckte und funkelte mich böse an. Ups.

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Die vorgekommenen Wörter:
Sonne
Kaktus
gestreift
verbrannt
baumeln
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