CROATOAN

GeschichteMystery / P16 Slash
Artie Nielson Claudia Donovan OC (Own Character)
20.05.2015
26.10.2016
4
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Amerika, South Dakota, K 39 ZZZ auf dem Nordamerikanischen Raster

Es war Inventur. Mal wieder. Myka und Pete waren auf einem Einsatz und hatten Steve mitgenommen. Denn sie brauchten einen guten Wahrheitsschnüffler. Sie waren auf der Suche nach einer sehr seltenen Glaskaraffe, die einmal Abraham Lincoln gehört hatte, und welche die Fähigkeit besaß, jedem der daraus trank, die Wahrheit zu offenbaren und ihn nur noch die Wahrheit sprechen zu lassen. Es klang wie ein ganz einfacher Auftrag. Ein Klacks. Doch wenn man einen Faulpelz wie Pete, um vier Uhr morgens aus den Federn kriegen muss, ist das schon etwas schwieriger. Sie waren auf einer Antiquitätenauktion und mussten einen untalentierten Anwalt überbieten. Stressig, aber ansonsten ein Fall wie jeder andere auch: Holen, Bestimmen, Beschriften und Wegpacken.

Claudia Donovan und Arthur Nielsen waren allein im Warehouse. Das junge Mädchen hatte sich wieder einmal eine Standpauke anhören müssen, bloß keine Artefakte anzufassen oder um Gottes Willen sogar zu benutzen. Es sollte bloß nicht noch einmal zu einem solchen Vorfall kommen, wie mit Alessandro Voltas Laborkittel, mit dem sie am Ende fast alles magnetische im Umkreis angezogen hätte, wäre nicht wieder der große fürsorgliche Arthur Nielsen da gewesen, um sie zu retten. Und wieder, wie schon so oft, war ein, „Ja, ich werde Vorsichtig sein.“, die Antwort und sie war mit ihrem Klemmbrett unter dem Arm aus der Zentrale gestürmt.
Ich selbst befand mich in der misslichen Lage, alles mit anhören zu müssen. Ich saß auf meinem Stuhl, mit einem Teller Haferkekse und einem Glas Milch vor mir auf dem, mit Büchern und Akten, überladenen Schreibtisch. Der Mann, dessen Leibesfülle für mindestens noch einen Menschen gereicht hätte, stand, sich das schüttere Haar raufend, im Raum und grummelte irgendetwas unverständliches vor sich hin. Mich schien er völlig vergessen zu haben. Ich räusperte mich. „Ach ja.“ Ich hatte ihn offenbar aus einem tiefen Gedanken gerissen gehabt. „Also, Herr Johanson. Sie kommen aus Deutschland?“ Etwas verunsichert nickte ich. „Nun, es ist ungewöhnlich, dass Mrs. Frederick einen ausländischen Agenten vorbei schickt.“ Er lächelte. „Wo waren Sie, als Sie in Deutschland gearbeitet haben?“ „Ich war Kriminaloberkommissar bei der Polizeihauptdienststelle in Braunschweig.“ „Und was haben Sie da so gemacht, Mr Johanson? Kriminelle eingefangen?“ „Unter anderem.“ „Drogenratien?“ „Kam auch vor.“ „Haben Sie gefährliche Gegenstände sicher gestellt?“ Ich wusste genau worauf er hinaus wollte. Es war mit Sicherheit der Grund warum ich hier ins Niemandsland an den Arsch der Welt versetzt worden war. Ich antwortete knapp und kühl. „Ja.“ „Was war das gefährlichste, was Sie eingesammelt haben?“ „Ich würde jetzt nicht sagen, eingesammelt...“ „Beantworten Sie die Frage!“, forderte der Mann immer noch lächelnd, aber frostiger. Ich wusste was er wissen wollte. Ich brauchte nicht lange nachdenken. „Der Gegenstand aus meinem letzten Fall.“ „Was für ein Gegenstand?“ „Ich weiß, es klingt bestimmt komplett wahnsinnig, aber...“ Ich atmetet schwer aus, in der absoluten Gewissheit, der Mann würde mich für vollkommen bekloppt halten. „...es war ein Gliedermaßstab.“ Ich war schon auf eine Lachattacke meines Gegenüber gefasst, doch dieser griff nur in eine altertümliche Ledertasche mit Klappverschluss und holte eine Tüte aus reflektierender Folie heraus und öffnete den Sip-Verschluss. „Diesen?“, fragte er und zog einen alten Gliedermaßstab heraus. Mich schüttelte es am ganzen Körper, als er ihn vor mich auf den Tisch legte. Mit verbitterter Miene besah ich mir den Gegenstand aus der sicheren Entfernung meines Sitzplatzes. „Wie sind Sie...?“ „Das ist nun mal unser Job: Holen, Bestimmen, Beschriften und wegpacken.“ „Aber was ist das für ein verdammtes Ding?“ „Sie haben gesehen, was es bewirkt?“ Ich nickte, und bekam Tränen in den Augen, bei dem Gedanken, was dieses Ding mit meinen Kollegen gemacht hatte. „Was hat er getan?“ Ich musste daran denken, wie der leblose Körper meines engsten Kollegen mit gebrochenem Genick zu Boden sackte. „Er schein jemandem das Genick zu brechen.“, gab ich mit Hass in der Stimme wieder. „Wer hat ihn benutzt?“ „Dieser Handwerker. Er war ein entlassener Häftling. Er wollte seinem noch inhaftierten Bruder zur Flucht verhelfen. Er hat fast alle auf der Wache umgebracht. Nur ich bin von meinem Trupp noch übrig geblieben. Er hat den, den, …. das Ding gegen alle meine Kollegen gerichtet und ich konnte hören, wie ihr Genick brach. Eines nach dem anderen, bis ich ihn erwischt habe. Ich hab ihn nicht erschossen, es war nur ein Streifschuss, doch er hat den Maßstab fallen lassen, und ich hab mir den Typen geschnappt.“ Ich hielt kurz inne. „Das verdammte Ding bricht Menschen das verdammte Genick, wenn man ihn auf sie richtet.“  „Ist schon gut, gut mein Junge.Wir haben alle jemanden verloren.“ Jeder der hier arbeitet. Einfach jeder.“