Kennst du mich eigentlich?

GeschichteAllgemein / P12
17.05.2015
16.08.2015
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Hallo, herzlich willkommen bei meinem Beitrag zu dem Wettbewerb Wer ist eigentlich...? von OneBrokeGirl13

Worum es geht:
Kurz und knapp, es geht um die Nebenfiguren aus „Percy Jackson“, die, über die nur wenig bis kaum etwas bekannt ist. Das soll mit diesem Wettbewerb behoben werden.
Es wird mehrere Runden geben, die alle in dieser Sammlung gepostet werden; deswegen sind Kurzbeschreibung und die anderen Angaben so allgemein gehalten. Ich weiß nicht, was meine nächsten Vorgaben sein werden.

Meine Vorgaben
Für diese Runde lauten sie jedenfalls:

Gruppe 5: Travis Stoll  
Stichpunkte: Dieb, Blume, Sonne
Ereignis: Der erste Tag im Camp Half-Blood

Sonstiges:
Vielen Dank an meine Beta silent Cookie, dass du immer sofort zur Stelle bist und auch einfach kurzfristig bereit bist, etwas von mir zu betan :*
Laut Word sind es ohne dieses Vorwort 2.608 Wörter.

Ich will euch gar nicht länger aufhalten und wünsche viel Spaß!


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Travis‘ erster Tag im Camp


»Ihr seid Halbgötter, halb Mensch, halb Gott. Euer Vater – oder eure Mutter – ist ein antiker griechischer Gott.«
»Und welcher?«
»Das wissen wir noch nicht, fürchte ich. Die Götter bekennen sich nicht immer zu ihren Kindern. Ihr seid gerade erst angekommen, habt Geduld.«
»Das ist doof.«
»Ich weiß… Kommt jetzt, Luke wird euch eure Kabine zeigen, wo ihr wohnen werdet, bis euer göttliches Elternteil klar ist.«


Aus dem Augenwinkel schielte Travis Stoll auf den älteren Jungen neben sich, der sie zu ihrer Hütte führen sollte und sich als „Luke Castellan, Hüttenältester der Hermeshütte, aber für euch einfach Luke“ vorgestellt hatte. Luke also, ja? Er schien so um die siebzehn oder achtzehn Jahre alt zu sein, hatte blonde Haare und war ziemlich muskulös. Das Auffälligste an seinem Aussehen war wohl die große Narbe unter seinem rechten Auge, die aussah, als hätte eine sehr große, sehr wütende Katze nach ihm geschlagen.
Aber was Travis eindeutig am meisten an ihm gefiel, war das leicht schelmische Glitzern in seinen Augen, dieses verschlagene Funkeln, das er auch immer in den Augen seines Bruders Connor sah oder in seinen eigenen, wenn er in einen Spiegel blickte. Dieser Umstand beruhigte Travis nach dem Stress ihrer Ankunft im Camp und der schockierenden Enthüllung der mystischen Welt wohl am allermeisten, und langsam begann er, sich zu entspannen. Aufmunternd lächelte er seinen jüngeren Bruder an und drückte seine Hand, woraufhin Connor ihm ein verhaltenes Lächeln schenkte.
Connor, der sein Zwilling sein könnte und es doch nicht war. Sie waren beide recht groß und dünn, mit wuscheligen braunen Haaren und blauen Augen. Der einzige Unterschied zwischen ihnen war, dass Travis ein paar Zentimeter größer als sein jüngerer Bruder war. Jeder, der sie ansah, hielt sie für Zwillinge… und für Unruhestifter. Warum bloß? Travis fand dieses Urteil so ungerecht, sie hatten doch nie was getan!
Außer hier und da ein Portmonee gestohlen. Oder die Jeans vor kurzem, als sie zu teuer zum Kaufen gewesen war. Oder damals vor einem Jahr, als sie in die Schule eingebrochen waren und ihre Zeugnisse umgeschrieben hatten… und nebenbei die Cafeteria für ihr mieses Essen bestraft hatten, indem sie alle Lebensmittel mit leuchtenden Lebensmittelfarben gefärbt hatten. Das war das beste Essen aller Zeiten gewesen - nicht das Leckerste, aber eindeutig das Farbenfrohste!
Wo er schon dabei war… hier ließen sich gewiss auch ein paar tolle Streiche spielen! Unauffällig ließ er seinen Blick schweifen und nahm seine Umgebung in sich auf. Das große Herrenhaus, in dem Chiron (ein Zentaur, hatte er gesagt? Aber er saß doch im Rollstuhl, von einem Pferdekörper keine Spur!) seinem Bruder und ihm erklärt hatte, dass sie Halbgötter seien und von nun an in diesem Camp Half-Blood dafür trainieren würden, gegen Monster zu kämpfen und in der Außenwelt zu überleben, lag nun hinter ihnen. Stattdessen näherten sie sich einem U-förmigen Ring aus Hütten, die alle anders aussahen und, wie Luke ihnen erklärt hatte, jeweils für einen der griechischen Hauptgötter standen.
Je näher sie kamen, desto mehr staunte Travis und er spürte, wie die Aufregung Besitz von ihm ergriff. Während er die ausgefallenen Hütten bestaunte und sich fragte, in welcher davon er und Connor leben würden (hoffentlich in einer coolen; die langgestreckte Hütte mit der Nummer 3 sah nicht schlecht aus, oder dieses golden glitzernde Ungetüm? Aber sicher nicht dieses pinke Monstrum da!) führte Luke sie an fast allen Hütten vorbei. Jeder Camper, an dem sie vorbeikamen, nickte Luke grüßend und erfreut zu und bedachte die Brüder mit einem fast mitleidigen, aber durchaus freundlichen Blick. Travis begann sich zu fragen, warum, als Luke vor einer Hütte mit der Nummer 11 stehen blieb.
Travis war enttäuscht. All die tollen Hütten um ihn herum… und seine sah aus wie eine stinknormale Blockhütte. Doch als Luke die Tür öffnete, musste Travis seinen ersten Eindruck ganz schnell revidieren. Von außen mochte sie aussehen wie eine ganz normale Hütte – von innen war sie ein Chaos. Überall, wo Platz war, standen Betten oder lagen Matratzen herum, in manchen Fällen auch nur Schlafsäcke. Klamotten flogen durch den Raum und ein paar Federn, die Überbleibsel einer Kissenschlacht, schwebten zu Boden. Und mindestens zwanzig Augenpaare starrten ihn und Connor an, einige freundlich, andere feindselig, die meisten aber einfach neugierig.
Luke räusperte sich und unterbrach damit die eintretende Stille. »Darf ich vorstellen? Das sind Travis und Connor Stoll. Sie werden ab jetzt hier wohnen…«
»Hermes oder unbestimmt?«, rief ein schlaksiger Junge mit Sommersprossen und denselben blauen Augen wie Luke dazwischen.
»Unbestimmt«, gab Luke zu. Stöhnen erhob sich im Raum und missmutig verzogen sich einige Gesichter. Travis kam sich auf einmal höchst unwillkommen vor.
»Macht euch keine Sorgen«, murmelte Luke so leise, dass nur er und Connor ihn hören konnten, »sie werden sich damit abfinden, und schon bald seid ihr ein Teil unserer Gemeinschaft. Außerdem«, fügte er hinzu, »habe ich das Gefühl, dass ihr hier genau richtig seid!«
»Unbestimmt bedeutet, dass unser göttliches Elternteil nicht bekannt ist, oder?«, fragte Connor.
»Genau. Aber ich habe das Gefühl, dass es bei euch nicht lange dauern wird, bis ihr anerkannt werdet, keine Sorge. Und bis dahin wohnt ihr in dieser Hütte. Das hier ist Hermes Hütte, und da er der Götterbote und der Gott der Diebe, aber auch der Gott der Reisenden ist, kommen hier alle Halbgötter hin, deren Elternteil sich noch nicht zu ihnen bekannt hat.«
»Du bist ein Sohn des Hermes?«, fragte jetzt Travis neugierig.
»Ja«, kam die knappe Antwort von Luke. Verblüfft beobachtete Travis, wie sein Gesichtsausdruck kurz ganz verschlossen wirkte und ein kaltes Leuchten in seine Augen trat, doch dieser Augenblick verschwand so schnell wieder, dass Travis glaubte, es sich nur eingebildet zu haben. Trotzdem hielt er sich ab jetzt lieber mit Fragen zurück.
»Hey, ihr zwei, rückt mal ein Stück zur Seite!«, rief der Hüttenälteste zwei Jungen zu, die eine Ecke im hinteren Teil der Hütte für sich beschlagnahmt hatten. Murrend gehorchten sie und rückten genug beiseite, dass Travis und Connor dort würden schlafen können. Zum Glück macht es mir nichts aus, dicht neben Connor zu schlafen, dachte Travis trocken und sah seinem Bruder an, dass der genauso dachte.  
»Wir besorgen euch nachher noch zwei Schlafsäcke im Campladen«, wandte sich Luke wieder an die Geschwister. Travis und Connor horchten auf.
»Es gibt einen Campladen?«, fragten sie unisono.

Zwei Stunden später waren Travis und Connor fertig damit, sich das Gelände von Camp Half-Blood anzusehen. Sie waren in der Arena gewesen und hatten zwei ringende Mädchen angefeuert (es hatte ihnen eindeutig nicht gefallen, dem mörderischen Ausdruck auf ihren Gesichtern nach, und man, das eine Mädchen hatte einen elektrisch geladenen Speer gehabt!), waren davon abgehalten worden, auf diese coole Feuerwand zu klettern und hatten den Bogenschießplatz gefunden; beziehungsweise er sie, je nachdem, wie man einen verirrten Pfeil knapp über seinem Kopf interpretiert.
Jetzt standen sie vor dem Campladen und warteten seit Ewigkeiten darauf, dass Luke endlich kam. Sie hatten immer noch keine Schlafsäcke für die Nacht, und obwohl die Sonne noch vom Himmel brannte, neigte sich der Tag langsam dem Ende entgegen. Das letzte, was Travis wollte, war, auf einem blöden Fußboden zu schlafen, ohne wenigstens eine Unterlage zu haben.
Nach weiteren zehn Minuten (vielleicht auch weniger, ADHS ruiniert einem ziemlich das Zeitgefühl), waren die Brüder das Warten leid.
»Denkst du, was ich denke?«, fragte Travis Connor mit einem unruhigen Glitzern in den Augen, das schon mehr als einen dazu gebracht hatte, sich die Geldbörse an die Hand kleben zu lassen.
»Ich denke, du denkst, was ich denke«, antwortete Connor grinsend. Deswegen waren sie Geschwister! Sie konnten sich immer auf den anderen verlassen, egal, um was es ging. In diesem Fall um etwas wahrscheinlich nicht ganz legales – aber hey, was soll’s. Sie würden nicht erwischt werden. Sie wurden nie erwischt.
Natürlich hatten sie bereits bei ihrer Ankunft vor dem Laden überprüft, ob die Tür abgeschlossen war. Sie war es. Travis konnte Schlösser problemlos knacken, auch ohne Werkzeug, aber er wurde dabei nicht gerne beobachtet. Hier war es ihm zu öffentlich, ständig kamen andere Camper… Halbgötter vorbei. Also trennten sein Bruder und er sich und umrundeten das Häuschen einmal, doch sie fanden keinen anderen Eingang. Schulterzuckend beschloss Travis, es einfach so zu versuchen.
Er wies seinen Bruder an, Wache zu schieben, dann wandte er seine gesamte Aufmerksamkeit dem Türschloss zu. Stirnrunzelnd legte er die Hand auf die Mechanik und versuchte, sie dazu zu bringen, sich zu öffnen. Nichts passierte. Überrascht blinzelte Travis; sonst ging das doch immer problemlos! Er versuchte es noch einmal, doch irgendetwas blockierte seine Fähigkeiten. Er fluchte leise, doch dadurch würde er sich nicht unterkriegen lassen!
»Travis!«, zischte Connor warnend, doch zu spät.
»Tut mir leid, dass ich zu spät bin, ich musste noch… Versuchst du grade, das Schloss aufzubrechen?«, fragte Luke, der hinter den Brüdern aufgetaucht war.
»Mh, ja«, nuschelte Travis und bemerkte erst jetzt, dass seine Hand noch auf dem Schloss lag. Schnell nahm er sie weg. Er sah eindeutiges Interesse in Lukes Augen und fragte sich, warum wohl.
»Öffnen sich die Schlösser normalerweise, wenn du das machst?« Luke schien die Antwort darauf unbedingt wissen zu wollen, auch wenn Travis nicht genau nachvollziehen konnte, warum.
»Ja«, gestand er daher einfach wahrheitsgemäß.
»Verstehe«, murmelte Luke leise, doch obwohl Travis und Connor fragend die Augenbrauen hoben und ihn auffordernd ansahen, sagte er nichts mehr. Stattdessen sagte er: »Das funktioniert bei dieser Tür hier leider nicht. Die wurde magisch geschützt, nachdem zu viele Kinder des Hermes hier eingebrochen sind. Der Dieb liegt uns im Blut… und wie es scheint, euch auch.«
»Und das bedeutet…?«, hakte Travis leicht genervt nach.
»Abwarten«, gab Luke kryptisch als Antwort und steckte endlich den Schlüssel ins Schloss. Er drehte ihn, und mit einem leisen Klicken öffnete sich die Tür. Luke machte eine einladende Geste. »Hereinspaziert!«
Neugierig folgten die Geschwister der Aufforderung und traten ein. Der Laden war nichts Besonders; rechts standen viele Kleiderständer mit orangenen T-Shirts jeder Größe, einige viel zu bunte Shorts und mehrere orangene oder alternativ blaue Kappen. Die Kasse befand sich gegenüber der Eingangstür und links… ah, das sah schon interessanter aus. Links befanden sich allerlei Kleinigkeiten, von Thermoskannen bis hin zu den versprochenen Schlafsäcken. Luke stand bereits vor den Schlafsäcken und nahm zwei aus dem Regal.
Er sah auf, als die zwei sich näherten, und blinzelte dann überrascht. »Wann habt ihr denn die Zeit gefunden, euch umzuziehen?«
Grinsend sah Connor an sich herab. »Dauert doch nicht lange«, meinte er, und nickend stimmte Travis ihm zu. »Wir sind schnell.«
»Das bezweifle ich nicht…«, sagte Luke belustigt und begutachtete die orangenen T-Shirts mit der großen Aufschrift „Camp Half-Blood“, die sich die Brüder angezogen hatten. Immer noch grinsend gaben sich Travis und Connor einen Fist Bump.
»Na los, schnappt euch die Schlafsäcke und was ihr sonst noch braucht, und dann raus hier. Wir sollten eigentlich gar nicht hier sein…«, trieb der Hüttenälteste sie zur Eile an.
»Warum?«, fragte Connor verwirrt. »Du hast doch den Schlüssel.«
»Gestohlen«, antwortete Luke knapp. »Ich muss ihn zurückbringen, bevor Chiron oder Mr. D - Dionysos - bemerken, dass er weg ist«
Schnell nahmen sich die Brüder ihre Schlafsäcke und noch eine Packung Kekse mit, dann verließen sie den Laden. Sie mussten kurz gegen die grelle Sonne anblinzeln, die langsam unterging und ihr Licht genau auf ihre Gesichter warf.
»Es sollte verboten werden, dass die Sonne so hell ist«, schimpfte Connor und hob eine Hand vor sein Gesicht. Da er dabei weiterlief, bemerkte er nicht das schwarzhaarige Mädchen, das wutentbrannt auf sie zuhielt. Er machte genau dann einen Schritt zur Seite, um in den Schatten eines Baumes zu treten, als sie an ihm vorbeistürmen wollte. Mitleidig zuckte Travis zusammen, als sein Bruder und das ihm unbekannte Mädchen zu Boden stürzten. Er trat hinzu, um Connor beim Aufstehen zu helfen, doch das Mädchen hatte andere Pläne. Es trat wild um sich und traf ihn am Schienbein.
Aufjaulend hüpfte Travis zurück und hielt sich das schmerzende Schienbein. Man, die konnte vielleicht zutreten! Luke trat hinzu, als die Beiden am Boden es endlich schafften, sich zu entwirren und aufzustehen. Ihr Blick fiel auf die gestohlenen Sachen. Travis konnte förmlich sehen, wie ihre Beherrschung flöten ging und Zorn blitzte aus ihren Augen.
»Ihr…«, sagte sie mit leiser und drohender Stimme, und ihr Blick fixierte die Stollbrüder und Luke.
»Ich glaube, wir gehen dann mal«, murmelte Luke hastig und zog Connor hinter sich her. Travis folgte eilig und blickte immer wieder zurück zu dem fassungslos dastehenden Mädchen.
»Wer war das?«, rief Connor Luke zu, während sie immer noch eilig voranschritten.
»Das war Katie Gardner, eine Tochter der Demeter, und sie arbeitet in ihrer Freizeit in diesem Laden. Und sie hasst es, wenn man in ihn einbricht«, beantwortete er die Frage und wurde endlich langsamer, als sie den Ring der Hütten betraten. Er deutete auf ein Haus, das ein wenig wie ein Gewächshaus aussah mit seinem Glasdach und den ganzen Tomatenranken, die sich um die Außenwände schlangen. Und die ganzen Blumen, überall Blumen!
»Kommt, lasst uns euch ein gemütliches Plätzchen einrichten…«, zog Luke Travis‘ Aufmerksamkeit wieder auf sich. Nickend folgten er und sein Bruder ihm zurück zu Hütte 11, ihrem neuen Zuhause.

Es sollte kein entspannter Abend werden.
Travis und Connor hatten es sich in ihrer Ecke so gemütlich gemacht, wie es nur ging, und hatten Bekanntschaft mit ihren neuen Hüttenkollegen geschlossen. Sie spielten Poker mit einem schlaksigen rothaarigen Jungen, der viel zu ehrlich war. Er hatte keine Chance gegen die Brüder, und statt Spielchips zu gewinnen, hatte er jedes Mal, wenn er auf seine Chips sah, weniger als zuvor, obwohl er doch immer die Runden gewann… Er bemerkte nicht, wie Travis oder Connor ihm immer, wenn er abgelenkt war, blitzschnell einige der Scheiben klauten und ihren eigenen Vorrat wieder aufstockten.
Sie freuten sich gerade diebisch über die Begriffsstutzigkeit ihres Gegenübers, der einfach nicht verstand, was vor sich ging, obwohl bereits die halbe Hermeshütte jedes Mal lachte, wenn Travis oder Connor erneut ein Raub gelang, als mit einem lauten Krachen die Tür aufflog und lautes Geschrei die Lacher übertönte.
»Meine Klamotten! Die verdammte Demeterhütte hat mein T-Shirt in ein Blumennetz verwandelt! Und meine Hose. Und meine Haare!
Travis sah auf und bemerkte den großen Jungen mit den ihm bereits vertrauten feinen Gesichtszügen, die scheinbar alle Hermessöhne hatten. Er kniff die Augen zusammen, um gegen das Licht der untergehenden Sonne etwas zu erkennen. Seine Augen weiteten sich, und nach ein paar Sekunden stimmte er in das Lachen seiner Hüttenkameraden ein. Der Hermessohn sah zu komisch aus!
Sein Hemd bestand jetzt aus lauter kleinen Gänseblümchen, die fein ineinander verflochten waren, seine Shorts hatten sich zwar nicht verwandelt, waren jetzt aber statt beige mit einem knalligen Blumenmuster bedruckt, und seine Haare… waren grün, wie ein sehr wilder Garten. Travis glaubte sogar, eine Blume, vielleicht Löwenzahn, auf seinem Scheitel zu entdecken, war sich aber nicht ganz sicher. Alles in allem sah der arme Hermessohn ziemlich… naja, blumig aus.
Rache schwörend stapfte besagter Blumenjunge zu seinem Bett und setzte sich beleidigt darauf. Auf die neugierigen Fragen, wie es dazu gekommen war, antwortete er mit schmollendem Schweigen. Connor sah Travis erwartungsvoll an, und instinktiv wusste der, was sein Bruder wollte. Er konnte ihm nur beipflichten.
»Komm, sehen wir uns draußen mal um«, raunte er seinem jüngeren Bruder zu und erhob sich. Zusammen schlichen sie sich hinaus und sahen zur Demeterhütte hinüber, doch sie konnten nichts entdecken, das den Vorfall erklären könnte. Stattdessen kam Travis eine andere Idee.
»Connor… findest du nicht, dieses Dach eignet sich hervorragend, um ein paar Ostereier darauf zu verteilen? Oder um einen schönen Spruch darauf zu schreiben, den sie dann jeden Tag von unten beobachten können…«
»Das, Bruderherz, ist eine ausgezeichnete Idee!«
Zufrieden lächelte Travis. »Ich wusste, du würdest einverstanden sein, Bruderherz«
Zusammen sahen sie ihren ersten Sonnenuntergang in Camp Half-Blood an, bevor sie wieder in die Hütte gingen.
Zuhause. Sie waren Zuhause.
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