Ryomas unheilvolle Wünsche

GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Echizen Ryoma Fuji Syusuke Kikumaru Eiji Momoshiro Takeshi Oishi Syuichirou Tezuka Kunimitsu
16.05.2015
30.05.2015
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Hallo, liebe Leser ♡
Dies ist mein Beitrag zu dem Projekt "3 Wishes". Es macht wahnsinnig viel Spaß! Eine wirklich genial Idee, bei der man sich mal richtig austoben kann ^-^ Aber lest es euch am besten selber durch -> http://forum.fanfiktion.de/t/16773/1

Und nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Lesen!


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Ryoma hasste diesen Tag.
Dieser Tag war von nun an auf seiner Hass-Liste. Nichts könnte ihn von nun an umhauen.
Absolut nichts.
Und Schuld daran hatten drei Wünsche. Auf den ersten Blick recht unscheinbare. Aber sie hatten Ryomas Leben gehörig auf den Kopf gestellt.
Wäre er doch heute Morgen nur nicht aufgestanden. Sogar Karupin drehte sich nur von einer Seite auf die andere; dachte aber nicht daran, zusammen mit Herrchen aufzustehen.

Im Grunde genommen fing der Tag ganz gut an. Kurz vor Schulbeginn wurde Ryoma von Momo abgeholt. Sie gingen zusammen zur Schule und redeten über Gott und die Welt – nun, Momo jedenfalls. Ryoma nickte nur immer wieder zustimmend. Er hatte nicht viel zu Momos Erzählungen zu sagen. Er genoss lieber die morgendlichen Sonnenstrahlen im Rücken.
Bisher noch nichts ahnend, dass etwas passieren könnte.

Hinter dem Schultor trennten sich Erst- und Zweitklässler. Beide mussten in verschiedene Richtungen gehen, um zum Unterricht zu gelangen.
Seelenruhig wanderte Ryoma über den Hof. Genüsslich gähnte er, immer noch etwas müde. Sein geliebter Karupin lag bestimmt immer noch im Bett. Er wollte heute gar nicht aufstehen. Recht ungewöhnlich, für den Kater...
Gerade betrat Ryoma das Schulgebäude, da fiel ihm etwas ins Auge. Im Schulgarten befanden sich einige wild wuchernde Hecken, die der Gärtner angelegt hatte. Zwischen dem Blättergestrüpp glänzte etwas auf…

Ryoma schaute argwöhnisch zur Seite. Es war wenige Minuten vor Schulbeginn. Die meisten Schüler waren bereits in ihrer Klasse. Er war alleine. Niemand befand sich auf dem Innenhof…
Der Erstklässler fokussierte die Hecke. Immer noch sah er das Glänzen.
Es war durchaus nicht Ryomas Art, neugierig zu sein. Im Gegenteil. Die meisten Dinge interessierten ihn nicht. Vieles war ihm schlichtweg egal. Doch dieser eine Gegenstand zog seine gesamte Aufmerksamkeit an. Er funkelte in einem edlen goldenen Ton. Ähnlich wie Ryomas große Augen.

Seufzen gab er schließlich nach. Wenn er sich beeile, könnte er noch pünktlich zum Unterricht und den Gegenstand unter die Lupe nehmen.
Entschlossen setzte er einen Fuß vor den anderen. Ryomas Schritte wurden schneller und schließlich erreichte er den Schulgarten. Ein letztes Mal blickte er sich um – dann begutachtete er die Hecke.
Tatsächlich hatte sich in dem Blättergestrüpp etwas verhakt. Geschickt holte der Tennisprinz den Gegenstand heraus.

„He, was ist das denn…?“
Fragend drehte er den Gegenstand zwischen den Fingern. Es war eine Art Pokal – ein goldener Tennisball auf einem schmalen Podest. Oben auf dem „Ball“ befand sich ein schmales Loch.
Ryoma legte einen Hauch von Spott in seine Stimme: „Verrückt, was die Leute so wegwerfen…“

Echizen-kun

„Was?“
Der Erstklässler horchte auf. Hatte er gerade eine Stimme gehört?
Er starrte auf den Gegenstand. Ein kribbeliges Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus. Warum zitterten seine Hände?  Und plötzlich –

„Ryoma-sama!“

Die schrille, aufgedrehte Stimme riss ihn aus der Trance.

„Du kommst zu spät zum Unterricht!“

Etwas gedankenverloren drehte sich Ryoma um. Tomoka schritt, aufgedreht wie sie war, auf ihn zu.
Fröhlich sprang sie auf und ab: „Ryoma-sama, steh da nicht rum! Komm mit, bevor du zu spät kommst!“
Neben ihr stand Sakuno. Verlegen blickte sie zu Boden. Er schien interessanter zu sein, als Ryoma es wohl jemals sein könnte.

„Hallo… Ryoma-kun…“, wisperte sie und strich durch ihr braunes Haar.

Ryoma entgegnete daraufhin nichts. Es verärgerte ihn ein wenig, dass er urplötzlich aus der Fassung gebracht wurde.
Bevor Tomoka oder Sakuno Fragen stellen konnte, wanderte der „Pokal“ in seiner Tasche. Er hob sich den Gegenstand für später auf.

Echizen-kun… lass mich nicht warten…

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Nach der Schule war wie gewohnt Tennis Training. Ryoma war spät dran, da er noch Ordnungsdienst mit Horio und den anderen hatte.
Erschöpft ließ er die große Tasche mit Tennisschläger, Bällen und Uniform fallen, als er in der Umkleide war. Dann setzte er sich hin und begann, die Sachen zu wechseln.

Der seltsame Gegenstand von heute Morgen ruhte immer noch in seiner Schultasche. Allerdings hatte Ryoma seitdem nicht mehr daran gedacht. Sein Kopf war wieder mal voll und ganz beim Tennis.
Mit einem Mal schwang die Tür zur Umkleide auf. Ein großer Rotschopf mit Tennisschläger in der Hand lief hinein. Eilig rannte er zu seiner Tasche, beachtete Ryoma gar nicht.
Sehr, sehr ungewöhnlich für Kikumaru Eiji.

„Grip tape, grip tape, grip tape…“

Völlig in Gedanken wühlte Eiji in den Tiefen seiner Tasche. Er schien alles um sich herum ausgeblendet zu haben.
Ryoma nutzte die Gelegenheit und versuchte, sich unauffällig zu machen. Jede kleinste Regung könnte ihn verraten. Und dann würde Eiji bestimmt-

„Hoi, hoi, O-chibi!“

Mit einem Satz war Eiji bei Ryoma und knuddelte ihn, was das Zeug hielt. Der Erstklässler seufzte deprimiert auf. War klar, dass sein Plan nicht aufging. Seinem Senpai entging letztendlich nichts.

„Kikumaru-senpai…“, der Jüngere rang nach Atem, „Lass mich bitte… los… Ich… Luft!“

Ruckartig verschwanden Eijis Arme von seinem Körper. Grinsend wedelte er mit dem Tennisschläger. „Gomen, gomen, O-Chibi. Ich war nur so froh darüber, dich zu sehen!“
„Das bist du immer…“, meinte Ryoma missmutig. Als er sich fertig umgezogen hatte, holte er seinen roten Tennisschläger hervor.

Dann war es Zeit, zu spielen.


„40 - 30!”

Wie erwartet. Ryoma hatte sich tapfer gehalten. Aber für Tezuka Kunimitsu brauchte es mehr.
Wie ein Löwe kämpfte Ryoma auf dem Feld. Seine Fingerknöchel traten schon weißlich hervor – viel zu fest umklammerte er seinen Tennisschläger. Schweißperlen rannen von seiner Stirn. Sein weißes Cap schützte ihn nur wenig vor den heißen Sonnenstrahlen.

Doch sein Gegenüber blieb entspannt. Wie ein unerschütterlicher Fels stand Tezuka da – seine Augen stumm auf Ryoma gerichtet. Der Tennisschläger lag locker in seiner Linken.
Dieser Anblick machte Ryoma zum Zerreißen gespannt. So lange spielte er schon Tennis – bevor er überhaupt laufen konnte, spielte er schon mit Tennisbällen. Doch er war immer noch nicht gut genug. Und bevor er gegen seinen Vater gewinnen wollte, müsse er erst einmal seinen Captain in die Knie zwingen.

Mit einem Satz warf Ryoma den Ball in die Höhe. Er zog den Schläger nach – und mit einem lauten Aufschlag versetzte er den Ball auf Tezukas Seite. Sein Twist Serve war gekonnt. In der letzten Zeit hatte er viel an seiner Technik gefeilt. Aber nie reichte es, um gegen Tezuka zu bestehen.
Ohne sich groß zu bewegen spielte Tezuka den Ball zurück. Es ging so wahnsinnig schnell; binnen weniger Sekunden raste die gelbe Kugel auf Ryoma zu.

Mühsam brachte dieser den Ball zurück. Doch Tezuka gewährte ihm keine Ruhe. Er schwang den Schläger in die Höhe und fixierte den Ball. Mit unsagbarer Geschwindigkeit vollführte er einen Schmetterball aus – und er zischte an Ryoma vorbei.
„Game and Match; Tezuka!“

„Nya, O-Chibi sieht niedergeschlagen aus…“
Eiji hatte das Spiel aus dem Augenwinkel beobachtet. Er sah, wie Ryomas Augenbrauen zusammenstoßen. Erfreut sah er wirklich nicht aus.
„Ich glaube“, sprach Oishi Syuichiro, der neben seinem Partner stand, „Das Spiel hat Ryoma eher ermutigt. Er wird sehen, dass es noch einiges gibt, dass er für seinen Sieg braucht. Und dafür wird er hart trainieren. Davon bin ich überzeugt, Eiji.“
Und als hätte Ryoma die Worte Oishi’s gehört, grinste er plötzlich: „Mada mada dane.“

Während der Pause besorgte er sich sein Lieblingsgetränk – eine kühle Ponta. Die süßliche Flüssigkeit rann seine trockene Kehle hinab. Sofort fühlte Ryoma ein wenig Entspannung.

Echizen-kun… du siehst müde aus…

Schlagartig verschluckte der Tennisprinz sich. Hatte er sich diese Stimme eingebildet?
Er lugte hinüber zu seiner Tasche. Ihm fiel wieder der sonderbare Gegenstand ein.
Vorsichtig holte Ryoma das glänzende Stück hervor. Er rieb langsam über die glatte Oberfläche…
Und plötzlich begann der „Pokal“, zu qualmen. Dichte Schwaden stiegen aus dem Loch empor.

Sichtlich erschrocken wich Ryoma zurück. Was ging hier vor sich?

Eine leise Stimme drang auf einmal ins seine Ohren: „Du hast mich befreit, Echizen Ryoma. Ich, der Gott des Tennis-“

„Halt Stopp“, forderte Ryoma ein.

Sofort hielt die Stimme inne: „W-was?“

„Es gibt keinen Gott des Tennis. Nur einen Prinzen – und der bin ich.“

Ryoma vernahm ein Lachen. „Hüte deine Zunge, Echizen-kun. Sonst gewähre ich dir keine Wünsche.“
Nachdenklich drehte der Erstklässler den „Pokal“ in seiner Hand. Hatte er da tatsächlich eine Wunderlampe gefunden?

In welchem abgedroschenen Film war er denn gelandet?

„Ich geh wieder…“
Entschlossen warf er die Wunderlampe zurück in seine Tasche. Es wäre wahrscheinlich besser, mit solchem Unfug nichts zu tun zu haben. Er würde sich sonst nur Ärger einhandeln…

Schnell griff Ryoma seine Ponta-Dose, dann wollte er gehen.

„Du magst das Süßzeug, was?“

„He?“

Der Tennisprinz blickte auf das Getränk. Trocken entgegnete er: „Ich bin süchtig danach.“

„Na also, da hätten wir doch deinen ersten Wunsch gefunden!“

Der „Dschinn“ wurde euphorisch. Die Wunderlampe wackelte ein wenig, der Rauch nahm zu. „Weißt du, Echizen-kun, mit meiner Hilfe kannst du alles haben, was du willst! Unmengen an-“
„Meinetwegen“, Ryoma öffnete die Tür, „Dann will ich ganz viel Ponta haben.“

Plötzlich wurde die Stimme des Dschinns kehlig. Er lachte und sagte im ehrfürchtigen Ton: „Dein Wunsch sei mir Befehl!“

Ryoma hätte eigentlich gelacht. Das war doch alles ein schlechter Scherz. Ganz genau. Momo und Eiji hatten sich bestimmt zusammen getan um ihn reinzulegen. Oder Fuji hatte ein neues Hobby – Sadismus für Fortgeschrittene? – wer weiß. Vielleicht brauchte Inui ja auch mal Abwechslung. Langweilte ihn sein Notizbuch etwa?
So musste es sein. Eines von diesen Dingen war durchaus möglich. Alles andere wäre zu abstrus, um wahr zu sein.

Ein lauter Knall ertönte plötzlich. Ryoma verlor das Gleichgewicht. Schockiert fiel er nach hinten und landete auf dem Umkleideboden. Ein Beben rauschte in seinen Ohren.
Hunderte von Ponta-Dosen regneten auf ihn nieder. Es klapperte und schepperte. Das dünne Metall kollidierte mit dem Boden und bedeckte allmählich Ryoma. Der Tennisprinz war wie erstarrt.

Regneten da gerade wirklich Ponta-Dosen von der Decke?

Und zwar in Tausendfacher Menge?

Im Raum wurde es immer enger. Ryoma griff nach der Tür, die allerdings durch die Dosen zugedrückt wurde. Hastig setzte er sich auf und watete durch die Umkleide. Der „Regen“ hörte nicht auf und füllte mittlerweile das ganze Zimmer aus.

Egal wer das war. Momo und Eiji. Fuji. Oder Inui.
Derjenige konnte sich auf was gefasst machen, sollte Ryoma jemals hier raus kommen.


Fortsetzung folgt
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