Love never lasts

von Harryna
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Cullen Der Wächter (weiblich) Inquisitor (weiblich)
16.05.2015
03.08.2017
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Es herrschte Stille über dem Calenhad-See. Nur der Turm, der die Magier des Zirkels verschlossen hielt, hob sich mächtig und dunkel aus dem stillen Gewässer empor und ließ nur vermuten, was sich hinter den Mauern dieses Monstrums verbarg. Die Magier, von den Templern beobachtet und kontrolliert, lagen mit der Entdeckung und Eintragung ihrer magischen Begabung mit halbem Hals unter dem Schafott. Man musste sich der Läuterung unterziehen, einer Prüfung, die schon so manchen Schüler das Leben gekostet hatte oder man wurde zum Besänftigten und verlor dabei sowohl seine magischen Fähigkeiten, als auch jegliches Leben. Man war nur noch eine Hülle, die atmete und existierte. Die meisten der Magier hatten sich bereits schlafen gelegt, andere wiederum lasen in der Bibliothek oder studierten ihre Zauber ein. In jener Nacht betraten die Templer die Schlafräume der Schüler, rissen eine ausgelesene Anzahl von ihnen aus dem Schlaf und brachten sie zur Kammer der Läuterung. Einer dieser Templer, ein junger Mann mit blondem, leicht gelocktem Haar, stand vor Serenas Bett. Eine junge Elfin, deren magische Begabung bereits als Kleinkind entdeckt wurde. Seitdem lebte sie im Zirkel und sah ihn als Zuhause an. Ihr weißblondes Haar hatte sie zu Zöpfen gebunden, der Pony bedeckte stets die Stirn. Welch Anblick sich dem Templer bot, wie friedlich sie schlief, leicht in sich geigelt und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Das bedrohliche Scheppern der schweren Rüstungen  riss sie allerdings schon aus dem Schlaf. Greagoir, Hauptmann der Templer, erhellte ihr Gesicht mit der Fackel. Ihre blasse Haut schimmerte in diesem Licht besonders.

Langsam öffnete die Elfin die Augen, blinzelte beim grellen Licht der Flamme, bis sich ihre Augen daran gewöhnten. Schützend hielt sie die Hand vor ihre Augen. "Es ist Zeit, Serena." Er gab ihr einen Moment, um sich aufzusetzen, dann geleiteten sie die Männer zur Kammer der Läuterung, wo bereits der Erste Verzauberer Irving auf sie wartete. Die Templer hatten einen Kreis gebildet, darunter auch Cullen. "Magie soll dem Menschen dienen und niemals beherrschen. So sprach die Prophetin Andraste, als sie Tevinter stürzte", begann Greagoir. Trotz der Vorbereitung war Serena etwas nervös. Sie wusste, dass sie nun selbst über ihr Schicksal bestimmte, ob sie lebte oder starb, ob sie Widerstand zeigen konnte oder der Dämon stärker war als ihr eigener Wille. Der Erste Verzauberer Irving legte eine Hand auf ihre Schulter und sprach: "Ihr werdet Euch einem Dämon im Nichts stellen. Was dort geschieht, ist Illusion, aber Euer eigener Verstand ist real."Allerdings griff Greagoir ein. "Schüler müssen diese Prüfung alleine bestehen, Erster Verzauberer." Die Elfin sah das Becken in der Mitte und näherte sich diesem. Lyrium, der Ursprung der Magie. Als sie ihre Hand hineinstreckte, umgab sie ein Licht, das sich auf ihren ganzen Körper ausbreitete und sie ins Nichts zog. Sie fühlte sich verloren in dieser stillen, verzerrten Welt und doch war sie ihr vertraut. "Also gut, das hast du schon so oft durchlebt. Du wirst nicht sterben. Es ist alles nur ein Traum ..." Serena sprach sich immer wieder Mut zu, während sie den Pfad entlangging. Irrlichter griffen sie an, doch sie konterte ihren Angriffen immer wieder. Sie merkte nicht, dass ihr jemand entgegenlief: Eine Maus. "Und wieder schicken sie einen Schüler ins Feuer. Es ist nicht richtig, dass sie das machen." Die Elfin sah sich immer wieder um, doch sie sah niemanden, bis sie schließlich zu Boden sah. "Was? Es hat seine absolute Richtigkeit." "Es ist immer dasselbe. Feige wie sie sind, lassen sie einen Dämon in einen hinein und am Ende wird man sowieso sterben. Könnt Ihr schon die Klinge der Templer an Eurem Hals spüren?" Langsam nahm die Maus Gestalt an und verwandelte sich in einen Magier. "Jedoch lasst mich der Erste sein, der Euch im Nichts willkommen hießt. Nennt mich einfach ... Maus." Sie sah ihn an. "Ich schätze, das ist nicht Euer richtiger Name." Er nickte. "Er ist bedeutungslos, so wie ich es jetzt bin. So wie Ihr habe ich damals meine Läuterung abgelegt, doch ich habe zu lange gebraucht. Sie dachten, dass ich zu einer Abscheulichkeit geworden wäre und töteten mich. Ich habe keinen Körper, den ich zurückverlangen könnte, aber ich glaube, Ihr könnt es schaffen, die Läuterung zu bestehen. Ihr müsst den Dämon finden, der hier herrscht und ihn erschlagen. Nur so werdet Ihr bestehen und hier rauskommen. Ich hatte meine Chance. Lasst mich Euch begleiten." Serena konnte nicht widersprechen, doch es blieb ihr auch keine Zeit mehr dazu. Sie stimmte zu, den Weg gemeinsam fortzusetzen. Der Geist eines Templers ruhte bei einem Lagerfeuer, auf das die Elfin zusteuerte. Es war Heldenmut, der im Nichts die mächtigste Waffe erschaffen wollte, die auch Schaden gegen den Dämon, der hier herrschte, anrichten würde. "Die mächtigste Waffe im Nichts ist der Verstand. Jedoch sind wir Magier keine Krieger." Mit seinen leeren, glasigen Augen, die durch seinen Helm blitzten, sah er sie höhnisch lachend an. "Ihr seid kein Krieger, sagt ihr. Aber egal, ob man mit Schwert, Bogen oder Stab Schaden zufügt, so ist man doch immer ein Kämpfer. Wenn Ihr Euch beweist, indem ihr gegen mich kämpft, gebe ich euch eine meiner Waffen." Für einen Moment zögerte sie, doch dann stimmte sie zu. "Einverstanden!" "So sei es. Doch wenn Ihr es nicht schafft, erschlage ich Euch. Lasst uns beginnen." Heldenmut griff so plötzlich an, darauf war Serena selbst nach jahrelangem Training nicht gefasst. Sie stolperte und fiel hin, auf dem Boden nach hinten kriechend. Sie hatte keinen Stab, gar nichts. Und Maus hatte sich versteckt und war keine große Hilfe. Doch als sein Schwert niedersauste und sie nur knapp verfehlte, fasste sie sich ein Herz, rappelte sich auf und lähmte ihn. Zumindest dieser kurze Moment sollte ihr Zeit verschaffen. Ihr gelang es, ihn zu schwächen, bis er aufgab und bereit war, ihr einen Stab zu geben, schön anzusehen und gefühlt mächtig noch dazu. Dankend ging sie mit diesem ihren Weg, bis sie erneut auf jemanden traf. Diesmal war es die Trägheit, die sich in Gestalt eines monströsen Wolfes zeigte.

Da kam auch Maus wieder dazu, wie gewohnt in Gestalt einer Maus. "Es muss merkwürdig sein, hier als Maus zu wandeln. Aber diese Form ist feige. Ihr könnt Euch zu leicht verstecken und somit Problemen aus dem Weg gehen. Doch seinen Ängsten sollte man sich stellen." Maus wirkte nervös, das spürte sie auch in seiner tierischen Form. "Aber ... ich bin so klein ... wenn ich ein Bär wäre, dann wäre ich doch größer und stärker und nicht so ... mickrig und klein wie jetzt ..." Da mischte auch die Trägheit mit. "Um ein Bär zu werden, muss man bereit sein, seine Hülle aufzugeben. Doch dazu sind nicht alle bereit, genauso wenig Ihr. Aber Eurem Freund könnte ich es vermutlich beibringen." Serena sah die Trägheit an. "Dann zeigt es ihm doch. Ich bin sicher, er würde es gerne lernen." Maus verwandelte sich und druckste herum. "Gut ... wäre es schon ... dann könnte ich Euch im Kampf unterstützen ... und müsste mich nicht mehr verstecken ..." Der Dämon sah die beiden unbeeindruckt an. "Ich würde ja gerne, aber das ist soooo anstrengend. Ich sage Euch was: Ich werde drei Rätsel stellen. Wenn Ihr sie lösen könnt, bringe ich Eurem Freund bei, wie man sich in einen Bär verwandelt. Ratet Ihr falsch, fresse ich Euch. Seid Ihr einverstanden?" Die Elfin, die bereits mit einigen Schülern Rätsel gestellt und gelöst hatte, war recht gut darin. Also stimmte sie zu. Das ein oder andere Mal musste sie nachdenken und umfasste nachdenklich ihr Kinn, doch sie kam auf die Lösungen. Die Trägheit hielt sich an ihre Abmachung und zeigte Maus, wie er sich in einen Bären verwandeln konnte. "Oooh, interessantes Gefühl ... so groß und überall kribbelt es ... ich stecke voller ... Energie." "Da, ich habe ihm gezeigt, wie er sich verwandelt. Und jetzt lasst mich in Ruhe." Der Dämon ließ sich zum Schlafen nieder und für Serena war es Zeit, sich dem eigentlichen Grund für ihren Aufenthalt zu stellen: Dem Dämon. Ein kleiner Platz, abgelegen von allem und umgeben von Lyriumandergestein, das war der Ort, an dem er sich ihnen zeigte. Maus war fest entschlossen, Serena zu helfen, sofern sie es zuließ. Ihr gelang es, ihn zu erschlagen, jedoch kam ihr das doch etwas zu leicht vor. Irgendetwas stimmte nicht. "Ihr habt es also tatsächlich geschafft! Ich kann es nicht glauben, aber Ihr habt es wirklich geschafft! Ihr seid eine echte Magierin. Ihr habt mich an Euch glauben lassen. Ihr werdet es noch zu etwas Großem bringen. Ihr habt Eure Prüfung bestanden! Vielleicht wird es Euch gelingen, dass ich draußen Fuß fassen kann. Ihr müsst mich nur hineinlassen." Die Elfin sah ihn an. "Irgendwas ist hier faul. Das hier war definitiv zu leicht." Maus sah sie erschrocken an. "Was? Aber Ihr habt den Dämon erschlagen!" Ihr Blick wurde intensiver, als wollte sie in seinen Augen Antworten lesen. "Das hier war nicht der Dämon, gegen den ich antreten musste, das war nicht meine Prüfung." Er senkte den Blick und lächelte auf einmal furchterregend. "Gut erkannt", erwiderte er mit Dämonenstimme. "Das, was hier war, war nur der Anfang von dem,  was Euch erwarten wird." Nun zeigte sich seine wahre Gestalt und Serena zückte ihren Stab, um ihn zu schlagen. Doch dieser war nicht auf einen Kampf aus. "Bleibt wachsam, Magierin." Mit diesen Worten verschwand er. Das Bild des Nichts verschwamm langsam vor ihren Augen. Alles wurde dunkel, bis die Dunkelheit sie umhüllt hatte.
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