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True Love?

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / FemSlash
15.05.2015
22.09.2022
3
6.130
1
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22.09.2022 1.957
 
Heey, Resa hier!

Ich muss zugeben, ich hatte nie vor, jemals wieder etwas hier hochzuladen. Dieser Account ist etwas aus meiner awkward Teenager Zeit, an die ich nicht gerne zurückdenke.

Das Problem, das ich jetzt habe, ist diese Geschichte.
Ich habe sie vor kurzem wieder gefunden und ich fühle mich unwohl dabei sie so stehen zu lassen.

Die Geschichte basiert ein bisschen auf Dingen, die mir passiert sind.
Da war dieser Typ, von dem ich dachte, dass ich ihn mag und im Nachhinein ist die ganze Erfahrung ziemlich toxisch. Eine Sache, die ich damals nicht und auch lange Zeit später nicht gesehen habe.
Außerdem weiß ich jetzt, dass ich lesbisch bin und dieser „crush“, den ich auf ihn hatte nur durch internalized homophobia und einem falschen Bild von romance das ich hatte, kam. Jaaaa, sehr gesund, ich weiß.
Ich habe es doch tatsächlich geschafft, das unwohle Gefühl, das man bekommt, wenn man vorgibt jemand zu sein, der man nicht ist, mit Liebe zu verwechseln. Ich dachte, das nervöse Gefühl wäre das, welches von den Autoren, deren Bücher ich gerne gelesen habe, beschrieben wurde.
Heute weiß ich das es nicht so ist.
Ich weiß, dass das eigentliche Gefühl, das beschrieben wurde, dasselbe ist, wie wenn ich in den Armen meiner Partnerin liege und mich wohl, geborgen und zu Hause fühle.

Auf jeden Fall hat es mich sehr getriggert diese Geschichte zu lesen und ich kann und will sie nicht so stehen lassen.
Darum schreibe ich hier weiter.
Der Schreibstil wird sich ändern und auch die Richtung, in die die Geschichte geht.

Wenn ihr das nicht wollt, dann lest bitte nicht weiter.

Für die, die wissen wollen, wie es weiter geht, wie sich mein Schreibstil verändert hat und in welche Richtung diese Geschichte jetzt gehen wird, viel Spaß beim Lesen!



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Und so ging es weiter. Tag für Tag.
Ich hatte das Gefühl auf Wolken zu laufen und auch mein Herz raste wie verrückt. Ich brauchte häufig ewig ihm zu antworten und tat dies mit einem breiten Grinsen auf meinem Gesicht.
Meistens hatte ich dann auch das Gefühl in Schweiß auszubrechen und meine Hände zitterten beim Tippen.
Es war das nervöse Gefühl, von dem ich immer so viel gelesen hatte.  
Und doch, es schmerzte. Jedes Mal, wenn wir in der Schule an einander vorbei liefen und er mich nicht beachtete.
Ich hatte gehofft, dass sich etwas änderte, nachdem wir uns getroffen hatten, aber das war nicht der Fall.
Mike und Katy waren genervt von mir.
immer wieder musste ich mir anhören: „Warum schreibst du noch mit ihm?“ und „Wenn er nicht in der Schule mit dir reden will, meint er es nicht ernst.“
Doch ich wusste, dass das nicht sein konnte.
Wie könnte jemand, der so schrieb wie er es nicht ernst meinen.
Immer wieder schrieben wir uns, dass wir uns vermissten und dass wir wünschten, dass wir bei einander wären.
Und jedes Mal fing ich an, wie verrückt zu grinsen.

Und trotzdem war da auch die Sorge.
Ich war es immer noch nicht gewohnt mit jemand der so beliebt war wie ihm zu schrieben und das Treffen ging mir nicht aus dem Kopf.
Ich war zu nervös gewesen.
Ich hatte fast nichts gesagt.
Ich hatte nicht einmal gewusst, dass ich aufhörte zu reden, wenn ich nervös war. aber offenbar war das ebenso.
Alles was ich nun hoffte, war dass er mich nicht für weird hielt.
Er meinte zwar, dass es kein Problem war und er sich mehr Sorgen machte, dass er zu viel gesprochen hatte, aber ich konnte nicht anders, als mir Gedanken zu machen.

Meiner Familie hatte ich nichts von Lucas erzählt.
Ich sprach nicht wirklich viel mit meiner Mutter und meiner Schwester, wenn es um das Thema Liebe und Beziehung ging, aber lange konnte ich meine Gefühle nicht verstecken.

Ich saß mit meiner Schwester, Johanna, auf dem Sofa und schrieb, wie immer inzwischen, mit Lucas.
Dabei grinste ich von einem Ohr zum anderen und wahrscheinlich waren auch meine Wangen wieder rot.
Irgendwann bemerkte ich, wie meine Schwester mich anstarrte. Also sah ich auf und warf ihr einen fragenden Blick zu.
„Was ist?“, wollte ich also von ihr wissen.
„Mit wem schreibst du?“
Ich biss mir auf die Lippe. Ich sah auf mein Handy und dann wieder zu Johanna. Dann zuckte ich mit den Schultern.
„Ein Freund aus der Schule.“
Johanna sah plötzlich sehr interessiert aus.
Sie rückte näher und fragte: „Hast du ein Bild von ihm?“
Wieder zögerte ich.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals.
Ich tippte auf Lucas Profilbild.
Auf dem Bild lehnte er an einer Wand.
Seine dunklen Locken waren durcheinander, er trug lässige Kleidung und er grisnte frech in die Kamera.
Ich drehte mein Handy, so das meine Schwester das Bild sah.
Diese zog augenblicklich ihre Augenbrauen hoch.
„Nur ein Freund?“, fragte sie.
Ich spürte wie meine Wangen rot wurden.
verlegen sah ich zur Seite.
„Ja, nur ein Freund.“
„Aber du magst ihn.“, hakte sie nach.
Ich befürchtete, sie würde nicht lockerlassen.
Schüchtern sah ich sie an.
„Ja.“, sagte ich dann leise und bereute es automatisch.
Es war etwas anderes, meinen Freunden zu sagen, dass ich ihn mochte und wie sehr ich von ihm besessen war.
Aber meiner Schwester? Wie gesagt, wir sprachen nicht über solche Themen.
Ich wusste also nicht, was sie sagen würde.
Zu meiner Überraschung sah sie mich begeistert an.
„Er sieht richtig gut aus! Ihr passt bestimmt zusammen!“, rief sie auf einmal.
Ich war sprachlos. Dann grinste ich verlegen.
Irgendwie freut es mich das zu hören.
Mein Leben fühlte sich wie ein Traum an.
Plötzlich hörte ich wie meine Mutter hinter mir fragte: „Wer passt gut zu wem?“
Wir fuhren herum.
Unsere Mutter stand in der Tür und sah uns fragend an.
Ich warf Johanna einen warnenden Blick zu, doch sie ignorierte mich.
„Tara, ist verliebt und der Typ auf den sie steht sieht gut aus.“
„Johanna!“, rief ich aufgebracht.
Unsere Mutter schien aber kein Problem zu haben.
„Kenn ich ihn?“, fragte sie einfach nur.
Ich seufzte.
„Ich glaub nicht? Lucas? Also es kann sein, dass ich mal von ihm erzählt habe, aber wir haben noch nicht so viel zusammen gemacht.“
„Ah, ist das der, mit dem du auch die ganze Zeit schreibst?“
„Du weißt davon?“, wollte meine Schwester sofort wissen.
Mum nickte.
„Ja, Tara hat mir schon mal davon erzählt.“
Dann wandte sie sich an mich.
„Ich freu mich für dich. Es wäre schön, wenn mehr daraus wird. Aber steigere dich da nicht zu sehr rein. Ich will nicht, dass du verletzt wirst.“
Ich verdrehte die Augen, worüber sie nicht sehr begeistert zu sein schien.
„Tara, ich will einfach nur, damit du am Ende nicht traurig bist.“
„Warum gehst du gleich davon aus, dass ich verletzt sein werde?“, warf ich ihr vor. „Immer wenn du erfährst, dass ich auf jemanden stehe, kommst du mit so was! Freu dich doch einfach mal für mich. Außerdem schrieben wir viel und verstehen uns gut!“
Mum seufzte.
„Das tu ich doch. Aber wenn du dir jetzt zu viel Hoffnungen machst und am Ende nichts daraus wird, dann wird es dich verletzen und das will ich nicht. Alles was ich sagen will, ist dass du vorsichtig sein und dich nicht zu sehr hinein steigern sollst.“
Das änderte nichts an meiner Stimmung.
Ich war genervt.
Also stand ich auf und ging einfach in mein Zimmer.
Ich wollte mich jetzt nicht mit meiner Familie auseinander setzten.
Ich warf mich auf mein Bett und starrte zur Decke hoch.
Warum war sie so und warum verhielten sich meine Freunde genau so? Ich konnte nicht verstehen, warum jeder davon ausging, dass ich am Ende trarig sein würde. Konnten die anderen nicht sehen, dass es gut zwischen uns lief? Es war so frustrierend.

Am nächsten Tag war ich immer noch genervt und ich versteckte es nicht.
Alex merkte natürlich sofort, das etwas nicht stimmte, aber als ich ihr nicht antworten wollte, als sie sie mich fragte, was los war, ließ sie es auch sein. Sie schien zu merken, dass ich nicht darüber reden wollte.
Die ersten drei Stunden vergingen wie im Flug.
In der Pause standen wir an unser üblichen Stelle und wieder einmal starrte ich zur Eingangstür.
Ich bekam nur wenig von dem Gespräch meiner Freunde mit.
Meine ganze Konzentration war darauf gerichtet Lucas nicht zu verpassen.
„Hey, Erde an Tara.“, hörte ich auf einmal Mike sagen.
Widerwillig drehte ich mich zu ihm.
„Was gibt’s?“
„Wenn du endlich mal fertig bist, nach deinem Freund Ausschau zu halten.“
„Er meint, wenn du fertig damit bist, ihn zu stalken.“, warf Katy ein.
Zu meiner Überraschung nickte Mike zustimmend.
Ich starrte beide sprachlos an.
„Ich stalke ihn nicht…“
„Ja, ja. Wie auch immer.“, meinte Mike.
Er schien nicht weiter darauf eingehen zu wollen.
„Hast du mitbekommen, dass der neue Hobbit Film nächste Woche ins Kino kommt?“
Damit hatte er mein Interesse an sich gerissen.
Ich liebte Herr der Ringe und auch wenn die Hobbit Filme nicht annähernd so gut wie die originalen Filme waren, wollte ich sie trotzdem anschauen.
„Cool, hab ich gar nicht mitbekommen dass das schon nächste Woche ist.“
„Ja, deine Gedanken sind die ganze Zeit ja auch wo anders.“, kam es sofort von Mike. „Aber ich wollte dich fragen, ob wir zusammen hingehen wollen.“
„Ja, gerne!“, rief ich sofort aus.
Wie hätte ich da auch nein sagen können.
„Sehr cool, wollen wir dann am Freitag gehen? Der Film kommt am Mittwoch raus, aber ich kann Mittwoch und Donnerstag nicht.“
Ich überlegte.
„Passt. Ich glaub ich hab am Freitag Zeit. Ich schreib dir aber heute Nachmittag nochmal.“
Mike nickte und lächelte zufrieden.
Ich drehte mich wieder zur Tür und wartete die restliche Pause darauf Lucas zu sehen.
Aber ich musste ihn wohl verpasst haben, denn ich sah ihn nicht mehr rauskommen.

An diesem Nachmittag dauerte es etwas, bis Lucas mir antwortete.
Und natürlich war ich wieder besorgt deswegen.
Doch was er mir schrieb, ließ mein Herz schneller schlagen.
„Hey, hast du Lust am Mittwoch in den neuen Hobbit Film zu gehen?“
Ich dachte gar nicht nach und schrieb: „Ja gerne! Ich wollte eh rein gehen.“ Und dann ein Herz.
Lächelnd sah ich auf den Bildschirm während ich auf seine Reaktion wartete.
„Super! Ich freu mich!“
Er schickte mir auch ein Herz.
Ich musste mich zusammen reißen nicht los zu schreien.
Und so verbrachte ich meinen Nachmittag damit ihm wieder Herze zu schicken und er flirtete weiter mit mir.

Es war schon relativ spät am Abend, als ich eine Nachricht von Mike bekam.
„Hey, wie sieht es aus mit Freitag?“
Ich zuckte zusammen.
Freitag. Der Film. Mike. Lucas.
Ich starrte auf mein Handy.
Wie hatte ich das vergessen können.
Ich verzog das Gesicht. Was hatte ich getan?
Mike hasste Lucas und wenn ich ihm sagte, dass ich mit ihm in den Film ging, obwohl ich eigentlich ihm schon zugesagt hatte, würde er mir das nicht verzeihen.
Und Ich liebte Lucas. Ich konnte jetzt nicht mehr absagen.
Und wenn ich beide Male ging, dann konnte ich Mike nicht erzählen, dass ich zu erst mit Lucas ging.
Ich setzte mich wieder auf.
Dann schrieb ich Mike: „Sorry, hab vergessen dir zu schreiben. Ja, ich kann!“‘
„Super!“, kam seine Antwort zurück.
Ich schluckte.
Dann schrieb ich: „Lucas hat mich tatsächlich auch gefragt ob wir rein gehen wollen.“
„Und? Gehst du mit ihm?“
Ich holte tief Luft.
„Ja, aber wir gehen erst am Sonntag.“
„Das heißt du gehst zweimal in den gleichen Film.“
„Ja, aber mit Lucas gehe ich eigentlich nicht wegen dem Film, sondern wegen ihm.“ Ich schickte eine lachende Emoji nach.
Dann legte ich mein Handy zur Seite und legte mich wieder auf mein Bett.
Dort rollte ich mich zu einer Kugel zusammen und hoffte einfach nur, dass Mike nicht herausfand, dass ich ihn gerade mächtig angelogen hatte.
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