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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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13.02.2017 3.351
 
Akemi zittert, obwohl es im Raum warm ist.
Shintarou hält den Kopf gesenkt, während er dem schmalen Weg durch den Schnee geht. Rechtzeitig fällt ihr ein, dass sie die Balkontür für ihn öffnen muss und eilt zur Glasfront, um den Hebel zur Seite zu drücken und die Tür aufzuschieben.
Das Geräusch lässt ihn den Blick heben und ihr Anblick lässt ihn fast übertrieben erstarren und um sein Gleichgewicht kämpfen.
Sie lächelt vorsichtig und sieht, wie sich die Röte auf seinem Gesicht ausbreitet.
„Komm rein.“, fordert sie ihn sanft auf, „Es ist kalt draußen.“
Er stolpert durch die Balkontür ins Warme und seine Brille beschlägt. Er zieht sie ab, nun noch röter im Gesicht und mustert sie, als sähe er sie zum ersten Mal.
Vorsichtig streckt sie ihre Hand aus und berührt seine Wange. Sie ist kalt, aber nicht eisig und er zuckt auch nicht zurück.
„Du hast so wunderschöne Augen.“, platzt es aus ihr heraus und für einen Moment fühlt sie diesen alltbekannten Knoten in der Magengrube, dieses Gefühl von 'OhmeinGottwasredeichdaichbinsopeinlich' aber dann schmiegt Shintarou seine Wange in ihre Hand und statt dem Knoten fühlt sie jetzt etwas, das stark an einhundert Brausetabletten erinnert, die sich gerade in ihrem Magen auflösen und bis hoch in ihren Brustkorb blubbern.
Sie hätte nicht gedacht, dass sie nach dem Sieg im Winter Cup überhaupt noch glücklicher sein könnte, aber das… das... ist noch viel viel besser.
Du bist wunderschön.“, murmelt Shintarou und hält ihren Blick fest, auch ohne Brille, als wolle er um Erlaubnis fragen für etwas. Ganz langsam, als erwarte er, dass sie ihn jeden Moment stoppen wird, bewegt er seinen Kopf ein wenig zur Seite und drückt seine Lippen für die flüchtigste aller Berührungen gegen ihre Handfläche.
Es ist eine ganz leichte Berührung, fast nicht spürbar und sie schwört, dass ihr Herz zwei ganze Schläge aussetzt.
„Ich glaube, ich muss mich setzen.“, haucht sie atemlos und sinkt einfach zu Boden.
Er packt ihre Hand und bremst ihren Fall, sodass sie beinahe sanft aufkommt. Dann folgt er ihrem Beispiel, knallrot im Gesicht, die Brille vergessen in der anderen Hand und sie sitzen einen langen Moment einfach nur da, ihre Füße gegenüber gestellt, sodass sich die Spitzen ihrer Schuhe berühren und erinnern sich daran, wie man atmet.

- - -

Michirou entdeckt Wakamatsu, bevor er sie sehen kann. Ihre Eltern haben sie abgeholt und Shinji auf dem Weg abgesetzt und ganz offensichtlich haben sie sich mit Wakamatsu abgesprochen und ihr nichts davon gesagt.
Wie hat er Mama dazu gekriegt, nichts zu verraten, fragt sie sich und wünscht sich einen Schal oder ähnliches herbei, womit sie die Röte in ihren Wangen verstecken könnte. Denn Kousuke steht da vor ihrem Haus, in einem Anzug und das Haar tatsächlich in so etwas wie eine Frisur gezwängt und er hat ihr ihre Lieblingsblumen gekauft, einen Strauß bunter Tulpen.
Das hab ich ihm gegenüber nie erwähnt und ganz am Anfang unserer Freundschaft-Beziehung-Was-auch-immer hätte er mir sicher Rosen gekauft, wenn überhaupt, weil ja alle Frauen Rosen lieben.
Der Wagen hält und Michirou steigt aus, was eigentlich Blödsinn ist, weil er ja einsteigen sollte, aber sie kann nicht anders.
Jetzt steht sie da, in einem viel zu dünnen Kleid für diese Art von Wetter und der Wind bringt sicher den Berg von Haaren und Haarnadeln durcheinander, den Momoka aus ihrem bequemen Haarschopf gebastelt hat, aber Kousuke ist knallrot um die Nase und seine Augen sind ganz groß und sehen nur sie und das ist das alles und noch viel mehr wert.
„Wow...“, macht er ganz leise und das ist bei weitem die beste Reaktion, die sie heute bekommen hat oder bekommen wird.
Sie hat mit Nanami diskutiert, stundenlang, dass es egal ist, ob ihr Kleid lang oder kurz ist, blau oder grün oder sonst irgendeine Farbe – jetzt ist es eine Mischung aus blau und grün und doch nur eines davon, je nachdem, wie das Licht darauf fällt – weil Kousuke sie selbst dann mag, wenn sie verschwitzt und außer Atem in einem Trikot vor ihm steht, das noch vom Morgentraining müffelt und Nanami hat dagegen gehalten und jetzt ist sie froh, dass Nanami sich über sie hinweg gesetzt hat und dass ihre Mutter ganz offensichtlich gemeinsame Sache mit jedem macht, nur nicht mit Michirou selbst.
„Das ziehe ich aber nicht öfter an.“, erklärt sie Kousuke und ihre Stimme kommt etwas zu ernst und zu direkt heraus, aber er grinst trotzdem dieses Schulbubengrinsen, das ihr Herz immer so seltsam hüpfen lässt.
„Ist okay.“, entgegnet er, „Ich werde dich einfach heute so lange ansehen, dass ich den Anblick sicher nicht mehr vergessen werde… Oh...“, er zuckt zusammen und reicht ihr Blumen mit einem verlegenen Lächeln, „Die sind für dich.“
Anstelle der Blumen packt sie sein Handgelenk und zieht ihn zu sich, um ihn zu küssen. Es ist ein kurzer Kuss, Lippen auf Lippen und ihre Nase drückt etwas zu fest gegen seine und die Blumen werden zwischen ihren Körpern zusammen gedrückt und ihre Eltern sehen zu – oder gerade weg – aber es ist trotzdem ein perfekter Kuss.
„Wir müssen aber trotzdem noch auf den Ball.“, murmelt Kousuke gegen ihre Lippen und lacht, als sie ein entnervtes Grummeln von sich gibt.

- - -

„Yo!“,
Susa hebt den Kopf und grinst.
„Du siehst aus wie ein Flittchen.“, stellt er fest und Shinji stößt ein empörtes Schnauben aus.
„Seh ich nicht und was ist das für eine Art, mich zu begrüßen? Ich wusste gar nicht, dass du solche Worte überhaupt kennst.“
Sie grinst, während sie redet, stopft die Hände tiefer in die Taschen ihrer Lederjacke, die sie offen über einem sehr kurzen schwarzen Lederkleid trägt und dreht sich einmal für ihn im Kreis, als wäre das eine Modenschau.
„Deine Strumpfhose ist zerrissen.“, stellt er fest, „Und… sind das Nieten an deinen Schuhen? Wozu brauchst du Nieten an deinen Schuhen? Und warum sind die spitz?“
„Na, falls jemand beim Tanzen nen Stupser braucht.“, spottet Shinji und zieht den Kragen ihrer Lederjacke etwas zur Seite, um ihr das Lederhalsband zu zeigen, das sie trägt und das ebenfalls mit spitzen Nieten – wenn auch kleineren – besetzt ist, „Und das ist für den Fall, dass jemand zu mutig wird.“
„So viel zu meiner Chance, dir heimlich einen Knutschfleck zu verpassen, wenn keiner hinsieht.“, witzelt Susa und Shinji hebt eine Augenbraue.
„Wer bist du und was hast du mit dem Susa gemacht, den ich kenne?“
„Ich hab ihn gefressen.“, spottet Susa zurück und lacht, „Nein, im Ernst, ich habe mit Kaiya Schluss gemacht.“
„Und?“, Shinji hält ihm den Arm hin, damit er sich unterhaken kann und sie gehen los in Richtung Bushaltestelle, „Wie geht’s dir damit?“
„Ganz gut. Ich bin froh, dass es zu Ende ist, nach all dem Chaos und dem Drama, das wir zuletzt hatten, aber es könnte sein, dass ich dich morgen brauche. Dich, ein paar gute alte Filme und einen großen Kübel Eiscreme.“
Shinji tätschelt seinen Arm. „So kenne ich dich.“

- - -

Lia, Shouta und Chikara grinsen sich immer wieder verlegen zu.
Es ist seltsam, in Abendgarderobe in der Straßenbahn zu stehen.
"Hast du heute ein Date?", fragt Shouta, um überhaupt irgendeine Art von Konversation zu treiben und starrt Chikara dabei etwas zu lange in die Augen.
"Eh... nein.", gibt Chikara zu und zieht ihre Schultern nach oben. Die dunkelgrüne Seidenstola, die Momoka ihr aufgedrängt hat, verrutscht dabei und Chikara zieht mit entnervtem Gesichtsausdruck daran herum.
"Dieses Teil ist doof.", erklärt Chikara und Lia erbarmt sich und hilft ihr, den Stoff zurecht zu ziehen.
"Wenn du ihn zusammen legst, kannst du ihn als Peitsche benutzen.", erklärt eine tiefe Stimme neben ihnen und die drei drehen sich überrascht um.
Neben ihnen steht ein Junge in ihrem Alter und grinst verlegen.
"Also... also ich meine, das klang jetzt doof, ja, ich wollte... also ich dachte es klingt lustig...", beendet er seinen Satz recht lahm und starrt aus dem entgegen gesetzten Fenster, als könnte er dadurch seine roten Wangen verbergen.
"Hätte besser sein können, aber ist okay.", erklärt Chikara lapidar und zerrt wieder an ihrem Schal herum. Sie fühlt sich nicht wohl damit, dass das Kleid darunter ihre Schultern entblößt, aber es war das einzige grüne Kleid, dass es in ihrer Größe gab.
"Gehst du auch auf den Ball?", fragt Shouta und mustert den Anzug des Jungen.
"Äh, ja...", macht er verlegen und deutet dann zu dem Mädchen an seiner Seite, das sie bis eben übersehen haben. Sie trägt einen traditionellen Kimono, die wesentlich angezogenere Alternative zum Ballkleid.
"Das ist meine Schwester Mie. Sie gehört zum Mädchenteam der Kaijou. Ich bin nur ihre Begleitung."
Chikara mustert ihn lange, dann gräbt sie wortlos in ihrer Handtasche herum, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen.
"Wie heißt du?", fragt sie, als sie schließlich einen Filzstift zu Tage fördert.
"Yoichi.", stammelt er verlegen, "Wieso?"
"Also Yoichi...", fängt Chikara im Plauderton an, "Du musst zwar noch an deinem Humor arbeiten und ich finde es schade, dass du heute schon eine Tanzpartnerin hast, aber vielleicht...", sie beugt sich vor und schnappt sich kurzerhand seinen linken Arm und zieht ihn zu sich. Mit einer knappen Bewegung schiebt sie den Ärmel seines Anzugs zurück, zieht den Deckel des Filzstifts mit den Zähnen ab und schreibt eine lange Reihe von Zahlen auf seinen blassen Unterarm.
"Vielleicht willst du mich ja mal anrufen.", nuschelt sie am Filzstiftdeckel vorbei, lässt seine Hand los und tritt einen Schritt zurück, um den Filzstift wieder wegzustecken, als wäre nichts, "Ich bin übrigens Chika..."
"Ha... ha... ha...", stammelt Yoichi hilflos und er tut ihnen fast ein bisschen leid, als seine Schwester das Buch zuklappt, in dem sie gerade gelesen hat und erst ihn mit einem strengen Blick mustert und sich dann an Chikara wendet.
"Vielen Dank, er wird dem Angebot gerne nachkommen."
"Aber...!", stammelt Yoichi hilflos und Mie schüttelt tadelnd den Kopf und steht auf, "Unsere Haltestelle.", erklärt sie seelenruhig und deutet zur Tür, als die Straßenbahn langsamer zu werden beginnt.
"Wir sehen uns sicher nachher noch.", verabschiedet sie sich für ihren Bruder mit und zieht ihn durch das Gedränge der aussteigenden Gäste.
"Das war sehr....", Shouta sucht nach Worten, als sie ebenfalls aussteigen und der Straße zum Ballsaal folgen.
"Blöd?", fragt Chikara zurück und Lia schüttelt den Kopf.
"Nein. Mutig. Aber gut."
Chikara grinst sie an.
"Du hättest ihn auch haben können, aber ich wusste, dass du dich nicht traust."
Lias Wangen werden genauso himbeerrot wie der Stoff ihres Kleides und sie starrt für die nächsten Meter auf ihre Schuhspitzen.
 
- - -

„Wir sehen uns später...“, verabschiedet sich Aomine mit einem lässigen Winken von Momoi und Sakurai, als sie aus der Straßenbahn steigen und trottet die Straße entlang in Richtung des nahe liegenden Parks.
„Wo gehst du hin?“, ruft Momoi ihm nach und er dreht sich zu ihr um, ohne anzuhalten.
„Meine Begleitung abholen, was denkst du denn?“
Bevor sie antworten kann, ist er auch schon zwischen den ganzen Menschen verschwunden, die alle zum Ballsaal strömen.
Momoi stellt sich auf die Zehenspitzen, um ihm nach schauen zu können, aber sie ist nicht besonders groß.
Sakurai nimmt vorsichtig ihre Hand.
„Wir sollten hinein gehen. Aomine-kun kann auf sich selbst aufpassen.“
Momoi mustert ihn sorgenvoll.
„Schon, ja, wenn er mit Jungs zu tun hat. Was, wenn er das Mädchen doch mehr mag, als er zugibt, sich dumm verhält und sie ihn dann aufgibt? Das würde ihm das Herz brechen.“
„Glaubst du denn, dass ein Mädchen, dass ihn so gut kennt, dass sie ihm die Dinge, die er braucht, zuschickt, ihn nicht auch gut genug kennt um sich nicht von seinem Verhalten beeinflussen zu lassen?“
Momoi zieht die Unterlippe zwischen die Zähne, während sie nachdenkt und nickt dann.
„Doch, das ist möglich. Aber wir versuchen dennoch ein Auge auf die beiden zu haben, versprochen?“
„Versprochen.“

- - -

Je weiter er vom Ballsaal weg kommt, desto ruhiger wird es auf der Straße. Er geht bis zum Ende des Parks, wo zwischen den kahlen Bäumen ein kleiner Pavillon steht.
Ein Mädchen sitzt darin, den Rücken ihm zugewandt.
„Jo!“, ruft er zur Begrüßung, als er nur noch wenige Schritte entfernt ist und sie sieht auf, blickt auf ihre Uhr und steht auf.
„Du bist pünktlich.“, stellt sie erfreut fest und er grunzt.
„Du hast gesagt, ich soll pünktlich sein.“
Sie lächelt und tritt aus dem Pavillon. Er mustert sie eingehend und sie lässt es mit einem Lächeln über sich ergehen.
Ihr Kleid reicht ihr bis zu den Knien, besteht aus weichen, fließenden Lagen von Stoff, der genau die gleiche Farbe hat wie sein Haar.
Ihr braunes Haar hat sie mit hunderttausend kleinen Nadeln hochgesteckt und es juckt ihm in den Fingern, eine davon heraus zu ziehen um zu sehen, was passiert.
Er hat zwar nicht viel Ahnung von Schminke, aber sie muss sich damit auskennen, denn sie sieht anders aus als sonst. Richtig… hübsch, irgendwie.
„Du siehst… ähm… du siehst ganz.. hübsch aus...“, murmelt er und kratzt sich im Nacken.
Sie lacht.
„Hat dir Momoi gesagt, dass du das sagen sollst?“
„Nein.“, mault er, „Ich habs mir halt gedacht…“
Er stoppt kurz, dann grinst er frech. „Deine Oberweite ist aber immer noch viel zu klein.“
Sie lacht wieder.
„Hast du die Blumen?“, fragt sie schließlich und streckt ihm ihre Hand entgegen, noch bevor er antwortet.
Er grummelt und brummelt, zieht aber die Schachtel aus seiner Hosentasche – er ist froh, dass sie Platz gehabt hat – zieht den kleinen Armreif voller Blumen heraus und steckt ihn ihr etwas unbeholfen ans Handgelenk.
„Warum blau?“, fragt er, als sie die Blumen mit einem zufriedenen Lächeln mustert.
„Wir gehen zusammen zum Ball, wir sollten auch so aussehen.“, gibt sie zurück, bevor sie lächelt und einen Finger hebt.
„Warte kurz. Ich habe etwas für dich.“
Sie geht zurück in den Pavillon und kommt mit einer Papiertüte zurück.“
„Ich dachte mir, dass du für deine Mühe auch belohnt werden solltest. Ich darf ein schönes Kleid tragen, aber du bist sicher nicht so begeistert von der ganzen Abendgarderobe.“
Er brummt etwas unbestimmtes, greift in die Papiertüte und zieht ein Magazin heraus.
Seine Augen werden groß, während er auf die Abbildung starrt.
„Das ist…“
„Dein Lieblingsmodel, ich weiß.“, gibt sie zurück und lächelt frech, „Die Verkäuferin hat mich ziemlich schräg angestarrt, also hab ich behauptet, ich wäre eine notgeile Lesbe und bräuchte es dringend, um Stress abzubauen.“
Er lacht so dröhnend, dass sich die wenigen Leute, die am Park vorüber gehen, zu ihnen umdrehen.
Sie schlägt ihm auf den Arm.
„Lass uns gehen, die anderen warten schon. Und spar dir das Magazin auf, bis du zuhause bist. Ich will nicht wegen Unzüchtigkeit vom Ball verwiesen werden.“

- - -

Kahoko wandert zwischen den Tischen herum und lässt ihre Augen über die eintreffenden Leute schweifen. Es dauert noch ein wenig, bis der Ball offiziell eröffnet wird und sie will wirklich nicht das dritte Rad am Wagen sein und bei Shintarou und Akemi warten.
„Hey!“, hört sie eine laute Stimme hinter sich und dreht sich um.
Yoyo trägt ein Kleid, das genauso schwarz ist wie ihr Haar und grinst spitzbübisch.
„Du siehst aus wie ne Braut, hab ich was verpasst?“
Kahoko stöhnt entnervt.
„Es ist einfach nur ein weißes Kleid, was habt ihr denn alle?“
Yoyo lacht.
„Ehrlich...“, Kahoko tritt zu ihr, „Ich hätte nicht erwartet, dich hier zu sehen. Wie geht’s deinem Magen?“
„Meinem Magen geht’s hervorragend und ich habe vor, mich mit dem Essen hier vollzustopfen… Und ich bin nicht freiwillig hier. Ayato und ich machen es als Wiedergutmachung für unseren Streit. Yahiro hat das verlangt.“
Kahoko hebt eine Augenbraue.
„Aha… und du kannst tanzen?“
Yoyo schnaubt. „Tanzen? Ich? Ne, ich setze mich an den Rand und schmeiße Murmeln auf die Tanzfläche.“
Sie hebt ihre linke Hand und zeigt Kahoko den Beutel aus schwarzem Stoff, der eine sehr verdächtige Form hat.
„Du kannst doch keine Murmeln auf die Tanzfläche werfen.“, Kahoko greift nach dem Beutel, aber Yoyo ist schneller.
„Yoyo!“, Kahoko bemüht sich um eine ernste Stimme, „Versprich mir, dass du keine Murmeln auf die Tanzfläche schmeißt!“
Yoyo zieht eine Grimasse.
„Ich verspreche, keine Murmeln auf die Tanzfläche zu schmeißen… solange du tanzt...“, fügt sie eilig hinzu, macht einen Satz nach hinten und schiebt sich zwischen zwei Jungen hindurch.
Kahoko sieht ihr nach und seufzt.
Immerhin besser als gar nichts.

Sie winkt Michirou zu, die gerade mit Kousuke die Galerie hinauf geht und dreht sich dann im Kreis, auf der Suche nach Leuten, die sie kennt und noch nicht begrüßt hat.
Shoichi ist immer noch nicht da.

- - -

„Na wen haben wir denn da.“
Tsunako wirbelt herum und springt Reo in die Arme.
Er lacht und schlingt einen Arm um sie, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.
„Ich freue mich auch, dich zu sehen.“, er drückt einen Kuss auf ihre Stirn, „Ist dass das Kleid, von dem du erzählt hast? Ich finde es traumhaft?“
„Wirklich?“
„Wirklich!“, er setzt sie ab und nimmt ihre Hand.
„Dreh dich mal für mich, damit ich dich ausgiebig betrachten kann.“
Sie kichert hinter vorgehaltener Hand, folgt aber seiner Bitte.
„Hach...“, Reo seufzt und zieht sie zu sich, legt den Arm um ihre Schulter, „Ich hab das schönste Mädchen zur Freundin. Das tröstet mich über meine Niederlage hinweg.“
Sie verzieht das Gesicht, will etwas sagen, ihn trösten, irgendwas, aber er legt einen Finger auf ihre Lippen.
„Nein, nein, heute Abend genießen wir. Schließlich können wir ja nicht jeden Tag auf einen Ball gehen und wir können auch nicht jeden Tag feiern, dass du eine fantastische Basketballspielerin und Modedesignerin bist.“
„Danke.“, murmelt sie verlegen. Er lächelt.

- - -

„Ich bin so aufgeregt.“, erklärt Mirai zum hundertfünfzehnten Mal und zieht ihren Mantel enger um sich.
Megumi erspart sich ein Kommentar und steckt sich das nächste Pfefferminzbonbon in den Mund.
„Ich bin so-“, wiederholt Mirai erneut und bibbert dabei, als mit einem Quietschen die Straßenbahn vor ihnen hält.
„Das müssen sie sein!“, unterbricht Mirai sich selbst und hoppst auf der Stelle, „Ich bin so auf- huch!“
Megumi reagiert blitzschnell, als Mirai durch ihre Unvorsichtigkeit in ihrem so gar nicht festen Schuhwerk auf dem eisigen Boden ausrutscht und nach hinten fällt.
Sie fängt das andere Mädchen gerade noch rechtzeitig, dafür liegt Mirai jetzt schwer in ihren Armen und blinzelt verwundert zu ihr hoch.
„Übt ihr für den Tanz?“, fragt jemand hinter ihnen und Megumi stellt Mirai hastig wieder auf die Füße.
Natürlich muss das Team der Seirin genau diesen Moment wählen, um zu ihnen zu treten.
Riko mustert sie belustigt und nicht wenige der Jungs grinsen mit ihr.
Mirai macht das nichts aus, sie quietscht erneut und rast mit einem Tempo durch den Schnee auf Kuroko zu, dass es Megumi nicht gewundert hätte, wenn sie sich gleich nochmal auf die Nase gelegt hätte.
Aber sie kommt sicher bei ihrem Freund an und fällt ihm um den Hals.
„Ich freue mich auch, dich zu sehen.“, erklärt Kuroko ruhig, „Wollen wir rein gehen? Du frierst sicher.“
Sie setzen sich alle in Bewegung. Nun, fast alle. Kagami steht immer noch wie festgefroren da und starrt Megumi an, die seinen Blick etwas verwirrt erwidert.
„Alles okay bei dir?“, fragt sie, als das Team außer Sichtweite ist und tritt zu ihm, „Dein Gesicht ist ganz rot. Hast du Fieber?“
„Du-du-du...“, stammelt Kagami, bevor er sich beide Hände ins Gesicht klatscht, tief Luft holt und dann einen ganzen Satz in einem Atemzug herausstößt.
„Dubistsowunderschönundichkannnichtfassendasswirschonsolangezusammensind.“
Er starrt sie an, das Rot auf seinen Wangen noch dunkler als zuvor und klatscht sich wieder beide Hände ins Gesicht.
„Hey...“, sie zerrt an seinen Fingern und er spreizt sie, um hindurch linsen zu können.
Megumi lächelt, selbst rot im Gesicht.
„Nimm die Hände runter und küss mich, okay?“
Er ist atemlos und nervös und zittrig, als er die Hände sinken lässt und fühlt, wie sich ihre Finger mit seinen verschränken.
Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und er beugt sich vor, sie treffen sich in der Mitte.
Als sie ihren Kuss lösen, lächelt Megumi ihn an.
„Du hast noch gar nicht gesehen, was unterm Mantel verborgen ist.“
Und da ist die Nervosität schon wieder.

- - -

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