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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
24
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.02.2017 4.006
 
Hallo ihr Lieben, wir befinden uns im Endspurt.
bis jetzt steht es zwei zu eins dafür, dass die epilogkapitel hinten angehängt werden und meine betaleserin konnte sich nicht ganz entscheiden. Vielleicht teilt ihr mir ja noch die nächsten tage mit, was ihr gerne möchtet, sonst wird es eben hinten angehängt. sind ja nur weitere 7 kapitel^^
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und vielleicht lasst ihr mir ja ein Kommi hier, wie euch die Geschichte gefallen hat, jetzt, da sie zu Ende geht.

- - -

„Aufstehen! Aufstehen! Heute ist ein großer Tag und wir haben viel zu tun!“
Sakura singt mehr, als das sie spricht und sie tanzt auch mehr, als das sie geht, als sie frühmorgens in Kahokos Zimmer platzt und die Vorhänge aufreißt.
Draußen dämmert es noch nicht einmal, also schaltet sie das Licht ein.
Lautes Grummeln ertönt vom Bett.
„Mama!“, Kahoko hält sich die Hand vor die Augen, „Es ist Sonntag und noch nicht mal hell! Was willst du?“
Sakura stemmt die Hände in die Hüften. „Es ist nicht irgendein Sonntag, Schätzchen, heute ist der Tag des Winterballs!“
Kahoko grummelt etwas Unverständliches, als sich die Kissen neben ihr bewegen und ein dunkler Haarschopf unter der Decke auftaucht.
„Wie spät ist es?“, fragt Shoichi müde, streckt seine Hand aus und greift nach seiner Brille, die auf dem Nachttisch liegt.
„Oh, tut mir leid.“, Sakura hat den Anstand so dreinzublicken, als täte es ihr wirklich leid, „Ich hatte vergessen, dass du hier geschlafen hast. Frühstück ist fertig, ihr habt zehn Minuten um euch anzuziehen.“
Sie schließt die Tür hinter sich und Kahoko lässt sich mit dem Gesicht voran zurück in ihre Kissen fallen.
„Du hast nur zehn Minuten Zeit um dich anzuziehen?“, fragt Shoichi amüsiert und streicht ihr durchs Haar, „Ich dachte, du wärst ein Mädchen, brauchst du nicht mindestens zwei Stunden für so etwas?“
„Das Argument hab ich auch schon mal gebracht, aber das hat nur gezogen, als ich noch lange Haare hatte. Und manchmal nicht mal dann.“
Er grinst mitleidig. „Soll ich dich in fünf Minuten wecken?“
„Ja, bitte!“, kommt es von Kahoko und sie zieht sich das Kissen über den Kopf.
Shoichi hingegen steht auf. Einschlafen kann er jetzt ohnehin nicht mehr, egal, wie müde er ist.
Stattdessen zieht er sich an und tut Kahoko den Gefallen, ihr etwas zum Anziehen raus zu legen. Schließlich ist es aber doch Zeit, dass sie aufsteht und er kitzelt sie an den Rippen.
Sie schlägt nach ihm, aber er kitzelt sie weiter, bis sie sich lachend und grunzend windet.
„Und?“, fragt er, „Stehst du jetzt auf?“

Masahiro sitzt schon am Frühstückstisch, sieht aber genauso müde aus wie Kahoko und Shoichi.
„Kaffee?“, fragt er Shoichi und gießt Kahoko bereits ungefragt ein.
„Bitte.“
Schweigend mümmeln sie an Sakuras Aufbackbrötchen herum, während diese selber bereits durch das Haus eilt und hundert Dinge gleichzeitig erledigt – wie sie es selbst ausdrückt.
„Der Ball fängt doch erst um acht Uhr abends an.“, kommentiert Kahoko den Stress unvorsichtigerweise, „Warum müssen wir schon um sechs Uhr aufstehen?“
Sakura mustert sie entsetzt.
„Ja weißt du nicht, was wir noch alles vorbereiten müssen? Zum Glück habe ich die Termine schon Monate im Vorhinein gemacht. Wir müssen zum Arzt, zur Kosmetikerin, zur Friseuse und zum Schneider, dafür sorgen, dass die Blumen da sind, wo sie hingehören, das Essen frisch ist und die Dekoration stimmt und wenn dir das noch nicht reicht, hab ich noch eine Liste mit viel mehr Dingen drauf, die alle auch noch erledigt werden müssen.“
Sie stürmt die Treppe hoch zum Arbeitszimmer und Masahiro lächelt Shoichi an, als wäre das alles gerade gar nicht passiert.
„Und? Kommst du heute auch zum Ball?“
„Ja.“, Shoichi schmiert ein weiteres Brötchen und legt es auf Kahokos Teller, „Kahoko hat mich eingeladen und ich hoffe, dass ich es pünktlich schaffe, aber ich wurde auf mehreren Universitäten zugelassen und sämtliche Gespräche wurden auf den heutigen Tag gelegt.“
„Das heißt, du hetzt von einem Gespräch zum Anderen und entscheidest dich dann am Ende, wohin du gehst?“
„Genau.“, Shoichi nickt, „Es ist zwar sehr stressig so, aber dafür hab ich alles noch genau im Kopf und kann mich schnell entscheiden.“
„Alle Achtung.“, Masahiro nickt beeindruckt, „Du machst das gut. Tut mir leid, dass wir dich schon so früh geweckt haben.“
Shoichi winkt ab. „Ist schon in Ordnung. Hätte ich zuhause geschlafen, wäre ich wohl von Haruka geweckt worden, die haben heute ein frühes Morgentraining, weil sie am Mittag ein Match haben und wenn sie nervös ist, trampelt sie gerne. Da schläft kein Mensch einfach weiter.“

- - -

Kahoko sitzt kaum im Auto, da nickt sie auch schon ein und wacht erst wieder auf, als sie halten und Sakura sie in die Seite zwickt.
„Au!“, macht Kahoko und reißt den Kopf hoch.
„Du sabberst.“, stellt Sakura unnötigerweise fest, „Ich kann hier nicht parken, spring schnell raus und hol das Mädchen, damit wir weiter kommen.“
„Mädchen?“, fragt Kahoko verständnislos, springt aber aus dem Auto.
Sie kommt nicht mal bis zur Klingel, denn kaum läuft sie auf das Haus zu, wird die Tür aufgerissen und Akemi stürzt heraus.
„Kahoko!“, sie winkt aufgeregt, „Deine Mutter hat mich eingeladen, mit euch zu kommen, ich hoffe, das ist okay für dich.“
Kahoko mustert sie überrascht.
„Nein, also ich find das viel besser, wenn du dabei bist.“, meint sie ehrlich, „Magst du vorne sitzen und mit meiner Mama reden? Ich bin noch ziemlich müde und schlafe vielleicht beim Fahren wieder ein.“
„Hast du nicht gut geschlafen?“, fragt Akemi besorgt und setzt sich auf den Beifahrersitz.
„Gut schon, aber viel zu wenig.“, gibt Kahoko zurück.
Ihre Mutter hat sofort eine Antwort parat.
„Ich hab euch gesagt, dass ich euch wecken würde, aber ihr musstet ja diese dreistündige Dokumentation ansehen.“
Kahoko schiebt schmollend die Unterlippe vor.
„Shoichi meinte, dass das Stoff der Prüfungen sein wird. Ich dachte, du willst, dass ich gute Noten schreibe?“
Sakura schüttelt nur den Kopf.
„Wenn du dich noch an irgendwas aus der Dokumentation erinnern kannst, schweige ich wie ein Grab. Ich hatte nämlich den Eindruck, dass du mehr Augen für ihn hattest als für die Doku. Um was ging es denn nochmal?“
Kahoko zögert.
„Also… um Essen...“, murmelt sie, aber es klingt mehr nach einer Frage als nach einer Antwort.

- - -

"Her damit!"
Yoyos Hand schnellt blitzschnell vor, sie erwischt die Gummischlange, die Yahiro in der Hand hält und steckt sie sich in den Mund, bevor er es verhindern kann.
"Hey!", mault ihr bester Freund und sie lässt sich ihm gegenüber auf den Boden fallen.
"Die hab ich mir verdient.", erklärt sie ihm frech, "Weißt du, was es heute zum Essen gab?"
"Reisschleim?", fragt er mitfühlend und reicht ihr noch eine Gummischlange. Sie nickt mit leidendem Gesichtsausdruck.
"Solltest du wirklich schon wieder Zucker in so konzentrierter Form zu dir nehmen?", fragt Ayato und sieht von seinem Buch auf.
Die Prüfungen nahen und er braucht ihre Lerntage mehr denn je.
"Klar.", gibt Yoyo zurück, "Ich vertrage bereits wieder alles, aber meine Mutter hat wohl Verdacht geschöpft und bestraft mich jetzt mit ner strengen Diät."
"Na dann kannst du dir doch heute Abend auf dem Ball den Bauch vollschlagen.", meint Yahiro leicht hin und stutzt, als die beiden ihn mit seltsamen Blick mustern.
"Ball?", fragt Yoyo mürrisch, "Du glaubst du nicht, dass ich auf einen Ball gehe!"
"Oh, aber du gehst sowas von!", erklärt Yahiro streng, "Du und Ayato, das ist schon beschlossene Sache, ich hab euch eingetragen."
"Du hast uns eingetragen?!", Ayato mustert ihn entsetzt, "Hackt's dir? Ich geh doch nicht mit Yoyo auf einen Ball! Weißt du denn nicht, wie sie tanzt?"
Yahiro grinst und den beiden läuft es kalt den Rücken runter. Dieses Grinsen kennen sie und es verheißt nie etwas Gutes.
"Also wisst ihr, nach allem, was ich mit eurer Streiterei mitmachen musste... finde ich es nur fair, wenn ihr beide dort hin geht. Zusammen. Als Freundschaftsbeweis."
Seine Stimme ist ganz ruhig und ernst, da ist nichts von seiner sonstigen Hibbeligkeit zu hören und die beiden schlucken synchron. Eine Wahl haben sie nicht.
 
- - -
 
"Das fühlt sich so ekelhaft an.", erklärt Kahoko laut, als die Kosmetikerinnen den Raum verlassen haben.
Akemi und sie liegen bis zum Hals in warmem Schlamm. Probeweise hebt sie einen Fuß an und wackelt mit den Zehen.
"Jap. Ekelhaft."
Akemi neben ihr kichert.
"Aber es ist sehr gut für die Haut, hab ich gehört."
Sie seufzt zufrieden und sinkt noch ein wenig tiefer in den Schlamm.
"Deine Mama ist so nett! So ein Spa-Tag ist sicher total teuer und sie bezahlt alles für mich."
"Wir haben genug Geld, Mama arbeitet ja nur, weil sie es so gerne tut. Und sie freut sich, wenn sie jemandem etwas Gutes tun kann.", Kahoko schnippt ein wenig Schlamm in Akemis Becken hinüber, "Außerdem ist das das erste Mal, das Shintarou eine Freundin hat, das ist für uns alle etwas besonderes."
Akemi wird rot.
"Ihr seid alle so toll!", sie seufzt, "Glaubst du... Also glaubst du, das das halten kann?"
"Das mit dir und Shin-Shin? Klar! Er würde nie eine Beziehung eingehen, wenn er es nicht ernst meinen würde."
"Ja, schon, aber... also...", sie seufzt erneut und wackelt mit den Armen im Schlamm herum, "Nicht nur wir zwei, sondern... ihr alle. Du und I-Imayoshi-kun zum Beispiel."
"Was ist mit uns?", Kahoko mustert sie ernsthaft besorgt.
Akemi legt den Kopf zurück und starrt an die Decke, um ihre Gedanken zu sammeln.
"Ich meine nur... wir haben noch zwei Jahre Schule vor uns und dann das Studium. Es ist so schwer, Freundschaften zu pflegen, wenn die Schule einem so viel abverlangt, aber ganze Beziehungen? Und was... was wenn du nach Amerika eingeladen wirst oder es muss nicht mal Amerika sein, es kann auch irgendeine Uni weiter draußen sein, was macht ihr dann?"
Kahoko zögert, bevor sie antwortet.
"Ich glaube, wenn du in einer Beziehung bist und es wirklich ernst meinst, dann musst du solche Entscheidungen ganz anders treffen, als wenn du alleine bist. Ich war schon in Amerika, deshalb würde ich ein Angebot wohl ablehnen und ich habe das Glück einen Freund zu haben, der Entscheidungen viel rationaler angeht und mir helfen kann. Und Shintarou will Arzt werden. Das kann man auf viele verschiedene Arten und wenn er in einer Beziehung ist, dann wird er darauf auch Rücksicht nehmen."
"Aber was... was wenn es mir lieber wäre, wenn er auf sich schaut statt auf mich? Ich meine... was wenn er eine Entscheidung trifft und dann später drauf kommt, dass es die falsche Entscheidung war?"
Kahoko starrt lange ins Nichts, während sie nachdenkt. Dann dreht sie sich mit einem Lächeln zu Akemi.
"Wie wäre es mit einem Versprechen? Wenn du vor einer Entscheidung stehst, dann redest du mit mir darüber und wenn Shintarou vor einer Entscheidung steht, dann wird er auch mit mir darüber reden. Und dann finden wir sicher einen Weg, bei dem keiner unglücklich wird."
"Versprochen?", fragt Akemi und streckt ihren kleinen Finger aus, um es zu besiegeln.
"Indianerehrenwort."
 
- - -
 
Die Türklingel ertönt dreimal, bevor Meij sich aufrafft, um an die Tür zu gehen.
Ihre Eltern sind nicht da und jeder, der zu ihr will, ruft normalerweise an.
Sie trägt ihre liebste pinke Jogginghose und ein schwarzes Shirt, das Makoto mal bei ihr vergessen hat, aber sie hat keinen Lust sich umzuziehen, wenn sie ohnehin nur jemanden abwimmeln wird.
Mit einem genervten "Was?!" reißt sie die Tür auf, starrt den unwillkommenen Besucher an und knallt die Tür wieder zu.
"Geh weg!", faucht sie durch das dünne Holz und kann Makotos tiefes Lachen hören.
"Komm schon. Du trägst mein Shirt. Du willst doch eigentlich, dass ich rein komme, stimmt's?"
"Nein. Geh weg!"
"Ach komm schon!", sie kann sein Grinsen förmlich hören, "Du hast doch gewusst, dass ich kommen werde, oder nicht?"
"Woher soll ich das denn wissen bitte? Du hast Schluss gemacht!"
"Lass mich rein, dann erklär ich's dir."
Sie zögert. Sie ist sich sicher, dass es eine Finte ist, aber wenn sie ihn ignoriert, kriegt sie nie eine Antwort.
Also öffnet sie die Tür und mustert ihn so finster sie kann, die Arme demonstrativ vor der Brust verschränkt.
"Also?", fragt sie.
Sein Grinsen wird breiter und er zieht seinen Arm hinterm Rücken hervor und streckt ihr eine kleine Schachtel entgegen.
"Mach auf."
"Wenn mir der Inhalt ins Gesicht springt, dann bringe ich dich um und lasse es wie einen Unfall aussehen.", erklärt sie ihm todernst, nimmt aber die Schachtel und öffnet sie.
Sein Grinsen bleibt eisern bestehen, während sie fassungslos auf das kleine Gesteck aus schwarzen Rosen und Nelken starrt, das in der Box liegt.
"Was ist das?", fragt sie und ihre Stimme klingt nicht so scharf, wie sie klingen sollte.
"Eine Handgelenkscorsage. Ein Blumending fürs Handgelenk. Sowas übergibt man seiner weiblichen Begleitung, wenn man sie zu einem Ball ausführt."
"In Schwarz?"
"Ist deine Lieblingsfarbe oder nicht?"
Eine Ewigkeit herrscht Schweigen zwischen ihnen, dann fängt sie sich wieder.
"Ich dachte, du nimmst mich nur zurück, wenn ich auf Knien bettle?"
"Oh...", er grinst und schnappt ihr blitzschnell die Schachtel aus den Händen, "Stimmt. Danke, dass du mich daran erinnerst!"
Fröhlich pfeifend setzt er den Deckel wieder auf die Schachtel, dreht sich um und geht.
Meij starrt ihm fassungslos hinterher.
Das kann doch nicht wahr sein. Der spinnt doch. Nie im Leben falle ich darauf rein.
Aber... meldet sich ihr Hirn und ihr Herz gleich noch dazu. Aber er hat sich die Mühe gemacht, so eine Corsage für mich zu besorgen.
So eine Mühe macht er sich nicht einfach so. Das heißt, er will diese Beziehung. Nur ist er halt zu stolz das zuzugeben.
Meij seufzt, schluckt ihren eigenen Stolz hinunter und rennt ihm hinterher.
"Makoto! Warte!"
"Und? Gehst du auf die Knie?", fragt er spöttisch und erstarrt, als sie es tatsächlich tut.
Sie konzentriert sich auf sein ungläubiges Gesicht um nicht dran denken zu müssen, was für ein eiskalter ekelhafter Dreck ihr jetzt an den Knien klebt und mustert ihn von unten mit dem finstersten Blick, den sie aufbringen kann.
"Du bist ein Arschloch und ich liebe dich. Komm zu mir zurück."
"Meij...", er seufzt theatralisch, "Du kannst einfach nicht romantisch sein!"
"Ach halt die Klappe und küss mich!", faucht sie und steht wieder auf.
"Nur zu gerne."
 
- - -
 
"Satsuki!"
Momoi springt vor Schreck fast an die Decke und starrt mit klopfendem Herzen und bösem Blick zur Tür.
"Kannst du nicht anklopfen?", fragt sie empört.
Aomine zuckt die Schultern. "Du bist nicht nackt, oder"?“
"Was willst du überhaupt? Ich muss mich auf den Abend vorbereiten."
"Deswegen bin ich ja da.", er zögert sichtlich und sie mustert ihn verwirrt.
"Was hast du angestellt?", fragt sie, das Schlimmste ahnend.
Er streckt ihr eine kleine Schachtel entgegen.
"Ich hab das hier grade bekommen. Was mach ich damit?"
Sie starrt erst ihn, dann die Schachtel verdutzt an.
"Was ist denn drin?"
"Ein Blumendings und ein Tuch."
"Und von wem hast du's bekommen?"
"Na von dem Mädchen.", antwortet er ausweichend.
"Dem Mädchen?", fragt sie verständnislos zurück.
"Ja...", sein Tonfall wird immer genervter, aber auch nervöser und es ist erfrischend zu sehen, dass man den berühmten Aomine Daiki aus der Ruhe bringen kann, "Das Mädchen, mit dem ich zum Ball gehe... Das Mädchen halt."
Satsukis Mund steht offen und sie geht zum Fenster um nachzusehen, ob die Schweine zu fliegen angefangen haben.
"Du hast jemanden zum Ball eingeladen?", versichert sie sich noch einmal, "Du? Du wolltest doch selbst nicht mal hingehen."
Sein Gesicht verfinstert sich augenblicklich.
"Ich wusste, das war ne blöde Idee. Ich gehe und frag Kahoko. Die macht sich wenigstens nicht lustig über mich."
"Warte!"
Er bleibt in der Tür stehen.
"Es tut mir leid, Dai-chan, ich helfe dir! Ich war nur überrascht. Wer ist sie denn?"
"Eine gute Freundin. Tss, Satsuki, denk doch nicht gleich an sowas! Wakamatsu hat gedroht, mich aus dem Team zu schmeißen, wenn ich nicht beim Ball auftauche und ich wollte niemanden von unserer Schule fragen. Mirai sagt, die wollen alle 'mehr' von mir, was auch immer das heißen soll."
Satsuki kann nicht anders als zu lachen. Ihr bester Freund ist schon etwas 'Besonderes', wenn es um Beziehungen geht.
"Okay, jetzt zeig mir mal das Tuch. Ich glaube, die Blumen musst du ihr anstecken, wenn ihr euch trefft, aber das Tuch musst du vermutlich falten und in deine Brusttasche stecken."
"Warum? Ich hab doch keine Erkältung. Und Servietten werden die da wohl auch haben."
"Dai-chan! Das Tuch ist doch nicht für so etwas gedacht! Du sollst farblich zu deiner Begleitung passen."
"Ach... deshalb... okay..."
Eine Weile ist es still und sie sieht ihm dabei zu, wie er in die Schachtel starrt und das Tuch aus blauem Stoff zwischen den Fingern reibt. Sie will ihn nicht drängen zu gehen und ihn auch nicht drängen zu bleiben, aber sie muss sich noch um ihr Make-Up und ihre Haare kümmern.
"Wie faltet man das Tuch denn?", fragt er plötzlich und sie seufzt.
"Setz dich hin, ich helfe dir. Hast du Hunger?"
"Nicht, wenn du gekocht hast."
Und schon ist alles wieder wie immer.

-

Kahoko sieht überrascht auf, als der Wagen vor ihrem Haus hält.
„Mama?“, fragt sie, „Haben wir was vergessen?“
„Nein.“, Sakura löst ihren Sicherheitsgurt, „Wir haben alles erledigt, jetzt ist der Frisör dran.“
Kahoko blinzelt verwirrt und Sakura seufzt.
„Wirklich. Du hörst nie zu. Steig aus, Momoka wartet drinnen.“
Sie steigen aus, eine verlegen stotternde Akemi im Schlepptau.
Kahoko betritt das Haus als Erste und bleibt verdattert stehen.
Das Erdgeschoss sieht aus wie eine riesige Umkleide. Genauer gesagt, die Umkleide einer Modeschau. Die Möbel sind zur Seite geschoben worden, nur das Sofa und ein Tisch mit einem Stuhl für Momoka stehen im Mittelpunkt. An zwei großen, fahrbaren Kleiderständern an der Seite hängen Ballkleider in den unterschiedlichsten Farben und im Mittelpunkt dieses Chaos ist das Nakamiya Team versammelt.
„Was macht ihr denn hier?“, fragt Kahoko verdutzt, als ihre Mutter ihr die Hände in den Rücken stemmt und vorwärts schiebt.
„Ich habe sie eingeladen.“, erklärt Masahiro, der mit einer Kaffeetasse in der Hand aus der Küche kommt, „Ich dachte, es wäre eine nette Geste, nachdem mein Versuch einer Pyjamaparty so daneben ging.“
„Wir haben die Fotos gesehen.“, mischt sich Nanami ein, während Kahoko den Raum mit drei großen Schritten durchquert und ihren Stiefvater in eine dicke Umarmung zieht, „Braune Haare stehen dir wirklich überhaupt nicht.“
„Aber dein Pyjama war süß.“, meldet sich Michirou zu Wort und legt mit angewidertem Blick das Frauenmagazin zur Seite, dass ihr jemand in die Hand gedrückt hat, „Wo hast du den her?“
Kahoko überlegt kurz. „Oh. Du meinst den mit dem Basketballmuster. Den hab ich aus Amerika.“
Michirou seufzt enttäuscht.
„Warum gibt es sowas in Japan nicht?“, murmelt sie zu sich selbst.
„Okay Mädchen...“, unterbricht Sakura die Unterhaltung und reibt sich die Hände, „Wir haben nicht ewig Zeit. Am besten wir probieren mal alle unsere Kleider und sehen von dort aus weiter. Mein Mann wird sich währenddessen in sein Büro verziehen und erst wieder kommen, wenn wir ihn rufen. Nicht wahr Masahiro, Schatz?“
Er vollfürt eine Art Salut, küsst Kahoko auf die Wange und tritt den Rückzug an. Bei so viel gebündelter Weiblichkeit ist er wirklich fehl am Platz.

Als Sakura den Reißverschluss an Kahokos Kleid schließt, schnaubt Shinji belustigt.
„Du siehst wirklich aus wie eine Braut.“, erklärt sie und Kahoko stöhnt entnervt.
„Ich weiß, danke! Jetzt fühl ich mich viel besser, wenn ich daran denke, dass ich vor mindestens tausend Leuten mit meinem Bruder tanzen muss.“
„Mach dir keine Sorgen.“, murmelt Akemi mit einem recht naiven Ton, „Alle können sehen, dass er dein Bruder ist und denken sich dann ganz sicher nichts dabei.“
Gegen dieses Argument ist Kahoko machtlos. Nicht, weil es wirklich ziehen würde – denn mit seinem Bruder zu tanzen und dabei wie ein Brautpaar auszusehen ist niemals gut – sondern weil es Akemis Horizont übersteigt, dass man nicht in einem Brautkleid mit Shintarou tanzen wollen könnte.
Ugh, zu viele Verben, denkt Kahoko und dreht sich einmal im Kreis, damit auch Masahiro sie sehen kann.
Er wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel und seufzt theatralisch.
„Kann ich nicht doch mit auf den Ball kommen, Schatz?“, fragt er Sakura, „Ich würde zu gerne Shoichis Gesicht sehen, wenn er sie sieht.“
Kahoko verzieht das Gesicht.
„Papa! Es ist kein Brautkleid! Es ist nur weiß!“, versucht sie ihm einzureden. Als ob das etwas helfen würde.
Masahiro seufzt. „Lass mich diesen Moment genießen, schließlich wissen wir bei dir nicht, wann wir wieder die Gelegenheit dazu bekommen? Wer sagt uns, dass du zu deiner eigenen Hochzeit nicht in einer Basketballuniform auftauchst?“
Kahoko macht ein Gesicht, als wäre ihr gerade ein ganzer Kronleuchter aufgegangen und Sakura schlägt die Hände vors Gesicht.
„Bring sie doch nicht auch noch auf Ideen!“

- - -

Als es Zeit wird zu gehen, blickt sich Kahoko im Kreise ihrer Freunde um und lächelt.
„Ich hätte nie gedacht, dass es Spaß machen könnte, Kleider zu tragen und sich von Momoka foltern zu lassen.“
Shinji lacht. „Das liegt an der Gesellschaft. Du wirst schon sehen, bis nächstes Jahr haben wir dir ein Piercing verpasst und vielleicht noch ein nettes kleines Tattoo über dem Hintern.“
Sie lacht noch dröhnender, als Masashiro den Kopf um die Ecke streckt.
„Hab ich was von Tattoos gehört?“, fragt er alamiert.
„Shinji hätte gerne das Gesicht von unserem Mathelehrer auf ihrer Pobacke.“, erklärt Kahoko und Shinji wirft ihre Handtasche nach ihr.
„Also ich fände ja, dass ein Paar Hände besser hinpassen würden.“, flötet Chikara mit der unschuldigsten Stimme, die sie hinbekommt.
„Okay. Genug jetzt, bevor ich wirklich Panik bekomme!“, erklärt Masahiro und wedelt etwas zu aufgeregt mit den Armen, als er zur Tür winkt. „Da ist ein Ball, auf dem ihr tanzen wollt und ein Haufen Jungs, den es zu beeindrucken gilt… Und Mädchen.“, fügt er mit einem Seitenblick auf Shouta hinzu, der gegen Ende zu ihnen gestoßen ist.
Es dauert nicht lange, da sind bis auf Akemi alle gegangen.
Kahoko mustert sie, wie sie da steht, in ihrem schwarz-weiß-gepunkteten Kleid im Vintagelook. Es betont ihre Kurven auf eine Art und Weise, wie es keines ihrer Outfits und schon gar nicht ihr Trikot konnte. Ihre Haare fallen ihr in weichen Wellen über die Schultern hinab und das kleine glitzernde Diadem wirkt, als gehöre es auf ihren Kopf.
„Ich warte im Auto.“, erklärt Kahoko ihr, als sie aus dem Augenwinkel sieht, wie Shintarou im gegenüberliegenden Haus die Balkontüre öffnet, um durch den Garten zu ihnen zu kommen, „Dann habt ihr einen Moment für euch.“
Akemis Wangen werden feuerrot, aber ansonsten bleibt sie ruhig und Kahoko nimmt Masahiros Hand und geht mit ihm hinaus.
Ihre Mutter ist schon längst beim Ballsaal und ihr Vater hat die Ehre, sie drei dorthin zu fahren, wenn sie bereit sind.
Masahiro seufzt, als sie einsteigen. Kahoko mustert ihn vom Beifahrersitz aus.
„Was?“
„Nichts. Ich wünschte mir nur, ich hätte Kameras installiert. So kriege ich nie ein süßes Foto von den beiden.“
Kahoko runzelt die Stirn. „Kameras im Wohnzimmer? Ich will zwar auch gerne ein Foto von den beiden, aber das wäre doch etwas zu viel, meinst du nicht auch?“
Masahiro grinst sie an. „Du fürchtest wohl um deine Filmabende, was?“

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