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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
24
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28.12.2016 3.000
 
Rakuzan gewinnt.
Es ist keine große Überraschung, denn Onitas Technik ist der von Rakuzan einfach unterlegen, aber die Spannung des Spiels hat sie alle nicht kalt gelassen.
Kahoko brennt darauf, hinaus zu gehen und los zu legen, aber sie weiß, dass das nicht geht. Kaijou ist übermächtig, die Schule mit dem größten Basketballteam. Sie haben beinahe unerschöpfliche Kraftreserven und wenn sie nicht aufpassen, wird Nakamiyas Talent von Kaijous Kraft einfach überrannt.
Trotzdem stellt sich Kahoko etwas weiter nach rechts, sodass jedes einzelne Mitglied des Rakuzan-Teams an ihr vorbei muss. Alle ignorieren sie, nur Yoyo bleibt vor ihr stehen.
„Wehe du verlierst.“, knurrt die Schwarzhaarige und Kahoko grinst frech.
„Sauer, weil du nur fünf Minuten spielen durftest?“
„Du kriegst dein Fett schon noch, wart's nur ab!“, mault Yoyo zurück und will sich an Kahoko vorbei drängeln, aber die streckt ihr ihre Hand entgegen.
Yoyo mustert sie verwirrt. „Was'n?“
„Versprochen.“, gibt Kahoko zurück, „Wir spielen gegeneinander.“
Yoyos Mundwinkel rutscht doch tatsächlich in die Höhe.
„Tse...“, macht sie launisch, aber Kahoko kennt sie mittlerweile gut genug um zu merken, dass ihre mörderische Aura einfach verduftet ist. Sie freut sich sogar, auf ihre ganz eigene Yoyo-Art, über dieses Versprechen. Und sie schlägt ein.
Dann trennen sich ihre Wege und Kahoko folgt ihrem Team aufs Spielfeld, während Yoyo den entgegen gesetzten Weg zu den Umkleiden einschlägt.
Kahoko dreht sich noch ein Mal um, bevor sie aus dem Durchgang hinaus tritt und Yoyo blickt ebenfalls in ihre Richtung mit einer Geste, die ganz deutlich sagt: „Ich behalte dich im Auge.“
Kahoko grinst. Das hoffe ich doch.

-

Sie spielen nach der Melodie eines klassischen Stücks und wenn Kahoko den Lärm der Menge und das Quietschen der Schuhe ausblendet, dann kann sie die Musik ganz deutlich in ihrem Kopf hören, allen voran der ruhige Klang des Klaviers.
Shouta hat das Stück nicht ohne Grund ausgesucht, aber Kahoko fühlt sich alleine deshalb schon müde, weil sie langsam sein muss.
Wenn sie wenigstens in die Zone könnten, um einen Punktevorsprung zu schaffen. Aber Shouta will es nicht und so bleibt Kahoko nichts anderes übrig, als ihre Gedanken um das Thema Zone kreisen zu lassen, so wie sie selbst um die Zone herum tanzt, bemüht, nicht hinein zu geraten.
Es ist kein leichtes Thema, denkt Kahoko, blockt eine der Kaijou-Spielerinnen und der Pass, der an sie gedacht war, geht zu einem anderen Mädchen. Die muss sich an Shinji vorbei zwängen, welch an ihr hängt wie ein Kampfhund mit Blutdurst und es dauert keine zwei Sekunden und der Ball ist wieder im Besitz des Nakamiya Teams.
Shinji dribbelt sich durch, immer ein paar Schritte schneller als die, die sie blocken wollen und so wendig, dass niemand sie fassen kann.
Nur ein kleiner Schnipser, denkt Kahoko, dann wäre sie in der Zone.
Zone. Wieder dieses dumme Wort.
Shinji schafft einen Korb, aber sie wirkt nicht richtig zufrieden, als sie wieder mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Ihre Blicke treffen sich und Kahoko hat das Gefühl, endlich einmal zu verstehen, wie Shinji denkt und fühlt. Weil sie im Moment genau gleich denken und fühlen.
Es liegt ihnen nicht, ihre Kräfte einteilen zu müssen. Sie beide spielen lieber mit voller Kraft, solange wie nötig und wenn sie an ihre Grenzen kommen, dann eben mit Feuereifer darüber hinaus.
Aber das geht nicht. Shouta hat es ihnen mehrmals eingebläut, so streng, wie er nur ganz selten wird. Denn Kaijou ist ein harter Brocken, aber sie wollen nicht nur gegen Kaijou gewinnen, sondern auch morgen gegen Kirisaki Daichi und wenn sie sich heute auspowern, werden sie morgen nur mit fünfzig Prozent spielen können. Aber Kirisaki Daichi stellt man sich nicht mit nur fünfzig Prozent entgegen.
Also schüttelt Kahoko nur den Kopf und Shinji tut es ihr gleich. Es zermürbt ihren Kampfgeist, aber was sie nicht umbringt, macht sie nur härter.
In Amerika gibt es viel mehr Leute, die diese Zone erreichen können, fällt Kahoko ein, nur spricht man dort anders davon.
Ist das einfach etwas anderes als hier? Ist das, was wir können einfach etwas anderes als das, was die Jungs können? Nicht ganz so gut, nicht ganz so stark, nur unsere eigene Version davon?
Kann das jeder? Schließlich hat Daiki mal gesagt, dass man für die Zone Basketball über alles lieben muss und das tun wir und Daiki hat auch gesagt, dass die Zone bedeutet, dass man wirklich hundert Prozent gibt und auch das tun wir. Vielleicht fühlt es sich nicht so an, als wären wir unter Wasser oder haben irgendwelche seltsamen Tore, die wir öffnen müssen, aber was macht das schon?
Dann klingt meine Art von Zone eben nach Musik. Wichtig ist doch, dass ich hundert Prozent geben kann, oder?
Ihr letzter Gedanke hinterlässt eine ganz neue Art von Kampfgeist in ihr oder vielmehr Trotz. Es ist ihr egal, wie man diesen Zustand nennt, in dem sie am liebten spielt. Es ist ihr egal, ob sie ein Mädchen ist und nur die Zwillingsschwester von Shintarou Midorima, dem Mitglied der Generation der Wunder. Es geht nicht um irgendwelche dummen Begriffe oder Betitelungen oder sonst was…
Es geht um das Spiel an sich.
Sie sieht den Ball nicht kommen, sie hört nur diese träge Klaviermusik, die fast schon einschläfernd wirkt und dann ist da ein Ausreißer im Orchester, ein schriller Ton, der nicht dazu passt und alles herum reißt und aufregender macht und… der Ball landet in ihren ausgestreckten Händen, als hätte sie ihn angezogen wie ein Magnet und in ihren Ohren dröhnt dieser Teil von Schwanensee, der ihr Herz immer zum Rasen bringt.
Kahoko springt und wirft und landet und rennt. Sie können auch ein langsames Spiel schnell spielen.

Zwei weitere Körbe von ihnen und Kaijou ruft ein Time-Out aus. Shouta nutzt die Zeit, die sie haben um sein eigenes Team ebenfalls zu beraten.
„Musste das sein?“, fragt er Kahoko, die verlegen mit den Schultern zuckt.
„Was für ne Mucke läuft denn jetzt?“, fragt da Shinji und rührt mit ihrem kleinen Finger in ihrem Ohr, als könnte sie dadurch eine neue Platte auflegen.
„Schwanensee.“, erklärt Kahoko und trinkt das Wasser, das Akemi ihr reicht.
„Okay...“, macht Shouta und kneift sich in die Nasenwurzel, „Kaijou wird das Tempo anziehen. Ihr werdet euch auf etwas gefasst machen müssen. Sie werden jetzt Tempo vorlegen, schließlich können sie ihre Spieler jederzeit austauschen. Ihr Ziel ist es, euch müde zu machen. Bewegt euch so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Lasst euch nicht aufreiben und lasst sie nicht in Führung kommen. Kahoko, wenn du noch einmal so Gas gibst, nehm ich dich vom Feld.“
„Sorry!“, Kahoko beugt sich vor und drückt ihm einen Schmatzer auf die Wange, „Ich bemüh mich!“
Er klatscht ihr nur das Klemmbrett gegen die Schulter.
„Auf jetzt. Und enttäuscht mich nicht.“

-

Shouta behält Recht. Kaijou gibt Vollgas und ihnen bleibt nichts anderes übrig, als mitzuziehen.
Kahoko überlegt, ob sie nicht zumindest Shinji einen Booster verpassen soll, aber sie entscheidet sich dagegen. Es ist ihre Geheimwaffe, die sie noch nie in einem Spiel gegen ein anderes Team eingesetzt haben und so soll es auch bleiben, bis sie es wirklich brauchen. Das Team der Kirisaki Daichi ist sicher irgendwo im Publikum vertreten und analysiert ihren Spielstil, wie schon all die anderen Spiele zuvor.
Also tun sie, was sie am besten können – sie spielen einfach, Zug für Zug für Zug.
Dann endlich ertönt der erlösende Ton des Buzzers. Das zweite Viertel ist vorbei und sie haben eine kurze Pause, um sich zu erholen. Sie sind alle müde nach dieser Tortur – erst schmerzhaft langsam zu spielen und dann so knochenaufreibend schnell – aber es ist noch nicht vorbei.
Nanami, Shouta und ihr mickriger kleiner Ersatzrest warten bei den Bänken auf sie, von dort sind es nur wenige Schritte zu dem offenen Durchgang, der in das Innere des Stadions führt – unzählige Gänge und vor allem ihre Umkleide, wo sie sich kurz hinsetzen und ausruhen können.
Als sie den Durchgang betreten, kommen ihnen die Teams entgegen, die sich für das Spiel aufwärmen müssen, das nach ihrem ansteht.
Erst Senshinkan, dann Kirisaki Daichi. Meij geht ihrem Team voran und obwohl sie so tut, als wäre ihr das Team der Nakamiya egal, suchen ihre Augen doch Kahokos. Die kann nicht verhindern, dass ihr ein kalter Schauer den Rücken hinunter läuft, aber sie kann zumindest ihren Gesichtsausdruck unter Kontrolle halten.

-

Sie schweigen den ganzen Weg zu ihrer Umkleide und es kommt ihnen allen so vor, als hätten sie gerade erst mit dem Winter Cup angefangen und das beklommene Schweigen rühre noch von der Unsicherheit, ohne Lia spielen zu müssen. Aber Lia ist bei ihnen und das ist nicht mehr der Anfang, sondern das Ende des Winter Cups.
„Wir könnten dringend eine deiner Motivationsreden brauchen.“, murmelt Tsunako etwas lauter als beabsichtigt in Kahokos Richtung, die selbst so gar nicht motiviert aussieht.
Statt Kahoko antwortet Nanami. „Ich kann zwar mit keiner Motivationsrede dienen, aber mit etwas Besserem.“
Sie öffnet die Tür der Umkleide und ein ganzes Basketballteam mustert überrascht die Frau, der mitten zwischen ihren Sachen sitzt und sie anlächelt.
„Hallo zusammen!“, grüßt die Fremde und Tsunako will gerade fragen, wer das denn bitte ist und was an ihr besser sein soll als an Kahokos Motivationsreden, als ihr Kahokos Gesichtsausdruck auffällt. Die Größte im Team wirkt, als wäre das Ausmaß ihrer Emotionen zu viel für die Grenzen ihres Gesichtsausdrucks, als könnte sie weder zeigen, noch ausdrücken, was da grade in ihr vorgeht.
Wie richtig Tsunako in ihrer Einschätzung liegt, zeigt sich, als Kahoko den Mund aufmacht um etwas zu sagen und urplötzlich in einen Heulkrampf ausbricht.
Und als wäre das nicht schon schräg genug fängt die Fremde daraufhin an zu lachen.
„Aber, aber...“, macht sie, steht auf und kommt zu ihnen an die Tür, „Wir haben das doch schon besprochen. Eines nach dem anderend und nicht immer alles gleichzeitig.“
Und Kahoko nickt nur, macht den Mund auf und stammelt zwischen lauten Schluchzern etwas, das wie „Aber ich freu mich halt so!“ klingt.
Tsunako versteht die Welt nicht mehr.

Keine zwei Minuten später versteht sie die Welt wieder.
Kahokos laute Schluchzer sind leisen Hicksern gewichen und es ist ein sowohl befremdlich als auch anrührendes Bild, dass sie längs auf einer der Bänke liegt, den Kopf in Akemis Schoß gebettet, die ihr immer wieder beruhigend durch die Haare streicht. Es ist befremdlich, weil vor nicht allzu langer Zeit die Rollen noch vertauscht waren.
Auch hat sich in der Zwischenzeit erklärt, wer die Fremde mit dem schrägen Humor und den violetten Haaren ist.
„Natasha. Natasha Romanoff.“, stellt sich ihnen die Fremde in einem Japanisch vor, das von einem dicken Akzent unterlegt ist, „Ich bin Kahokos Therapeutin und Trainerin.“
„Du hast Lia bei dir aufgenommen!“, schießt Mirai dazwischen und Natasha nickt.
„Stimmt genau, gut aufgepasst.“
Mirai strahlt bei diesem Lob über das ganze Gesicht.
„Was machst du denn hier?“, fragt Lia stattdessen und Natasha lächelt.
„Ich wollte meine Mädchen sehen...“, erklärt sie mit einem ungewohnt warmen Ton in ihrer rauen Stimme, „Außerdem ist Alex auch hier und sie hat darauf gedrängt, dass ich jetzt endlich mal Nägel mit Köpfen machen und her komme.“
„Und dann kommst du ausgerechnet zu einem Spiel, dass so doof läuft?“, schnieft da Kahoko aus ihrer Ecke und Natasha dreht sich zu ihr um.
„Also Kahoko, das klang nun gar nicht optimistisch.“
„Tschuldigung.“, Kahoko setzt sich vorsichtig auf, wischt sich die Augen und blickt ihre Therapeutin an, „Aber du kannst uns doch sicher helfen, oder?“
Augenblicklich richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf Natasha, die auf ihrer Bank sitzt, als wäre es ein Thron oder zumindest der Chefsessel eines riesigen Unternehmens. Sie hat die Beine überschlagen und ihr dunkelviolettes Haar fällt kerzengerade bis auf ihr Schlüsselbein. Natasha wickelt sich eine Strähne um den Finger, dann lächelt sie und dreht ihren Kopf leicht zur Seite.
„Was meinst du Lia?“
Und Lia möchte stottern, rot werden, wackelige Knie bekommen, aber Natasha hält ihren Blick fest, wie sie es immer tut, wenn sie eine Frage stellt und es ist ihr unmöglich, sich im Raum umzusehen und all die Augen zu sehen, die auf sie gerichtet sind. Sie kann nur dastehen und sich zwischen schweigen und reden entscheiden.
„Wir können sie nicht mehr dazu bringen, das Tempo zu reduzieren und wenn wir jetzt Tsunako oder Akemi einwechseln, werden sie glauben, dass wir am Ende unserer Kräfte sind.“
„Das sind die Fakten, Lia. Was machen wir daraus?“, fragt Natasha sanft weiter.
Lia schweigt und denkt nach. Die Zeit, die ihnen bis zum dritten Viertel verbleibt, verinnt ihnen zwische den Fingern.
„A-Also...“, meldet sich Akemi plötzlich, „Und w-wenn wir das tun, sodass sie glauben, wir wären am Ende, aber das sind wir eigentlich nicht? I-Ich meine, mich unterschätzen sie immer und das ist gut, warum ist es nicht auch gut, wenn sie uns alle unterschätzen?“
Natasha dreht sich zu Akemi um und lächelt sie an. „Eine wirklich gute Idee. Akemi, richtig?“
Akemi wird rot bis unter die Haarwurzeln.
„Es ist gut möglich, dass sie diese Chance nutzen und sich bemühen, so viele Punkte wie möglich zu machen. Ihr müsstet euch wirklich ranhalten und dafür sorgen, dass sie es nicht zur Fünfzehn Punkte Marke schaffen.“
„Die Fünfzehn was?“, fragt Chikara verdattert.
„Wenn sie mehr als fünfzehn Punkte Vorsprung zu uns haben, holen wir es nicht mehr ein. Das ist die Regel.“
„Ich… also ich weiß nicht, ob wir das können...“, murmelt Akemi bedrückt, als Kahoko ihr schon auf die Schulter klopft, „Natürlich könnt ihr das. Die Frage ist nur, wen ihr ersetzt.“

- - -

Als das dritte Viertel beginnt, sitzen Kahoko und Shinji auf der Ersatzbank und schmollen vor sich hin.
„Ich hätte locker mithalten können. Das ganze Spiel.“, mault Shinji und zuckt zusammen, als Chikaras Fingernägel etwas zu fest in ihre Waden drückt.
„Tschuldigung.“, murmelt Chikara und blickt hinüber zu Nanami, die Kahokos Beine massiert, um sicher zu gehen, dass sie es auch ja richtig macht.
„Nimm dir ein Beispiel an Chikara.“, kommentiert Nanami und obwohl sie unter ihnen am Boden sitzt, schafft sie es nur mit ihrem Unterton, Shinji gerade sitzen zu lassen, „Sie kann nicht spielen und nimmt das nicht als Anlass, herum zu meckern.“
„Tschuldigung Chikara.“, murmelt Shinji.
Chikara zuckt nur mit den Schultern. „Schon okay. Wenn ich meine Tage habe, brauche ich so starke Schmerzmittel, dass mich sonst nichts mehr umhauen kann.“
Nach der Massage heißt es nur noch warten.
Es ist nervenaufreibend und Kahoko ist froh, dass Natasha bei ihnen sitzt. Ihre Strategie scheint aufzugehen. Dass ausgerechnet Nakamiyas stärkste Spieler auf der Bank sitzen lässt Kaijou unvorsichtig werden und genau das ist Akemis Spezialgebiet. Sie findet jede noch so kleine Schwachstelle des gegnerischen Teams und Tsunako und Megumi machen sich einen Spaß daraus, ihre neu erworbenen Tricks auszuprobieren. Vielleicht sind sie nicht so unsichtbar wie ein gewisser Kuroko, aber sie machen es den Kaijouspielerinnen nicht leicht.
Als das dritte Viertel endet und sie sich für zwei Minuten auf der Bank versammeln können, führt Kaijou mit acht Punkten. Kahoko und Shinji handeln synchron und ohne nachzudenken, springen auf und machen Raum für Michirou und Lia, die mit der Verteidigung die meiste Arbeit hatten.
Zwei Minuten reichen nicht aus für eine volle Erholung oder eine ausgiebige Massage, aber sie geben sich alle Mühe, den Mangel an Zeit auszugleichen, bevor sie zurück aufs Feld geschickt werden. Diesmal ohne Akemi und Lia, aber mit Kahoko und Shinji.
„Wenn wir dieses Spiel gewinnen, trage ich dich aus dem Stadion.“, ruft Kahoko Michirou zu, die sich zurück zu ihrer Position unterm Korb bewegt.
Michirou dreht sich überrascht um, als Shinji auch schon ihre Zustimmung bekräftigt.
„Ich nehm die eine Hälfte und du die andere.“
„Wir tragen auch mit!“, brüllen Megumi und Tsunako von vorne und Kahoko lacht.
„Ihr könnt Lia tragen, wir kriegen Michirou!“
„Nicht fair!“, gibt Megumi zurück, als die Pfeife ertönt und sie sich blitzschnell aus dem Staub macht.
Das letzte Viertel. Zehn Minuten verleiben ihnen, um zu retten, was noch zu retten ist.
Kaijou weiß das. Und gibt Vollgas.

Shinji und Kahoko schaffen mehrere Treffer, aber Kaijou gibt deshalb nicht auf.
Als Shinji den wichtigen Korb macht und sie endlich um einen Punkt führen, ist die Freude groß, aber das Viertel ist noch nicht vorbei und Kaijou hat den Ball.
Sie tun alles, um ihn zurück zu bekommen und den Korb zu verhindern, Megumi huscht zwischen ihnen hindurch, Kahoko springt ihnen in den Weg, Shinji und Lia blocken sogar zu zweit, aber eine Spielerin kommt an ihnen allen vorbei zum Korb.
Es ist Kaijous Kapitänin, die das ganze Spiel nicht ausgewechselt worden ist und Kahokos Respekt für sie ist groß. Aber nicht groß genug, dass ihr den Sieg jetzt gönnen würde.
Michirou ist da am Korb, springt in die Höhe und irgendwo im Publikum presst Kousuke die Hände an den Mund und fragt sich, ob er sie im Training mehr hätte fordern sollen, ob er gut genug war, als Trainingspartner.
Für einen winzigen Moment sieht es tatsächlich so aus, als ginge der Ball rein, da schließt sich eine von Michirous großen Händen um das orange Leder, dann die zweite Hand und sie wirft den Ball weg vom Korb, ganz weit weg, fast bis hinüber zum anderen Ende des Platzes.
Ein Pfiff ertönt in dem Moment, in dem der Ball hart auf dem Boden aufprallt und obwohl Kahoko keinen Buzzer Beater geschafft hat – keiner in ihrem Team – kann sie sich nicht erinnern, schon mal so erleichtert und stolz gewesen zu sein.
Als sie bei Michirou ankommt, hat Shinji diese bereits zu Boden gerissen und es ist an Kahoko, sie hochzuhieven.
„Du warst großartig, Senpai!“, strahlt Kahoko sie an und Michirou will sich grade bedanken, als Shinji und Kahoko beide in die Knie gehen und sie hochstemmen.
Sie tragen sie nur bis zur Mittellinie, weil sie sich noch formell beim anderem Team bedanken müssen, aber Michirou ist diese Strecke schon zu viel. Ihr Gesicht ist bestimmt hochrot – wenn auch nicht so rot wie das von Lia, die mehr gezerrt als getragen wird. Sie wird es wohl niemandem jemals sagen, aber es freut sie schon ein wenig, dass ihre Leistungen tatsächlich so geschätzt werden.

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