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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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26.11.2016 2.779
 
„Das war schon besser.“, erklärt Kise nach einer Stunde Training.
Kahoko lächelt erschöpft, aber zufrieden. Immerhin, ein Erfolg.
„Kann ich dich was fragen?“
„Klar.“, Kise drückt ihr eine Flasche Wasser in die Hand und zieht sie vom Boden hoch, „Aber setz dich lieber auf eine der Bänke, Captain hasst es, wenn man auf dem Boden rum sitzt.“
„Hast du eigentlich schon mal gegen Kirisaki Daichi gespielt?“, fragt Kahoko, als sie nebeneinander auf der Bank sitzen und den Jungen bei einer Variation von Run and Gun zusehen – den schnellen Pässen, die Megumi so liebt.
„Kirisaki Daichi? Warum fragst du?“, weicht Kise ihrer Frage aus. Aber er spricht hier mit Kahoko und die ist besonders dann stur, wenn sie etwas wissen will.
„Hast du oder hast du nicht?“
„Ja schon, aber nur kurz, um einen Punktevorsprung zu holen. Die restliche Zeit haben die Ersatzspieler gespielt.“, erklärt er hastig und trinkt einen großen Schluck Wasser.
Kahoko lässt ihn nicht aus den Augen.
„Du weißt schon, was ich dich fragen will, oder?“
Er nickt unbehaglich und starrt auf das Spielfeld vor sich.
„Ist deine Antwort nein oder traust du dich nicht, ja zu sagen?“
„So spiele ich nicht, okay?“, entgegnet er scharf, „Kopierkünste hin oder her, ich kopiere niemanden, der absichtlich unfair spielt.“
Kahoko nickt.
„Das verstehe ich. Ich hatte nur auf etwas anderes gehofft.“, sie seufzt, fast etwas zu übertrieben, „Dann muss ich halt diesen Haizaki fragen, ob er mir hilft. Dabei hatte ich gehofft, dass ich das mit dir in einem geschützteren Rahmen trainieren könnte, aber wenn du nicht kannst, dann versteh ich das natürlich.“
Sie versucht nicht, ihn von unten her anzublinzeln. Mal ehrlich, sie hat keine verführerischen Blicke drauf und sie würde sie auch nicht bei jemand anderem als ihrem Freund anwenden, wenn sie so etwas könnte.
„Du versuchst, mich gegen Haizaki auszuspielen?“, Kise mustert sie scharf, dann macht er einen Schmollmund, „Wie unfair, Hanacchi!“
„Also bist du dabei?“, fragt sie zurück.
„Wenn du Midorimacchi nichts davon erzählst...“
„Von mir erfährt er nichts!“

Sie stellen sich wieder auf und Kahoko erklärt Kise in knappen Worten ihren Plan.
„Fangen wir ganz simpel an. Du bist dieser Hanamiya und seine Kumpanen und ich bin das gegnerische Team. Ich brauche alle Tricks und Finten, an die du dich erinnern kannst. Aber tritt nicht gleich mit voller Kraft zu, ich will erst nur mal sehen, welche Positionen sie ausnutzen.“
„Ich kann nicht glauben, dass ich unfair spiele.“
„Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.“, entgegnet Kahoko und Kise grinst frech.
„Willst du mir etwa was sagen, Hanacchi?“
„Klar. Wir führen Krieg.“

- - -

Shintarou nimmt freiwillig die Arbeit auf sich, die Erbsen und die blutverschmierten Tücher zu entsorgen, um einen Moment der Ruhe zu genießen.
Er kann nicht sagen, was ihn mehr schmerzt. Seine geschwollene Nase oder sein Stolz.
Das ist nicht das erste Mal, dass der Ball ihn kalt erwischt hat, weil der Winkel, die Geschwindigkeit oder etwas anderes nicht gestimmt hat.
Aber das erste und bisher einzige Mal, dass er den Ball mit dem Gesicht fangen musste, ist ausgerechnet Akemi Augenzeugin von seiner Blamage.
Er kann selbst nicht sagen, warum es ihm so viel ausmacht, dass sie da war.
Sie hat schließlich souverän reagiert und ihn so fachmännisch verarztet, wie es wohl auch die Schulkrankenschwester nicht besser gekonnt hätte.
Ausgelacht oder verspottet hat sie ihn auch nicht und sie ist beim Anblick des Blutes auch nicht in Ohnmacht gefallen.
Aber es stört ihn dennoch und er kann einfach nicht den Finger auf den Punkt legen, der das Problem verursacht...
Shintarou seufzt.
Seine Gedanken drehen sich im Kreis. Er sollte nach Hause gehen, sich ein Bad einlassen und ein gutes Buch lesen.
Er kontrolliert ein letztes Mal die Halle auf einen makellosen Zustand, schließt dann hinter sich ab und wirft den Schlüssel in den Briefkasten.
Keine zehn Meter die Straße hinunter bleibt er ruckartig stehen.
Auf der Bank, die ihm am nächsten ist, sitzt ein Mädchen, umklammert ihre Beine und schluchzt. Es ist Akemi.

Was mach ich denn jetzt nur, fragt er sich selbst verzweifelt. Will sie alleine sein?
Soll ich gehen? Oder soll ich bleiben?
Will sie reden? Oder… oder in den Arm… genommen werden?
Braucht sie Taschentücher oder Schokolade oder…
„Was machst du da?“, platzt es da aus ihm heraus, als wäre sein Mund ein eigenständiges Wesen, dass seinen Gedanken nicht im mindesten gehorchen will oder kann.
Sie schreckt zusammen und starrt ihn aus verheulten Augen an.
„Mein… mein Bein… meine Beine… tun weh…“
„Hast du einen Krampf?“, fragt er und wagt sich ein, zwei Schritte näher.
Mit Krämpfen kann ich umgehen.
„Ich… Ich… weiß… nicht...“, stammelt sie und jetzt ist der Bann gebrochen, er geht neben ihr in die Hocke und deutet ihr, ihm ihre Beine entgegen zu strecken.
Er tastet ihre Unterschenkel ab und lässt es dabei bewenden. Allein der Gedanke, sich an irgendetwas über ihrem Knie heran zu wagen, lässt sein Herz rasen. Vielleicht sollte er sich bei seinem Internisten wegen einer Herzrhythmusstörung melden. Gesund kann das jedenfalls nicht mehr sein.
„Du hast dich überanstrengt. Warte hier.“
Sie starrt ihm verdattert hinterher. Ihre Überraschung wird noch größer, als er in kürzester Zeit mit einem Fahrrad zurück kehrt, an dem ein kleiner Wagen angehängt ist.
„Das ist unsere Riksha...“, erklärt er und hilft ihr von der Bank in den Anhänger, „Normalerweise fährt Takao, aber der ist schon gegangen. Du wirst mir erklären müssen, wo du wohnst.“
„Aber du… du bist doch selbst verletzt...“, stammelt sie mit einer Mischung aus Hilflosigkeit und Entrüstung.
„Nur an der Nase.“, entgegnet er trocken, „Und die braucht man nicht zum Fahrrad fahren.“

Es ist ein recht weiter Weg bis zu Akemi, aber zu seinem Glück kommen kaum steile Passagen darin vor.
Schließlich hält er vor ihrem Haus und hilft ihr aus dem Wagen. Sie taumelt ein wenig und ist knallrot im Gesicht, aber sonst scheint es ihr gut zu gehen.
„Nimm ein Bad und ruh dich aus. Du darfst dich nicht überanstrengen.“
„Ich will nur besser werden.“, erklärt sie ihm mit schwacher Stimme, während sie sich langsam Richtung Haustür vorarbeiten.
„Du hast dich sehr verbessert. Fortschritte sind einem selbst meistens am wenigsten ersichtlich.“, erklärt er ihr kurz angebunden, als sie die Tür erreichen.
„Wenn es dir zuviel wird, steht es dir frei, das Training morgen auszusetzen.“, verabschiedet er sich, schluckt und fügt dann noch einen Satz hinzu, „Aber es würde mich sehr freuen, wenn du dennoch kommen würdest.“
Sein Gesicht glüht, als er sich umdreht und zurück zum Fahrrad stapft. Er dreht sich nicht noch einmal um, sondern fährt sofort los.
Er ist schließlich auch nur ein Mensch.

- - -

Diese Nachhilfe wäre wesentlich amüsanter, wenn Kahoko hier wäre. Ob sie eifersüchtig reagieren würde?
Shoichi wird in seinen Grübeleien unterbrochen, als Michirou sich räuspert und ihm ihr Arbeitsblatt zur Korrektur reicht.
Sie wirkt genauso unzufrieden mit ihrer Samstagnachmittagbeschäftigung wie Shinji – oder Kousuke, der ein paar Tische weiter über einem Schmöker brütet und alle paar Minuten zu ihnen herüber blickt.
Ein Glück, dass das Reden hier nicht gern gesehen ist, denkt Shoichi und streicht ihr einen falschen Rechenweg mit Rotstift an, ich kann ihnen leise erklären, was sie da ständig falsch machen, aber wenn Wakamatsu auch nur einmal seine Stimme erheben sollte, sitzt er draußen. Und das weiß er.

Die Tür öffnet sich, ein paar besonders leicht ablenkbare Studenten heben interessiert den Kopf.
Shoichi selbst blickt nur auf, weil er das Geräusch ihrer Schritte erkennt.
Kahoko sieht müde aus und zerrupft.
Ihre Haare stehen ihr wirr vom Kopf ab, ihre Augen sind beinahe ganz geschlossen und sie geht ein wenig gebeugt, als hätte sie Rückenschmerzen.
Sie kommt auf sie zu, ignoriert dabei Wakamatsu – oder bemerkte ihn einfach nicht – und nickt grüßend in Richtung der Mädchen. Dann stellt sie ein paar Stühle in einer geraden Linie auf, legt sich der Länge nach darauf und bettet ihren Kopf ohne zu fragen in Shoichis Schoß.
Michirous und Wakamatsus Augenbrauen wandern synchron in die Höhe und es ist fast lustig zu sehen, wie blind diese beiden für die Gefühle anderer sein können.
Shinji hingegen grinst nur wissend.
Shoichi gibt auf. Schmeißt offiziell das Handtuch. Wenn das so weiter geht, kann er gleich ganz Tokyo gestehen, dass er und Kahoko ein Paar sind. Dabei wollte er es eigentlich als eine Privatsache handhaben. Als etwas, dass nur sie beide und vielleicht noch ihre Familien angeht.
Das hätte ich mir doch eigentlich denken können, denkt er, schließlich reden wir hier von Kahoko.
Er wirft einen eisigen Blick in die Runde, der allen klar macht, dass er keine blöden Kommentare hören will und streicht dan weiter mit Rotstift an Michirous Arbeitsblatt herum.
Dass seine linke Hand unterm Tisch sanft durch Kahokos Haar streicht, nun, das geht nun wirklich keinen etwas an.

- - -

Die Eisenketten, die die Schaukel halten, quietschen protestierend, als Shinji sich setzt. Sie schwingt vor und zurück, mustert den still daliegenden Spielplatz, die Bäume, die ihn einrahmen und das kleine weiße Haus dahinter. Ein Reihenhaus, dass sich zwischen seine Geschwister schmiegt.
Die Fenster im Erdgeschoss sind durch den Zaun vor ihrem Auge verborgen, aber wenn überhaupt interessiert sie nur das Fenster ganz links im ersten Stock. Dahinter liegt Susas Zimmer. Das weiß sie von all den Abenden, die sie auf dem Spielplatz verbracht und hoch gesehen haben. Es brennt kein Licht, aber das überrascht sie nicht.
Warum bin ich eigentlich hier, fragt Shinji sich mürrisch und kuschelt sich noch ein wenig tiefer in ihre Daunenjacke, Er hat mir ja gestern noch gesagt, dass er übers Wochenende zu Kaiya fährt. Ich weiß, dass er nicht hier ist und ich weiß auch, dass ich mit meinen Problemen ohne weiteres zu Lia oder Michirou gehen kann.
Die Selbstvorwürfe bringen nichts, denn sie weiß ja selbst, dass sie zuhause nicht in Ruhe über Haizaki nachdenken kann.
Vielleicht ist es die Ruhe auf dem Spielplatz, die hilft. Oder die Tatsache, dass wir sehr oft hier sind und es mich an Susa erinnert?
Der Klingelton ihres Telefons unterbricht ihre Grübeleien. Sie fischt es aus ihrer Tasche und presst es ans Ohr.
„Hallo?“
„Shinji?“
Susas Stimme dringt klar und deutlich durch den kleinen Lautsprecher und so unverfälscht, als stünde er direkt neben ihr.
„Erzähl.“, antwortet sie ihm, „Was ist passiert?“
Er seufzt und sie stößt sich mit den Füßen ab um mit mehr Schwung zu schaukeln.
„Ich weiß nicht...“, murmelt er, „Kaiya hat mir ein paar Dinge erzählt… und ich… weiß nicht, ob ich es glauben soll.“
„Was für Dinge?“
„Hast du… Shoichi schon kennen gelernt?“
Shinji stockt. Es scheint fast so, als würde er das Thema ändern wollen, aber das ist Susa, mit dem sie hier spricht. Wenn er das Thema ändert dann nur, weil es irgendwie… verbunden ist mit dem dem, was er eigentlich sagen will.
„Natürlich. Nanami hat ihn gebeten, uns Nachhilfe zu geben. Wir haben uns heute in der Bibliothek getroffen.“
„Und was hältst du von ihm?“
„Nun er hat sich Mühe gegeben, den bösen Buben zu spielen. War ziemlich streng mit uns, vor allem mit diesem Wakamatsu… Aber Kahoko kam vorbei und wenn sie dabei ist, merkt man ihm an, was für ein Softie er ist...“
„Er hat nur Augen für sie, was?“
„Er hat nur Augen für sie.“, stimmt sie ihm zu und Schweigen breitet sich aus, nur unterbrochen von dem Knistern ihrer Telefonverbindung.
„Kaiya hat mir gesagt… dass Shoichi sie angesprochen hat...“, fängt Susa plötzlich wieder an und Shinji hält den Atem an.
„Und ich weiß nicht, ob ich dem glauben soll, was sie mir erzählt hat.“
Shinji leckt sich über die trockenen Lippen.
Soll sie fragen, was Kaiya erzählt hat? Soll sie ihr einfach zustimmen? Irgendetwas in ihr sagt ihr, dass sie vorsichtig sein muss.
„Das sind die Dinge, die nicht ins Bild passen, hmm? Weil du Kaiya kennst und Shoichi und ich weiß nicht, was sie dir erzählt hat, aber es passt nicht zu dem, was du dachtest und du weißt nicht, woran du glauben sollst...“
„Was soll ich denn tun, Shinji?“, fragt er sie und klingt so verloren wie ein kleiner Junge ohne seine Mutter.
„Das kann ich dir nicht sagen...“, murmelt sie zurück, „Das steht mir nicht zu… Du musst das mit dem vergleichen, was du bereits weißt und deinem Gefühl darüber. Du kannst mir erzählen, worum es genau geht und ich kann dir sagen, was ich darüber denke, aber du musst dich selbst entscheiden.“
„Okay...“, murmelt er geschlagen, „Also…“
Da ist ein Geräusch im Hintergrund und er unterbricht sich, bevor er wirklich angefangen hat zu erzählen.
„Ich… muss gehen. Ich versuch dich morgen wieder anzurufen.“
Und schon hat er aufgelegt.

- - -

In dem großen Garten, der die Häuser der Midorimas und Hanas verbindet, brennt ein Lagerfeuer. Stühle sind im Kreis darum aufgestellt.
„Also wer hatte nochmal die Idee mit dem Zaun?“, fragt Shoichi und nimmt die Tasse Tee entgegen, die Mayumi ihm hin hält.
„Das war Shin-Shins Idee.“, erklärt ihm Yuna, „Und Koko hat ihm geholfen.“
„Wirklich?“, Shoichi lächelt sie an, „Ich hätte eher gedacht, dass Kahoko auf solche Ideen kommt.“
„Ich auch.“, Yuna lächelt zurück und wendet sich an ihre Mutter.
„Darf ich neben ihm sitzen?“, fragt sie.
„Das musst du Kahoko fragen. Shoichi ist schließlich ihr Freund.“
Yuna nickt und flitzt zu Kahoko, die Masahiro noch dabei hilft, Würstchen und Brot auf Stöcke zu spießen.
„Koko, darf ich neben Shoichi sitzen? Ich nehm ihn dir auch nicht weg.“
Kahoko lacht. „Klar darfst du. Du kannst ihn ablenken, damit ich auch ein paar gute Sachen essen kann.“
„Das hab ich gehört.“, kommt es vom Lagerfeuer und Kahoko dreht sich um, um ihm die Zunge raus zustrecken.
Es dauert nicht lange, dann ist alles vorbereitet und sie sitzen im Kreis in Decken gewickelt ums Feuer, braten Würste überm Feuer und trinken Tee.
„Jetzt ist es wohl doch kein Dreckwasser mehr, was?“, spottet Shoichi und Kahoko grinst frech.
„Ich trinke ja auch keinen Tee.“, sie nimmt einen großen Schluck und hält die Tasse weit weg von ihm, damit er nicht nach sieht, was sie da tatsächlich trinkt.

- - -

Masahiro und Sakura bieten Shoichi an, auf ihrer Couch zu übernachten, aber er will davon nichts hören. Er schläft lieber in seinem eigenen Bett.
„Ich bringe dich nach Hause.“, erklärt Kahoko und schlüpft in ihre Jacke.
Shoichi mustert sie befremdlich.
„Ich bin drei Jahre älter als du, ein Junge und außerdem habe ich keine Angst im Dunkeln. Ich schaffe das schon.“
„Trotzdem.“, erklärt sie stur, schlüpft in ihre Schuhe und drückt ihm seine Jacke in die Hand.
„Papa, ich nehm die große Taschenlampe, ich bin bald zurück.“, wendet sie sich an Masahiro, der nur lächelnd den Kopf schüttelt.
„Nimm dein Handy mit – falls etwas ist.“
„Klar...“

Sie haben etwa die Hälfte des Weges hinter sich, da dreht sich Kahoko um und hält ihn auf.
„Was?“, fragt er spöttisch, „Hast du jetzt etwa doch Angst?“
Sie ignoriert seine Wort, nimmt sein Gesicht in beide Hände und küsst ihn, als hätte sie ihn Jahre nicht gesehen.

„Willst du mir damit irgend etwas sagen?“, fragt er heiser, als sie sich wieder von ihm löst und ihren Kopf stattdessen in seine Halsbeuge schmiegt.
Seine Lippen fühlen sich geschwollen an und er ist plötzlich gar nicht mehr so unerschütterlich, wie er dachte.
"Ich hab mich heute morgen mit Makoto angelegt und dachte, ich küsse dich lieber jetzt, bevor du wütend wirst und wieder auf Tauchstation gehst.“
„Clever...“, murmelt er, „Aber erzähl mir lieber, was passiert ist.“
Sie fasst die Unterhaltung knapp zusammen und wartet darauf, dass er etwas sagt.
Er seufzt nur, nimmt ihre Hand und zieht sie weiter.
„Bist du nicht böse?“, fragt sie, als er einfach nichts dazu sagt.
„Böse? Nein. Eher am Ende mit meinem Latein. Ich muss erst darüber nachdenken. Deine Spontanität ist etwas zu schnell für mich.“

Sie erreichen sein Haus und bleiben stehen.
„Kannst du mir den Gefallen tun und in nächster Zeit nicht allzu viel anstellen? Zumindest bis ich so etwas wie einen Plan habe?“
„Ich kann's versuchen.“, murmelt Kahoko.
„Damit muss ich mich wohl zufrieden geben… Übrigens, wenn ihr nächstes Mal so ein Lagerfeuerfest veranstaltet… könnten wir dann meine Eltern dazu einladen?“
„Klar…“, Kahoko lächelt, „Sie sind immer willkommen. Deine Mutter hab ich ja schon kennen gelernt.“
„Um sie mache ich mir weniger Sorgen, mein Vater ist da ein ganz anderes Kaliber.“
„Ja, Nozomi hat mir schon gesagt, dass er genauso ist wie du. Aber damit kommen wir schon klar.“
Kahoko grinst ihn an, „Wir sind wie eine Naturgewalt. Was nicht mitmacht, wird mitgerissen.“
„Was für ein netter Vergleich. Ich hoffe, du tanzt nicht auch wie eine Naturgewalt.“
„Komm doch nächstes Wochenende zum Tankurs und überzeug dich von der Realität.“
„Ich bin leider nicht eingeladen. Aber ich zähle darauf, dass du dich benimmst.“
Sie rollt die Augen.
„Geh schlafen, du redest schon wirres Zeug.“
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