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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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26.07.2015 2.896
 
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Shutoku vs Seirin

„Noch zehn Minuten... Lasst uns runter gehen.“
Shutokus Spieler verlassen die Umkleide, Shintarou bleibt sitzen. Er braucht jede Sekunde, die er kriegen kann, um sich zu konzentrieren, um zu dem kleinen Ort in sich selbst zu finden, in dem er nichts als fokussiert ist. Zielgerichtet. 
Es schwirren zu viele Dinge in seinem Leben herum, die ihn jetzt belasten könnten, er darf nicht an Kuroko denken, nicht an seine Zeit auf Teiko, darf sich nicht provozieren lassen oder Zweifel nähren, dass er es vielleicht nicht schaffen kann. Das kann er, das hat er schon tausend Mal gemacht, aber Kahoko ist hier, in Japan, wohnt nicht weit von ihm entfernt und obwohl sie vor drei Jahren weggezogen ist und sie schon etwas länger nur noch eine dicke Wand aus Eis zwischen sich haben, kann er immer noch in ihr lesen wie zuvor. Ob es daran liegt, dass sie Zwillinge sind oder es etwas anderes ist, wo bei anderen Leuten die Gedanken erst in Worte und tausende Erklärungen gefasst werden müssen, um ansatzweise verstanden werden zu können, ist zwischen seinen und ihren Gedanken keine Trennung. 
Und er weiß, dass sie jetzt denkt, dass sie sich mit ihm versöhnen will. Und dass sie alles daran setzt, das zu tun, aber er kann es nicht und er muss sie und alles ausblenden, was damit zusammen hängt. Er muss sich konzentrieren, fokussieren, in diesem kleinen Fleckchen Ruhe in sich drin.
Er kann das, er hat das schon tausend Mal gemacht.
Er wird heute gewinnen.
Denn Kahoko sieht ihm ganz sicher zu. 

Takao Kazunari ist nicht dumm.
Shintarou mag zwar nicht sein Freund sein, sondern vielmehr sein Rivale, mit dem er sich notgedrungen arrangiert, aber er hat mehr Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe als viele um ihn herum.
Deshalb lässt er seinen Mitspieler in Ruhe sich besinnen, in der Abgeschiedenheit der Umkleide.
Deshalb lehnt er lässig an der Wand neben der Tür und setzt ein Lächeln auf, dass einen Hauch Freude, einen Hauch Überraschung und gerade genug Anspannung zeigt, dass man meinen könnte, es käme von dem bevor stehenden Spiel. - Wie jeder herausragende Schauspieler hält er es nicht für nötig, darauf hinzuweisen, wie gut er ist. Das würde ja den ganzen Spaß ruinieren. -
Und wie er es vorher gesehen hat, hört er Schritte näher kommen. Er hat sich heute morgen schon davon verwirren lassen, das kommt nicht zweimal vor.
Der Falkenblick ist etwas, das man nicht nur auf dem Spielfeld behält, er hat auch gerne im Leben einen Überblick. Und Hana Kahoko täuscht ihn kein zweites Mal.
„Kaho-chan.“, seine Stimme zeigt genau das richtige Maß Überraschung, das für diese Situation angebracht ist, aber er ist, trotz des Enthusiasmus, leise genug, dass Shintarou ihn nicht hören kann.
Er geht auf sie zu und verstellt ihr wie zufällig den Weg.
„Was machst du denn hier? Bist du etwa gekommen, um mich anzufeuern?“
Kahokos grüne Augen verengen sich etwas, als sie ihn mustert und abschätzt. Aber sie fällt auf ihn herein. Natürlich tut sie das.
„Kazu-kun? Du erinnerst dich an mich?“
„Aber natürlich tu ich das. Hmm, als Shin-chans Nachbarin willst du ihm sicher alles Gute wünschen. Aber weißt du, er wird vor Spielen immer so nervös, er hasst es, wenn man ihm Glück wünscht.“ Er lacht, amüsiert sich köstlich. 
Kahoko schließt für einen Moment die Augen, dann lächelt sie und er verschluckt sich beinahe an seinem Lachen, als sie ihn ansieht. Klar, jetzt, da er die beiden miteinander gleicht, ist die äußerliche Ähnlichkeit unübersehbar – vor allem, da sie ihre Haare aus dem Gesicht gebunden hat – aber er beginnt zu ahnen, dass ihre Charaktere völlig verschieden sind.
Und wenn sie lächelt, wirkt sie tatsächlich irgendwie schön und es zeigt ihm, wie Shintarou sein und aussehen könnte.
Nur gut, dass sein Mitschüler nie lächelt – der Basketballclub würde sich der Fangirls nicht mehr erwehren können.

„Danke.“ Kahoko legt ihm die Hand auf die Schulter. „Aber seht zu, dass ihr gewinnt. Seirin ist ein starker Gegner.“ 
Takao schnaubt, teils überrascht über ihren Verhaltensumschwung, teils entrüstet darüber, dass sie ihrem Team eine Niederlage zutraut.
So gut ist dieser Kagami nun auch wieder nicht. Oder dieser Kuroko. Tse, mit seinem Falkenauge ist erdessen Irreführungen weit überlegen.
Er sieht Kahoko zu, wie sie zurück geht und schüttelt den Kopf. Hinter der Tür versucht Shintarou alles Unwichtige auszublenden, da kann er sich nicht von eben diesen Unwichtigkeiten beeinflussen lassen.
Die Tür öffnet sich hinter ihm und er schüttelt alles ab wie eine Schlange ihre alte Haut.
„Du bist spät dran, Shin-chan.“

- - -
Als Kahoko zurück kommt, hat sich etwas verändert. Megumi bemerkt es sofort, auch wenn sie es nicht benennen kann. Sie nimmt die Limonade entgegen und wartet, bis Mirai es sich wie selbstverständlich wieder auf Kahokos Schoß bequem gemacht hat, bevor sie spricht.
„Ich wette mit dir, dass Seirin gewinnt.“ Kahoko starrt sie an, als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank und Megumi schwört, dass an der Schläfe der Größeren eine kleine Ader zu pulsieren beginnt. Selbst Mirai ist fassungslos.
„Das meinst du nicht ernst, Megumi-senpai! Letztes Jahr hat Shutoku mit beinahe dreimal so viel Punkten gewonnen und da hatten sie noch nicht mal Midorima-senpai im Team!“, ereifert sich die Kleinste der Mädchen. 
„Na und? Seirin hat Kagami-kun!“
„Aber...“, ereifert sich Mirai augenblicklich, doch wird von Kahoko unterbrochen. „Still. Beide.“ 
Die beiden sehen zu ihr hoch, ihr Gesichtsausdruck ist so finster und bestimmt, wie man es von ihr nicht gewohnt ist. „Wenn du unbedingt wetten willst, Meggie-chan, dann wette. Wenn ich gewinne und das werde ich, dann... schuldest du mir einen Gefallen. Egal was.“
Megumi nickt mit einem Grinsen. „Und wenn ich gewinne, stellst du mich Kagami-kun vor.“
„Und was mach ich?“, fragt Mirai. „Du hältst die Klappe und siehst gut aus.“, witzelt Kahoko noch etwas steif, als sich schon die Spieler versammeln und Mirai drückt ihr als Strafe dafür den Ellbogen in die Seite.
-
Die drei Mädchen starren gebannt auf das Spielfeld, keine spricht. 
Megumi ist zu sehr damit beschäftigt, Kagami in Gedanken anzufeuern und Kahoko analysiert die Beziehungen, in denen die Spieler zueinander stehen, an der Körpersprache.
Hören kann sie ja nicht, welche Worte Shinarou mit Taiga und seinem blauhaarigen Mitspieler wechselt, aber sie kann allein an der Art und Weise, wie er da steht, erkennen, dass seine Stimme vor Verachtung triefen muss. Ihr Bruder hält sich ganz deutlich für etwas Besseres.
Wenn sie ehrlich ist, dann denkt sie das auch. Sie kennt Shintarou, sie hat jedes seiner Spiele gesehen, sie weiß, wie gut er ist. Aber sie hat auch schon gegen Taiga gespielt und sie hofft für Shintarou, dass er sich nicht verschätzt. Ihr Bruder ist nicht gut darin, zu verlieren.

Die Center stehen sich gegenüber, der Anpfiff, der Ball geht an Seirin, die sich sofort mit ihrer schnellen Run and Gun Offensive zu behaupten versuchen. Aber Shutokus Verteidigung ist stark.
Dann, Megumis Fingernägel bohren sich durch den dünnen Stoff von Kahokos Hose in ihren Oberschenkel, passt der blauhaarige Seirin Spieler an Taiga und der gibt alles bei einem Alley-oop. Kahoko beißt sich fest auf die Fingerknöchel und stöhnt erleichtert auf, als Shintarou den Wurf kurz vor dem Korb abblockt. 
Der Ball geht über Takao zu dem Center der Shutoku, der sich an einem Dunk versucht, aber von Seirins Kapitän geblockt wird.
Zwei Minuten lang reiben sich die Teams gegenseitig dabei auf, unbedingt als erste punkten zu wollen. Wer als erster einen Korb macht, entscheidet das erste Viertel, das ist klar, aber die Anspannung ist unglaublich.
Dann geht der Ball an Shintarou und Kahoko ist nicht ohne Grund das Pulverfass der Familie.
„YES! Mach ihn rein Shin-Shin!“, brüllt sie. Ihre Freundinnen starren sie fassungslos an.
Doch Kahoko ist viel zu gefesselt von dem Geschehen auf dem Basketballcourt. Shintarou wartet noch nicht mal, bis der Ball drinnen ist, sondern dreht sich augenblicklich um. Sie ist beeindruckt von seiner Selbstsicherheit, aber er verpasst etwas ganz Entscheidendes.

Seirins blauhaariger Spieler schnappt sich den Ball und – Kahoko springt fassungslos auf und wirft dabei Mirai ab – passt bis ans andere Ende des Courts, direkt in Kagamis Hände, der einen perfekten Alley-oop hinlegt. Seirin hat Shutoki in weniger als einer Sekunde aufgeholt und Kahoko flucht wie ein Matrose in Seenot.

Von da an wird es richtig spannend, Kahoko ist nicht mehr ansprechbar, sie nagt auf einer Haarsträhne herum und fixiert das Basketballfeld, unterbricht sich darin lediglich, um Megumi und Mirai irgendetwas zu erklären, was sie wichtig findet.
Das Duo aus Kagami und Kuroko, dem blauhaarigen Spieler – Mirai hilft mit ihrem Namensgedächtnis aus - reicht fürs Erste aus, um Midorima davon abzuhalten, seine Distanzwürfe zu machen. Bis Takao auf Kuroko angesetzt wird. 
Kahoko seuzt erleichtert, als Takao zum wiederholten Male die wundersamen Pässe von Seirins Nr. 11 stoppt. „Gott sei Dank, Takao hat ihn im Griff.“
„Wie kannst du das sagen?“, ereifert sich Megumi, „Er kämpft so hart und dieser Takao mischt sich jedes Mal ein.“
„Das hier ist kein Freundschaftsspiel.“, äußert sich Mirai weise von der Seite, „Beide wollen um jeden Preis gewinnen und Takao und Kuroko sind sich zumindest dahingehend sehr ähnlich, dass ihre Spezialität das Passen ist. Gerade du als Small Forward solltest das doch verstehen, Megumi.“
Megumi schnappt überrascht nach Luft. „Woher weißt du denn... ach egal... trotzdem.“
„Still Mädels, Shutoku verlangt ein Time-Out.“ Kahoko steht beinahe, so aufgeregt ist sie. Sie hat es im Gefühl, gleich wird was passieren.
„Sag mal.“, wispert Megumi rechts von ihr, neugierig aber nicht willens, wieder angefaucht zu werden, „Kann es sein, dass du Midorima-Senpai näher kennst?“ „Sicher ist sie in ihn verliebt.“, kichert Mirai neben ihr, „Sie nennt ihn ja Shin-Shin.“
Kahoko hört nicht zu. Kuroko ist offiziell ausgeschaltet und Takao passt den Ball zu Shintarou, der an der Center Linie steht, genau in der Mitte des Spielfelds. Sie steht auf, die Hände zu Fäusten geballt und starrt hinunter, ihr Herz droht zu bersten, aber sie liebt, liebt, liebt seine Würfe.
Und wie er wirft. Der hohe Winkel, in dem der Ball durch die Luft zischt, wie er in den Korb geht, ohne auch nur den Ring zu berühren.
Sie kann kaum atmen, so wunderschön ist es, das Ganze live zu erleben, nicht durch das verpixelte Bild ihres Fernsehers. Und Shintarou sieht noch nicht mal hin.

Es steht 13 zu 18 für Shutoku und Shintarou steht am anderen Ende des Platzes, den Ball in den Händen. Megumi weiß nicht, wohin sie sehen soll, auf den Platz, wo sich ein Schauspiel ereignet, dass seines Gleichen sucht oder zu Kahoko, die wie gebannt da steht, unfähig sich zu bewegen oder die Augen abzuwenden. Ihre Mitschülerin zittert am ganzen Körper und ihre Hände sind um die Lehne des Stuhles vor ihr geschlungen, die Knöchel treten weiß hervor. Unter all dem Jubel und Geschrei um sie herum, kann Megumi fast nicht hören, was Kahoko da wie besessen flüstert, aber es klingt wie „Mach schon, mach schon, mach schon.“
Mirai stößt Megumi den Ellbogen in die Seite und sie blickt wieder hinunter, gerade im richtigen Moment, um zu sehen, wie der Ball aus den Händen von Shutokus Nr. 6 gleitet. Sie sieht entgeistert zu, wie der Ball in einem hohen Winkel über das gesamte Feld fliegt, erahnt wie fassungslos sich die Seirin-Spieler gerade fühlen müssen und sie fühlt mit ihnen. 
In dem Moment, in dem der Ball im Korb versinkt, ertönt der laute Ton des Buzzers. 
Das erste Viertel ist vorbei und Kahoko sinkt ermattet auf ihren Stuhl.

„Okay... wer ist Shutokus Nr. 6 genau?“, spricht Megumi die Frage laut aus und Mirai ist sofort an ihrer Seite, um ihr eine Antwort zu geben.
„Er ist Teikos Shooting Guard, bekannt für seine Distanzwürfe, ihren hohen Winkel und seine große Treffsicherheit. Noch nie hat er daneben geworfen. Er gehört zu der Generation der Wunder und er...“
„Er ist mein Zwillingsbruder.“, erklärt Kahoko mit rauer Stimme links von ihnen. 
„Was?“ Megumi starrt sie fassungslos an und selbst die nicht zu erschütternde Mirai macht große Augen.
Kahoko nickt und dreht sich so, dass sie das Shutoku-Team gut im Blick hat. Der Trainer erklärt ihnen gerade seine Strategie.
„Sie werden Shintarou stoppen wollen...“, wechselt sie das Thema, den Trainer, aber noch mehr ihren Bruder fixierend, während sie redet, „Und Seirin hat sicherlich ein paar Tricks auf Lager, wie sie das tun können. Deshalb wird Shutoku auf einen anderen Spieler setzen...“ Sie sieht wie ihr Bruder sich aufrichtet und das Wort an den Trainer richtet, wie seine Mitspieler reagieren. „Shintarou fordert etwas, mit dem der Rest des Teams nicht einverstanden ist. Es könnte sein... dass er den Ball haben will.... Das macht keinen Sinn, wenn doch das Risiko besteht, dass Seirin alles versuchen wird, um ihn aufzuhalten...“
Megumi folgt ihrem Blick zur Bank des Shutoko-Teams, wo die älteren Spieler deutlich widerwillig reagieren, nur Takao klopft Shintarou auf die Schulter. 
„Wie es aussieht, stimmt der Coach zu. Und dieser Takao auch.“
„Ja schon.“, stimmt Kahoko zu, „Aber ist das Teamplay?“
„Shutoku ist nicht unbedingt bekannt für Teamplay. Sie haben starke Spieler, aber in den Spielen, die sie seit Beginn des Jahres geführt haben, tritt klar zu Tage, dass sie ihr Spiel auf ihr Ass konzentrieren. Und das ist...“ „Shintarou, ich verstehe.“, vervollständigt Kahoko Mirais Satz. Sie lehnt sich zurück und schüttelt unbefriedigt den Kopf. Das ist nicht ihr Bruder, wie sie ihn kennt. Oder zu kennen geglaubt hat.
Das zweite Viertel beginnt für Kahoko mit einer Enthüllung.
Kuroko versucht Shintarous Ball zu stehlen, was von Takao blockiert wird. Als nächster versucht Taiga Shintarous Wurf zu stoppen, doch er ist zu langsam. 
Das ist es nicht, was sie verwirrt. Es ist Shintarous Reaktion auf Takaos Eingriff. Hätte der Small Forward nicht eingegriffen, wäre der Ball gleich an Kuroko gegangen. Dennoch weist Shintarou Takao zurecht. Und obwohl der lacht und es abtut, hinterlässt die Szene einen säuerlichen Geschmack in Kahokos Mund. 
Die beiden sind definitiv keine Freunde. Sie fragt sich, ob sie sich überhaupt leiden können.

Langsam aber sicher hat sie genug von diesem Match und sie sind gerade mal in der Hälfte.
Die ganzen zehn Minuten Pause sitzt Kahoko still da und starrt hinunter auf das Spielfeld.
Megumi ist sich unsicher, ob sie etwas sagen soll und Mirai hat sich weg geschlichen, wohin, weiß Megumi auch nicht, aber sie ist pünktlich zum dritten Viertel wieder da.
Die drei Mädchen sitzen da und schweigen, Kahoko kaut auf ihren Haaren herum, Megumi drückt ihre Fingernägel in Kahokos Bein und Mirai kaut so agressiv Kaugummi, dass man es mit der Angst zu tun kriegt.
Es sieht schlecht aus für Seirin, Shutoku vergrößert den Abstand zwischen ihren Punkteständen, bis es so weit ist – Shintarou wirft und Kagami springt und zum ersten Mal schafft er es, den Ball zu berühren.
Ja, der Wurf geht rein, aber erst nachdem er lange auf dem Ring gekreist hat.
Kahoko bleibt fast das Herz stehen und Megumi, die noch immer mit Leidenschaft Seirin anfeuert, wagt endlich wieder zu hoffen – mal abgesehen davon, dass sie ihre Wette unbedingt gewinnen will.
Es geht weiter, Kahokos Augen brennen, aber sie wagt nicht zu blinzeln.
Bis zum heutigen Tag schien sie die einzige, die die Würfe ihres Bruders stoppen konnte. Sollte es wirklich möglich sein, dass ausgerechnet Taiga auch dazu imstande ist?
Und was würde diese Erkenntnis bei Shintarou anrichten, wenn er es schon nicht mal erträgt, dass sie ihn im Basketball besiegt?
Dann passiert es. Obwohl Takao sofort zur Stelle ist, um Shintarou mit einem Screen die Zeit zu verschaffen, die er für seine langen Würfe bracht, ist Taiga doch ein verflixt schneller Renner. Diesmal kratzt er nicht nur am Ball, er berührt ihn. Und Kahoko Herz sackt ihr mit Wucht in den Magen, als der Ball den Korb verfehlt. Trotz erfolgreichem Rebound von Shutokus Center ist ihr kotzübel.
Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. 
Von da an sitzt Kahoko wie im Nebel. Das Spiel rauscht an ihr vorbei und sie sieht alles in schmerzhafter Schärfe und Klarheit, aber sie kann nicht sagen, ob Megumi neben ihr einfach den Mund gehalten hat oder sie einfach nichts mehr von dem mitkriegt, was um sie herum passiert.
Ihr Herz ist bleischwer, als sie mit ansieht, wie Taigai im Alleingang Shutoku in die Ecke drängt, bis sie nur noch zehn Punkte auseinander liegen.
Shintarou und er treffen aufeinander wie zwei Giganten und ihr Bruder versucht wieder seinen Wurf, doch diesmal kommt Taiga nicht vom Boden los. „W-was ist los? Kahoko, warum springt Kagami-kun nicht?“
Er kann nicht mehr. Es ist zu viel für ihn.“, wispert Kahoko erleichtert. Sie fühlt sich den Tränen nahe. Taiga kann nicht mehr, Shutoku wird nicht verlieren. Sie atmet auf, als das dritte Viertel endet.
Seirin ist am Ende. Das Spiel ist vorbei.“, murmelt sie und zuckt erschrocken zusammen, als Megumis flache Hand auf ihren Hinterkopf herabsaust. „Untersteh dich, sowas zu sagen!“ 
Kahoko starrt ihre Mitschülerin überrascht an, die aufgestanden ist und sie so zumindest ein wenig überragt. 
Wie bitte?“
Du hast mich sehr wohl gehört. Mirai, stimm mir bitte zu, dass man nicht so leichtfertig daher reden soll.“
Kahoko wirft an Megumi vorbei einen Blick auf Mirai, die sich erst auf die Lippe beißt und dann nickt.
Genau! Megumi-senpai hat Recht.“
Kahoko schüttelt den Kopf und lacht. „Okay, von mir aus, ich geb ihnen noch ne Chance. Aber ich hoffe trotzdem, dass Shutoku gewinnt. Da könnt ihr machen, was ihr wollt.“
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