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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
24
Alle Kapitel
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14.09.2016 3.243
 
Hallihallo Leute, ich hatte letzte Woche bei meiner Freundin Gelegenheit zu schreiben und hoffe darauf, dass es sich jetzt wesentlich besser entwickelt mit Zeit, schreiben, etc.
ein problem habe ich allerdings, falls ihr es schon gemerkt habt - ich bin furchtbar schlecht im kapiteltitel ausdenken und denke entweder hundertmal drüber nach oder nehme den erstbesten und der erstbeste ist nicht immer gut.
Falls euch also irgendwann mal ein besserer Titel einfällt, bin ich über konstruktive kritik, tipps und anderen schmaus sehr dankbar.
viel spaß beim Lesen



„Gutes Spiel...“, lügt Yoyo, während sie die Hand des Typen schüttelt, gegen den sie gerade gewonnen haben. Er ist ein guter Spieler, aber er hat fast die gleiche Haarfarbe wie dieser Akashi und das stößt ihr sauer auf. Aber er achtet sowieso nicht auf sie, weil Ayato neben ihr mit dem Mädchen flirtet, das ganz klar die Freundin oder zumindest der Schwarm von Mister Rotes Haar ist.
„Ayato!“, weist sie ihn zurecht und er wirft ihr einen entnervten Blick zu.
„Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin?“
„Siehst du nicht, dass sie nicht in deiner Liga spielt?“, Yoyo nickt in Richtung des Rothaarigen, damit Ayato endlich mal kapiert, dass das Mädel vergeben ist. Er rollt mit den Augen, aber immerhin reißt er sich zusammen. Vermutlich hätte es nur noch einen flotten Spruch gebraucht und der andere hätte die Fäuste sprechen lassen. Er sieht jedenfalls nicht sonderlich beherrscht aus.
„Kagami-kun...“, das Mädchen zieht an seinem Ärmel und Yoyo deutet ihren Freunden an, sich vom Acker zu machen, bevor es hier noch kitschig wird.
Sie müssen sich sowieso noch ihren Pokal und das mickrige Preisgeld holen, von dem man sich gerade mal ein kleines Eis für jeden leisten kann.

Yahiro schlingt seinen Arm um Yoyos Schultern, als sie für das Siegerfoto posieren und grinst in die Kamera.
„Find ich übrigens cool, dass du das Sonntagstraining schwänzt, um hier zu sein.“, kommentiert er, als es blitzt.
Yoyo macht sich von ihm los und stapft mit dem Pokal in der Hand zu ihren Taschen.
„Du hast doch geschwänzt, oder?“, da ist ein lauernder Unterton in Ayatos Stimme, als die beiden hinter ihr her laufen.
„Nein hab ich nicht.“, knurrt sie, „Ich hab frei gekriegt.“
Ayato lacht herablassend. Sie wirbelt herum.
„Ich warne dich. Ein Wort und ich probiere aus, ob man diesen billigen Pokal als Mordwaffe missbrauchen kann.“
„Traust du dich sowieso nicht.“, spottet Ayato und auch Yahiro stemmt die Hände in die Hüften.
„Jaaa, weil, das wär ja nicht erlaubt und du machst ja jetzt alles auf die brave Tour.“
„Yahiro.“, beginnt sie scharf und fixiert ihn wie ein Raubtier seine Beute, „Wie viele Spieler wurden von Talentsuchern beim Streetball gefunden?“
„Äh...“, er überlegt lange, „Mir fällt keiner ein.“
Sie nickt und wendet sich an Ayato. „Und nur mal zum Gegenvergleich. Wie viele Spieler wurden beim Schulbasketball von Talentsuchern entdeckt?“
„Wir wissen, worum es hier geht. Uns irritiert nur, dass dir das plötzlich wichtig ist.“
„Dann irritiert mal weiter. Ich hab mich dafür entschieden, das so zu machen, also mach ich das auch so. Entweder ihr macht mit oder ihr macht die Fliege.“
Ayato will noch etwas sagen, aber sie donnert ihm den Pokal vor die Brust.
„Hier, gerecht geteilt. Du kriegst den Pokal, ich nehm die Kohle.“
Sie schnappt sich ihre Tasche und haut ab und dass ihr keiner der beiden folgt, sagt mehr als genug.

- - -

„Und eins zwei drei, eins zwei drei...“
Die Stimme ihrer Mutter rückt in den Hintergrund, als Kousuke ihr schon wieder auf den Fuß tritt.
„Tut mir leid, tut mir leid!“, murmelt er nervös und schwenkt Michirous etwas zu heftig herum.
„Ganz ruhig, mein Junge.“, kommentiert ihr Vater von der Seite aus, aber das hat nur den gegenteiligen Effekt.
Als sie fast gegen die Wand rennen, stoppt ihre Mutter die Musik.
„Ein paar Minuten Pause. Ihr habt schon super Fortschritte gemacht. Kommt, ich hab Tomatensaft und Mineralwasser zur Erfrischung.“
Michirou stürzt ein Glas Tomatensaft in einem Zug runter, gießt sich ein zweites ein und nippt daran. Dann erst dreht sie sich zu Kousuke um, der mit roten Ohren auf seine Füße starrt.
„Tut mir leid, dass es nicht so gut klappt.“, sie legt ihr Hand an seinen Ellbogen.
Er schüttelt den Kopf, als wollte er einen Gedanken loswerden.
„Nein, mir tut's leid. Ich weiß gar nicht, wie oft ich dir heute schon auf die Zehen getreten bin.“
„Sieben mal bis jetzt, aber du bist einfach nur nervös. Und wir haben noch Zeit. Vielleicht müssen wir nicht mal tanzen, wenn Lia dann schon da ist.“
„Den Eröffnungstanz vielleicht nicht, aber… na ja, also wenn du auch möchtest, dann...“
Michirou lächelt, anstatt zu antworten und Kousuke lächelt einfach nur zurück, bevor er sich behutsam zu ihrem Ohr beugt.
„Aber dein Vater macht mich etwas nervös. Er sagt kaum was, starrt uns nur die ganze Zeit an und wenn er mich anspricht, dann mit 'mein Junge'.“
„Oh, das ist normal. Er kontrolliert deine Haltung beim Tanz und er ist noch schweigsamer als ich. Aber er mag dich. Sonst würde er dich nicht 'mein Junge' nennen.
Kousuke atmet erleichtert auf, bevor er einen Blick zur offenen Tür wirft. Noch sind sie alleine.
Er beugt sich vor, für einen kleinen ermutigenden Kuss, als ein begeisterter Ausruf ihn zurückfahren lässt.
„Kinder, kommt schnell, wir haben unser Hochzeitsvideo gefunden. Da könnt ihr mal sehen, wie ein echter Walzer geht.“
Michirou lächelt ihm entschuldigend zu, aber sie verschränkt ihre Finger mit seinen und zieht ihn hinter sich her.

- - -

Kagami redet sich gerade von seinen Freunden, als Mirai Megumi anstupst.
„Ist das nicht Shinji?“
Sie blicken beide zu den sich leerenden Publikumsrängen, wo tatsächlich Shinji steht, umringt von mehreren Jungs. Alle sind mindestens einmal gepierct, tragen dunkle Sachen und genauso düstere Mienen.
„Oh, der Club der Untoten...“, spottet jemand neben ihnen.
Megumi fährt herum. Neben ihr steht ein Mädchen mit blonden Engelslöckchen und grünen Augen.
„Bitte?“, fragt sie scharf und die grünen Augen richten sich auf sie.
„Oh, Entschuldigung, ich habe nicht dich gemeint.“, sie reicht Megumi eine zierliche Hand, deren Nägel genauso pastellpink lackiert sind wie das Kleid, die Handtasche und die Schuhe. Sie würde aussehen wie ein blondgelockter Kaugummi, würde sie nicht eine viel zu große Basketballtrainingsjacke tragen.
Eine Trainingsjacke in den Farben der Touou?
„Ich weiß, dass du nicht mich gemeint hast.“, kontert Megumi, während ihr ein grässlicher Verdacht kommt, „Aber es klang recht beleidigend.“
Das Mädchen lächelt. „Nun, beleidigend hin oder her, ich finde es etwas unverantwortlich von dem Veranstalter, Teilnehmer zu dulden, die aussehen, als gehören sie der Yakuza an. Was gibt denn das für ein Bild ab?“
„Zufälligerweise gehört ein Teil dieser Gruppe zu den Finalisten…“, beginnt Megumi eine Verteidigungsrede, von der sie selbst nicht weiß, wohin sie führen soll.
Sie wird unterbrochen.
„Nun...“, ihre pastellpinken Fingernägel tippen gespielt nachdenklich gegen ihre Schläfe, „Ich frage mich, ob es dabei auch ehrlich zuging. Aber darüber kann man streiten...“, sie winkt geziert mit den Fingern und tritt dann einen Schritt zur Seite, so als wäre nie etwas gewesen.
„Huhu, Schatz!“, sie schwenkt ihre pinke Tasche durch die Luft, um jemanden auf sich aufmerksam zu machen.
Vielleicht hätte Megumi das ganze auf sich beruhen lassen, hätte das Mädchen nicht gerade Shinji beleidigt. Aber jetzt muss sie einfach wissen, wer so einen Menschen wie diesen pinken Kaugummiverschnitt lieben konnte.
Die Menge teilt sich und ihr wird schlecht. Mirai neben ihr stöhnt sogar entsetzt auf.
„Hey...“, die Stimme ist tief und warm und so ehrlich erfreut, dass kein Irrtum bestehen kann, „Du hättest mir ruhig sagen können, dass du kommst.“
Vor den Augen der Mädchen beugt sich Susa vor und küsst diesen rosafarbenen Kaugummi mitten auf den Mund.

- - -

„Du willst was?“ Sakura starrt ihre Tochter fassungslos an.
„Nicht tanzen. Nimm jemand anderen für die Choreographie.“
„Wie stellst du dir das vor? Wir haben so viel trainiert, du machst super Fortschritte und das Kleid ist schon so gut wie fertig.“
„Verkauf das Kleid und such dir jemand anderen. Du arbeitest mit lauter ehrgeizigen Tänzerinnen zusammen, such dir eine aus, die kein Problem damit hat, dass Shintarou kein Wort mit ihr sprechen wird.“
„Das ist ein Ball für Schüler, ich kann keine Erwachsene tanzen lassen.“
„Dann such dir eine Schülerin. So schwer ist das nicht, wenn du willst, such ich jemanden für dich.“
„Nein.“ Aus Sakuras Stimme spricht eine Autorität, die sie nur selten benutzt.
„Nein, Kahoko, das werde ich nicht zulassen. Das hier ist wichtig. Für die ganze Familie. Was denkst du, wie sich Shintarou fühlen muss, wenn du einfach aufgibst.“
„Vermutlich erleichtert. Ich werfe ohnehin nur ein schlechtes Licht auf die Choreographie. Es sieht aus, als würden zwei Kerle tanzen, nur dass ein Kerl in einem Ballkleid steckt.“
„Wenn es um dein Aussehen geht, dann...“
„Es geht nicht um mein Aussehen!“, fährt Kahoko ihr dazwischen, „Es geht darum, dass ich halt einfach nicht will und es auch nicht tun werde! Du kannst mich nicht dazu zwingen, auf dem Ball zu tanzen.“
„Wenn nötig tue ich das sogar!“, faucht Sakura zurück.
„Dann erklär das mal dem Jugendamt!“
„Ich bin deine Mutter und du bist minderjährig. Reiß dich zusammen, Kahoko, es geht hier nur um einen Tanz!“
Sie starren sich an. Sakuras letzter Satz dringt nur ganz langsam zu ihrer Tochter durch. Adrenalin und Wut vernebeln die Gedanken, aber auch das ebbt langsam ab.
„Warum ist es dir dann so wichtig?“
„Weil ihr meine Kinder seid. Weil Shintarou das Tanzen liebt und dass das einzige ist, was mich wirklich mit ihm verbindet. Ich kann kein Basketball, mir wird übel, wenn ich Blut sehe und auch sonst verbindet uns nichts außer Rhytmusgefühl und der Liebe zur Musik. Ich bin eure Mutter. Wenn du es nicht für ihn tun willst, dann tu's für mich.“
Kahoko seufzt. Dann nickt sie.
„Okay.“, gibt sie schließlich nach und lässt auch zu, dass ihre Mutter sie umarmt. Jetzt, ohne das Adrenalin, fühlt sie sich schlapp und kraftlos. Richtig erschlagen.

- - -

Die Treppe, die zum oberen Stock und damit zu Shoichis Zimmer führt, hat genau 20 Stufen. Normalerweise erkennt er Kahoko schon daran, wie sie die Stiege hoch kommt. Sie nimmt immer zwei Stufen auf einmal, bis ihr auf der obersten Stufe einfällt, dass sie ihn ja auch überraschen könnte und sich im anschleichen versucht. Sie scheitert jedes Mal.
Heute aber quält sich jemand langsam Stufe für Stufe hoch und hätte er nicht gehört, wie sie Haruka an der Eingangstür begrüßt hat, er hätte erwartet, dass sein Großvater zu Besuch gekommen ist.
Kahoko schiebt die Tür auf, lässt ihre Tasche gleich auf der Schwelle fallen und lässt sich dann mit dem Gesicht voran auf sein Bett fallen.
Shoichi bleibt stumm. Er wird sie ganz sicher nicht als Erster begrüßen.
Kahoko liegt genau zwei Minuten und 20 Sekunden regungslos da, bevor sie den Kopf in seine Richtung dreht.
„Hallo.“
Er nickt ihr zur Begrüßung zu und sie dreht sich mit mehr Anstrengung als notwendig auf den Rücken.
„Ich hab eine miese Laune.“, flüstert sie.
Auf seiner Zunge liegt ein „Geht mir genauso...“, aber er schluckt es runter.
„Tatsächlich...“, kommentiert er stattdessen und starrt auf das Mathebuch vor sich.
Es herrscht Schweigen zwischen ihnen, die Stille ist schwer und angereichert mit Dingen, die nicht angesprochen werden wollen.
Shoichi starrt auf den Tisch vor sich, aber aus dem Augenwinkeln sieht er, wie Kahoko ihn anstarrt. Er könnte sich irren – und das gibt er nicht leichtfertig zu – aber es wirkt fast, als wolle sie ihn mit ihren Augen ausziehen.
Versuchsweise kratzt er sich an den Rippen und ihre Augen schießen augenblicklich zu dem schmalen Streifen Haut, der dabei sichtbar wird.
Ob er sie darauf ansprechen soll?

Bevor er etwas sagen kann, hat sie sich schon aufgesetzt und das Gesicht in den Händen vergraben.
Er steht auf, huscht zu ihr herüber und geht in die Hocke, sodass sie auf Augenhöhe sind.
„Sag Kahoko...“, wispert er mit diesem lauernden Unterton, der am besten rüber bringt, wie gefährlich er sein kann, „Gefalle ich dir so gut?“
Sie blickt auf, streckt ihre Hand aus, als wollte sie nach ihm greifen und zieht sie doch wieder zurück.
Shoichi selbst ist nicht so zögerlich wie sie, er greift mit beiden Händen in ihr Haar und zieht sie zu sich.
Vielleicht hätten sie sich sogar geküsst, hätte das Knarren einer Treppenstufe Kahoko nicht aus der Trance gerissen, in der sie sich gerade noch befunden hat.
Sie ruckt so heftig zurück, dass er das Gleichgewicht verliert und sich gerade noch fangen kann.
„Tut mir leid...“, murmelt Kahoko hastig und rutscht auf dem Bett nach hinten, bis sie mit dem Rücken gegen die Wand gepresst ist.
„Hast du etwa Angst vor mir?“
„Nein. Nein, ich hab Angst vor mir, ich… ich kann manchmal ganz schön… ich weiß nicht… extrem sein?“
„Und?“, er mustert sie aus weit geöffneten Augen, begierig, alles zu sehen und zu verstehen, was hier gerade passiert. „Das hat mich doch noch nie gestört.“
„Aber wir beide sind… also noch… keine Ahnung, ich hab noch eine Woche...“
Das sitzt. Er weiß, worauf ihr Gestottere abzielt und diese Tatsache liegt ihm im Magen wie ein Stahlklumpen.
„Du hast dich noch nicht entschieden.“
„Ich hab noch eine Woche.“, verteidigt Kahoko sich und er lächelt, aber es ist nicht echt.
„Was erwartest du denn, was in dieser Woche noch großartig passiert? Du kennst mich mittlerweile besser als jeder andere, du kennst meine schlechten Seiten und die wenigen Guten genauso, ich hab keine Geheimnisse vor dir. Du wirst in dieser Woche nichts erfahren, dass deine Meinung noch umwerfen könnte.“
„Das ist nicht fair.“
„Das ist das Leben, Kahoko.“, kontert er kalt, nimmt ihre Tasche vom Boden und ihre Trainingsjacke vom Haken an der Tür und drückt ihr beides grob in die Hände.
„Du gehst jetzt besser. Hinaus findest du ja wohl selber.“

Als sie die nächste Querstraße erreicht, bleibt sie stehen und schlüpft in ihre Jacke, die sie wohl schon letzte Woche bei ihm liegen gelassen hat – sie kann sich jedenfalls nicht erinnern, sie heute angehabt zu haben.
Kahoko ist durcheinander, ein bisschen wütend, ein bisschen verletzt, aber das alles rutscht in den Hintergrund, als ihr ein wohlbekannter Geruch in die Nase steigt. Sie stockt, zieht am Kragen ihrer Trainingsjacke und schnuppert daran. Der Stoff riecht nach Sandelholz und sie kennt nur eine einzige Person, die danach riecht. Shoichi…
Aber warum riecht meine Jacke nach ihm… Oh…
Vielleicht hat er sich ja doch geirrt. Vielleicht gibt es doch Dinge, die sie noch nicht weiß.
Nur hat sie keine Ahnung, wie sie das, was zwischen ihnen war, jetzt noch retten kann.
Wie wichtig Vergebung ist, lernt man wohl wirklich erst, wenn man sie selbst dringend braucht.

- - -

„Ist alles in Ordnung? Hast du Hunger?“
Megumi schüttelt den Kopf. „Nein, alles bestens. Wir hatten ja gleich nach dem Spiel was zu essen. War wirklich nett von Kuroko-kun und Mirai, uns das zu spendieren.“
„Es war nicht so viel, also wenn du noch Hunger hast...“
Megumi lächelt, bevor sie ihn unterbricht. „Ich kann nicht mal halb so viel verdücken wie du, aber wenn du noch Hunger hast, können wir gerne irgendwo halten.“
Kagami lächelt verlegen. „Ich kann mir auch zuhause was machen, so ist es nicht. Du hast nur etwas… abwesend gewirkt.“
„Tut mir leid.“, der Zug hält an ihrer Haltestelle und sie steigen aus, drängen sich durch die Menschen. Sie ist froh, dass er neben ihr her geht und ihr einen Weg bahnt und für die kurze Pause in ihrem Gespräch, die ihr Zeit zum Denken gibt.
„Es ist nur… ich hab etwas gesehen und gehört, was die Freundschaft einer Freundin von mir bedroht. Das gibt mir zu denken.“
„Willst du darüber reden?“
„Ich weiß nicht. Du kennst sie nicht, also sollte ich vielleicht lieber erst mit ihr darüber reden.“
„Das ist eine gute Idee. Aber du kannst dennoch immer noch zu mir kommen, wenn du reden möchtest.“
Er blickt verlegen zur Seite, während er das sagt. Und sie hat einen Knoten im Magen.
„Kagami-kun.“
„Ja?“
„Warum bemühst du dich so? Ich finde es nett so, wie es ist, jetzt gerade. Wir könnten es einfach so lassen und Freunde sein.“
Er bleibt stehen und mustert sie so entsetzt, als hätte sie einen Staatsakt begangen oder sich in einen Hund verwandelt.
„Das hab ich doch schon gesagt!“
Sie runzelt die Stirn. „Nein, hast du nicht. Daran würde ich mich ja wohl erinnern.“
„Doch. Hab ich wohl. Du hast gemeint, wir hätten keine Zeit dafür und wir sollten es lassen und ich hab dir gesagt, dass ich es nicht lassen möchte.“
„Das erklärt aber nicht das Geringste.“
Kagami wirft die Hände in die Luft, als würde er dort die Antworten oder die Hilfe finden, die er sucht. Aber nichts.
„Ich hab mich doch klar ausgedrückt. Warum verstehst du mich nicht?“
„Ich bin kein Junge, Kagami-kun, ich denke nicht wie ein Junge. Du denkst ja auch nicht wie ein Mädchen, sonst wüsstest du, warum ich das nicht verstanden habe. Versuchs doch mal klar und deutlich.“
„Klar und deutlich?“, da ist ein Unterton in seiner Stimme, den sie nicht deuten kann. Er kommt näher, beugt die Knie und seine Nase berührt beinahe ihre.
„Ich bin verliebt in dich. Ich will mit dir zusammen sein. Das wollte ich von dem Moment an, als ich mitten in der Nacht auf deiner Türschwelle stand. Was sich jetzt geändert hat? Ich beginne zu verstehen, was ich falsch gemacht habe und ich möchte daran arbeiten. Ich hab dich und das Gesgpräch mit dir gemieden, weil ich dich nicht belasten wollte, aber ich glaube… das war falsch, oder? Weil… wenn dich etwas belastet, möchte ich dir dabei helfen und davon wissen und ich glaube, dass es besser gewesen wäre, mit dir darüber zu reden. Verstehst du jetzt, warum ich mich so bemühe?“
„Du bist verliebt?“, fragt Megumi zurück und da ist soviel Verwirrung in ihrer Stimme, dass er für einen Moment glaubt, sie hätte nur diesen ersten Satz von ihm gehört, „In mich?“
Dann schüttelt sie den Kopf, starrt auf den Boden und dann wieder hoch zu ihm.
„Ich bin niemand, der lügt und ich glaube, es ist ziemlich offensichtlich gewesen, dass ich auch in dich verliebt bin...“, sie stockt, als Kagami so erleichtert zu grinsen beginnt, als wäre das für ihn wirklich eine Neuigkeit, „Aber ich habe Angst. Was ist, wenn es wieder schief geht und ich mich wieder nicht traue, etwas zu sagen, weil ich fürchte, dass ich überreagiere, aber ich reagiere eigentlich gar nicht über, sondern ich sollte dich darauf ansprechen, aber ich traue mich nicht und deshalb geht wieder alles den Bach runter, weil wir nicht darüber sprechen und uns nur anschweigen und...“
Später werden sie darüber lachen, aber als Kagami diesen Moment wählt, um sie mit einem Kuss zum Schweigen zu bringen – wie er es so oft in einer von Alex Serien gesehen hatte – er sich verschätzt, die Seite ihrer Nase erwischt und sie ihm vor Schreck die Stirn gegen den Wangenknochen rammt, tut es einfach nur weh.
Kagami flucht und presst seine Hand gegen den schmerzenden Wangenknochen, während Megumi sich die Hand an die Stirn legt und „Au! Au! Au!“, jammernd auf der Stelle hüpft.
Er beruhigt sich schneller als sie, greift nach ihrer Schulter und hält sie fest.
„Megumi. Wenn ich daran denke, wie fordernd und selbstbewusst du seit neuestem bist, habe ich keine Angst, dass du die Dinge vielleicht verschweigen würdest. Und ich werde einfach mein bestes geben, ansprechbar zu sein.“
Sie mustert ihn lange, ängstlich auf der Unterlippe kauend, bevor sie nickt.
„Erzähl mir von dem, was ich belastet.“
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