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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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08.09.2016 3.096
 
Megumi kann eine gute Schauspielerin sein, wenn sie will. Deshalb ist sie sich auch sicher, dass ihr jeder abgenommen hat, dass sie Kagami nicht gesehen hat, weil sie auf das Spiel konzentriert war.
Zu ihrer Verteidigung: Sie war ja auch konzentriert, nur nicht genug, um ihn nicht zu bemerken.
Sie mag sich und anderen einreden können, dass sie über ihn hinweg ist, aber Tatsache ist, dass Kagami ihren Blick und ihr Herz anzieht wie ein Magnet einen Eisennagel.
Er wartet draußen auf sie. Als sie ihn sieht, überlegt sie, ihn zu ignorieren und zusammen mit dem Team zur Haltestelle zu eilen. Aber das würde auffallen, also bleibt sie zurück und ignoriert statt Kagami einfach die Blicke der anderen.
„Hi...“, begrüßt sie ihn, weil sie ihrer Stimme nicht ganz traut und er hätte sich ihrer Taktik wohl anschließen sollen, denn er antwortet mit einem nervösen Gestammel, dass einen Glückwunsch, eine Entschuldigung für sein Zuspätkommen und einen halbherzigen Flirtversuch beinhaltet, ohne dabei vollständige Sätze zu verwenden.
Megumi geht auf keins der drei Dinge ein, stattdessen deutet sie zum Gehweg. „Wollen wir nach Hause laufen?“
Kagami nickt dankbar und die beiden verfallen in einen Trott.
„Wie war euer Training heute?“
„Anstrengend.“, kurz verfallen sie in verlegenes Schweigen, bis sich Kagami doch tatsächlich dazu durchringt und ihr detailliert erklärt, wie sie trainieren und was sie heute genau gemacht haben.
Basketballtraining – ein einfaches Thema für sie beide. Sie tauschen Erfahrungen aus und schaffen es sogar, dabei einen unbeschwerten Tonfall zu halten.
Als sie bei Megumis Wohnung ankommen, starrt Kagami jedoch wieder verlegen über ihren Kopf hinweg. Ihr wird erst klar, warum das so ist, als er die Worte mühsam in die richtige Reihenfolge gebracht und seine Frage ausgesprochen hat.
„Darf ich dich zum Abschied umarmen?“
Umarmungen. Davon haben sie noch nicht so viele gehabt.
Aber ihr fällt kein Grund ein, warum sie es ihm verwehren sollte, vor allem, weil sie es ihm nicht verwehren möchte, also nickt Megumi, mit einem Kloß im Hals.
Seine Umarmung ist fest und sicher und hebt sie buchstäblich ein paar Zentimeter vom Boden hoch, weil er seine Kraft unterschätzt.
Aber seine Arme umfangen sie dabei und sie riecht nur noch diesen benebelnden Geruch von Seife und frisch gewaschener Wäsche, der ihr Nerven beruhigt wie nichts anderes. Dann setzt er sie wieder ab und sie beide mustern sich, benommen und sprachlos.
„Dann… bis demnächst, oder?“, murmelt sie und stiehlt sich davon.
Er ruft ihr hinterher. Dass er sich melden wird. Sie dreht sich nicht um und ignoriert die leisen Stimmen in ihrem Herzen. Die, die darauf vertraut, dass er es tun wird und auch die, die daran zweifelt.

- - -

Yoyo ist fertig mit den Nerven.
Körperlich eigentlich ebenso.
Alles, was sie jetzt noch will, ist in Ruhe das beste Eis in dieser Stadt essen, bevor ihre Lieblingseisdiele für den Rest des Jahres dicht macht, ihre Hausaufgaben ignorieren und später ins Bett fallen.
Da kommt man jeden Tag zum Training wie ein Wolf zum Tierarzt und dann fühlt man sich danach nicht mal gut, sondern wie einmal durch den Mähdrescher… Wie halten das andere Leute aus?
„Naaaa?“
So viel zu Ruhe und Eiscreme, denkt Yoyo und seufzt gut hörbar, während sich Yahiro und Ayato grinsend zu ihr an den Tisch setzen.
Moment, Ayato grinst?
Yoyo kontrolliert kurz die anderen Tische, aber die einzigen anderen weiblichen Gäste sind jenseits der 70 und daher nicht mehr interessant für ihn. Und das einzige, was Ayato sonst noch so zum Grinsen bringt, ist es, andere Leute zu nerven. Ihr schwant Übles.
„Darfst du überhaupt noch Eis essen?“, fängt Yahiro an.
„Hä?“
„Ja...“, Ayato macht weiter, „Ich meine, beim Basketball kann man keine fetten Spieler brauchen und du ernährst dich ja nur von Süßem...“
„Wollt ihr jetzt andeuten, dass ich fett werde?“, fragt sie entnervt, aber gelangweilt zurück. Der Witz ist ausgelutscht, sie ist zu sehnig. War sie immer schon.
„Neeee...“, macht Yahiro und legt eine dramatische Pause ein, „Wir interessieren uns nur für die Meinung deiner Kapitänin und deines Coaches. Du kennst dich ja mittlerweile damit aus, oder?“
„Und wieso sollte ich mich damit auskennen? Ich mag die beiden nicht mal.“
„Och… als ich dich gestern in der Mittagspause mit den beiden hab reden sehen, wirktet ihr wie gute Freunde.“, Ayato grinst und äfft dann Yoyos Stimme nach: „Aber ja, natürlich komme ich am Wochenende auch zum Morgentraining. Ich unterstütze das Team gerne.“
„Ich muss zu jedem Training kommen, sonst werfen sie mich aus dem Team, das wisst ihr. Und sowas hab ich sicher niemals zu irgend jemandem gesagt
„Und seit wann kümmert es dich, ob du im Team bist oder nicht?“, gibt Ayato zurück und bringt seine Hände außer Reichweite von Yoyos Löffel, den sie mittlerweile schwingt wie eine Waffe.
„Das fragst du? Ihr wisst doch, was es für einen Zoff mit meinen Eltern und der Schule gab. Dann füg ich mich halt mal, weil ich nicht mit sechzehn ohne Ausbildung, Job und Heim dastehen will und schon fällt ihr mir in den Rücken.“
„Jetzt tu nicht so doof.“, fällt ausgerechnet Yahiro ihr da ins Wort, „Du hast dich auch früher schon mal 'gefügt', aber da hast du nicht jedes Training bis zum Ende mitgemacht und dich bei den Übungen so reingehängt. Hast du vergessen, dass du ein Buch drüber schreiben wolltest, wie man sich am überzeugendsten vom Training drücken kann? Gib doch einfach zu, dass dich die Konkurrenz interessiert.“
„Ich geb gar nichts zu. Ihr spinnt doch alle beide.“
Damit springt sie auf und lässt die beiden ohne ein weiteres Wort zurück. Und sowas nennt sich Freunde.

- - -

Kahokos Handy piepst laut und durchdringend. Eine neue Nachricht.
Es liegt auf dem kleinen Hocker neben der Badewanne. Sie rutscht aus, als sie danach greift, plumpst der Länge nach ins Wasser und ist gerade noch geistesgegenwärtig genug, das kleine Telefon hoch zu halten, damit es nicht nass wird. Dafür hat sie jetzt vermutlich mehrere Prellungen am Hintern. Hoffentlich ist die Nachricht das wert.

Unbekannte Nummer
Jo, Brokkoli! Du bist doch so trainingsvernarrt. Wie hältst du das überhaupt durch, ohne jedes Mal n Massaker zu veranstalten? Hast du n Gendefekt oder nen Trick dafür?

Kahoko schnappt empört nach Luft. Sie hatte eigentlich auf eine Nachricht von Shoichi gehofft.

Kahoko
Wer bist du eigentlich? Und wenn du was willst, dann drück dich gefälligst höflicher aus.

Unbekannte Nummer
Yoyo hier, wer denkst du, fragt dich sonst um Rat. Hat dir dein Bruder nicht meine Nummer gegeben?

Kahokos Finger werden für einen winzigen Augenblick ganz steif, dann hat sie ihre Beherrschung wieder.

Kahoko
Nein, hat er nicht. Also, willst du was wissen oder mich einfach nur beleidigen?

Yoyo
Schon gut, Prinzesschen Grünkohl. Für dich drück ich mich auch ganz gewählt aus. Es dünkt mir, dass eure Grünlichkeit mehr Freude an der Tortur des Basketballtrainings findet als das gemeine Volk und da meine Wenigkeit verpflichtet worden ist, alle Trainingseinheiten durchzuackern, dachte ich, ich frage mal bei dir an. Passt das oder brauchst du's noch geschissener?

Kahoko
Nein danke, ich verstehe. Kann ich dich anrufen? Klingt nach nem längeren Gespräch.

Yoyo
Tu dein Schlimmstes.

Als sie mit telefonieren fertig sind, ist das Wasser kalt und Masahiro hat schon zweimal gegen die Badezimmertür geklopft, um sich zu vergewissern, dass sie noch lebt. Außerdem hat sie sich noch immer nicht die Haare gewaschen und ihre Mutter wartet vermutlich schon mit dem Abendessen.
Über all dem vergisst Kahoko, dass sie ja eigentlich noch eine andere Nachricht erwartet.
Erst als sie ihr Handy vor dem Schlafen noch laden will, sieht sie die verpasste SMS.

Shoichi
Morgen nach dem Training? Da ist ein Streetballturnier, dass wir uns ansehen könnten.

Mist!

Kahoko
Tut mir leid, morgen kann ich nicht. Ich unternehme was mit meiner Mutter, hab ich ihr schon versprochen.

Shoichi
Soll ich mitkommen oder ist das ein Mädchending? Ich hab deine Mutter noch nicht kennen gelernt.

Kahoko kaut auf ihrer Unterlippe herum.
Eigentlich wäre es eine gute Idee, ihn mitzunehmen. Sakura hat Shoichi noch nicht kennen gelernt und ist im Vergleich zu Masahiro nicht so überbesorgt, solange es nicht um Kahokos Aussehen geht. Wenn sie ihn für gut befindet – und das würde sie – dann hätte Masahiro keine wirkliche Grundlage mehr, um ihn abzulehnen.
Andererseits wollen sie morgen ein paar Einzelstunden einlegen, weil Kahoko ihrem Bruder in der Choreographie meilenweit hinterher hinkt und obwohl sie nur minimales Schamgefühl besitzt, kann sie sich bessere Dinge vorstellen, als ihrem Beinahe-Freund zu beweisen, dass sie nicht besonders gut aussieht, wenn sie Tanzschritte übt.

Kahoko
Ist ein Mädchending. Aber wenn wir nicht zu lange brauchen, kann ich danach noch bei dir vorbeischauen. Wenn du möchtest.

Seine Antwort ist ein recht eindeutiger Smiley, der ihr Gewissen wieder ein bisschen versöhnt. Es ist noch lange hin bis zum Winterball. Entweder kann sie bis dahin tanzen, oder…
oder ich finde einen Ersatz für mich...

- - -

Kagami
Morgen nach dem Training? Da ist ein Streetballturnier, dass wir uns ansehen könnten.

Megumi starrt überrascht auf das Display ihres Handys. Sie hatte schon nicht mehr damit gerechnet, dass er sich wirklich – wie versprochen – melden würde. Und dann fragte er… um ein Date?
Moment mal! Sie rief sich selbst zur Ordnung. Keine falschen Hoffnungen, das weißt du doch! Vielleicht ist das gar kein Date.Vielleicht… Vielleicht sucht er nur noch Leute, damit er auch mit machen kann.
Klingt vielleicht etwas abwegig, aber er hat mich spielen sehen. Lieber liege ich dabei falsch, als bei der Date-Sache.

Megumi
Gemischtes Turnier oder Geschlechter getrennt?

Kagami
Äh… Gemischt, glaub ich… Wieso?

Megumi
Machen wir mit?

Sie kann sehen, dass er tippt, wieder löscht, tippt, wieder löscht und schließlich nur ein mattes „Ok...“ abschickt.
Vielleicht hätte ich es doch anders angehen sollen. Nicht auf die Date-Möglichkeit anspringen, nein, aber vielleicht… oh Mist, vielleicht hat er gewollt, dass ich ihm zusehe? Vielleicht findet er meine Leistung nicht gut genug?
Aber komm ich da jetzt noch raus?
Megumi hat die Finger schon auf den Tasten, bereit, zu schreiben, was auch immer sie jetzt noch retten könnte, als Kagami ihr zuvor kommt.

Kagami
Die Teams bestehen aus drei Leuten. Willst du jemanden aus deinem Team fragen oder soll ich jemanden aus meinem Team mitbringen?

Megumi
Frag du lieber. Ich passe, du greifst an, also brauchen wir jemanden, der unseren Korb verteidigt. Oder wenn du lieber an deiner Verteidigung arbeiten möchtest, dann jemanden, der gut und schnell angreifen kann.

Kagami
Muss derjenige reden können?

Megumi
Ist das ein Streetballturnier oder ein Debattierwettbewerb?

Sie hat es schon abgeschickt, als ihr aufgeht, dass sie vielleicht etwas schärfer klingt, als beabsichtigt. Aber er hat schon wieder geantwortet. Mit einem grinsenden Smiley und einem wenig aussagekräftigen „Du wirst morgen sehen, was ich meine.“

Sie seufzt, schaltet ihr Handy ab, bevor es sie noch den Rest der Nacht wach hält und beschließt schlafen zu gehen, bevor sie noch irgendwelche komischen Dinge in seine Nachrichten hinein deutet.

- - -

Das Training hat gerade geendet. Nanami verteilt Wasserflasche und Zitronenscheiben an die Mädchen.
„Bevor ihr euch umziehen geht, hab ich noch eine Frage an euch. Wer von euch beherrscht Standardtänze.“
Es wird mucksmäuschenstill. Akemi hebt die Hand, Megumi macht eine nicht besonders eindeutige Geste.
„Ich kann tanzen, aber nicht preisverdächtig.“, erklärt sie.
„Geht mir genauso.“, erklärt Kahoko, „Meine Mutter ist professionelle Tänzerin und Choreographin. Sie tobt sich gern an der Familie aus.“
Nanami nickt, als hätte sie sich das schon gedacht. „Ich frage, weil ich wissen wollte, wen ich alles für Tanzunterricht anmelden muss. Wir wollen ja schließlich auf dem Winterball glänzen. Und sollte Lia bis dahin nicht zurück sein, wird Michirou das Team vertreten müssen.“
„Wie bitte?“, Michirou verschränkt die Arme vor der Brust, „Das Team vertreten? Wo und wieso?“
„Die Kapitäne der Teams vertreten ihre Schulen beim Eröffnungstanz. Vermutlich nur ein einfacher Walzer, aber je weniger wir uns blamieren, desto mehr finanzielle Unterstützung könnten wir kriegen.“
„Das kannst du vergessen.“, widerspricht Michirou, „Nicht, dass ich nicht helfen wollte, aber ab einer bestimmten Körpergröße sieht man in einem Ballkleid einfach nicht mehr gut aus. Jedenfalls als Mädchen.“
Kahoko schluckt trocken, aber Shouta ist der einzige, dem das auffällt. Er wirft ihr einen mitfühlenden Blick zu, der in der allgemeinen Diskussion untergeht.
„Wenn Lia wieder da ist, ist das ohnehin ihre Aufgabe.“, wirft Shinji ein.
„Aber vielleicht kommt sie nicht rechtzeitig.“, widerspricht Tsunako und wird aber mit Blicken gestraft.
„Sei nicht immer so negativ.“, schimpft Megumi, „Sie kommt wieder, das hat sie versprochen.“
Dieser Argument folgt Schweigen und dann Hektik. So gut wie jeder hat noch irgendwo zu sein. Da soll noch einer Sonntagnachmittage als entspannt bezeichnen.

- - -

„Nett, dass du mich eingeladen hast.“, Susa reicht Shoichi eine Tüte mit süßem Popcorn und stopft sich selbst eine handvoll salzigen Popcorns in den Mund.
„Ich hatte noch eine Karte übrig, weil Kahoko nicht konnte.“, entgegnet Shoichi trocken und starrt auf den Platz unter ihnen. Es ist nur ein Amateurtunier, aber es ist gut besucht. Und er hat schon ein paar hochkarätige Spieler gesehen, also könnte es wirklich spannend werden.
„Du kannst dich jetzt so kratzbürstig geben wie du willst, aber du hast mich eingeladen und du kannst meine Freude darüber mit nichts kaputt machen.“
Shoichi begnügt sich mit einem Schnauben und deutet auf den Platz.
„Ist das nicht deine neue Freundin?“
Susa nickt. „Shinji. Sie hat ein Faible für Streetball.“
„Ich wusste nicht, dass du das Wort Faible kennst.“, spottet Shoichi und Susa dreht sich zu ihm.
„Ich versteh, dass du angepisst bist, weil Kahoko abgesagt hat und es nicht mehr lange bis zu ihrer Entscheidung ist, aber könntest du das nicht an mir auslassen?“
„Das hat dich doch sonst auch nicht gestört.“
„Ich hab's nur nie gesagt, aber...“
„Aber jetzt, wo es so aussieht, als hätte ich tatsächlich Gefühle und auch mal auf die Gefühle einer anderen Person Rücksicht nehme, denkst du, du kannst das ausnutzen? Du bist nicht der Erste und ich sage auch dir gerne, dass du dir das abschminken kannst.“
„Ich bin dein bester Freund.“
Shoichi schnaubt erneut. „Denkst du. Noch ein blödes Kommentar und ich gehe.“
„Kannst du gerne machen.“, gibt Susa knurrig zurück, „Aber es sieht so aus, als würde Kagami in einem Team mit seiner Freundin antreten und ich weiß ja nicht, ob du das verpassen willst.“

- - -

Megumi ist sich selten so winzig vorgekommen wie an diesem Tag. Kagami ragt neben ihr auf wie ein Eiche neben einem Gänseblümchen und sein stummer schwarzhaariger Mitspieler ist nicht viel kleiner als er. Immerhin lächeln die beiden sie immer wieder ermunternd an und vergewissern sich ständig, ob sie noch neben ihnen steht.
Es wäre keine Lüge zu sagen, dass sie Schiss hat. All die anderen Spieler sind größer als sie und die Mädchen sind eindeutig in der Minderheit.
Eine schwere Hand legt sich auf ihre Schulter. Sie blickt zu Mitobe hoch, der mit den Augenbrauen wackelt und der rechten Hand wedelt, als wolle er ihr etwas sagen.
„Er sagt, dass du dir keine Sorgen machen sollst. Es geht weniger um den Sieg als darum, etwas zu lernen und Spaß zu haben.“, ertönt eine Stimme neben ihnen und ein grinsender Junge schiebt sich zwischen sie und drückt Megumi eine Wasserflasche in die Hand.
„Ich bin Koganei und ich bin hier um euch anzufeuern. Kagami hat erzählt, es war deine Idee, teilzunehmen. Find ich gut. Wir haben noch ein Team gestellt, die sind hier auch irgendwo.“
„Hast du Kuroko gesehen, Koganei?“, fragt da Kagami neben ihnen, legt den Arm besitzergreifend um Megumi und zieht sie von seinem Teamkollegen weg. Besagter Teamkollege grinst wissend, bevor er antwortet.
„Mirai wollte ja auch kommen, er hat beim Eingang auf sie warten wollen. Seitdem hab ich ihn nicht mehr gesehen.“
„Huhu!“, sie drehen sich um und sehen Mirai auf sie zu rennen. Sie zerrt Kuroko hinter sich her und vermutlich ist ihre Anwesenheit der einzige Grund, warum er sie nicht schon längst auf seine übliche Art und Weise erschreckt hat.
„Ich find das so cool, dass ihr heute mit macht. Wir feuern euch an, nicht wahr Tetsu?“
Kuroko nickt wortlos und Mirai plappert aufgeregt weiter.

- - -

„Ich bezweifle, dass es Kagamis Idee war, das Team so zusammen zu stellen.“, merkt Shoichi an, als dessen Team erneut siegt, „Er denkt zu sehr an Angriff, um so strategisch vorzugehen. Ich weiß zu wenig über diesen Center, aber nach allem, was Kahoko erzählt hat, ist das Mädchen eine Strategin. Wird wohl irgendwann Kapitän werden.“
Susa nimmt einen Schluck von seiner Limonade, schiebt die Worte im Mund herum, bevor er mit einer Gegenfrage antwortet und das Thema Kahoko erst mal unter den Tisch fallen lässt.
„Hast du dir schon einen Nachfolger überlegt?“
„Natürlich.“
„Und wen, wenn ich fragen darf?“
Shoichi wendet ihm das Gesicht zu. „Du darfst nicht fragen, weil die Frage sich erübrigt.“
„Also Wakamatsu…“, murmelt Susa, blickt zurück aufs Spielfeld und spricht dann erneut.
„Ich nehme deine Entschuldigung übrigens an.“
„Ich habe mich nicht entschuldigt.“
„Ich weiß. Tust du nie, übrigens. Aber ich bin schon seit einer halben Ewigkeit mit dir befreundet und ich weiß, wie du tickst. Du verspottest mich, weil du nun mal so bist, aber wenn es hart auf hart kommt, bist du da. Ich hoffe, Kahoko weiß das bereits.“
„Wenn du glaubst, ich würde Rat von dir wollen oder überhaupt brauchen, hast du dich geirrt. Ich werde sicher nicht Ratschläge von jemandem annehmen, der seit drei Jahren eine Fernbeziehung führt, die vermutlich nur deshalb funktioniert, weil ihr euch nicht jeden Tag sehen müsst. Trotzdem vielen Dank für die wissenschaftliche Erkenntnis über die Dauer einer Ewigkeit. Wenn du mich jetzt entschuldigst...“, Shoichi steht auf und befördert seine leere Popcorntüte mit einem gekonnten Wurf in den nächsten Mülleimer.
„Du kannst doch jetzt nicht einfach gehen. Wir stehen kurz vorm Finale.“
Shoichi seufzt, als hätte er es hier mit einem besonder schweren Fall von Dummheit zu tun.
„Ich erkläre dir jetzt mal, wie es ausgehen wird. Das nächste Spiel ist deine Shinji gegen die Musketiere von Rakuzan. Shinji ist gut und die Rakuzanspieler offensichtlich zerstritten, aber Rakuzan wird dennoch knapp gewinnen, weil Shinjis Stärke mit diesen Mitspielern nicht voll zur Geltung kommt. Ihr Center scheint auf einem Auge blind zu sein, wenn du bedenkst, wie viele Körbe er durchlässt. Währenddessen wird Kagamis Team gegen die Typen aus Seiho antreten. Kagami und sein Kollege kennen deren Stärken bereits und können von der Kondition sicher dagegen halten, aber das Mädel wird nach dem Spiel so erledigt sein, dass Rakuzan leichtes Spiel mit ihnen hat. Ein Team ist immer so stark wie ihr schwächstes Mitglied. Sollte ich mich in meiner Berechnung irren, darfst du mir gerne eine Nachricht schicken, ansonsten sehen wir uns morgen.“
Er geht und Susa bleibt zurück, verbissen darauf hoffend, dass sein Kapitän sich irrt.
Aber er irrt sich nicht.
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