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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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08.07.2016 2.757
 
Captain zu sein hat ihm immer gefallen.
Er mag die Verantwortung, er mag es, führend voran zu gehen, seine Teamkollegen zu motivieren. Irgendwie macht es sogar Spaß, sich mit Aomine auseinander setzen zu müssen. Nicht, weil der Kerl besonders förderlich für seine Nerven wäre, aber er fordert ihn heraus. Er muss sich immer neue Wege überlegen, wie er ihn motivieren kann und das hält ihn auf Trab.
Shoichi mag es, Captain zu sein. Besonders, wenn sie gewinnen.
Niederlagen sind eine andere Angelegenheit.

Er hat eine Rede gehalten. Nichts langes, nichts zu anspruchsvolles. Die Worte waren klar und glatt, wie geschliffenes Glas und sind ihm auch wie Murmeln von der Zunge gerollt, eine nach der anderen. Nicht mal Haruka weiß, dass er seine Reden schon im Vorhinein übt, bis er sie auswendig kann. Manchmal kotzt es ihn an, dass er immer auf alles vorbereitet ist.

Es ist ruhig in der Umkleidekabine.
Die Rede hat alle bewegt, außer ihn selbst. Sie hat Sakurais Tränen versiegen lassen, hat Wakamatsu beruhigt und auch in Susas Augen ist dieser Hauch von Verzweiflung verschwunden.
Aomine hat ihnen zugesehen, das weiß er, aber er ist nicht zu ihnen in die Umkleide gekommen, weder um dem Coach zuzuhören, noch um auf irgendeine Weise anteil zu nehmen.
Sie haben das alle auch nicht erwartet, aber es wäre dennoch nett gewesen.

Momoi und Sakurai sind Arm in Arm gegangen. Ein großes Mädchen mit dunklen Haaren und roten Wangen wartet vor der Tür auf Wakamatsu. Jedes Mal wenn einer der Ersatzspieler mit einem gemurmelten Gruß verschwindet und die Tür aufreißt, kann er sie sehen, wie sie gegenüber an der Wand lehnt und zusammen zuckt, wenn jemand vorbei kommt. Und jedes Mal sinkt sie wieder ein wenig in sich zusammen, wenn sie merkt, dass es nicht derjenige ist, auf den sie wartet.
Shoichi mustert sie von seinem Platz auf der Bank.
Sie ist aus dem Team der Nakamiya, das weiß er noch, aber ihr Name fällt ihm nicht mehr ein. Es passt nicht zu ihm, so nachlässig zu sein und einen Namen zu vergessen, aber er kann nicht behaupten, dass er auf die Mädchen um Kahoko sonderlich geachtet hat.
Er verkneift sich ein Lächeln, ein Seufzen und ein Kopfschütteln, als er an sie denkt, seine Finger reiben gedankenverloren den Stoff seines Hosenbeins. Sein Handy, das neben ihm auf der Bank liegt, leuchtet auf, er hat wieder eine Nachricht bekommen, aber er liest sie nicht.
„Kommst du?"
Susas Hand legt sich schwer auf seine Schulter, Shoichi sieht auf und lächelt ihn an, während er den Kopf schüttelt.
„Ich treff mich noch mit jemandem, geh ruhig vor.“
Susa zögert, aber dann nickt er, weil ihm nichts anderes übrig bleibt.
„In Ordnung, wir sehen uns dann Montag.“

Jetzt sind nur noch er und Wakamatsu hier.
Shoichis Augen richten sich auf seinen Teamkollegen und ihm fällt auf, dass er nun schon zum fünften Mal seinen linken Schuh bindet.
„Stimmt etwas nicht?“
Sein Gegenüber zuckt zusammen, zieht die Schultern bis unter die Ohren und starrt auf den Boden, als enthielte er ihm wichtige Botschaften vor.
„N-Nein. Überhaupt nicht.“
„Deine Freundin wartet draußen.“
„Sie ist nicht meine Freundin!“, bellt Wakamatsu so hastig, dass sich seine Stimme überschlägt.
Shoichi zögert. Er hat jetzt wirklich nicht die Nerven für die Probleme anderer. Aber er will auch endlich alleine sein.
Also legt er den Kopf schief, lächelt gespielt verwirrt und sagt: „Aber warum wartet sie dann draußen so sehnsüchtig auf dich?“
Die Röte, die seinem Center da in die Wangen schießt, macht der Haarfarbe dieses leidigen Kagami wirklich Konkurrenz. Interessant.
„Wirklich?“, fragt Wakamatsu zurück und seine Stimme ist heiser vor Unsicherheit.
Shoichi kann nicht anders, als sich zu fragen, ob er auch so dämlich klingt, wenn er mit Kahoko spricht. Hoffentlich nicht.
„Klar. Sie wartet schon die ganze Zeit auf dich. Muss dich wohl mögen, ich wär schon längst heim gegangen.“
„Sag mal, Imayoshi-senpai… Hast du schon…?“
Wakamatsu bricht mitten im Satz ab, als sich die Haltung seines Captain urplötzlich ändert und zu kalter Ablehnung wird. „Ehm… schon in Ordnung, so wichtig war das jetzt auch nicht...“
Shoichis eisiger Blick schmilzt ein wenig. Es ist ja gut und recht, dass seine Spieler mit ihren Problemen zu ihm kommen, aber er will das Ende dieser Frage dennoch nicht hören.
„In dem Fall geh da raus und mach was mit ihr. Du magst sie ganz offensichtlich, sie mag dich, genießt den Abend und denkt nicht an die Niederlage.“
„O-okay!“ Endlich, endlich versteht Wakamatsu den Wink mit dem Zaunpfahl, packt seine Tasche und springt auf.
„In dem Fall bis Montag, Imayoshi-senpai!“
Er stürzt zur Tür hinaus und das letzte, was Shoichi von ihm hört, ist dieses dämliche, heisere „Hey...“, mit dem er das Mädchen begrüßt.

Endlich Ruhe.
Die Tür wird mit einer solchen Wucht aufgestoßen, dass sie gegen die Wand knallt.
Shoichi schreckt hoch.
Kahoko sieht ihn und stürzt auf ihn zu, die Arme ausgebreitet wie eine wahnsinnig gewordene Flugechse. Sie umarmt ihn, aber er macht sich steif.
„Bitte Kahoko.“, murmelt er und sie löst sich sofort von ihm, verlegen lächelnd.
„Tut mir leid.“, hastig zieht sie sich noch ein wenig weiter von ihm zurück und setzt sich neben ihn.
„Wie geht’s dir?“, ihre grünen Augen bohren Löcher in seinen Kopf.
Er atmet ein und wieder aus, bevor er den Kopf hin und her schwenkt in einer sehr undeutlichen Aussage.
„Es geht. Aber es wird schon werden. Ist nicht meine erste Niederlage.“
„Wenn ich was für dich tun kann, dann sag es, ja?“
Er mustert sie wortlos, ihr etwas zu übertriebenes Lächeln, ihre Energie.
Kahoko wirkt, als wäre sie für diesen Raum zu groß. Ihre Stimme ist ihm zu laut und ihre Anwesenheit zu überdeutlich. Er sehnt sich nach Stille und Dunkelheit, danach, allein zu sein und diese Niederlage weit hinter sich zu lassen.
Am liebsten würde er sie weg schicken.
Aber er will auch nicht, dass sie geht, so absurd das auch ist. Er will allein sein, aber wissen, wo sie ist und wissen, das sie da ist.
Nur kann er nicht von ihr verlagen, dass sie das versteht.
„Ich würde gerne ein wenig alleine sein.“, murmelt er und sie hört es. Sie nickt, wirkt gar nicht beleidigt. Das hat er erwartet. Deshalb will er sie ja auch nicht wegschicken, aber er muss.
„Soll ich dich später anrufen? Oder du schreibst einfach, wenn du reden willst, okay?“
Er nickt. „Okay.“
Sie überrascht ihn wieder. Nicht, weil sie aufsteht und ihm tatsächlich seinen Freiraum lässt, sondern weil sie vor ihm stehen bleibt, ihm mit der Hand durch die Haare fährt und mit dem Ausdruck tiefster Ehrlichkeit auf dem Gesicht sagt: „Du hast wirklich unglaublich gespielt.“
Dann geht sie, mit einem Lächeln über die Schulter und er sitzt da und sein Herz klopft und er strengt sich ganz besonders an, dass seine Wangen nicht rot werden.

Er atmet aus und atmet ein und hebt den Kopf.
„Komm rein.“
Die Tür, die sowieso nie ganz zugeht, wird aufgedrückt. Takao steht ihm Türrahmen, die Arme verschränkt und mustert ihn mit einem undefinierbaren Blick.
„Nimms mir nicht übel.“, erklärt Shoichi ihm mit teilnahmsloser Stimme, „Aber ich habe jetzt wirklich keine Lust, dir zu zuhören.“
„Nimms mir nicht übel.“, äfft Takao ihn nach, „Aber das interessiert mich grade kein bisschen.“
Sie liefern sich ein stummes Blickduell.
Shoichi gibt nach. Nicht, weil er müsste, aber er weiß, dass er so schneller wieder seine Ruhe hat.
„Also was willst du?“
Takao schnaubt. „Eine interessante Frage. Als du spät abends bei mir aufgetaucht bist, um mich mit Erpressung dazu zu bringen, dir zu helfen, wusstest du doch auch ganz genau, was ich wollte. Also warum strengst du dein geniales Hirn nicht an und beantwortest dir die Frage selbst?“
„Vergiss es.“
Takao lacht, aber es ist ein kaltes und hartes Lachen.
„Natürlich. Es hätte mich auch gewundert, wenn du klein beigegeben hättest. Aber du glaubst doch nicht wirklich, dass du dir einfach nehmen kannst, was du willst?“
„Du wirst es mir vermutlich nicht glauben, aber ich habe in keinster Weise zu dieser Situation beigetragen. Es war Kahoko, die sich genommen hat, was sie wollte.“
Sein Gegenüber schnaubt abfällig. Da ist kein Unglaube in seiner Stimme, als er spricht, sondern Schmerz. Er weiß, dass Shoichi die Wahrheit sagt, aber die Wahrheit gefällt ihm nicht.
„Das ist mir egal. Unsere Vereinbarung war klar und deutlich und du hast dagegen verstoßen.“
Jetzt reicht es ihm.
Shoichi steht auf, richtet sich auf. Er ist größer als Takao, wenn auch nicht sehr viel, aber das reicht. Außerdem ist er nur Kahoko gegenüber zu Ehrlichkeit und gutem Benehmen verpflichtet.
„Nein, das habe ich nicht.“, sein Ton ist nicht scharf, sondern freundlich und wohlgeschliffen. Er verletzt mit Höflichkeit, aber er trifft immer.
„Du hattest das Pech, dass du ein Auge auf sie geworfen hast, gleich zu Anfang. Du hattest das Glück, dass du darüber hinweg gekommen bist. Die Abmachung war, dass wir zusammen arbeiten und verhindern, dass jemand die Möglichkeit hat, sein Glück bei ihr zu versuchen. Ich habe nie etwas derartiges versucht. Dein Preis dafür war, dass sie nie erfährt, wie viele Fäden du hinter ihrem Rücken bereits gezogen hattest und solltest du glauben, du hättest jetzt die Macht oder das Recht, Probleme zu machen, dann werde ich dafür sorgen, dass dich das sehr teuer zu stehen kommt.“
Takao stößt einen Zischlaut aus und seine Augen sind vor Wut zusammen gekniffen.
„Wenn ich Kahoko davon erzähle...“
„Wird sie dir nicht glauben.“, unterbricht Shoichi ihn und lächelt so freundlich, dass es nur falsch sein kann, „Du hast keine Ahnung, was zwischen mir und ihr ist. Jedes Wort, dass du sagst, ist ein Schritt weiter auf brüchigem Eis. Ich muss dir keine Rechenschaft ablegen.“
Der Jüngere dreht sich auf dem Absatz um und stürmt aus dem Raum. Er hat begriffen, dass er verloren hat.
Shoichi sieht ihm nach und denkt sich: Ein Sieg sollte sich anders anfühlen.

- - -

Oh und ich hab schon die ganze Choreographie ausgearbeitet!“, Hana Sakuras Stimme ist das einzige, was die gemähliche Stille des Abendessens füllt, „Es wird toll! Bälle haben mich schon immer fasziniert und dann ein Winterball! Die Dekoration wird wunderschön! Natürlich werde ich eigens einen Schneider engagieren müssen, ein Kleid, dass Kahoko steht, muss erst noch genäht werden...“
Kahoko schiebt ihr Essen auf dem Teller hin und her und hört ihrer Mutter mit halbem Ohr zu, wie sie sich Gedanken über die passende Farbe für ihr Ballkleid macht.
Sie bemerkt die Stille um sie herum erst, als Masahiros Hand sich schwer auf ihre legt.
„Süße? Ist alles okay?“
Kahoko seufzt, zuckt mit den Schultern, nickt und schüttelt dann den Kopf. Ihr Stiefvater lächelt.
„Na los. Erzähl schon.“
Kahoko kaut auf ihrer Lippe herum, während sie sich die Worte zurecht legt.
„Also es hat mit Shoichi zu tun. Sie haben heute das Finalspiel verloren.“
„Warte… wer ist nochmal Shoichi?“, Sakura hat sich schon immer mit Namen schwer getan, „Ist das der Junge, der sich dein Vertrauen erarbeiten muss oder der, der dir die Nase gebrochen hat?“
„Der mit dem Vertrauen.“, erklärt Kahoko und Sakura nickt verstehend. Jetzt kann auch sie folgen.
„Es ist ganz offensichtlich, dass er unter der Niederlage leidet, aber darüber reden wollte er nicht. Er meinte, er wolle allein sein, also bin ich gegangen und hab halt gesagt, dass er sich melden soll, wenn er was braucht. Aber er wird sich ganz bestimmt nicht melden, das macht keiner, ich will mich ihm aber auch nicht aufdrängen. Und ich weiß jetzt nicht, was ich tun soll, weil ich ja doch will, dass es ihm besser geht.“
Masahiro nickt langsam und legt seine Gabel endgültig beiseite, während er sich eine Antwort zurecht legt.
„Zu trösten ist nicht einfach. Was magst du denn am liebsten, wenn du traurig bist?“
Er kann sehen, wie sie nachdenkt.
„Na ja, ich mag es, wenn man mich umarmt. Und wenn man sich einfach Zeit für mich nimmt. Für den Fall, dass ich drüber reden will.“
„Und wenn du mal nicht drüber reden willst? Soll man sich dann trotzdem Zeit für dich nehmen?“
Kahoko blinzelt überrascht. „Äh… ja… ja, ich denke, das wäre nett. Ich meine, wenn das jemand ist, der einfach da sein kann und ruhig sein kann, sodass man sich nicht gezwungen fühlt, zu reden, dann wäre das sicher sehr nett.“
„Und könntest du selbst so jemand sein?“
Es wird still am Tisch. Sakura fragt sich, wie ihr Mann nur Architekt werden konnte, anstatt Psychologe und greift unter dem Tisch ganz sanft nach seiner Hand. Er drückt zärtlich seinen Daumen gegen ihren Handrücken.
„Ich denke, ich könnte es versuchen.“, gesteht Kahoko schließlich und dreht gedankenverloren die Gabel zwischen ihren Fingern, „Aber was kann ich denn jetzt noch machen? Ich bin ja schließlich einfach gegangen.“
„Du könntest ihn anrufen. Oder du gehst ein wenig spazieren und schaust bei ihm vorbei. Wenn du nicht weißt, was du tun sollst, dann rede mit ihm darüber. Kommikation ist wichtig und Ehrlichkeit auch, das wolltet ihr doch ohnehin üben.“
Kahoko nickt zögerlich, dann steht sie auf. Essen kann sie ohnehin nichts mehr.
Sie küsst ihre Eltern zum Abschied auf die Wange, dann geht sie.

Sakura wirft ihrem Mann ein wissendes Lächeln zu. Masahiro nickt, Nostalgie in den Augen.
„Sie werden so schnell erwachsen.“

- - -

Während Kahoko und Shoichi auf seinem Bett sitzen und zusammen schweigen, putzt sich Megumi in einem anderen Stadtteil gerade die Zähne.
Sie hat ihr Handy in die Schublade ihres Nachtkästchens gelegt. Ganz nach hinten, damit sie es bis morgen früh weder hört noch sieht.
Sie hatte darauf gehofft, Zeit mit Kagami verbringen zu können, aber Seirin ist nicht ohne Grund so berüchtigt – das Team trainiert hart. Auch an einem Samstagnachmittag.
Aber es ist jetzt acht Uhr, denkt Megumi und bürstet jeden Zahn einzeln, um sich nicht zu sehr in Grübeleien zu verlieren, und ihr Training geht normalerweise nur bis sechs Uhr. Er hätte wenigstens schreiben können.
Mittlerweile wundert sie sich nicht mehr darüber. Sie kriegt auch keine Panik mehr deswegen. Immer ist sie es, die ein Gespräch in die Wege leiten muss. Und deshalb hat sie ihr Handy vor sich selbst versteckt.
Denn wenn er um kurz vor neun auf sein Handy blickt und erschrocken feststellt, dass er sie den ganzen Tag über vergessen hat und sie dann voll schlechten Gewissens anbettelt, dass sie zu ihm zum Essen kommt, damit sie wenigstens einmal in der Woche etwas Zeit miteinander verbringen können – dann will sie nicht wach sein, es nicht hören und nicht sehen, weil sie genug davon hat.
Sie hat sich Beziehungen anders vorgestellt. Schöner. Sie hat darauf gezählt, dass ihr Partner sich Mühe geben würde, so wie sie sich Mühe gibt.
Aber Kagami gibt sich keine Mühe. Und sie fragt sich, ob es an ihr liegt.
Wir sind noch Teenager, beruhigt sie sich, wir haben noch alle Zeit der Welt, uns wieder zu verlieben.

Megumi schläft schlecht, doch mit einem gefassten Entschluss. Sie wird diesmal nicht diejenige sein, die den ersten Schritt macht. Sie wird Kagami nicht die Hand reichen, er soll auch einmal etwas selber tun.
Aber wenn er sich nicht endlich Mühe gibt, dann wird sie Schluss machen. So viel sie auch für ihn empfindet – sie beide haben eine Beziehung verdient, die mehr ist als dieses Desaster, in dem sie sich gerade befinden.

Als sie morgens aufwacht, viel später, als sie es gewohnt ist, gräbt sie in ihrer Nachttischschublade nach ihrem Handy. Sie hat keine neuen Nachrichten.
Ihr Herz sinkt, sie weint ein bisschen, dann gibt sie die Hoffnung auf und diesen Versuch einer Beziehung ebenfalls.

Sakagami-chan
Kagami-kun, ich glaube, du bist nicht wirklich mit dem Herzen in dieser Beziehung. Du willst den Winter Cup gewinnen, ich ebenso und vielleicht haben wir jetzt einfach nicht den Kopf oder die Zeit für einander. Es war schön, solange wir es versucht haben. Danke dafür und viel Glück weiterhin. Ich hoffe, dass ihr gewinnt.

Sie weint noch ein bisschen mehr, aber da sind nicht mehr genug Tränen in ihr, sie fühlt sich trocken und ausgehölt, hat weder Lust noch Kraft, weiter darüber nachzudenken. Sie will sich auspowern, aber nicht mit jemanden, der sie so gut kennt, dass er ihr Unbehagen bemerkt. Also schreibt sie den neuen Mädchen, dieser Chikara und der süßen Akemi. Training tut ihnen allen gut.
Megumi weiß nicht, dass Kagami in dem Moment in den Flieger steigt, in dem ihre Nachricht bei ihm eingeht. Sie weiß nicht, dass er es nicht liest, weil er da sein Handy schon längst ausgeschalten hat.
Und wenn er es liest, wird es bereits zu spät sein, denn dann ist er schon in Amerika.
Ihre Beziehung stirbt an den unglücklichen Umständen.
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