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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
Alle Kapitel
100 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
30.06.2016 2.886
 
Meine Freundin heiratet morgen und deshalb bekommt ihr das Kapitel schon einen Tag früher.
Für die, die sich Sorgen machen - wir sind etwas über die Hälfte im Verlauf der Story. Nur, weil ich den Epilog schreibe, müsst ihr euch noch keine Sorgen um das Ende machen^^
Wenn ihr gerne ein paar Hinweise darauf hättet, was sich im Epilog ändern wird, könnte ich euch am Ende des Kapitels immer etwas verraten, dass nicht zu sehr spoilert, aber doch Lust auf mehr macht. Sagt mir einfach Bescheid.
Viel Spaß beim Lesen
Poettierchen

Finale Teil 2


Michirou ist sich ziemlich sicher, dass das Spiel Yosen gegen Ounita spannend ist. Aber sie bekommt nicht viel davon mit.
Erst liegt es an ihrem Handy, das sie nicht aus den Augen lassen kann, da alle paar Minuten eine neue Nachricht eingeht. Je aufgeregter Kousuke wird, desto mehr Ausrufezeichen benutzt er, bis er schließlich nur noch in Großbuchstaben schreibt. Dabei unterhalten sie sich noch nicht mal übers Spiel, sondern über ihr Lieblingsessen. Er will ihr immer noch weißmachen, dass Blumenkohl und Brokkoli genau gleich schmecken und Spinat das einzig wahre ist.
Dann endet die erste Halbzeit und Touou steht auf dem Platz, um sich aufzuwärmen. Sie sitzen nur ein paar Reihen unterhalb der Midorima-Zwillinge und Kousuke weiß das. Als er deshalb zu ihrem Block rüber sieht, die grünen Haarschöpfe erkennt und die Reihen nach ihr absucht, kann Michirou gerade noch dem Drang wiederstehen, von ihrem Stuhl auf den Boden zu rutschen. Ihr Haar ist sowieso nicht auffällig genug, um gesehen zu werden und irgendwie will sie jetzt auch gar nicht mehr, dass er weiß, wo sie sitzt. Und eigentlich müsste sie sowieso ganz dringend aufs Klo, aber wenn sie jetzt aufsteht, dann denkt er, sie würde das wegen ihm machen und… An dieser Stelle schüttelt sie den Kopf über ihr eigenes Gedankenwirrwarr.
Als sie aufsieht, hat er sich schon wieder weg gedreht und fängt mit den Aufwärmübungen an. Nur ein kleiner Teil von ihr ist erleichtert, der viel größere Teil wünscht sich, er hätte sie entdeckt und ihr zugewunken. Vielleicht nicht ganz so kitschig und auffällig, wie ihre Fantasie es ihr grade vorspielt. Er hätte ihr auch einfach zulächeln können, ja, genau. Auf diese Entfernung wäre das für andere Leute gar nicht zu erkennen gewesen und sie selber hätte es dann als einzige gewusst, weil sie als einzige weiß, wie Kousukes stilles, zufriedenes Lächeln aussieht.
Sie schießt wie von der Tarantel gestochen aus ihrem Sitz hoch, das Gesicht knallrot.
„Ich muss aufs Klo.“, bellt sie in die Runde und stürzt an den verdutzten Zwillingen vorbei zur Treppe.
„Geht's ihr nicht gut?“, fragt Shouta vorsichtig nach. Nanami zuckt mit den Schultern.
„Eigentlich sollte sie ihre Tage erst am Montag kriegen, aber Mutter Natur kann da ganz schon unberechenbar sein.“
„Zu viel Information Nanami...“

Michirous Gesicht brennt regelrecht, als sie den Flur entlang zu den Toiletten eilt.
Hör gefälligst sofort auf, dir sein Lächeln vorzustellen!
Ihr Gehirn gehorcht nicht. Vielmehr nimmt es ihren Befehl zum Anlass, ihr all die verschiedenen Gesichtsausdrücke vorzuspielen, die sie von ihm kennt. Wie er lacht. Sein verlegenes Grinsen.
Wie er rot geworden ist, als ich ihm einen Kuss auf die Wange gegeben habe…
Sie schüttelt ihren Kopf so fest, dass ihr Nacken zu schmerzen beginnt, aber das ist ihr egal. Sie muss diese Gedanken loswerden, aber sofort!

Als sie aus ihrer Kabine kommt, öffnet sich die Tür der Kabine rechts von ihr ebenfalls. Sie geht zum Waschbecken und wäscht sich die Hände und ist einfach froh darüber, dass besagtes Mädchen nicht schon hier war, als sie sich vorhin wie eine Irre kaltes Wasser ins Gesicht geklatscht hat.
Als sie ihre Hände wäscht, treffen sich ihre Blicke im Spiegel. Das Mädchen neben ihr stößt einen erstickten Laut des Entsetzens aus.
„Shinji?“, Michirou dreht sich zur Seite, als fürchte sie, der Spiegel würde lügen. Aber ihre Freundin steht in voller Lebensgröße vor ihr, um den Hals einen Fanschal in den Touou-Farben.
„Es ist nicht so, wie es aussieht!“, wehrt Shinji ab und zerrt an dem Schal herum. Mehr als sich selbst zu würgen, schafft sie allerdings nicht, das Accessoire sitzt bombenfest.
„Wie ist es dann?“
„Also ich feuere auf keinen Fall die Jungs an! Der Schal war Mirais Idee! Und ich steh auch nicht auf einen der Jungs, das war ebenfalls Mirais Einfall! Sag ja nichts zu Kahoko! Oder Nanami!“, die Stimme ihrer anerkannten Rebellin wird immer panischer, je enger sich der Schal um ihren Hals schnürt.
Michirou verliert die Geduld, rammt ihre nassen Finger in den Knoten und zieht. Sekunden später atmet Shinji erleichtert auf.
„Jetzt erzähl mal, ich kapier gar nichts mehr.“
„Ich bin mit dieser Mirai her gekommen, um zuzusehen. Megumi und Tsunako sind auch irgendwo, aber Mirai kann ganz schön fordernd sein, wenn sie will, sie hat mich mitgeschleift, mir in nem unbedachten Moment dieses Monsterteil um den Hals gewunden und bevor ich mich versehen habe, saß ich mit ihrem Bruder alleine da, während sie Süßigkeiten holen gegangen ist.“
„Ihr Bruder?“
„Na dieser Idiot von der Touou, der mit dem blauen Haar.“
„Ach der. Und du hast dich aufs Klo geflüchtet?“
„Ja. Aber ich muss zurück, Mirai hat sich nämlich mein Geld geborgt und ich hab keine Lust, dass die beiden meine Moneten verfuttern. Aber was ist mit dir?“
Augenblicklich nehmen Michirous Ohren wieder die Farbe reifer Tomaten an.
„Also ich, also… ich sitz bei den Zwillingen und… also ich musste...“
Shinji mustert sie verdutzt, dann grinst sie und klopft ihr auf die Schulter. „Schmetterlinge im Bauch sind scheiße, ich weiß, aber genieß sie, solange es nur Schmetterlinge sind.“
„Was kann es denn sonst sein?“
„Verdammte Hornissen.“

- - -

„Ich kann's kaum erwarten, dass diese Baumstämme endlich mal fertig sind mit Spielen. Viel passiert sowieso nicht mehr.“, mault Tsunako und kaut auf einer Haarsträhne herum. Sie kann es nicht erwarten, Reo spielen zu sehen. Erstens sieht er einfach verboten gut aus in seinem Trikot, zweitens sieht er noch viel besser aus, wenn er Basketball spielt und drittens… tja, je schneller sie anfangen zu spielen, desto schneller sind sie auch fertig und sie hat ihn dann den Abend über für sich. Tsunako lächelt in sich hinein und bemerkt nur ganz allmählich, dass Megumi ihr gar nicht zuhört.
Ihre Freundin starrt ihr Handy an, als könnte es ihr jeden Moment den Sinn des Lebens verraten.
„Alles okay bei dir?“
Megumi zuckt zusammen. "Was? Eh, eh… ja!“
„Hast du mir grade zugehört? Geht's dir nicht gut?“
„Nein, doch, alles bestens, sorry. Ich hab nur grade, also ich hab… also…“, sie seufzt, blickt auf ihr Handy, steckt es weg und dreht sich wieder zu ihr um. „Tut mir leid, was hattest du mir erzählt? Ich war grade abgelenkt.“
„Kagami, hmm? Hach, diese aufblühende Liebe!“, schwärmt Tsunako und blickt zurück aufs Spielfeld. Nur noch zehn Minuten, dann kann sie Reo spielen sehen.
Was sie nicht sieht, ist das leicht gequälte Lächeln auf Megumis Lippen.

- - -

Yosen gewinnt mit 106:0, ein unfassbares Ergebnis. Kahoko sitzt da, blinzelt und freut sich einfach nur darüber, dass sie kein Junge ist.
Tsubaki neben ihr grinst wie ein Honigkuchenpferd.
„Stell dir nur mal vor, Atsushi hätte auch mitgespielt.“, haucht sie und klatscht vor Freude in die Hände.
Kahoko stöhnt nur. „Das muss ich mir nicht vorstellen, ich hab schon gegen ihn gespielt.“
Fünf Köpfe drehen sich zu ihr. Shintarous Blick ist pures Misstrauen. Wen wird sie denn noch alles herausfordern?!
Das war am Tag der offenen Tür auf der Teiko. Er hat die ganze Zeit gegähnt, während er uns geblockt hat, das war vielleicht nervig.“
„Er ist schwer zu motivieren, ich weiß.“, gibt Tsubaki zu und steht auf. „Wenn das okay ist, geh ich ihn mal suchen.“
„Klar, kein Problem, ich kann für dich besetzen.“
„Ach, das wird hier nur zu eng, wenn Atsushi dann auch noch dazu will. Aber ich hab das Handy dabei, falls was ist.“
Sie verabschiedet sich von der kleinen Gruppe und verschwindet nach hinten in die unzähligen verschlungenen Gänge des Sportscenter.
Unter ihnen betreten Touou und Rakuzanspieler den Platz und stellen sich auf.

„Eigentlich könnten sie sich die Mühe sparen.“, macht Yoyo zum ersten Mal seit Spielbeginn auf sich aufmerksam.
„Wie meinst du das?“, fragt Kahoko zurück, während beim Anpfiff der Ball an Rakuzan geht. Nebuya ist halt doch einen Deut schneller als Susa.
„Na, es ist doch klar, dass Touou keine Chance gegen uns hat. Mit diesem dunkelhäutigen Typen vielleicht, aber der ist ja ausgefallen. Rotkäppchen ist als Spieler und Kapitän zwar erste Sahne, aber wir haben drei ungekrönte Könige und sind damit auch ohne ihn Touou haushoch überlegen.“
Kahoko presst die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen.
„Woher willst du das wissen?“
Yoyo grinst. „Bitte. Es ist doch jedem hier klar. Nicht wahr?“, sie wendet sich an Kahoko vorbei an die drei Jungs.
Die wissen nicht so recht, wie sie reagieren sollen, erst recht, als Kahoko ihnen auch noch wütende Blicke zuwirft.
„Ich kann nur aus Erfahrung sprechen.“, fasst sich schließlich Shintarou ein Herz und rückt sich die Brille zurecht, „Würde Aomine gegen Akashi antreten, hätte er keine Chance. Akashi ist nicht umsonst unser Kapitän gewesen.“
Kahokos Kinnlade klappt unwillkürlich herunter. Sie hat gegen Aomine gespielt und jämmerlich verloren, aber Akashi soll noch besser sein?
„Aber die beiden spielen ja nicht.“, kratzt sie den Rest ihrer Stimme zusammen und blickt zurück aufs Spielfeld, wo beide Teams verbissen um den ersten Punkt kämpfen. Er wird die Stimmung des Spiels entscheidend beeinflussen.
„Deshalb kann ich auch keine wirkliche Einschätzung abgeben.“, windet sich Shintarou nun erfolgreich aus der Debatte. Sein Kommentar geht unter, als Touou den ersten Punkt erzielt.
Es ist ein wunderschöner Drei-Punkte-Wurf von Sakurai, der da ins Netz gegangen ist.

- - -

„Och komm schon!“, jammert Tsunako am anderen Ende der Zuschauertribüne. Es ist ganz offensichtlich, dass Reo den winzigen Shooting Guard der Touou unterschätzt hat.
Aber das wird sicher nicht noch einmal passieren.

- - -

„Das hat gar nichts zu bedeuten.“, erklärt Yoyo ruhig und verschränkt die Arme vor der Brust, als Kahoko sie mit Blicken zu erdolchen versucht.
„Ach?“, giftet die Größere zurück und Yoyo gibt es sich selbst gegenüber zu – es macht unglaublich Spaß, diesen riesigen Kohlkopf von einem Mädchen zu provozieren.
„Wolln wir wetten?“, rutscht es Kahoko raus. Yoyo grinst breit, erst recht, als die Jungs neben ihnen entsetzt aufstöhnen.
„Kaho-chan, ich will ja nicht böse sein, aber du solltest bei Wetten langsam wirklich vorsichtiger werden!“ Kazunari zupft an ihrem pinken Oberteil, aber sie ignoriert ihn.
Yoyo nickt nur und wendet sich ihr zu, ignoriert für einen Moment die Spieler unten. Im Moment sind die beiden Teams gleich auf.
„Was ist der Einsatz?“, fragt sie begierig und Kahoko öffnet den Mund, hält inne und denkt nach. Ihr fällt nichts ein.
„Der Verlierer gibt dem Siegerkapitän einen Kuss!“, mischt Kazunari sich erneut ein. Die Reaktionen sind unterschiedlich.
Shintarou verschluckt sich an seinem Getränk, sein Vater beschließt, dass er die Jugend von heute einfach nicht verstehen kann, Yoyo verzieht angeekelt das Gesicht und Kahoko blickt unschlüssig drein.
„Ich weiß nicht.“, fängt sie an. Yoyo nickt.
„Du hast doch Akashi eh schon geknutscht, das geht also nicht für dich.“
„Ich hab ihn nicht geknutscht!“, verteidigt sich Kahoko, „Ich hab ihm aus Versehen die Nase gebrochen, weil die Lehrerin dachte, ich hätte ihn geknutscht! Das ist was anderes! Er würde mich umbringen, wenn ich das jetzt nochmal mache.“
„Hast du etwa Angst?“, singsongt Yoyo gehässig. Sie hat genauso wenig Lust, ihren ersten Kuss an den Touou-Kapitän zu vergeuden, aber sie hat ohnehin nichts zu befürchten.
Als ob Rakuzan verlieren würde. Tss.
„Angst? Ich?“, Kahoko grunzt und es wäre fast gut gegangen, hätte sie an dieser Stelle einfach den Mund gehalten. „Ich will nur nicht, dass du Shoichi küsst.“
Es wird mucksmäuschenstill in ihrer Reihe und Kahoko begreift ein wenig zu spät, dass ihr Mund mal wieder schneller war als ihr Hirn. Ups.
„Also nicht, also...“, fängt sie an zu stammeln und vermeidet krampfhaft, in die Richtung ihres Bruders zu blicken. Was ein Fehler ist.

Shintarous Gesichtsausdruck ist der purer Fassungslosigkeit, ja, aber das ist es nicht, was Midorima Sousuke Sorgen bereitet. Es ist Shintarous kleiner schwarzhaariger Freund, in dessen Augen für einen Moment die Mordlust steht, bevor er sich der anderen bewusst wird und dann so breit lächelt, dass Sousuke sich nicht sicher ist, ob er seinen eigenen Augen noch trauen kann.
Takao Kazunari ist ihm ein Rätsel.

„Na dann umarmt die Kapitäne halt, wenn euch Küsse zu kompliziert sind.“, Kazunaris Stimme hat so viel Leichtigkeit, dass sie überzeugt.
Kahoko zuckt die Schultern und nickt, Yoyo willigt ebenfalls ein. Die Wette ist besiegelt.

- - -

Shinji rührt keinen Muskel, als die Spieler sich aufstellen, um sich zu gratulieren. Das Blitzlichtgewitter der Kameras erhellt die Halle, aber Rakuzan sind geübte Gewinner, sie lächeln und winken ganz ruhig in die Runde. Als hätten sie nicht grade den Pokal geholt und damit die Inter High schon wieder gewonnen...
Der Punkteunterschied zwischen den beiden Schulen ist nicht groß, wenn man ihn mit dem des Yosen-Spiels vergleicht, aber groß genug, um Touou zu zeigen, das sie keine Chance hatten.
Shinjis Blick wandert über die Gesichter der Spieler. Imayoshi lässt sich nichts anmerken, aber das war zu erwarten. Der kleine Shooting Guard kann kaum die Tränen zurück halten und der blonde Riese zieht ein Gesicht als hätte er übelste Verstopfung – was nicht überrascht, wenn man sein Temperament kennt. Vermutlich tut er gerade alles, um nicht auszurasten.
Ihre Augen wandern weiter, zu Susa. Sie mustert ihn, wird einfach nicht schlau aus ihm. Er wirkt so ruhig, aber das kann alles bedeuten. Wer weiß schon, wie es in ihm aussieht?
Aomine neben ihr erhebt sich ohne ein weiteres Wort. Shinji hält ihn ganz sicher nicht auf, auch wenn er ihr ein wenig leid tut. Sie glaubt zu wissen, wie er sich fühlt.
Hätte er mitspielen können, hätten sie vielleicht sogar gewonnen.
„Nii-san, warte!“, Mirai rennt ihm nach und Shinji bleibt sitzen. Sie fühlt sich erschlagen, dabei hat sie selbst gar nicht gespielt.
Basketball ist eine harte Welt.

- - -

„Ich habs dir ja gesagt.“, singsongt Yoyo, während sie sich durch die Menschenmassen schlängeln.
Die Jungs sind irgendwo hinter ihnen und Kahoko starrt so konzentriert auf den Fußboden, dass es ein Wunder ist, dass er sich nicht augenblicklich vor Schreck in Luft auflöst.
Sie fühlt sich erschüttert, ganz tief in ihr drin, sie war so überzeugt davon, dass Touou gewinnen wird. Ein Teil von ihr hat Angst, dass Shoichi die unausgesprochenen Versprechen zwischen ihnen zurück nehmen wird, nach dieser Niederlage.
„Kahoko?“
Sie hört Yoyo nicht, aber sie schreckt hoch, als ihre Konkurrentin sie grob am Arm packt und zurück zieht.
„Da!“
Kahoko folgt Yoyos Blick. Und schluckt.
Vor ihnen tut sich die Aula auf, ein einfacher, großer Raum, der schließlich durch eine breite Glasfront nach draußen führt. Es wimmelt nur so von Menschen, Zuschauer, die enttäuscht oder begeistert nach Hause gehen und welchen, die interessiert das Interview beobachten, dass gerade stattfindet. Mehrere Kameras sind auf das Team der Rakuzan gerichtet, die Jungs lächeln alle professionell, nur Akashi beantwortet Fragen.

„Doch nicht vor der Kamera.“, wispert Kahoko entsetzt und sieht sich gleichzeitig hektisch nach den Trikots der Touou um. Sie hat keine Angst vor Akashis Reaktion, aber sie will wirklich nicht, dass Shoichi das Ganze mitbekommt und zuletzt noch falsch versteht.
„Ach komm schon, das wird witzig! Und ich krieg noch ne kostenlose Aufnahme.“
„Nein. Wir warten bis nach dem Interview. Dann kannst du immer noch selbst filmen.“
Yoyo verzieht mürrisch das Gesicht, dann nickt sie. Es ist immer noch besser als gar nichts.

-

„Vielen Dank, Akashi-san.“, beendet der Reporter das Interview und lässt sein Mikro sinken.
Akashis Gesichtsausdruck ändert sich nicht, aber er kann seine Teamkollegen hinter sich aufatmen hören, als die Kameras weggepackt werden. Der Großteil von ihnen kann sich ja beherrschen, aber um Nebuya und Hayama müssen sie sich dennoch immer gesondert kümmern.
„In Ordnung, ihr könnt duschen und dann treffen wir uns beim Bus. Wir essen hier etwas und fahren dann zurück...“, seine Stimme wird leiser, als er bemerkt, dass die Jungen ihm nicht zuhören. Sie starren hinter ihn, völlig unkonzentriert.
Entnervt dreht er sich um.

Kahoko stapft durch die Menge auf ihn zu. Sie versucht nicht einmal, unauffällig aufzutreten, aber es wäre ihr ohnehin unmöglich.
Für einen kurzen Moment hofft Akashi, dass sie ihn einfach ignorieren wird. Es sind so viele andere Leute hier, was sollte sie von ihm wollen?
Aber sie bleibt genau vor ihm stehen.
„Was willst du?“, fragt er harsch.
„Tut mir leid.“, beginnt sie, beugt sich blitzschnell vor und schlingt die Arme um ihn.
Er wehrt sich, strampelt und wird doch von ihr in die Höhe gezerrt, als wäre er bloß eine Puppe.
„Lass mich. Sofort! Runter!“, presst er durch zusammengebissene Zähne und Kahoko nickt, öffnet ihre Arme und er kracht wie ein Sandsack zu Boden.
Zu seinem Glück landet er auf den Füßen und schafft es gerade noch, sein Gleichgewicht zu halten, bevor er auf dem Hintern landet.
Kahoko hat sich bereits wieder umgedreht und läuft davon.
Einen Augenblick lang will Akashi ihr nach, aber dann sieht er nicht weit von ihr ein Mädchen stehen, das er nur zu gut kennt.
Yoyo grinst ihn an, klappt ihr Handy zu, mit dem sie grade noch alles gefilmt hat und winkt ihm dann mit zwei Fingern lässig zu. Für sie hat sich der Ausflug hierher definitiv gelohnt.

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