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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
Alle Kapitel
100 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.06.2016 2.759
 
Hallo ihr Lieben, ich spar mir hier mal lange Erklärungen und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Falls ihr gerne was dalassen möchtet, aber nicht wisst, worüber ihr schreiben sollt: Was denkt ihr, passiert als nächstes? Wie wird Imayoshi wohl reagieren? Was wünscht ihr euch von der nachfolgenden Situation (sie ist schon fertig, aber eure Meinung interessiert mich trotzdem).
Was hat euch in diesem Kapitel gefallen? Wen wollt ihr endlich mal wieder sehen/lesen?
Welches Pairing, ob real oder nicht, mögt ihr am liebsten?
Alles Fragen, die beantwortet werden wollen^^.
Alles Liebe

Auswegslos?


Donnerstag – Seirin High

Es hat sich etwas geändert.
Man muss kein Hellseher sein, um das zu bemerken.

Kagami ist weder taub noch so dumm, dass er nicht die Blicke mitbekommen würde. Seine Mitschüler aus dem ersten Jahr sind verwirrt, seine Senpais besorgt und Coach selbst mustert ihn mit dem Blick, den sie immer aufsetzt, wenn sie nach einer Lösung sucht. Aber er ist kein Problem, dass sie lösen müssen und er hat auch kein Problem. Er hat ein Ziel und eine Aufgabe und dafür trainiert er.
Er ist der Spieler im Team, der so hoch springen kann, dass er es auch mit Midorima aufnehmen kann. Er ist der Spieler, der es mit Kise aufnehmen kann und er ist derjenige, der zumindestversuchen kann, Aomine aufzuhalten. Aber er ist noch nicht stark genug und deshalb haben sie verloren. Also muss er trainieren, um besser zu werden.
Schließlich sind da immer noch zwei andere Mitglieder der Generation der Wunder, gegen die er noch nicht angetreten ist. Und wenn er Aomine nicht besiegen kann, dann wird er auch gar nicht so weit kommen.

Kuroko ist ihm keine große Hilfe. Nicht mehr. Aber er kann sich auch nicht immer nur auf andere verlassen. Er muss selbst stärker werden.
Kagami verkneift sich ein entnervtes Seufzen und schiebt diesen Teufelskreis beiseite. Er weiß ja, was er tun muss, darüber nachzudenken bringt ihn nicht weiter.

Als er nach dem Training die Schule verlässt, dämmert es bereits. Es ist bereits Spätsommer und nicht mehr so lange hell. Er kann Kuroko am Schultor stehen sehen, hauptsächlich deshalb, weil Mirai bei ihm ist und sein Gesicht mit Küssen überhäuft.
Kagami entscheidet sich für einen Umweg durchs Schulgelände und zum Seitentor hinaus. Er sagt sich, dass er die Turteltauben nicht stören will, aber tatsächlich hat er ein schlechtes Gewissen. Er hat Megumi seit ihrem Freitagabenddate nicht gesehen und ihre Kommunikation besteht zu einem Großteil aus hastig getippten SMS. Er hat weder die Zeit noch die Nerven, lange zu telefonieren, weil er meist nicht weiß, worüber er genau reden könnte.
Seufzend klappt er sein Handy auf und öffnet die neueste Nachricht von ihr.

Megumi-chan
Wie war das Training?

Er überlegt lange, was er antworten soll. Er kann ihr schlecht von den besorgten Blicken erzählen und mit seinen Problemen will er sie erst recht nicht belasten. Dafür kennen sie sich noch nicht lange genug.

Taiga
Gut. Und bei dir?

Megumi-chan
Auch gut…

In seinem Mund verbleibt ein schaler Geschmack. Ihre Konversationen sind immer so nichtssagend, aber was soll er auch dagegen tun? Was soll er ihr erzählen? Wie viel er noch zu lernen hat, um im Winter Cup bestehen zu können? Dass ihr Team Probleme hat und er nicht das einzige Sorgenkind ist? Oder soll er sie fragen, was ihr selber auf dem Herzen liegt? Will sie ihm das überhaupt erzählen?
Er hat keine Ahnung, was es bedeutet, in einer Beziehung oder gar für jemanden da zu sein. Normalerweise würde er Tatsuya fragen, so wie er es immer gemacht hat mit den Dingen, die er nicht versteht. Aber das kann er nicht mehr.
Er könnte Alex fragen, aber er ist sich ziemlich sicher, dass sie ihm bei diesem Thema keinen besonders guten Rat geben kann. Zumindest keinen, den er befolgen sollte.
Zu Kuroko kann und will er nicht gehen und dann bleibt ihm nur noch Kahoko… aber die ist so dicke mit Megumi befreundet, dass er auch das nicht wagt. Vielleicht, wenn gar nichts mehr geht. Aber so weit ist es noch nicht gekommen, oder?

Taiga
Ich bin grade auf dem Heimweg vom Training und hab vor, etwas zu kochen. Möchtest du kommen?

Es ist das einzige, was er tun kann. Er reicht ihr die Hand damit, weil er nicht weiß, was er sonst tun soll.

Megumi-chan
Ich hab schon gegessen, aber ich komme gerne. Ich bringe was Süßes mit.

- - -

Freitag

„Du siehst Scheiße aus.“, ist Kazunaris Begrüßung, als Kahoko zu ihnen tritt.
Sie hat noch nicht einmal den Mund aufgemacht, um zu antworten, als Shintarou ihm auch schon fest gegen das Schienbein tritt. Er blickt dabei zwar demonstrativ in die andere Richtung, aber Kazunari geht trotzdem zu Boden.
„Shin-chan, das war gemein!“, jammert er, sein Schienbein umklammernd, während Kahoko auf ihn hinunter grinst. Ihr Nasengips ist ab, sodass die grün-gelb verfärbte Haut darunter noch besser zu sehen ist.
„Du siehst auch gut aus, wie du da zu meinen Füßen liegst.“, spottet sie, beugt sich vor und drückt Shintarou spontan einen Schmatzer auf die Wange. „Danke, Shin-Shin.“
Er läuft rot an. „Das hab ich nicht für dich gemacht. Er ging mir sowieso auf die Nerven.“, mault er und zerrt an Kahokos Arm.
„Lass uns endlich los gehen, ich will nicht zu spät kommen.“
„Wartet gefälligst auf mich!“, schimpft Kazunari und humpelt ihnen hinterher.
„Weißt du.“, mault er, als er sie eingeholt hat, „Eigentlich könnten wir weiterhin die Riksha benutzen und Kahoko fährt. Das wäre nur fair.“
„Ich hab Trainingsverbot, das weißt du doch.“, klagt Kahoko.
„Ja schon, aber Radfahren sollte ja wohl drin sein, oder nicht? Dabei bewegst du nur deine Beine und deine Rippen werden auch nicht durchgeschüttelt, wie beim Joggen.“
Kahoko bleibt abrupt stehen und starrt ihn an.
„Das ist eine tolle Idee!“, ruft sie, schnappt sich Kazunaris Gesicht und presst ihm kurzerhand einen Schmatzer auf die Stirn.
Shintarou läuft an seiner Seite rot an, während er nur grinst und sich an die Lippen tippt. „Mein Mund ist hier unten, Kahoko.“
Jetzt ist sie es, die ihm gegen das Schienbein tritt. Sie nimmt das andere Bein, man will ja schließlich fair bleiben.

- - -

„Du siehst müde aus.“
Megumi braucht einen Moment um zu begreifen, dass sie gemeint ist. Sie hebt den Kopf, um Kahoko anzusehen, die neben ihr auf der Bank der Umkleide sitzt.
„Ich war gestern noch bei Taiga und es ist spät geworden.“
„War es nett?“
Megumi stockt, um zu überlegen.
„Ja, schon eigentlich. Wir haben nicht viel geredet.“
Kahoko grinst erst, doch Megumi wirkt nicht so träumerisch und verliebt, wie sie es erwartet hat.
„Was habt ihr denn dann gemacht?“, fragt sie schließlich vorsichtig nach und blickt in Richtung der Duschen, um zu sehen, wie lange sie noch in Ruhe reden können.
„Gegessen. Fern gesehen. Er war ziemlich fertig, aber er wollte auch nicht, dass ich gehe, also haben wir eigentlich nur in den Fernseher gestarrt und versucht, nicht einzuschlafen.“
Kahoko sitzt da, zum ersten Mal seit langem sprachlos. Das klingt nicht nach dem Taiga, den sie kennt.
„Willst du, das ich mal mit ihm rede?“
„Danke, aber nein.“, Megumi zuckt mit den Schultern, „Ich werd mich wohl damit abfinden müssen, dass eine Beziehung in der Realität nicht so ist, wie in meiner Phantasie.“
Sie stockt, dann lächelt sie und es wirkt fast so, als wäre alles in Ordnung.
„Wie war das eigentlich, als du mit diesem Model zusammen warst? Du hast ja kein Schamgefühl, habt ihr… Du weißt schon?“
Kahoko lacht, trotz des Knotens in ihrem Magen. Sie schämt sich ein wenig dafür, dass ihr erster Gedanke gerade nicht Tatsuya galt, sondern jemand anderem.
„Nein, wir haben nicht… Jedenfalls nicht das, was du vermutlich denkst. Ich musste meinen Eltern hoch und heilig versprechen, damit zu warten, bis ich verheiratet bin und dafür durfte ich trotzdem mal bei ihm schlafen und so. Aber geknutscht haben wir schon.“, Kahoko grinst und dieses Grinsen ist echt, es ist leicht, über die guten Zeiten zu reden, „Du wirst es nicht glauben, aber 'das Model' kann überraschend schlecht küssen.“
„Nicht wahr!“, quietscht Megumi, „Hat er gesabbert?“
„Iih, nein, Gott sei Dank nicht, aber er war immer so tollpatschig dabei. Entweder wusste er nicht, wohin mit seiner Zunge oder er hat seine Zähne gegen meine gerammt. Es ist eigentlich ein Wunder, dass mein Gebiss noch immer vollständig ist.“
„Immerhin trägt er keine Brille…“, denkt Megumi laut über ihren ersten Schmatzer nach – eine Wette aus der Mittelschule – und bemerkt gar nicht, wie Kahokos Grinsen blitzartig aus ihrem Gesicht verschwindet.
„Hmm, ja… du solltest jetzt wohl duschen gehen, du Romantikerin.“, bemüht sie sich um einen leichten Ton und schiebt Megumi von der Bank.
Als die Kleinere kichernd verschwindet, wischt sich Kahoko übers Gesicht und steht auf. Wenn man Gedanken nur so einfach beseitigen könnte, wie Bücher.
Sie verlässt die Umkleide und geht Richtung Ausgang. Vielleicht braucht sie einfach nur ein bisschen frische Luft.

Als sie den Ausgang erreicht, kann sie hinter sich Stimmen hören. Sie tritt zur Seite und das gesamte Mädchenvolleyballteam und stürmt an ihr vorbei.
Stimmt ja, sie trainieren zur gleichen Zeit wie wir, denkt Kahoko und auch die Eile der Mädchen ist mit einem Blick auf die Uhr erklärt. Wenn sie sich nicht beeilen, verpassen sie den Bus, der am Ende der Straße hält.
Kahoko hat es nicht eilig, sie lässt den Blick über die Mädchen schweifen, als neben ihr die letzte aus dem Gebäude tritt.
Vermutlich wäre sie ihr gar nicht aufgefallen, hätte sich die Schülerin bei ihrem Anblick nicht so versteift.
Kahoko dreht sich zu ihr um und erstarrt ebenfalls.
„Oh.“, macht sie und dann etwas zögerlicher: „Hi...“
„Hi...“, Haruka nickt ihr grüßend zu, aber sie geht nicht weiter, sondern kaut an ihrer Unterlippe herum.
„Wie geht’s dir?“, bringt sie schließlich hervor und Kahoko zuckt mit den Schultern.
„Es geht und dir?“
„Och, ganz gut.“
Schweigend stehen sie nebeneinander. Es ist deutlich zu sehen, dass Haruka etwas auf dem Herzen hat, aber Kahoko wird sicher nicht den ersten Schritt tun.
Schließlich seufzt die Ältere entnervt, scharrt mit den Füßen am Boden und wählt den „sanfteren“ Weg.
„Du kommst nicht mehr so oft vorbei.“, murmelt sie und Kahoko nickt steif.
„Ist irgendetwas vorgefallen? Mit Shoichi meine ich?“
Haruka kann sehen, wie Kahokos Kiefer mahlen, als müsse sie all die großen Gedanken erst in ihre Bestandteile zerlegen, um daraus Sätze formen zu können.
Schließlich zuckt sie doch nur wieder wortlos mit den Schultern.
Haruka verdreht entnervt die Augen.
„Hör zu. Ich bin keine Kupplerin und ich hab auch wirklich keine Lust, Prügel zu kriegen, aber ihr seid beide so selten stur und dämlich.“
„Wie bitte?“
„Okay, okay, das kam jetzt blöd rüber und ich halt mich da auch raus, wirklich, ich sag nur, Leute sind nie das, was sie vorgeben zu sein. Du weißt schon, harte Schale, weicher Kern. Nur halt Arschloch Schale und Weichei Kern. Du bist doch schlau, oder? Denk drüber nach.“
Und damit macht Haruka, dass sie von der Größeren weg kommt, bevor sie sich tatsächlich noch in irgendetwas einmischt.
Warum hab ich überhaupt etwas gesagt? Das ist doch alles gar nicht mein Bier!!

- - -

Kahoko steht immer noch da wie bestellt und nicht abgeholt, als der Rest des Teams auftaucht.
„Alles okay mit dir?“ Shouta fuchtelt besorgt mit der Hand vor ihren Augen herum, als sie auf seine Worte nicht reagiert.
Kahoko zuckt zusammen, mustert ihn verwirrt und nickt dann aus Reflex.
„Wird wohl Zeit, dass du nach Hause kommst.“, Nanami nimmt ihren Arm und zieht sie mit sich in Richtung Haltestelle.
„Übrigens ist Takaos Idee super, kannst du ihm ruhig ausrichten, Montag kriegen wir einen Hometrainer für dich, damit du trainieren kannst. Ich würde dich ja draußen rumfahren lassen, aber mal ehrlich, du würdest nur jemanden über den Haufen fahren oder dir selber weh tun und ich weiß nicht, was davon schlimmer ist.“
Es ist eine Erleichterung, nicht reden zu müssen. Die Mädchen unterhalten sich über alles mögliche und Kahoko muss einfach nur dasitzen, hin und wieder nicken oder ein „Hmm...“, murmeln, um dazu zu gehören.
Tsubaki erzählt einen Witz, den sie von Reo hat und Michirou ist mal wieder die einzige, die die Pointe nicht begreift. Nanami berichtet, dass sie eine Liste von Mädchen hat, die sie überzeugen möchte, ins Basketball-Team zu wechseln und sogar Shinji geht aus sich heraus und erzählt, wie ihr in der Mittelschule bei einem offiziellen Spiel die Trikothose mitten durch gerissen ist.
Über die Köpfe der anderen hinweg fängt Kahoko Lias Blick auf. Ihre Kapitänin ist ruhig, wie sie es immer ist, aber hinter ihren blauen Augen tobt ein Sturm, den sie zu verbergen versucht.
Kahoko hebt eine Augenbraue, eine wortlose Frage. Lia nickt, schüttelt den Kopf und lächelt dann.
Für einen Außenstehenden mag es unsinnig erscheinen, wahllose Bewegungen, aber Kahoko versteht es. Lia weiß, dass sie zu ihr kommen kann, wenn sie reden möchte. Aber sie will nicht reden. Und so schlim ist es auch nicht, sagt das Lächeln zum Schluss.
Als der Bus kommt, ist Kahoko nicht bereit zu gehen.
Shintarou hat heute extra langes Training und ihre Eltern sind nicht zuhause. Sie hat nur Mathehausaufgaben auf. Mathe ist ihr stärkstes Fach und nicht geeignet, ihren Kopf länger zu beschäftigen. Sport kann sie keinen treiben, wie also soll sie auf andere Gedanken kommen?
„Kahoko? Das ist dein Bus.“, Nanami stößt sie an und Kahoko nickt und verkneift sich ein Seufzen, als sie aufsteht.
Wenn ihr jemand vor ihrem Umzug gesagt hätte, dass ihr die Gesellschaft einer Gruppe aufgedrehter Mädchen lieber sein würde, als die Aufnahme eines guten Basketballspiels, hätte sie denjenigen einweisen lassen. Sie wuschelt Megumi im Gehen durchs Haar und winkt den anderen, als sie einsteigt.
„Bis morgen!“

- - -

Kahoko ist niemand, der lange innehält und nachdenkt. Sie ist immer in Bewegung, körperlich wie geistig.
Hier im Bus sitzen zu müssen, weil sie nicht einfach nach Hause joggen kann wie früher, ist schon Strafe genug. Aber ihren Gedanken nicht entkommen zu können, ist unerträglich.
Sie fühlt sich, als würde alles still stehen, als wäre sie keinen einzigen Schritt weiter gekommen, seit sie das Schuljahr begonnen hat.
Das stimmt nicht, erinnert sie sich selbst, Shintarou und ich sind uns näher gekommen, ich habs sogar geschafft, mich bei Kise und… und Shoichi zu entschuldigen.
Kahoko presst die Stirn gegen das kühle Glas des Fensters und starrt nach draußen.
Aber hat das was geändert?
Sicher, ich stehe Shintarou jetzt näher, aber da ist immer noch so vieles, was zwischen uns steht. Ich habe keine Ahnung, wie ich mit Tatsuya umgehen soll und von der Freundschaft zu Shoichi sind nur Scherben übrig geblieben. Ich dachte, es wäre leichter.
Sie seufzt. Der Bus hält an einer Ampel und sie kann die Leute besser sehen, die den Gehsteig entlang gehen. Ein Junge in ihrem Alter geht vorüber, den Kopf gesenkt, die Schultern angespannt. Seine ganze Haltung drückt Gefühle aus, die Kahoko nur zu vertraut sind. Unzufriedenheit und dieser unbestimmte Zorn auf sich selbst.
Erst als der Bus anfährt, geht ihr auf, dass dieser Junge ihr zu vertraut ist, um ein Fremder zu sein. Sie setzt sich auf, in sich das dringende Bedürfnis, sein Gesicht zu sehen. Er dreht sich nicht um und der Bus fährt in die entgegen gesetzte Richtung. Sie steht auf, drückt den Halteknopf und sieht dennoch nur dabei zu, wie sie sich immer weiter voneinander entfernen.
Ironischerweise ist es sein Hintern, der sie auf die richtige Spur bringt, oder vielmehr die Art, wie er die Hüften bewegt, wenn er geht, sie hat darauf schon immer am meisten geachtet.
Es ist Shoichi, der da unter der Last schlechter Gefühle dahin wankt.
Der Bus hält zwei Blocks entfernt und sie sprintet los, den schmerzenden Rippen zum Trotz.
Leute sind nie das, was sie vorgeben zu sein, hört sie Harukas Stimme in ihrem Kopf.
Du weißt schon, harte Schale, weicher Kern. Nur halt Arschloch Schale und Weichei Kern. Du bist doch schlau, oder? Denk drüber nach.
Ich denk drüber nach! Kahokos innere Stimme wispert nicht mehr, sie brüllt, während sie um eine Ecke schlittert und sich grade noch erfängt.
Sie braucht nur einen winzigen Moment, um sich zurecht zu finden, sie kennt diese Straße mittlerweile viel zu gut.
Die Haustür ist noch nicht ganz zu, als sie mit einem gewaltigen Satz die Stufen hoch springt und sich dagegen wirft. Die Tür gibt nach und sie fällt Shoichi regelrecht in die Arme.
„Kahoko!“, für einen Augenblick starrt er sie nur an, wie sie da an an ihm hängt, nach Luft ringend und rot im Gesicht, dann fängt er sich wieder und stemmt sie in die Höhe. „Was machst du hier?“
„Ich will Antworten!“

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