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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
Alle Kapitel
100 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.06.2016 2.833
 
Ein fettes Ups von mir! Ich hab grad festgestellt, dass das hochgeladene Dokument nur das halbe Kapitel drin hatte. Tut mir wirklich leid, jetzt haben wir wirklich alles drin.
Zum Glück hat die liebe Jojocchi erwähnt, dass das Kapitel so kurz ist, sonst wär mir das nie aufgefallen. *drop*
Viel Spaß beim Lesen

Routine? Alltag? Nein Danke


- - - Montag - - -

„Stell dir vor. Kagami hat mich am Abend noch angerufen. Sie hatten so viel zu tun, dass er gar nicht dazu gekommen ist und dann war auch noch sein Akku leer. Ich hab mich da natürlich viel zu sehr rein gesteigert.“
Megumi grinst verlegen und Kahoko wuschelt ihr durchs Haar.
„Ist schon okay. Wir verraten ihm nichts davon. Und ich freu mich, dass es alles geklärt ist.“

Neben ihnen gähnt jemand laut. Überrascht drehen sie sich um.
Michirou wird knallrot.
„Ich hatte nicht genug Schlaf, na und? Das hat gar nichts zu bedeuten.“, murrt sie und sieht zu, dass sie in die Gänge kommt. Sport macht immer wach.
„Ich frag mich, was sie gestern Abend noch gemacht hat.“, wispert Tsubaki neben ihnen und Kahoko zuckt mit den Schultern, obwohl sie eine Ahnung hat.
„Lasst site doch. Sie wird es uns schon sagen, wenn es wichtig für uns ist.“

- - - Dienstag - - -

„Oh… hi Lia.“, Shoutas Lächeln ist noch immer nicht zu hundert Prozent echt, wenn es um sie geht. Sie erwidert es ebenso gezwungen, geht zu ihrem kleinen Schreibtisch und sammelt die Papiere zusammen, die sie dringend braucht.
Sie kann sich in Shoutas Gegenwart nicht konzentrieren und sie will auch nicht mit ihm alleine sein, wenn es ihr nicht gut geht. Er kennt sie zu gut, als dass sie ihm etwas vormachen könnte.
„Alles in Ordnung bei dir? Ich kann auch raus gehen, wenn du hier deine Ruhe brauchst.“
Sie versteift sich, als sie seine Stimme hört.
„Nein, alles in Ordnung. Ich muss sowieso in die Bibliothek, bleib du nur hier.“
Er sieht ihr zu, wie sie aus dem Raum flüchtet und seufzt.
Werden wir je miteinander klar kommen?

- - - Mittwoch - - -

„Du bist unkonzentriert.“
Kahoko hebt verwundert den Blick von ihrem Schulbuch. Nanami steht neben ihr und mustert sie, als wolle sie ihr bis auf die Seele schauen.
„Bin ich nicht.“
„Doch, bist du. Du brauchst die Bewegung, oder?“
Kahoko zuckt unmerklich zusammen.
„Ja schon. Aber geht halt nicht anders. Die Rippen müssen heilen.“
„Dein Kopf ist aber auch nicht bei der Sache.“
Nanamis Ton ist anklagend und Kahoko wird langsam ungehalten.
„Willst du mir irgendwas sagen?“
„Eher würde ich gerne etwas wissen. Du verschweigst mir was.“
„Ich verschweige dir viel.“, entgegnet Kahoko knapp und blickt demonstrativ zurück in ihr Buch.
„Warum?“
„Weil man manche Dinge mit sich selbst ausmachen muss.“ Kahoko sieht nicht mal vom Buch auf.
Dass Nanami sich ihr gegenüber auf einen Stuhl fallen lässt, kriegt sie aber dennoch mit.
„Wir sind alle deine Freunde, wir wollen dir helfen.“
„Aber ich will das alleine hinkriegen.“, bleibt Kahoko stur und Nanami nickt.
„Das ist ja auch okay. Du musst uns nicht alles sagen. Aber deshalb musst du auch nicht lügen. Du hast dich gar nicht geprügelt.“
Kahoko schweigt eine Weile. Dann schüttelt sie den Kopf.
Nanami streckt ihre Hand aus und legt sie auf Kahokos, bis diese sie ansieht.
„Nimm dir heute Nachmittag frei. Vielleicht kannst du nicht alles klären, aber manches muss man Schritt für Schritt tun.“
Sie steht auf und geht und Kahoko blickt ihr hinterher, sprachlos und verwirrt.
Was denn klären?
Kahoko stockt. Ihr fällt sofort Kise ein.
Nein. Ich hab keine Ahnung, wie ich mich bei ihm entschuldigen soll. Dafür ist es noch zu früh.
Dann Tatsuya… Auch ihren nächsten Gedanken verwirft sie hastig. Dazu ist sie noch viel weniger bereit.
Sie seufzt und zieht ihr Handy aus der Tasche.
Schritt für Schritt hat Nanami gesagt. Warum also nicht mit etwas anfangen, dass sie garantiert auf die Reihe kriegt?
Sie findet den gesuchten Kontakt und tippt hastig eine kurze Nachricht. Wenn er heute Nachmittag Zeit hat, dann ist das ein Zeichen, dass sie auf dem richtigen Weg ist.

Sekunden später kriegt sie die Antwort. Er wird kommen.
Sie freut sich zwar, aber sie weiß auch, wo das hinführen wird. All diese Vergebungen schlagen ihr langsam aber sicher auf die Nerven.

- - - immer noch Mittwoch, auf der Rakuzan - - -

Yoyo hasst Disziplin. Ganz besonders hasst sie Disziplin, wenn es ums Training geht. Und wenn dann noch jemand daher kommt und mit dem Wort „Disziplinarmaßnahme“ kommt, dann hätte dieser jemand zuvor besser sein Begräbnis planen sollen.
Mit einer Stinkwut im Bauch donnerst sie den 112. Layup ins Netz.
Wer hat eigentlich beschlossen, dass man seinen Mitmenschen nicht den Garaus machen darf, wenn sie sich bescheuert verhalten?
Yoyo fixiert den Korb und stellt sich vor, dass an seiner Stelle der Kopf ihres Trainers dort hängt. Mit mehr Wucht als nötig pfeffert sie den Ball hindurch. Trotzdem. Wirklich befriedigend ist das auch nicht.
Mürrisch mustert sie den Rest ihres Teams, der auf dem restlichen Hallenboden trainiert, als wäre sie gar nicht da.
Jetzt haben sie die Inter High gewonnen und trotzdem sind alle paranoid – und fies. Montag durfte sie die gesamte Trainingszeit nur abwechselnd Runden laufen und Drei Punkte Würfe schießen, gestern kam der Ausfallschritt dran und heute sind es Lay-Ups. Sie hat nichts gegen klassisches Basketball. Es ist im Vergleich zu Streetball nur ein wenig langweilig, das ist alles.
Aber das hier ist wirklich zu viel. Immer und immer wieder den gleichen Schritt, denselben Wurf zu üben. Entweder wollen die sie zu einer Machine machen, oder sie aus dem Team ekeln.
Der 113. Layup und immer noch kein Ende in Sicht. Langsam tun ihr die Arme weh, aber bevor der Kapitän sie nicht Runden laufen schickt, darf sie nicht aufhören.
Schöne Scheiße.

- - - immer noch Mittwoch, Tokyo Stadtzentrum - - -

Es ist zwar nur eine Straßenbahnhaltestelle, aber Tokyo ist Tokyo und wie immer grundsätzlich von Menschen verstopft.
Kahoko kann ihn trotzdem über die Köpfe der anderen hinweg sehen – etwas Gutes hat es, dass ein Großteil ihrer Freunde übermenschlich groß ist.
Sie winkt ihm und er erwidert die Geste träge. Besonders begeistert wirkt er nicht, aber das war ja bei ihrem letzten Treffen auch nicht so.
„Hey...“, sie erreicht ihn und breitet die Arme aus, um ihn zu umarmen, wie sie es von ihren Freunden aus Amerika noch immer gewöhnt ist.
Daiki mustert sie, als wäre sie ein Wesen von einem anderen Planeten. Sie lässt die Arme wieder sinken und reicht ihm stattdessen die Hand.
Sein Gesichtsausdruck wirkt immer noch deutlich befremdet, als er ihr stattdessen seine Pranke auf die Schulter klatscht.
„Also? Du wolltest die Stadt unsicher machen?“
Er schlendert neben ihr her, die Hände in die Taschen gestopft. Er macht sich nicht die Mühe, ein Gespräch zu beginnen. Er fragt nicht, wie es bei ihnen im Team läuft oder erzählt etwas von sich.

Daiki, du hast dich verändert… denkt Kahoko, aber sie spricht ihren Gedanken nicht aus. Sie ist hier, um Dinge zu klären, ja, aber nicht um mit der Tür ins Haus zu fallen. Das wollte sie ja eigentlich sowieso schon immer lernen.
Aber wie soll ich das Eis brechen?
Sie stockt, dann grinst sie. „Warte kurz.“
„Eh?“ Daiki dreht sich zu ihr um, aber sie hastet schon durch das Menschengewirr davon und ihm bleibt nichts anderes übrig, als stehen zu bleiben wie bestellt und nicht abgeholt.
Kurze Zeit später ist sie wieder da, in jeder Hand ein Eis.
„Hier, für dich. Erdbeere. Hab ich mir gemerkt.“
Verdutzt starrt er auf das Eis in seiner Hand, dann in den Himmel, der voller dunkler Wolken ist.
„Kahoko. Es fängt bald an zu regnen.“
„Na und?“, sie zuckt mit den Schultern und widmet sich ihrem eigenen Eis, „Dem Eis ist doch das Wetter egal.“
Und da, endlich, zeigt sich ein Lächeln auf seinen Lippen. Es ist klein und nur ganz kurz da, aber sie hat es gesehen.

„Also erzähl mal.“, beginnt sie im lockersten Ton, den sie drauf hat, „Habt ihr heute kein Training, so kurz vor dem Finale?“
„Klar haben wir, aber ich darf nicht spielen, also muss ich auch nicht trainieren.“
„Stimmt ja, du hast dich verletzt, oder?“ Sie vermeidet es, ihn aufs Schwänzen anzusprechen. Sie braucht ihn in guter Laune.
„Verletzt nicht, nur überanstrengt. Aber dein Gesicht sieht eindeutig nach Verletzung aus. Hast du versucht, jemandem mit deiner Nase den Schädel einzuschlagen?“
„Nö.“, erklärt sie lapidar, „Ich hab Akashi mit meiner Stirn das Nasenbein gebrochen und er hat sich mit seinem Kinn revanchiert.“
Daiki bleibt abrupt stehen.
„Du hast was?“
„Es war ein Unfall, okay? Wir standen zu dicht voreinander und die doofe Lehrerin hat uns erschreckt.“
„Was wolltest du überhaupt von ihm?“
„Kennst du nicht das Sprichwort: 'Zeig mir deine Freunde und ich sag dir, wer du bist.' Ich wollte den neuen Shintarou kennen lernen.“
„Und dazu gehst du ausgerechnet zu Akashi? Wobei, wenn einer mit Shintarou befreundet war, dann wohl er.“
„Wirklich?“ Jetzt ist es an Kahoko, stehen zu bleiben.
„Klar, sie sind beide ernst, haben ne so genannte bessere Erziehung und sie spielen beide leidenschaftlich gerne Shogi. Wenn es jemanden gibt, der Akashi versteht, dann Shintarou. Und umgekehrt.“
Kahoko verzieht das Gesicht.
„Ich will aber nicht nochmal mit dem Fruchtzwerg reden.“
„Dann tu's nicht.“

Fünf Meter weiter bricht Kahoko erneut das Schweigen.
„Wer wäre das bei dir?“
„Hmm?“
„Wer versteht dich so gut, wie Akashi und Shintarou sich verstehen?“
Daiki wirft ihr einen scharfen Blick zu. „Du hättest gleich sagen können, dass du über ernste Themen reden willst.“
„Wärst du dann gekommen?“
„Ne.“
Sie laufen nebeneinander her durch die Fußgängerzone, bis Kahoko eine Filiale ihres liebsten Schuhgeschäfts entdeckt. Kurzerhand packt sie Daikis Schulter.
„Komm. Ich bestech dich.“
„Vergiss es.“
„Aber du liebst Schuhe. Das weiß ich.“
Grummelnd und murrend lässt er sich mitschleifen. Mit jedem Paar Schuhe, das er sieht, wird sein Widerstand schwächer, bis er endlich ein besonders schönes Paar in Schwarz und Dunkelrot in die Hände nimmt.
„Na gut.“, verkündet er, dreht und wendet den Schuh, „Aber wenn es zu ernst wird, dann helfen selbst die Schuhe nichts mehr.“
Kahoko grinst. „Deal.“

„Also?“
Sie sitzen auf einer Parkbank und begutachten die nigelnagelneuen Schuhe an Daikis Füßen. Er wackelt probeweise mit den Zehen, bevor er antwortet.
„Satsuki, glaube ich, weiß genau, was los ist. Aber sie versteht nicht, wie es sich anfühlt. Mich verstehen… das tut wohl nur Kise.“
Er sieht aus dem Augenwinkel, wie Kahoko das Gesicht verzieht.
„Du magst ihn nicht, was?“
„Nicht wirklich.“
„Gut. Muss ja auch Mädchen geben, die nicht auf ihn stehen… Ich hab gehört, du hast ihn verprügelt.“
Sie grunzt. „Hab ich nicht. Ich hab ihn in Unterwäsche zu einem One-on-One heraus gefordert.“
„Und mich nicht? Verdammt!“
Kahoko boxt ihm lachend gegen den Oberarm.
„Stell dich nicht so an. Wir hatten ein One-on-One.“
„Aber nicht in Unterwäsche.“
„Als ob es da was zu sehen gebe. Du hast mich schon nackt gesehen.“
„Ja, da warst du sechs. Als obs da was zu sehen gegeben hätte.“

„Aber jetzt im Ernst. Wer ist Kise?“
Er wirft ihr einen Blick zu. „Ist das immer noch dieser Sprichwortkram?“
Sie nickt und er stöhnt entnervt. „Du raubst mir noch den letzten Nerv.“
„Ach komm schon. Um der alten Zeiten willen.“
„Lern ihn doch selber kennen.“
„Hab ich doch schon. Aber ich mag ihn nicht. Ich hab ihn nicht so kennen gelernt wie du.“
„Er hat wegen mir Basketball angefangen.“
Kahokos Mund öffnet und schließt sich wieder, als sie begreift, dass er ihr endlich eine Antwort gibt.
„Warum?“
„Er hat nach einer Herausforderung gesucht. Und ich war die Herausforderung.“
„Hat er je gegen dich gewonnen?“
Daiki lacht. Es ist ein hartes Lachen, das nicht von Herzen kommt. Es ist eine ganz eigene Antwort auf seine Frage und auch das Zeichen, dass hier die Grenze ist. Mehr wird sie nicht aus ihm heraus bekommen.
Kahoko mustert ihn lange, dann rutscht sie näher, bis sich ihre Schultern berühren. Sie blickt auf ihre Füße, die sie fest in die Erde drückt.
„Ich mag Kise nicht, weil er alles kopiert.“
„Und was ist falsch daran? Es ist sein Talent. Er nutzt es wenigstens aufrichtig.“
„Tun das andere nicht?“, fragt sie zurück und erwartet mit klopfendem Herzen, dass er auf sie zeigt.
„Wird schon welche geben.“, murmelt er nachlässig und lässt seinen Kopf zurück fallen.
„Es fängt bald an zu regnen.“
Kahoko drückt ihre Ferse gegen seine Wade, als er nicht reagiert. Sie will nicht hier sitzen bleiben, mit all den düsteren Erinnerungen um sie herum.
Ein erster, schwerer Tropfen trifft ihren nackten Oberarm. Als wäre damit etwas zerbrochen, öffnen die Wolken ihre Schleusen zu einem regelrechten Wolkenbruch.
Obwohl sie zur Haltestelle rennen – trotz der schmerzenden Rippen – sind sie bei ihrer Ankunft bereits patschnass.
„Dein Shirt ist durchsichtig.“, stellt Daiki grinsend fest, als die Bahn eintrudelt.
Kahoko rollt mit den Augen.
„Ja, deines auch.“
Er grinst noch breiter, richtig wölfisch.
„Wusste, es gefällt dir.“
Sie schubst ihn und sprintet an ihm vorbei in die Bahn, aber los wird sie ihn dadurch nicht.
Kaum sitzt er neben ihr, fällt er wieder zurück in seine Letharie. Er mag sich in ihrer Gegenwart bemühen, das alte, fröhliche Ich zu sein, dass sie von früher kennt, aber er hat nicht genug Energie oder Lust, die Fassade lange aufrecht zu erhalten.
„Kommst du mit zu mir? Ich kann dir was Trockenes leihen.“
Er lehnt den Kopf gegen die kalte Fensterscheibe, während er sie ansieht und sie zögert, denkt darüber nach.
Sie blickt hoch zum Bildschirm und sieht den Namen einer Haltestelle. Falls das wieder ein Zeichen sein soll, wird sie wohl doch langsam abergläubisch.
„Nein, ich muss noch was erledigen. Aber grüß Mirai von mir.“
Daiki zuckt nur mit den Schultern.
Als sie aussteigen muss, ist er neben ihr eingenickt.

- - -

„Gutes Training, Leute. Schluss für heute.“
Kahoko kann den Trainer hören, wie er die Jungs verabschiedet. Mürrisch mustert sie die ganzen Mädchen um sich herum. Wie beliebt ist dieser Kise eigentlich, dass er seinen eigenen Fanclub hat?
Endlich, nach Ewigkeiten, öffnet sich die Tür der Sporthalle.
Die Mädchen quietschen los, erst zögerlich und das berechtigt, denn der erste, der heraus kommt, ist der Kapitän, ein großgewachsener Junge mit schwarzen Haaren, Kniestrümpfen und mürrisch zusammen gezogenen Augenbrauen.
Er mustert den Auflauf vor der Sporthalle und stapft dann wortlos weiter, die Ohren verdächtig rot.
Kahoko ignoriert ihn, obwohl er von hinten gesehen wirklich gut… okay, sie ignoriert ihn wieder.
Endlich kommt Kise heraus, lächelt nach links, nach rechts… und ignoriert dafür sie.
Erst denkt sie, es ist Zufall, aber sie überragt jedes der Mädchen und weiß ganz sicher, dass sie mit ihrem Nasengips immer noch auffällt, wie ein bunter Hund. Die grünen Haare noch gar nicht mit gerechnet.
Als er dann einfach abziehen will, ist ihre Geduld am Ende.
„Hey Kise!“, raunzt sie und er dreht sich mit einem etwas zu strahlenden Lächeln zu ihr um.
„Hanacchi! Was für eine Überraschung!“
Sie verkneift sich ein bissiges Kommentar und verbeugt sich stattdessen, um nicht sein Lächeln sehen zu müssen.
Als sie sich wieder aufrichtet – ihr tun die Rippen weh – mustert er sie verdutzt. „Tut mir leid, dass ich dich letztes Mal so behandelt habe.“
„Oh… also kein Ding...“, es ist ihm anzusehen, dass er nicht weiß, wie er reagieren soll, „Wenn du wieder Lust auf ein One on One hast, musst du's nur sagen.“
„Danke...“, Kahoko weiß selbst nicht, welche Reaktion sie sich erwartet hat, „Erst mal wird das wohl leider nichts, wegen der Nase und so...“
„Ah ja… In dem Fall bis dann mal...“, er winkt in die Runde und verschwindet den Gang entlang in Richtung der Umkleiden.
Kahoko will ebenfalls gehen, aber sie zögert.
Das kann doch nicht alles gewesen sein…
„Kise! Warte!“

Sie holt ihn noch rechtzeitig ein, hier außer Sichtweite seiner Fans, ist sein Lächeln weniger strahlend, seine Stimme kühler geworden. So kennt sie ihn von ihrem Match.
„Was ist denn noch?“
„Würdest du mir Tipps geben? Meine Technik ähnelt deiner und ich denke… ich denke, wenn ich sie ausbauen und nutzen würde, dann könnte ich mehr daraus machen.“
Er mustert sie lange und so sehr sie sich auch anstrengt, sie kann wirklich nicht in seinem Gesicht lesen.
Schließlich zuckt er mit den Schultern, als wäre die Frage das Grübeln gar nicht wert gewesen.
„Von mir aus. Lass uns Nummern tauschen, dann machen wir was aus.“
Sie nickt, zieht hastig ihr Handy aus ihrer Tasche, um seine Nummer einzutippen und ihm eine Nachricht zu schicken.
„Ich bin neugierig, Hanacchi. Warum hast du es dir anders überlegt und findest mich jetzt doch nicht mehr furchtbar?“ Er lächelt, aber er lässt sie auch nicht aus den Augen.
„Ich hab rausgefunden, dass ich eine beschissene Menschenkenntnis hab. Shintarou hat dir vertraut, also kann ich das auch.“
Kise öffnet gerade den Mund, um etwas zu sagen, als die Tür der Umkleiden aufgerissen wird.
„Wie lange willst du denn da noch rum flirten, Kise? Mach endlich vorwärts!“, wütet der Kapitän.
Kise verzieht das Gesicht und Kahoko winkt hastig ab. „Ich bin eh schon so gut wie weg.“
„Man sieht sich, Hanacci!“, ruft er ihr noch nach.
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