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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.03.2016 2.746
 
Hallo meine Lieben,
ich melde mich auch mal wieder und hoffe, dieses Kapitel macht euch beim Lesen so viel Spaß wie mir beim schreiben.
Ich bin ab nächstem Samstag drei Wochen im Urlaub und dann auch ohne Internet, deshalb wird es wohl einen Monat nichts mehr zu lesen geben. Aber vielleicht komm ich im Urlaub ja zum schreiben und danach sollte es bei mir auch wenig geregelter zugehen.
Alles Liebe und lasst mir doch eure Meinung da
Poettierchen


Übung macht den Meister


Kahoko träumt.
Es kann gar nicht anders sein, denn wie sollte auf einen Spätsommerabend in Japan ein Wintermorgen in Amerika folgen?
Kahoko liegt auf dem Bett, starrt aus dem Fenster in gleißendes Sonnenlicht und spürt überdeutlich - und doch ganz gedämpft – einen schweren, warmen Körper neben sich.
Warum träume ich von Tatsuya?
Ach, weil heute ja das Finale ansteht, denkt sie mit einer Klarheit, die sie oft nicht einmal im Wachzustand verspürt.
Ein Teil von ihr möchte sich auf die Seite drehen und mit ihm gemeinsam aufwachen – auch wenn es nur im Traum ist – der andere Teil möchte lieber wirklich aufwachen und nicht mehr an ihn denken.
Sie dreht sich um, aber neben ihr liegt nicht Tatsuya.
Du?“, platzt es fassungslos aus ihr heraus.
Shoichi lässt sich Zeit. Er blinzelt träge, reibt sich über die Augen, die so ohne Brille groß und fast schon unschuldig wirken, bis er sie zusammenkneift, um sie zu mustern.
„Was ist denn?“, murmelt er schläfrig und besitzt die Frechheit, die Decke einfach nochmal bis zur Nase hochzuziehen.
Kahoko ist sprachlos. Das alles wirkt so realistisch, dass sie fürchtet, einem Fall extremen Schlafwandelns erlegen zu sein. Vielleicht sollte sie sich kneifen?
„Schlaf doch noch ein bisschen. Es ist doch noch Zeit.“, murmelt Shoichi und streckt eine Hand nach ihr aus.
Sie rutscht von ihm weg – als sich ein Knie plötzlich mit Wucht in ihre Seite rammt und sie aus dem Bett wirft.

Kahoko reißt die Augen auf – es ist dunkel um sie herum und ihr tut alles weh.
Immer noch unsicher tastet sie nach dem Lichtschalter und atmet erleichtert auf, als es im Zimmer hell wird.
Sie ist in Japan, alles ist, wie es sein sollte. Mit der Ausnahme, dass sie am Boden liegt und Shinji schnarchend auf dem Bett kniet, das Gesicht ins Kissen gepresst, den Hintern in die Höhe gereckt.

Kahoko braucht einen Moment, um sich zurecht zu finden. Was für ein Tag eigentlich ist, warum ihre Teamkollegin bei ihr schläft und warum zum Donnerwetter sie solch seltsame Dinge träumt. Auf letzteres fällt ihr zwar eine Antwort ein, aber sie möchte sie nicht wirklich zu Ende denken.
Obwohl es draußen noch dunkel ist, versucht sie nicht einmal, wieder einzuschlafen. Ihre Gedanken drehen sich im Kreis und Shinji blockiert sowieso das ganze Bett.
Sie steht auf, schleicht die Treppe hinunter und öffnet so leise wie irgend möglich die Tür zum Garten.

Draußen ist es dunkel und kalt, aber das ist genau das, was ihr Kopf zu brauchen scheint. Sie blickt hoch in den Himmel, der überraschend klar ist. Sterne sieht sie keine, dafür ist Japan zu sehr Großstadt, aber das muss sie auch nicht. Sie weiß ja, dass sie da sind, versteckt hinter dem orangen Schein der hunderttausend Straßenlaternen.
Und fast ebenso vielen Nachtlichtern.

Ihr Kopf wird klar, sie lächelt unmerklich. Sie weiß genau, was sie zu tun hat. Sie muss vergeben. Anderen und sich selbst.
Und wie man das nun mal mit allen Dingen macht, die man nicht gut kann, heißt es auch hier: Übung macht den Meister.

- - -

„Willkommen zum Halbfinale der Inter High. Sehen Sie zu, wie sich die besten High School Teams Japans in einem Sport messen, der mehr als nur Talent erfordert. Bei der diesjährigen Basketballmeisterschaft zeigen unsere jungen Spieler wieder einmal, dass harte Arbeit und Fairness das sind, was einen in Leben und Sport weiter bringt...“
„Schling nicht so!“, schneidet Shintarous Stimme laut durch das monotone Geplapper des Moderators.
Kahoko versucht an den Gummiwürmern in ihrem Mund vorbei zu reden, als ihr Vater ihr das auch schon abnimmt und ihr eine riesige Schachtel Popcorn auf den Schoß stellt.
„Lass sie doch. Sie ist doch noch im Wachstum.“
Er tätschelt ihren Ellbogen, während Shintarou schnaubt und die Arme verschränkt.
„Aber wenn dir nachher davon schlecht wird, dann beschwer dich ja nicht bei mir.“
Kahoko grunzt und gibt ihm eine Antwort – das heißt, sie versucht es.
Zu ihrem Pech hat sie den Mund immer noch voller Gummiwürmer und zu ihrem noch größeren Pech biegen sie genau in diesem Moment um die Ecke, vor sich die versammelte Touou-Schulmannschaft. Sie sieht Imayoshi, bevor er sie sieht, schluckt, aber ein Stück Gummiwurm rutscht ihr in die falsche Röhre.
Kaum hat sie sich vorgenommen reifer zu sein, begrüßt sie ihn ausgerechnet damit, vollgesabberte Gummiwürmer in ihren Popcornbecher zu spucken.
Während der Rest des Teams angewidert zur Seite blickt, starrt er sie an. Kahoko würde ihn gerne genauer ansehen, will wissen, ob er überrascht ist, sie zu sehen, aber sie hängt immer noch würgend über ihrem Popcornbecher, weil das eine verflixte Stück Gummiwurm einfach nicht hoch kommen will – langsam geht ihr die Luft aus.
Eine Hand landelt mit zwei, drei wuchtigen Schlägen auf ihrem Rücken – und Tatsuya schiebt sich mit dem immer gleichen Pokerface an ihr vorbei.
„Ja… bei dem Anblick kommt mir doch auch gleich das Würgen.“, säuselt er und blickt direkt zu Imayoshi, der ihm den gleichen, leeren Blick zurück gibt. Und sich ein Lachen verkneift, als Kahoko sich zur Seite dreht und dadurch endlich den Gummiwurm aus ihrer Luftröhre hoch kriegt – leider auch alle aus ihrem Magen.
„Ich habs dir doch gesagt.“, murmelt Shintarou besserwisserisch, während Kahoko bedröppelt auf das Erbrochene zu ihren Füßen starrt.
Eine Erklärung wird ihr dann aber doch erspart, als ihr Vater für sie in die Bresche springt.
„Jungs! Jungs! Ihr wollt doch so kurz vor dem Spiel keinen Streit anfangen. Solltet ihr euch nicht aufwärmen oder sowas? Shintarou? Machen das Basketballer nicht normalerweise?“
Shintarou starrt erst seinen Vater an, dann die Jungs vor ihm, die nun grummelnd und murrend ihrer Wege gehen.
Selbst Tatsuya verschwindet, mit einem letzten herablassenden Schulterklopfer für Kahoko. Die besinnt sich gerade noch rechtzeitig und hält Imayoshi am Ärmel zurück.
„Können wir… noch kurz reden?“
Jetzt ist da kein Pokerface mehr auf seinem Gesicht, sondern blanke Überraschung – wenn auch nur den Bruchteil einer Sekunde lang.
„Hat das nicht Zeit? Worum geht es?“
Kahoko starrt ihn an, ringt nun nach Worten, wie kurz zuvor noch nach Luft.
„Also… ähm… die Nachhilfe?“
„Ist das jetzt dein Ernst?“, mischt sich jetzt ausgerechnet Shintarou wieder ein.
Kahoko kneift die Zähne zusammen, bemüht, nichts Falsches zu sagen und wendet sich nach einem verkrampften Lächeln in Shintarous Richtung wieder an Imayoshi.
„Alleine?“
Er nickt und zuckt gleichzeitig mit den Schultern, recht verlegen trotten sie Seite an Seite den Gang entlang, bis sie außer Sichtweite der beiden Midorimas sind. Mehr an Privatsphäre gibt es heute nicht.

„Popcorn?“, versucht Kahoko die Stimmung zu lockern, als sie endlich die Möglichkeit zum Gespräch haben – bis ihr peinlich berührt auffällt, dass auf dem Popcorn immer noch die vollgesabberten Gummiwürmer liegen.
„Vergiss das… Ähm… ich… also ich kann sowas nicht sehr gut, aber ich möchte sagen, also, will dich wissen lassen, dass du, also...“
„Was?“, unterbricht er ihr Gestammel.
„Ich verzeihe dir.“
„Was?!“
Kahoko mustert ihn, beißt sich auf die Lippe, schüttelt den Kopf und blickt ihn wieder an.
„Ich verzeihe dir. Alles, was du bis jetzt getan hast. Du hast mich angelogen, ja, aber du hattest den Mumm, es mir zu beichten und hast dich um mich gekümmert, als ich verprügelt wurde. Zwischen uns ist alles… klar gewischt, oder so… also… Schwamm drüber...“, sie dreht sich um und geht, beißt sich dabei so fest auf die Unterlippe, dass sie beinahe Blut schmecken kann.
Sie ist schon um die Ecke verschwunden, als ihr aufgeht, das es wohl nicht genug war. Sie dreht um, er steht immer noch an derselben Stelle.
„Worauf wartest du noch?“
„Du meinst das doch jetzt nicht ernst, oder?“
„Doch. Also… es war schon schwer genug, es auszusprechen, ich sag es sicher nicht noch einmal und es fällt mir, das sag ich dir ganz ehrlich, auch recht schwer, aber na ja… ich sollte langsam mal anfangen, nicht mehr so nachtragend zu sein und ich dachte, ich fange mit dir an. Will mir ja keine zu hohen Ziele stecken und so, du weißt schon.“ Sie lacht recht verkrampft.
„Aber du solltest jetzt los, oder?“, fragt sie ihn mit gezwungener Freundlichkeit, „Dein Spiel gewinnen und so?“
„Oh, ähm… ja klar...“, murmelt er und eilt an ihr vorbei.
„Viel Glück.“, ruft sie ihm nach und meint es sogar ehrlich.

Kahoko geht zurück, gedankenverloren schiebt sie sich die halb gegessenen Gummiwürmer wieder in den Mund. Sie fühlt sich nicht unbedingt so, wie das immer in den Büchern geschrieben wird. Von wegen… dass ihr ein Stein vom Herzen gefallen ist oder so. Aber ein klein bisschen besser, ja, das fühlt sie sich schon, allein deswegen, weil sie es geschafft hat.
Sie atmet tief durch, biegt um die Ecke – und stößt ihren Atem mit einem äußerst unmädchenhaften Grunzen wieder aus.
Neben ihrem Bruder steht Akashi, wie er leibt und lebt… und redet mit ihm. Also mit Shintarou.
Er trägt einen Nasengips, der ihrem eigenen nicht unähnlich sieht. Wenn Kahoko ehrlich ist, dann steht ihm der Gips auch wesentlich besser als ihr. Vermutlich hat er auch noch gleich eine Schönheits-OP dran gehängt, damit das Näschen am Ende auch ja nicht platt aussieht.
Ganz ruhig, sagt sich Kahoko immer wieder wie ein Mantra vor, wir wollten ja verzeihen lernen und hier haben wir gleich die nächste Übung. Einfach nett lächeln und das „Arschloch“ runter schlucken.
Also setzt sie sich ein Lächeln auf die Lippen und schlendert zu ihrem Vater rüber, Akashi geflissentlich ignorierend, bis er ihr direkt gegenüber steht.
Erst glaubt sie, er würde sie einfach ignorieren – was ihr sogar recht lieb gewesen wäre – aber er beendet den Satz zu Shintarou und dreht sich dann zu ihr um.
„Kahoko. Du auch hier?“
Er mustert sie, erfasst blitzschnell ihre leicht steife Haltung und die unter der Kleidung noch zu erahnenden Verbände.
„Hast du dich etwa geprügelt?“, sein Ton ist herablassend und ihr rutscht die Zunge aus
„Ach, nur die üblichen Zwe-hrmpf-Zweckdienlichkeiten.“, kann sie sich grade noch zurück halten.
Akashi mustert sie aus zusammen gekniffenen Augen und sie rettet sich mit einem verlegenen Lacher.
„Als sie an der Nase schon mal dran waren, haben sie sich gedacht, sie machen gleich noch den Rest mit. Ich hätte mir zwar die neueste Cyborgtechnologie gewünscht, aber keine Blutergüsse ist auch schon mal was.“
„Und ich dachte, es hätte vielleicht damit zu tun, dass Kirisaki Daichi's Mädchenteam disqualifiziert wurde. Du weißt nichts davon?“
Kahoko starrt ihn fassungslos an und er nickt wissend. „Dachte mir schon, dass diese Methoden etwas über deinem Niveau liegen. Aber man kann ja auf positive Überraschungen hoffen. Nun, wir sehen uns, ich habe ein Team anzuführen.“
„Du spielst?“, ruft Kahoko ihm hinter her und er dreht sich zu ihrer Überraschung sogar noch einmal um.
„Nein. Aber als Kapitän führe ich trotzdem. Wieso? Hast du Angst, ich könnte deine Freunde im gegnerischen Team fertig machen?“
Kahoko öffnet den Mund, schließt ihn wieder, als ihr aufgeht, dass sie nicht mehr weiß, welche Teams denn nun genau gegeneinander antreten.
Sie dreht sich zu Shintarou und der antwortet ihr, ohne dass sie die Frage überhaupt aussprechen muss – aber auch ohne den Blick vom Fußboden zu heben.
„Rakuzan gegen Yosen.“
Kahoko zieht die Schultern hoch… und lässt sie wieder fallen.
„Ist mir egal.“, murmelt sie, die Tatsuya-Situation ist ja ohnehin schon so kompliziert, dass sie Basketball da auch raushalten kann.
Akashi nickt, obwohl es nichts zu nicken gibt – und geht.

„Kommt… Lasst uns mal zu unseren Sitzen gehen, es ist schon so viel passiert und dabei hat das Spiel noch nicht einmal angefangen.“, scheucht ihr Vater sie weiter und schlingt dabei den Arm um Kahokos Schultern.
„Alles okay bei dir?“, wispert er ihr ins Ohr und sie nickt, mit steifen Schultern.
„Ja klar, alles bestens. Ist nur viel auf einmal.“
„Versteh ich.“

- - -


Während das Team der Touou und das Team der Rakuzan in ihren jeweiligen Spielen langsam aber sicher dem Sieg zustreben, erfreuen sich die Zuschauer der Mädchen Inter High über einen unerwartet fairen Wettkampf.
„Kannst du mal fünf Minuten von deinem Handy?“, nölt Mirai und lässt sich auch von Shinjis bestem Killerblick nicht einschüchtern.
„Wenns dich stört, dann setz dich doch wo anders hin.“
„Aber du gehörst zu meinem Team. Und die anderen sind alle bei den Jungsspielen am zuschauen.“
„Dein Team? Ach, vergiss es… Was glaubst du, warum ich ständig aufs Handy schaue? Ich krieg immer wieder Statusberichte von den anderen, wie es dort läuft. Tsunako schaut bei Rakuzan zu und Michirou bei Touou.“
Augenblicklich hängt sich Mirai über Shinjis Schulter, um aufs Display zu spähen.
„Und? Wie läufts, sag schon?“
„Rück mir nicht so auf die Pelle, ich erzähl's dir ja schon.“

- - -

Lia ist gerade dabei, eine besonders knifflige Matheaufgabe zu lösen, als sich die schwere Haustür erst öffnet und dann schließt.
Sie stockt, mustert nervös das Chaos auf ihrem Schreibtisch und dann die Treppe, die vom Eingang herauf führt.
Der Kopf ihres Vaters taucht auf, gesenkt, weil er wie immer mehr auf das Buch in seiner Hand achtet als darauf, wo er seine Füße hinsetzt.
Erst als er oben angekommen ist, bemerkt er sie.
„Oh. Lia… kein Training heute?“
„Nein… Nein, ich hab ihnen frei gegeben. Dann bleiben sie eher bei Laune, wenn es dann wirklich ernst wird.“
Er nickt und geht an ihr vorbei zum Kühlschrank, um sich etwas zu Essen zu holen, das nicht nach Krankenhaus-Sandwiches schmeckt.
Lia starrt seinen Rücken an, schluckt schwer, mustert ihre Matheaufgaben und atmet noch mal tief durch.
Jetzt oder nie. Okay, vielleicht doch lieber nie…
Lias Handy leuchtet auf, statt der Nachricht bemerkt sie aber ihren Bildschirmhintergrund. Es ist ein Foto von ihrem Team, sie atmet tief durch und steht auf.
„Dad. Ich muss mit dir reden.“
„Hmm?“, er dreht sich zu ihr um, in einer Hand ein Thunfisch-Sandwich, das sie ihm im Voraus gemacht hat, in der anderen immer noch das aufgeschlagene Buch.
„Ich hab nachgedacht. Also wegen Amerika.“
„Was gibt es da nachzudenken? Es ist alles schon beschlossen.“
„Ja, ich weiß. Aber du hast es beschlossen und ich… ich will nicht mit Basketball aufhören.“
Er klappt das Buch zu. Jetzt hat sie seine Aufmerksamkeit.
„Was soll das heißen, Lia? Wir waren uns einig, dass Basketball lediglich ein Zeitvertreib ist und dir lediglich noch bei einem Stipendium helfen könnte.“
„Wenn du es eine Einigung nennen möchtest, dass du etwas sagst und mir nicht erlaubst, meine eigene Meinung zu haben, dann okay, dann waren wir uns einig.“, beginnt sie atemlos und redet weiter, lauter und schneller, bevor sie ihr Mut völlig verlässt.
„Aber Basketball ist mein Ding. Ich mache es, nicht als Zeitvertreib oder nur, weil ich gut darin bin, sondern ich bin gut darin, weil ich es liebe. Und ich werde nicht damit aufhören, bevor ich es nicht selbst entscheide. Von mir aus schick mich nach Amerika, aber auch in Amerika spielen sie Basketball.“
„Lia! Du bist wohl nicht bei klarem Verstand! Es geht hier um deine Zukunft, deine Ausbildung! Weißt du eigentlich, was ich geschuftet habe, um dir das alles zu ermöglichen?“
„Ich hab nicht darum gebeten, Dad. Ich hab nicht darum gebeten.“, sie spürt die aufkommenden Tränen, sie verstopfen ihr die Kehle. Sie schluckt daran herum, würgt richtig.
„Du weißt, dass ich immer nur die besten Noten nach Hause bringe, Dad. Ich hab dich noch nie enttäuscht und ich werd's auch nie machen. Aber das… ich bin bereits 18, Dad. Das hier ist meine Entscheidung.“
„Darüber reden wir noch.“, faucht er und sie nickt, nimmt ihre Jacke und geht.
Sie muss jetzt dringend an die frische Luft.

- - -

Nicht weit entfernt piepst ein grünes Handy dreimal hintereinander.
„Das ist meins.“, brüllt Kahoko, verliert dabei das Gleichgewicht und reißt ihren Vater mit sich.
„Du warst noch nie gut bei Twister.“, stellt Shintarou trocken fest und dreht erneut an dem kleinen Rad.
„Linker Fuß, Blau.“
Yuna jubelt, als nun auch ihre Mutter zu Boden geht.
„Yay! Ich gewinne! Schon wieder!“
„Du bist halt der Champion.“, stellt Kahoko fest, wuschelt ihr durch die Haare und klappt mit der anderen Hand ihr Handy auf. Sie stockt, aber ihr Lächeln verrutscht nicht, während sie tippt.

Shoichi
Können wir uns treffen? Heute?
Ich muss dich was fragen.

Kahoko
Wann und Wo?



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