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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.03.2016 3.089
 
Hallo Leute,
tut mir leid, dass das im Moment mit dem Updaten nicht so gut klappt.
Würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung über dieses Kapitel dalassen könntet, ich bin mir hier ein wenig unsicher gewesen, wollte euch aber unbedingt wieder Lesestoff liefern.
Ich weiß ja, dass ich mir mit Kuroko recht schwer tue und gerade bei der Kagamiszene bin ich mit meiner Leistung einfach nicht zufrieden. Feedback würde mir hier sehr helfen.
Alles Liebe
Poettierchen


Alles geht (nicht) so weiter, wie bisher

„Mann, ich kann nicht glauben, dass ich sie verpasst habe!“, mault Yoyuka entnervt, als sie Richtung Klassenraum stapft, die Hände in den Taschen ihres Blazers vergraben.
Yahiro neben ihr brummt zustimmend um seinen Lolli herum, während Ayato schon längst abgeschaltet hat und nach Mädchen Ausschau hält.
„Ich meine, da geht man einmal brav zum dämlichen Basketballtraining, damit die einen wieder ins Team aufnehmen und was passiert?“, jetzt fuchtelt sie doch mit den Armen, um ihre Wut auszudrücken, „Ne gute One on One Gegner latscht extra in meine Schule, in einem viel zu weit entfernten Bezirk… und ich verpasse sie!“
Sie tritt gegen eine Mülleimer, der jedoch nicht, wie erwartet, umfällt, sondern stehen bleibt. Yoyuka selbst hüpft mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Bein und verpasst dabei fast das derzeitige Gesprächsthema Nummer 1 auf Rakuzan – Akashi-sans Nasengips.
Gerade noch rechtzeitig reißt sie ihre Augen wieder auf und erwischt noch einen kurzen Blick auf die dunkel verfärbte Haut um seine Nase herum und den Ausdruck auf seinem Gesicht. Bleibt mir alle ja vom Leib.
Den Blick würde sie überall erkennen, schließlich ist es ihre Standardmine.
„Ach… dem ist sicher das gleiche passiert wie Kahoko.“, nuschelt Yahiro neben ihr.
Yoyuka dreht sich blitzschnell zu ihm um. Im Kopf zählt sie eins und eins zusammen und grinst, erfreut und beeindruckt.
„Taffes Mädel.“, schnarrt sie, „Nicht jeder legt sich mit Rotkäppchen an.“
„Mädel?“, mischt sich nun doch Ayato ein, gefolgt von der üblichen Frage: „Brüste?“
„70A, höchstens.“, antwortet Yahiro wie aus der Pistole geschossen, „Und das auf 1,90 Körpergröße und ner Schulterspanne, die deiner eigenen ebenbürtig ist.“
Ayato grunzt angewidert.
„Außerdem ist sie mit diesem Schlitzaugentypen zusammen, der auf Hanamiyas Schule ging. Wie hieß der noch? Irgendwas mit Yoshi…“, wiegelt Yoyuka ab.
„Biste sicher? Der könnte auch asexuell sein, der Typ. Oder er hat nen irren Fetish, ne Freundin hatte der nämlich vorher noch nie.“, spinnt Yahiro den Faden sofort weiter.
„Ist doch egal.“, murrt Ayato, „Will ja hier eh keiner was von ihr.“

- - -

„Hey...“, Kahoko hebt überrascht den Kopf. Sie ist gerade dabei, die Trinkflaschen wieder in den Schrank zu räumen und Shinji hätte sie jetzt als letzte erwartet.
„Brauchst du noch was?“
„Bist du eigentlich mit diesem Yosen-Typen zusammen? Der mit den schwarzen Haaren?“
Kahoko blinzelt verdutzt, dann schüttelt sie entgeistert den Kopf.
Shinji pfeift durch die Zähne.
„Gut… die Mädels wollten unbedingt, dass ich dich nach deinem derzeitigen Beziehungsstatus frage… warum auch immer… also hab ich mir gedacht, ich fang mit dem unwahrscheinlichsten Fall an.“
Kahoko schluckt. Sie ahnt, was als wahrscheinlichster Fall gilt und obwohl sie bereits mit ihrem Vater und Lia gut darüber sprechen konnte, will sie es wirklich nicht breit treten. Oder die Gerüchte hören. Sie will nichts erklären müssen, sie…
„Single, oder?“, durchbricht Shinjis Stimme ihre Gedanken und Kahoko nickt überrascht und etwas zu hastig. Shinji lächelt, es wirkt fast schon mitfühlend.
„Nicht ganz freiwillig, ich seh schon. Wir stecken wohl im selben Boot, hmm...“, murmelt sie so leise, dass nur Kahoko es hören kann. Dann dreht sie sich zu den anderen Mädchen um, die nicht besonders unaufällig bei den Umkleiden stehen und zu ihnen herüber starren.
„Sie ist Single, hab ich euch doch gesagt.“
Drei verwunderte Gesichter, Lia guckt mitfühlend und gleichzeitig peinlich berührt und Michirou versteht sowieso nicht, warum alle immer so ein Drama um das Thema Beziehungsstatus machen.
Shinji dreht sich wieder zu der leicht sprachlosen Kahoko um und zwinkert ihr zu.
„So… versteh mich nicht falsch, aber wärs okay, wenn ich heute bei dir penne? Es ist Freitag, das dürfte für deine Eltern doch okay sein, oder? Oder sind die voll streng?“
„N-ne, also… ja, okay, ich meine… gerne...“
„Super...“, Shinji klatscht ihr die Hand auf die Schulter, „Ich geh mich schnell duschen, dann können wir los.“

„Ich bin grade relativ… direkt rüber gekommen, was?“
Kahoko blickt von ihrem Buch auf. Shinji sitzt auf ihrem Bett, kaut auf ihren Snakebites herum und blickt aus dem Fenster, als gäbe es da draußen etwas Interessantes zu sehen.
„Ja, schon… aber das ist okay. Ich bin auch direkt.“
„Da haste ausnahmsweise mal Recht.“, murmelt Shinji, bevor sie sich auf ihre wenigen Manieren besinnt.
„Sorry… is nur so… ich hab die letzte Nacht schon bei Lia gepennt und die Nacht davor bei Michirou und ich will nicht, dass die beiden sich jetzt Sorgen machen oder so...“
„Oh Gott, du bist doch nicht obdachlos, oder?“
„Was? Scheiße, nein!“
Die beiden starren sich für einen Moment verdattert an, dann lachen sie los. Kahoko muss als erste damit aufhören, denn ihre Rippen halten das eindeutig noch nicht aus.
Shinji schließt sich ihr an, als ihr aufgeht, dass das Thema eigentlich ganz und gar nicht lustig ist.
„Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn mag und er hat genauso reagiert, wie ich es erwartet habe. Jetzt hab ich meinen besten Freund verloren und damit auch den Kerl, in den ich seit der Mittelschule verknallt war und… na ja… ich hab meine Mutprobe bestanden.“
Shinji starrt auf ihre Fingernägel, als würde ihr der abblätternde schwarze Nagellack die Zukunft voraussagen können.
„Ich weiß, dass es richtig war… und gut, für mich und mit der Zeit auch für ihn… aber meine Eltern arbeiten immer sehr lang und abends war ich immer alleine zuhause und dann ist er immer rüber gekommen und wir haben uns vom Balkon aus die Sterne angesehen. Nicht so kitschig, wie das immer in den Filmen vorkommt, sondern mit nem richtigen Fernrohr. Das hat mein Vater mir geschenkt, er ist Astronomieprofessor an der Uni und na ja… es alleine zu machen, ist nicht das gleiche. Jedenfalls noch nicht. Und falls Shōgo ausnahmsweise mal zuhause ist, will ich, dass er merkt, dass ich nicht von ihm abhängig bin.“
Kahoko steht auf und setzt sich neben sie, lehnt ihren Kopf an Shinjis Schulter. „Ich würde jetzt gerne sagen, dass alle Jungs Idioten sind, aber ich weiß leider aus Erfahrung, dass nicht alle so sind.“
„Wenn du jetzt versuchen willst, mich zu verkuppeln, verpass ich dir im Schlaf ein Piercing.“, droht Shinji und Kahoko lacht, aber nicht zu laut, weil die Rippen immer noch vom letzten Mal schmerzen.
„Keine Sorge, ich lass vom Kuppeln lieber die Finger. Megumi noch und dann ist endgültig Schluss damit.“
„Das sagst du jetzt, aber wenn sich die nächste Gelegenheit bietet, kannst du doch am wieder nicht widerstehen.“
„Das sagst du jetzt nur, weil du Takao noch nicht kennen gelernt… Das war ein Scherz, Shinji, ein Scherz!“, brüllt sie verzweifelt, als Shinji sich ein Kissen schnappt, und Jagd auf sie macht.

- - -

Kagami hat schon den halben Weg zum Supermarkt zurück gelegt, als ihm auffällt, dass sein Handy immer noch in der Wohnung liegt. Er zögert nur kurz, bevor er weiter läuft. Nichts kann so wichtig sein, dass es nicht auch mal eine viertel Stunde warten kann.
Er zögert erneut, als er den Eingang des Supermarkts erreicht. Das heißt, er steht gut fünf Meter entfernt und starrt auf den Hund, der bei den Fahrrädern sitzt und brav auf seinen Besitzer wartet.
Vielleicht, denkt Kagami, hab ich noch genug im Kühlschrank, um mich damit bis morgen über Wasser zu halten. So wichtig ist einkaufen nun auch wieder nicht.
Der Hund mustert ihn kurz, bevor er schwanzwedelnd auf ihn zukommt.
„N-nein! Bleib ja weg! Braver Hund, braver Hund!“, stammelt Kagami hektisch und macht ein hohen Bogen um das Monster, das dank der Leine zwei Meter von ihm entfernt stehen bleiben muss.
Der einzige sichere Ort scheint im Moment doch nur der Supermarkt zu sein. Den Hund nicht aus den Augen lassend läuft Kagami rückwärts zum Eingang und rettet sich mit einem beherzten Sprung durch die sich automatisch öffnenden Türen.
Die Kraft seiner Knie unterschätzend springt er etwas zu weit. Sein Rücken knallt gegen etwas Hartes und er hört ein lautes Scheppern, während er noch versucht, sein Gleichgewicht wieder zu finden.
Lass es bitte kein Regal sein!, denkt Kagami panisch und dreht sich ganz vorsichtig um, als würde das den Schaden mindern können.
Hinter ihm liegt ein Mädchen am Boden, der Inhalt unzähliger Flaschen auf Linoleum, Jeans-Latzhosen und Gesicht verteilt.
Kagami kann nicht anders, er starrt auf die dunkelroten Flecken.
„Ist das Blut oder Tomatensaft?“, fragt er mit hohler Stimme.
„Rote Rüben, du Blindfisch.“, faucht das Mädchen und streckt ihm eine fleckige Hand entgegen. Als er sich nicht rührt, fuchtelt sie damit herum, als wäre es ein Schlagstock.
„Jetzt hilf mir gefälligst hoch! Du bist schließlich Schuld.“
„OH!“, er packt zu und zieht sie mit einem Ruck in die Höhe.
„OH!!“, macht er noch lauter, als er unter den Flecken ein bekanntes Gesicht erkennt, „Megumi! Du- Also ich… dein Hund...“
„Still jetzt!“, sie legt ihm die Hand auf den Mund und funkelt ihn von unten böse an, „Ich bin grade wütend genug, dir die Meinung zu sagen, also unterbrich mich nicht! Du bist echt heiß, recht begriffstutzig und ich finde dich toll, weil du so leidenschaftlich Basketball spielst und deine Ziele so direkt angehst. Dich kann nichts stoppen, alle Hindernisse motivieren dich nur noch mehr… Es tut mir leid, dass ich einen Hund habe, aber Kin ist ganz freundlich und ich hätte es wirklich gerne, wenn du mich mal um ein Date bitten würdest.“
Sie atmet tief durch und tritt einen Schritt zurück.
Kagami starrt sie an. Sein Mund steht leicht offen, seine Augen wirken groß und fassungslos.

Megumis Wut verpufft schlagartig, ihre Schultern sinken herab und sie mustert bedrückt ihre Fußspitzen.
„So ist das also...“, murmelt sie und schiebt sich langsam an Kagami vorbei, trottet raus aus dem Geschäft.
Als sie Kin losbindet, hört sie Schritte hinter sich.
„Du magst mich?“, fragt Kagami hinter ihr und sie dreht sich so ruckartig um, dass Kin verschreckt bellt. Das wiederum lässt Kagami mehrere Schritte zurück stolpern.
„Ganz ruhig!“, sagt sie und weiß selbst nicht so genau, wen sie damit meint – Kagami oder ihren Hund.
„Du magst mich?“, wiederholt Kagami stur, jedoch mit leicht panischem Unterton – bemüht, den Hund zu ignorieren, solange der Hund ihn ignoriert.
„Ja, also ich ähm… ja...“, murmelt Megumi, so gar nicht mehr mutig.
„Ich trainiere viel. Wir haben bald den Winter Cup.“
„Wir auch.“, murmelt Megumi und wickelt sich die Hundeleine um ihr Handgelenk.
Kagami nickt bedrückt, streckt die Hand aus, als wolle er sie ihr auf die Schulter legen, aber er zieht sie gleich wieder zurück und dreht sich weg.
„In dem Fall… sehen wir uns… vielleicht mal?“
„Mhm… jaaa...“, murmelt Megumi, nimmt Kin fester an die Leine und geht.
Kagami sieht ihr lange nach, bevor er zurück in den Supermarkt geht.
Die dunkelrote Pfütze am Boden ist immer noch da, einer der Mitarbeiter steht davor und rätselt laut, ob es Blut ist und sie einen Polizisten rufen sollen.
„Rote Rüben!“, blafft Kagami ihn an, „Es ist rote Rüben Saft!“

Megumi kommt gerade aus der Dusche, als es an der Tür klingelt.
„Mama! Es klingelt!“ Keine Reaktion. Erst beim dritten Klingeln geht ihr auf, dass ihre Eltern heute ja essen gegangen sind.
Seufzend blickt sie an sich herunter. Sie trägt nur einen Batman Pyjama, aber hey, wer auch immer jetzt klingelt, wird sich daran wohl nicht stören, oder?
Es klingelt ein viertes Mal und Megumi rast regelrecht die Treppe hinunter, begleitet von Kins lautem Gebell brüllt sie fast schon panisch: „Ich komm ja schon!“
Sie reißt die Tür auf – und knallt sie sofort wieder zu.
Einmal durchatmen, dann macht sie wieder auf. Vor ihr steht Kagami und sie trägt einen ausgewaschenen Batman-Pyjama.
„Ich hab mein Lieblingsessen gemacht.“, stammelt er und sie kann gar nicht anders, als ihn anzustarren.
„Und während ich gegessen habe, hab ich ein Basketballspiel geschaut, dass ich aufgenommen hatte. Und als ich die Hälfte des Spiels geschaut hatte, ist mir aufgefallen, das ich gar nicht esse und als die zweite Halbzeit begann ist mir aufgegangen, dass ich gar nicht mitgekriegt habe, was in der ersten Halbzeit passiert ist.“
Er bricht ab und sieht sie an, als müsste sie jetzt ganz genau wissen, was er ihr damit sagen will. Aber Megumi starrt ihn nur verwirrt an und er seufzt und blickt auf seine Schuhe und dann auf die Haustür, bevor er wieder auf seine Schuhe blickt und weiter spricht.
„Also ich will wirklich unbedingt diesen Winter Cup gewinnen. Aus vielen Gründen. Und dafür muss ich trainieren. Aber… Coach hat uns ein Versprechen geben lassen. Wenn wir unsere Ziele in diesem Jahr nicht erreichen, dann müssen wir unserem Schwarm unsere Gefühle gestehen – splitterfasernackt. Und ich dachte… ich dachte irgendwie, dass ich das eigentlich auch gleich machen kann… nur halt angezogen.“
Megumi blinzelt, bevor sie mit kratziger Stimme und ungläubig fragt: „Du… Du magst mich?“
Kagami zuckt mit den Schultern, ein verlegenes Grinsen im Gesicht.
„Ich weiß nicht so recht, wie man dieses Gefühl beschreiben soll… Aber du bist so winzig und niedlich und witzig und du machst mich verlegen, wenn du mich ansiehst und ich möchte dich gerne bei all meinen Spielen unter den Zuschauern wissen, weil ich glaube, dass ich noch einen Tick besser spielen könnte, wenn ich weiß, dass du zusiehst und… ich weiß nicht… nennt man so etwas verliebt sein?“
„Keine Ahnung, aber ich fühle genau das Gleiche.“, gibt Megumi zurück und erwidert sein verlegenes Grinsen.
Die beiden mustern sich lange, in gemeinsame Gedanken versunken, bis Kin die Stille unterbricht und sich zwischen Megumis Beinen hindurch ans Freie drängt.
Kagami springt sofort zurück und Megumi muss ihren Hund hastig am Halsband packen und zurück ziehen.
„Er… er ist ganz friedlich, ich schwörs.“
Kagami schluckt und nickt zögerlich. „Okay… ich… glaub dir das jetzt mal. Aber zu unserem ersten Date müssen wir ihn noch nicht gleich mit nehmen, oder?“
„Kommt drauf an, wann und wohin du mich ausführen willst.“, gibt Megumi frech zurück.
„Wie wärs mit jetzt gleich? Das Essen müsste noch warm sein...“
Megumi starrt ihn an. „Morgen ist ein Schultag! Und ich bin schon im Pyjama!“
„Und? Bis zu mir sind es nur fünf Minuten. Und Batman ist doch ein toller Typ oder nicht?“
Er streckt ihr die Hand entgegen und sie ergreift sie… morgen kann sie sich immer noch dafür schämen, oder etwa nicht?

- - - am nächsten Morgen - - -

„Du siehst glücklich aus.“, murmelt Kuroko, als sie sich vor dem Morgentraining umziehen. Kagami grinst.
„Ich hatte gestern ein Date.“, murmelt er zurück und duckt sich hastig, als Hyuga ihnen einen strengen Blick zuwirft.
„Mit wem?“, wispert Koganei neben ihnen neugierig.
„Mit Megumi natürlich, mit wem auch sonst?“
Kuroko blickt ihm nach, als er die Umkleide verlässt. So viel also zu meinem Plan...

- - - Kirisaki-Daichi High - - -

„Disqualifiziert?“, haucht Meij fassungslos.
Der Direktor nickt, mustert sie aus kleinen, ernsten Augen.
„Ich bin mit der Entscheidung des Sportausschusses volkommen einverstanden und sollten Sie sich diese Lektion nicht zu Herzen nehmen, dann werden wir uns gezwungen sehen, das Mädchen-Team von Kirisaki-Daichi aufzulösen. Merken Sie sich meine Worte.“
„Aber...“, setzt Meij an, doch er fährt ihr ins Wort.
„Aber sie sind unschuldig? Wollen Sie das sagen? Glauben Sie mir, wir haben das wieder und wieder überprüft. Mit wir meine ich das Schulkomitee, das Stunden damit verbracht hat, das Beweismaterial ein weiteres Mal zu prüfen, um sicherzugehen, dass es nicht ein übler Scherz war. Sie, das ganze Team, können froh sein, dass sie nicht auf Millionen Schadenersatz verklagt werden. Also lernen sie gefälligst vernünftig Basketball zu spielen. Gewinnen Sie, ohne die Regel dafür zu brechen. Ich habe weder die Zeit, noch die Nerven, mich um hormongesteuerte, gewalttätige Sportlerinnen zu kümmern. Meine Aufmerksamkeit gilt jetzt allein, den Namen unserer Schule wieder rein zu waschen. Und da sie ja aus der Beziehung zum Kapitän der Jungenmannschaft kein Geheimnis machen. Warnen Sie ihn ebenso. Er wird es nötig haben.“
Die Tür zum Direktorat schließt sich mit einem Knall vor Meijs Nase. Sie ist zu fassungslos, um zu toben, aber kaum ist sie allein und unbeobachtet, fischt sie mit vor Wut zitternden Händen ihr Telefon aus der Tasche.
Es klingelt dreimal, bevor er rangeht, sie lässt ihm nicht mal die Zeit, eine Begrüßung zu murmeln, bevor sie ihm ins Wort fällt.
„Was fällt dir ein?!“, faucht sie, ihre Stimme bricht vor lauter Zorn.
Imayoshi seufzt entnervt. „Was ist denn jetzt schon wieder, Meij? Wirklich, ich habe keine Nerven für dein Theater.“
„Theater? Theater? Wer spielt denn hier Theater? Ich weiß genau, dass du dahinter steckst, du rückhaltloser Feigling.“
„Jetzt mal langsam mit den Beleidigungen. Wenn du gleich sowas raushaust, kannst du dich es bald nicht mehr toppen. Wohinter soll ich denn jetzt schon wieder stecken?“
„Mein! Team! Wurde! Disqualifiziert!“, sie presst die Wörter einzeln durch die Zähne.
„Ach… wirklich? Was für eine Schande, auf welcher Grundlage denn?“
„Das weißt du ganz genau!“, tobt sie, doch er lacht nur.
„Meij, bitte, woher soll ich das denn jetzt schon wieder wissen? Ich rede so wenig wie möglich mit Makoto, der kann es mir also nicht erzählt haben.“
„Du bist dafür verantwortlich.“
„Aber, aber… jetzt traust du mir aber zu viel zu. Ich meine, ich bin ein teuflisches Genie, das stimmt, aber einen ganzen Ausschuss um den Finger wickeln, das wäre doch mehr dein Ding, oder? Kurze Röcke sollen bei solchen Männer doch sehr gut ankommen, hab ich gehört.“
„Du!“, knurrt sie, doch er unterbricht sie.
„Überhaupt überrascht es mich, dass du bei so etwas sofort an einen Komplott denkst. Dieses paranoide Denken steht dir ganz und gar nicht. Denk doch mal nach… was sollte es mir denn schon bringen, dich jetzt disqualifizieren zu lassen? Meines Wissens spielt ihr nicht gegen uns und belästigt hast du mich auch nicht, jedenfalls nicht in letzter Zeit. Es war ja schön, mal wieder mit dir zu plaudern… gute alte Zeiten aufleben lassen, du weißt schon, aber wie du vielleicht weißt, haben wir dieses Woche ein Halbfinale zu gewinnen und da kann ich mich wirklich nicht auch noch mit deinen Problemen beschäftigen. Dafür hast du doch deinen Freund, ja?… Ach, und wenn du das nächste Mal der Überzeugung bist, ich hätte dein Leben ruiniert, dann melde dich bitte nur, wenn du auch Beweise dafür hast. Zeit ist Geld, du weißt ja. Man sieht sich...“
Und damit ist die Leitung tot und sie immer noch keinen Deut schlauer – nur wütender.
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