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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
Alle Kapitel
100 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.03.2016 2.634
 
Hello peeps,
nachdem ich zwei wochen lang gegen meinen wunden hals angekämpft habe, hat es mich dieses wochenende total erwischt. Krank sein ist echt mist, aber ich hatte dafür endlich mal keine ausreden mehr, warum ich nicht weiterschreiben kann und habe der schreibblockade ein ende gemacht (dafür muss ich dringend mal meine wohnung putzen).
ich hoffe, das Kapitel gefällt euch. die nächsten Wochen wird es bei mir nämlich äußerst kompliziert, denn bis 5. april muss ich an meinem roman ein gutes stück geschafft haben, um damit ein stipendium gewinnen zu können, dann bin ich voraussichtlich im urlaub und erst danach kehrt bei mir wieder sowas wie normalität ein.
also... ihr seid gewarnt, ich tu mein bestes und noch viel spaß mit dem kapitel.
(und für alle, die gerne mal wieder shintarou sehen wollten - dieses kapitel ist für euch!)


Selbsterkenntnis ist der erste Schritt

Kahoko sitzt bereits auf der Ersatzbank, als das Team zum Training eintrudelt.
„Ach du Scheiße!“, platzt es aus Shinji heraus, die den weißen Gips über der violett angelaufenen Nase als erste bemerkt.
„Hast du dich etwa geprügelt?“, fragt auch Megumi fassungslos und Tsubaki keucht ebenfalls entsetzt auf: „Doch nicht mit dem Mädel von der Rakuzan! Die haben doch bald Finale!“
Kahoko wedelt abwehrend mit beiden Händen. „Jetzt beruhigt euch doch mal. Ich hab mich nicht Yoyo geprügelt.“
„Aber mit jemand anderem?“, fragt Nanami spitz und zieht mit verstimmtem Gesichtsausdruck an Kahokos Shirt. Ihr Gesicht verdunkelt sich noch mehr, wenn das überhaupt möglich ist.
„So kannst du auf keinen Fall spielen. Weder das Trainingsspiel am Samstag noch die Auswahlspiele des Winter Cups.“, stellt sie scharf fest.
Kahoko schluckt. „Aber…!“, wirft sie ein, wird jedoch von Nanami unterbrochen.
„Du hast mindestens eine Rippe geprellt und was ich von den blauen Flecken zu sehen bekommen habe, reicht mir für's erste. War es das wenigstens wert?“
„Ich hab mich nicht geprügelt!“, wehrt sich Kahoko lauter als beabsichtigt, nur um sich sofort auf die Lippe zu beißen.
„Tut mir leid. Du hast Recht.“, rudert sie sofort zurück, bevor sie aufsteht und sich zu ihrem Team dreht.
„Es wird nicht wieder vorkommen, das verspreche ich. Aber bis es ernst wird, bin ich wieder voll dabei.“
„Das reicht nicht.“, kommt es ausgerechnet von Shouta, der sie mit undeutbarem Blick mustert, „Ich sollte dich vom Training ausschließen für so ein rücksichtsloses Verhalten.“
Kahoko nickt, blickt bedrückt auf ihre Schuhspitzen.
„Das versteh ich. Aber ich… also… ich möchte gerne hier sein, auch wenn ich nicht mit trainieren kann. Vielleicht kann ich ja irgendwie helfen und es wieder ein bisschen gut machen.“
Shouta nickt, kurz und knapp.
„In Ordnung. Los, geht euch umziehen. Kahoko, bereite bitte die Trinkflaschen vor.“

„Ich kann nicht fassen, dass sie sich wirklich geprügelt hat.“ Tsunakos Stimme wird duch den Stoff ihres Trikots gedämpft, als sie es sich über den Kopf zieht.
„Aber sie hat doch gesagt, dass sie sich nicht geprügelt hat.“, versucht sich Megumi an einer unbeholfenen Verteidigung. Tsunako schnaubt nur.
„Und was, wenn sie verprügelt wurde?“, meldet sich ausgerechnet Michirou zu Wort, die bisher alles stillschweigend beobachtet hat.
Alle drehen sich zu ihr um.
„Du meinst, dass sie gar nichts dafür kann?“
Michirou zuckt mit den Schultern und dreht sich zu Shinji um.
„Du kennst dich doch mit sowas aus. Was meinst du?“
„Ich kenn mich gar nicht mit sowas aus!“, faucht die empört, verschränkt grummelnd die Arme und blickt doch nachdenklich aus dem Fenster, „Aber es ist gut möglich. Ohne Kahoko und die Zwillinge waren wir eines der schlechtesten Teams in Tokyo, aber jetzt haben wir endlich mal Aussicht auf Erfolg. Das wäre für einige Grund genug, unsere beste Spielerin auszuschalten.“
Die anderen Mädchen sehen sie fassungslos an.
„Aber… aber bist nicht du unsere beste Spielerin?“, merkt Tsunako auf und Shinji schnaubt erneut.
„War doch nur eine Idee, okay? Und außerdem… wir wissen alle, wie impulsiv Kahoko ist. Es ist genauso gut möglich, dass sie jemanden ganz furchtbar beleidigt hat.“
Alle nicken zustimmend.
„Aber...“, Lia kann es doch nicht auf sich beruhen lassen, „Wenn sie wirklich nichts dafür kann, dann sollte sie auch nicht bestraft werden.“
Shinji zuckt mit den Schultern. „Sie hat sich nicht dagegen gewehrt. Also wenn ihr mich fragt, sollten wir die Sache darauf beruhen lassen. Sie wird schon was sagen, wenn ihr danach ist.“
Es herrscht deutliche Unsicherheit im Raum, die von einer herein platzenden Nanami rüde durchbrochen wird.
„Hey! Auf was wartet ihr? Wir haben nicht mehr viel Zeit bis zu den Auswahlspielen und ihr trödelt in der Umkleide herum?“

- - -

Obwohl Kahoko beim heutigen Training nichts anderes getan hat, als Wasserflaschen zu füllen und Handtücher zu reichen, fühlt sie sich wie gerädert, als sie endlich nach Hause darf.
Auf direktem Weg kann sie aber trotzdem nicht heim.
Sie muss noch ein Buch zurück bringen und, wie ihr beim Zusammenpacken mit Schrecken einfällt, hat sie Kagami immer noch nichts über Tatsuya erzählt.
Kahoko zögert sichtlich. Die Bibliothek liegt ganz in der Nähe der Seirin High, es wäre ein Leichtes, ihn abzupassen. Aber soll sie sich wirklich wieder zwischen die Jungs stellen? Darf sie das überhaupt?
„Kahoko?“
Sie springt einen guten Meter in die Luft vor Schreck.
Hinter ihr steht Lia, ein verkrampftes Lächeln auf den Lippen.
„Kannst du… kannst du mal mit kommen? Ich möchte mit dir reden.“
„O-Okay…“
Kahoko folgt ihr recht verdattert in das kleine Kabuff neben der Sporthalle. Lia setzt sich hinter ihren Tisch und wirkt trotz der kindlichen Frisur und ihrer sanften Stimme wesentlicher reifer, wenn
sie Aktenstapel vor sich liegen hat.
„Bitte erzähl mir von der Prügelei.“
Kahoko starrt auf den Boden, kratzt mit der Spitze ihres Schuhs an Stuhlbein.
„Also ich… hab Akashi aus Versehen die Nase gebrochen...“, beginnt sie stockend, bevor ihr einfällt, dass sie damit schon mal einen Riesenanteil von Informationen beiseite lässt.
„Also… nein, also...“, stottert sie und blickt auf. Lia mustert sie geduldig und Kahoko spürt, wie sie ruhiger wird.
„Ich war auf eine Party, diese Woche. Imayoshi hat mich eingeladen. Nebuya hat zusammen mit den ungekrönten Königen gefeiert. Tsunako war auch da, das war ihre Mutprobe. Es war echt nett, ich hab diese Yoyuka von der Rakuzan kennen gelernt. Sie ist gar nicht so übel und ne echt gute Spielerin. Das weißhaarige Mädel von der Kirisaki Daichi war auch da. Definitiv jemand, der mich nicht leiden kann. Warum, weiß ich nicht, aber ihr Freund hat Tsunako ziemlich bedrängt.
Jedenfalls...“, Kahoko atmet tief durch, um die nächsten Sätze raus zu bringen, „sind Shoichi… Imayoshi meine ich… und ich nach Hause gegangen. Irgendwann, da war es schon fast dunkel. Und dann hat er mir gesagt, dass er mich mag, aber dass er mir leider gestehen muss, dass er mich von Anfang an belogen hat. Tja… toll, oder?“
Kahoko beißt sich fest auf die Lippe und ist mehr als froh, dass Lia nicht zu den Menschen gehört, die einen beim Erzählen unterbrechen.
Als sie wieder normal atmen kann, redet sie weiter.
„Ich hatte nen richtig üblen Migräneanfall und als der endlich vorbei war, konnte ich einfach nicht zum Training kommen. Ich habs nicht über mich gebracht...“, sie stockt wieder, „Also hab ich mir gedacht, ich fahr nach Rakuzan und lern diesen Akashi kennen. Der ehemalige Kapitän der Generation der Wunder...“
Kahoko lächelt. „Ich glaube, er war Shintarous bester Freund. Und ich wollte wissen, wie er ist. Tja… er ist furchbar. Und wir haben uns gegenseitig die Nase gebrochen. Unabsichtlich, ich schwöre.“
Lia erwidert ihr verschmitztes Lächeln.
„Nanami sagte, du wärst dabei, deine Mutprobe zu machen. War Akashi deine Mutprobe?“
„Eigentlich nicht.“, gibt Kahoko zu, „Ich hatte keine Angst vor ihm oder so. Ich wollte nur wissen… ich wollte Shintarou dadurch näher kommen. Na ja, hat nicht ganz geklappt. Ich bin heim… und auf dem Heimweg… da bin ich halt verprügelt worden. Es waren drei Jungs, ich hab ihre Gesichter nicht gesehen. Sie haben mich ausgerechnet vor Imayoshis Haustür abgeladen und sind abgehauen. Und Imayoshi hat dann meinen Vater angerufen, der Arzt ist. Soviel dazu...“
Kahoko stoppt und blickt zu Boden. Sie sieht auch nicht auf, als Lia die Hand nach ihrer ausstreckt, aber sie zieht den Arm nicht weg.
„Du musst den anderen sagen, dass es nicht deine Schuld war.“
„Lieber nicht.“, gibt Kahoko zu, „Ganz ehrlich, ich bin mir sicher, dass ich es irgendwie verdient habe.“
„Aber...“
„Bitte Lia.“
Jetzt sehen sie sich an und Lia nickt schließlich.
„Ich bin nicht zufrieden damit, aber ich sehe, es ist dir Ernst. Hast du noch etwas auf dem Herzen? Kann ich dir irgendwie helfen?“
„Bin ich nachtragend?“, platzt es aus Kahoko heraus und Lia blinzelt verwirrt.
„Ich… ich weiß nicht. Was meinst du?“
„Ich glaub schon….“, murmelt Kahoko betreten und löst ihre Hand aus Lias, reibt sich nachdenklich über die Oberarme.
„Ich möchte das gerne ändern… Das sollte meine Mutprobe sein. Vielleicht verändert es gar nichts an der Situation, aber es verändert etwas in mir, oder? Und das sollte ja eigentlich das Ziel unserer Mutproben sein. Es ist nur so schwer… weil… ich weiß nicht, ob ich's kann und wer es verdient hat.“
Lia macht den Mund auf und zu wie ein Goldfisch auf dem Trockenen. Die letzten Sätze haben etwas in ihr angeregt, über das sie nachdenken muss. Sehr viel nachdenken. Aber jetzt muss sie erst mal antworten.
„Geht es beim Vergeben nicht viel mehr darum, dass wir die Sache für uns selbst abschließen? Du akzeptierst damit ja nicht die Taten des anderen oder heißt sie gut, aber du sagst dir selbst und deinem Gegenüber, dass du damit abgeschlossen hast. Es ist vorbei und man kann auf neutralem Boden beginnen, ohne dass man den Schmerz mit sich herum trägt.“
„Du hast Recht.“, murmelt Kahoko überrascht, „Du hast wirklich Recht. Danke...“
Sie springt auf und ist schon halb aus dem Raum, als ihr einfällt, dass sie ja mitten in einem Gespräch war.
„Tschuldigung… Also ähm, brauchst du… noch was, Lia?“
Lia lächelt. „Nein, passt schon. Geh nur. Das war wohl für uns beide ein klärendes Gespräch.“
Kahoko grinst, gibt ihr ein letztes Daumen hoch Zeichen und verschwindet.

- - -

„Entschuldigung… Hana-chan?“
Kahoko zuckt zusammen und schafft es gerade noch, das Buch aufzufangen, bevor es auf dem Boden landet.
„Erschreck mich doch nicht so!“, faucht sie.
Kuroko steht hinter ihr und lächelt sie an. „Tut mir leid. Können wir reden?“
„Warum denn? Sag bloß nicht, dass du Mirai schon leid bist.“
Ein Schatten huscht über sein Gesicht. „Ich würde Mirai niemals leid sein, wie du es ausdrückst… Können wir also?“
Kahoko schnaubt, was dank der gebrochenen Nase wahnsinnig weh tut, aber hey, es drückt ihre Gefühlslage am besten aus.
Sie ist versucht, sich am Schalter extra viel Zeit damit zu lassen, ihre Bücher auszuleihen, aber ihr geht gerade noch rechtzeitig auf, dass sie sich damit nur ins eigene Fleisch schneiden würde. Also beeilt sie sich und folgt Kuroko zu einem Fast Food Restaurant am Ende der Straße

„Also?“, fragt Kahoko spitz, als sie endlich sitzen und Kuroko nach ein paar Schlucken Vanille-Milkshake immer noch nachdenklich aus dem Fenster starrt.
„Wie geht es dir?“
Kahoko starrt ihn an. Komplett aus dem Konzept gebracht.
„Wie bitte?“
„Wie geht es dir, Hana-chan. Oder darf ich Kahoko sagen?“, er streckt ihr die Hand entgegen, „Ich bin Tetsuya, Kuroko Tetsuya.“
Etwas verdattert schüttelt sie seine Hand und mustert ihn perplex.
„Woher kommt dieses plötzliche Interesse an mir?“
„Ich bin generell sehr an meinen Mitmenschen interessiert. Ich war schon seit längerem darauf aus, deinen ersten Eindruck von mir wieder gut zu machen.“
„Du meinst, dass du versucht hast, mich zu manipulieren?“
„Ja...“, er lächelt entschuldigend, „Es ist zwar keine Entschuldigung für mein Verhalten, aber die letzten Monate auf der Teiko waren nicht leicht und als wir uns das erste Mal getroffen haben, war ich mir meines Teams noch nicht ganz so sicher, wie ich es jetzt bin.“
Kahoko mustert ihn wortlos und er lächelt erneut, bevor er weiter redet.
„Außerdem, vielleicht hilft es dir, wenn du weißt, dass ich Mirai schon mochte, als ich sie das erste Mal getroffen habe. Sie hat oft nach der Schule auf ihren großen Bruder gewartet. Damals, als er noch begeistert Basketball spielte und jeden mit dieser Begeisterung anstecken konnte. Ich glaube, du erinnerst dich gut daran, wie er damals war… du hast ihn ja früher kennen gelernt als ich. Je mehr von diesem Aomine verloren ging, desto mehr davon fand ich in Mirai. Natürlich wäre mir damals nie in den Sinn gekommen, auf diese Gefühle einzugehen. Momoi war überaus präsent und ich wollte sie nicht verletzen und Mirai selbst war viel zu jung für eine Beziehung. Als wir uns getroffen haben, war ich bereit, endlich Taten zu setzen. Nach vier Jahren Sehnsucht bin ich wohl etwas zu direkt vor gegangen.“
„Ich verzeihe dir.“, erklärt Kahoko rundheraus und ist überrascht, wie einfach es ist. Er lächelt sie an und sie lächelt zurück.
„Aber da ist nicht der Grund, warum wir jetzt hier sitzen, oder?“, will sie wissen und er lächelt amüsiert.
Vielleicht ist sie durch ihre lange Freundschaft zu Tatsuya einfach gewohnt, die winzigen Veränderungen in einem Pokerface zu lesen, aber Kuroko Tetsuya wird ihr mit jedem Wort vertrauter, wirkt offener als zuvor.
„Es geht um Kagami.“, beginnt er ruhig, „Und um deine Freundin Megumi. Ich weiß, dass er sie mag. Ich weiß aber auch, dass er sich dessen nicht ganz bewusst ist. Er leugnet es.“
„Ah… ich kanns mir vorstellen.“
„Ich denke aber, dass es ihm gut tun würde. Er konzentriert sich oft viel zu verbissen darauf, zu gewinnen. Er vertraut nur auf sich selbst. Und ich weiß, dass euer Team konzentriert arbeitet, dass ihr fokussiert seid und dass ihr euch keine Ablenkungen leistet. Megumi und Kagami wären ein gutes Team. Ich finde, wir sollten ihnen helfen.“
Kahoko grinst.
„Hast du einen Plan.“
Er lächelt verschmitzt. „Er ist noch nicht ausgereift, aber wir kommen sicher zu einem Ergebnis… Übrigens… dieser… Tatsuya, von dem du mir letztes Mal erzählt hast...“
Kahoko versteift sich. Er wartet, bis sie die Überraschung überwunden hat, bevor er weiter redet.
„Wir haben ihn letztens getroffen. Er ist auf Konfrontation aus. Falls du ihm begegnest, solltest du darauf gefasst sein.“
„Ich bin ihm schon begegnet.“, erklärt Kahoko dumpf.
Tetsuya mustert sie lange. Sie hat das Gefühl, als würden seine blauen Augen in sie hinein sehen können.
„Mach dir keine Sorgen. Er braucht ein wenig Zeit um zu begreifen, dass er auf dem falschen Weg ist.“
„Und wer wird ihn korrigieren?“
„Wir.“, erklärt Tetsuya selbstsicher und nimmt einen Schluck von seinem Milkshake.
„Also, Kahoko, zurück zu unserem Plan. Ich finde, wir sollten Kagami direkt einweihen, dann wird Megumi es mit ihrem Geständnis leichter haben...“

- - -

Es klopft dreimal kurz gegen seine Zimmertür. Shintarou seufzt leise.
„Herein.“, ruft er, ohne von seinen Hausaufgaben aufzusehen.
Er hört, wie die Tür geöffnet wird. Schritte kommen näher, ein Stuhl wird neben ihm abgestellt.
Als er den Blick hebt, sitzt Kahoko bereits neben ihm am Schreibtisch und holt ihre Hefte heraus.
„Was machst du da?“, fragt er entgeistert, als sie ihr Geschichtsbuch aufschlägt.
„Meine Hausaufgaben.“, erwidert sie unbeeindruckt und versucht mit viel gutem Willen ein Eselsohr zu glätten. Erfolglos.
„Warum?“, sein Ton ist pure Fassungslosigkeit.
Kahoko lächelt ihn an.
„Weil ich nicht dumm sterben will, natürlich. Warum sonst?“
„Warum hier?“
Sie mustert ihn, schiebt Worte im Mund umher, ohne sie auszusprechen.
Weil ich dich nicht darum bitten kann, mir zu verzeihen, wenn ich wieder und wieder die gleichen Fehler mache. Weil ich immer alles andere über dich gestellt habe, weil ich…
„Weil ich gerne ein wenig Zeit mit dir verbringen möchte. Außerdem lerne ich besser, wenn du dabei bist. War schon immer so.“
Ohne dem weiter etwas hinzuzufügen, widmet sie sich wieder ihrem Geschichtsaufsatz und Shintarou, der nicht als unkonzentriert gelten will, macht mit Mathematik weiter.
Trotzdem… er muss immer wieder aus dem Augenwinkel zu ihr rüber blinzeln. Nur um sicher zu gehen, dass er sich das hier nicht einbildet.
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