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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
24
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07.02.2016 2.721
 
Sich wieder aufrappeln


Als Tsunako am Dienstagmorgen freudestrahlend in der Sporthalle ankommt, sind die Zwillinge und Megumi schon da.
„Du grinst so, erzähl schon.“, Megumi ist augenblicklich zur Stelle und mehr als froh, ihre Vorbereitungen auf ihre Mutprobe mal pausieren zu können.
„Also ich war auf dieser Party, du weißt schon, wegen der Mutprobe...“, fängt Tsunako an und Megumi fängt augenblicklich an, aufgeregt um sie herum zu hüpfen.
„Erzähl, erzähl, erzähl!“
„Ja, mach ich doch schon.“, brummt Tsunako für einen Moment genervt, bevor sie sich auf ihre gute Laune besinnt, „Jedenfalls war es toll! Reo war so aufmerksam und lieb zu mir und seine Freunde sind eigentlich alle total nett. Bis auf diesen einen Kerl, Hananamiya oder so?“
„Hanamiya Makoto?“, fragt Nanami augenblicklich, „Schwarze Haare und buschige Augenbrauen?“
„Oh ja, die Augenbrauen...“, Tsunako schaudert, „Das waren zwei fette haarige Raupen, das kann ich dir sagen. Ich hab immer nur da drauf starren können. Der Typ hat ne Pinzette bitter nötig. Jedenfalls war der echt komisch zu mir, hat mir Löcher in den Bauch gefragt und wollte mich nicht zurück zu den anderen lassen. Aber dann ist zum Glück Kahoko aufgetaucht.“
„Kahoko?“, mischt sich nun auch Shouta neugierig ein.
„Ja, genau! Ihr werdet es nicht glauben, aber sie hat tatsächlich was mit diesem Imayoshi am Laufen!“
Tsunako reckt triumphierend das Kinn heraus, stolz, dass sie als erste einen solchen Informationshappen präsentieren kann.
„Nicht dein Ernst!“, bellt Megumi entgeistert und lässt nur von Tsunako ab, um die Senpais in Hörweite zu ziehen, die gerade ebenfalls die Sporthalle betreten haben.
„Langsam, ja.“, murrt Shinji und streift Megumis Hände ab, während Lia sich nach einem rückversichernden Blick zu Shouta gut zwei Schritte entfernt von ihm aufstellt. Keiner bemerkt es.
„Also... Tsunako...“, Nanami sorgt für Ruhe, „Erklär doch mal in Ruhe, wie du zu so einer Behauptung kommst.“
„Was für eine Behauptung denn schon wieder?“, fragt Michirou verwirrt in die Ruhe und wird von Nanami mit einem bösen Blick zum Schweigen gebracht.
„Imayoshi hat sie mit auf die Party gebracht. Erstens mal hat Imayoshi noch nie, also wirklich noch nie, ein Mädchen mitgebracht und zweitens heißt ein Mädchen mitbringen immer, dass es die Freundin ist. Jedenfalls auf dieser Party.“
„Aber das kann doch auch täuschen, oder?“, meint Lia besänftigend.
Tsunako schüttelt energisch den Kopf.
„Nee, vertraut mir. Die beiden waren unzertrennlich. Und, ihr glaubt es nicht, Imayoshi hatte immer seine Hand auf ihrem Rücken, selbst wenn das gar nicht nötig war! Ich sage euch, es ist klar. Zwischen den beiden läuft was.“
„Aber hat nicht dieser schwarzhaarige Schnuckel von der Yosen mit ihr geflirtet?“, wirft Shinji ein und die Mädchen zögern sichtlich.
„Schon...“, macht Tsunako schließlich unentschlossen, „Aber es könnte ja auch nicht auf Gegenseitigkeit beruhen, oder?“
„Oder sie hat mit beiden was am Laufen.“
Alle drehen sich entsetzt zu Nanami um.
„Was? Ist das bei euch normal sexuell gepolten Leuten nicht so?“
„Wie wäre es, wenn wir sie einfach fragen?“, wirft Lia dazwischen, bevor es zu einer Diskussion kommen kann. Die Idee gefällt allen.
„Nur... wo ist Kahoko?“, merkt schließlich Michirou an.
„Sie hat sich krank gemeldet.“, fällt da Shouta ein, „Migräne... Und diesmal hat es sie übel erwischt.“

- - -

Als Kahoko am Mittwochmorgen aufwacht, fühlt sie sich zwar Kopfschmerzfrei aber dennoch nicht in der Lage, unter die Leute zu gehen.
Sie hat das Gefühl, als würde es fett auf ihrer Stirn geschrieben stehen, dass sie auf Shoichi rein gefallen ist.
Naivling. Idiot. Ihr fallen noch viel mehr Ausdrücke ein, die auf sie zu treffen.
Trotzdem. Sie kann doch nicht einfach das Training ausfallen lassen.
Es sei denn...
Und da nimmt das Unglück wohl seinen Lauf.

Um kurz nach elf steigt Kahoko in Kyoto aus dem Zug.
Offiziell ist sie hier, um ihre Mutprobe in Angriff zu nehmen.
Inoffiziell rennt sie vielmehr vor ihrer eigentlichen Mutprobe davon – weiter zu machen, als wäre nichts.
Kahoko atmet tief durch und verlässt den großen Bahnhof, in der Hand eine Straßenkarte.
Die Schule müsste ganz in der Nähe sein, irgendwo hinter den ganzen anderen Villen verborgen. Sie kommt sich vor, als wäre sie in einem Märchenland gelandet. Jeden Moment wird der Ritter in strahlender Rüstung vorbei kommen, inklusive dem weißen Gaul.
Statt dem Ritter entdeckt sie ein Schild, dass ihr die Richtung weißt.
Rakuzan.

Kahoko hat sich Mühe gegeben mit ihrer Kleidung, ganz besonders, da heute ein Tag ist, wo sie viel lieber in Jogginghosen und Kapuzenjacke rum rennen würde, als in einem Hosenanzug.
Vielleicht hätte sie lieber einen Rock tragen sollen.
„Hey.“
Sie dreht sich um und erblickt ein großgewachsenes, dunkelhäutiges Mädchen, das mit erhobenem Zeigefinger auf sie zugestampft kommt.
„H-Hallo?“
„DU!“, übergeht die Fremde Kahokos Begrüßung und bohrt ihren Zeigefinger in Kahokos Schlüsselbein, „Warum bist du so spät? Warum trägst du deine Uniform nicht? Und warum bist du nicht beim Training?“
„Hä?“
„Nichts da, Hä! Das heißt 'Wie bitte'!“, bellt die Fremde weiter und Kahoko spürt, wie sie mit jedem Wort der anderen kleiner und kleiner wird. So hat sie sich das eigentlich nicht vorgestellt.
„Mochi, jetzt lass ihn doch mal.“, dröhnt da eine tiefe Stimme und niemand anderer als Eikichi Nebuya kommt heran getrabt, um seiner „Mochi“ den Arm um die Hüfte zu schlingen, „Siehst du nicht, dass du ihn einschüchterst? Der ist sicher neu hier und kennt sich noch nicht aus.“
„In den Schuhen?“, bellt das Mädchen entrüstet, „Auf einer Privatschule? Nie im Leben.“
„Ja, aber Mochi...“, fängt Nebuya erneut an, bevor er sich schlagartig aufrichtet.
„Meine Fresse, ich fass es nicht. Kahoko-chan, bist du's?“
Kahoko nickt verblüfft und wird prompt von Nebuya in einer seiner knochenbrechenden Umarmungen gezerrt. Zwar tun ihr danach die Rippen weh, aber sie fühlt sich emotional gesehen etwas besser.
Mochi sieht das anders.
„Ach. Und jetzt umarmst du sie auch noch?“, keift sie.
„Ja, schon, aber Mochi-lein, weißt du, sie ist mit Imayoshi zusammen, den kennst du doch, oder?“
Kahoko zuckt zusammen, aber Mochi scheint mit dieser Antwort endlich einmal zufrieden zu sein.
„Schön.“, grummelt sie und schlingt ihren schmalen Arm um Nebuyas riesigen Bizeps.
Der strahlt und streckt stolz wie ein Pfau seinen Brustkorb heraus.
„Kahoko.“, dröhnt er, „Das ist Mochi, mein Mädchen. Ist sie nicht zauberhaft?“
Mochi giggelt und hält sich die Hand vor den Mund.
„Also wirklich, Eikichi. Du kannst mich doch nicht als Mochi vorstellen. Mein Name ist Majikku, schön dich kennen zu lernen.“
„Oh...“, Kahoko lacht und schüttelt ihre Hand, „Ich hab mir schon gedacht, dass Mochi irgendwie nicht dein Name sein kann, das ist so ein kom-“, sie unterbricht sich eilig, als Majikkus Augen sich in sekundenschnelle zu zornigen Schlitzen verengen, „äh, süßer Spitzname, ja, wirklich süß, wie diese Mochi-küchlein, mit Mohnfüllung, richtig?“
„Ja genau.“, dröhnt Nebuya stolz, „Genau deswegen hab ich sie auch so benannt. Weil meine Mochi so süß ist wie ein Mochi. Aber Kahoko, was führt dich her? Sag bloß, ich hab's! Du warst so begeistert von uns, dass du an diese Schule wechseln willst! Wir führen dich natürlich gerne herum, haben ja grade sowieso Freistunde!“
Die beiden passen wirklich gut zusammen, denkt Kahoko, komplett überfahren, als die beiden sie schon mitzerren.

Eine halbe Stunde später wünscht sich Kahoko, sie hätte sich anders entschieden.
Zum Training zu gehen und so zu tun, als wäre nichts, erscheint ihr hundert mal besser als hier zu sein.
Das Traumpaar, wie sie die beiden insgeheim nennt, bombardiert sie abwechselnd mit taktlosen Fragen über ihr Privatleben und Fakten über die Schule und Kahokos ohnehin schwächelnder Kopf dröhnt bereits unangenehm.
Die schneidende Stimme, die plötzlich hinter ihr ertönt, ist dem zwar nicht gerade förderlich, aber ihr folgt eine angenehme Stille.
„Midorima.“, wiederholt die Stimme erneut.
Erst jetzt begreift Kahoko, dass sie gemeint ist und dreht sich um.
Hinter ihr steht ein kleiner Rotschopf und mustert sie aus verschiedenfarbigen Augen, bevor er sich an ihr vorbei an ihre beiden Führer wendet.
„Nebuya. Wir haben Training. Momotaru-san, ich glaube, du wirst ebenfalls benötigt.“
„J-ja, Akashi-san.“, stottert die sonst so überlegene Mochi und eilt davon. Nebuya folgt ihr unwillig grummelnd.
Akashi wirft Kahoko einen dieser Blicke mit gehobener Augenbraue zu, bevor er sich wortlos umdreht und davon geht.
„Hey.“, ruft sie ihm fassungslos hinter her, aber er ignoriert sie.
Und sie verliert die Geduld.
„Hey! Fruchtzwerg!“
Das wirkt. Er stoppt so abrupt, dass sie annehmen muss, dass er noch nie in seinem Leben geärgert worden ist. Grund genug, dass er es auch einmal erlebt, nichts zu danken.
Wie hast du mich gerade genannt?“
Er dreht sich zu ihr herum, die Augen funkeln bedrohlich.
„Das sollte ich dich fragen. Du kannst mich nicht einfach Midorima nennen und dann abhauen, als wäre nichts. Hast du nicht meine Brüste gesehen? Ich bin kein Kerl.“
Kahoko drückt zur Betonung ihrer Aussage ihre Brüste zusammen, jedenfalls das, was sie Brüste nennt.
Akashi ignoriert es und starrt sie stattdessen irritiert an.
„Ich weiß nicht, was mich mehr verwundert. Dass du zu wissen scheinst, wer Midorima ist, oder dass du glaubst, dass man von hinten dein Dekollete sehen kann.“
Kahoko grunzt und lässt ihre Hände sinken.
„Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist.“, äfft sie seine hochgestochene Wortwahl nach, „Aber man kann sowas sehr wohl von hinten erahnen, besonders, wenn man wie ich vergessen hat, einen farblich zur Bluse passenden BH anzuziehen.“
Nun rutschen Akashis Augen doch ein Stockwerk tiefer, wie um ihre Behauptung zu überprüfen. Aber er sieht nichts, kneift verärgert die Augen zusammen und sieht ihr wieder in die Augen, bereit zu kontern – als er sie grinsen sieht.
„Reingefallen, natürlich passt mein BH zur Bluse. Ich wollte dich nur gaffen sehen, wie all die anderen Kerle.“
Er öffnet erneut den Mund, aber sie unterbricht ihn auch dieses Mal wieder, beugt sich zu ihm, bis ihr Gesicht auf gleicher Höhe mit seinem ist.
„Und ich weiß auch nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber es gibt in Tokyo nicht besonders viele Mädchen, die 1,90m groß und erschreckend grünhaarig sind, also könnte es dir ja vielleicht mal in den Sinn gekommen sein, dass ich mit ihm verwandt sein könnte. Außerdem hat er ein Foto von mir in seiner Geldtasche.“
Das weiß sie zwar nicht, aber sie ist so sauer, so angespannt und er steht grade da.
Akashi lächelt nur. Es ist ein überlegenes Lächeln, während in seinen Augen kalte Wut steht.
„Kahoko also. Die Schwester, die einfach abgehauen ist, ihrem Bruder die Schuld gegeben hat für alles. Oh, natürlich kenne ich dich. Vom Hörensagen. Hast du nicht die Teiko geschmissen, weil du nicht ins Team aufgenommen werden konntest? Und das dann deinem Bruder aufgebürdet, der gar nichts dafür konnte?“
Er kann in Kahokos Augen ihren Hass sehen. Sie hasst ihn, verabscheut ihn, weil er all die wunden Punkte berührt, wegen derer sie sich selbst hasst.
Diese Punkte zu finden und daran rühren zu können, das ist wahre Macht.

Ihr Gesicht ist ganz nah an seinem, sie knirscht die Zähne, mühsam darum bemüht, ihren Zorn im Zaun zu halten. Auch ohne Midorimas Erzählungen von früher wüsste er spätestens jetzt, dass sie jähzornig ist.
Aber sie konzentriert sich zu sehr auf seine Augen. Und das ist noch immer der Stolperstein von jedem gewesen, der auf ihn herab geblickt hat. Akashi lächelt. Er hat sie in der Hand, oder?
„Küssen ist in der Schule nicht erlaubt!“, keift da eine ältere Lehrerin direkt neben ihnen und es geht alles viel zu schnell.
Irgendwie, in dem verschrecken Zusammenzucken der beiden, knallt Kahokos Stirn mit solcher Wucht auf Akashis Nase, dass sie das empfindliche Nasenbein brechen hören kann.
Blut spritzt auf ihre weiße Bluse und seine weiße Uniform und er reißt reflexartig den Kopf zurück.Wie auch immer er das schafft – und Kahoko schwört später, dass es seine Absicht gewesen sein muss – als sein Kinn ihr Gesicht trifft, hat sie das Gefühl, dass er die Nase auf dem direkten Weg in den Schädel schiebt.

Eine halbe Stunde sitzen sie beide mit Cool Packs im Gesicht im Krankenzimmer, während die nervige, ältliche Lehrerin, die alles überhaupt erst verursacht hat, ihnen eine Strafpredigt hält. Weil sie angeblich geknutscht haben, weil ihre Vorgehensweise beim Erschrecken gegen alle Schulbekannten Sicherheitsregeln verstoßen hat, weil Kahoko offiziell gar keine Schülerin ist und weil irgendjemand das Blut auf dem Schulflur aufwischen muss.
Kahoko wirft Akashi einen mitfühlenden Blick zu – immerhin muss er so eine Lehrerin dauerhaft ertragen – aber der erwidert ihn mit solcher Mordlust, dass sie lieber die Decke über sich betrachtet.
Für einen Moment möchte sie ihr Handy raus ziehen und diesen Vorfall einfach mal jemandem erzählen – schließlich ist er irgendwie witzig – aber als ihr einfällt, dass sie am liebsten Shoichi geschickt hätte, legt sich die Erinnerung wie ein schweres Tuch über sie.
Sie hat das Gefühl, hier drin erstickt zu werden und schwingt die Beine aus dem Krankenbett.
Es schwindelt ihr zwar, als sie aufsteht, aber sie muss hier raus.
„Halt!“, befiehlt Akashi hinter ihr und Kahoko dreht sich genervt zu ihm um.
„Was denn?“
„Du kannst nicht einfach gehen! Du hast mir die Nase gebrochen! Das muss operiert werden! Kannst du dafür aufkommen, denn deine Versicherung wird es ganz sicher nicht tun!“
Kahoko mustert ihn desinteressiert, bevor sie den Cool Pack weg nimmt und auf ihre eigene, geschwollene und dunkel verfärbte Nase zeigt.
„Die Frage gebe ich gerne zurück. Ich lass dir die Rechnung zu kommen.“
Sie stolziert zur Tür, was schwer ist, weil ihr schwindlig und übel ist und sich ihre Kopfschmerzen zurück gemeldet haben, aber sie schafft es.
An der Tür selbst muss sie sich abstützen, weil sich alles dreht, aber sie überdeckt das gut, in dem sie sich mit einem „Ach, noch was...“, umdreht und ihm geziert den Stinkefinger zeigt, bevor sie verschwindet.
Ja, das hat doch mal gesessen.

Kahoko kommt nicht weit, als sie auch schon von der nächsten, seltsamen Figur aufgegabelt wird. In Rakuzan wimmelt es wirklich von solchen Menschen, wie es scheint.
„Yohooo...“, jubelt ein Junge mit blonden Engelslöckchen und stürmt auf sie zu, nur um wenige Meter vor ihr abzubremsen.
„Scheiße, was ist denn mit dir passiert?“
Kahoko starrt ihn wortlos an. Sie hat keine Ahnung, wer er ist und sie hat auch nicht wirklich das Bedürfnis, sich jetzt mit ihm zu beschäftigen.
Er fängt ihren Blick auf und grinst breit.
„Ich bin Yahiro, Yoyos allerbester Freund auf allen sieben Kontinenten. Es sind doch sieben, oder? Ich merk mir das nie. Lolli?“
Kahoko starrt auf den rosafarbenen Lutscher, den er ihr hinhält. Ihr Magen rebelliert laut und deutlich. Schwupps, schon ist der Lutscher wieder verstaut und ein überraschend kräftiger Arm schiebt sich unter ihren Ellbogen.
„Ich sollte dich zur Krankenstation bringen.“, nuschelt Yahiro um seinen eigenen Lolli herum.
„Da komm ich her.“
„Ach so, hat die Schwester dich so zu gerichtet? Ayato behauptet, sie stammt von den Ägyptern ab und weiß, wie man Leuten das Hirn durch die Nase raus zieht...“, erschrocken sieht er zu ihr hoch, „Das hat sie doch nicht wirklich gemacht, oder?“
„Ich besitze mein Hirn noch, falls du das meinst.“
Er atmet sichtlich auf. „Zum Glück. Zombies sind eklig, ich weiß gar nicht, wie sich Leute sowas reinziehen können. Was ist dein Lieblingsfilm? Meiner ist Charlie und die Schokoladenfabrik, die haben so viele tolle Süßigkeiten in dem Film, das ist gar nicht zu fassen...“
Yahiro schwatzt und schwatzt auf sie ein und Kahoko schaltet einfach ab, trottet neben ihm her und ist froh, sich auf ihn stützen zu können, obwohl sie keine Ahnung hat, wo er sie genau hinführt.
„So... wir sind da.“
Kahoko sieht überrascht auf. Sie stehen vor dem Bahnhof.
„W-wie hast du...“
„Gewusst, dass du her wolltest? In deiner Brusttasche steckt dein Ticket und auf dem kleinen Teil, der raussteht, steht, dass dein Zug um 14 Uhr 30 fährt, also in...“, er blickt auf seine Uhr, „zehn Minuten.“
Kahoko starrt ihn fassungslos an.
„Was? Ich bin nicht so doof, wie ich aussehe.“, er schiebt trotzig die Unterlippe vor, bevor er ihr zu zwinkert, „Aber für dich kann ich's sein, wenn du willst.“
Kahokos Kinn sinkt noch ein wenig tiefer, als er auch schon lauthals zu lachen beginnt.
„Mann, dein Gesicht hättest du sehen müssen.“, er giggelt vor sich her wie ein kleines Kind, „Als ob, igitt. Aber war nett dich wieder zu sehen, ich werd Yoyo sagen, das sie was verpasst hat. Pass auf dich auf, du weißt schon, keine Macht den Zombies.“
Sie erwidert schwach sein enthusiastisches Winken.
Dieser Junge ist eine Naturgewalt.

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