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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
24
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28.11.2015 3.106
 
Für eine bessere Übersicht der OC's:  Bilder und Zusammenfassung

Mädchen und Jungs

Es dauert seine Zeit, bis sich die Mädchen soweit beruhigt haben, um sich umzuziehen. Als sie die Bushaltestelle am Ende der Straße erreichen, sind immer noch alle total aufgekratzt.
„Okay Leute, ich weiß, ihr würdet gerne noch weiter feiern, aber ihr müsst jetzt nach Hause und eure Sachen holen. Wir treffen uns um 11 Uhr bei dem großen Platz hier in der Nähe, um zu unserer Trainingswoche aufzubrechen.“, erinnert Nanami alle.
„Was? Ich dachte, wir fahren erst morgen.“, ächzt Megumi, die noch gar nicht gepackt hat.
„Nein, kleine Änderung. Die Touou fährt ebenfalls heute Abend und ihr Coach hat uns angeboten, dass wir ihren Bus mitbenutzen können. Das spart uns einen großen Teil der Fahrtkosten und wenn wir bei ihnen mitfahren, sind wir morgen früh dort und können gleich mit dem Training beginnen.“
Ein paar jammern noch, begreifen aber, dass sie Recht hat. Sie trennen sich, am Ende bleiben nur Michirou und die Zwillinge, die auf einen anderen Bus müssen.
„Wo ist eigentlich Kahoko? Ich wollte sie noch erinnern, Badezeug einzupacken.“, fragt Nanami ihren Bruder, der verwirrt die Schultern zuckt.
„Ist sie nicht mitgekommen? Sie hätte doch sicher am lautesten protestiert.“, wundert sich Michirou. „Außerdem müsste sie doch zusammen mit uns im Bus sitzen.“
Die Zwillinge starren sie mit großen Augen an.
Michirou knurrt. „Ich geh zurück und hol sie.“

Den ganzen Weg zurück grummelt sie vor sich hin.
Ist ja mal wieder klar, dass das Mädel fehlen muss. Vermutlich hat sie sich an diesem dämlichen Blauschlumpf festgesogen, um Erinnerungen auszutauschen und vergessen, dass sie noch packen muss.
Ganz zu schweigen davon, dass sie vermutlich noch nicht mal gepackt hat.

Michirou hält die Augen offen, aber auf dem Weg zurück zur Schule begegnet ihr niemand. Es kommt ihr nicht richtig vor, an einem Sonntagabend auf fremdem Schulgelände herum zu strolchen. Immerhin, in der Sporthalle brennt noch Licht und die Seitentür ist auch nicht abgeschlossen.
Leise drückt sie sich hindurch und findet sich vor dem Aufgang zu den Tribünen.
Vage erinnert sie sich, dass sie erst hoch, dann runter muss, zuckt mit den Schultern und beginnt den Aufstieg. Oben angekommen hat sie einen wunderbaren Ausblick auf die Halle unter sich.
Wusste ich's doch.
Unter ihr sind Kahoko und dieser Blauschlumpf Aomine in ein heftiges One on One verstrickt. Den Korb zu treffen scheint dabei eher nebensächlich zu sein, die beiden tanzen umeinander herum, als würden sie für ihren eigenes Breakdance-Musikvideo proben.
Michirou seufzt und zuckt zusammen, als sich neben ihr etwas bewegt.
Entsetzt starrt sie auf den Boden, wo sich im Dämmerlicht etwas schnaufend über den Boden auf sie zu bewegt.
Gerade noch rechtzeitig erkennt sie den blonden Haarschopf von Touous Center, der sich auf allen vieren den schmalen Gang zwischen den Sitzbänken entlang schiebt.
Michirou kann ihren Entsetzensschrei gerade noch hinunter schlucken, tritt einen Schritt zurück und erkennt in dem Moment den Gegenstand, den der Junge vermutlich so angestrengt sucht. Sein Handy.
Es liegt nicht weit von ihren Füßen entfernt und sie bückt sich, um es aufzuheben. Ihre Finger sind Sekundenbruchteile schneller als seine, er starrt verblüfft zu ihr hinauf – und wird knallrot.
Wenn ich jetzt in deiner Lage wäre, wäre mir das auch peinlich, denkt sich Michirou und versucht sich an einem freundlichen Lächeln.
Er starrt sie immer noch an und sie befürchtet langsam, dass ihr freundliches Lächeln mehr nach Verstopfung aussieht.
„Ähm... willst du's nicht nehmen?“
„Oh... äh, doch, doch.“ Er schnappt sich das Handy und versucht hochzukommen. Er braucht ein paar Anläufe, dann steht er ihr gegenüber und starrt immer noch auf sie hinunter als wäre sie die Schlange aus dem Dschungelbuch und er das arme Häschen.
„Geht's dir nicht gut?“
„Willstdumitmirausgehen?“, platzt es da aus ihm heraus.
Michirou starrt ihn verdattert an. „Bitte was?“
„Willst du. Mit mir. Ausgehen?“ Er holt nach jedem zweiten Wort Luft und sie braucht einen Moment, um zu begreifen, dass er das wohl ernst meint.
„Ähm... Nein?“
Ihm klappt die Kinnlade herunter und sie dreht sich weg, um über die Sitzbank hinweg in den nächsten Gang zu gelangen. Bloß weg von hier.
„Warum nein?“
Okay Michirou, her mit den stichhaltigen Begründungen. „Ich geh doch nicht mit dem Feind aus.“, gibt sie zurück und hopst über die Lehne.
„Feind? Ich bin doch kein Feind. Wir spielen noch nicht mal in der gleichen Liga. Hast du vergessen, dass ich ein Kerl und du ein Mädchen bist?“
Sie starrt ihn aus zusammen gekniffenen Augen an. „Schon, aber ihr habt ein Mädchenteam. Wer sagt mir, dass du nicht als Spion für sie arbeitest und unsere streng geheimen Trainingseinheiten an sie weiter leitest?“
„Bist du vollkommen durchgeknallt?“
Michirou grinst. „Nein. Ich wollte nur sehen, ob du mir glaubst.“
„Also gehst du mit mir aus?“
„Nein!“
„Aber warum denn nicht?“
Diesmal nimmt sie sich Zeit, um zu antworten und mustert ihn ausgiebig. Als würde ich so etwas von der äußeren Erscheinung abhängig machen. Pfft, Anfänger.
„Sagen wir mal so. Vielleicht würde ich mit dir ausgehen. Aber ich habe ne anstrengende Trainingswoche irgendwo in der Pampa vor mir. Ich gehe davon aus, dass es dir in dieser Zeit sowieso nicht möglich sein wird, mit mir auszugehen und du hast nun wirklich nicht so viel Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich mich nach einer Woche Training noch an dich erinnern werde. Tut mir leid für dich.“
Sie dreht sich wieder um und hält abrupt inne. Unten auf dem Spielfeld greift sich Kahoko mit einem seltsamen Laut an die Stirn und sinkt zu Boden. Und Aomine steht daneben wie bestellt und nicht abgeholt.
Ich bin endeutig im falschen Film.

„Ich hab nichts gemacht! Echt nicht!“, verteidigt sich Aomine, als Michirou angerannt kommt.
Sie schiebt ihn beiseite und kniet sich neben Kahoko, die sich den Kopf hält, die Augen fest zusammen gekniffen.
„Kahoko? Hörst du mich? Ich bins, Michirou.“
„Chi-chi-senpai?“, stöhnt Kahoko, „Was machst du denn hier?“
„Du warst nicht bei der Bushaltestelle, also hab ich mir Sorgen gemacht.“
„Nicht so laut.“, wimmert Kahoko und Michirou stutzt. So laut hat sie nun auch wieder nicht gesprochen.
„Was ist denn passiert?“, wispert sie Kahoko zu.
Aomine antwortet: „Wir haben gespielt und ich bin irgendwie nochmal in die Zone gerutscht. Dann ist sie einfach umgefallen.“
„Nicht so laut.“, kommt es wieder von Kahoko und Michirou tritt ihm kurzerhand strafend gegen das Schienbein. Verdient hat er es allemal.
„Kahoko.“, murmelt sie wieder.
„Das war einfach zu viel für mich.“, nuschelt sie ganz leise, bemüht, so wenig von ihrem Gesicht zu bewegen wie möglich, „Ich krieg immer so ne extrem fiese Migräne, wenn ich mich so konzentrieren muss. Kannst du mir einfach meine Tabletten bringen? Die sind in meiner Tasche, die rosaroten.“
Michirou seufzt und joggt quer übers Feld, um die benötigten Dinge zu holen. Sie nimmt auch noch Wasser mit, sicher ist sicher.
Aomine hat sich mittlerweile hingekniet.
„Kann ich irgendwie helfen?“, fragt er gerade, als sie zurück kommt.
„Kannst du's irgendwie dunkel machen?“
Etwas verdattert starrt Aomine hoch zur Deckenbeleuchtung, dann zu Michirou. Sie sieht ihm an, dass er keinen Tau davon hat, wo die Lichtschalter sind. Sie seufzt und will wieder los laufen, da improvisiert er bereits. Mit einer schnellen Bewegung zieht er sein Trikot aus und breitet es über Kahokos Gesicht aus wie eine Decke.
„Danke.“, kommt es darunter hervor.
Michirou schüttelt den Kopf und kniet sich daneben. „Achtung, ich hab hier deine Tabletten.“
Kahoko streckt die Hand aus, nimmt eine der rosaroten Tabletten und schiebt sie sich in den Mund.
Eine Weile ist es still zwischen den dreien, während sie darauf warten, dass die Medikation wirkt.
Schließlich nimmt Kahoko selbst das Trikot von ihrem Gesicht. „Du solltest öfter duschen.“, murmelt sie müde.
„Ach halt die Klappe.“, grummelt Aomine zurück und hilft ihr hoch.
Sie schwankt und ist ein wenig grau im Gesicht, aber sie hält sich wenigstens nicht mehr den Kopf, als würde er jeden Moment explodieren.
„Jetzt haben wir sicher den Bus verpasst.“, murmelt sie Michirou zu.
Die seufzt. „Ja und du musst sicher noch packen.“
„Nee, das hat meine Mama schon gemacht.“, nuschelt sie, wankt wie eine Betrunkene die zwei Schritte zu Michirou und klammert sich an ihre Schulter. „Du riechst besser als Daiki.“
Aomine grunzt und streift sich das Trikot wieder über.
„Danke Daiki, dass du mir geholfen hast.“, grummelt er vor sich hin, „Oh, keine Ursache Kahoko. Hab ich doch gern gemacht.“
„Lasst den Unsinn.“, schimpft Michirou, schlingt den Arm um Kahoko und bugsiert sie so effektiv Richtung Ersatzbank und damit auch Richtung Ausgang. „Ich möchte noch nach Hause, bevor wir los fahren. Also Dalli jetzt, klar?“
„Ja, Chi-chi-senpai.“
„Ach, halt einfach die Klappe, Kahoko.“

- - -

Die Halle leert sich nun endgültig.
Imayoshi Shoichi seufzt, schiebt sich die Brille zurecht und geht zu den Lichtschaltern, um die große Deckenbeleuchtung auszuschalten.
Zu sagen, dass er über die Begebenheiten eben nicht erfreut ist, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts.
Er ist nicht eifersüchtig auf Aomine, wirklich nicht. Man kann kein 18-jähriges Genie sein, ohne wenigstens zu wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen – und ein kleines bisschen arrogant zu sein. Aber dass sich die beiden kennen und so offen und freundschaftlich miteinander umgehen, das bringt seinen ganzen Plan durcheinander.
Soll ich die beiden jetzt etwa doch miteinander verkuppeln? Will mir meine dämliche Träumerei etwas das sagen?
Er schüttelt den Kopf.
Nein. Träume sind Schäume, mein Hirn ist im Endeffekt auch nur menschlich und macht Fehler. Wir stecken mitten in der Inter High und die Planerei um Kahoko beschäftigt mit beinahe genauso, es ist nur natürlich, dass mein Gehirn diese beiden wichtigen Punkte verknüpft und daraus einen recht seltsamen Traum fabriziert. Schließlich habe ich auch schon von einem Ferarri geträumt und fahre noch immer keinen.
Er nickt, wie zu sich selbst und zieht sein Handy hervor, um eine Nachricht zu schreiben.

- - -

Takao Kazunaris Handy klingelt. Er grunzt, schiebt sich sein Brot im Ganzen in den Mund, um die Hände frei zu haben und durchwühlt seine Hosentaschen.
„Das ist unanständig.“, kritisiert Shintarou, der ihm gegenüber sitzt.
Kazunari ignoriert ihn und starrt auf das Display.

Teuflisches Vierauge hat ihnen eine Nachricht geschickt.

Kazunari beglückwünscht sich selbst dazu, diesen überaus treffenden Kontaktnamen gefunden zu haben und öffnet die Nachricht. Seine Augen werden groß.

Aomine und Kahoko sind sich heute begegnet und haben sich erkannt. Kennen sich, seit sie sechs Jahre alt sind. Haben offensichtlich aneinander Gefallen gefunden, aber ich bin bemüht, das ganze auf einer freundschaftliche Ebene zu halten. Melde mich, wenn es Neuigkeiten gibt.

„Shin-chan, du hast mir nie gesagt, dass euch und Aomine-kun eine Sandkastenfreundschaft verbindet.“
Shintarou spuckt sein halb gekautes Essen über den Tisch.
„Das ist unanständig, Shin-chan.“, beklagt sich Takao amüsiert und wischt mit einer Serviette die Bröckchen von der Sitzbank.
Shintarou starrt ihn an.
„Woher weißt du...“
„Oh? Imayoshi hat es mir gerade geschrieben. Anscheinend hat Kaho-chan Gefallen an Aomine gefunden, jetzt, wo sie sich erinnert hat, dass sie sich schon kennen.“
„Niemals!“, ruft Shintarou entgeistert und wirft sich beinahe über den Tisch, in dem Versuch, Kazunaris Handy zu erwischen.
„HEY!!“, Riko taucht neben ihrem Tisch auf, „Passt gefälligst auf die Möbel auf!“
„HAI!“, kommt es synchron von den beiden, die sich eingeschüchtert wieder ruhig hinsetzen.

Kaum ist das Mädchen verschwunden, schießt Shintarous Kopf wieder herum.
Kazunari schluckt nervös. „Ich leite die SMS an dich weiter, okay?“
Hastig sucht er in seinen Kontakten nach „Grünhaariger Dork“.

- - -

Es ist Susas drittes Jahr im Basketballteam der Touou. Mittlerweile ist so vieles Routine.
Die Fahrt zum Trainingslager zum Beispiel.
Irgendwann ist irgendein schlauer Trainer auf die Idee gekommen, dass es sinnvoller wäre, die achtstündige Fahrt um elf Uhr nachts anzutreten. Der Gedanke dahinter? Der Bus erreicht das Lager um sieben Uhr morgens und nach einem kurzen Frühstück kann der Coach alle buchstäblich übers Gelände prügeln.
Es ist kein Wunder, dass eine Gruppe pubertierender Jungs nicht in Begeisterungsstürme ausbricht, wenn sie eine Nacht in einem Bus verbringen müssen. Vor allem nicht nach einem anstrengenden Trainingstag. Alle sind müde.
Als Drittklässler haben er und Imayoshi das Recht, als Erste einsteigen zu dürfen. Imayoshi wählt einen Platz weit hinten, wo er seine Ruhe hat und setzt sich ans Fenster.
Susa lässt sich mit einem Seufzen neben ihn fallen, lehnt sich zurück und schließt die Augen. Sie kennen sich mittlerweile lange genug, dass er zumindest ansatzweise verstehen kann, was in seinem besten Freund vorgeht. Fensterplatz heißt, dass Imayoshi nachdenken muss und da er schweigend nachdenkt, kann Susa in Ruhe schlafen.
Der Bus füllt sich immer mehr, die üblichen Streitereien finden statt.
Susa öffnet träge ein Auge. Momoi weigert sich, neben Aomine zu sitzen und wählt stattdessen den Platz neben Sakurai, welcher rot anläuft. Wakamatsu scheucht einen Erstklässler auf, der sich vorgedrängelt hat und pflanzt sich auf einer Zweierbank. Typisch.

„Alle mal her hören!“, dröhnt es durch die Lautsprecher. Ihr Coach steht mitten im Gang. „Ich weiß, ihr seid alle müde und wollt nur schlafen, deshalb mach ich es kurz. Um Kosten zu sparen, hat sich uns eine weitere Schule angeschlossen, die ohnehin ins selbe Lager fährt und sich so keinen separaten Bus organisieren muss. Ich erwarte von euch, dass ihr euch anständig benehmt.“
Susa hebt überrascht eine Augenbraue und blickt zu Imayoshi, der teilnahmslos zurück blickt. Also hat der auch keine Ahnung.

„Also ich sitz vorne, mir wird so schnell schlecht.“, ertönt eine Mädchenstimme, die jeder im Team mittlerweile sehr gut kennt. Susa verkneift sich ein entnervtes Stöhnen, während Aomine plötzlich kerzengerade da sitzt.
Da taucht auch schon ein dunkelblauer Haarschopf auf, Mirai winkt fröhlich in die Runde.
„Hi Jungs, hi Momoi.“
Momoi winkt verdutzt zurück und Mirai dreht sich um.
„Kommst du, Nana-chan? Wir können uns vorne hin setzen, da sitzt noch keiner.“
Alle verdrehen die Augen, aber hinter Aomines überdrehter kleiner Schwester taucht nicht etwa eine weitere überdrehte Mittelschülerin auf, sondern ein andrett gekleidetes Mädchen, die allen irgendwie bekannt vor kommt.
„Guten Abend.“, richtet sie das Wort an die Jungs, die alle verwirrt zurück blinzeln, „Vielen Dank, dass ihr uns so kurzfristig aufnehmt. Ich hoffe, dass das Spiel von heute Abend keine unangenehmen Gefühle auslöst.“

„Warte mal. Das Spiel von heute Abend?“, kommt es von einem der Zweitklässler und auch Imayoshi sitzt plötzlich aufmerksam da.
Da stapft auch schon der Rest der Mannschaft die kleine Treppe hoch in den Bus. Shinji vorne dran, die Aomine die Zunge rausstreckt und dann wartet, bis Michirou einen armen Erstklässler verscheucht hat, damit sich die beiden eine Bank teilen können.
„Hmm...“, macht Susa teilnahmslos und sieht zu, wie sich der Rest der Mannschaft verteilt.
Die schüchterne Kapitänin, gegen die er gespielt hat, setzt sich mit angespanntem Rücken neben den knallroten Coach, die zwei Erstklässlerinnen sitzen nebeneinander und dann tapst schlussendlich Kahoko in den Bus und sieht sich um. Ihr Blick fällt auf Imayoshi, der mit teilnahmsloser Miene ganz hinten neben Susa sitzt. Sie zögert, dann lässt sie sich neben Aomine fallen.
„Lass mich ja schlafen.“, kann man sie bis nach hinten hören. Aomine brummt etwas Unverständliches.
Kaum ist der Bus angefahren, hört man kollektives Schnarchen aus ihrer Richtung. Beneidenswert.

- - -

Michirou hat keine Ahnung, wie spät es ist, als sie aufwacht. Auf der anderen Seite der Fenster herrscht Dunkelheit, nur unterbrochen von den Scheinwerfern entgegen kommender Autos. Sie gähnt und richtet sich auf. Sie muss unglaublich dringend aufs Klo.
Mit etwas Mühe kann sie sich von Shinji befreien, deren Kopf auf ihre Schulter gesunken ist.
Dann tapst sie den Gang entlang nach hinten, bemüht, über keinen zu fallen.
Kahokos Beine ragen bis weit in den Gang hinein, ihr Gesicht hat sie gegen Aomines Knie gepresst, während er seinen Kopf auf die wirklich unbequeme Armlehen gebettet hat. Da wird morgen jemand Kopfweh haben, da kann sie drauf wetten.
Sie steigt über Kahokos Beine und geht weiter. Der Gang wird von kleinen Lämpchen in der Decke schwummrig beleuchtet, genug, um sich zurecht zu finden.
Genug, um etwas erkennen zu können. Michirou bleibt stehen und muss sich auf die Lippen beißen, um keinen verräterischen Laut zu machen.
Coach Shouta hat sich wie ein Kätzchen auf dem Sitz zusammen gerollt, sein Kopf ruht in Lias Schoß, ihre Hand liegt auf seinem Haar. Die Kapitänin selbst schläft mit dem Kopf gegen den Fenster gelehnt, ein Vorhang trennt sie von dem kalten Glas.
Michirou schmunzelt. Vielleicht hat Shinji doch recht und es hat einen Grund, dass Lia so viele Überstunden mit Shouta schiebt, um „die Teamplanung auf Vordermann zu bringen“.
Soll ihr recht sein.

Als Michirou die kleine Treppe vom Klo hoch zum Gang kraxelt, räuspert sich jemand neben ihr.
Sie stoppt, vielleicht hat sie ja jemanden geweckt. Wenn sie lange genug leise bleibt, schläft derjenige vielleicht wieder ein.
Aber nein. So viel Glück hat sie nicht.
„Du...“, wispert jemand, „Michirou, richtig?“
Sie dreht sich um und unterdrückt ein genervtes Stöhnen. Wakamatsu, der blonde Center, mustert sie aufmerksam.
„Ja?“
„Wir sind jetzt eine ganze Woche zusammen im Trainingslager, richtig?“
Immerhin, er bemüht sich, wie ein normaler Mensch leise zu flüstern, denkt Michirou und wendet sich ihm zu. „Ja, und?“
„Das heißt, es wäre rein technisch möglich, diese Woche ein Date zu haben.“
Sie mustert ihn ausdruckslos.
„Ich meine... du hast gesagt, du würdest vielleicht mit mir ausgehen, aber da du auf Trainingswoche sein wirst, ist das nicht möglich. Jetzt wäre es ja doch möglich, da wir beide zusammen auf Trainingswoche sind.“
„Warum willst du denn so unbedingt mit mir ausgehen?“ Man kann jetzt wirklich hören, dass sie genervt ist und er reibt sich mit beiden Händen übers Gesicht, bevor er sie entschuldigend ansieht.
„Sorry, wirklich, du bist nur das erste Mädchen, von dem ich glaube, dass ich es tatsächlich mögen könnte. Und na ja... ich hab bei Sakurai gesehen, was passieren kann, wenn man jemanden hat, den man mag und der einen mag und... na ja... ich dachte halt...“
„Dass du mich dafür benutzen könntest, besser zu werden?“
„Eigentlich dachte ich weniger an besser als an ruhiger werden...“, nuschelt er peinlich berührt.
Sie seufzt. „Würde dir tatsächlich gut tun. Ruhiger werden, meine ich.“
Sie bleibt stehen und für einen langen Moment sehen beide überall hin, nur nicht zum jeweils anderen. Schließlich stößt sie einen weiteren Seufzer aus und wendet sich wieder ihm zu.
„Ein Date. Mehr nicht. Montag, Dienstag oder Mittwochabend, aber keinen Tag später, wir bleiben auf dem Grundstück und wenn ich irgendeinen Grund zur Klage habe, dann ist es das gewesen, ist das klar?“
Wakamtsu strahlt wie ein Kind, dass das Süßigkeitenversteck gefunden hat. „Glasklar.“

Michirou dreht sich um und geht zurück zu ihrem Sitzplatz. Wakamatsu wartet, bis es wieder ruhig ist. Er hat noch genug Zeit, um zu planen, aber warum nicht gleich beginnen?
Er dreht sich um. „Psst... Susa? Bist du wach?“

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