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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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Dieses Kapitel
1 Review
 
25.11.2015 3.123
 
Hallihallo,
ich hab mir ziemlich lange Gedanken gemacht - mit Hilfe meiner Beta "Jo de Bry", wie ich dieses Kapitel hier schreibe, damit Kahoko nicht zur Mary Sue wird.
Ich hoffe, ihr seid alle zufrieden damit - falls nicht, bitte lasst es mich wissen. Eure Meinung ist mir wichtig.
Viel Spaß beim Lesen

Für eine bessere Übersicht der OC's:  Bilder und Zusammenfassung

Die Generation der Wunder


„Aomine.“, Coach Harasawa bricht das Schweigen und nennt den Störenfried buchstäblich beim Namen, „Du bist spät dran.“
Der Neuankömmling grinst und nimmt einen Satz über die Zuschauerbänke, die ihn von seinem Coach trennen.
„Joar...“, er kratzt sich lässig am Nacken, „Ich wusste nicht, dass wir ein Spiel haben.“
„Das stimmt ja wohl überhaupt nicht!“, ereifert sich Momoi augenblicklich und rammt ihren Zeigefinger zielsicher in Aomines Brustkorb, „Ich hab es dir dreimal gesagt.“
Aomine grunzt unwillig und wischt ihre Hand beiseite wie eine lästige Fliege. Er mustert die versammelten Spieler.
„Warum sollte ich bei sowas auch mitmachen? Ihr spielt ja nur gegen Mädchen.“, er stutzt und mustert Kahoko. „Na gut, gegen Mädchen und einen echt hässlichen Kerl.“
Zwei, nein drei große Schritte und Kahoko ist bei ihm.
„Ich bin ein Mädchen.“, knurrt sie und bevor jemand eingreifen kann, hat sie ihm schon einen Kinnhaken verpasst, der sich gewaschen hat.
Shouta stöhnt entnervt auf, während Wakamatsu zufrieden in sich hinein gluckst. Endlich zeigt dem Aufschneider mal jemand, was Sache ist.
Aomine spuckt auf den Boden, fühlt mit der Zunge nach, wo das Blut herkommt. Ein Glück, kein Zahn fehlt. Aber das Déjà-vu hat gesessen. Die Erinnerung schlägt unsaft zu.
„Koko?“
Er fragt das mit so viel erstauntem Entsetzen in der Stimme, dass Kahoko nur beleidigt schnauben kann und ihre schmerzende Faust in die Seite stemmt.
„Was denkst du denn, du Idiot? Du hast mit meinem Bruder 3 Jahre lang Basketball gespielt, hast du ihn etwa nicht erkannt?“
Einen Moment lang wirkt er fast schon peinlich berührt, dann besinnt er sich und zeigt auf Momoi.
„Sie hat ihn auch nicht erkannt und sie war in ihn verknallt!“
Sakurai hebt beunruhigt den Kopf, aber Momoi ist schnell mit einer Erwiderung zur Stelle.
„Ich war sechs Jahre alt, Dai-chan! Und du wolltest Koko heiraten, also tu gefälligst nicht so!“
Aomine und Kahoko laufen schlagartig rot an.
„Da war sie auch noch niedlich und sah nicht... na ja… so aus!“, verteidigt sich Aomine.
„Erstens bin ich immer noch niedllich und zweitens fängst du eine, wenn noch mal sowas kommt.“, kontert Kahoko beleidigt.

Imayoshi verbirgt seine Belustigung hinter einem geschickten Räuspern, Wakamatsu ist weniger taktvoll.
„Darüber kann man ja streiten.“, mischt er sich ein, „Aber können wir endlich weiter spielen? Es gibt hier noch Leute, die gerne was anderes tun würden, als alte Geschichten zu wälzen.“
Michirou neben ihm nickt beifällig, besinnt sich, dass er ja immer noch zum gegnerischen Team gehört und setzt stattdessen wieder ihren üblichen Gesichtsausdruck auf – den stoischer Ruhe.
„In Ordnung, ihr habt es gehört.“, Coach Harasawa klatscht auffordernd in die Hände, „Auf eure Positionen. Aomine, du tauscht mit Yakewara. Wenn du schon mal hier bist, dann kannst du auch trainieren.“
Yakewara trottet murrend vom Platz. Da hatte er endlich mal eine Chance sich zu beweisen und dann das. Er wird für immer in die Geschichte eingehen als der Typ, der kleinen, abgelenkten Mädchen den Ball klauen kann.

„Spielst du immer noch Small Forward?“, will Aomine wissen, ignoriert geflissentlich, dass sich erstens sein Team bereits versammelt hat und er zweitens die Besprechung des gegnerischen Teams stört.
Shinji grunzt genervt. „Nein und jetzt zisch ab, Blauauge.“
„Ja ja.“, Aomine wedelt mit den Händen in ihre Richtung, „Senpai hat mal wieder ihre Tage, schon klar. Ich hab mit Koko geredet.“
„Geh zu deinem Team.“, gibt Kahoko ruhig zurück und wendet sich demonstrativ Shouta zu, „Ich will wissen, was unser Coach zu sagen hat.“
Shoutas Gesicht wird puterrot vor Freude, er kriegt nicht mal Aomines abschätzige Musterung mit, bevor der Power Forward endlich seiner Wege geht.
„A-Also... Also nach allem, was ich bei dem Spiel Touou gegen Seirin gesehen habe, sollten wir Kahoko für die zweite Hälfte als Power Forward einsetzen. Wenn wir sie als Shooting Guard benutzen, fehlt uns die Geschwindigkeit nahe beim Korb.“
„Ich könnte spielen.“ Shinji schiebt ihm zwar nicht den Zeigefinger in die Nase, aber sie meldet sich doch beeindruckend enthusiastisch.
Shouta wirft ihr einen Blick zu. „Du spielst heute nicht.“
„Aber-“
„Nein.“
Zur Überraschung aller setzt sich Shinji wieder. Schmollend zwar, aber sie setzt sich und schweigt.
Shouta wendet sich an Kahoko. „Oder hast du eine bessere Idee? Als Small Forward hätte ich dich jedenfalls nie gesehen.“
Kahoko zuckt die Schultern. „Ich war damals sechs, was erwartest du von mir?“
„Stimmt auch wieder. Also... ihr kennt unsere Parole. Macht sie fertig.“

- - -

Die zweite Spielhälfte beginnt mit einem offen schmollenden Wakamatsu, einem heimlich schmollenden Imayoshi und einem fast schon zu begeisterten Aomine.
„Das wird wie in alten Zeiten, Koko.“, grinst er Kahoko an, in seinen Augen blitzt die Herausforderung. Mit sechs Jahren war Kahoko ein ebenbürtiger Gegner. Was ist sie jetzt?

Wakamatsu ist genervt. Erst kommt dieser „Held“ nicht daher, jetzt sollen wieder alle über seine Fähigkeiten staunen. Klar, dass der Coach wieder mal Aomine vorne dran stellt und der Rest zieht nach.
„Was kann denn der schon?“
Er dreht sich überrascht zu Michirou um, die Stellung genommen hat.
„Was?“, entgegnet sie schroff, als sie seinen Blick bemerkt, „Ich mag diese Sonderbehandlungen nicht. So toll kann der ja wohl nicht sein, oder?“
„Nein, ist er nicht.“, entgegnet Wakamatsu, wesentlich versöhnter mit der Realität. Es gibt also doch noch echte Mädchen da draußen.

Imayoshi würde sich selbst nicht als „schmollend“ bezeichnen. Schmollen tun nur kleine Kinder und Idioten. Nein, er ist viel mehr genervt. Dass Kahoko und Aomine sich schon kannten, das bringt seinen ganzen Plan durcheinander.
Klar, er könnte seinen Traum mit dem Plan verknüpfen, den er ganz zu Anfang verfolgt hatte: Kahoko mit Aomine verknüpfen und so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ein beleidigter Midorima und ein motivierter Aomine, das wäre schon ein echtes Erfolgserlebnis. Aber er ist ehrlich mit sich selbst, er will nicht.
Es wäre zu einfach, sagt er sich, um dieses dumpfe, unzufriedene Gefühl in seinem Magen zu benennen. Das trifft es nicht ganz, aber es ist nahe genug an der Wahrheit, um ihm für den Moment zufrieden zu stellen.
Trotzdem... es gefällt ihm nicht, dass sie jetzt alle ihre Aufmerksamkeit auf Aomine lenkt. Das hier ist sein Spiel gegen sie, er will da keine Einmischungen. Wenn er Pech hat, dann... ja, darüber will er erst nachdenken, wenn es wirklich eintrifft.

- - -

Touou 32 – Nakamiya South 20
10:00
9:59
Kahokos Beine bewegen sich von alleine. Zumindest fühlt es sich für sie so an. Sie kann nicht sagen, worauf ihr Blick gerichtet ist, sie bewegt sich reflexartig. Sie hat alles im Blick, ohne wirklich hinzusehen, aber das ist auch nicht nötig, sie vertraut mehr auf Gehör.
Ihr eigener Atem ist nur ein Hintergrundgeräusch, im Vordergrund steht Aomines Rhythmus, den sie kennt, als wäre es ihr eigener. Er erinnert sie an die amerikanischen Bands, die Taiga immer hört.
Kräftig, pulsierend, schnell, dann wieder langsam, aber immer so fließend und scheinbar unberechenbar.
Aomine ist in der Zone und Kahoko gibt mehr als hundert Prozent, um überhaupt mithalten zu können. Sie wird es später bereuen, aber sie denkt längst nicht mehr nach. Sie handelt, spielt... reagiert.

- - -

Genau das wollte ich eigentlich verhindern.
Imayoshi kann nur da stehen und zusehen, während sein eigener Power Forward an ihm vorüber schießt, als wäre Geschwindigkeit in diesem Spiel lediglich eine bloße Variable.
Er wusste ja, dass Kahoko gut ist, dass sie ihren eigenen Stil hat. Aber das hier übertrifft seine Erwartungen. Nein, es schießt meilenweit daran vorbei.
Denn Kahoko tanzt über den Platz.
Imayoshi schüttelt den Kopf. Das ist doch einfach nur bescheuert. Sie könnte ihre Geschwindigkeit wesentlich verbessern, wenn sie diese unnötigen Bewegungen einsparen würde.
Aber trotz der Kritik gefällt es ihm. Irgendwie.
Und so unpraktisch ihre Technik auch sein mag, sie kann mit Aomine mithalten. Ihre Bewegungen sind auf ihn abgestimmt, sie hat seinen Rhythmus mit Leichtigkeit übernommen.
Was nicht heißt, dass sie deshalb Körbe werfen könnte. Dazu kommt sie gar nicht. Sie hat genug damit zu, Aomine vom Punkten abzuhalten, aber auch das klappt nicht immer.
Ihren Mitspielern ist das Unbehagen und die unausgesprochenen Fragen deutlich anzusehen.
Ist sie etwa in der Zone? Kann sie das überhaupt?
Shoichi schmunzelt in sich hinein. Banausen.
Er weiß es besser. Ja... Kahoko ist in einer Art von Zone. Aber das macht sie nicht zu einem Wunderkind. Die Zone ist nur eine nette Bezeichnung dafür, alles zu geben und die Konzentration einzig und allein auf den Sieg zu richten.
Das kann so ziemlich jeder, der sich konzentriert, gewinnen will und seinen Körper kennt. Aber ein Wunderkind, das wird man nicht einfach nur dadurch, dass man sich konzentriert. Oder gewinnen will.
Ein Wunderkind wird man durch Talent. Hartes Training. Und dieses besondere Etwas, dass man nun mal einfach hat.
Aomine hat es. Kahoko hat es nicht.
Da kann sie noch so konzentriert sein.

Eines muss man ihr aber lassen. Sie gibt nicht auf.
Und in einem Spiel gegen Mädchen, da wird ihr diese Konzentration und dieser Siegeswillen sehr zugute kommen. Wenn sie über den Platz fegt, der ganze Körper, jede einzelne Zelle in ihrem Gehirn darauf ausgerichtet, Basketball zu spielen.
Die restlichen Spieler können nur daneben stehen, sich den Punktestand ansehen und darauf warten, dass ihnen die Kraft ausgeht und sie aus ihrer Konzentration auftauchen wie aus tiefem Wasser.
Und genau dann wird Imayoshi die Positionen wechseln. Er hat genug davon, zuzusehen. Soll Aomine doch mit diesem winzigen Small Foward Katz und Maus spielen.

- - -

Es steht 52:20 für Touou, als die Teams in die Pause vor dem letzten Spielviertel gehen.
„Alles okay bei dir?“, fragt Megumi Kahoko, die sich für einen Moment auf ihrer Schulter abstützen muss, „Das war ziemlich krass, was du da abgezogen hast.“
„Geht schon, mir ist nur ein bisschen übel.“, entgegnet Kahoko, lässt sich neben Shinji auf die Bank sinken und trinkt in winzigen Schlucken aus ihrer Wasserflasche. Zehn Minuten nonstop so viel zu geben, das fordern seinen Tribut, sie kann froh sein, dass sie noch keine Migräne hat.
„Sowas nennt man allgemein Zone.“, erklärt Shouta, „Wenn man absolut konzentriert ist und alles gibt. Davon solltet ihr euch aber nicht beirren lassen, denn niemand kann die ganze Zeit hundert Prozent geben. Kahokos Zeit dafür ist für heute wohl abgelaufen...“, Kahoko nickt träge, „… und auch Aomine wird jetzt wohl nicht noch einmal in die Zone gehen können. Was nicht heißt, dass wir jetzt leichtes Spiel gegen ihn hätten. Selbst wenn er nur mit zehn oder zwanzig Prozent seiner Höchstleistung spielen würde, ist er ein nicht zu unterschätzender Gegner. Megumi, du kümmerst dich um ihn.“
Megumi schnappt entsetzt nach Luft. „Ich? Warum ich? Ich bin doch viel kleiner als er! Nicht mal Kagami-kun konnte gegen ihn bestehen.“
„Kagami-kun musste mit lädierten Knien spielen, während du nach diesem Viertel relativ ausgeruht sein müsstest. Außerdem bist du mit Abstand die schnellste Spielerin im Team, sodass sein rascher Tempowechsel dir nichts ausmachen dürfte.“
„Deine Größe ist eigentlich ein Vorteil.“, mischt sich überraschend Michirou ein, „Du bist klein genug, um dich unter ihm durch ducken zu können. Jungs rechnen nicht mit sowas, weil in ihrer Liga selten Typen mitspielen, die klein genug für solche Tricks wären.“
Megumi zögert. „Ist das nicht ein ziemlich fieser Trick?“
„Schon.“, Kahoko grinst ihr zu, „Aber bist du nicht total sauer auf ihn?“
Als hätte man einen Schalter umgelegt, grinst Megumi plötzlich beinahe sadistisch. „Das bin ich wirklich.“, murmelt sie begeistert.
Shouta hebt eine Augenbraue, dann fasst er sich wieder. „In Ordnung. Michirou, du bleibst an dem Blonden dran. Lia, deine Position bleibt gleich, ebenso bei Tsunako, Kahoko, du wirst in dem Fall Imayoshi übernehmen müssen, geht das für dich oder muss ich dich auswechseln?“
Kahoko atmet tief durch, dann steht sie auf. „Nein, ich bin fit. Wie sieht dein Plan für mich aus?“
„Du wirst passen müssen. Dieser Imayoshi kennt deine Würfe zu gut und selbst wenn du nen Wurf hinkriegst, dann nur auf Risiko. Touou passt so gut wie gar nicht, bei ihnen ist jeder auf sich allein gestellt. Denkt dran, was wir geübt haben, ich will von euch so viele Pässe wie möglich. Wir haben Megumi, die unsere Pässe umlenkt, also passt in erster Linie zu ihr oder zu jedem, der gerade frei steht. Werft nicht, solange ihr euch nicht absolut sicher seid, dass ihr punkten könnt. Alles klar soweit?“
„Alles klar.“, kommt es im Chor zurück.
Shouta grinst. „Dann macht sie fertig!“

- - -

Als die Mädels ihre Positionen einnehmen, ist Aomine der Unmut deutlich anzusehen.
„Ich spiel doch nicht gegen diesen Zwerg.“, knurrt er, „Ist das überhaupt zulässig? Wenn ich nicht aufpasse, lauf ich doch einfach über sie drüber.“
Wakamatsu läuft rot an vor Wut, bereit, loszubrüllen.
„Halt die Klappe.“, kommt es von Michirou, die angespannt die Szenerie beobachtet.
Wakamatsu ist zu überrascht, um etwas zu erwidern und schweigt tatsächlich.
„An deiner Stelle würde ich mir nicht so viel heraus nehmen.“, mischt sich stattdessen Nanami ein, die, die Hände in die Seiten gestemmt, am Spielfeldrand stellt.
„Meine Freundin, die du da so geschmacklos als Zwerg betitelst, hat noch ein Hühnchen mit dir zu rupfen.“
„Eh?“, Aomine kratzt sich am Ohr, „Wieso das denn?“
Er blinzelt auf Megumi hinunter, die ihre Fingerknöchel knacksen lässt, in der Hoffnung, dadurch bedrohlicher auszusehen.
„Kagami-kun ist ein Freund von mir.“, presst sie hervor und ist wahnsinnig stolz darauf, das ohne Stottern über die Lippen gebracht zu haben.
„Ach...“, Aomine grinst amüsiert, „Na dann werd ich wohl sehr viel Spaß mit dir haben, was?“
„Benimm dich.“, kommt es trocken von Kahoko, die etwas versetzt von ihm steht.
Aomine will ihr etwas Lässiges antworten, als Kahoko ihm zuvor kommt. Sie richtet ihren Blick auf Megumi. „Tu ihm nicht weh. Er ist nah am Wasser gebaut. Stimmt doch, Dai-chan, oder?“
Momoi kichert am Spielfeldrand, während Aomine wutschnaubend in die andere Richtung blickt. Einmal hat er geheult! Einmal nur!

- - -

Endlich ertönt die Pfeife, die Uhr beginnt zu ticken, die Zeit läuft.
Aomine schnappt sich den Ball und rast damit über das Spielfeld, Megumi bleibt dicht an ihm dran. Sie kann nicht verhindern, dass er punktet, aber kaum hat sie den Ball, duckt sie sich unter seinem Arm durch und verschwindet.
Verdutzt starrt Aomine dahin, wo das kleine Mädchen gerade eben noch war, dann eilt er ihr hinter her.
Sie spielen Katz und Maus, er erwischt sie, aber sie duckt sich unter ihm durch, sodass sie zwar selbst nicht werfen kann, aber doch wenigstens den Ball nicht verliert.
Dann, endlich, die Möglichkeit zu passen, der Ball geht an Kahoko, die so schnell wie möglich hoch springt. Aber nicht schnell genug.
Shoichis Finger berühren den Ball, als er ihre Hand verlässt und Kahoko kann nur verzweifelt zusehen, wie der Ball den Ring berührt, abprallt und links hinunter fällt.
„REBOUND!“, brüllt Michirou so laut, dass Wakamatsu neben ihr zusammen zuckt. Das sonst so ruhige Mädchen springt in die Luft, als hätte sie Raketentreibstoff unter den Schuhsohlen montiert und kommt tatsächlich den Bruchteil einer Sekunde früher beim Ball an.
Das reicht, um den Ball in den Korb zu befördern, aber es gibt eben nur zwei Punkte statt drei.
„Danke, Chi-Chi-Senpai!“, brüllt Kahoko quer über den Platz und winkt ihr zu. Michirou muss an sich halten, um ihr nicht eine deutliche Geste zurück zu schicken. Diese Erstklässler üben einen schlechten Einfluss auf sie aus. Sie droht, kindisch zu werden.
„Chi-Chi-Senpai?“, fragt Wakamatsu verständnislos neben ihr.
„Immerhin nennen sie mich Senpai.“, gibt Michirou immer noch muffig zurück. Das bringt ihn zum Schweigen.

Der nächste Versuch scheitert. Megumi schafft zwar den Pass zu Kahoko, doch die verliert den Ball sofort an Imayoshi und erst nach einem weiteren Korb für Touou kriegen die Mädchen den Ball wieder in die Finger.
Megumi passt augenblicklich wieder an Kahoko, die an einem süffisant grinsenden Imayoshi vorbei zu Lia passt. Imayoshi blinzelt überraschend, während Lia mit einem Sprung zurück Abstand zwischen sich und Susa bringt und einen wunderschönen Dreipunkte-Wurf landet.
„Das klappt nur einmal.“, kommentiert Imayoshi trocken die Freude der Mädchen über ihren kleinen Sieg.
Kahoko zuckt mit den Schultern. „Ist mir egal. Du hättest dein Gesicht sehen sollen.“
Touou punktet erneut und es steht 25 zu 59, als der Ball wieder an die Mädchen geht. Es ist nur noch Zeit für einen Spielzug und die Jungs sind, obwohl ihr Sieg längst fest steht, scharf auf einen Buzzer Beater. Dazu müssten sie den Ball allerdings erst klauen.
Megumi duckt sich unter Aomine durch, der es langsam aber sicher satt hat, sich wegen ihr so tief ducken zu müssen, nur um sie dann doch nicht erwischen zu können. Sie passt zu Kahoko, die passt zurück zu Megumi, die wiederum zu Lia passt. Lia springt zurück und Susa, der das bereits erwartet hat, reagiert entsprechend. Schließlich probieren die Mädchen ja jeden Spielzug so lange, bis er nicht mehr klappt, oder?
Aber der Ball geht nicht nach oben, sondern zur Seite, direkt in Kahokos Hände.
Natürlich, denkt Imayoshi und stimmt seine Bewegungen auf ihre ab, Kahoko ist spezialisiert auf Buzzer Beater, sie liebt sie und jede ihrer Teamkolleginnen weiß das.
Kahoko zielt links an ihm vorbei auf den Korb und er springt, um sie aufzuhalten – nur um festzustellen, dass sie vorgetäuscht hat.
Der Ball fliegt rechts an ihm vorbei, aber das ist egal, denn die Kurve ist komplett schief. Dieser Ball trifft den Korb auf keinen Fall.
Stattdessen landet er in den Händen einer sehr überraschten Tsunako.
Das Mädchen ist trotz ihrem leuchtend orangen Haar so unauffällig, das nicht mal Sakurai wirklich mitgekriegt hat, dass sie ihn schon seit dem zweiten Viertel deckt.
Sie steht äußerst ungünstig. Nah genug für einen Dreipunkte-Wurf, aber in einem Winkel, der bei einem Mathematiker Übelkeit auslösen würde.
Aber Tsunako ist ja nicht umsonst der „Jack of all Plays“ in ihrem Team.
Sie springt, wirft und sieht dabei zu, wie der Ball im Korb landet.
Im selben Moment ertönt der laute Pfeifton, der das Ende des Spiels anzeigt. Es steht 59 zu 28.

Dröhnendes Johlen ertönt, als Kahoko mit ein paar Sätzen bei Tsunako ist, sie unter den Armen packt und sie triumphierend in die Luft wirft.
Sakurai springt aus dem Weg, als sich Megumi dem verrückten Freudentanz anschließt und um die beiden herum hopst, als wäre sie ein Kaninchen auf Speed.
„Ehm...“, Susa starrt auf die Anzeigentafel. Doch, sie haben eindeutig gewonnen.
Trotzdem werden die Erstklässler gerade von einem freudestrahlenden Coach abgeklatscht, ja sogar die Kapitänin umarmt jeden der Reihe nach.
„Glaubst du, sie haben einen Schlag auf den Kopf bekommen?“, wispert er besorgt Imayoshi zu, der nur den Kopf schüttelt.
„Nein, das sind Mädchen, die ticken anders.“

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