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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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24.05.2015 3.105
 
Für eine bessere Übersicht der OC's:  Bilder und Zusammenfassung

Mannschaftskapitäne, gebt euch die Hände"


Ah gut, wir sind etwas zu früh dran. Kahoko, Shintarou, wollen wir uns ein bisschen umsehen, bevor der Fußballclub startet?“
Sakura nimmt jedes der Kinder an eine Hand und geht den grasbewachsenen Hang zum Sportcenter hinunter. Ganz links spielen vier Erwachsene Tennis, das Volleyballfeld wird gerade aufgeräumt, die Teenagerfußballer wärmen sich gerade auf und in der Mitte, auf dem asphaltierten Platz… Kahoko reißt sich los und stürmt darauf zu. Warum, das weiß sie selbst nicht. Sakura rennt hinter ihr her und erwischt sie knapp vor dem Rand des Feldes und zwingt sie stehen zu bleiben.
„Was fällt dir ein, renn nicht einfach weg!“, schimpft sie mit ihrer Tochter, aber Kahoko hört gar nicht zu.
Wie hypnotisiert starrt die Fünfjährige auf den orangen Ball, der auf dem Boden aufprallt, wieder und wieder. Da weiß sie noch nicht, dass man das Dribbeln nennt. Shintarou greift nach ihrer Hand und drückt sie ganz fest, als könnte er damit teilhaben an dem, was sie gerade sieht. Oder vielmehr hört. Denn es ist nicht so sehr der Anblick von Geschwindigkeit und Kraft, der sie fesselt, sondern es ist der Rhythmus, mit dem der Ball aufschlägt. Wie ein Herzschlag oder das Schlagzeug im Lieblingslied ihrer Mutter. Basketball ist Musik für Kahoko.
„Mama. Was machen die da?“, fragt sie und Sakura unterbricht ihre Strafpredigt überrascht.
„Das? Das ist Basketball Kahoko.“
„Bassball.“, nickt die Kleine zu sich selbst. „Bassball.“, widerholt sie noch einmal und schwört sich, dass sie sich dieses Schauspiel merken wird.

Shintarou hat einen eiskalten Klumpen im Magen, als er das erste Mal ohne Kahoko zum Basketballtraining geht. Klar, er hat den Sommer lang trainiert, aber aus dem Babyclub ist er schon lange rausgewachsen und Körbe werfen kann er auch ohne einen Trainer.
Von denen, die im ersten Team spielen, kommt ihm keiner bekannt vor. Das heißt… er stockt und starrt Löcher in einen dunkelblauen Haarschopf. Ist das…
„Dai-chan!“, nölt da eine Mädchenstimme neben ihnen und Bonbonrosa Haar schiebt sich in Shintarous Blickfeld. Die Zahnräder in seinem Kopf laufen Amok, als er sich an die Zeit erinnert, als sie noch neben Hinata-san gewohnt haben. Daiki und Satsuki. Satsu-chan, wispert die Stimme in seinem Kopf und er wird rot wie ein Feuermelder.

Fünf Minuten später stellen sich die Spieler gegenseitig vor. Satsu-chan und Dai-kun werden zu Aomine und Momoi. Die beiden erkennen ihn nicht mehr, dabei ist er doch derjenige, der sich am wenigsten verändert hat, oder?

- - -

From: Midorima Sousuke
To: Hana Sakura

Hallo Sakura,
das Skype-Gespräch am Sonntag an Shintarou gut getan, lass dich nicht täuschen.
Es war eine gute Idee von deinem Mann, dies regelmäßig zu machen. 
Shintarou würde es zwar vermutlich nicht zugeben, dafür ist er zu bescheiden, aber er entwickelt sich ausgezeichnet im Basketball, seit er sich nicht mehr selbst in Kahokos Schatten stellt.
Sein Trainer ist begeistert. 
Aber wir wussten ja schon immer, dass Shintarou sich Kahoko zuliebe viel zu wenig zutraut. Wollen wir nur hoffen, dass sie nicht auf einmal nachlässt, jetzt wo sie ihn nicht mehr als steten Antrieb hat.

Da du es sonntags ja schon angesprochen hast: Wie wollen wir die Ferien angehen? Was ich verstanden habe, haben wir nie zur gleichen Zeit Ferien, außer in den zwei Wochen im Juni. Die sollten die Kinder zusammen verbringen. Vielleicht bei deiner Mutter?
Ansonsten würden wir uns natürlich freuen, wenn Kahoko mal für zwei Wochen kommt und Shintarou tun zwei Wochen Amerika sicher auch gut.

Was meinst du dazu?
Sousuke

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From: Hana Sakura
To: Midorima Sousuke

Deiner Tochter geht es gut, wie nett dass du fragst…

Hallo,
ja, die Skyperei ist durchaus förderlich, es ist immer schön, meinen Sohn mal wieder zu Gesicht zu bekommen, er wächst ja schneller als man zuschauen kann. Aber bei Kahoko ist das genau das Gleiche. Sie futtert wie ein Scheunendrescher und braucht ständig größere Kleidung. 
Es freut uns alle, dass Shintarou sein Talent endlich wieder entdeckt, aber ich muss dich bitten, Kahoko nicht auf Basketball anzusprechen.
Masahiro und sie hatten ein paar lange Gespräche und sie überlegt, den Sport an den Nagel zu hängen. Sie will mit mir nicht darüber reden und Masahiro meinte, eine Art Familientherapie würde vielleicht helfen, dass sie sich mir und dir gegenüber wieder etwas öffnet. 
Aber du hast es vermutlich auf den Kopf getroffen – ihr fehlt ohne Shintarou die Motivation. Das war ja schon immer so, dass sie keine Aktivität länger durchgehalten hat, wenn nicht Shin sie zum weiter machen antrieb.
Wir werden ihr, sollte es wirklich so weit kommen, natürlich ein paar alternative Aktivitäten vorschlagen. Du weiß ja, sie hat viel zu viel Energie. Aber vielleicht sollten wir das Thema Basketball in nächster Zeit ein wenig außen vor lassen.

Liebe Grüße
Sakura

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From: Katou Mayumi
To: Hana Sakura

Hallihallo!

Wahnsinn, jetzt sind die Ferien schon wieder einen Monat her!
Vielen Dank, dass ihr Kahoko schonend darauf vorbereitet habt, dass ich immer zugegen sein werde, dieses Jahr war sicher nicht sehr leicht für sie. Shintarou zeigt auch nicht immer, wie es ihm geht, aber die Tipps, die du uns aus dem Therapiealltag schickst, helfen sehr, auch wenn Sousuke es vermutlich nicht offen zugeben würde.
Wir haben das Thema Basketball kein einziges Mal gestreift und es gab auch keine peinlichen Momente, dank deiner Vorbereitung. 
Wie du ja aus unseren Gesprächen weißt, habe ich eine 6-jährige Tochter aus meiner letzten Ehe und sie und Kahoko haben viel Zeit miteinander verbracht, nachdem sie sich aneinander gewöhnt haben. Volleyball, Tanzen, Zoo- und Aquariumsbesuche, Kahoko ist wirklich eine tolle große Schwester für Yuna.
Es gab auch kein Basketballmatch zwischen den Zwillingen, wie du befürchtet hattest.
Meine Vermutung ist, dass Shintarou sich trotz seines Erfolgs in der Teiko-Mannschaft noch nicht ganz traut, seine Schwester herauszufordern, die ja besser war als er. Und Kahoko hat das Ganze natürlich auch nicht angesprochen, ihr Rücktritt aus dem Basketballteam ist ja, wie du erwähntest, auch noch nicht so lange her.

Ich weiß, in den nächsten Ferien wird Shintarou zu euch nach Amerika kommen, aber wäre es euch vielleicht möglich, eine Woche im November freizuschaufeln? Sousuke und ich haben einen Termin für die Hochzeit festgelegt und möchten Kahoko wirklich gerne dabei haben. Als sie hier war, stand der Termin noch nicht fest, aber sie hat mir bereits das Versprechen abgenommen, sie auf keinen Fall in ein Kleid zu stecken. Nur, dass du Bescheid weißt, warum Kahoko unbedingt einen Anzug für die Hochzeit braucht.

Ich warte auf deine Antwort und auf Neuigkeiten, wie es Kahoko im neuen Schuljahr ergeht. 
Liebe Grüße

Mayumi

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From: Hana Sakura
To: Midorima Mayumi

Großartige Neuigkeiten!

Wobei, Hallo erstmal.
Wie ich sehe, hast du deinen Namen bereits geändert, das freut mich. Kahoko war auch voller Geschichten über eure Hochzeit. Vor allem der Kuchen hat diesem Vielfraß viel zu gut geschmeckt, sie versucht Masahiro dazu zu überreden, eine dreistöckige Torte sei die einzige richtige Belohnung für ihre 2+ in Geschichte.

Aber zurück zu den Neuigkeiten!
Unsere Familientherapeutin musste leider in den Mutterschaftsurlaub gehen, was dazu geführt hat, dass sie uns an ihre Kollegin weiter vermittelt hat. Und die ist, du wirst es nicht glauben, eine ehemalige NBA-Spielerin aus der Damenliga. Es gab ein paar peinliche Momente, aber sie hat es irgendwie geschafft, Kahoko wieder für Basketball zu begeistern. Denn obwohl ich es nur gutheißen konnte, dass sie sich ohne das ständige Basketballtraining mehr auf die Schule und andere Dinge konzentriert hat, glaube ich doch, dass es dabei helfen wird, die Zwillinge wieder ein wenig zusammen zu schweißen. Es hat mir nämlich gar nicht gefallen, wie wenig die beiden miteinander unternehmen. Shintarou hing in den Ferien quasi nonstop an meinem Rockzipfel. Es war zwar sehr nett, ihn immer auf dem Set dabei zu haben, aber als er für jeden dort ein personalisiertes Horoskop erstellt hat, ist mir doch ein wenig anders zumute geworden. Ist er immer so… penibel, wenn es um den Glücksbringer des Tages geht? Oder ist es nur eine Ausrede dafür, Masahiros Nudelholz mit sich herumzuschleppen wie eine Waffe?
Jedenfalls steht Kahoko nun wieder regelmäßig auf dem Basketballplatz und spielt. Und da sie nun auch gerne mit mir redet, Therapie sei Dank, hat sie mir erklärt, dass ihre neue Trainerin einsame Spitze ist, nicht nur während der Therapiesitzungen. 
Kahoko will sich jetzt wieder fürs Schulteam aufstellen lassen. Und heute will die Kollegin ihrer Trainerin, eine gewisse Alexandra Garcia, Kahoko gegen ihre Schüler spielen lassen. Ich bin gespannt, wie das ausgeht, aber solange Kahoko überhaupt Freunde findet, bin ich schon froh, da ist es mir egal, ob sie Jungs oder Mädels sind.

Tja, Kahoko ist gerade heim gekommen, verschwitzt und verdreckt, aber glücklich. Ihre Gegner heißen Taiga und Tatsuya und abgesehen davon, dass einer Augenbrauen wie eine Eule haben soll, seien sie sehr nett. Korrigiere, sie sind „unglaublich gut im Basketball! Monstermäßig!“
Wie du siehst, Mayumi, hier ist alles in Ordnung, es kümmert Kahoko noch nicht mal, dass sie haushoch verloren hat. Aber nachdem sie Basketball so lange schleifen hat lassen, ist das eigentlich kein Wunder.

Liebe Grüße
Sakura

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From: Midorima Sousuke
To: Hana Sakura

Ich weiß nicht, was in deinen Sohn gefahren ist.
Er hat mir gestern erklärt, dass Basketball kein Teamsport ist, sondern dass jeder Spieler sich rein aufs Gewinnen konzentriert.
Ist das noch der gleiche Junge, der unsere Tochter darin belehrt hat, mehr zu passen, um den Teamgeist zu verbessern?

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From: Hana Sakura
To: Midorima Mayumi

Natürlich verstehen wir, dass Shintarou den langen Flug nicht auf sich nehmen kann, wenn er mitten im Training für das große Turnier steckt. Glücklicherweise haben wir zeitgleich Ferien hier, deshalb fliegen wir zu euch.

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From: Midorima Shintarou
To: Hana Kahoko

Hallo,

Da du so reges Interesse daran gezeigt hast, für welche Schule ich mich entscheide: Shutoku High.
Shintarou

P.S: Da du jetzt deinen Führerschein planst, gehe ich davon aus, dass ihr plant, länger in Amerika zu bleiben. In Japan würde er dir nichts bringen.
Grüße an Mama

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From: Hana Kahoko
To: Midorima Shintarou

Ich bleibe nur in Amerika, weil ich merke, dass du mich nicht in Japan haben willst.

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Frühling 2015

„Sue, pass! Pass!“, brüllt Kahoko quer über den Platz und Sue passt, aber einbisschen zu spät, ein bisschen zu zögerlich. Der Small Forward der gegnerischen Mannschaft fischt den Ball aus der Luft und gibt ihn weiter an deren Shooting Guard, der es auf einen Drei Punkte Wurf anlegt.
„Milly!“, brüllt Kahoko und ihr Power Forward, ein Kasten von einem Mädchen, rast auf ihre Gegnerin zu wie ein Güterzug. Milly erwischt den Ball und wirft ihn rückwärts, direkt in Kaitlyns ausgestreckte Hände. Die winzige Blondine taucht unter Milly durch und um ihre Gegner herum. Kahoko kennt diesen Spielzug auswendig, Penny taucht neben ihr auf und Kahoko rennt rückwärts zum Spielfeldrand. Sie ist so weit wie nur irgend möglich vom gegnerischen Korb entfernt und für das gegnerische Team sieht es aus, als würden Kaitlyn es darauf anlegen, den Ball in den falschen Korb zu befördern. So oft sie das auch durchziehen, es funktioniert immer wieder. Alle Augen sind auf Kaitlyn gerichtet, sie wirft und der Ball zischt in einer perfekten Linie an Penny und dem Korb vorbei – direkt in Kahokos Hände. Sie springt, wirft den Ball und sieht wie gebannt dabei zu, wie er über das Spielfeld fliegt und ohne den Ring zu berühren im Korb landet. Der perfekte Wurf.
Der Buzzer ertönt nur eine knappe Sekunde nach ihrem Korb – Die LA Devils gewinnen mit zehn Punkten Abstand.
Kahoko atmet tief durch und blickt die Zuschauerränge hoch. Ihre Mutter konnte heute nicht, aber Masahiro sitzt auf seinem Platz und grinst zu ihr hinunter. Sie winkt ihm zu.
„Kay.“, Milly schlingt ihren schweißnassen Arm um Kahokos nicht weniger verschwitzte Schultern, „Ich finde, wir sollten Sue nachher eine Lektion erteilen. Sie hat das Passen noch immer nicht gelernt. Wie wär’s mit einem Filmeabend bei mir und wir zwingen sie, in Unterwäsche die Straße entlang zu rennen?“
Kahoko löst den Arm von ihren Schultern.
„Danke für das Angebot, aber ich denke, ich werde nicht kommen können.“, sie lächelt entschuldigend und geht auf die Kapitänin des gegnerischen Teams zu. In Amerika ist es nicht üblich, sich nach dem Spiel beieinander zu bedanken, wie man es in Japan macht und Kahoko wird oft schief angesehen, weil sie sich diese Tradition bewahrt. 
„Hey… Tora, richtig?“
„Hai.“
Das Mädchen grinst sie an und pustet sich eine Strähne ihres lila Haares aus der Stirn.
„Kannst die japanischen Gepflogenheiten nicht ablegen, was?“, fragt sie auf Japanisch und Kahoko blinzelt verdutzt, bevor sie begreift.
„Hai. Gomen.“
Tora streckt ihr die Hand hin: „Tora Tanake, du bist Hana Kahoko, richtig? Danke für das Spiel. Ihr seid wohl sehr gut befreundet in eurem Team?“ 
Kahoko schüttelt die dargebotene Hand und zieht die Schultern hoch.
„Ich weiß nicht so recht. Wir haben einen guten Teamgeist, aber…“
„Du hältst nicht viel von Freundschaften, schon klar. Vielleicht änderst du deine Meinung ja mal, denk drüber nach.“
Sie winkt lässig ab, als Kahoko sich verteidigen will. „Ich mein ja nur, irgendwann wird man es leid, wenn der Kapitän einen jedes Mal abwimmelt.“ 
Sie lässt Kahoko stehen und geht vom Spielfeld. Als Kahoko sich zu ihrer Mannschaft umdreht, ist die bereits dabei, zu verschwinden. Sie hat ein Gefühl im Magen, als hätte sie einen Stein verschluckt. Es ist ja nicht so, als hätte sie nicht gerne Freunde.
Aber die Mädchen wollen immer nur über Mode, Jungs oder Promis reden und da ihre Mutter mittlerweile zu eben diesen Promis gehört, klinkt Kahoko sich hier lieber aus. 
Die Gesellschaft von Jungs ist ihr lieber, die sind simpler gestrickt.

„Hey, O-Kay!“
Masahiro packt ihre Schultern, zieht sie zu sich und drückt ihr einen lauten Schmatzer gegen die Schläfe. „Komm, lass uns ein Eis essen gehen.“
„Wir haben Februar!“
Masahiro starrt sie an, als hätte sie grade Eskimosprache geredet. 
„Kahoko Chihiro Hana, hast du gerade versucht, ein Eis abzulehnen? Ich bin erschüttert.“
Sie lacht und schüttelt den Kopf über sein Benehmen. 
„Dad.“, schmunzelt sie und er zwickt sie in die Seite.
„Komm schon, lass uns gehen.“

Als sie beim Frozen Yoghurt Shop um die Ecke auf ihrem Stammplatz sitzen, mustert Masahiro seine Stieftochter. Ihr langes grünes Haar geht ihr mittlerweile bis zur Taille und sie ist wirklich hübsch geworden, auch wenn sie es sich nicht eingesteht. Gut, sie ist immer noch das genaue Ebenbild ihres Bruders, nur mit langen Haaren und dem Ansatz einer Oberweite, aber ihrem asiatischen Hintergrund hat sie es zu verdanken, dass ihre Züge weich und weiblich sind.
Jetzt, da sie 16 ist, wundert es ihn eigentlich, dass er noch keine Jungs verscheuchen musste. Aber was Freundschaften angeht, ist Kahoko generell irgendwie… zögerlich. 
„Schätzchen.“ Sie blickt von ihrem Eis auf, das sie regelrecht in Schokosauce ertränkt hat.
„Hmm?“
„Freust du dich auf die High-school im Herbst?“
Sie starrt ihn überrascht an, dann schiebt sie sich einen Löffel pure Schokosauce in den Mund.
„Nein.“, nuschelt sie um den Löffel herum. „Irgendwie ist es langweilig. Weil, was machen wir die ganze Zeit? Lernen und Basketball. Und was mach ich auf der High-School? Lernen und Basketball. Worauf arbeite ich hin? Auf einen Abschluss und ein gutes College. Und was mach ich dort? Lernen und Basketball.“
„Ich dachte, du magst Basketball?“
„Tu ich ja auch. Aber… keine Ahnung. Da muss doch noch mehr sein. Oder?“

Masahiro stiehlt ihr etwas von ihrer Schokolade und starrt nachdenklich auf die Wand hinter ihr.
„Wie wäre es, wenn du es herausfindest? Deine Ma und ich haben ein Angebot, nach Japan zurück zu gehen.“ 
Kahoko starrt ihn an, als hätte er ihr unterbreitet, dass es Aliens wirklich gibt.
„Du machst Witze! Wirklich?! Oh, ich kann‘s kaum erwarten, wann geht’s los?“ Masahiro lacht lauthals.
„Kahoko! Es war erst ein Vorschlag von meinem Chef. Aber für dich heißt es sowieso erst, dieses Schuljahr mit Bestnoten zu Ende zu bringen.“
„Aber das geht doch noch bis Juli! Können wir nicht vorher schon runter fliegen? Bitte?!“
„Ich wollte eigentlich im März mal runter und mir die Schule ansehen, auf die wir dich schicken könnten. Das Schuljahr beginnt ja im April. Auf welche Schule geht denn Shintarou?“ 
„Auf die Shutoku, aber das ist keine gute Idee, das ist einer der drei Könige von Tokyo.“
„Ist das nicht etwas Gutes?“, will Masahiro verwirrt wissen.
„Doch, aber wenn sie eine starke Jungenmannschaft haben, lässt die Mädchenmannschaft manchmal zu wünschen übrig. Aber März… das ist nächsten Monat. Da müssen wir auf jeden Fall runter.“
„Jetzt mal langsam, Kahoko. Ich hab gesagt, ich wollte… ich muss sehen, wie ich das mit meinem Urlaub hinbekomme.
„Ich kann ja alleine runter und mich umsehen.“
Masahiro öffnet den Mund, um ihr zu widersprechen, aber sie ist schneller.
„Ich bin fast 16, ich kann das! Außerdem kann mich ja Mayumi zu den Schulen begleiten, wenn es ‚gefährlich‘ werden sollte.“ 
Masahiro mustert sie, dann grinst er.
„Du lässt nicht locker, was? Ich nehme dich im Mai mit...“
„Aber Dad!“
„Kein aber... Verrat mir lieber, wie du dich so drauf freust, wirst du deine Freunde nicht vermissen?“ 
„Dad.“, Kahoko schüttelt den Kopf, „Die Jungs kommen doch locker ohne mich klar. Ich hab keine Ahnung wo Tatsuya ist und Taiga ist doch schon letzten Monat geflogen. Ich glaube, da hatten sie nur Angst, dass er bei uns die Zwischenprüfung nicht schafft. Daniel und Nick und...“
Masahiro winkt ab.
„Schon klar, schon klar, die Jungs kommen locker ohne dich klar und in dem Moment, in dem du Japan betrittst, wirst du wieder fünfzehn neue Kumpels hinter dir herschleifen, mit denen du Basketball spielst und Blödsinn machst. Was ich frage ist, ob es nicht irgendein Mädchen gibt, dass du vermissen wirst. Irgendeine beste Freundin, mit der du über Jungs tratschst. Eine aus dem Team? Diese Milly zum Beispiel?“
Kahoko verzieht das Gesicht, aber Masahiro gibt nicht so leicht auf.
„Oder Karen aus dem Tanzkurs, mit der hast du ja immer gelernt, die war doch ganz nett.“
„Dad.“, unterbricht Kahoko ihn. „Du klingt bereits wie Mum. Du weißt, ich kann mit Mädels einfach nichts anfangen, keine Ahnung, die sind so... rosa.“
„Rosa?“
„Ja, Rosa. Rosa wie Zuckerwatte.“
Kahoko verzieht das Gesicht, als sie an ein besonders klebriges Exemplar aus ihrem Biologiekurs denkt, dass sich immer wieder anbiedert, nur weil Kahokos Mutter zufälligerweise Hana Sakura ist. Die Hana Sakura aus dem Fernsehen.

Masahiro sieht seine Tochter an und grinst.
„Okay Kay, ich mache einen Deal mit dir. Du darfst alleine runter, im April. Aber du darfst nur unter einer Bedingung.“
„Ich mach alles. Was willst du?“
Masahiro grinst und Kahoko schwant Übles.
„Ich will, dass du eine Pyjamaparty mit mindestens vier Freundinnen machst. Keine Jungen, kein Basketball.“
„Oh bitte nicht.“

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