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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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Dieses Kapitel
1 Review
 
20.09.2015 3.494
 
Für eine bessere Übersicht der OC's:  Bilder und Zusammenfassung

Der Typ fürs Verkuppeln


Was zuvor geschah:
„Äh... hi?“, sie versucht ein Lächeln, das am Coach abprallt wie ein Flummi vom Asphalt. Vermutlich hätte das ihr Ende bedeutet, hätte der kleine blauhaarige Spieler sich nicht gemeldet. „Aomine-chan? Was machst du denn hier?“, wendet er sich an Mirai, die mit einem gurgelnden Laut die Augen aufschlägt und ihn angrinst.
„Hi Kuroko-kun... Ach, wir liegen hier nur so rum.“

Sie brauchen zwei der Jungs, um die Mädchen voneinander zu entwirren. Ein stummer Riese mit dicken schwarzen Augenbrauen und sanft lächelnden Augen hievt Kahoko hoch, die ihn verdutzt anstarrt, während sein wesentlich kleinerer Freund mit dem katzenhaft anmutenden Mund ihre Beine aus dem Knoten löst. Sie steht wieder sicher auf dem Boden, Mirai hopst in die Höhe, als wäre nichts, nur Megumi liegt noch wie erschlagen auf dem Boden.
„Na los Süße, komm hoch.“ Mit einem verlegenen Lächeln in Richtung des stummen Riesen macht Kahoko es ihm nach, greift Megumi unter die Arme und hievt sie in die Senkrechte.
Ihre Freundin ist blass, nur die Wangen sind feuerrot und sie blickt verlegen von einem Gesicht zum anderen, unfähig, jemanden länger als einen Augenblick anzusehen. Sie schämt sich so.
„Oh...“, meldet sich da Kahoko plötzlich hinter ihr, „Wo ist eigentlich Taiga?“
„Du kennst ihn?“, meldet sich Katzenmäulchen von der Seite, während Nr. 4 bereits lautstark nach Kagami ruft.
Katzenmäulchen hält inne und mustert seinen Freund mit den dicken Augenbrauen. „Oh... Mitobe meint, dass Kagami sich wegen Nigou versteckt.“
„Wer ist Nigou?“, fragt Mirai verdutzt, während es bei Kahoko schneller schaltet.
„Ach ja, Taiga hat ja Angst vor Hunden.“ Sie stellt Megumi wieder auf den Boden. „Na wenn Moses nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg eben zu Moses... Dürfen wir euch vielleicht beim Training zusehen, jetzt, wo wir euch schon gestört haben? Eigentlich wollten wir draußen warten.“
Der Kapitän mustert sie ernst durch seine Brille, dann zuckt er mit den Schultern. „Von mir aus. Solange ihr nicht stört. Koganei, zeig ihnen mal, wo sie sich hinsetzen können.“
Katzenmäulchen nickt eifrig und deutet ihnen, ihm zu folgen. Mirai löst sich nur ungern von dem kleinen fluffigen Hund, aber Megumi schiebt nicht besonders unaufällig ihren Arm unter Kahokos und klammert sich an ihr fest. Sie hat zwar Kagami schon unzählige Male mehr oder weniger bedient, aber da stand sie hinter einem Thresen und musste nicht mehr sagen als „Darfs noch was sein?“ und „Das macht … Yen, bitte.“. Um ehrlich zu sein fürchtet sie ein ganz kleines bisschen, dass sie heute noch im zarten Alter von 16 Jahren an einem Herzinfarkt sterben wird.
Nicht nur, dass ihr Herz vor Panik und Peinlichkeit rasend schnell schlägt. Als sie einen ganz bestimmten roten Haarschopf sieht... da bleibt es einfach stehen, setzt einen Schlag aus – und hämmert wieder weiter, fast doppelt so schnell wie zuvor. Das ist nun wirklich nicht mehr gesund.

Kagami selbst kriegt von der Aufregung um seine Person nichts mit. Nachdem Hyuuga ihm Schläge angedroht und Kuroko seinen Hund außer Sichtweite gebracht hat, ist er wieder konzentriert dabei. Nur spielen darf er nicht. Er grummelt in sich hinein.
Seine Knie wären fast wieder heil gewesen, aber dieser blauhaarige Miesepeter von Touou musste ihn ja unbedingt zu einem Duell herausfordern. Jetzt hatte sich sein Zustand verschlimmert und Riko war auch noch stink sauer auf ihn. Diese Generation der Wunder Kerle wissen wirklich nicht, was Taktgefühl oder normales Benehmen sind!
Er lehnt sich an die Wand und lässt den Blick schweifen. Mitobe macht seine Sache eigentlich ganz gut. Kagami grummelt wieder. Er will mitspielen! Zuschauen macht die ganze Warterei nur schlimmer!
Seine Augen wandern über die anderen Auswechselspieler, auf der Suche nach dem kleinen Köter. Wo steckt dieser Hund schon wieder? Anstatt des Hundes entdeckt er leuchtend grünes Haar. Für einen Moment bleibt ihm das Herz stehen. Midorima! Dieser Mistkerl! Dann dreht sich die Person ein wenig zur Seite, um mit dem Mädchen neben sich zu reden und er sieht ihr Gesicht. Das ist nicht Midorima, auch wenn sie ihm ähnlich sieht. Das ist...
„KAY?!“ Ihm wird erst klar, dass er das in voller Lautstarke rausgebrüllt hat, als sich alle zu ihm umdrehen und Riko ihm einen deftigen Tritt verpasst. Aber das ist ihm grade total egal.
„Kay, altes Haus, was machst du denn hier?“, brüllt er über seine Teamkameraden hinweg. Automtisch wechselt er ins Englische und Kay grinst ihn an. „Na was wohl, du Angsthase, dich besuchen natürlich!“
Zwei, drei große Schritte und er ist bei ihr und zieht sie auf die Füße. „Was haben die mit dir gemacht? Du siehst tatsächlich aus wie ein Mädchen!“ Er starrt auf ihren kurzen Rock, der ihre Beine betont, auf die hübsche Bluse mit dem Schulemblem und dann in ihr Gesicht. Sie grinst, die Augenbrauen hoch gezogen.
„Du bist echt ein Idiot, Taiga.“, grummelt sie gutmütig und verpasst ihm einen Schlag auf den Hinterkopf. Alte Gewohnheiten sterben schwer.
„Wie hast du denn raus gefunden, dass ich hier bin?“
„Oh, du meinst, du hast mir, deiner guten Freundin, nicht geschrieben, wo du hin gezogen bist? So was Dummes aber auch.“, neckt sie ihn.
Er wird rot, kratzt sich grummelnd den Nacken. „Ich hab's halt vergessen, okay?“
Sie rollt mit den Augen, zuckt zusammen, als das Mädchen neben ihr einen gut platzierten Stoß mit dem Ellbogen landet.
„Kahoko!“, zischt sie und lässt Kagami dabei nicht aus den Augen. Sie erinnert ihn an diesen Idiot Aomine mit ihrem dunkelblauen Haar und der dunklen Haut.
„Ja ja, ich weiß ja.“, knurrt Kahoko und reibt sich ihre schmerzende Seite. „Taiga, das hier sind meine Freundinnen Mirai und Megumi.“
Mirai winkt gelangweilt, aber Megumi läuft rot an, stottert eine Art Begrüßung und starrt wie gebannt auf einen Ketchupfleck auf seinen Trainingshosen.
Er mustert sie. „Kenn ich dich nicht irgendwoher?“
Ihr Gesicht nimmt schlagartig die Farbe von reifen Kirschen an und als sie den Mund aufmacht, um etwas zu sagen, kommt lediglich ein hektisches Pfeifen heraus.
„Ausatmen, Megumi, du musst auch mal ausatmen.“, murmelt Kahoko neben ihr. Megumi gehorcht und mit einer Stimme, die seltsam kratzig klingt, keucht sie ein „Aus der Bäckerei... Du kennst mich aus der Bäckerei.“
„Ach ja, stimmt ja.“, er nickt, „Ihr macht echt gute Brötchen.“
Das Rot ihrer Wangen kann sich nicht mehr intensivieren, also greift es auf ihre Ohren und in riesigen, unförmigen Flecken auch auf ihren Hals über. Sie starrt ihn an, die Augen weit aufgerissen.
Er räuspert sich etwas verlegen und wendet sich wieder Kahoko zu.
„Hast du was von Tatsuya gehört?“
Sie hebt die Augenbrauen, verschränkt die Arme vor der Brust. „Taiga, sehe ich aus, als hätte ich was von Tatsuya gehört.“
Er grinst verlegen und wechselt das Thema: „Ich würde dich zu nem Match herausfordern, aber ich darf zur Zeit nicht spielen. Holen wir das nach?“
„Klar. Du kannst dir sicher sein, dass ich darauf zurück komme.“, sie grinst ihn an. „Erhol dich erst mal bis zum Spiel am Wochenende.“
„Mach Touou fertig.“, kommt eine heisere Stimme von neben ihr und die beiden drehen sich überrascht zu Megumi um, die sofort wieder rot anläuft.
„Sie ist ein Fan von euch.“, erklärt Kahoko, was Megumi sofort panisch werden lässt, aber während sie ihre Fingernägel in Kahokos Arm krallt, um sie vom Weiterreden abzuhalten, vergisst sie auf Mirai.
„Also eigentlich ist sie mehr ein Fan von dir, Kagami-kun.“
Megumi verfällt in Schnappatmung, Kagami lacht verlegen, weil er nicht weiß, was er jetzt sagen soll und Riko „rettet“ die Situation. „Bakagami! Nur weil du nicht spielen darfst, heißt das nicht, dass du rumstehen und Kaffeeklatsch halten kannst. Zu den anderen, aber sofort!“
Kagami beeilt sich angesichts ihres Gesichtsausdrucks, ihrem Befehl Folge zu leisten und Kahoko verabschiedet sich ebenfalls mit einem verlegenen Lächeln. Coach Riko sieht sie nämlich an, als hätte sie nichts dagegen, ihr Leben drastisch zu verkürzen. Nur Mirai winkt fröhlich lächelnd in die Runde, als wäre das nur mal ein kleiner Sonntagsbesuch gewesen.

- - -

„Was sollte das?!“, Megumis Stimme ist immer noch leicht rau vom Hyperventilieren, als sie nicht weit von der Schule anhalten.
„Was sollte was?“, fragt Kahoko verständnislos zurück. Sie hat echt keinen Tau, was jetzt schon wieder los ist. Sie hat die beiden einander vorgestellt, oder? Ihr ist nichts vorzuwerfen.
„Ich bin ein Fan von ihm? Wie bescheuert ist das denn? Mirai!“
Kahoko entspannt sich, gut, sie hat diesmal nichts falsch gemacht.
„Na, so wie du das angehst, kommt da nie was bei raus. So Kerle wie Kagami muss man direkt angehen, die begreifen das sonst nicht.“, verteidigt sich Mirai.
„Und woher hast du so viel Erfahrung mit Jungs?“ Megumi will ja eigentlich gar nicht so fies klingen, aber bei Jungs im Allgemeinen und Kagami im Besonderen ist sie halt einfach empfindlich.
„Hab ich nicht, mein Bruder ist nur genau gleich. Der ist so doof, ständig kriegt er Schokolade und was weiß ich alles von seinen Fangirls aufs Auge gedrückt, aber er raffts nicht. Stört mich aber nicht, ich krieg die ganze Schokolade.“ Sie grinst und stößt dann Kahoko an. „Sag doch auch mal was, Kaho-chan.“
„Na ja, irgendwie hat sie Recht, Taiga ist wirklich nicht der Hellste, was sowas angeht. Man muss ihm die Dinge schon irgendwie vor Augen halten, damit er sie begreift. Und er weiß dann nie, wie er damit umgehen soll, also wenn du wirklich mal ein paar Worte in seiner Gegenwart rausbringst, und er dann auf Abstand geht, dann musst du es einfach wieder versuchen...“ Kahoko überlegt kurz... „Taiga ist wie ne Muschel. Du musst fest drauf hauen, damit sie aufgeht.“
Megumi runzelt die Stirn. „Aber bei Muscheln muss man doch vorsichtig ran gehen und sie ganz behutsam dazu bringen, sich selbst zu öffnen.“
„Ja, wenn sie noch leben und im Wasser sind. Ich red von gekochten Muscheln, die du essen willst. Feste drauf hauen, bis die Schale bricht, das wirkt bei Taiga am besten.“ Kahok nickt zur Bestätigung ihrer eigenen Worte und Mirai macht aus Solidarität mit.
„Das schaff ich nie.“, murmelt Megumi bedrückt.
„Ach was, eins nach dem anderen. Und tröste dich. Du bist die einzige, die an ihm interessiert ist und auch weiß, wie man ihn kleinkriegt. So schnell schnappt ihn dir keine weg. Wie auch?“
„Hast recht.... Aber das war jetzt echt genug für einen Tag, ich glaub, ich geh nach Hause.“, Megumi gähnt und blinzelt auf ihr Handy. Wenn sie sich beeilt, kann sie ihren Bus noch erwischen.
„Was? Aber nicht doch, wir wollten doch noch das Spezialtraining machen.“
„Jetzt noch? Bist du wahnsinnig?“ Megumi will einfach nur ins Bett.
„Natürlich jetzt noch! Wann denn sonst?“
Aber Megumi lässt sich nicht umstimmen. Sie will nach Hause. Nicht mal Mirai kann zu ner Trainingseinheit bleiben, ihr Vater fordert sofortiges Heimkommen.

Missgelaunt bleibt Kahoko allein zurück. Dabei hat sie ihr Spezialtraining genau geplant. In Amerika mit den Mädels hat es nie geklappt, aber sie vertraut Megumi, sie mögen sich, also bei solchen Voraussetzungen sollte es doch zu schaffen sein, oder nicht?
„Entschuldigung, Midorima-san.“
Sie springt in die Luft vor Schreck, als neben ihr plötzlich jemand spricht. Mit klopfendem Herzen dreht sie sich um, nur um den kleinen blauhaarigen Seirin-Spieler zu sehen, der so unauffällig und gerissen passen kann.
„Was machst du denn hier?“
„Ich war die ganze Zeit hier... Tut mir leid, wenn ich dich erschreckt habe.“
„Die ganze Zeit? Das kann nicht sein, ich hab dich nicht ge-“ Sie hält inne. Das Phantom der Generation der Wunder... natürlich hab ich ihn nicht gesehen. Diese gerissene kleine Kröte.
„Was hast du denn alles gehört, wenn du schon die ganze Zeit hier warst.“
„Alles.“, erklärt er, ohne mit der Wimper zu zucken und hält ihr die Hand hin.
„Ich bin Kuroko Tetsuya, du hast meinen Namen vermutlich schon wieder vergessen.“
„Hab ich nicht.“, lügt Kahoko so erbärmlich, dass es sogar ein Blinder merken würde. Er ignoriert es und ihr geht plötzlich auf, wie er sie genannt hat.
„Aber du hast bei meinem Namen falsch gelegen, nur zur Information. Ich heiße Hana, Hana Kahoko.“
„Aber du bist Midorima-kuns Schwester, also lag ich nicht ganz falsch.“
Sie schweigt verblüfft.
Er wartet kurz, bevor er weiter spricht. „Du bist also dabei, Kagami-kun mit deiner Freundin zu verkuppeln?“
„Hmm? Oh, ich hab Megumi versprochen, die beiden bekannt zu machen. Den Rest überlass ich ihr eigentlich selbst, ich misch mich bei sowas eigentlich nicht ein.“
„Dafür, dass du dich nicht einmischt, hast du ihr aber sehr detaillierten Rat gegeben, wie genau man Kagami-kun um den Finger wickeln kann.“
Sie wird rot. „Ach, das war nur was Kleines. Ich bin wirklich kein Meister, was Beziehungskram angeht. Du musst nur mal Taiga nach meinem letzten Murkser fragen.“
Seine Augen weiten sich minimal, sie deutet es als Überraschung. „Du warst mit Kagami-kun zusammen?“
„Was? Nein! Uah, ich und Taiga? Niemals!“
Er blinzelt lediglich als Reaktion auf ihren Ausbruch. Sie beruhigt sich langsam.
„Ich war mit einem Freund von ihm zusammen. Taiga und ich... du meine Güte, nein, die Vorstellung ist zu furchtbar.“ Sie lacht leise und schüttelt den Kopf.
„Da du dich so für das Liebesglück deiner Freunde einsetzt, möchte ich dich um Hilfe bitten.“, wechselt Kuroko so abrupt das Thema, dass sie überrascht den Kopf hebt.
„Wobei denn?“
„Deine Freundin, Aomine-chan... ich habe ein gewisses Interesse an ihr.“
Sie starrt ihn an, der Blick leer und verständnislos. Er seufzt innerlich. Wer ist jetzt begriffsstutzig?
„Aomine Mirai? Deine Freundin? Ich würde gerne eine Beziehung mit ihr führen.“
Kahoko kann nichts weiter tun als verwirrt blinzeln. „Und... warum... brauchst du dazu meine Hilfe?“
„Sollte deine Frage nicht eher lauten: Und wie kann ich dir helfen?“, korrigiert er sie mit der Andeutung eines Lächelns und sie runzelt die Stirn.
„Ich habe gerade das leise Gefühl, dass du versuchst, mich zu manipulieren.“
Sein Gesicht bleibt wie es ist, diese Andeutung eines Lächelns, das auch gar keines sein könnte. Er schweigt und lässt sie in seinem Schweigen selbst eine Antwort finden.
"Bei deinem Pokerface ist wirklich alles möglich.“ Sie seufzt. „Wie gesagt, ich bin wirklich nicht diejenige, die man fragen sollte, wenn es ums Kuppeln geht.“
„Das wäre auch nicht deine Aufgabe. Eher um das entkuppeln... Es ist so. Eine ehemalige Mitschülerin von mir, Momoi Satsuki, hängt nach wie vor sehr an mir. Und es wäre in meinem Interesse, dass sie ihre Hoffnungen bereits auf jemand anderen gesetzt hätte, bevor ich Mirai um ein Date bitte. Wir waren immer gut befreundet, Momoi-san und ich und ich möchte sie nicht verletzen.“
„Du machst dir keine Sorgen darum, dass Mirai nein sagen könnte?“
Kuroko bleibt weiter ruhig und gelassen. „Lass es mich so ausdrücken: Ich habe gesehen, wie sie mich ansieht, wenn sie denkt, ich merke es nicht.  Natürlich bleibt immer eine Spur Unsicherheit und Nervosität, aber das Risiko muss ich eingehen.“
„Du siehst nicht wirklich nervös aus.“, murmelt Kahoko, während sie seine Worte im Kopf herumschiebt wie kleine Puzzleteilchen. Er wartet ruhig, ohne sie im Denken zu unterbrechen.
„Moment mal... Momoi hast du gesagt, oder? Sie hat nicht zufällig rosafarbenes Haar? Und geht vielleicht noch auf die Touou?“
„Doch, genau von dieser Momoi spreche ich.“
„Dann musst du dir keine Sorgen mehr machen. Sie ist seit ein paar Tagen mit einem Mitschüler zusammen.“
„Das weißt du ganz sicher?“
„Jap! Ich selbst habe Ryō dabei geholfen, sie anzusprechen und Shoichi hat es mir bestätigt, dass sie zusammen gekommen sind.“
Kuroko mustert sie auf undefinierbare Art und Weise. „Und du sagst, du bist nicht der Typ fürs Kuppeln.“
Er dreht sich um und geht, lässt Kahoko verwirrt und ein bisschen verlegen zurück.

- - - später am Abend - - -

Kahoko liegt bereits auf dem Bett und betrachtet die Lichter im Haus ihres Vaters. Bei ihnen selbst ist alles ruhig, Ihre Eltern sind für ein Geschäftsessen ausgegangen und sie selbst hat sich nach einer Pizza und den dringendsten Hausaufgaben müde aufs Bett geworfen. Drüben allerdings ist alles hell erleuchtet. Sie kann ihren Vater sehen, er steht in der Tür zwischen Küche und Esszimmer, einen Teller und ein Geschirrtuch in der Hand und lacht über eine Geschichte, die Yuna ihm erzählt. Shintarou sitzt am Tisch, ein Glas Milch vor sich wickelt er sich ein neues Tape um die Finger. Er sieht entspannt aus, aber vielleicht ist es auch nur die Tatsache, dass er Freizeitkleidung trägt, die ihn entspannt wirken lässt.
Irgendwie wäre sie jetzt gerne da unten. Sie mag ihre Mutter, sie mag Masahiro, aber sie mag auch Yuna und wäre gerne... mehr für sie da. Sie mag sogar die neue Frau ihres Vaters, nur ihren Vater... Es ist nicht so, dass sie ihn nicht mag, dass sie ihn hasst oder nicht ausstehen kann. Aber sie hat sehr viele Sonntage ohne ihn verbracht, mit dem deutlichen Gefühl, dass er keine Zeit für sie hat.
Es ist leichter, ihn von vorneherein zu meiden, als wieder präsentiert zu bekommen, dass er sie nicht braucht, nicht will oder sie ihm einfach nicht wichtig genug ist.
Und Shin-Shin ist wieder eine andere Geschichte. Wenn sie jetzt da unten wäre, wenn sie Koko wäre, sein Zwilling und nichts anderes... sie seufzt, steht auf und zieht den Vorhang zu.
Sie will nicht drüber nachdenken, was wäre, wenn es nicht so ist.

Ihr Telefon klingelt und reißt sie aus ihren düsteren Gedanken. Sie ist mehr als dankbar dafür, hebt ab ohne auf das Display zu schauen.
„Hallo?“
„Was hast du jetzt schon wieder angestellt?“ Shoichis Stimme klingt klar und tief zu ihr durch. Er klingt zwar nicht amüsiert, aber das ist ihr egal. Zu wissen, dass er Zeit hat um sie anzurufen, wenn es Leute gibt, die sich gar nicht erst Zeit für sie nehmen, beruhigt sie. Sie grinst.
„Ich weiß nicht, was du meinst.“, sie schnappt sich ihren Basketball und lässt ihn wie einen Kreisel auf ihrem Finger rotieren, während sie auf seine Antwort wartet. Im Hintergrund hört sie gedämpften Straßenlärm und ignoriert es.
„Ich denke, du weißt genau was ich meine. Du solltest das Verkuppeln lassen, es passt nicht zu dir.“
„Ich verkupple doch niemanden!“, protestiert sie. Mist, hat er von der Sache mit Taiga gehört? Wie ist das möglich? Und warum interessiert es ihn?
„Ach nein?“, er macht eine kurze Pause, „Montag waren es Momoi und Sakurai, was Aomine bereits auf die Palme gebracht hat, aber heute hat er sich aufgeführt wie ein Berserker und warum? Weil seine kleine süße Schwester Mirai plötzlich gar nicht mehr so süß und unschuldig ist und stattdessen mit seinem ehemaligen Schulkollegen ausgeht... Normalerweise hätte mich das ja nicht groß gekümmert, hätte ich nicht kurz darauf erfahren, dass besagter ehemaliger Schulkollege den entscheidenden Stupser von dir bekommen haben soll. Was mich zu der Frage bringt, die ich dir anfangs gestellt habe: Was hast du jetzt schon wieder angestellt?“
„Ich hab Kuroko überhaupt nicht den entscheidenden Stupser verpasst, er wollte, dass ich Momoi verkupple und ich hab ihm nur gesagt, dass sie bereits einen Freund hat.“, rechtfertigt sich Kahoko und merkt etwas zu spät, dass sie damit eigentlich nur bestätigt, was man ihr vorwirft.
„Ups?“, versucht sie es stattdessen und hört Shoichi leise seufzen.
„Machst du das eigentlich mit Absicht? Um mich zu ärgern oder weil du glaubst, ich hab nicht genug zu tun?“
„Nein, das war nicht meine Absicht.“
„Aber?“
Kahoko hält verwirrt inne. „Was aber?“
„Deine Enschuldigung klang sehr, als ob du noch ein Aber anhängen wolltest.
„Nein, nichts aber... aber moment mal...“, unterbricht sie sich und Shoichi kann nicht anders, als über sie zu grinsen, ganz heimlich natürlich.
„Willst du damit etwa sagen, dass dieser unausstehliche Aomine aus deinem Team... Mirais Bruder ist?“
„Genau das will ich damit sagen.“
„Oh, das kann doch nicht wahr sein!“
Er hört ihr ein paar Minuten dabei zu, wie sie tobt, dann unterbricht er sie.
„Hast du es bald? Das ist kein Weltuntergang, weißt du? Wenigstens ist er jetzt richtig motiviert, um Seirin am Wochenende fertig zu machen und das war es ja, was du wolltest, oder? Dass er Feuer unterm Hintern hat.“
Kahoko seufzt. „Ich mag ihn schon vom Hörensagen nicht, ich weiß nicht, ob ich ihn spielen sehen will. Aber Themawechsel: Was machst du grade?“
„Ich? Ich bin gerade auf dem Weg um Takao Kazunari eine Lektion zu verpassen.“
Sie lacht. „Der war gut. Aber es passt schon, wenn du's mir nicht verraten willst, ist das auch in Ordnung. Wir sehen uns dann zum Spiel, oder?“
Sie verabschiedet sich mit einem Lächeln auf den Lippen.

Shoichi steckt das Handy in die Jackentasche und grinst, als er auf das Klingelschild blickt.
Familie Takao
„Tja ja“, wispert er zu sich selbst, „Manchmal ist die Wahrheit eben doch die beste Lüge... Aber jetzt zu dir, Takao Kazunari.“

- - - -

Hallihallo meine Lieben Leser,
ich hoffe, euch gefällt dieses Kapitel. Es wurden ein paar kleine Hinweise mehr oder weniger gut versteckt und ich bin gespannt, ob ihr sie findet.
Hinweis eins spielt auf den tatsächlichen Anime an, darauf, wo wir uns gerade zeitlich im Anime befinden. Findet ihr ihn?
Hinweis zwei spielt auf Kahokos Vergangenheit an. Wer errät, was ihr letzter Murkser/ihre letzte Beziehung war?

Liebe Grüße
Poettierchen
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