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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
31.08.2015 3.113
 
Für eine bessere Übersicht der OC's:  Bilder und Zusammenfassung
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Erkenntnisse



Sakurai sieht Kahoko bereits von weitem auf ihn zukommen. Er ist nervös, aber er schafft es, zumindest ruhig dazustehen. Rot wird er trotzdem.
„H-hallo.“, sie lächelt und er starrt sie an. „D-du... du siehst g-gut aus.“
„Danke, du auch.“
Auch wenn das hier kein wirkliches Date ist, hat Kahoko sich doch Mühe gegeben. Vielleicht auch gerade, weil das alles hier nicht echt ist. Ihre Haare fallen ihr offen über die Schulter, sie trägt ihren Lieblingsrock mit einer farblich dazu passenden Bluse und Ballerinas und hat sich sogar eine von Yunas Blumen-Haarnadeln geliehen.
Für einen Moment lächeln sie sich etwas verlegen an, dann nickt sie in Richtung des Kinos. „Wollen wir reingehen?“
„O-oh, ja, natürlich.“ Er hält ihr den Arm entgegen und sie starrt verwirrt darauf, bevor sie begreift und sich mit roten Wangen bei ihm unterhakt. Der Kleine ist ja purer Zucker.
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„Welchen Film möchtest du dir ansehen?“
Kahoko starrt auf die Auswahl. Es ist eine schwere Frage. Soll sie weiterhin das süße Mädchen spielen und sich für die neueste Romanze entscheiden, bei deren Namen allein ihr die Galle hoch kommt?
Oder soll sie den Actionfilm wählen, zu dem sie heute schon die Mädels überredet hat und der neben der technischen Umsetzung so gut wie gar nichts zu bieten hat? Sowohl bei der Romanze als auch beim Actionfilm wird sie ihre Scharade wohl schwer aufrecht erhalten können. Aber vielleicht bemerkt Sakurai ihren leidenden Gesichtsausdruck ja nicht, wenn es im Kino dunkel ist.
„W-wenn d-du dich nicht entscheiden kannst, i-ich würde gerne... also ich...“ Sie blickt zu Sakurai hinunter, den mitten im Satz das Selbstvertrauen wieder verlassen hat.
„Sag ruhig, deine Meinung gilt hier genauso sehr wie meine.“
Er wird rot, blickt auf den Boden, dann wieder hoch. „A-also, ich bin ein g-großer Fan von Anime und Manga und dieser neue Film von M-Makoto Shinkai, 'Der Garten der Worte' s-soll wirklich gut sein.“
Kahoko blinzelt, blickt hoch zu dem Titel, unter dem sie sich bis jetzt nichts hat vorstellen können und nickt dann. „Klingt gut, lass uns das ansehen.“
-

Oh nein, es ist eine Romanze. Kahoko verkneift sich ein Seufzen und rutscht tiefer in ihren Sessel. Neben ihr seufzt Sakurai und sie blickt verwirrt zu ihm hinüber. Er ist komplett gefesselt von dem Geschehen auf der Leinwand und sie nutzt den Moment, um ihn im Dämmerlicht genauer zu betrachten. Er ist hübsch. Attraktiv sogar, wenn man auf den süßen, knuddeligen Typ steht. Eine Beziehung würde Kahoko mit ihm zwar nicht führen wollen, dafür hat sie doch immer wieder diese seltsame Bedürfnis, ihm durch die Haare zu wuscheln.
Sakurai bemerkt, dass sie ihn anstarrt und blickt zu ihr, die Wangen gerötet. „W-was i-ist?“
„Du bist süß.“, platzt es aus ihrem Mund, bevor ihr Hirn die Worte überhaupt gedacht hat.
Sakurais Gesicht nimmt die Farbe einer reifen Kirschtomate an, er greift hastig nach seinem Getränk und verschluckt sich prompt daran. Kahoko klopft ihm auf den Rücken.
„Tut mir leid. Es stimmt zwar, aber ich wollte dich nicht überraschen.“, wispert sie aus Rücksicht auf die anderen Zuschauer.
„D-du b-b-bist a-auch s-“
„Ach ne, also wirklich nicht.“, unterbricht sie ihn und grinst, während er sie mit offenem Mund anstarrt. „Ich bin so ziemlich alles, aber nicht süß. Schau dir die Frau da oben an und dann vergleich mich mal mit ihr.“
„Sie ist aber auch nicht süß.“, erklärt Sakurai neben ihr plötzlich ganz ruhig, „Sie ist weiblich und... fesselnd für den männlichen Protagonisten, weil er sie nicht versteht und weil sie für ihn Dinge verkörpert, die er haben will, aber nicht kann. Die er vielleicht auch braucht.“
Jetzt ist es an Kahoko, ihn mit offenem Mund anzustarren.
„W-was?“
„Das ist doch nur eine kitschige Romanze.“, wispert sie schockiert, „Wie kannst du da so viel... Tiefgang hinein lesen?“
„Das ist doch kein Kitsch.“, fährt er empört zurück, etwas zu laut, nach den Blicken der anderen Zuschauer zu urteilen, aber er ist zur Abwechslung mal zu abgelenkt, um Schuldgefühle zu haben.
„Makoto Shinkai würde nie so etwa wie 'Kitsch' fabrizieren. Seine Storyverläufe sind sutbil, ruhig und doch voller Gefühl, aber sein Zeichenstil ist das, was wirklich zählt und die Emotionen, Gedanken und Botschaften vermittelt.“
Kahoko starrt ihn an, schließt die Augen, wie um mit sich selbst eine Entscheidung zu treffen. Dann nickt sie, und rutscht so nahe zu ihm, wie möglich, ohne auf seinem Schoß zu sitzen.
„Okay.“, wispert sie, „Ich bin neugierig, klär mich auf.“
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Als der Film endet und sie den Kinosaal verlassen, liegt Kahokos Arm bequem um Sakurai Schultern, während er wild gestikulierend etwas erklärt. Die anderen Zuschauer werfen dem ungleichen Paar böse Blicke zu, doch die verdiente Strafe dafür, dass sie den ganzen Film lang geredet haben, wird von den beiden noch nicht mal bemerkt.
„Du bist ziemlich begeistert von diesem Zeichenzeugs, hmm.“
Sakurai grinst. „Kann man wohl sagen, ja. Willst du den Manga sehen, an dem ich arbeite?“
„Klar.“
Er greift in seine Tasche und zieht ein kleines Zeichenbuch heraus, die Seiten voll mit bunten Bildern, Szenen, einer Geschichte. Kahoko blättert, ihr Gesichtsausdruck konzentriert.
„Das ist die Geschichte von Supergirl, einem Schulmädchen, dass ihr kluges Köpfchen benutzt, um allen zu helfen und um ihren faulen Tunichtgut von bestem Freund zu helfen.“
„Sie ist rosa.“, kommentiert Kahoko verwirrt und mustert das Superheldenkostüm der Protagonistin, dass zwar weniger enthüllend ist als das der meisten weiblichen Superhelden, aber es ist nun mal... nun ja... rosa.
Sakurais Gesicht nimmt besagte Farbe an. „D-das ist, w-weil, d-das, also... ihr Haar, also...“
Kahoko stutzt. Sie mustert das Mädchen auf dem Papier, Sakurais plötzliche Verlegenheit... und lächelt. „Du magst sie, hmm?“
„I-ich weiß nicht, w-was du meinst, sämtliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen ist vollkommen zufällig!“
„Mhm... natürlich. Und dass der Bösewicht 'Teuflisches Vierauge' heißt und aussieht wie Shoichi, ich meine, Imayoshi-san, das ist auch kompletter Zufall, oder?“
Sakurai wird blass und schnappt nach Luft, bis Kahoko sich das Lachen nicht mehr verkneifen kann. Als sie beide wieder atmen können, strahlt sie ihn an. „Sakurai, du bist ein echt toller Kerl, du bist nett, talentiert im Sport und im Zeichnen und jedes Mädel, dass dich nicht will, ist selbst schuld. Du solltest dieses Supergirl um ein Date bitten und nicht mich.“
„M-meinst du?“
„Klar. Und wenn dieser Tunichtgut von bestem Freund irgendwelche Mätzchen macht, hast du ja jetzt meine Nummer, ich helfe gerne.“
Ein ehrliches Lächeln schleicht sich auf Sakurais Lippen und die beiden gehen schweigend zusammen zur Haltestelle. Als sie an einem Sportplatz vorbei kommen, bleibt Kahoko stehen und starrt sehnsüchtig auf den Basketballkorb. Dann huschen ihre Augen über den Boden. Ihr Herz beschleunigt sich, da liegt doch tatsächlich ein Ball.
„Sakurai.“
„Hmm?“
„Würdest du mir noch einen kleinen Gefallen tun?“
„Klar, welchen?“
„Wirf ein paar Körbe mit mir.“
„Äh, was?“
„Komm schon.“ Sie packt sein Handgelenk und zieht ihn mit sich, rennt wie ein kleines – wenn auch körperlich sehr großes – Kind über den Platz zum Korb.
„Bitte.“, sie hält ihm den Ball hin. „Wir spielen nicht gegeneinander. Nur so wie du Makoto Shinkais Zeichenstil liebt, so liebe ich halt gute Dreier Würfe. Bitte?“

Sie spielen nicht lange, immerhin ist es schon spät und morgen ist Schule. Aber als sie zurück zur Haltestelle trotten, ist da ein fast kindlicher Schwung in Kahokos Schritten und ein Leuchten in ihren Augen.
„Halt mich auf dem Laufenden. Wegen Supergirl, du weißt schon.“ Sakurai nickt, rot im Gesicht und zu verlegen um zu Antworten. Kahokos Zug fährt vor und sie beugt sich blitzschnell zu ihm, drückt ihm einen Schmatzer auf die Wange. „Danke für den schönen Abend.“ Und weg ist sie.
Verwirrt, rot im Gesicht und irgendwie glücklich, steigt auch Sakurai in seinen Zug, der kurz darauf einfährt. Dieses Mädchen ist eine Naturgewalt. Aber immerhin... Er zieht sein Zeichenbuch aus seiner Tasche und holt einen Stift hervor. Jetzt hat er eine Idee, wie die Geschichte enden soll.

- - -

Imaoyshi Shoichi schlendert gemächlich zu der kleinen Baumgruppe. Erst wirkt es so, als würde er daran vorbei gehen, im schwachen Licht der Straßenlaternen seinen späten Heimweg antreten, doch er bleibt stehen und blickt zu den Büschen. „Takao. Midorima. Ihr seid nicht wirklich gut im Verstecken.“
Ein missmutiges Knurren, Zweige knacken, Blätter rascheln, dann stehen die beiden vor ihnen.
„Dann war das deine Idee?“ Takao funkelt den Touou-Kapitän herausfordernd an, Midorima schweigt und beobachtet.
„Meine Idee? Wie kommst du denn darauf? Nur weil ich zufällig auch hier bin?“
„Du hast die beiden auch beobachtet. Sonst wüsstest du nicht, dass wir auch hier sind.“
„Takao....“, Imayoshi schüttelt lächelnd den Kopf, sein Ton ist herablassend, als halte er Takao für ein kleines, dummes Kind, „Jeder mit zwei gesunden Augen im Kopf konnte euch sehen. Aber da du von 'den beiden' redest, nehme ich an, dass du auf meinen Shooting Guard und sein heutiges Date anspielt. Die beiden sind recht süß zusammen, findet ihr nicht auch?“
Takao knurrt und Midorimas Hände ballen sich zusammen.
„Uh oh...“, Imayoshi spielt den Überraschten, „Hab ich da etwa einen Nerv getroffen? Der behütende große Bruder und dessen eifersüchtiger Freund?“
„Was willst du?“, unterbricht ihn Midorima ungeduldig, die Stimme jedoch ruhig. Seine linke Hand schließt sich fest um Takaos Schulter um den kleineren zurück zu halten. Imayoshi lächelt.
„Nichts, was du mir geben könntest. Aber danke für das Angebot.“
„Und was willst du von Kahoko?“
„Kahoko? Du meinst Sakurais heutiges Date, sie...“
„Spiel nicht den Ahnungslosen, ich weiß, dass ihr miteinander Zeit verbringt.“
Imayoshis Lächeln verfliegt über Midorimas Kampfansage, er mustert den Grünhaarigen interessiert.
„Sie hat Potential. Nicht in japanischer Geschichte, sie ist miserabel, wenn es darum geht, sich Namen zu merken.“, winkt er lässig ab, „Aber im Basketball. Hat sie dir erzählt, dass sie heute gegen Kise gespielt hat? Er hat den Platz mit ihr gefegt, hat schon richtig weh getan, diese Niederlage. Und das nur, weil Kise dich beleidigt hat. Dieses Mädchen. Wollte unbedingt deine Ehre verteidigen.“
Midorimas perfekte Maske verrutscht, auf seinem Gesicht liegt purer Unglauben.
„Sie hat...“
„Dich verteidigt, ja. Kise musste bei seinem Spiel unbedingt beweisen, dass er deine Würfe ohne weiteres kopieren kann und das hat ihr nicht geschmeckt. Anscheinend verträgt sie es gar nicht, wenn man die Leistung ihres großen Bruders herab spielt.“
Großer Bruder. Midorima schluckt, blinzelt. „Sie ist besser als Kise.“
„Hmm, denkst du, ja? Deine Schwester ist gut darin, die Fähigkeiten der anderen zu spiegeln. Aber Kise ist zu schnell für sie. Sie kann nicht schnell genug umschalten zwischen den Techniken.“
„Sie ist besser.“, beharrt Midorima, „Besser als ich, du und der Rest von uns.“
„Shin-chan, übertreibst du nicht etwas?“, murmelt Takao leise und Imayoshi lächelt strahlend.
„Ja, Midorima, übertreibst du nicht etwas? Nur weil sie dich schlagen kann, heißt das nicht, dass der Rest von uns eben so leicht auf ihre Tricks reinfällt.“
„Sie ist besser als Aomine.“
Jetzt lacht Imayoshi offen heraus. „Natürlich ist sie das.“, antwortet er, herablassend und leicht genervt. Er hat das Mädel spielen gesehen, klar ist sie gut, aber nicht so gut. Hat ihr Bruder vielleicht zu viele Basketbälle an den Kopf gekriegt?
„Sobald sie ihre Angst, andere zu besiegen und deren Herz dabei zu brechen, überwunden hat und in ihr Team eingestiegen ist, treten wir gegen sie an. Dann kannst du dich selbst davon überzeugen, ob sie besser ist oder nicht.“
„Sie ist besser.“, wiederholt Midorima stur, „Sie ist ein besserer Mensch.“
Takao klatscht sich die Hand gegen die Stirn, und selbst Imayoshi verliert für einen Moment den Faden.
„In Ordnung. Wenn du die rosarote Brille anbehalten willst, tu das ruhig, andere müssen sich der Realität widmen.“ Imayoshi schüttelt den Kopf und wendet sich zum gehen. Ist ja nicht zu fassen. Da reden sie von Basketball und der grüne Riese fängt von Menschlichkeit an. Als wäre das ein Thema, bei dem sich Shoichi auskennt.

- - -

Montagmorgen:
„Das ist eine bescheuerte Idee.“
Takao Kazunari lacht, klopft Kahoko auf die Schulter und linst an ihr vorbei die Straße runter. Gut, Shintarou ist immer noch nicht in Sicht.
„Bescheuert ist doch nur ein anderes Wort für brilliant.“, neckt er sie und sie schnaubt und rollt mit den Augen.
Sie nimmt meine Späße für bare Münze, denkt er und lächelt in sich hinein, während Kahoko ahnungslos weiter redet und sich immer tiefer in sein kleines, aber feines Netz hinein manövriert.
„Nein Kazu-kun, es ist definitiv nicht brilliant. Ich ganz sicher nicht ins Mädchenteam meiner Schule einsteigen.“
Kazunari legt den Kopf schief und legt eine überraschte Mine auf. „Aber Kahoko, das war jetzt deine Idee, nicht meine.“
Sie runzelt die Stirn und er weiß, er hat sie bereits. Sie ist schon viel zu verwirrt, um noch mithalten zu können. Aber das ist ja der größte Spaß an dem Ganzen.
„Warte...“, sie öffnet den Mund und schließt ihn wieder, muss das Chaos in ihrem Kopf erst mal entwirren. „Du hast doch grade gesagt, dass ich wieder Basketball spielen muss, um Shintarou näher zu kommen.“
„Ich habe bloß angemerkt, dass Basketball derzeit sein größtes Interesse ist, den Rest hast du dir daraus wohl selbst zusammen gereimt.“
„Ja klar, aber wie soll ich Basketball spielen, ohne ins Team einzusteigen? Shintarou spielt kein Streetball und als ich das letzte Mal nachgesehen habe, hieß es noch, dass Mädchen in Jungenteams nicht erlaubt sind.“
„Ach stimmt ja...“, sie mustert ihn ernst und er gibt sich mehr Mühe mit seiner zerstreuten Miene, „Aber nur weil du in ein Mädchenteam musst, sagt noch keiner, dass du in das Mädchenteam der Nakamiya musst.“
Jetzt sieht sie ihn an, als hätte er gerade versucht, das Alphabet zu rülpsen. „Bist du wahnsinnig? Ich wechsle doch nicht die Schule für sowas, die Nakamiya ist toll!“
Er blinzelt, diesmal wirklich überrascht. Na sowas, ich wollte sie Richtung Shutoku bugsieren und sie hat sich mit ihren Mitschülerinnen angefreundet. Da war Shin-chan wohl nicht so gut informiert, als er behauptet hat, seine Schwester könne in der Schule keine Freunde finden und brauche dringend Hilfe.
Sein Lächeln kehrt ebenso schnell zurück, wie es gekommen ist. Jetzt muss er seinen Plan halt etwas abändern, aber was macht das schon. Hauptsache, am Ende sind alle glücklich und zufrieden, allen voran er.
„Und was spricht dann dagegen, in euer Team einzusteigen? Ich hab vom Mädchenteam der Nakamiya zwar noch nie was gehört, aber das muss ja nichts heißen.“
„Doch, es muss eben was heißen. Das Team ist miserabel, die schaffen noch nicht mal ein einfaches Trainingsspiel.“
Für den Bruchteil einer Sekunde grübelt Kazunari. Einerseits will er, dass sie ins Team geht, weil Basketball für das Seelenheil dieser sturen Zwillinge offensichtlich lebenswichtig ist, andererseits will er aber auch nicht so sein und sie in ein Team zwingen, das keine Aussicht auf Erfolge hat. Dann kommt ihm eine Idee. Mal schauen, ob das funktioniert.
„Aber wo bleibt denn dein Kampfgeist? Bist du etwa nicht der Meinung, dass man mit Training und gutem Willen viel erreichen kann?“
„Ja schon, aber...“
Bingo, denkt er und lächelt in sich hinein, jetzt hier einhaken und ihr noch Honig ums Maul schmieren, aber nicht zu offensichtlich... dann hab ich sie genau da, wo sie sein soll.
„Kein aber, Kahoko, oder willst du mir erzählen, dass dein letztes Team aus Genies bestanden hat, die alle fix fertig vom Himmel gefallen sind?“
„Nein, das sicher nicht, aber...“
„Ach, wo wir grade bei deinem alten Team sind, war es schwer, sie zu verlassen?“
Sie hält verdattert inne, hat völlig den Faden verloren.
„Eh... nein, ich meine, wir hatten die Meisterschaft gewonnen und die Schule war auch bald mal aus, da blieb nichts mehr zu sagen.“
Die Meisterschaft gewonnen? Das wird ja immer besser. Kazunari, du bist ein Genie.
„Siehst du, du hast es gerade gesagt. Ihr seid alle nicht als Meister vom Himmel gefallen und trotzdem habt ihr die Meisterschaft gewonnen. Kampfgeist und ein starker Wille, das ist ja bekanntlich dein Motto. Was war noch mal deine Position im Team, hast du gesagt?“
Er lächelt sie liebenswürdig an, während sie versucht, aus dem Gewusel von Informationen die Frage heraus zu klauben, die es zu beantworten gilt. Kahoko hat völlig den Faden verloren, gibt Informationen preis, ohne es zu merken und doch in dem Glauben, ihm das alles schon mal erzählt zu haben, auch wenn sie nicht mehr sagen könnte wann.
„Ähm, ich war Kapitän.“ Sie verpasst das kurze Aufflackern von Überraschung in seinen Augen, dass sie auf die richtige Spur hätte führen können.
„Du hast Recht...“, er klopft ihr auf die Schulter und sie starrt ihn verwirrt an. Wobei hat sie Recht? Was hat sie gesagt?
„Kahoko, wenn du deinem Motto treu bleibst, wirst du sicher auch dieses Team zum Erfolg führen. Es muss ja nicht gleich die Meisterschaft sein, aber du kannst sie sicher zu einem passablen Gegner für uns machen. Und wenn was ist, ich helfe gerne.“
„Äh... danke?“
Kazunari lächelt sie an und sie lächelt zurück, verwirrt und nicht ganz überzeugt.

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In einem anderen Stadtteil, zur gleichen Zeit:

„Dai-nii-san!“
Aomine grunzt, presst sein Gesicht in die Matratze und zieht sich das Kissen über den Kopf. Als ob das helfen würde.
„Dai-nii, Satsuki ist da.“
Er grunzt wieder, irgendwo am Rande seines Bewusstseins hört er Satsuki im unteren Stock genervt jammern, aber das interessiert ihn nicht. Er ist müde.
Im nächsten Moment landet etwas mit voller Wucht auf seinem Hintern. Er zuckt zusammen, aber das Etwas krallt sich in seine Oberschenkel. Er reißt seine Augen auf, aber zu spät, ein unbarmherziges Paar Hände hat bereits seine Füße von der Decke befreit. Seine kleine Schwester kratzt mit den Fingernägeln über seine Fußsohlen, bis er nicht mal mehr Lachen kann, sondern nur noch in die Matratze jault, unfähig sich zu bewegen.
Mirai selber macht es nichts aus, dass sie auf ihrem Platz auf ihm grobst durchgeschüttelt wird, sie kitzelt weiter seine empfindlichen Fußsohlen.
Plötzlich umschließen zwei große Hände ihre Oberschenkel, sie quietscht erschrocken auf und knallt im nächsten Moment auf den Fußboden. Da Daiki seinen Wäschekorb lediglich dazu benutzt, um Bälle darin zu versenken, ist der Boden übersät mit getragener Kleidung und Mirai landet weich. Dass ihr Bruder den Schwung aber ausnützt und sich auf sie draufwirft, das ist dann doch zu viel.
„Dai-nii!“, keucht sie, als sein Gewicht ihr die Luft aus den Lungen presst, „Ich krieg keine Luft.“
„Selbst Schuld, du Witzgurke.“ Wortlos macht er es sich auf ihr gemütlich, um weiter zu schlafen, aber damit hat er die Rechnung ohne Satsuki gemacht, die ins Zimmer platzt und Daiki dabei die Tür gegen das ausgestreckte Schienbein donnert.
Kerle schreien nicht vor Schmerz, also stößt er nur ein besonders schmerzerfülltes Grunzen aus. Heute ist einfach nicht sein Tag.

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