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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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Dieses Kapitel
1 Review
 
26.07.2015 2.965
 
Für eine bessere Übersicht der OC's:  Bilder und Zusammenfassung

Organisiertes Chaos? / Nachhilfe


„Mir ist langweilig.“ 
Makoto schnaubt ungläubig, die Augen auf sein Buch geheftet. Der Rest ihrer zwei Teams versauert im Schulinneren beim Lernen auf den nächsten Test, während er und Meij sich geschickt davor bewahrt haben – bei ihren Noten ohnehin kein Problem – und jetzt ist ihr langweilig? Er ignoriert sie. Dumme Idee.
Meijs Hand krabbelt langsam aber sicher seinen Unterschenkel hoch bis zum Knie, spitze Finger kratzen durch den dünnen Hosenstoff die empfindliche Haut in seiner Kniekehle. Er zieht zischend die Luft ein, löst den Blick von den Seiten und starrt sie an. Meij grinst süffisant. Sie weiß als einzige, wie kitzlig er an dieser Stelle ist. Und sie weiß, dass er sich krampfhaft beherrscht, nicht zu lachen. Männliche Ehre und so was. 
„Lass. Das.“, zischt er ihr zu und ihr Grinsen wird breiter. Ihr Daumen reibt über das Stück Oberschenkel, dass sie erwischen kann und er zuckt regelrecht zusammen. Im nächsten Moment presst er seine Lippen auf ihre und sie lacht in den Kuss, löst ihre Finger von seiner Kniekehle. Er wird sich dafür rächen, aber es ist ihr egal. Wenn überhaupt, macht es ihr Spaß, dieses Katz und Maus-Spiel zwischen ihnen. 
„Immer noch gelangweilt?“, murmelt er gegen ihre Lippen, als er sich von ihr löst. 
„Weniger.“ Sie erlaubt sich, sanft zu sein, zumindest ihm gegenüber, und streicht ihm die Haare hinters Ohr. Hier hinten im Park sieht sie ja ohnehin keiner. 
„Kann ich jetzt mein Buch lesen?“ Sein Tonfall ist leicht genervt und sie rollt mit den Augen.
„Von mir aus. Dann such ich mir eben ein anderes Opfer. Dann kannst du in Ruhe lesen, du Streber.“
Sie stolziert davon und wenn er nicht sehen würde, wie sie beim Gehen ihre Hüften schwingt, würde er glauben müssen, sie sei sauer. Stattdessen begutachtet er ausgiebig ihren Hintern, bis sie hinter der Ecke verschwindet und widmet sich dann in Seelenruhe wieder seinem Buch. Beziehungen sind einfach kompliziert.

- - -

Imayoshi Shoichi sitzt an seinem Schreibtisch und geht ihre Strategiepläne für die nächsten Spiele der Inter High durch. Der nächste Block beginnt mit einem Spiel gegen Seirin und obwohl er sich sicher ist, dass sie gewinnen werden, ist es seine Pflicht als Kapitän, sich ordentlich vorzubereiten. Außerdem kann er besser denken, wenn er Strategiepläne vor den Augen hat. 
Haruka hat bereits in Erfahrung gebracht, was Kahoko die ganze Woche auf den Beinen halten wird. Zusammen mit dem, was er aus ihrem Gespräch mit Takao weiß und Harukas kurzer Nachricht, dass Kahoko offensichtlich nicht ins Basketballschulteam eingestiegen ist, kann er sich so ziemlich alles zusammen reimen.
Schnelle Schritte auf der Straße, er hebt überrascht den Kopf. Ein grüner Haarschopf eilt unter ihm entlang und er lächelt nachdenklich, bis er stutzt. Kahoko hetzt regelrecht die Straße hinunter, als ob sie Angst vor etwas hätte. Hin und wieder blickt sie hinter sich, obwohl ihr niemand folgt. Als sie verschwunden ist, zieht Shoichi einen kleinen Blick aus seiner Schublade und macht eine Notiz. 
Wer hätte das gedacht, schmunzelt er, Kahoko prügelt sich und hat am Tag danach noch Angst vor dunklen Gassen. Sie ist wohl doch nicht so taff, wie sie sich gibt. Aber das ist keiner. 

- - -

Masahiro sieht erstaunt auf, als Kahoko die Tür aufreißt, sie zuknallt und sich japsend dagegen wirft. „Alles okay Schätzchen?“ Sie nickt schlapp, schmeißt ihre Tasche in eine Ecke, ihre Schuhe in die andere und hängt im nächsten Moment um Masahiros Hals wie eine übergroße Kette. Im ersten Moment lacht er überrascht, weil er es für eine ihrer üblichen Knuddelbegrüßungen hält, dann merkt er, dass sie zittert. 
„Süße, was ist denn los?“ Er zieht sie Richtung Couch und sie klettert ihm augenblicklich auf den Schoß, als wäre sie noch immer die schlacksige 11-Jährige und nicht ein Berg von Mädchen. 
„Ich hab mich total mies benommen, Dad.“ Sie schnieft in seinen Kragen und er reibt ihr in langsamen, gleichmäßigen Bewegungen über den Rücken, damit sie sich beruhigt. 
„Hat es mit dieser Prügelei zu tun?“
„Nein. Ja. Keine Ahnung, vielleicht. Ich hab da doch diese Zwillinge kennen gelernt und Shouta will jetzt Trainer des Mädchenteams werden, weil ich ihn dazu motiviert habe. Dann war ich da, weil Kazunari gesagt hat, dass ich mir einen Club suchen soll, der mich so fasziniert wie Basketball oder ich soll mit einem Team gegen Shutoku antreten, aber die sind so schlecht auf meiner Schule und ich war so enttäuscht. Dabei sind sie vermutlich alle ganz okay, nur eben nicht gut genug. Und dann war ich total stinkig zu deren Center, weil die mich genauso angesehen hat wie Shintarou. Genau so!“, sie schnappt nach Luft, „Und das hat so weh getan und dann muss ich Ausdruckstanz machen und ich hab keine Ahnung, wie man Enttäuschung im Tanz ausdrückt oder Schmerz, das heißt, Schmerz schon, ich hab mich einfach immer wieder zu Boden fallen lassen, aber das hat denen nicht gefallen, aber das war eh egal. Und beim nach Hause laufen hatte ich so ein blödes Gefühl, weil ich Angst hab, dass die Typen wieder auftauchen.“
Masahiro atmet tief durch, streicht ihr durchs Haar und drückt ihr einen Kuss auf die Stirn. „Das klingt kompliziert Mäuschen. Vor allem der Teil mit dem Ausdruckstanz. Dir tut sicher alles weh vom sich hinfallen lassen.“ 
Kahoko stutzt. „Ja schon, aber das ist nicht der Punkt.“ 
Ihr Stiefvater lächelt. „Ich weiß, aber konzentrier dich erst mal auf die amüsanteren Dinge. Muss lustig aus gesehen haben, dein Tanz... Aber ich mach uns jetzt mal einen Tee und dann besprechen wir das Ganze von vorne, allen voran, wer dieser Kazunari ist und warum er will, dass du als Team gegen Shutoku spielst.“
„Du findest es sicher blöd.“, wehrt sie ab, folgt ihm aber in die Küche.
Masahiro schmunzelt. „Erinnert du dich noch an das letzte Mal, als du das gesagt hast und ich es tatsächlich blöd fand?“
Kahoko grübelt kurz. „War das damals, mit 13, als ich unbedingt einen Kuchen aus Thunfisch-Eiscreme wollte?“ 
„Das müsste ran kommen. Hier, Schokolade ist gut für die Nerven.“ Er drückt ihr eine Tafel ihrer Lieblingsschokolade in die Hand und stellt zwei Tassen auf ein Tablett, geht zurück zur Couch. 
„Und jetzt von vorne. Wer ist Kazunari?“

- - -

Der Rest der Woche geht überraschend rasant vorbei, nicht nur für Kahoko, die dank Nanamis Plan alle Hände voll zu tun hat. Dienstagnachmittag trifft sie zwischen Tennis und Schwimmteam kurz auf Mirai, erklärt ihr in knappen Sätzen, was abgeht und kann froh sein, dass es auf der Schule kein Cheerleaderteam gibt. Das wäre nämlich Mirais erste Idee gewesen. 
Die anderen sieht sie nur im Unterricht, denn Shouta nutzt seine Probewoche aus und scheucht das Basketballteam über den Platz, bis keiner mehr kann. Nanami hat ihm ein Megafon besorgt, damit man ihn auch hört, denn er kriegt vor den Mädels immer noch keinen Pieps raus. 
Nur abends, wenn sie endlich mal Zeit für Hausaufgaben hat, klingelt ihr Handy nonstop. Megumi und Tsunako beschweren sich lauthals über das Sklaventraining in der AG, während Shouta meistens nur über irgendwelche Strategien diskutieren will. Nanami und Mirai schießen mit ihren Verrücktheiten aber den Vogel ab. Ständig kriegt Kahoko Nachrichten zu den verrücktesten Themenbereichen und Nanami mit ihrer Überorganisiertheit und inoffiziellen Club für Nächstenhilfe liegt grade mit der Nase vorn.

Nana-chan an Kahoko
Ob Linkshänder auf dem Klo Probleme haben, wenn das Klopapier neben der rechten Hand hängt? Wie viele Leute würden wohl eine Petition für Linkshändergerechte Klopapierhalter unterschreiben?
-

Bei dem ganzen Chaos ist es kein Wunder, dass Masahiro sie schon mehr als einmal schlafend am Schreibtisch gefunden hat. Nur um am Morgen zu grummeln, dass er langsam zu alt dafür wird, sie ins Bett zu tragen. „Du wirst nicht alt, nur reifer. Wie guter Wein.“, ist Kahokos Standardantwort, bevor sie ihn auf die Wange küsst. Das zieht bei ihm immer – und stimmt auch irgendwie.

- - -

„Du hast gesagt, dass sie ins Basketballteam geht.“, tobt Haruka am Donnerstagabend im Haushalt der Imayoshis. Sie haben sturmfreie Bude und wie üblich fällt mit dem Schließen der Haustüre der Schein von kleinen braven Engelchen von ihren Gesichtern ab. Shoichi lehnt am Türrahmen und mustert sie desinteressiert, während sie ihre Wut in den Dielenboden stampft.
„Ich hab ihr die ganze Woche hinterher spioniert und das war nun wirklich nicht einfach! Die Leute glauben mittlerweile, ich bin mit ihr befreundet oder sowas, weil wir ständig in den gleichen Clubs und AGs auftauchen! Ich musste töpfern, kannst du dir das vorstellen? Und wofür? Ich hab keine Ahnung, weil du es ja nicht für nötig hältst, mich einzuweihen. Ich weiß nur eins, Shoichi, nämlich dass mir dieses Mädel langsam auf die Nerven geht und ich keinen Bock habe, mich mit ihr um einen Platz im Volleyballteam zu streiten. Gegen sie hab ich keine Chance!“
Er lacht leise auf. „Haruka, du spielst Volleyball seit der Grundschule, hast du etwa Minderwertigkeitskomplexe?“ 
„SEI STILL!“, fährt sie ihm über den Mund, ihr Kopf ist knallrot vor Wut. „Du hast gesagt, dass sie ins Basketballteam geht! Du hast es versprochen! Also halt dich auch dran!“ 
Er löst sich vom Türrahmen und tritt auf sie zu, legt eine Hand mit festem Griff auf ihre Schulter. „Haru-chan, ich hab gar nichts versprochen. Aber sie wird ins Basketballteam kommen und du wirst ins Volleyballteam kommen. So einfach ist das.“
Sie wendet den Blick ab, ihre Wut ist jetzt ruhiger, aber nicht weniger konzentriert. „Nichts ist einfach, Shoichi.“, spuckt sie ihm entgegen, „Und ich hab keine Ahnung, auf wessen Seite du stehst, aber ich will in dieses Team.“ 
„Dann tu was ich dir sage.“

- - -

Freitagmorgen:
Shoichi ist ein Mann des perfekten Timings. Nicht nur im Basketball zählt jede Sekunde. Aber als er an diesem Morgen aus dem Haus tritt, bemerkt er – nicht zum ersten Mal, dass das Timing auch ein wenig zu perfekt sein kann. Beziehungsweise hat er Kahokos Bremsweg ein wenig zu knapp berechnet, denn sie rennt geradewegs in ihn rein und geht zu Boden.
„Au! Mist! Sorry! Tut mir leid!“, sie rappelt sich auf und klopft sich hektisch den Dreck von der Kleidung, ohne aufzusehen. Sie hat es eilig, ist gehetzt und ein kleines bisschen panisch. Zwei warme Hände schließen sich um ihre Oberarme und sie sieht überrascht auf.
„Shoichi!“ Er lächelt milde. „Alles in Ordnung, Kahoko?“
„Oh ja, mir geht’s gut, tut mir leid. Ich muss ganz dringend los, ich hab ein Volleyball vorspielen in der ersten Stunde und ich will möglichst früh dort sein.“
„Oh, du spielst Volleyball?“
Kahoko seufzt und er lächelt so verständnisvoll, dass sie die nächsten Worte sagt ohne nachzudenken. „Eigentlich nicht, aber ich muss bis morgen einen Club finden, der mich begeistert.“
„Und bis jetzt hattest du keinen Erfolg?“
„Nicht wirklich.“
„Magst du denn Volleyball?“
„Nicht wirklich.“, wiederholt sie und muss leicht schmunzeln, „Verrat es keinem, aber ich begreif die Regeln nicht und steh immer auf dem Platz wie bestellt und nicht abgeholt.“
Shoichi erwidert ihr Lächeln. „Was passiert denn, wenn du keinen Club findest?“
„Dann verlier ich eine dumme Wette. Und was dann passiert, weiß ich noch nicht genau. Irgendwas dummes wahrscheinlich.“ Sie seufzt und sieht überrascht zu ihm, als er ihr mit den Fingerknöcheln unters Kinn schnippt.
„Kopf hoch. Du packst das schon. Das ist nur Volleyball, was heute ansteht, das schaffst du sicher, schließlich musst du ja nicht irgendwas gewinnen oder so.“, er lächelt aufmunternd. „Und ich hätte einen Vorschlag, ganz egal was bei der Wette heraus kommt... Ich gehe mir am Wochenende ein Spiel unserer Konkurrenz ansehen und vielleicht möchtest du ja mitgehen? Ich konnte dich ja letztens am Sportplatz nicht für Basketball begeistern, aber wenn du das ganze mal in Aktion siehst, interessiert es dich vielleicht ein bisschen.“
Kahokos Kinnlade ist kurz davor, der Schwerkraft zu erliegen, aber sie beherrscht sich gerade noch. Wie soll sie denn jetzt nett nein sagen? Warte... will sie überhaupt nein sagen? Ein Spiel anschauen heißt ja nicht, dass sie selbst spielt, oder?
„Wer spielt denn?“ 
Er lächelt freundlich. „Ich weiß nicht, ob dir das was sagt, aber Kaijo High tritt gegen Senshinkan High an. Und gegen den Gewinner treten wir dann vermutlich im Laufe der Inter High an. Als Kapitän versuche ich immer, so viel Informationen wie irgend möglich einzuholen.“
„Vorbildlich.“, stimmt sie ihm zu und seine Augen leuchten erfreut auf.
„Dann begleitest du mich also?“
Was hab ich schon zu verlieren? Ist ja nur Shoichi. „Klar. Meine Nummer hast du ja.“
„Super. Ich freue mich. Aber wir sollten los. Nicht, dass du zu spät zum Volleyball kommst.“
Was für ein netter Kerl, denkt Kahoko, als sie ihre Schule erreicht, nichts ahnend, dass Haruka bereits die neuesten Infos auf ihrem Handy hat. Und Imayoshi, der schmunzelt in sich hinein. Mädchen sind so leicht zu durchschauen.

- - -

Haruka atmet schwer. Sie kann es nicht glauben. Klar, ihr Cousin hat immer Recht, aber es mal so überdeutlich ins Gesicht geschmiert zu bekommen, ist mal was Neues. 
Kahoko ist ein kompletter Dork. Ein Versager, eine Niete, eine Nullnummer... ihr fallen nicht genug Namen für das Versagen ihres Kohais ein, die auf dem Spielfeld steht wie ein Hundewelpe im Angesicht von... sie findet keinen passenden Vergleich und verpasst dem gegnerischen Team und damit Kahoko einen weiteren Aufschlag, der sich gewaschen hat. 
Niemals wird man Kahoko ins Team aufnehmen, auf keinen Fall. Klar, sie ist ein Riese und wann immer sie den Ball hat, ist auf der anderen Seite des Netzes Panik angesagt, aber damit hat es sich. 
Haruka atmet erleichtert auf. Klar, sie muss sich noch gegen die restlichen Anwärter schlagen, aber Kahoko ist nicht mehr ihr Problem. Was für eine Erleichterung.
-

„Wie war Volleyball?“ Vor der Halle wartet eine leicht überdrehte Nanami mit einer Packung frisch gebackener Kekse in den Händen. 
„Grauenhaft.“, erwidert Kahoko und lächelt sie strahlend an, nimmt sich einen Keks und stopft in sich im Ganzen in den Mund.
„Sicher? Du bist so fröhlich.“ 
„Oh ja, ich hab alle Clubs durchprobiert, keiner passt, ich hab getan, was ich konnte.“ 
Nanami zuckt verwundert mit den Schulter. „Du könntest natürlich noch in meinen Nächstenhilfeclub einsteigen.“
Kahoko hebt eine Augenbraue und ihr Gegenüber rollt mit den Augen. „Schon verstanden. Übrigens muss ich dich warnen. Die Basketball AG hatte vorhin eine Besprechung darüber, ob sie Shouta behalten oder nicht. Entweder ist er nachher zu Tode betrübt oder Himmelhoch jauchzend.“ 
„Damit komm ich schon klar. Hast du am Wochenende Zeit, dir Kaijo gegen Senshinkan anzuschauen? Shoichi hat mich eingeladen.“ 
„Shoichi? Kenn ich nicht. Und nein, wir besuchen meine Tante in Kyoto.“

Sie erreichen die Klasse. Shoutas sechster Sinn für die Ortung seiner Schwester schlägt an und er rennt quer durchs Klassenzimmer auf sie zu. Nanami tritt zur Seite und Kahoko endet als Kissen für Shoutas Kopf-voran-Umarmung. 
„Alles okay?“ Shouta nickt gegen ihr Brustbein und sie schiebt ihn rückwärts, während sie auf ihren Platz zugeht. 
„Haben sie dich genommen?“ Er nickt wieder und Nanami, die neben ihnen her geht, stupst ihn verwundert in die Seite.
„Warum versuchst du dann, in Kahoko rein zu kriechen, wenn sie dich doch genommen haben?“
„Weil sie mich nicht mögen. Sie hören nicht auf mich. Nicht so richtig, jedenfalls.“, nuschelt er gegen Kahokos Bauchnabel und richtet sich wieder auf. Zu seiner Überraschung umarmt sie ihn so kräftig, dass seine Füße vom Boden gehoben werden.
„Das wird schon, Shou, ist doch nur Basketball.“ Sie tätschelt ihm den Kopf, als er überrascht zu ihr hoch blickt. 
Im selben Moment kommt der Geschichtslehrer herein und ein hektisches Gewusel entsteht.
„Nun, da ihr alle sitzt eine Ankündigung: Wir werden heute einen kleinen Überraschungstest schreiben...“

So schnell ist Kahoko ihr Herz noch nie in die Hose gerutscht. Sie starrt panisch auf die Tafel, ihren Tisch, zu Megumi und Tsunako, die leicht verwirrt zurück blicken. 
Kahoko hat nicht gelernt. Kein bisschen. Wie auch, schließlich hatte sie diese Woche nicht gerade viel Freizeit. 
Sie starrt auf ihren Test und atmet tief durch. Du kannst das, Kahoko. Geh einfach die Fragen durch und beantworte erst mal die, auf die du eine Antwort weißt. Sie geht den Test durch und schluckt. Ihr fällt keine einzige Antwort ein und dabei ist das ein Multiple Choice Test. Okay... wie macht Shintarou das noch mal mit seinem Stift? Er rollt ihn? Das wäre dann eigentlich eine zufällige Auswahl der Antworten. Wenn ich einen Zufallsparameter auf den Test anwende, sollte ich zumindest einen Teil der Aufgaben richtig haben. Gedacht, getan.

- - -

Mittagspause. Kahoko lehnt sich nicht weit vom Lehrerzimmer an eine Wand und
atmet tief durch, bevor sie ihr Handy heraus zieht und ein Nummer wählt.
„Imayoshi Shoichi, hallo?“ 
Sie atmet tief durch. „Hallo, hier ist Kahoko. Das grünhaarige Mädchen von heute morgen?“ 
„Oh Kahoko, hallo, was gibt’s?“
„Ehm... wegen der Nachhilfe... ich wollte dich fragen, ob das noch steht.“
Kurzes Schweigen in der Leitung, dann ein Räuspern. „Natürlich, um welches Fach handelt es sich denn?“ 
„Geschichte. Wir hatten heute einen Überraschungstest und... na ja, mir wurde angeraten ein paar Fleißarbeiten abzuliefern.“
„Ach, das kriegen wir locker hin. Wie viel Punkte hattest du, damit ich mir ein Bild machen kann.“
Kahoko schweigt, ihr linkes Auge zuckt unkontrolliert.
„Kahoko?“
„Ähm, ja, sorry... also.... Null. Ich hatte Null Punkte.“ Sie wartet gespannt auf seine Reaktion, auf irgendetwas, stattdessen kommt ein überraschendes „Wie lief eigentlich Volleyball?“ und ihre angespannte Kiefermuskulator lockert sich. „Grauenhaft, aber es hat mir nichts ausgemacht. War ja nur Volleyball.“
Er lacht. „Siehst du, hab ich dir ja gesagt. Morgen sehen wir uns erst mal das Spiel an und danach büffeln wir Geschichte bis zum umfallen.“
„Sollte die Arbeit nicht vor dem Vergnügen kommen?“
„Du kannst auch gerne schon vor dem Spiel vorbei kommen, Kahoko, so ist es ja nicht.“ Sie hört ein Lächeln in seiner Stimme und ahnt nicht, wie verschlagen es ist. Stattdessen starrt sie auf ihren Test hinunter. 
„Wäre vielleicht besser, wenn dir das nicht zu viel Mühe ist.“
„Keine Sorge, es macht mir nichts aus.“ 
Ich hab ja auch was davon.
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