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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
24
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18.03.2017 3.581
 
Yoshinori sitzt an seinem Schreibtisch im Wohnzimmer, als Shinji die Wohnung betritt.
„Was für eine Überraschung...“, stellt er ohne aufzusehen fest, „Du kommst doch tatsächlich heim, bevor ich schlafe.“
Die Menge an Sarkasmus in seinen Worten zeigt ihr, wie verletzt er ist.
Der Teil von ihr, der immer schnell beleidigt ist, möchte ihn anfahren, aber sie hält sich zurück.
Er hat jedes Recht, sauer zu sein.
„Ich bin eine Vollidiotin.“, erklärt sie ihm und das bringt ihn immerhin dazu, sie anzusehen.
„Ich bin ein Riesenarsch.“, erläutert sie weiter und kommt auf ihn zu, „Bitte verlass mich nicht.“
Seine Züge werden weich.
„Shinji...“, murmelt er sanft und sie fragt sich, wie um alles in der Welt diese Mann mit ihr zusammen sein kann, „Das würde ich nie.“
„Ziehst du zu mir?“, fragt sie ihn und seine Augen werden groß.
„Was? Shinji, ich weiß, ich war dir zu schnell, du musst dich nicht zu etwas zwingen, was...“
„Zu schnell am Arsch...“, unterbricht sie ihn rüde und stellt sich vor ihn, „Ich hatte nur Angst, was die Leute sagen.“
„Welche Leute?“, fragt er verständnislos zurück und sie schnaubt.
„Die Leute halt… ich… es tut mir leid, okay? Ich liebe dich und ich will, dass du das weißt und… scheiße, das ist jetzt total kitschig und doof, aber du schaffst es immer, dass ich weiß, wie wichtig ich dir bin und ich weiß nicht, ob ich dir das jemals klar gemacht habe...“
„Shinji, du machst mir grade wirklich Sorgen...“, murmelt Yoshinori und Shinji lacht und geht in die Knie.
„Als du mich gefragt hast, ob wir zusammen ziehen wollen, hab ich eine andere Frage erwartet...“, gibt sie zu und sie kann die Überraschung in seinem Blick sehen und diese fast panische Vorfreude, als sie in ihren Taschen gräbt.
„Das hier ist unkonventionell und du weißt, ich bin immer für das Unkonventionelle. Ich hätte es allerdings ein wenig besser planen können.“, gesteht sie frech, zieht einen breiten silbernen Ring aus der Tasche ihrer Jeans und streckt ihn Yoshinori entgegen.
„Susa Yoshinori, du unglaublicher Gutmensch, willst du mich, Shinji Hatsuno, das böseste Mädchen von ganz Tokyo, heiraten?“
Er lacht so heftig, dass ihm Tränen über die Wangen laufen.
„Scheiße, Shinji...“, murmelt er, „Ich dachte schon, du fragst nie.“
Sie grunzt und schnappt sich seine Hand, schiebt ihm den Ring über den Daumen, weil das bekanntlich der dickste Finger an jeder Hand ist.
„Shinji… Hast du mir etwa einen Serviettenring auf den Finger gesteckt?“, fragt er und zu seiner Rührung mischt sich deutlicher Unglaube.
Shinji grunzt erneut.
„Ich sagte doch, ich hätte es etwas besser vorbereiten können, aber ich hatte nicht so viel Zeit… Wir kaufen dir nächste Woche einen schöneren Ring. Einen mit einem Diamanten, den kannst du dann all deinen Freundinnen zeigen.“, spottet sie.
Anstatt einer Antwort zieht er sie hoch und küsst sie hart.
„Bist du jetzt glücklich?“, fragt sie, als er kurz von ihr ablässt.
„Was denkst du denn?“, gibt er mit heiserer Stimme zurück und sie glaubt beinahe, dass das seine letzten Worte sind, aber er ist noch nicht fertig.
„Ich hab das Gefühl, mein Herz explodiert gleich vor Freude… oder so was ähnliches. Träum ich das grade?“, fragt er und klingt dabei so unsicher, dass sie sich vorbeugt und ihn in die Nase beißt.
Nicht fest, nur so, dass er es spürt.
„Kein Traum...“, witzelt sie.
„Und du bist auch nicht betrunken?“, fragt er.
„Komplett nüchtern. Das ist mein voller Ernst, wir werden heiraten und du wirst mich bis ans Ende deines Lebens ertragen müssen.“
„Gut...“, gibt er zurück, „Ich plane sehr lange zu leben.“
„Gut… Ich nämlich auch.“

- - -

Ich kann nicht glauben, dass wir das machen.“, Lia blickt hinter sich auf die sacht abfallenden Straßen, die Dunkelheit und die Häuser, in denen Leute schlafen, die sie nicht kennt.
Dann blickt sie zu Shouta, der nach vorne auf die Straße blickt und dabei lächelt, als würde er an einen besonders guten Witz denken, den nur er kennt.
„Hast du das schon mal gemacht?“, fragt sie, weil sie nicht weiß, was sie sonst tun soll.
Sie hat ihn die letzte halbe Stunde mehr oder weniger auffällig betrachtet.
Auf eine ihm eigene Weise hat er sich nicht verändert, obwohl er doch ganz anders ist. Er ist größer geworden und kräftiger und sie weiß einfach, obwohl sie ihn nicht bei der Arbeit erlebt hat, dass er sich durchsetzen kann und ihm die Leute Respekt erweisen.
Sie hat ein paar Aufnahme von Spielen seines Teams gesehen. Nicht zu viele, weil sie ihn ja eigentlich hatte vergessen wollen, aber sie erinnert sich noch gut daran, dass sie immer mehr auf die kleine Figur am Rand des Platzes geachtet hat als auf das eigentliche Spiel.
Er wirkt fast unscheinbar, aber er ist es nicht und Lia wünschte sich, sie könnte einfach ihre Hand ausstrecken und seine nehmen, wie sie es vor vielen Jahren hätte tun können.
Liebst du mich noch, fragt sie ihn in Gedanken. Was würdest du tun, wenn ich dir sage, dass ich damals schon Gefühle für dich hatte? Immer noch habe, um genau zu sein… Was würdest du sagen?

„Ein paar Mal...“, unterbricht er ihre Gedanken, „Einmal mit Nanami und einmal mit Kahoko, kurz bevor sie die Zwillinge bekommen hat… Aber meistens alleine. Es wird dir gefallen.“
Shouta biegt nach rechts ab und parkt hinter einer Grundschule.
„Komm...“, er löst seinen Sicherheitsgurt, „Den Rest laufen wir, aber es ist nicht weit.“
Er nimmt einen Korb aus seinem Auto und drückt ihr zwei Decken in die Arme. Es beruhigt sie ein wenig, dass er all das erst vorhin gekauft hat. Das hier ist eine spontane Entscheidung, sowohl von ihm, als auch von ihr und nichts von langer Hand geplantes.
Sie erklimmen den Hügel Seite an Seite.
Die Häuser weichen Bäumen, die sich schlussendlich an der Spitze wieder zu einer Lichtung öffnen. Inmitten dieser Lichtung steht eine Parkbank.
„Setz dich. Und wickel dich gut in deine Decke ein, so warm ist es nachts nicht.“
Lia gehorcht und starrt über den Hügel hinunter. Tokyo liegt vor ihnen, eine riesige Stadt aus bunten Lichtern.
Obwohl sie nicht sonderlich lange mit dem Auto unterwegs waren, hat sie dennoch das Gefühl, dass ihre ganze Welt ganz weit entfernt ist.
„Es ist, als wären wir ganz alleine auf der Welt.“, stellt Lia fest, „Niemand weiß, wo wir sind, es gibt nur uns zwei.“
Ihr wird klar, wie kitschig das klingen muss und blickt erschrocken zu ihm.
Shouta lächelt.
„Ich muss dich leider enttäuschen.“, erklärt er ihr sanft, „Ich habe Nanami und Kahoko geschrieben, wo wir sind, damit sie sich beide keine Sorgen machen.“
Er reicht ihr einen Becher.
„Tee oder Kakao?“, fragt er und hält zwei Thermoskannen hoch.
„Tee.“, bittet sie.

Sie machen es sich auf der Bank bequem, wärmen ihre Hände an den warmen Bechern.
„Das ist das Verrückteste, was ich je gemacht habe...“, murmelt Lia erneut und Shouta lacht neben ihr.
„Du lügst.“, gibt er zurück und sie mustert ihn beinahe erschrocken.
„Wir sehen uns den Sonnenaufgang an, Lia...“, erklärt er ihr mit einem Lächeln, „Das ist nicht so verrückt wie damals, als wir in ein Hallenbad eingebrochen sind, um unsere Teammitglieder zu tauchen.“
Sie lacht mit ihm. „Stimmt… das hatte ich völlig vergessen.“

Sein Lächeln verändert sich. Als stecke plötzlich mehr dahinter.
„Wir haben noch eine Weile, bis die Sonne aufgeht und eigentlich wollte ich warten, aber ich bin nicht so geduldig, wie ich dachte...“, murmelt Shouta und Lia weiß nicht, ob sie Angst haben soll oder Vorfreude.
„Ich liebe dich...“, unterbricht sie ihn und schmeißt alle Vorsicht aus dem Fenster.
Shouta mustert sie mit offenem Mund.
Ein großer Teil von Lia weiß, wie groß die Möglichkeit ist, sich hier völlig zu blamieren.
Aber das ist Shouta, der ihr gegenüber sitzt, der ihr Team angeführt hat und den sie beinahe besser kennt, als sich selbst und sie kennt dieses Lächeln und diesen Ton und obwohl sie ihn zwölf Jahre nicht gesehen hat, weiß sie, dass sie es ansprechen muss. Es wäre nicht fair, ihn nochmal den ersten Schritt machen zu lassen, wenn sie doch eigentlich das Gefühl hat, dass es sich hier nur um den zweiten Schritt handelt.
„Ich hatte schon damals Gefühle für dich, als wir auf dem Gehsteig vor meinem Haus saßen und obwohl ich wirklich alles getan habe, um diesen Gefühlen zu entkommen, hatte ich sie die ganzen letzten zwölf Jahre lang in mir. Ich kann nur hoffen, dass du das im Sinn hattest, ansonsten… ansonsten sieh dies als meine Bitte, mit mir auszugehen.“
Shoutas Mund schließt sich und er blickt für einen Moment von ihr hinunter auf die Stadt.
„Ich wollte dir meine Gefühle gestehen, wenn die Sonne aufgeht.“, gibt er zu, „Ich dachte, es wäre sehr romantisch, dich dann zu küssen.“
Lia lacht. „Ich fände es romantisch, wenn du mich jetzt küssen könntest.“
„Wirklich?“, Shouta mustert sie ungläubig, „Aber es ist dunkel und kalt und...“
„Und ich habe zwölf Jahre gewartet. Nein, wir beide haben zwölf Jahre gewartet, ich denke wirklich, dass ich nicht noch weitere drei Stunden warten kann, nur damit das Licht perfekt ist.“
Shouta grinst.
„Wer hätte gedacht, dass du so ungeduldig bist?“, murmelt er und rutscht näher.
„Ich glaube, es gibt eine ganze Menge, was wir noch nicht übereinander wissen...“, murmelt Lia zurück und streckt ihre Hände aus, um ihn noch näher zu ziehen, „Ich bin aber bereit, alles über dich heraus zu finden.“
„Dann ist ja gut.“, murmelt Shouta zurück, bevor er die letzten Zentimeter Abstand zwischen ihnen schließt.

- - -

Der nächste Morgen

Kahoko schnappt sich Yoyo und drückt sie mit aller Kraft an sich.
„Ich hab dich so vermisst!“, schnaubt sie gegen den Hals der Kleineren.
„Wir haben uns grade mal zwei Wochen nicht gesehen!“, knurrt Yoyo zurück, „Übertreib nicht immer so!“
Kahoko lacht, lässt sie aber nur zögerlich wieder los.
„Krieg ich keine Umarmung?“, spottet Yahiro neben ihnen und Kahoko drückt auch ihn an sich, bevor sie sich zu Ayato umdreht.
„Danke… Hände schütteln reicht völlig...“, er streckt ihr die Hand entgegen, aber auch dieses Mal umarmt Kahoko kurzerhand auch ihn.
Ayato seufzt, tätschelt Kahokos Kopf und geht dann in die Knie.
„Hey, ihr Süßen, wie geht’s euch heute?“, fragt er die Zwillinge.
Reiko mustert ihn aus zusammen gekniffenen Augen.
„Wo ist deine Freundin?“, fragt sie und Ayato lacht.
„Sie war noch eine Runde mit ihrem Hund, damit der sich nicht vor lauter Freude euch zu sehen in die Hose macht.“, erklärt er.
„Sie hat einen Hund?“, haucht Reiko erfürchtig und blickt von Ayato zu ihrem Vater.
„Papi...“, sie zieht an seinem Ärmel, „Sie hat einen Hund.“, erklärt sie ihm, als würde das alles erklären.
Er nickt ihr zu und zwinkert. Reiko versteht und lächelt strahlend zurück.

Dann ist da Bellen und ein zierliches Mädchen gesellt sich zu ihnen, ein weißer Pitbull mit dunkelbraunen Flecken trottet neben ihr her.
„Das ist Tintin...“, erklärt sie den Mädchen, „Er kuschelt gerne...“
Reiko streichelt Tintins Kopf mit äußerster Hingabe und der Hund blickt sie aus großen braunen Augen an, bevor er sich an sie schmiegt.
Saori hingegen hat nur Augen für das Mädchen.
„Onkel Ayato...“, sie zieht an seinem Hosenbein, „Tao-chan ist sooo hübsch… Glaubst du… Glaubst du, ich werde auch mal so hübsch?“
„Du bist schon hübsch...“, erklärt er ihr und tippt ihr mit dem Finger auf die Nasenspitze, „Ich kenne niemanden, der mit grünen Haaren so toll aussieht.“
„Du kennst aber meine Großmama nicht.“, gibt Saori zurück und Ayato nickt.
„Stimmt. Aber ich kenne dich.“
Saori mustert ihn verwirrt. Das ergibt nicht viel Sinn in ihrem kindlichen Kopf, aber wenn es Onkel Ayato sagt, dann muss es etwas Gutes sein.

„Oooohhh…“, Yahiro schaukelt den kleinen Tadashi hin und her, „Sag mal Onkel Yahiro… Kannst du das schon? Yahiro? Oder Yahi… Hiro ist auch okay… Oder Yoyo… Yoyo ist leicht, das kannst du, oder? Einfach yo… und noch ein yo… Yoyo...“
Tadashi brabbelt etwas Unverständliches und klatscht Yahiro seine speichelnasse kleine Hand ins Gesicht.
„Jaaa… das war ein Zeichen, du sprichst in Zeichensprache. Und du hast grade in Zeichensprache Yahiro gesagt. Du bist ein Genie… Ein Genie mit kleinen dicken Beinchen...“, er kitzelt Tadashis Bauch, die dicken Beine, die winzigen Füße.
„Yahiro...“, Yoyo stupst ihn an, „Gib ihnen ihr Kind zurück, du Irrer...“
„Ich bin nicht irre...“, schmollt Yahiro, reicht Tadashi aber an Kahoko weiter, „Wir könnten langsam mal essen, meine ich...“
Yoyo schüttelt den Kopf über seine Gefräßigkeit und reicht ihm eine der zahlreichen Schüsseln, die auf der großen Picknickdecke verteilt sind.
Das schöne Wetter zahlt sich aus, sie können ihr „Familienessen“ endlich mal wieder draußen abhalten.

„Was hältst du von diesem Hund?“, fragt Shoichi und deutet auf Tintin, der völlig entspannt im Gras liegt, den Kopf in Reikos Schoß gebettet.
„Er ist hübsch...“, stellt Kahoko fest.
„Hmhm...“, macht Shoichi, „Weißt du, ein Hund wäre vielleicht gar keine so schlechte Idee… ich meine, wenn du deine Joggingroutine beibehältst… außerdem hasst Shintarou Katzen und ich habe erst letztens gelesen, dass Haustiere für die Entwicklung von Kindern wichtig sind und...“
„Okay...“, unterbricht ihn Kahoko, „Du kannst deinen Hund haben.“
Shoichi hört auf zu reden und lächelt sie wortlos an.
Dann dreht er sich zu Reiko um, grinst ihr zu und nickt. Mehr braucht es nicht.
„Ich will einen Hund wie Tintin.“, erklärt Reiko fest und Kahoko seufzt.
„Ihr habt euch zusammen getan, um mich auszutricksen, ich verstehe schon.“
„Worum geht’s?“, fragt Yahiro, „Ich will's wissen.“
„Shoichi hier...“, Kahoko tippt ihrem Mann gegen die Schulter, „Will schon einen Hund, seit wir verlobt sind. Vielleicht sogar schon länger. Aber ich habe mich bis jetzt geweigert, weil es einfach nie gepasst hat. Und jetzt… jetzt ist es okay...“

Das Essen verläuft laut und chaotisch. Kahoko weiß, dass sie die Klamotten der Kinder mit Sicherheit nicht mehr sauber kriegen wird, aber das ist egal. Sie haben ihren Spaß.
„Komm...“, Yoyo steht auf und zieht an Kahokos Arm, „Gib deinen Jüngsten ab und mach einen Spaziergang mit mir.“
Kahoko gehorcht etwas verdutzt und tappt neben ihr her durch den Park.
„Ich sehe, es geht dir besser...“, stellt Yoyo fest, als sie ein Stück von der Gruppe entfernt sind.
Kahoko atmet tief durch und lächelt.
„Ja… wir haben geredet… Ich werde es dieses Jahr nicht mehr zurück ins Team schaffen, aber das ist okay. Nächstes Jahr oder das übernächste werde ich wieder bei euch sein.“
„Lass dir Zeit...“, gibt Yoyo zurück und bleibt stehen, „Ich werde mindestens ein Jahr Pause machen.“
Kahok bleibt ebenfalls stehen und starrt sie an.
„Was… wieso?“
„Meine Knie...“, Yoyo grinst verlegen, „Die Trainer sind schon seit Ewigkeiten hinter mir her… Ich werde ein Jahr Pause machen. Mindestens. Es warten ein Haufen Therapien auf mich, die meine Knie stärken sollen, damit ich nicht in zwei Jahren wegen einer Verletzung ausscheiden muss.“
„Wow...“, Kahoko schüttelt den Kopf, „Das hättest du mir sagen können, du Arsch.“
Trotz ihrer harschen Worte ist ihre Stimme freundlich und warm, sie stupst Yoyos Schulter mit ihrer eigenen an.
„Was hat dich überzeugt, es dieses Jahr zu machen? Ist es schon so schlimm...“
„Nein… ich...“, Yoyo stoppt und starrt hoch in den Himmel, „Sei mir nicht böse, okay, aber wir dachten, es wäre ein guter Zeitpunkt. Ich mache die Therapien und kriege nebenbei ein Kind.“
Es dauert einen ganzen, langen Moment, bis das zu Kahoko durchsickert.
„Du kriegst ein Kind.“, wiederholt sie langsam und Yoyo nickt.
„Warte…“, Kahoko schüttelt ihren Kopf, um ihre Gedanken zu ordnen, „Wer ist wir und wann kriegst du das Kind?“
Yoyo lacht.
„Wir? Meinst du das Ernst? Ich und Yahiro natürlich.“
„Du und… du und Yahiro?“, Kahoko quietscht und dreht sich um, um zurück zu blicken.
Yahiro sitzt neben Shoichi auf der Picknickdecke und wiegt schon wieder Tadashi hin und her.
„Ich dachte… ihr seid nur befreundet.“
Yoyo lacht. „Mann… wirklich? Wir sind seit dem Winter Cup zusammen. Seit dem Winter Cup im ersten Jahr, um genau zu sein.“
„Was? Warum hast du mir nichts gesagt?“
„Du hast nicht gefragt.“, gibt Yoyo zurück und grinst, „Ich dachte eigentlich, du hättest es ĺängst geschnallt.“
„Aber…“, Kahoko unterbricht sich selbst, um eine ganz neue Frage aufzurollen, die ihr nun viel dringlicher erscheint, „Du wolltest doch keine Kinder, hast du immer gesagt. Warum willst du jetzt doch welche?“
„Ich will nicht Kinder, ich will dieses Kind.“, erklärt Yoyo gerade heraus, „Oder… besser gesagt, Yahiro will dieses Kind und ich will, dass er glücklich ist. Außerdem hab ich nicht so viel Arbeit damit, ich bringe es zur Welt und er kümmert sich dann darum. Er kann eine Babypause von der Arbeit nehmen und ich mich wieder darauf konzentrieren, zurück auf den Platz zu kommen. Das war der Deal und wir sind beide zufrieden damit. Und wer weiß, vielleicht find ich Kinder ja nicht mehr so unerträglich, wenn das erste mal da ist. Vielleicht werd ich auch süchtig nach den Biestern, so wie du.“
„Ich bin nicht süchtig.“, gibt Kahoko zurück und lächelt dann.
„Das alles… das ist so du… aber wenn ihr glücklich damit seid, bin ich auch glücklich damit. Wann… wann wollt ihr das Kind denn… zeugen?“
Yoyo lacht über Kahokos Verlegenheit.
„Eigentlich war dieser Sommer geplant, aber das hat nicht ganz geklappt. Ich bin bereits im zweiten Monat.“
Kahoko seufzt nur und beugt sich leicht vor, wie um mit Yoyos Bauch zu reden.
„Deine Mutter ist eine Vollidiotin, kleine Maus, aber keine Sorge, ich als deine Tante werde ein Auge auf sie haben.“
„Ja, toll Kahoko, bring dem Kleinen gleich schon Schimpfwörter bei.“, spottet Yoyo.

- - -

Extra:

„Wir haben Post.“, verkündet Meij und lässt einen dicken Stapel Briefe auf den Küchentisch fallen.
„Nein, wirklich?“, gibt Makoto zurück und stellt ihr eine Schale mit Obst hin, „Für wen wohl all die Briefe sind? Sicher für mich, den tollsten Agenten der Welt.“
Meij streckt ihm die Zunge raus.
„Den Sarkasmus kannst du dir sparen.“, erklärt sie ihm und sortiert die Briefe mit geübtem Blick, „Du bist ein toller Agent, aber wenn du Fanpost bekommst, dann stalke ich die Absender und mache ihnen klar, dass du mir gehörst.“
„Uhuh...“, macht Makoto von der Küche aus, „Ich liebe deine besitzergreifende Art.“
„Du liebst alles an mir, Schatz, das ist ja das Problem.“, gibt sie zurück, als wäre das ein verbales Tennismatch und sie beide auf den nächsten Punkt aus.
„Was ist das…?“, unterbricht sie ihn, als er zum nächsten Schlag ausholen will.
Sie reißt einen cremefarbenen Umschlag auf und holt eine Karte heraus.
Auf dem ebenso cremefarbenen Papier sind lauter Bilder abgedruckt.
„Was hast du da?“, fragt Makoto und greift nach der Karte, aber Meij ist schneller, dreht sich herum und entzieht ihm die Karte rechtzeitig.
„Schatz...“, ihre Stimme ist lauernd, „Hast du Imayoshi unsere Adresse gegeben?“
„Vielleicht...“, gibt er zurück, „Er ist immerhin ein guter Freund.“
„Ein guter Freund sind unsere Kollegen von der Kirisaki… Oder von der Uni… Oder von mir aus noch die konkurrierenden Models aus der Agentur, aber sicher nicht Imayoshi…“
„Im Gegenteil, immerhin hat er uns zusammen gebracht.“
Meij schnaubt abfällig.
„Du wirst weich, Makoto. Sag bloß, das ist nicht die erste Karte voller Babybilder, die er uns geschickt hat.“
Makoto greift nach der Karte und diesmal überlässt Meij sie ihm.
„Das sind Saori und Reiko, siehst du?“, er deutet auf die zwei Mädchen, die im Innenteil abgedruckt sind, „Der Junge ist Tadashi.“
Makoto liest die paar Zeilen, die Imayoshi geschrieben hat und lacht.
„Stell dir vor, Reiko hat einen Hund bekommen und Saori wollte eine Katze. Die Katze ist ein riesiges schwarzes Biest, das jeden kratzt, der sie hochheben will, aber Saori liebt sie heiß und innig. Oh… es ist ein Kater...“, Makoto lacht erneut, bevor er weiter liest, „Der Kater heißt Makoto. Ist das nicht witzig.“
„Ich weiß nicht, was du daran witzig findest.“, erklärt Meij entschieden, „Ich mag diese Leute nicht.“
„So schlimm sind sie nicht.“, Makoto tätschelt ihr weißes Haar, „Wir könnten eigentlich auch langsam mal ein Baby kriegen, meinst du nicht auch? Und wenn wir uns beeilen, kann es mit Imayoshis Jungen auf die Schule gehen und ihm zeigen, wie man richtig Basketball spielt.“
„So gut mir diese Idee gefällt, durch eine so plumpe Versuchung lasse ich mich nicht dazu überreden, ein Kind zu kriegen.“
Makoto grinst herausfordernd.
„Wonach steht dir dann der Sinn?“
Meij küsst sein Kinn und grinst.
„Dir fällt schon was ein.“

-

Das hier ist das offizielle Ende der Geschichte. Es ist zu ende.
108 Kapitel. Der reine Wahnsinn.
Danke, dass ihr das mit mir durchgehalten habt, dass ihr gelesen und kommentiert habt.
Ich kann nicht fassen, dass ich die Story beendet habe. Ich hatte hin und wieder einfach keine Lust mehr weiter zu schreiben, das Gefühl, es wird nie fertig, als wären zu viele Knoten in der Geschichte, die sich nicht lösen lassen.
Danke, an all diejenigen, die mir einen Charakter für diese Geschichte gespendet haben, denn für euch habe ich weiter  durchgehalten.
Danke für all die tollen Charaktere. Für Meij, die herrlich böse war, die süße Mirai und die flinke Megumi, die schüchterne Lia (die ich wirklich, wirklich toll fand als Kapitänin) und Shinji, die mir immer mehr ans Herz gewachsen ist. Danke für Michirou, die ich als so herzerfrischend bodenständig empfunden habe, für Yoyo, meine allerliebste Konkurrentin und ihre Musketiere und für Tora Tanake, an die sich wohl keiner mehr erinnern kann...
Einfach Danke.

Und nein, ich werde diese FF noch nicht sofort auf fertig gestellt setzen.
Weil ich doch noch eine kleine Idee im Hinterkopf habe für ein allerletztes Kapitel. Vielleicht schreibe ich es, vielleicht auch nicht, lasst euch überraschen.
Ich kann einfach nicht so gut Lebewohl sagen.
Ach, lasst euch alle mal Cyber-drücken!
Eure Dira
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