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Buzzer Beater

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Midorima Shintarō OC (Own Character)
15.05.2015
15.05.2018
108
320.657
23
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Dieses Kapitel
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01.03.2017 4.025
 
Mal eine kleine Auflistung, damit ihr wisst, wer jetzt mit wem verheiratet ist, etc.
Nike-chan hat darum gebeten und ich dachte, ich halte es auch nicht vor, wenn es euch beim Lesen hilft:
Kahoko + Shoichi Imayoshi
Zwillingsmädchen Reiko und Saori, 4 Jahre, Tadashi, Junge, ca. 1
Shintarou und Akemi sind verlobt, keine Kinder
Takao ist verheiratet und hat einen Sohn, Hiro,
Michirou und Wakamatsu Kousuke sind verheiratet,
1 Sohn, Shoichi, fast 2 und sie ist schwanger
Nanami und Aomine sind verheiratet, keine Kinder
Kuroko und Mirai sind verheiratet, keine Kinder
Kagami und Megumi sind verheiratet, sie ist schwanger
Chikara ist single
Shinji hat einen Freund, hält das aber gerne geheim
Lia ist noch geheim^^
Shouta ist single
und der Rest kommt noch

- - -


Aomine ist gerade mitten im Krafttraining, als neben seinem Gerät ein kleines Gesichtchen auftaucht. Dunkle Augen mustern ihn durch Brillengläser.
„Na Süße, was gibt’s?“, begrüßt er Reiko und wischt sich mit einem Handtuch den Schweiß aus dem Gesicht.
Reiko spitzt die Lippen, bis sie genau den gleichen nachdenklichen Zug um den Mund hat, den er immer bei Nanami sieht. Er lächelt und wuschelt ihr durchs Haar.
„Ich hab ein Bild gemalt.“, erklärt Reiko ihm ernst und hält ihm ihr blaues Klemmbrett hin, „Und ich brauche eine ob- eine ob-“
„Objektive Meinung?“
„Genau.“, stimmt sie ihm zu, „Mama und Onkel Shou sagen immer, dass alles schön ist, was ich mache.“
„Warst du schon bei Onkel Taiga?“
Reiko schnaubt und wedelt mit ihrem Klemmbrett, wie sie es schon oft bei den Erwachsenen gesehen hat.
„Auf seine Meinung kann man nichts geben.“, erklärt sie ganz erwachsen und Aomine grinst stolz.
„Dann zeig mal.“
Sie hält ihm ihr Bild hin und immerhin, er kann einen Haufen Strichmännchen erkennen, die in irgendwelchen Kästen sitzen.
Wenn ich jetzt frage, was das darstellen soll, ist sie mit Sicherheit beleidigt. Aber das Mädchen hat echt das fehlende Zeichentalent von ihrem Vater…
Moment! Das ist es!
„Also… Reiko...“, Aomine mustert das Bild noch etwas eindringlicher, bevor er lächelt, „Nachdem ich ein ganzes Jahr die Spielpläne und Skizzen deines Papas studieren durfte, kann ich dir sagen, dass du genauso zeichnest wie er.“
Reiko strahlt ihn an.
„Wirklich?“, fragt sie und Aomine nickt.
„Wirklich wirklich. Aber reib das bloß nicht Saori rein, sonst ist deine Mutter wieder böse auf mich.“
Reiko schüttelt den Kopf und macht eine Geste, die zeigt, dass sie sich den Mund verschließt. Dann legt sie ihre kleine Hand auf Aomines große.
„Das ist der Schlüssel zu meinem Mund. Pass gut drauf auf.“, erklärt sie ihm ernst und Aomine grinst und tut so, als würde er den imaginären Schlüssel schlucken.
Reiko kichert und eilt zurück zu ihrer Mutter, die bereits nach ihr ruft.
Aomine blickt ihr nach und seufzt ein wenig.
„Mann...“, erklärt er mehr sich selbst als Kagami, der neben ihm trainiert, „Ich will auch ein Kind.“
„Das sagst du jetzt.“, brummt Kagami zurück und Aomine dreht sich verwundert zu ihm um, „Schwangere Frauen sind Monster.“
„Ist das der Grund für deine schlechte Laune?“
Kagami zieht die Schultern hoch und schnappt sich sein Handtuch.
„Ich will nicht drüber reden.“

- - -

12:45 Uhr
Heute ist kein guter Tag, denkt Kahoko, während sie dreckiges Geschirr in die Spülmaschine räumt und auf die Geräusche lauscht, die durchs Babyphon kommen. Die Mädchen liegen auf der Couch und schlafen, obwohl sie vorhin noch behauptet haben, überhaupt nicht müde zu sein. Kahoko würde es ihnen nur zu gerne gleich tun, aber sie muss noch die Wäsche machen und sich nochmal ihren Trainingsplan für das Mädchenteam anschauen, dass sie seit zwei Monaten coacht.
Ihre Hüfte schmerzt von dem Training, dass sie selbst heute morgen absolviert hat. Shouta, der mittlerweile ein angesehener Basketballcoach ist, hat sie zwar bereitwillig als Assistentin eingestellt, aber das reicht ihr nicht. Sie trainiert mit den Sportlern mit, soweit ihre Kräfte es zulassen, was sie zu einer sehr brauchbaren Assistentin macht, ihr aber auch mehr abverlangt, als sie eigentlich geben kann.
Die Kinder lieben die Trainingsräume. Das ist zumindest ein riesiger Pluspunkt.

Als die Waschmaschine ihre Runden startet, gibt sie ihrem inneren Schweinehund doch nach. Sie setzt sich auf den Trockner, lehnt ihren schmerzenden Körper an die Wand und zieht ihr Handy aus der Hosentasche. Seine Nummer ist als Kurzwahl gespeichert, aber sie wählt sie trotzdem. Die Zahlen sind in ihr Gehirn eingebrannt und so soll es auch bleiben.
Es tutet mehrmals, dann geht der Anrufbeantworter dran. Seine Stimme ist ruhig und professionell, seine Worte eigentlich belanglos. Sie ruft dennoch ein zweites Mal an, um seine Stimme noch einmal hören zu können.
„Hier ist der Anschluss von Imayoshi Shoichi. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton, ich rufe Sie zurück.“
„Hey, hier ist Kahoko. Du bist sicher gerade mitten im Training. Wollte nur mal deine Sti- wissen, wie's dir geht. Die Kinder vermissen dich, Reiko hat heute ein richtiges Chaos in der Küche veranstaltet, weil sie dich mit Pfannkuchen locken wollte. Ich hab ihnen versprochen, dass wir dich heute Abend anrufen. Gib mir Bescheid, wenn du erreichbar bist.“ An der Stelle muss sie so heftig gähnen, dass sie fürchtet, sich das Kiefer auszurenken. Als sie wieder sprechen kann, ist das Tonband bereits voll. Na toll.
Sie legt auf, reibt sich die Augen und schwingt sich vom Trockner. Schmerzen hin oder her, die Hausarbeit erledigt sich nicht von selbst.

- - -

13:00 Uhr
„Sind die Entwürfe schon draußen?“, Tsunako eilt durch das Großraumbüro, feuert Fragen durch die Gegend wie Gewehrkugeln, „Hat der Fotograf die Abzüge gekriegt? Tammi, sind die Materialien gekommen und einsortiert? Wo ist Shun Li? Ich brauche bis fünf Uhr die Unterlagen, wer arbeitet da dran?“
Sie muss sich regelrecht zu ihrem eigenen Schreibtisch durchkämpfen, der nicht größer ist als der der anderen. Ihr Label verkauft sich ausgezeichnet und als Hauptdesignerin der Agentur verdient sie mehr, als sie sich je erträumt hätte, aber ihren Status mit einem Schreibtisch demonstratieren zu wollen, erscheint ihr lächerlich. Außerdem hat ihr kleiner schwarzer Tisch auch nostalgischen Wert, denn genau an diesem Tisch hat sie damals angefangen.

Sie schnappt sich die Dose mit den Magentabletten und stopft sich gleich zwei in den Mund. Wenn es so stressig zugeht wie heute – wie immer – dann kann es schon mal passieren, dass ihr Magen rebelliert. Etwas, was man in dieser Branche so gar nicht brauchen kann.
Morgen hat sie sich den ganzen Abend freigeschaufelt, um Zeit für Lia und ihre Freundinnen zu haben, also muss sie heute das doppelte Pensum schaffen.
Ihr Handy piepst, sie überfliegt die Nachrichten, während sie mit der anderen nach ihrem Kaffee greift und ohne hinzusehen trinkt. Alles Übung.
Die meisten Nachrichten sind von – meist männlichen – Bekanntschaften, die besagte Bekanntschaft gerne vertiefen möchten. Sie löscht die Nachrichten. Sie hat weder die Zeit dazu noch die Lust, sich die Zeit zu nehmen.
Eine ist von Nanami, die sie an morgen erinnert und eine von Megumi, die ihr im Minutentakt erzählt, was das Baby macht – es ist ihre erste Schwangerschaft und sie ist von den Hormonen so aufgeputscht, dass es weh tut – Tsunako freut sich für sie.
Sie will das Handy weglegen, als es erneut piepst. Als sie den Absender liest, fällt es ihr aus der Hand.
Sie schluckt, atmet tief durch, blickt sich nach allen Seiten um wie eine Kriminelle und nimmt es dann doch wieder zur Hand.

Reo:
Hey

Scheiße.
Tsunako läuft der Schweiß den Nacken hinab, sie mustert das Chaos auf ihrem Tisch, die halbfertige Skizze, den hässlichen Kaffeebecher vor sich, auf dem ihr Name komplett falsch geschrieben ist.
Da ist nichts, das ihr jetzt helfen könnte. Sie weiß nicht, was sie tun soll.
Soll sie antworten oder nicht? Und wenn ja, was?
Soll sie ihre Mitarbeiter fragen? Lieber nicht und wen überhaupt?
Kann man das googeln? Und wenn ja, mit welchen Schlagwörtern?
Liebe des Lebens meldet sich nach Jahren aus der Versenkung wieder mit „Hey“?
Einvernehmliche Trennung aus Karrieregründen nach Jahren durch „Hey“ angefochten, was tun?

Gerade als sie dabei ist, eine echte Panikattacke zu kriegen, fällt ihr Blick auf das einzige Foto, dass ihren Schreibtisch ziert. Es ist das Teamfoto vom WinterCup damals. Sie grinsen in die Kamera, Kahokos Frisur steht in alle Richtungen ab, Lias Wangen sind knallrot von dem Match, das sie geführt haben und Michirou hatte in dem Moment gerade die Augen zu…
Ihr Herzschlag verlangsamt sich wieder, ihre Atmung geht gleichmäßig. Sie legt ihr Handy zur Seite und beschließt, dass sie es ignorieren wird, bis sie Zeit gehabt hat, mit den Mädchen drüber zu reden. Dafür sind Freundinnen schließlich da, oder?

- - -

14:00 Uhr
„Hey...“
Shintarou ist so müde, dass er geschlagene fünfzehn Mal blinzeln muss, um zu begreifen, dass er da gemeint ist. Er setzt sich aufrechter hin, blinzelt noch einmal, und tut so, als wäre er voll bei der Sache.
Akemi kann er damit nicht täuschen.
Sie mustert ihn so streng, wie sie kann – was nicht besonders viel ist, dann setzt sie sich wortlos zu ihm an den kleinen Tisch im Pausenraum und packt das Mittagessen aus.
„Du solltest mehr schlafen.“, erklärt sie ihm.
Er zuckt mit den Schultern, greift nach den Besteck und fängt an zu essen. Sie mustert ihn weiter, bis auch sie schließlich zugreift.
Shintarou schluckt, mustert den mickrigen Salat, den sie sich mitgebracht hat und legt seine Gabel zur Seite.
„Schmeckt es dir nicht?“ Er kann die Panik in ihren Augen sehen.
„Es ist köstlich. Deshalb frage ich mich, warum du nicht auch davon isst.“
„Ach ich… also...“, sie blickt auf ihren Salat hinunter, als wäre es leichter, mit dem Grünzeug zu reden, als mit ihm, „Ich dachte, ich nutze die Zeit und nehme ein bisschen ab. Ich bin Krankenschwester. Ich weiß, dass Übergewicht nicht besonders förderlich ist, wenn man versucht, schwanger zu werden.“
„Du bist nicht dick.“
Sie rollt mit den Augen.
„Shintarou, ich weiß, wie viel ich wiege, vielen Dank.“
„Du bist nicht dick.“, beharrt er auf seinem Standpunkt. Als sie den Mund aufmacht, um zu wiedersprechen, hebt er die Hand. Er beugt sich vor und küsst sie.
Es ist nichts Großes, schließlich sind sie beide nur zwei erschöpfte Geister in einem Pausenraum, der jederzeit von jemand anderem betreten werden kann.
Aber es rührt sie, dass er über seinen eigenen Schatten springt. Öffentliche Zuneigungsbekundungen sind nicht sein Ding.
Shintarou räuspert sich mit roten Wangen und mustert sie streng.
„Jetzt iss mit mir mit.“
Sie lächelt, nickt und greift nach seiner Hand, um sie fest zu drücken. Ihr Verlobungsring glitzert im Licht der Deckenlampen.
„Nur noch ein Jahr.“, erinnert sie sich beide seufzend und er nickt, „Nur noch ein Jahr, das schaffen wir auch noch.“
Sie schmunzelt unwillkürlich und reißt mit ihrer Gabel ein großes Loch in die Gemüsepfanne in seinem Teller.
Ein Jahr noch, dann ist die Assistenzzeit für ihn vorbei. Ein Jahr noch, dann heiraten wir endlich und wir können endlich, endlich damit anfangen, unser Leben miteinander zu beginnen.

- - -

15:00

„Tetsu~“
Kuroko blickt von dem Stapel Hefte auf seinem Tisch auf.
Mirai hüpft auf ihn zu, eine kleine weiße Schachtel in den Händen.
„Was ist das?“, fragt er und sie grinst noch breiter und stellt die Schachtel vor ihn auf den Tisch.
Er schafft es grade noch, das Hausaufgabenheft zur Seite zu schieben, das sonst darunter gelegen hätte.
„Mach auf!“, fordert Mirai, „Mach auf! Mach auf!“
Kuroko lässt sich Zeit. Je länger er braucht, um seine Geschenke oder Überraschungen zu enthüllen, desto ungeduldiger wird Mirai und je ungeduldiger sie wird, desto niedlicher sind ihre Reaktionen.
„Mach schon, mach schon!“, sie presst mittlerweile beide Hände vors Gesicht und linst zwischen den Fingern hindurch, „Ich bin so aufgeregt, ich halt's kaum aus!“
Er stoppt, um sie ausführlich mit hochgezogenen Augenbrauen zu mustern.
„Mirai, Liebling, du hast diese Überraschung vorbereitet, warum bist du bitte aufgeregt?“
„Wegen deiner Reaktion, Tetsu, jetzt mach schon!“
Er seufzt, lächelt und löst den Deckel vollständig von der Schachtel. Ihm stockt der Atem, seine Gedanken machen eine Vollbremsung und er kann nur auf den kleinen weißen Kuchen starren, der da vor ihm steht.
In blauen Buchstaben aus Zuckerschrift steht da: „Weltbester Papa!“
„Mirai...“, seine Stimme hört sich ganz kratzig an, „Bist du schwanger?“
Er schafft es irgendwie, den Blick vom Kuchen zu lösen und zu ihr zu blicken. Ihre Augen sind viel zu rund und ihr Gesichtsausdruck viel zu überrascht. Sie springt auf und starrt nun ebenfalls in die Schachtel, bevor sie einen sehr unmädchenhaften Fluch ausstößt.
„Nein! Nein, wirklich Tetsu, bin ich nicht, da sollte… also da sollte bester Lehrer stehen. Weil du ja… also weil deine Klasse mal wieder den besten Notendurchschnitt erreicht hat und ich…“
„Du hast die falsche Schachtel mitgenommen.“, stellt er ruhig fest und legt so sanft wie möglich den Deckel zurück auf die Schachtel, „Ich verstehe. Das kann passieren.“
„Bist du...“, fragt sie zögerlich, „Bist du enttäuscht?“
„Oh nein.“, sein Gesicht ist unlesbar wie immer, als er abwinkt, „Ich war überrascht, das ist alles.“
Mirai mustert ihn lange, ihr Gesicht rot, bevor sie die Schachtel packt und mit einem verlegenen „Ich tausche sie nur schnell um...“, aus der Klasse verschwindet.
Kuroko sieht ihr hinterher.

- - -

16:00

„Danke, dass wir vorbei kommen dürfen.“, Momoi schlüpft aus ihren Schuhen und lächelt, als Kahoko ihr aus ihrer Jacke hilft.
„Kein Ding. Ist ja nicht eure Schuld, dass sie beschlossen haben, die Grundreinigung auf dieses Wochenende zu verlegen. Kaffee?“
„Gerne. Ist Itoe-kun schon da?“, Momoi folgt ihr vom Eingangsbereich in den großen Wohnbereich.
„Ich hab dir schon mehrmals gesagt, dass du mich Shouta nennen kannst.“, korrigiert er sie und kommt die Treppe hinunter.
„Die Mädchen sehen sich grade einen Film auf deinem Tablet an.“, erklärt er Kahoko, „Den mit dem sprechenden Schneemann, den wir schon gestern abend gesehen haben.“
Kahoko lacht. „Saori liebt den Schneemann und Reiko versucht heraus zu finden, wo man ein Rentier herbekommen kann.“
Sie stellt den Kaffee vor Momoi. „Milch oder Zucker?“
„Nichts, danke. Also… ich habe die Statistiken dabei.“, sie zieht drei Schnellhefter aus ihrer Tasche, „Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch dieses Jahr wieder den Sieg kriegen können. Akashi-kun meinte letztens, unser Team hätte die stärkste Verbesserung seit Teiko im Jahr 2000 gehabt.“
„Du hast Kontakt zu Akashi?“, fragt Kahoko neugierig und Momoi errötet.
„Gelegentlich.“, presst sie hervor und räuspert sich, „Dann fangen wir an, oder?“

Sie unterbrechen ihre Diskussion erst, als Tadashis Weinen durch das Babyphon dringt.
Kahoko steht auf. „Macht ruhig weiter, ich gehe nur schnell Tadashi füttern.“
Sie eilt die Treppe hinauf und wirft noch einen kurzen Blick ins Zimmer der Mädchen, wo der Film kurz vor dem Höhepunkt ist, bevor sie in Tadashis Zimmer tritt und ihn aus seinem Bettchen hebt.
„Hast du Hunger, kleiner Mann?“, fragt Kahoko liebevoll und lacht, als der Kleine augenblicklich seine Hände in ihren Ausschnitt schiebt.
„Kahoko?“, hört sie da Momoi vom Gang und Kahoko dreht sich um.
„Suchst du die Toilette?“, fragt sie ruhig, als wäre es keine große Sache, dass ein Säugling an ihrer entblößten Brust saugt.
„Äh… nein...“, murmelt Momoi etwas befangen und mustert den Boden.
Kahoko lacht und wiegt Tadashi sanft hin und her.
„Du kannst ruhig hinschauen, es gibt nichts zu sehen, was du nicht schon gesehen hättest.“
Momoi schüttelt den Kopf, tritt aber zu ihnen ins Kinderzimmer und zieht die Tür hinter sich zu.
„Ich würde nur gerne mit dir reden. Unter vier Augen, meine ich.“
„Tadashis Augen sind zu, du kannst also loslegen.“
„Es geht um Akashi.“, platzt Momoi heraus, „Das heißt, es geht um mich. Um mich und Akashi, um genau zu sein.“
„Hat er dich endlich gefragt, ob du mit ihm ausgehen willst?“
Momois Augen werden groß.
„Du weißt davon?“, haucht sie fassungslos und Kahoko nickt.
„Er war zuerst bei mir und dann bei Aomine um sich zu vergewissern, dass es okay ist, dich zu fragen. Aber das ist schon eine Zeit lang her, ich dachte, er würde es schneller angehen.“
Momoi wird rot und senkt den Kopf.
Sie seufzt schwer.
„Er hat mehrmals gefragt. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte und ich war mir auch nicht sicher, ob er es ernst meint, deshalb hat er… also er hat immer wieder gefragt und mir gezeigt, dass er es ernst meint.“
„Und du bist dir immer noch nicht sicher, ob er es ernst meint?“, fragt Kahoko und wechselt Tadashi von einer Brust zur anderen.
„Nein, ich bin mir sicher, dass er es ernst meint, aber ich… keine meiner Beziehungen hat bislang funktioniert. Sakurai und ich haben uns vor dem College getrennt, auf der Uni hatte ich ein paar Dates – aber erzähl das ja nicht Daiki, der weiß nichts davon und die Sache mit Nanamis Cousin dritten Grades hielt grade mal zwei Jahre lang.“
„Hast du denn einen Verdacht, woran die Beziehungen gescheitert sind?“
Momoi wirft die Hände in die Luft.
„Ich weiß nicht wieso, aber die Jungs tun alles für mich. Erst ist das richtig süß, bis es dann soweit ist, dass Sakurai auf sein Kunststudium verzichtet hätte, nur um an der gleichen Uni wie ich studieren zu können. Ich meine, ich mag es, wenn sie sich um mich kümmern, aber...“
„Du bist es gewöhnt, dich durchsetzen zu müssen. Das war doch immer die Dynamik mit Daiki und dir und der Grund, warum du mit Nanami so gut klar kommst.“
„Genau. Und Akashi… Akashi ist Akashi.“
„Eigentlich müsste das doch gut funktionieren. Das einzige Mal, das jemand Akashi irgendwie umstimmen konnte, war beim Winter Cup oder nicht? Du müsstest alles geben.“
„Kahoko...“, Momois Stimme ertönt laut und klagend und Tadashi hört verunsichert auf zu trinken, „Diese Woche hat er mir zwölf große Blumensträuße geschickt. Ich habe dich gebeten, das Meeting hierher zu verlegen, weil mein Büro einer Blumenausstellung gleicht.“
„Wow...“, Kahoko streicht sanft über Tadashis Rücken, bis er wieder zu trinken beginnt, „Es macht irgendwie Sinn wenn man bedenkt, dass Akashi noch nie in einer Beziehung war. Er hat keine Ahnung, wo das erträgliche Maß liegt. Das ist ungefähr so wie mit Daiki und seiner Faulheit.“
Momoi wird still.
„Soll das heißen… ich muss mich durchsetzen bei ihm?“
Kahoko zuckt mit den Schultern. „Ich sage nur, das ihr beide eine sehr mörderische Kombination wärt und ich Akashi kaum jemand anderem anvertrauen würde als dir. Nanami hat sich ja leider viel zu schnell auf Daiki versteift.“
„Und was, wenn es nicht funktioniert?“, Momoi klingt ängstlich.
„Und was, wenn doch?“, gibt Kahoko zurück, „Du solltest jetzt zu ihm gehen und mit ihm drüber reden. Kommunikation ist das Wichtigste in einer Beziehung. Die Statistiken können wir uns immer noch am Montag anschauen, wenn du nur noch halb so viele Blumen in deinem Büro hast.“

Eine Stunde nach Momois plötzlichem Verschwinden klingelt Kahokos Handy.
Momoi
Sieht so aus, als wäre ich in einer Beziehung. Danke.

- - -

20:00

„Hey… Yoichi...“, Shinji winkt den Barkeeper zu sich, „An Tisch sechs sind ein paar Störenfriede, die du im Auge behalten solltest. Wenn sie Ärger machen, vor allem, wenn sie Mädchen dumm anmachen, hast du meine Erlaubnis sie hochkant raus zu schmeißen. Ich gehe jetzt, aber ich komme vielleicht noch mal vorbei, um nach dem rechten zu sehen. Klar?“
„Klar, Boss.“, Yoichi nickt ihr zu und Shinji verlässt das Restaurant. Gleich nebenan schließt der Mechaniker das Tor zu seiner Garage und nickt ihr zu.
„Feierabend?“, fragt er und Shinji grunzt zustimmend.
„Wie wär's mit nem Bier?“, schlägt sie vor und er nickt.
„Bei dir oder bei mir?“
Sie stoppt und blickt an der Fassade hoch. Im obersten Stock des Blocks brennt Licht hinter den Fenstern ihrer Wohnung.
„Bei dir.“, erklärt sie und holt ihn ein.
„Stress mit dem Freund?“, fragt er zurück und sie boxt ihm in die Schulter.
„Haizaki...“, grummelt sie verärgert und er grinst, „Schon klar, keine Fragen stellen, schon klar. Aber du weißt, dass ich als dein bester Freund und selbsternannter großer Bruder ein Recht habe, über eure Beziehung auf dem Laufenden gehalten zu werden.“
„Und ich als deine beste Freundin habe auch das Recht, dir jede Minute deines Lebens vorzuhalten, dass du ein Idiot bist und nichts von Verhütung weißt.“
„Hey...“, grummelt Haizaki, „Ich weiß, ich habe geschworen, dass du das darfst, aber nicht vor dem Jungen.“
Shinji seufzt.
„Sorry. Ich hab nur schlechte Laune. Du weißt, ich liebe deinen Sohn und es macht mir auch gar nichts aus, dass ich den Karren für dich aus dem Dreck ziehen musste.“
Haizaki schubst sie spielerisch. „Es war dein Freund, der die guten Ideen hatte, also komm uns hier nicht mit deinen ach so tollen Leistungen.“
„Können wir das Thema einfach beiseite lassen. Zumindest für heute?“, grummelt Shinji, als Haizaki die Wohnungstür aufschiebt.
Sie haben beide noch keinen Fuß durch die Tür, da hören sie schon schnelle Schritte und ein Junge, der Klein-Haizaki bis aufs Haar gleicht, kommt um die Ecke gerannt und springt Shinji an.
Sie reagiert, wie sie es immer tut, schnappt ihn unter den Achseln und hievt ihn hoch.
„Huch!“, macht sie, wie jedes Mal, wenn sie ihn zu fassen bekommt, „Da ist ja jemand schon wieder gewachsen!“
„Einen ganzen halben Zentimeter!“, erklärt der Kleine ihr begeistert, „Und schau, ich hab einen Zahn verloren.“
Er reißt seinen Mund auf, um Shinji die Lücke zu zeigen und sie pfeift beeindruckt.
„Donnerwetter, wenn das so weitergeht, hast du bald keine Zähne mehr und es gibt nur noch Suppe für dich.“
„Hör nicht auf Tante Shinji, Shuzo, sie ist nur neidisch.“, erklärt Haizaki, als Shuzo entsetzt von Shinji zu seinem Vater und zurück blickt.
„Shougo, Shuzo, lasst doch Shinji erst mal herein kommen.“, meldet sich da Rie zu Wort Shinji setzt ihren „Neffen“ ab, um seine Mutter zu begrüßen.
„Du hast sicher gekocht und ich platze hier so rein, tut mir leid.“
„Ach, das macht doch nichts. Du kannst mitessen, wenn du noch Hunger hast...“

Es ist schon spät, als sie Haizaki wieder verlässt. Es ist einfach, in diesem Durcheinander von Familie und Chaos zu versinken und alles andere zu vergessen.
Sie geht noch einmal zurück ins Restaurant, um nach dem rechten zu sehen und bleibt dort länger, als sie es ursprünglich vorgehabt hat.
Als sie die Tür ihres Penthouse hinter sich schließt, ist es dunkel und leise und sie schlüpft aus ihren Sachen und macht es sich auf dem Sofa bequem.
Ich will ihn nicht wecken, sagt sie sich und zieht sich die Decke über den Kopf, bevor ihr noch mehr dazu einfällt.

- - -

„Weißt du...“, Takao steckt sich einen weiteren Löffel Eiscreme in den Mund und fixiert Shintarou, „Ich finde es bescheuert, dass du und Akemi noch nicht verheiratet seid.“
„Darüber haben wir doch schon geredet.“, murmelt Shintarou erschöpft und kratzt am Rande der Familienpackung Eis herum, die sie seit Hiros letzter Schreiattacke vertilgen.
„Und ich finde immer noch, dass es Blödsinn ist. Klar, das Studium hat lange gedauert und du wolltest erst einen Job haben, bevor ihr heiratet, aber jetzt? Ihr habt beide einen Job, ihr verdient beide gut und zum Donnerwetter, du hast sogar ein Haus, ohne dass du dafür jahrelang einen Kredit abzahlen musst. Ihr könntet wenigstens heiraten und uns allen einen Gefallen damit tun, anstatt darum herum zu tanzen. Ihr müsst ja nicht gleich Kinder kriegen, nur weil sie endlich deinen Nachnamen trägt und mit dir in einem Haus wohnt.“
Anstatt zu antworten, schweigt Shintarou und Takao mustert ihn mit einer Mischung aus Verwirrung Sorge.
„Jetzt erzähl schon… Wir sind seit über zwölf Jahren befreundet, du weißt, dass du mir vertrauen kannst.“
Shintarou seufzt und steht auf.
„Warte hier.“

Takao seufzt und kuschelt sich noch etwas tiefer in die Sofakissen.
Als seine derzeitige Lieblingsserie erneut von Werbung unterbrochen wird, seufzt er. Als die Werbung ein bekanntes Gesicht zeigt, schnaubt er entnervt und stößt den Löffel tiefer in die Eiscreme.
„Diese doofe Meij.“, erklärt er der Eiscreme, „Seit sie modelt taucht sie aber auch wirklich überall auf.“
Er fixiert den Bildschirm, auf dem das Mädchen mit den schneeweißen Haaren gerade für ihr eigenes Parfüm Werbung macht und schnaubt erneut.
„Und selbst wenn dieses Parfüm gut riecht, das kaufe ich meiner Frau grade mit Absicht nicht!“
Takao hört Schritte hinter sich und unterbricht seine Gespräche mit sich selbst.
Shintarou ist er wieder da, in seinen Händen ein dickes Buch.
„Das hier ist der Grund, warum wir noch nicht verheiratet sind. Und wenn du lachst oder nur ein blödes Kommentar von dir gibst, dann schmeiße ich dich raus. Das ist mir ernst.“
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