New Life California

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
Clarence "Clay" Morrow Filip "Chibs" Telford Jackson "Jax" Teller Juan Carlos "Juice" Ortiz Kip "Half-Sack" Epps Piermont "Piney" Winston
15.05.2015
23.05.2015
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Prolog

Ein Jahr Work&Travel in den Südstaaten.
Ein Jahr frei sein. Befreit sein.
Ein Jahr, um dann wieder als sei nichts gewesen, zurück in das kalte, enge Deutschland zu kehren.

So denken zumindest seine Eltern. Von der Tatsache, dass Vincent gar nicht daran denkt, nach diesem Jahr zurück "nach Hause" zu kommen, wissen sie rein gar nichts.
Sollen sie auch nicht, denkt er.
Hier hält ihn nichts.
Kälte, schlechtes Wetter, ständige Überwachung durch Leute die ihn kennen oder glauben ihn zu kennen. Seine Eltern, falsche Freunde und vor allem nur ekelhafte, dauerbewachte und ständig verstopfte Hochsicherheitsstraßen mit Ampeln an jeder Ecke. So rein gar nicht nach dem Geschmack eines Bikers.

"Du bist Abiturient, dieser Harley-Style passt nicht zu dir."
Wie oft er diesen Satz schon hören musste!
Und dass seine Honda Rebel einer Harley nicht einmal ansatzweise ähnelt, stört ihn dabei am wenigsten.



Kapitel 1

Drei Montage. So lange ist es jetzt schon her, dass mein Flugzeug in Jacksonville landete.
Und in diesen drei Monaten habe ich fast mein komplettes Geld verprasst. Mir einen Job zu suchen, daran hatte ich erst gar nicht einen Gedanken verschwendet. Viel zu schön war die Gegend. Viel zu schön war es, mit meiner Rebel endlose Highways entlang zu jagen und einfach das Leben zu genießen.
In Florida selbst, habe ich mich nicht länger als eine Woche aufgehalten. Auch in Georgia und Alabama hat es mich nicht lange gehalten. Mein Ziel war Texas und somit war auch Mississippi schnell durchquert.
Die Landschaft in Texas war überwältigend. Erst jetzt habe ich wirklich verstanden, was mit dem Sprichwort "Everything's big in Texas" wirklich gemeint ist.
Austin und Dallas wurden besichtigt und fast wäre ich auf dem Weg zur Grenze zu Oklahoma mit meiner Rebel wegen Benzinmangel liegen geblieben. Ich scheine nicht der einzige gewesen zu sein, dem es so ergangen ist, denn kurz bevor es zu spät war tat sich eine sehr neu aussehende Tankstelle mitten im Nirgendwo vor mir auf.

Anderthalb Wochen in Oklahoma und weiter ging's nach New Mexico. Albuquerque. Für einen Breaking Bad Fan wie mich ein Muss!

Die restliche Zeit verbrachte ich in Arizona, bis es dann nach Südcalifornien ging. Und hi, hier bin ich!


Braune Cowboystiefel, schwarze Jeans, hellblaues Jeanshemd, den Nussschalen-Motorradhelm zwischen die linke Hand und Hüfte geklemmt. So stehe ich neben meiner qualmenden Rebel an irgendeinem gottverlassenem Highway mitten in der Kalifornischen Wüste. Natürlich ohne mobilem Netzt.
Wenn jetzt kein Wunder geschieht, ist das wohl das Ende meiner Reise. Das endgültige Ende.
Doch scheinbarer will Gott - sofern es ihn überhaupt gibt - genauso wenig wie ich, dass dieser Fall eintritt.
Von weither vernehme ich ein eintöniges Knattern. Je näher dieses Knattern kommt, desto fester bin ich der Überzeugung, dass es sich um ein Bike handeln muss.
Kurz bevor das Knattern in meinem Blickfeld auftaucht, bin ich mir sogar sicher, dass es sich um eine Harley handeln muss. Der Sound ist einfach unverkennbar.
Egal, wer auf dieser Maschine sitzt. Dieser Sound. Der Fahrer wird sich köstlich über meine Rebel amüsieren.

Ich hatte Recht. Es ist eine Harley.

Als der Fahrer mich sieht, verlangsamt er seine Maschine und lenkt auf mich zu.
"V. President, Man of Mayhem" steht auf den Patches der linken Seite seiner Lederkutte.
Ohje, an wen bin ich denn da geraten?
"Man of Mayhem"

"Probleme mit deinem Maschinchen?"
Maschinchen. Ich wusste es.
Er steigt von seiner Harley und nimmt den Helm und die Sonnenbrille ab. Seine Haare sind fast schulterlang und blond.


"Alles in Ordnung? Oder sprichst du kein Englisch?"
"Äh, ja klar, wieso?", etwas verdattert starre ich ihn an.
"Ich hatte dich gerade gefragt, ob etwas mit deinem ...Bike nicht stimmt. Aber anstatt  zu antworten starrst du nur auf meine Patches."
"Oh. Ja. Ich hatte überlegt, wie... ach egal. Ja, sie ist liegengeblieben. Die letzten Jahre war sie mir immer treu, aber scheinbar gibt es wirklich immer ein erstes Mal."
In Wahrheit hatte sich gerade der Gedanke in mir geformt, ob man mit einem V.P. nicht eigentlich anders umgehen sollte. Aber dieser Mann hier macht nicht den Eindruck, als würde er sich für etwas besseres halten.

"Deutsch, mhm?"
"So deutlich?". Eigentlich hatte ich bisher den Eindruck, meinen Akzent ganz gut im Griff zu haben.
"Mhm. Aber zu deinem Moped: Ich habe eine Werkstatt ganz in der Nähe. Wenn du willst kann ich jemanden kommen lassen, der es dahin bringt. Achso, Jax Teller"
Er reicht mir leicht lächelnd seine rechte Hand entgegen.
"Vince Becker". Glücklich über dieses Angebot schlage ich ein.

Erst jetzt fällt mein Blick auf den Dolch, der in braunem Leder an seinem rechten Oberschenkel baumelt.

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Die Story um Vince könnte ein Prequel zu SoA sein und ist daher spoilerfrei.
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