The Beast Within You

GeschichteRomanze, Tragödie / P16 Slash
15.05.2015
01.10.2017
5
11914
 
Alle
5 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
Hallo Zusammen

KuroFye-fangirl meldet sich endlich mit ihrer nächsten Geschichte. Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, aber es ging halt nicht vorher.
Ich hoffe, das ein paar alte Leser wieder dabei sind, aber auch, dass sich neue Leser dazugesellen werden.
Diese Geschichte liegt mir sehr am Herzen, denn ich habe versucht viele neue Sachen auszuprobieren. Sie ist auch bedeutend dünkler als die erste TRC-FF, die ich geschrieben habe.
Kleine Warnung im Voraus: Wer auf der Suche nach einer kurzen Geschichte ist, sollte diese Geschichte nicht lesen, denn es ist eine Trilogie. Eine lange Trilogie. Ich arbeite momentan am 2. Teil, aber ich habe den 1. Teil noch nicht ganz auf den PC getippt. Natürlich könnt ihr nach jeder FF aufhören, aber dann müsst ihr euch mit einem offenen Ende und viele Fragen zufrieden geben. Manchmal frag ich mich, warum ich mir das Leben schwer mache! xD

Wichtig: Die Geschichte spielt nach Tsubasa Reservoir Chronicles, aber ignoriert die Ereignisse in Tsubasa World Chronicles, weil die Geschichte entstand, als es noch nicht klar war, dass es von TRC eine Fortsetzung geben würde.
Die Tagebücher Einträge sind kursiv und im Präsens geschrieben, während die Ereignissen in der Story in der Vergangenheit geschrieben worden. Nur der Prolog wurde in 3. Person geschrieben. Der Rest der Story wurde vom Ich-Erzähler (Fye) erzählt.
Anyway, ich wünsch euch viel Spass beim Lesen.
____________________________________________________________________

Prolog

Der Vollmond beleuchtet das kleine, dunkle, spärlich möblierte Zimmer.  Mitten auf dem mit Tatami¹ bedeckten Boden steht ein Futon und an der weissen Wand ein reichgeschmückter Schrank. Er besteht aus Kirschenbaumholz und ins rötlichschimmernde Holz sind verschiedene Muster, Fabeltiere und Tiere geschnitzt worden. Man kann Kraniche, einen grossen, langen Drachen und einen majestätischen Phönix erkennen. All diese glücksbringenden Zeichen sind von wunderschön eingearbeiteten Seerosen, Chrysanthemen und Kirschenblüten umgeben.

Gegenüber der Wand wurde ein eichenhölzernes Memeto² aufgestellt. Das Memento ist von goldenen, spiralförmigen Mustern umrahmt. Die Türchen wurden geöffnet, um den  Inhalt betrachten zu können. In verschnörkelter Schrift sind vier Namen aufgeschrieben worden. In einem Gefäss brennen zwei Räucherstäbchen, die ihren süssen, betörenden Duft im ganzen Zimmer verströmen. Nur ein Kritzeln unterbricht die Stille der Nacht. Nahe der Schiebetür, die auf die Veranda führt, sitzt eine Person auf einem meeresblauen Zabuton-Kissen³. Wie von einer schweren, unsichtbaren Last erdrückt, beugt sie sich über dem niedrigen Tisch auf dem ein altes Lederbuch liegt. Seine Seiten sind über die Jahre vergilbt und mit goldenen Runen dekoriert. Eine purpurfarbene Feder gleitet über das Pergament. Neben dem Buch befindet sich ein mit königsblauer Flüssigkeit gefüllter Tintenfass.

Eine halb abgebrannte, weisse Kerze beleuchtet ein bleiches Gesicht, mit ernstem Ausdruck. Das meeresblaue Auge des Mannes, leuchtet matt. Sein Blick erzählt von einem schweren Leben und zeugt von unendlicher Müdigkeit. Doch schaut man genau hin, dringt doch ein feines Leuchten, wie der Sonnenstrahl, der sich einen Weg durch die dunklen Wolken bahnt, durch. Der Mann, hat sein langes, verwuscheltes, blondes Haar mit einem roten Band zu einem Pferdeschanz zusammengebunden. Die Person trägt einen pechschwarzen Yukata4, der mit blutroten Kirschenblüten dekoriert ist. Ein gleichfarbiges Kaku Obi5, hält um die Hüfte gebunden, das Yukata zusammen. Die schwarze Rohseide bringt die grosse, feingliedrige Gestalt besser zur Geltung. Mit ihrer schmalen Hand taucht sie die Federspitze ins Tintenfass und schreibt.

Liebes Tagebuch,
Ich hätte die Zeichen von Anfang an erkennen sollen, denn sie sind mir schon drei Mal begegnet. Mein Verstand hat sich geweigert, der Wahrheit ins Auge zu blicken und wieder muss ich den Preis dafür bezahlen. Erneut bin ich geflüchtet und abermals hat mich meine Vergangenheit eingeholt. Warum? Warum immer ich?  Ich habe Angst, panische Angst. Diesmal kann mir niemand helfen; nicht einmal er. Die Verzweiflung, ich fühle, wie sie erneut die Oberhand gewinnt.
Verzweiflung.
Wahrheit.
Angst.
Fluch.

Alles fängt von Neuem an.
Liebes Tagebuch, ich bezweifle, dass du verstehst, was ich meine. Wie solltest du auch? Ich werde dir alles vom Anfang an schildern.



Schon seit einem Jahr haben Shaolan, Mokona, Kuro-rin und ich die Klone wiederbelebt. Zu sechst sind wir dann weitergereist und etwa eine Woche später in Clow Country angekommen. Sakura war überglücklich uns wieder zu sehen. So lud uns zu einem grossen Fest ein und es gab Sake. Leckeres Sake! Wir alle schätzten diese Feier sehr, doch uns quälte ein einziger Gedanke: Wie lange kann Shaolan diesmal hier bleiben? Ein Tag, eine Woche oder doch ein Monat? Als die Klone erfuhren, welchen Preis Shaolan bezahlen musste, hatten sie eine Idee. Da Shaolans Vater eine Kopie seines Sohnes war, konnte er den zu bezahlenden Preis mit einem komplizierten Zauber auf sich übertragen. Ich erspare dir jetzt die Einzelheiten des Zauberspruches, in Ordnung? Ich hoffe, dass du es mir nicht übel nimmst.

Jedenfalls, seit diesem Zeitpunkt können Shaolan und Sakura endlich zusammen bleiben. Ich habe ihnen gesagt, dass sie uns unbedingt zu ihrer Hochzeit einladen sollten. Daraufhin sind beide rot angelaufen, doch sie haben genickt. Ist das nicht eine erfreuliche Nachricht? Nun ja, am nächsten Tag musste ich eine grosse Wahl treffen. Ich glaube, ich habe seit Ceres keine so schwere Wahl treffen müssen. Sakura hat mir nämlich angeboten in Clow Country zu bleiben, da sie wusste, dass ich keine Heimat mehr hatte. Ich habe sie dankbar angelächelt, doch dann habe ich beschlossen, weiterzureisen. Damals dachte ich, ich wollte nur auf die Klone von Sakura und Shaolan aufpassen und sicherstellen, dass Kurogane sicher in seiner Heimat zurückkehrte.
Das hinter letzterem mehr steckte, war ich mir damals noch nicht bewusst.

Damals..., wie ich diese Zeit vermisse! Nun ja...

Zwei Tage später leuchtete Mokonas Ohrring und wir setzten unsere Reise fort. Vier Dimensionen später kamen wir in Japan an. Wir wurden von Tomoyo-chan herzlich willkommen geheissen. Kuro-pun würde es zwar nie zugeben, aber man sah ihm an, dass er glücklich war, endlich zu Hause angekommen zu sein. Mein Herz zog sich beim Gedanken, dass Kuro-nyan in Japan bleiben würde, zusammen. Er hatte die Klone gerettet und ihm war klar, dass sie nun stark genug waren, um auf sich selber acht zu geben.

Und ich? Was ist mir mir? Willst du mich loswerden? Das Blutsband zwischen uns existiert nicht mehr. Was verbindet uns dann noch? Freundschaft? Bruderschaft?

Ich zog schnell weniger auffällige Kleider an. Doch statt den Mittag mit den Anderen zu verbringen, wanderte ich über ein Kieselweg durch eine Allee voller blühenden Sakuras. Meine Geta6 knirschten auf dem mit Kirschenblüten übersähten Boden. Nachdenklich beobachtete ich wie immer neue Kirschenblüten zu Boden tanzten, während ich weiterschritt. Eine halbe Stunde später liess ich mich auf eine Marmorbank nieder. Ich spürte den kühlen Untergrund durch meinen azurblauen Yukata. Auf der Rückseite des Yukatas war ein schwarzer Phönix abgebildet und die Ränder der weiten Ärmel waren mit Drachen dekoriert.

Vor mir lag ein schneeweisses Marmorbecken, mit kristallklarem Wasser. Im Becken schwammen zwei orange-weisse Krapfen, die wie einen Tanz ausführten, indem sie sich umeinander drehten. Manchmal schwamm eine Krapfe über der anderen und manchmal berührten sich ihre Nasen und sie drehten sich zusammen im Kreis. Ich folgte ihren graziösen Bewegungen voller Staunen. Was danach geschah, kann ich mir heute noch nicht ganz erklären. Plötzlich wurde ich von einem unbeschreiblichen Drang übermahnt, mich dem Becken zu nähern. Meine Finger zuckten vor Anstrengung, als ich versuchte meinen Körper davon abzuhalten, aufzustehen. Vergebens.

Wie hypnotisiert lief auf das Becken zu und liess anschliessend meine Hand in das eiskalte Wasser gleiten und die Fische flohen ängstlich. Genüsslich schloss ich die Augen, als ich das kühle Nass spürte. Kurze darauf spürte ich, wie mich die Fische provozierend mit ihren Fischmaul anstupsten. Überrascht öffnete ich die Augen und blickte in das Becken. In diesem Augenblick vernahm ich sie, diese melodische Stimme. Ich erinnere mich noch, wie ich erstaunt feststellte, dass die Fische mit mir sprachen, bevor ich jegliche Beherrschung über meinen Körper und meinen Willen verlor. Langsam lehnte ich mich nach vorn und meine Haarsträhnen berührten die Wasseroberfläche. "Komm her. Gleich hast du es geschafft", vernahm ich verlockende Stimme in meinem Kopf. Ich holte tief Luft, lehnte mich nach vorne und tauchte ein.

Langsam öffnete ich die Augen und sah den marmornen Boden des Beckens. Die Karpfen schwammen schnell auf mich zu und berührten meine Stirn. Ich spürte, wie alles um mich dunkler wurde.
Ich liess es geschehen.
____________________________________________________________________

¹Tatami: Das ist eine Matte aus Reisstroh, die in Japan als Fußboden in Washitsu verwendet wird (Auszug Wiki).
²Futon: Das ist ein japanisches Bett.
³Zabuton-Kissen: Zabuton ist ein traditionelles japanisches Sitzkissen. Im Gegensatz zum runden Ensa ist das Zabuton quadratisch, gefüllt und stammt aus dem Anfang der Edo-Zeit. Hier löste es das Ensa in den Privathaushalten ab (Auszug Wiki).
4Yukata: Es ist ein traditionelles japanisches Kleidungsstück aus Baumwolle. Es dient vor allem als unkomplizierte, leichtere und alltäglichere Variante des Kimonos, da es einfacher zu binden und preisgünstiger ist (Auszug Wiki).
5Kaku Obi: Das ist das traditionellste und populärste Obi in ganz Japan. Das traditionelle Design nennt man Kenj und jedes Muster hat seine Bedeutung.
6Geta: Das sind japanische Holzschuhe, die man beim Ausgehen anzieht.

Zu den anderen Symbolen will ich mich nur noch kurz äussern, da ich die meisten schon in meiner letzten TRC-Story zu genüge aufgegriffen habe. Der Drache steht für das Yang (männliches Prinzip, Kurogane, etc. und der Phönix steht für das Yin (weibliches Prinzip, Fye, etc.). Die Blumen und die Bäume, die ich in diesem Kapitel erwähnt habe, haben alle ihre Bedeutung in der japanischen, chinesischen oder keltischen Kultur. Ihr könnt sie sonst gerne googlen. Interessant fand ich, dass die Chlysanthemen Japans Wappen sind. Wusstet ihr das?
____________________________________________________________________

Das wär's erst mal von meiner Seite. Das nächste Kapitel erscheint erst anfangs Juni, weil ich bald Examen habe und lernen muss.
Danke fürs Lesen und ich würde mich über eure Meinung freuen.

LG
KuroFye-fangirl
Review schreiben
 
'